Seiten

Freitag, 19. Oktober 2007

Viele Menschen glauben ...


Viele Menschen glauben wirklich, dass sie ohne eigene Bedürfnisse sind, nur weil sie sie nicht kennen.



Wenn eine Mutter sich selbst und ihr Kind vom ersten Tag seines Lebens an respektieren kann, braucht sie dem Kind niemals Respekt beizubringen ...
Aber eine Mutter, die seinerzeit von ihrer Mutter nicht als das, was sie war, ernstgenommen wurde, wird versuchen, sich mit Hilfe der Erziehung Respekt zu verschaffen.


Es ist undenkbar, dass man andere Menschen wirklich liebt, wenn man sich selber, so wie man ist, nicht lieben kann. Und wie soll man das können, wenn man von Anfang an nicht die Möglichkeit hatte, seine eigenen wahren Gefühle zu leben und sich so zu erfahren.
Viele begabte Menschen leben völlig ahnungslos über ihr wahres Selbst, vielleicht verliebt in ihr idealisiertes, angepasstes, falsches Selbst.

Ein Tabu, das alle Entmystifizierungstendenzen unserer Zeit über- dauert hat, ist die Idealisierung der Mutterliebe.

So paradox das erscheinen mag - ein Kind ist verfügbar. Ein Kind kann einem nicht davonlaufen, wie die eigene Mutter dazumal. Ein Kind kann man erziehen, dass es so wird, wie man es gerne hätte. Beim Kind kann man sich Respekt verschaffen, man kann ihm seine eigenen Gefühle zumuten, man kann sich in seiner Liebe und Bewunderung spiegeln, man kann sich neben ihm stark fühlen, man kann es einem fremden Menschen überlassen, wenn es einem zu viel ist, man fühlt sich endlich im Zentrum der Beachtung, denn die Kinderaugen verfolgen die Mutter auf Schritt und Tritt. Wenn eine Frau bei ihrer Mutter all diese Bedürfnisse unterdrücken und verdrängen musste, so mag sie noch so gebildet und guten Willens sein, auch wissen, was ein Kind braucht, bei ihrem eigenen Kind regen sich ihre Bedürfnisse aus der Tiefe ihres Unbewussten und drängen nach Befriedigung. Das Kind spürt es deutlich und gibt sehr früh auf, die eigene Not zum Ausdruck zu bringen.

A. Miller, Das Drama des begabten Kindes und die Suche nach dem wahren Selbst.

So, wie wir als Kinder behandelt werden, so behandeln wir uns während unseres ganzen restlichen Lebens.

Alice Miller, Am Anfang war Erziehung

aus John Bradshaw, Wenn Scham krank macht:

Wenn ein Kind nicht liebevoll behandelt wird, verliert es mit der Zeit das Gefühl, etwas Kostbares und Unvergleichliches zu sein.

Der Hauptfaktor, der dafür verantwortlich ist, dass jemand ein erwachsenes Kind wird, ist die Vernachlässigung der entwicklungs- bedingten Bedürfnisse, die nur durch die Bezugspersonen befriedigt werden können. Wir wachsen heran, sehen wie Erwachsene aus, wir gehen und reden wie Erwachsene, aber unter der Oberfläche verbirgt sich das kleine Kind, das sich leer und bedürftig fühlt, ein Kind, dessen Bedürfnisse unersättlich sind, weil es die Bedürfnisse eines Kindes im Körper eines Erwachsenen sind.
Das unersättliche Kind ist der Wesens- kern allen Zwangs- und Suchtverhaltens.


aus Wayne W. Dyer, Der wunde Punkt:


Wenn Sie das nächste Mal wieder vor der Entscheidung stehen, ob Sie nun die Entscheidung für sich übernehmen und Ihre eigene Wahl treffen sollen, dann legen Sie sich selbst eine gewichtige Frage vor: "Wie lange werde ich tot sein?"
Von dieser Ewigkeitsperspektive her wird es Ihnen dann gelingen, Ihre persönliche Wahl zu treffen und alle Sorgen, Befürchtungen, Zweifel, ob Sie sich denn das auch wirklich leisten können, sowie alle Schuld- gefühle denen zu überlassen, die ewig zu leben gedenken.
Falls Sie sich nicht zu diesem Schritt entschließen, müssen Sie sich auf ein Leben gefasst machen, in dem immer andere sagen werden: "Du musst ..."


Kein Mensch behandelt ein Auto so dumm wie einen anderen Menschen. Wenn das Auto nicht läuft, so schreibt er dieses ärgerliche Verhalten nicht der Sünde zu. Er sagt nicht: "Du bist ein verworfenes Auto, und ich werde dir kein Benzin mehr geben, bis du wieder gehst." Er versucht vielmehr, den Fehler zu finden und ihn zu beheben.
Bertrand Russell

Zu den schwierigsten und undankbarsten Patienten gehören nach meiner Erfahrung die sogenannten Intellektuellen; denn bei ihnen weiß die eine Hand nie, was die andere tut.
Mit einem durch kein Gefühl kontrollierten Intellekt lässt sich alles erledigen ...
C.G. Jung, Erinnerungen, Träume, Gedanken


Kommentare:

Mariamne hat gesagt…

Lieber Johannes,

danke für diesen Ausschnitt. Ich werde ihn, wenn du erlaubst, an meine Ekindas weitergeben. Sie kennen keine Elternliebe, nur dass die Bedürfnisse der Eltern um jeden Preis wichtig sind, dass sie selbst nicht existieren sondern nur zu funktionieren haben, sie waren noch Kinder als sie ihre suchtkranken Eltern so erlebten, doch nun sind sie erwachsen und machen sich oft vorwürfe, dass sie sich nicht dagegen gewehrt haben. Man kann ihnen nicht oft genug sagen, dass sie keine Schuld trifft, dass sie die Leidtragenden waren, als sie Kinder waren, denn sie tragen auch heute noch die ganze Last der Eltern auf ihren Schultern und glauben daran, dass sie es als Kinder hätten anders machen können. Das hindert sie daran, die Dinge jetzt zu ändern, jetzt wo sie erwachsen sind und es könnten. Aber sie müssen erst loslassen, loslassen was ihnen Jahrelang in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Liebe Grüße
Mariamne

www.ekinda.de
www.bewohnerin-der-wälder.org

Johannes Klinkmüller hat gesagt…

Herzlich gern ... und von Herzen alles Gute für Deine wertvolle Arbeit!