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Sonntag, 30. September 2012

In Kontakt mit der wirksamen göttlichen Schöpfungskraft



Änderst Du Dein Bewusstsein und Dein Herz, ändert sich damit auch Dein Geschick als Erdenmensch. Ein helles, lichtes, heiteres Gemüt zieht auch ein dementsprechendes äußeres Geschick nach sich, genauso wie ein düsteres, pessimistisch gestimmtes Gemüt ein gleichartiges Schicksal quasi magnetisch anzieht. Eine großzügige Verhaltensweise schafft ein ebensolches Leben. Während ein engherziger, kleinlicher und ängstlicher Geist die Ursache eines demgemäßen Lebens ist, sein muss.

Wenn Du unablässig an Gesundheit, Glück und Wohlergehen denkst, kommst Du in direkten Kontakt mit der unaufhörlich wirksamen göttlichen Schöpfungskraft, die ja ihrem Wesen nach Friede, Gesundheit und unermesslicher Reichtum ist. Du ziehst diese Gotteskraft zu Dir hernieder und – wenn das Resultat auch nicht im Handumdrehen sichtbar wird – eines Tages wird dieses Einströmen der Allkraft auch auf unserer physischen Ebene Gestalt gewinnen.


aus Masahari Taniguchi, Das Gesetz des Herzens.
Nahrung für die Seele.

Samstag, 29. September 2012

Friedrich Nietzsches "Vereinsamt" – und die Antwort des Himmels


                          






                          

                          Friedrich 
                          Nietzsche (1844-1900)

Vereinsamt
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnein. -
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!
Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts, ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt - entflohn?
Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends halt.
Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! -
Versteck, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
- Bald wird es schnein,
Weh dem, der keine Heimat hat!


Bild:
 Albrecht Dürer, Maria mit Kind (Ausschnitt)

Donnerstag, 27. September 2012

Lägst Deine Angst vor aller Zukunft ab ...


Wenn Deine Liebe war zu fern von mir,
und ich sie in mir malte wie ein rotes Blatt,
das Herbst lässt nun von unserm Baume fallen,
dann hofft ich, Du wärst hier in meiner Tür,

die ahnend weit sich schon geöffnet,
für Deinen Schritt, der über eine Schwelle kommt,
die innig so sehr Dein gewartet hat.

Dann wärst Du da, und Zeiten jauchzten.

Du brächtest Deine Zukunft mit und auch
Vergangenheit, an der Du trägst.

An der Du trägst, weil Du es meinst zu müssen.
Lägst Deine Angst vor aller Zukunft ab
und gäbst dem Leben Möglichkeit zu sein.
– So nun wird Liebe Leben missen.


Dienstag, 25. September 2012

Zu Matthias Claudius "Hollunder-Freundschaften": Eigentlich ist Holunder so wertvoll ...


Noch einmal zum letzten Post:
Irgendwie ist mir unbehaglich bei dem Vergleich des guten Matthias Claudius, den ich ja allein wegen seines Abendliedes sehr schätze.

Ich finde nämlich, er diffamiert, indem er minderwertige Freundschaften mit dem Holunder, wenn auch nur mit dessen Innerem vergleicht, diese tolle Staude, die schon bei den Hippokratikern im 4. und 5. Jhdt. v. Chr. in hohem Ansehen stand; dies gilt bis in die Volksmedizin des Mittelalters; heute ist der Holunder homöopathisch längst wiederentdeckt und alle Teile dieses Strauches wurden und werden verwendet. Allerdings muss man vorsichtig sein, manche Teile sind giftig und unreife Beeren können zu ernsthaftem Kreislaufkollabieren führen (Blausäurevergiftung!). Hitzeanwendung bei der Gewinnung von Extrakten aus dem Holunder scheint zumeist sinnvoll - übrigens wird er heute mit einem L geschrieben :-))


Aus seinen Blüten lässt sich, entsprechend angesetzt und hier ohne Hitze, ein schmackhafter Sirup gewinnen, und die reifen Beeren ergeben einen kostbaren Saft, der allerdings eigenartig und nicht jedem schmeckt. Wenn man Holunderbeeren mit Äpfeln zusammen entsaftet, dann, finde ich, schmeckt der so gewonnene Saft toll. Und so richtig gesund :-))

Die Blüten, Blätter, Beeren und die Rinde des Holunder wirken blutreinigend, gewebereinigend, schweiß- und wassertreibend und regen die Tätigkeit der Hormondrüsen an; das schreiben Experten wie E. Schneider und Martin Furlenmeier.
Und Ersterer schrieb in seinem tollen Buch Nutze die heilkräftigen Pflanzen:

Ein Holunderstrauch im Garten ist also bald so wertvoll wie eine Hausapotheke.


Matthias Claudius möge verzeihen, aber Holunder-Freundschaften sollten sich auf absolut wertvolle Freundschaften beziehen :-))

Freitag, 21. September 2012

„Ist dir mal aufgefallen, dass Idioten meistens viele Freunde haben?“ – Über "Hollunder-Freundschaften".


Erster Spruch stammt - woher natürlich: aus einem meiner Lieblings-Bücher, Der Joker. Da denkt Ed gerade über die erste Karte nach, die ihm irgendjemand hat zukommen lassen, mit drei Adressen drauf, die sein Leben verändern werden. Klar fragt er seine drei Freunde, ob sie von ihnen komme. Natürlich nicht. Marv gesteht Ed, dass er zu wenig Grips für sowas habe und Ritchie meint: Wenn er zu dämlich ist, bin ich zu faul. Und Audrey, seine heimliche riesengroße Liebe war es auch nicht.

Zurück noch einmal zu Marv. Er hat – Original–Ed–Gedanken – "einen ziemlich großen Bekanntenkreis, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen spielt er Football und er kennt eine Menge Leute. Zum anderen benimmt er sich pausenlos wie ein Idiot. Ist dir mal aufgefallen, dass Idioten meistens viele Freunde haben?
Nur mal so am Rande."

Ich gebe zu, ich musste total kichern, weil ich an die vielen Facebook-Freundschaften denken musste, auf die viele so viel Wert legen. Motto: Je mehr Freunde, desto begehrter, desto attraktiver.
Ed / Markus Zusak (der Autor) würden sagen: Idioten!

Und in den Sinn kommen mir Matthias Claudius´ Worte Von der Freundschaft, die falsche Freundschaften so gekonnt auf den Punkt bringen und zu Markus Zusaks Idioten so richtig passen:

Wenn Du Paul den Peter rühmen hörst; so wirst Du finden, rühmt Peter den Paul wieder, und das heißen sie denn Freunde. Und ist oft zwischen ihnen weiter nichts, als dass einer den anderen kratzt, damit er ihn wieder kratze und sie sich so einander wechselweise zu Narren halten; denn wie Du siehst, ist hier, wie in vielen anderen Fällen, ein jeder von ihnen nur sein eigener Freund und nicht des andern. Ich pflege solch Ding "Hollunder-Freundschaften" zu nennen. Wenn Du einen jungen Hollunderzweig ansiehst, so sieht er fein stämmig und wohl gegründet aus; schneidest Du ihn aber ab, so ist er inwendig hohl und ist so ein trocken schwammig Wesen darin.

Was aber macht Freundschaft nun wirklich aus?

In Schillers Bürgschaft finden wir eine bemerkenswerte gestaltet; dort ist der Freund treu bis in den Tod. Dass es nicht dazu kommt, verdankt er der Größe der Freundschaft zu seinem Freund, die selbst das harte Herz eines Tyrannen erweicht und Leben mit sich bringt.
Und es gibt kaum Wertvolleres, als Leben unter und mit wirklichen Freunden.

Für mich bedeutet Freundschaft vor allem auch, dass ich mir sicher sein kann, von meinem Freund, von meiner Freundin die Wahrheit zu hören, und sei sie noch so bitter.

Von wem, wenn nicht von einem Freund, einer Freundin, kann ich sicher sein, dass sie ihr Bestes geben: ihre Wahrhaftigkeit, ihre Wahrheit!

Sonntag, 16. September 2012

... den blauen Himmel unverstellt ... – Eduard Mörikes "SeptemberMorgen"


23 Jahre war Mörike alt, als er dieses Gedicht schrieb, das, wie manches seiner Kleinode, ein Kosmos im Kleinen ist, 

... Veilchen träumen schon ... – so hieß es in Er ist´s. Damals ahnten die Veilchen den kommenden Frühling und das kleine Wörtchen schon ließ uns erahnen, was alles möglich ist, wenn Veilchen aus ihrem Traum erwachen.

Auch in diesem Gedicht wird geträumt, doch hier geht es nicht um ein schon – hier spielt das unscheinbare Wörtchen noch diese bedeutende Rolle. Es will uns vorbereiten auf das warm fließende Gold eines Herbsttages. 


Und Mörike nimmt uns mit: Bald siehst du ... so spricht er mit sich und zugleich mit seinem Leser – und wie intensiv!
Sechs Zeilen und jede malt ein wundervolles Bild:

SeptemberMorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.


Mittwoch, 5. September 2012

Macht Schule dumm? – Richard David Precht und Gerald Hüther im ZDF-Gespräch.

Was für eine Frage! Natürlich macht Schule dumm. 
Immerhin haben der Bestseller-Autor und Philosoph Richard David Precht und der Neurobiologe und Buchautor Gerald Hüther trotz ihrer Dummheit, erzeugt durch ihre Schulbildung, das heißt, wie uns Precht wissen lässt, von den falschen Leuten nach den falschen Methoden in den falschen Dingen unterrichtet worden zu sein, es bis ins ZDF geschafft – was allerdings kein Ausweis für Klugheit ist.
Dass Schule womöglich gar nicht dumm macht, aber erfolgreich sein zu wollen, blind für die Realität, das könnte wohl so sein, wenn man den beiden knapp 43 Minuten gelauscht hat.
Eigentlich schade, dass der von vielen hoch gelobte Precht sich wider besseres Wissen nicht scheut, seinen Talk so zu eröffnen:
An unseren Schulen werden die Kinder von den falschen Leuten nach den falschen Methoden in den falschen Dingen unterrichtet.
Fehlt eigentlich nur noch, dass die falschen Kinder so unterrichtet worden sind.

Und Professor Dr. Gerald Hüthers erste Aussage daraufhin: Eine Katastrophe.
Seltsam, seltsam, wo Hüther doch z.B. an dem Thüringer Projekt hi.bi.kus, bei dem 18 Kindergärten und 15 Schulen mitmachten, federführend beteiligt war. War das auch eine Katastrophe?

Ja, eine Katastrophe ist es, wenn zwei "Gelehrte" sich in Pauschalurteilen ergehen. Ob das an der Schulbildung liegt? Oder wollten sich da zwei auf Kosten anderer profilieren?

Dabei hat sich Precht am 18. Juli diesen Jahres mit dem Journalisten und Erziehungswissenschaftler Reinhard Kahl in den Münchener Kammerspielen unterhalten, jenem Mann der den Begriff vom Bulimie-Lernen geprägt hat.
Jener Reinhard Kahl gründete 2007 mit 30 anderen Leuten das Archv-der-Zukunft - Netzwerk, deren erster Vorsitzender er wurde. Diese Plattform nun ist genau ein Beleg dafür, dass Schule auch in Deutschland lebendig sein kann und lebendig ist. Precht wird sie sehr wohl kennen!
Sehr berührend finde ich auf dieser Plattform den Video-Beitrag zum Tode des Hauptschullehrers Franz Gresser, der mit seiner sechsten Klasse unterwegs war, vom Fahrrad stieg und aufhörte zu leben. Als Lehrer wollte er Gastgeber für seine Schüler sein und war es auch.
Solche Lehrer und Lehrerinnen gibt es immer wieder. Und diese Plattform Archiv der Zukunft berichtet von vielen guten Projekten.
Wie hilfreich ist es da, wenn Schule in Bausch und Bogen verdammt wird? Wie geht man dadurch mit solchen Leuten wie Franz Gresser um, den Lehrern, die Theater-AGs leiten, mit ihren Schülern am Wochenende in die Berge zum Klettern gehen, den Schulgarten anlegen, eine Schnitz-AG leiten, ihren Unterricht ideenreich vorbereiten?

Gewiss, das finde ich auch, muss vieles an der Schule verändert werden. Es liegt nicht einmal so sehr an den Klassengrößen, sondern an den stumpfsinnigen Lehrplänen und an dem zwanghaften Glauben, Schüler müssten z.B. ein bis zweimal durch die Weltgeschichte gejagt worden sein, damit sie des Abiturs würdig sind. Dieser schreckliche Glaube an das Quantitative, dieses ständige Verwechseln von Maximum mit Optimum, was sich in unserem Bildungs-System Ausdruck verschafft, ist mit schuld an dem Tod der Lernfreude bei vielen Kindern.
Wir müssen nicht alles gelernt haben ... Und das Traurige ist, dass die Schüler gerade die aktuellen Entwicklungen nicht mitbekommen. Ich z.B. finde die Entdeckung der Spiegelneuronen phänomenal wichtig. Sie ist jetzt sicherlich gut und gerne zwanzig Jahre her. Aber Oberstufenschüler kennen sie nicht, wenn ich nachfrage. Dabei wäre es so wichtig, von diesen Neuronen zu wissen, gerade, wenn sie selbst einmal Kinder erziehen.

Jeder weiß, dass kaum ein Jugendlicher nach der Schulzeit mehr eine Ahnung vom Mittelalter hat. Wenn aber Schüler im Unterricht einen mittelalterlichen Gerichtstag gestaltet und gespielt haben (zu einer solchen Unterrichtseinheit gibt es einen wertvollen Film - zumindest habe ich ihn vor vielen Jahren gesehen), dann werden sie sich zeitlebens daran erinnern und auch wissen, was das Leben und das Gerichtswesen damals auszeichnete; sie werden einiges über das Mittelalter behalten, weil sie die Bilder und ihr eigenes Arbeiten, ihr Schreiben von Texten, ihr Mitinszenieren nie vergessen werden (diese Unterrichtseinheit ist übrigens an einer ganz normalen Schule von richtigen Schülern mit falschen Lehrern durchgeführt worden).

Diese Lebendigkeit, dieses Leben fehlt unserer Schule noch zu oft – das heißt, auch die richtige Mischung. Denn keine Frage: Jeder weiß, wie schnell und gut er in der Schule Sprachen gelernt hat ... und das war immer wieder auch Pauken (der Ministerpräsident Baden-Württembergs Winfried Kretschmann liest noch heute in seinen Griechenland-Urlauben die Odyssee – auf Alt-Griechisch!); später ist man dankbar, dass die Englisch-Lehrerin endlos die falschen Formen korrigierte ... das war selten spaßig.
Aber die Mischung muss stimmen.

Ich finde, dass in diesem Zusammenhang Gerald Hüther Bemerkenswertes und bemerkenswert Richtiges gesagt hat:

Eine unserer großen Irrtümer möglicherweise dieses gegenwärtigen Bildungssystems besteht vielleicht darin, dass wir gedacht haben, dass man etwas lernen kann ohne dabei Gefühle zu haben; das ist alles altes Denken(...) Die neue Botschaft heißt – und die ist dann für viele natürlich ein bisschen unbequem –, man kann im Hirn nachhaltig nur dann etwas vernetzen, neue Strukturen aufbauen, wenn es einem unter die Haut geht.
(...) was in der Schule an Wissen vermittelt wird, (..) das wird entschieden an der Frage, ob das diesem Jungen oder diesem Mädchen gelungen ist, in diesem Schulsystem seine Leidenschaft zu behalten. (...) Wir haben ja noch bis vor wenigen Jahren geglaubt, dass einmal im Hirn entstandene Strukturen sich auch nicht ändern können und jetzt sage ich Ihnen, das geht. Aber es geht nicht von allein, sondern im Hirn muss was dazukommen, das nennt man Begeisterung, Leidenschaft, emotionale Aktivität, und in einer Gesellschaft, wenn da was passieren soll, wird das nicht mit Argumenten gehen, auch nicht, indem man die Köpfe der Politiker austauscht, sondern indem in dieser Gesellschaft, in diesen Menschen wieder so etwas wie Leidenschaftlichkeit erwacht. (...)

Nachdrücklichst waren seine Beispiele, die er aus Shanghai berichtete und den dortigen Pisa-Siegern. Dort springen immer mehr Kinder, die 16 Stunden täglich lernen, von Brücken, ja, sie bringen mittlerweile sogar ihre Eltern um - aus Verzweiflung.

Wollen wir das?
Gewiss nicht.
Aber es bringt uns keinen Deut weiter, wenn Schule verunglimpft wird, in Bausch und Bogen verdammt wird.
Übrigens finde ich klasse, dass so viele Eltern so vernünftig sind und zurück zu G9 wollen. Wie gut, wenn Kinder in Ruhe reifen können ...
Wie gut, dass die Eltern vernünftig bleiben, wenn es die Bildungspolitiker nicht sein können ...

Schule ist ein Netzwerk des Lernens, ein Netzwerk der vielfältigsten Erfahrungen.
Da prägen leider auch Erfahrungen, wenn Lehrer Kinder verletzen; aber es gibt eben auch die Erfahrung, dass ein Lehrer sieht, dass es einem Kind nicht gutgeht und er nachfragt und das Kind auf einmal losweint und er sich mitten im Unterricht Zeit nimmt und mit ihm hinausgeht ...
Wenn Kinder also erleben, wie ein Erwachsener sein Herz lebt, das ist prägend, ist viel wertvoller, als dass wir  jeden AcI absolut korrekt übersetzen.

Ich finde auch, dass Precht auf Richtiges hingewiesen hat, wenn er z.B. darauf aufmerksam macht, dass Referendare ihren Unterricht nach Zeitschema minutengenau entwerfen müssen und das eigentlich genau geplant ist, was sie zu sagen haben und welche Antworten sie erwarten.
In der Tat ist es so, diese Erfahrung habe ich als Referendar auch gemacht, dass, wenn man von seiner eigenen Vorgabe abweicht, man von der Gnade seines Fachleiters abhängig ist, ob der diese Abweichung akzeptiert oder nicht.
Es gibt in der Tat viele überholte Dinge in der Schule, die es zu verändern gilt.
Aber doch nicht mit Hilfe dieser Verdikte, wie Precht und Hüther sie vom Stapel lassen und sich noch toll vorkommen. Schule ist durchaus etwas Gewachsenes. Sie gehört zu unserer Vergangenheit.
Eigentlich hätte ich erwartet, dass Hüther Precht gleich zu Anfang widerspricht oder ihn korrigiert; stattdessen hat er ihn bestätigt.

Precht kündigte Hüther zudem an mit einem Satz, den jener offensichtlich gesagt hat: Vergesst unser völlig veraltetes Schulsystem.

Was für eine Art von Umgang mit unserer individuellen und gesellschaftlichen Geschichte, mit unseren Erinnerungen, mit unseren Erfahrungen, aus denen wir für die Gegenwart und Zukunft lernen! 
... vergesst eure alten Eltern ...
... vergesst eure alten Lehrer ...
... vergesst die Sprossen unter euch, geht auf der Leiter einfach nach oben ...

Wenn das unser von Bildungsexperten empfohlenes neues Bewusstsein ist, unser Umgang mit unserer Geschichte, unseren Erfahrungen, dem, auf was wir gewachsen sind, dann gute Nacht!

Wie bitte sollen die Kinder dieses Richard David Precht jemals ihren Lehrern mit Respekt und Wertschätzung begegnen? Wie sollen sie bei diesen Losern, die ihre Lehrer laut Vater nunmal sind, lernen können? Wo sie doch bei den falschen Lehrern mit den falschen Methoden sind, die sie in den falschen Dingen unterrichten?
Was für eine Verantwortungslosigkeit von diesem Vater.
Hoffentlich werden seine Kinder nicht so arrogant.
Ob an seiner Arroganz auch die Schule schuld ist?

PS: Wer den hier verlinkten Artikel über die Schule, die den Deutschen Schulpreis 2012 erhalten hat, liest, kann sich nur freuen über solche Entwicklungen; das macht Mut!

veröffentlicht auch auf FreieWelt.net