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Freitag, 30. Oktober 2009

Eine Kassiererin erhält die Kündigung wegen 1,30 Euro - Schäuble "vergaß" 100 000 DM und wird dennoch Finanzminister! – Über die Arroganz der Macht!


Notwendiger Nachtrag zum Post vom letzten Dienstag, 27. Oktober



Wie viel Vertrauen können wir in eine Bundeskanzlerin haben,
die einem Mann wie Schäuble ihr Vertrauen schenkt?
Und warum stellt ein niederländischer Journalist diese Frage,
aber kein deutscher?
Warum sitzen alle brav da und nehmen die Antwort Merkels hin?
Kann eine Bundeskanzlerin 82 Millionen Bundesbürger so abspeisen?

Ja, sie kann, weil man sie lässt!
Bisher jedenfalls.

Herbstleben

Donnerstag, 29. Oktober 2009

>Heilung unerwünscht< – Ein mutiger Film erschüttert die Republik!


Unter dem folgenden Link findet sich in der rechten Seitenleiste unter "Mediathek" die Möglichkeit, die Sendung nochmal anzusehen.

Das Folgende - der WDR-Link wurde von mir eingefügt - habe ich übernommen aus DasErste.de:


Rückschau: Heilung unerwünscht (WDR)
Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern
Film von Klaus Martens

Anmerkung der Redaktion:

Die Ausstrahlung der Dokumentation "Heilung unerwünscht" hat enorme Resonanz ausgelöst. Der Film berichtete über den gescheiterten Versuch eines Erfinders, eine Creme gegen Hautkrankheiten in Kooperation mit großen Pharma-Konzernen zu vermarkten. Das Thema sorgt für reichlich Diskussionsstoff.
Ausführliche Informationen finden Sie beim WDR.

Die Zahl der Kinder, die unter Neurodermitis leiden, steigt stetig.; Foto: WDRlupeDie Zahl der an Neurodermitis erkrankten Kinder steigt stetig.
Millionen Menschen leiden unter schweren Hauterkrankungen. Vielen könnte geholfen werden, wenn man sie mit einer neu erfundenen Spezial-Salbe behandeln würde. Das haben Wissenschaftler und Ärzte festgestellt. Doch die großen Pharmakonzerne weigern sich, die Erfindung auf den Markt zu bringen. Warum nur?


Zu wirkungsvoll und zu preiswert?

Die B-12-Creme; Foto: WDR
lupeDie B-12-Creme
Die Salbe ist wohl "zu" gut: Weil das Mittel gleichermaßen wirkungsvoll wie preiswert ist, fürchtet die Pharmaindustrie offenbar die Konkurrenz zu den eigenen viel teureren Mitteln. Einige Konzerne wollen die Patentrechte des Medikaments sogar kaufen, um dessen Vermarktung komplett zu verhindern. Das "Aspirin für die Haut" soll auf keinen Fall in den Handel kommen.

Redaktion: Mathias Werth
Ein weiterer Link zu Hinweisen auf das Treiben der Pharmaindustrie.
Deren auch wertvolle Arbeit sehe ich durchaus; leider gibt es diese dominante dunkle Seite nach Geld und Macht und Marktbeherrschung - zu Lasten kranker Menschen. Ich finde es schäbig, deren Not auszunutzen.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Altersrecycling und Personalabbau durch Kündigungen: Eine willfährige Justiz produziert eine Liste zerstörter Existenzen!

Ich glaub´s nicht, wenn ich das erste Beispiel auf news.de les

Gut, dass Menschen wie Hans-Joachim Selenz ihre Meinung deutlich sagen: hier.

Ich bin auch dafür, dass man den Anfängen wehrt, wenn Arbeitnehmer etwas klauen oder mitgehen lassen, aber es gibt auch Abmahnungen und ein Gespräch unter 4 oder 6 Augen, bevor zum sozialen Messer der Kündigung gegriffen wird..

Und ob ein Minister oder Manager noch nie einen Kuli hat mitgehen lassen, weil er ihm gefiel, oder seine Frau auf Geschäftskosten zum Friseur gefahren hat, möchte ich bezweifeln ... andere werden für dieses "Vergehen" entlassen ... wie zum Beispiel jene Bäckerei-Verkäuferin oder der berühmte Fall der Supermarkt-Kassiererin.

Wenn man das Folgende (Strafversetzung der Staatsanwältin Lichtinghagen) liest und es stimmt, was da steht, glaubt man, wir sind wirklich in einer Bananenrepublik. Was nutzen alle Weihnachts- und Neujahrsansprachen von Merkel, Köhler und Co, wenn mit Tieren im Tierheim menschlicher umgegangen wird als mit dem einfachen Bürger oder mit Justizbeamten, die ihre Pflicht tun.

Ich würde erwarten, dass auch die Kirche hier endlich den Mund aufmacht. Aber den Verkauf von Präservativen in Afrika zu torpedieren, ist der katholischen wichtiger als das Leid der Menschen vor der eigenen Tür.

Auf Deutsch gesagt ist es auf jeden Fall zum Zumwinkeln, vor allem aber zum Kotzen (sorry, muss sein)! Man mag nicht glauben, dass der Busfahrer, der trotz Magenproblemen sich zur Arbeit quält und für den Notfall aus der Firma eine Rolle Klopapier mitnimmt, wegen dieser die Kündigung erhält - zu Recht, nach Ansicht der Richter; es bleibt bei der Entlassung und kommt lediglich zu einem Vergleich. Der Job ist weg.

Dass Recht und Richter so unmenschlich sein können, so kategorisch, so wenig in der Lage abzuwägen - eigentlich gibt´s doch so was nur in einem drittklassigen Kabarett.

Tatsächlich: die Rechtsprechung willfährig im Dienste der Arbeitgeber! Mutig gegenüber den Kleinen, feige gegenüber den Großen.

Die Folge: eine Liste zerstörter Existenzen! Man denke an den Angestellten jener IT-Firma, der flog, weil er sein Handy im Büro aufgeladen hatte. Hoffentlich vergisst sein Chef nicht mal das Licht über dem Waschbecken auszumachen, wenn er sich für den Dienstschluss schön macht. Am nächsten Morgen muss er sich sofort selbst entlassen!

PS Ein unerwartetes aktuelles Schmankerl, dass den oben angesprochenen Entlassenen bitter aufstoßen muss.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Walzer der Liebe: Bertolt Brechts "Die Liebenden"


Seht jene Kraniche in großen Bogen! a
Die Wolken, welche ihnen beigegeben b
Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen a
Aus einem Leben in ein andres Leben. b
In gleicher Höhe und mit gleicher Eile c
Scheinen sie alle beide nur daneben. b
Dass so der Kranich mit der Wolke teile c
Den schönen Himmel, den sie kurz befliegen, d
Dass also keines länger hier verweile c
Und keines andres sehe als das Wiegen d
Des andern in dem Wind, den beide spüren e
Die jetzt im Fluge beieinander liegen. d
So mag der Wind sie in das Nichts entführen: e
Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben f
So lange kann sie beide nichts berühren. e
So lange kann man sie von jedem Ort vertreiben f
Wo Regen drohen oder Schüsse schallen. g
So unter Sonn und Monds verschiednen Scheiben f
Fliegen sie hin, einander ganz verfallen. g
Wohin, ihr? – Nirgends hin. – Von wem davon? – Von allen. g


Ich habe an anderer Stelle einen Grund genannt, warum ich kein Freund Brechts bin; es gibt noch weitere. Das aber kann mich nicht daran hindern, dieses Gedicht als eines der schönsten Liebesgedichte zu empfinden, die es gibt. Es ist unnachahmlich gut gestaltet. Drei Gründe möchte ich nennen:
Das betrifft einmal seinen Walzertakt: Die Endreime reimen sich im Dreiertakt: aba bcb cbc dcd ede fef gfg gg.
Der Walzer ist der Tanz Liebender. Und wenn die Kraniche, wie es heißt, beieinander liegen, so drehen sie sich doch umeinander, wie es die Reime tun. Wie Glieder einer Kette sich nicht verlieren, so sind die Liebenden unzertrennlich und in die Reimform ist diese Unzertrennlichkeit und zugleich der Herztakt, der Dreierrhythmus des Walzers eingeflochten.
Selten, dass so gekonnt in die äußere Form der Sinn hineingewoben ist.

Dieses Gedicht ist im Jambus geschrieben, einer regelmäßigen Abfolge von unbetonten und betonten Silben: Die Wólken, wélche íhnen beígegében - unbetont, betont, unbetont betont ... Der Jambus gleitet dahin wie der Flug der Vögel.
Und doch gibt es in diesem Gedicht Stellen, in denen der Akzent nach vorn gezogen ist, eine Möglichkeit, die Germanisten Tonversetzung nennen. In deutschen Gedichten kommt dies nicht so häufig vor, hier aber vor allem gleich zu Beginn, denn es wird nicht das "jéne" betont, sondern das "Séht". Ist der Akzent um eine Silbe nach vorn gezogen, so folgen dafür zwei unbetonte; dann geht es normal weiter.
Gekonnter und intensiver kann man den Blick des Lesers gar nicht zum Himmel richten als mit Hilfe dieser Tonversetzung an der auffälligsten Stelle des Gedichtes, der ersten Silbe: Séht!
Seht hin!
Seht hin, Kraniche!
Vögel ohnehin, aber Kraniche ganz besonders, vor allem seit Schillers Die Kraniche des Ibykus, sind Götterboten. In Schillers Ballade nehmen sie die Bitte des sterbenden Sängers auf. Als sein Auge bricht, bittet er die Kraniche, die gerade über ihn hinfliegen, seinen Tod zu rächen und die Mörder zu überführen. Und dies geschieht auf wunderbare Weise.
Kraniche sind auch Vögel des Glücks, vor der Paarung tanzt der Kranich.
Gemeinsam sind sie unverletzlich.
Am Ende seines zauberhaften Märchens vom Zauberspiegel heißt es bei Michael Ende: Wenn zwei zusammen in den Zauberspiegel schauen, werden sie wieder unsterblich.
Unsterblich waren und sind die Liebenden; richtig übersetzt weist uns auch der Beginn des Alten Testamentes darauf hin, warum zwei unzertrennlich zusammengehören.
Der Atheist Brecht, der dennoch die Bibel so schätzte, weiß in seinem Gedicht auch davon zu erzählen:

Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben
So lange kann sie beide nichts berühren.

Dieses Gedicht gibt es in verschiedenen Fassungen, und eine ist jene in Brechts Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagony. In Mahagony organisiert die Schwindlerin Begbick käufliche Liebe. Und inmitten dieses käuflichen Geschehens singt Jenny mit Paul dieses Lied im Wechselgesang; ein aus dem Gewerbe der Liebe erwachtes Mädchen zeigt einem von seinem Gefühl überraschten Mann die Kraniche ... Symbol ungeteilter Liebe, in der sich die beiden vereinen:

Jenny: Sieh jene Kraniche in großem Bogen!
Paul: Die Wolken, welche ihnen beigegeben
Jenny: Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen
Paul: Aus einem Leben in ein andres Leben.
(...)

Das Gedicht ist wohl vor der Oper entstanden. In der dort vorliegenden Fassung ist der Schluss anders gestaltet als oben und er zerstört den wunderbaren Mythos der Liebe, deshalb wollen wir ihn hier nicht einbringen. Heinz Politzer, ein 1978 verstorbener Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, der an der University of California in Berkeley lehrte, hat es so formuliert: 
"Der Dichter war nicht nur ein auf seine Art Frühvollendeter, sondern auch ein früh Zerstörter (...) So zersetzte er mit List und Tücke die Schönheit."

Wir lassen sie bestehen, die vorliegende Fassung des Gedichtes - wie sie sich auch in der bekanntesten deuschen Gedichtsammlung von Echtermeyer/Wiese findet - , wir lassen also diese Fassung des Gedichtes und damit der Liebe bestehen, denn es gibt sie wirklich, die Schönheit, die Liebe, den Walzer des Herzens. 
Und wir wünschen uns, dass sie nicht davonfliegen, die Liebenden, sondern dass sie unter uns bleiben, denn unsere Erde braucht sie.
Dringend.



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Sonntag, 18. Oktober 2009

Fenster zum Himmel



Schweinegrippenimpfung: Warum diese Sau wieder durch Deutschland und über die Erde getrieben wird


Kaum jemand weiß, dass es bereits 1976 in den USA eine Schweinegrippenhysterie gab. "Damals arbeiteten die Behörden mit den gleichen Mitteln wie heute (...) Mit großer Propaganda wurden damals US-Bürger zur Impfung getrieben. Resultat: Tote und dauerhafte Nebenwirkungen. 4000 Schweinegrippe-Impf-Geschädigte forderten Schadenersatz - bis heute erfolglos (...) Auch damals war es so, dass die Impfung im Vorfeld kaum getestet wurde." (Quelle: Alles über den Pharma-Schwindel)
Ungewöhnlich, dass ein Arzt wie der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft sich so klar äußert:
"Die Gesundheitsbehörden sind auf eine Kampagne der Pharmakonzerne hereingefallen, die mit einer vermeintlichen Bedrohung schlichtweg Geld verdienen wollten."
Damit ist deutlich gesagt, wer diese grippale Impf-Sau über die Erde treibt.
Und wer weiß, was sich der Pharmakonzern La Roche und die Weltgesundheitsbehörde bezüglich des Vogelgrippenmedikaments Oseltamivir erlaubt haben, kann im Grunde dieser Sippschaft nicht mehr vertrauen - dazu vielleicht ein andermal mehr.
Großzügig hat mittlerweile das Bundesinnenministerium 200 000 Impf-Portionen - wohl auf Kosten des braven Steuerzahlers - für Bundesbeamte gekauft; auch die Bundeskanzlerin kriegt ihren Stoff wohl kostenlos. Allerdings: Im Gegensatz zu der Bevölkerung, die sich das volle Programm geben darf, enthalten die 200 000 Impfeinheiten nicht die umstrittenen Zusatzstoffe; die bleiben der Bevölkerung vorbehalten.
Eigentlich sollte man all die, die das veranlasst haben, ins Krankenhaus schicken ... Wenn selbst der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte der Bundesregierung wissenschaftliche Falschaussagen vorwirft!!!
Unser Gesundheitsminister empfiehlt die Impfung, in England ist das anders: Laut Daily Mail warnt die englische Gesundheitsbehörde vor Impfungen gegen die Schweinegrippe. "Der injizierte Impfstoff kann zu Lähmungen von Körperorganen und im schlimmsten Fall zum Tode führen."
Dass am 11. Juni die Weltgesundheitsbehörde mit Phase 6 die höchste Alarmstufe ausgerufen hat, hat sicherlich in den Vorstandsetagen der Pharmakonzerne die Sektkorken knallen lassen.
Eins ist sicher: Dass für die Bevölkerung Deutschlands und der Welt der Knall nach hinten losgehen könnte, wird die Herren nicht belasten.

Weitere Links zum Thema:
> Meine Posts zum Thema auf FreieWelt.net
> Weitere interessante Infos auf Pharma-Schwindel.com

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Lafer, Lichter & Co: Küchenschlacht oder Brunftzeit für Köche!


Eigentlich ist die Idee recht köstlich: Hobbyköche tragen über 5 Tage einen fairen Wettbewerb aus, in welchem jeden Tag einer aufgrund der Beurteilung aller Gerichte durch einen Spitzenkoch ausscheiden muss. Immerhin hält sich die Sendung im ZDF doch schon einige Zeit und wenn ich mir etwas gekocht habe, schalte ich manchmal dazu diese Sendung und diejenigen ein, die es besser können als ich :-)
So weit, so gut.
Wenn es da nicht die Köche gäbe, allen voran Horst Lichter, Ex-Bergmann und seit geraumer Zeit in mehreren Sendungen aktiv.
Dem Besitzer des Restaurant Oldithek scheint es ein besonderes Anliegen zu sein, möglichst viele Frauen anzulangen. Nicht bei allen kommt er an und einige wenige halten ihn auch auf Distanz, grundsätzlich aber umärmelt er fast jede, macht sie mit plumpen Sprüchen an, hängt seinen Bart möglichst in die Nähe ihres Gesichtes und lässt sich auch nicht von diesem Gebaren abhalten, nachdem er kürzlich geheiratet hat; keine Ahnung, aber seine Frau kann nicht viel Selbstwertgefühl haben. Immer hat er einen flotten Spruch auf Lager, allerdings ist der geschmacklich und was den guten Ton betrifft, immer mal wieder neben der Kappe. Dass das Publikum dennoch klatscht, hat bekanntlich mittlerweile nichts mehr zu sagen.

In Wikipedia ist über ihn zu lesen:
Im Jahr 2007 erhielt Horst Lichter zusammen mit Johann Lafer die Saure Gurke, einen Medienpreis für einen besonders frauenfeindlichen Fernsehbeitrag. Diesen Preis erhielt er für die Sendung „Lafer! Lichter! Lecker!“ vom 18. August 2007. In dieser Sendung bezeichnete Lichter anwesende Frauen als „nougatgefüllte Marzipanpralinen auf zwei Beinen“. Seine Kollegin, die Spitzenköchin Cornelia Poletto, empfand dies eher als Kompliment, wie sie in der Sendung Kochen bei Kerner vom 28. Dezember 2007 bekannte.
Was scheint ihr auch anderes übrig zu bleiben ...
... als sich und mit sich andere Frauen zu verleugnen ...

Eine vollschlanke und körperlich sehr kleine Kochkandidatin bezeichnet Lichter auch schon mal als mein Mozartkügelchen, wobei die Mozartkugel - die von Natur aus nun mal überall so klein wie rund ist - natürlich pflichtgemäß lacht.
Ehrlich gesagt finde ich sein Verhalten widerlich, ihn selbst schmierig, und ich würde es mir wünschen, dass eine Frau mal zu ihm sagt, er solle seine Finger von ihr nehmen. Denn wie bereits erwähnt: Eigentlich befingert er alle anwesenden Frauen, und damit es nicht so auffällt, auch die meisten Männer, wenn auch nicht ganz so verdeckt rallig.
Im Grunde läuft jede Frau in seinem Dunstkreis Gefahr, ihrer Würde beraubt zu werden - insofern sie eine hat.


Traurig ist, dass sich seine Kollegen seinem Verhalten anschließen, allen voran mittlerweile auch Johann Lafer. Immer öfter lässt auch er mal eine zweideutige Bemerkung vom Stapel.
Ob er nur das Lichter-Niveau besser kaschiert?
Mal sehen, ob die anderen Kollegen - eine Frau ist ganz selten dabei - auch den Weg des Grabschens gehen; bisher zeigen die jüngeren Kollegen mehr Niveau.
Wie gesagt, ich finde dieses Lichter-Niveau widerlich und ich wünschte mir mal einen Intendanten, der Flagge zeigt und sagt:
Meine Herren, bewahren Sie Stil, und falls Sie bisher keinen gehabt haben sollten, dann suchen Sie einen zu finden, der eine Frau nicht grundsätzlich zu Ihrem Brunftobjekt macht.


PS: Anmerkung im September 2010
Das Verhalten von Herrn Lichter hat sich interessanterweise geändert; er giert seit geraumer Zeit die Frauen nicht mehr an (jedenfalls nicht mehr offensichtlich); vielleicht hängt dies mit diesem Post zusammen, er wurde nämlich recht häufig angegoogelt und kann damit auch den Verantwortlichen aufgefallen sein ... erfreulich wär´s; nun wäre es noch schön, wenn er sich endlich mal wie ein Mann verhält und nicht wie ein Kochkasper, der die Vaterfigur Johann Lafer stilisieren muss - wenn da mal nicht ein Vaterproblem dahintersteckt ...

PPS: Anmerkung Ende Januar 2016
Fernsehzuschauern, die die angesprochenen Köche nicht eine so lange Zeit über in deren medialer Entwicklung mitbekommen haben, scheint vielleicht aus heutiger Sicht mein ursprünglicher Beitrag von 2009 nicht recht nachvollziehbar.
Das mag daran liegen, dass - und natürlich sind die Beiträge hier subjektiv aus meiner Warte geschrieben - Horst Lichter sich wirklich verändert hat. Ein wenig Kaspar ist er immer noch, aber auf eine Weise, wie sie einfach auch zu ihm gehört und ihn durchaus sympathisch sein lässt. 
Mittlerweile gab es Sendungen mit und über ihn, im Rahmen deren er z.B. über das Sterben seiner Mutter gesprochen hat und wie sehr ihn deren Sterbebegleitung geprägt hat, und man bzw. ich habe den Eindruck, dass sich dieser Mann durch das Leben hat wirklich reifen lassen.
Wenn er es nicht übertreibt, hat er, so empfinde ich es z.B. im Rahmen von "Bares für Rares", eine sehr warme, originelle und mittlerweile authentische Art, auf Menschen zuzugehen.

Ich finde auch, wie im ersten PS bereits angesprochen, dass Johann Lafer sich verändert hat, vielleicht auch altersbedingt. Manchmal würde ich mir wünschen, dass die Bandbreite seines Humors etwas größer wäre; seine Reaktionen finde ich doch ziemlich monoton. Immerhin aber ist es ihm gelungen, eine hohe mediale Präsenz zu erreichen; von mir aus müsste das nicht sein; möglicherweise besticht manche Fernsehzuschauer doch der hohe Grad an Eingebildetheit, den manche Spitzenköche aufweisen. 
Es gibt aber auch unter ihnen einige, wie zum Beispiel der Hamburger Zweisternekoch Karlheinz Hauser oder der Stuttgarter Vincent Klink, die sich nicht zwanghaft selbstdarstellen müssen und eine hohe Kompetenz mit großer Sachlichkeit, Unaufgeregtheit und einer gewissen Form von Bescheidenheit verbinden, Fähigkeiten, die man im Übrigen auch vielen unserer Politiker - heißen sie nun Seehofer, Gabriel oder Özdemir - wünschen würde.

Freitag, 2. Oktober 2009

Liebe ist immerwährender Beginn: Eduard Mörikes "Begegnung"


Für mich zählt das folgende Gedicht Eduard Mörikes mit dessen einfacher Sprache und den kindlichen Bildern zu seinen schönsten Liebesgedichten.

Zauber der Liebe kann sich entfalten, wenn Liebe in der Schwebe des Lebendigen bleibt und nicht durch rohe Worte vergewaltigt wird. Ganz fein und zart und andeutend malt uns Mörike die Liebe zweier junger Menschen.

Dass die beiden Schelme, um die es im Folgenden geht, eine stürmische Nacht verbrachten, während auch im Außen ein Sturm tobte und reinigend durch die Gassen fegte, ist offensichtlich.
Darin liegt ja auch der Reiz, dass Mörike im Innen und Außen diesen Sturm toben lässt und alles Weitere bleibt der Phantasie des Lesers überlassen.

Wenn heute in den Medien Liebe dargestellt wird, dann muss fast zwanghaft immer viel Reißerisches gezeigt werden und gesagt sein. Aber diese oft platten bildlichen und verbalen Liebes(spiel)darstellungen töten den Reiz der Liebe.
Und Liebe will reizend sein, sie will zugleich ein Geheimnis bleiben, denn sie gehört nur den Liebenden. Wenn heute Partner über Details ihrer Liebe öffentlich berichten, geht es ihnen nicht um Liebe, sondern um eigene Zurschaustellung; es ist eine Selbstinszenierung auf Kosten der Liebe; dann kann allerdings zwischen beiden Partnern auch keine Liebe gewesen sein; sie will ja nicht ins Außen sich verpuffen, sondern nach innen wirken.

Unsere Gesellschaft hat weitgehend diese Fähigkeit verloren, Liebe in Liebe ein süßes Geheimnis sein zu lassen.
In Wahrheit will niemand über Details des Liebeslebens anderer informiert sein. Liebe lässt sich ohnehin nicht vergleichen. Sie ist für jedes wirklich liebende Paar unvergleichlich.

Begegnung

Was doch heut Nacht ein Sturm gewesen,
Bis erst der Morgen sich geregt!
Wie hat der ungebetne Besen
Kamin und Gassen ausgefegt!

Da kommt ein Mädchen schon die Straßen,
Das halb verschüchtert um sich sieht;
Wie Rosen, die der Wind zerblasen,
So unstet ihr Gesichtchen glüht.

Ein schöner Bursch tritt ihr entgegen,
Er will ihr voll Entzücken nahn:
Wie sehn sich freudig und verlegen
Die ungewohnten Schelme an!

Er scheint zu fragen, ob das Liebchen
Die Zöpfe schon zurecht gemacht,
Die heute Nacht im offnen Stübchen
Ein Sturm in Unordnung gebracht.

Der Bursche träumt noch von den Küssen,
Die ihm das süße Kind getauscht,
Er steht, von Anmut hingerissen,
Derweil sie um die Ecke rauscht.


Keine Worte werden gewechselt und doch wird so viel zwischen beiden in jenem kurzen Moment der Begegnung kommuniziert. Vielleicht sagen sie sich hier mehr als manche Paare ihr Leben lang.
Mörike ist ein Meister der Andeutung.
Wie er am Schluss das süße Kind um die Ecken rauschen lässt, da fühlt jeder, dass das Mädchen genau weiß, wie sehr der Bursche jeden Zentimeter ihres Körpers mit seinen Blicken aufnimmt; und er weiß, dass sie spürt, wie hingerissen er ist und ihm jeder Zoll ihres Körpers Himmel auf Erden sein will; beide also wissen darum und das zieht sie trotz zunehmender Entfernung so unendlich magisch an ...
Wie platt würden viele Autoren diese Szene beschreiben, wie trivial und womöglich vulgär würden viele Regisseure eine vergleichbare Szene mittlerweile inszenieren. Doch für Mörike gilt:
Zwei Schlussverse, gerade mal 11 Worte und doch ist so viel gesagt, so zart, und sie können einen ganzen Film von Bildern auslösen ...