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Montag, 28. April 2008

Tao des Herzens

aus Deng Ming-Dao: Tao im täglichen Leben.

Tao [dau], chin. der Weg: eine chinesische Philosophie und Religion, die als Chinas eigene und authentisch chinesische Religion angesehen wird. Ihre historisch gesicherten Ursprünge liegen im 4. Jahrhundert v. Chr., als das Tao te king des Laotse entstand.

Tao ist überall. Es ist die Bewegung alles Lebendigen. Unendlich fließt es in alle Richtungen. Der weise Mensch macht sich diese Strömungen zunutze. Er folgt dem natürlichen Weg der Energie und bringt sich mit dem Universum in Einklang.

Mein Herz, mein Löwe ...


Mein Herz, mein Löwe ..., so beginnt Ricarda Huch eines ihrer Gedichte.

Tatsächlich hat das Herz sehr viel mit dem Löwen zu tun:
Er hat das Herz eines Löwen, sagt man nicht von ungefähr oder: Er kämpft wie ein Löwe in der Schlacht, was nichts anderes bedeutet, als dass jemand beherzt und mutig ist und kraftvoll kämpft.
Nomen est omen - der Name ist das Wahr-Zeichen:
Wir denken an den großen Kreuzritter Richard Löwenherz und an Die Gebrüder Löwenherz, dieses tolle Jugendbuch von Astrid Lindgren, in dem zwei Brüder gegen eine dunkle Macht kämpfen.
Wir denken auch an Friedrich Nietzsche, wenn er in Also sprach Zarathustra die Entwicklungsstufen des menschlichen Geistes charakterisiert:


Drei Verwandlungen nenne ich euch des Geistes:
wie der Geist zum Kamele wird, 
und zum Löwen das Kamel, 
und zum Kinde zuletzt der Löwe.... 
der Geist des Löwen sagt: ich will!Neue Werte schaffen -
 das vermag auch der Löwe noch nicht:
aber Freiheit sich schaffen zu neuem Schaffen -
das vermag die Macht des Löwen.

White Eagle charakterisiert in seinem Heilungsbuch die astrologische Sicht:
"Die Sonne regiert das Herz ... Wenn Deine Sonne im Zeichen Löwe steht, wirst du vermutlich durch manche Deiner Emotionen einige schwierige Lektionen zu lernen haben, denn du wirst nicht immer nur mit Weisheit lieben können. Du besitzt die schöne Gabe, mit aller Wärme und von ganzem Herzen zu lieben, mit einem einfachen kindlichen Vertrauen zu deiner Umgebung ... Alle Seelen unter diesem Zeichen können nicht anders als im Licht zu leben ..."
Die vier Verfasser der Evangelien des Neuen Testaments sind Elementen und Tierkreiszeichen zugewiesen:der Evangelist Matthäus dem Element Luft und dem Tierkreiszeichen Wassermann; Lukas dem Erdelement und dem Stier; Johannes dem Wasserelement und ursprünglich dem Skorpion, Markus und sein Markusevangelium dem Element des Feuers und dem Löwen.
Im Lexikon der Symbole aus dem Fourier-Verlag (Super-Buch!) heißt es hierzu:
"Der Löwe steht für die Transformation des ungebändigten menschlichen Willens in die wahren menschlichen Kräfte Mut, Stärke und Liebe. Das Bild dieses Verwandlungsprozesses ist der Löwe, der friedlich neben dem Lamm liegt; dies ist in der christlichen Lehre das Symbol des Menschen, der seine Kräfte in der vollkommenen Art beherrscht."
Dazu muss man im Sinne Nietzsches ein Kind sein, wobei wir schlussendlich bei Goethes Novelle angelangt sind, in deren Zentrum ein Knabe steht, der, nachdem ein Feuer ausgebrochen ist und ein Löwe freikam, mit seiner Musik diesen friedlich stimmte, mit Flötenspiel ... eine wunderbare Geschichte, halt echt Goethe, hoch symbolisch.
Hoch symbolisch und damit in einem tiefgründigen Sinne wahr ist dieser ganze Zusammenhang zwischen Herz und Liebe und Feuer und Löwe und Kindsein ... Nur das Kind in uns, das göttliche Kind, kann unsere innere Löwenkraft uns zur Verfügung stellen, das Feuer bändigen, damit es eine Fackel des Lichtes wird, uns wärmt, uns läutert, uns führt ...

Freitag, 25. April 2008

Löwenliebe

Wenn man diesen Video-Ausschnitt zum ersten Mal sieht, glaubt man, das Herz müsse einem stehenbleiben:
Ein ausgewachsener afrikanischer Löwe greift mit seinen gewaltigen Pranken nach einer Frau, die dicht hinter den Gitterstäben steht ...


video


Doch er bedankt sich "nur" dafür, dass ihm diese Frau mit ihrer liebevollen Pflege vor 6 Jahren das Leben rettete ...
So zärtlich können Krallen sein ...

Sonntag, 20. April 2008

Gesucht: Lebendige Schutzschilde für die Liebe

Benedikt XVI´ Vorgänger, Johannes Paul II, wollte als lebendiges Schutzschild in den Irak, um das Ausbrechen des Krieges zu verhindern. Seine Krankheit hat das nicht mehr zugelassen.
Verhindern wollte er, dass es Kriegstreibern wie Georg Bush gelingt, den Hass auf der Erde, den ein Krieg immer mit sich bringt, zu vermehren. Doch diese Prediger kriegerischer Notdurft waren zu nahezu jeder Lüge bereit, um den Menschen zu suggerieren, dass ein Krieg unumgänglich sei. Heute wissen wir, dass es ein mediales Gespinst von Unwahrheiten war, das sie skrupellos aufgebaut haben. Keiner ihrer Kriegsgründe hat sich als wahr erwiesen.
Papst Johannes Paul II wusste um den Zustand der Liebe auf der Erde.
Erst heute wird klar, dass die Worte von Eduard Mörike (1804-1875) über die Liebe visionär waren; sie beschreiben die Realität 2008:

Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht;
Dies edle Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,
Mit Tränen netzet sie der Füße Wunden.

Mörikes persönliche Tragödie repräsentiert zugleich eine Tragik der Menschheit:
Der schwäbische Dichter begegnet in den Osterferien des Jahres 1823 in einem Ludwigsburger Gasthof Maria Meyer, einem Mädchen, außergewöhnlich in seiner Schönheit und Bildung. Diese seine erste Liebe besitzt eine ausnehmend lebendige, fast schwärmerische Religiosität. Ungewöhnlich für eine Frau damals: Sie ist wohnsitzlos und zieht über Land. In einem seiner Romane, in Maler Nolten, nennt Mörike sie Peregrina, übersetzt die Fremde!
Mörike, den diese heimatlose Vagantin in seinem tiefsten Inneren berührt, trennt sich dennoch von ihr, allerdings unter äußersten Qualen.
Als sie ihn wieder aufsuchen will, lässt sich der zukünftige Pfarrer verleugnen.
Die Liebe - heimatlos? Eine Fremde? Verleugnet?
Heute lässt sich nicht mehr übersehen, dass der damals weltöffentlich sichtbare körperliche Verfall von Johannes Paul II, derentwegen er nicht für die Liebe aktiv sich einsetzen konnte, stellvertretend für das Siechtum der Menschheit steht, ihre Bereitschaft, die Liebe zu verleugnen und ihre Unfähigkeit, für die Liebe und in Liebe tätig zu sein:

ihr Heimat zu geben,Heimat der Liebe zu sein.

Wie würde die Erde aussehen, wenn der Liebe 2 Billionen Euro - so viel kostete der Irak-Krieg bisher - zur Verfügung stünden?Hoffentlich ergeht es uns und der Menschheit nicht so wie Mörike in der Schlussstrophe seines Gedichtes:

Ach, Peregrinen hab ich so gefunden!
Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Glut,
Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wut,
Und wilde Kränze in das Haar gewunden.
War´s möglich, solche Schönheit zu verlassen?
- So kehrt nur reizender das alte Glück!
O komm, in diese Arme dich zu fassen!
Doch weh! o weh! was soll mir dieser Blick?
Sie küsst mich zwischen Lieben noch und Hassen,Sie kehrt sich ab, und kehrt nie mehr zurück.
Die Liebe: verloren!
Wie eine Schnecke ihres Hauses bedarf, so bedarf der Mensch der Liebe.
Sie sollte nicht nur in uns sein, sondern uns umgeben wie die Schnecke ihr Haus.
Eine Schnecke kann ohne Haus nicht leben.
Ein Mensch ohne Liebe existiert, aber er lebt nicht.

Samstag, 19. April 2008

Bushs nächster Krieg: Kampf den Kindern und ihrer Zukunft


Die Nachricht ist erschütternd:


Donnerstag, 17. April 2008, 08:00 Uhr

USA wollen CO2-Ausstoß ab 2025 senken.

US-Präsident Bush will ab dem Jahr 2025 den Anstieg des CO2-Ausstoßes in den USA stoppen
[...]


In 17 Jahren ... und das, wo u.a. das Eis von Grönland schon jetzt so heftig schmilzt wie niemals zuvor, schneller, als es von Wissenschaftlerin erwartet worden war.

De facto ist dies
ein Todesurteil für die Zukunft der Kinder.

Vielleicht möchte ja Bush, dass das grönländische Eis schnell schmilzt, dann muss er schon nicht mehr sehen, was er im eigenen Inneren hat!

Ich bin echt fassungslos ob der Kälte dieses Mannes.

Da sieht man, wie sehr die Liebe und der "Liebes-Fall", von denen im letzten Post die Rede war, angesichts des freien Willens, den wir alle haben, umschlagen können ins Gegenteil: in Hass.
Hass auf Leben.
Kinder sind Leben.

PS: Übrigens kostet der Irak-Krieg ca. 260 Millionen Euro pro Tag
(da könnte man wahrscheinlich in 2 oder 3 Tagen ganz New York mit Solaranlagen ausrüsten).
Bisherige Kosten insgesamt: 2 Billionen Euro = 2 000 000 000 000 Euro.
Eine echte Zukunftsinvestition! Ein teurer Sarg!
Vom Weißen Haus waren dereinst als Kosten 50 Milliarden Dollar für den gesamten Krieg vorausgesagt ...

Kleine Randnotiz im Hinblick auf die immensen Kosten des Irak-Krieges:

24 000 Menschen sterben täglich an Hunger oder den Folgen von Hunger, die meisten davon sind Kinder unter 5 Jahren. -
Während Du diesen Post gelesen hast, gibt es also - je nach Lesegeschwindigkeit - annähernd 7 oder 8 Hungertote mehr.

Man sollte sie vor den Parlamenten der führenden Wirtschaftsnationen ablegen.

Diesbezüglich wird es wenigstens keinen Verteilungskampf geben.
Es gibt täglich genug; der Nachschub ist gesichert.

Freitag, 18. April 2008

War der "Sündenfall" in Wirklichkeit ein Liebes-Fall?


Ein bemerkenswerter Film und ein Gedanke:

Ein Todesengel holt ein Kind ab, das gestorben ist; an seiner Hand entfernt sich die Seelengestalt des Kindes unsichtbar für die Mutter, die außer sich ist in ihrem Leid.
Das kleine Mädchen wirkt unbeschwert und fragt den Engel, ob denn die Mutter nicht mitkommen könne und meint:
"Das versteht sie doch nicht!"

"Doch, sie versteht es, später versteht sie es", antwortet jener.

Derselbe Engel ist kurz darauf anwesend bei einer Herzoperation, die der Operierte nicht überleben wird. Wieder ist er als Todesengel da, um den Sterbenden mitzunehmen. Die junge Ärztin, die den Herzkranken operiert, kann es nicht fassen, dass unter ihren Händen dieser Mann stirbt; vergeblich massiert sie sein Herz. Sie stürzt in eine tiefe Krise.
Was sie nicht weiß:
Bei jener Operation verliebt sich der anwesende Todesengel in sie.
Mit einem zweiten Engel spricht er darauf über menschliche Gefühle und fragt jenen, ob er erlebt habe, dass ihn ein Mensch schon gesehen habe. "Ja", sagt dieser, "Menschen können Dich sehen, wenn Du es willst."
In der Folge zeigt sich Seth mehr und mehr seiner Liebe, der jungen Ärztin, in menschlicher Gestalt.

Um seine Liebe realisieren zu können, um zu bluten wie ein Mensch, zu schmecken wie ein Mensch, zu fühlen wie ein Mensch, gibt es nur eine Möglichkeit für den Engel Seth:
Er muss sich von einem hohen Gebäude oder von einer Brücke zur Erde stürzen. Wenn er diesen Fall zur Erde durchführt, dann fällt er in die Zeit. Das erfährt er von einem ehemaligen Engel, der es bereits getan hat, auch einer Frau zuliebe.

Seth stürzt sich von einem Hochhaus.
Er schlägt auf, ist verletzt, blutet, aber er lebt, er hat Gefühle; doch er hat nur eins im Sinn: zu seiner Liebe zu gelangen.
Als ihm eine Krankenschwester das vom Sturz blutverschmierte Gesicht abtupft, sagt sie zu ihm:
"Das war aber ein Fall!"

Darauf Seth:
"Ja, ein Fall von Liebe."

Ein Wortspiel, das mich aufhorchen ließ. - Ein Fall von bzw. aus Liebe!

Ich finde, in vielen Passagen ist Stadt der Engel ein bemerkenswerter Film, manchem mag er zu romantisch sein, für meine romantische Seele ist er das nicht :-)
Hier bei Amazon ist eine Videosequenz zu sehen.
Was mir dabei als Frage in den Sinn kam:
Als wir als Menschen unsere Zeitreise begannen, als wir das Paradies verließen oder - wie die Griechen es nannten - das goldene Zeitalter vorbei war: War das vielleicht ein Fall von Liebe?

Geschah alles aus Liebe?
War womöglich der Sündenfall gar kein Sünden-Fall, sondern ein Fall von Liebe? Ein Fall aus Liebe?
Die Version der Bibel, dass Gott Adam und Eva im Grunde verflucht, als er sie aus dem Paradies vertreibt - diese Version halte ich ohnehin für gefälscht.
Als ob ein Vater seine Kinder verflucht, wenn sie ihn verlassen!
Textstelle: 1. Mose 3, 16ff

Erst recht ein Gott der Liebe wünscht seinen Kindern doch nicht alles erdenklich Schlechte - das ist für mich völlig absurd.
Da wollte jemand den Menschen den Erbsünden-Gedanken reindrücken, das heißt, dass der Weg jedes Menschen durch Adam und Evas angeblichen Sündenfall belastet und sündig sei von Anfang an.
Sisyphus lässt grüßen.
Gerade deshalb lasse ich mich nicht davon abhalten, den Gedanken faszinierend zu finden, ob nicht die Reise der Menschen in Wirklichkeit eine Reise der Liebe ist.
Eine Reise aus Liebe?
Eine Reise aus Liebe zum Leben?
Auf dem morastigen Denken von Sünde und Schuld und den damit verbundenen Gefühlen kann keine Burg fest stehen.
Nur Liebe kann Basis sein für ein Leben in Liebe.
Falls man das wirklich will!

Sonntag, 13. April 2008

Marianne Williamson: Über alle Maßen kraftvoll

Auch ich habe ursprünglich den folgenden Text Nelson Mandela zugeschrieben.
Er stammt aber aus der Feder bzw. aus dem Herzen Marianne Williamsons
In Wikiquote lässt sich lesen:
About the misattribution Williamson said, "Several years ago, this paragraph from A Return to Love began popping up everywhere, attributed to Nelson Mandela's 1994 inaugural address. As honored as I would be had President Mandela quoted my words, indeed he did not. I have no idea where that story came from, but I am gratified that the paragraph has come to mean so much to so many people."
Ehre also, wem Ehre gebühret, wenn ich auch dies wunderschöne Bild von Nelson Mandela stehen lasse, ich finde ihn auch einen wunderbaren Menschen und - kennt man seinen Lebenslauf - wunderbar kraftvoll:


Bildquelle: www.mandela-children.org.uk

Unsere tiefste Angst ist nicht,
dass wir ungenügend sind.
Unsere tiefste Angst ist,
dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.
Es ist unser Licht - nicht unsere Dunkelheit,
was uns am meisten erschreckt.
Wir fragen uns: Wer bin ich,
um brillant, großartig, talentiert
und kraftvoll zu sein?
Frage Dich lieber:
Was machst Du eigentlich,
um all das nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes,
Dein zögerliches Spiel hilft der Welt nicht.
Es wird nichts erhellt,
wenn Du dich kleiner machst,
damit sich andere nicht verunsichert fühlen.
Wir wurden geboren,
um den Glanz Gottes,
der in uns ist,
offenkundig zu machen.
Dieses Licht, das in allen von uns ist.
Und wenn wir es leuchten lassen,

geben wir Anderen die Erlaubnis,
dasselbe zu tun.



Im Original lautet der Text, nachzulesen in Marianne Williamsons Buch A Return to Love: Reflections on the Principles of A Course in Miracles:
"Our deepest fear is not that we are inadequate. Our deepest fear is that we are powerful beyond measure. It is our light, not our darkness that most frightens us.' We ask ourselves, Who am I to be brilliant, gorgeous, talented, fabulous? Actually, who are you not to be? You are a child of God. Your playing small does not serve the world. There's nothing enlightened about shrinking so that other people won't feel insecure around you. We are all meant to shine, as children do. We were born to make manifest the glory of God that is within us. It's not just in some of us; it's in everyone. And as we let our own light shine, we unconsciously give other people permission to do the same. As we're liberated from our own fear, our presence automatically liberates others."

Samstag, 12. April 2008

Genialer Satz!

Gerade einen genialen Schluss-Satz in einer Schülerarbeit gelesen, in der es darum ging, dass Scheitern zweier Menschen miteinander zu vergleichen. Er lautet:

Denn vielleicht sollte man,
wenn - im übertragenen Sinne - die Hürde zu hoch sein sollte,
einmal nicht darüber schimpfen,
dass sie so hoch ist,
sondern eher darüber nachdenken,
warum man so klein ist.


Klasse, Robin!
Nelson Mandela lässt grüßen ...

Donnerstag, 10. April 2008

Von Anbeginn


Mein Herz war lange schon allein,

es wollte schon in sich verzagen,

es hatte keine Kraft mehr sich zu plagen

und wollte nur noch gänzlich ruhig sein.


Auf einmal spürte ich das Wehen Deiner Haut.

Komm mit, sprachst Du, und sei mir dieses Mal

- Ich weiß, ich bin Dir wenig nur vertraut -

nun treu, bin doch Dein Urgrund, Heimat, Deine Wahl.


Ich bin´s, die dich geboren hat.

Hast mich verloren auf der langen Reise,

Doch hörst Du mich nun wieder leise.


Und voller Liebe sagt die Liebe noch zu mir:

Warst Du auch zag, auch fehl, auch matt -

Ich lass Dich nimmer, bin mit Dir, bleib hier.


Dienstag, 8. April 2008

Auch wir haben unsere alternden Despoten in uns: das Mugabe-Syndrom

Für einen Außenstehenden ist nicht nachvollziehbar, warum ein 84-jähriger alter Mann sich dermaßen an die Macht klammert wie Expräsident Mugabe; doch er ist ja kein Einzelfall, wir erleben das immer wieder, dass alternde Despoten sich mit allen zur Verfügungen stehenden Klauen an die Macht krallen, und möge es auch noch so viele Tote kosten.

Vergleichbares spielt sich nun wieder in Simbabwe ab. Obwohl jedem wohl klar ist, dass er die Wahl wohl verloren hat, lässt Mugabe die Ergebnisse nicht bekanntgeben und fordert im Nachhinein eine Neuauszählung. Mitarbeiter der Wahlkommission werden festgenommen und mit einer Welle der Gewalt gegen weiße Farmer schüren Anhänger Mugabes durch Schlägertrupps Angst sowie Unsicherheit und besetzen Höfe von Farmern …


In unserem Innern spielt sich bisweilen Vergleichbares ab:


Da haben wir ein altes Programm, einen Mugabe durchschaut, eine innere Blockade beispielsweise, aufgrund deren wir Dinge nie bis zu Ende durchführen, sondern kurz vor Schluss noch einmal unterbrechen, um etwas anderes zu tun oder eine Pause einlzuegen, die oft verhindert, dass wir bis zur Ziellinie konsequent durchlaufen, die Früchte des Erfolges einfahren und dann Raum für Neues haben, uns Neuem zuwenden können.

Kurz vor dem Ziel abzustoppen ist ein ganz vertracktes Programm, ein anderes z.B. ist, unterwegs sich in Nebensächlichkeiten zu verzetteln ...

Das unbewusst zugrunde liegende, oft erziehungsbedingte Programm mag z.B. lauten: Ich kann nicht erfolgreich sein.

Oder wir erkennen, dass wir Dingen, die wir tun, keine Struktur geben können. Wir produzieren und produzieren Inhalte oder Worte, aber sie verlaufen sich wie eine Welle im Sand, weil wir den Zeitpunkt verpassen, den Dingen, die wir tun, eine Form zu geben. Wir sagen beispielsweise eine Wahrheit, die genau im Kern der Sache liegt, aber anstatt nun zu schweigen und sie wirken zu lassen, reden wir weiter und zerreden ihre Wirkung.

Solche Programme zu erkennen, ist eine Sache. Diese Erkenntnis aber umzusetzen eine andere.


Wir müssen wissen, dass es auch bei solchen Programmen ein Mugabe-Syndrom gibt:

Diese alten Programme wollen und wollen nicht gehen; mit größter Zähigkeit kämpfen sie um ihr Leben, um ihre Macht in uns; wir sollten ihnen dann buchstäblich einen Tritt in ihren Programmhintern geben und sagen: Geh! Deine Zeit ist vorbei! Du hast ausgedient.

Ein Mugabe geht nicht freiwillig. Er richtet, wenn er nicht daran gehindert wird, noch so viel Schaden wie möglich an. Genau wie unsere alten Programme. Ihr Ziel ist: Leben missachten, Lebensglück verhindern.


Was wir berücksichtigen sollten: Nicht selten waren diese alten Programme auch Überlebens-Programme (dazu ein andermal mehr). Oft sind wir mit ihrer Hilfe bis hierher gekommen.

Dass sie nicht gehen wollen, ist eine Sache - hier bedarf es einer klaren Ansage an sie!

Dass wir ihnen den Wert zollen, der ihnen gebührt, dass wir erkennen, warum sie vorhanden waren, die andere ... dann gehen sie auch im Übrigen leichter ...


Wie oben, so unten lässt uns Hermes Trismegistos in seiner Tabula smaragdina wissen; das lässt sich auch in Bezug auf innen und außen sagen:

wie innen, so außen.
Was sich in unserer Außenwelt abspielt, ist oft, wenn nicht zumeist, ein Spiegel unseres Inneren.

Montag, 7. April 2008

Tibet: alleingelassen

Jeder kleine Eisbär, ob er Knut oder Flocke heißt, bekommt, ohne krank zu sein, ohne misshandelt oder gefoltert worden zu sein, so viel Zuwendung und Post von allen Seiten, dass er sich kaum retten kann.

Pech für die tibetischen Mönche und alle Tibeter, dass sie keine kleinen Eisbären sind, sonst würde sich die Welt um sie kümmern.
Sie sind nur Menschen. Gequält und misshandelt dafür, dass sie ihre Heimat als Heimat beanspruchen.

Ich frage mich, warum nicht die Regierung Israels, einem Land, dem die Völkergemeinschaft 1948 eine Heimat zuerkannte, deutlich und vernehmbar ihre Stimme erhebt für Tibet.

Ich frage mich, warum Vertreter der Palästinenser nicht für Tibet aufstehen, denn sie müssten die Situation der Tibeter verstehen.

Ich frage mich, warum eine Bundeskanzlerin namens Angela Merkel, die groß wurde unter einem Regime, das in seiner Intoleranz dem chinesischen in nichts nachstand, nicht mehr tut für Tibet (dabei müsste sie noch den Schal des Dalai Lama im Schrank haben).

Ich frage mich, warum der Papst nicht aufruft zu täglichem Gebet und damit aktiv eintritt für eine gelebte religiöse Ökumene der Welt und eine ständige Öffentlichkeit schafft, die den Tibetern hilft. - Oder glaubt er, dass den gefangenen Mönchen in den chinesischen Gefängnissen ein Wellness-Programm zuteil wird?
Weiß er nicht, wie gerade Entrechtete der Unterstützung bedürfen?

Ich frage mich, warum die Sportfunktionäre der Welt anlässlich der olympischen Spiele in Peking wieder so versagen wie weiland anlässlich der olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin.
Damals war noch kein Land annektiert, aber drei Jahre später war es so weit ... und die weiteren Folgen mit über 50 Millionen Toten sind noch heute unfassbar ...

Anlässlich der Wiederkehr der Reichskristallnacht oder vergleichbarer Gelegenheiten werden unsere politischen Vertreter wieder wunderbare Fensterreden halten, dass nie mehr wieder geschehen dürfe, was damals geschah. 6 Millionen getötete Juden seien Menetekel genug, so wird dann wieder getönt und dass ein toter Jude schon zu viel gewesen sei.
Die Bevölkerung des tibetischen Hochlandes wird auf 6 Millionen geschätzt. Ein toter Tibeter darf´s dann offensichtlich doch wieder sein ...

Warum die politischen Vertreter der Weltgemeinschaft zuschauen, weiß jeder: Wer will schon einen zukünftigen Weltmarkt verprellen. Und das für ein paar buddhistische Mönche ...
Doch sie stehen für mehr! Auch das weiß im Grunde jeder ...

Es ist, als ob die Geschichte nie gelehrt hätte, dass Machtpolitiker, wenn ihnen nicht Einhalt geboten wird, immer dreister werden, immer unverschämter die Rechte von Minderheiten ignorieren ...
Und dann fragen sich die Politiker, warum junge Menschen jeglichen Respekt vor der Politik verlieren und ihren gut bezahlten Wellness-Vertretern ...

Den Machthabern Chinas


im Hinblick auf Tibet ins Stammbuch geschrieben von dem weisesten Sohn ihres Landes,

LAOTSE:

Ich habe drei Schätze, die ich hüte und hege.

Der eine ist die
Liebe,

der zweite ist die
Genügsamkeit,

der dritte ist die
Demut.

Nur der Liebende ist mutig,

nur der Genügsame ist großzügig,

nur der Demütige ist fähig zu herrschen
.

Sonntag, 6. April 2008

Hilfe für Tibet


Gebet
an die tausend Buddhas in Tibet


Haltet in den Höhen Wacht!

Haltet Wacht auf nied´rer Erd!

Licht entzünd´t in finstrer Nacht

Feind- und Teufelsheer besiegt!

Wunsch und Hoffnung werd gestillt!

Lebenskraft und Reichtums Füll´

Hohes Glück werd´ uns beschert!

aus
Christoph Einiger
Die schönsten Gebete der Welt

Samstag, 5. April 2008

Tibet: allein gelassen

Der wissenschaftliche Dienst des deutschen Bundestages stellte 1987 fest:

„Die Staatengemeinschaft geht zwar davon aus, dass Tibet Teil des chinesischen Staatsverbandes ist, doch wurde der Status Tibets nicht geklärt. Zum Zeitpunkt der gewaltsamen Einverleibung in den chinesischen Staatsverband war es ein eigenständiger Staat. China hat keinen wirksamen Gebietstitel erworben, weil es dem Grundprinzip des aus dem Gewaltverbot hervorgehenden Annexionsverbots entgegensteht. Die Effektivität tatsächlicher Herrschaftsgewalt über ein Gebiet vermag keinen Gebietserwerb zu bewirken.“

Der Deutsche Bundestag stellte im Jahr 1996 mit einer sehr großen Mehrheit die gewaltsame Unterdrückung Tibets und Repressionspolitik Chinas fest:

„Beginnend mit den unmenschlichen Militäraktionen seit dem Einmarsch Chinas im Jahr 1950, dauert die gewaltsame Unterdrückung Tibets und seines Strebens nach politischer, ethnischer, kultureller und religiöser Selbstbestimmung bis heute an. Die fortgesetzte Repressionspolitik Chinas in Tibet hat schwere Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörungen sowie massive wirtschaftliche, soziale, rechtliche und politische Benachteiligungen der tibetischen Bevölkerung und letztlich die Sinisierung Tibets zur Folge.“
aus Wikipedia
Und jetzt,
Frau Angela Merkel,
Herr Kurt Beck,
Frau Roth und Herr Bütikofer,
Herr Guido Westerwelle,
Herr Lafontaine und Herr Gysi,
und jetzt ... ?

Mittwoch, 2. April 2008

Arche des Augenblicks

Jeder Mensch ist auch ein Noah,
wenn er sich auf Geheiß seines Inneren,
auf Geheiß seines göttlichen Inneren
eine Arche baut,
eine Arche in sich,
indem er dadurch in schwerer Zeit
dem Höchsten besonderen Raum bietet.
Und wenn die Wasser steigen,
wenn die Wasser höher und höher steigen,
den Höchsten zum Altar der Arche bittet.
Und wenn die Wasser
über alle Gipfel steigen,
seine kleine Arche umhüllt weiß
von der Arche des Großen Geistes ...

War nicht die Arche damals
der einzige Ort, der der Schöpfung
auf Erden Heimat bot?
Dafür Sorge trug, dass Göttliches
auf Erden bleiben konnte -
weil es bleiben wollte ...
Und weil Noah gehorchte.

Die Römer hatten ihre Penaten,
ihre Hausgötter,
ein Ort der Heiligkeit in jedem Haus.
In jedem indianischen Tipi gab es
diesen Winkel der Heiligkeit.
Auch bei den Griechen stand einst
ein Altar in jedem Theaterrund.
Unvorstellbar, dass in unseren Stadien,
in unseren Theater- und Opernhäusern
ein Altar stünde, vielleicht geweiht,
wie Paulus es aus Griechenland schrieb,
geweiht dem unbekannten Gott.
Denn dass Gott und das Göttliche
vor allem im christlichen Abendland
so unbekannt sind wie vielleicht
niemals zuvor,
sollte uns dem Gedanken näher bringen,
ob es nicht gut sei,
wenn wir uns eine Arche bauen,
innen wie außen,
eine Arche im Jetzt
für jeden Augenblick.

Einst wurden wir geschaffen
aus einem Erdenkloß.
Dass wir aber mehr wurden als eine
lehmige Sammlung von Atomen,
machte, dass Gott uns seinen Odem
einhauchte.

Wir gehen davon aus, dass Menschen
über alle Zeiten
Menschen bleiben.

Dem ist nicht so.
Ihre innere Heimatlosigkeit,
ihre innere Atemnot
macht immer mehr Menschen
wieder zu odemlosen
Lehmklößen.