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Montag, 12. März 2012

Michelangelo Buonarotti: Du hast zum Himmel mich emporgehoben ...


Du hast zum Himmel mich emporgehoben,

Du, die allein auf Erden mich entzückte;

Dir dank’ ich, was nur wenige beglückte,

Ein Leben wie im Reich der Geister droben.


Sind hier Geschöpf und Schöpfer so verwoben,

Dass Himmelsahnung mich der Welt entrücke,

Wie sollte dann das Herz, das glutdurchzückte,

Nicht ungestraft dich preisen und dich loben?


Drum wenn ich von so schönem Augenpaare

Den Blick nicht wenden mag, so ist es, weil ich

In seinem Licht den Weg zu Gott gewahre.


Und deucht mir edel meine Lieb’ und heilig,

So ist es, weil die Flamme, die mich nähret,

Der Wonne gleicht, die jene Welt verkläret.



Was Dichter wie Goethe, Hölderlin, Mörike und viele andere verbindet: Wenn sie lieben, schwingt sich diese Liebe in der Angebeteten auch immer auf zu göttlichen Höhen.
Das entspricht einfach dem Wesen der Liebe, und große Seelen können gar nicht anders, als auch in ihrer Dichtung diesem Wesen der Liebe zu entsprechen.  
Was Michelangelo vor über 450 Jahren schrieb, war damals so aktuell wie heute.

Michelangelo führen die Augen der Geliebten, führen das Licht ihrer Augen zu Gott.
Gibt es einen schöneren Weg zu Gott?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wie heißt die Sekte dessen " Werte " hier vermittelt werden sollen ?

Anonym hat gesagt…

Glauben Ethik Lehrer überhaupt an Gott?

Johannes G. Klinkmüller hat gesagt…

Zum Beispiel ich.

Johannes G. Klinkmüller hat gesagt…

Die Sekte, deren Werte Ihnen aufstoßen, besteht in Ihrem Innern.
Sie werden sie deshalb überall finden können.

Sie wissen selbst am besten, wie sie heißt.