Seiten

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Bruder Franz und die Frage zu Allerheiligen: Sind Schweine Geschöpfe?

Einer, der sich im Licht verbirgt. So hat Julien Green über seinen Bruder Franz mit Worten aus Dantes Göttlicher Komödie geschrieben. Unvergesslich sind für mich die Zeilen dieses Heiligen, wenn es um Tiere geht:

Daß mir der Hund das Liebste sei, 
sagst du o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu 
der Mensch nicht mal im Winde.

Franz von Assisi mag wohl um die bittere Wahrheit gewusst haben, die er da sagte, eine Wahrheit, die mancher von uns in ganz positivem Sinne auch erfahren hat.
Wer begrüßt uns freudvoller und emotionaler als ein Hund?
Vor meinem inneren Auge tauchen zugleich Bilder aus den Filmen Bertram Verhaags auf, wie Kühe und Rinder auf ihren Bauern zulaufen und ihn begrüßen.
Da ist ein stilles Einverständnis um eine gegenseitige Wertschätzung.
. . .
Mut zu einer sich verändernden Welt

Tatsächlich geht es - hier an Kuh- und Rinderhaltung aufgezeigt - anders:

„Lasst mich Bauer sein, früher war ich Zerstörer“, sagt Franz Josef Kögel und streichelt seine Kühe. „Früher hab ich Hochleistung von ihnen gefordert, sie das ganze Jahr in den Stall gesperrt, mit Kraftfutter und Medikamenten vollgestopft, sie enthornt – bis sie krank wurden.“ Franz Josef Kögel hat umgestellt – sich und seine Kühe: Täglicher Weidegang, nur Gras und Heu als Futter und keine Enthornung mehr. Sie geben zwar weniger Milch, sind aber gesund und leben länger. Genauso denken und handeln immer mehr Bauern im Allgäu und kehren der Hochleistungsmilchwirtschaft den Rücken zu.


ganzer Artikel: hier

Sonntag, 27. Oktober 2013

Mein Herz sei Gottes Herd!




Wo GOtt ein Fewer ist / so ist mein Hertz der Herd /
Auf welchem Er das Holtz der Eittelkeit verzehrt.

                                                                                          Angelus Silesius

Samstag, 26. Oktober 2013

10458 arme Kinder in unsrem Land sind Bundestagsvizepräsidenten


Obwohl nun schon ein paar Tage vorbei, gehen mir die sechs neuen Bundestagsvizepräsidenten nicht aus dem Kopf. Vor allem der von der SPD geforderte zusätzliche. Den gestand ihr die CDU/CSU auch zu. Klar. Bei Gelegenheit wäscht eine Hand die andere.

12400 € verdient ein Bundestagsvizepräsident

Sechs davon gibt es in unserem Land. Und bei den 12400 € sind noch nicht ...

Sonntag, 20. Oktober 2013

Lasst die Liebe ein Meer sein, das zwischen den Ufern eurer Seele wogt. – Khalil Gibran über die Ehe

Bemerkenswerte und schöne Sätze, die der große Khalil Gibran äußert über die Ehe.

Aber sind sie auch wahr?
 

Nur zum Teil, wie ich glaube, nur zum Teil.
 

Hier sind sie erst einmal:


Dann sprach Almitra abermals und sagte:
"Und was ist mit der Ehe, Meister?"
Und er antwortete und sprach:

Ihr seid zusammen in die Welt gekommen,
und ihr werdet auf immer zusammen sein.

Ihr werdet zusammen sein,
wenn weiße Schwingen des Todes eure Tage zunichtemachen.

Ja, ihr werdet selbst zusammen sein im stummen Gedenken Gottes.

Haltet jedoch Räume frei in eurem Beisammensein
und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.

Liebt einander, aber die Liebe soll euch nicht in Fesseln legen:
Lasst sie eher ein Meer sein, das zwischen den Ufern eurer Seelen wogt.

Füllt einander die Becher, aber trinkt nicht aus einem.

Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.

Singt und tanzt zusammen und seid voll Freude,
aber der eine lasse den anderen auch für sich,
so wie die Saiten einer Laute für sich sind
und doch im Akkord erschallen.

Schenkt euch eure Herzen, aber gebt sie nicht in des anderen Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann euer Herz halten.

Und steht zusammen, jedoch nicht zu nahe beieinander:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
und Eiche und Zypresse wachsen nicht im Schatten des andern.

Aus dem Englischen © Bertram Kottmann,
http://gedichte.xbib.de/Gibran_gedicht_03.+Ehe.htm



Wie ich an vielen Stellen, vor allem in meinem Post Himmlische Ehen: Adam und Eva - das sind auch wir! geäußert habe, glaube ich wie Khalil Gibran, dass wir mit dem Seelenpartner, zu dem wir gehören, auf ewig zusammen sind, auch wenn wir in verschiedenen Leben andere Lieben leben, die durchaus glücklich sein können.

Ich glaube sogar, dass das Gottes Willen ist.

Und ich glaube auch, dass es so wertvoll ist, wenn zwei, die einander gehören, die Winde des Himmels zwischen sich tanzen lassen, tanzen lassen können - ein wunderschönes Bild, das der Dichter hier findet, ebenso wie das in der Überschrift zitierte, dass die Liebe ein Meer sei, dass zwischen den Ufern unserer Seele wogt.

Nur manches, was Khalil Gibran schreibt, ist seltsam unstimmig.

Es ist wichtig, sein Herz immer zu behalten, es zu bewahren. Dennoch aber würde ich es der, die ich liebe, immer anvertrauen. Ob sie es will, ob sie mein Herz will, das glaube ich nicht einmal, denn ihr Herz und das meine sind eh EIN-HERZ der Liebe.

Warum sollte sie das meine wollen.

Aber ich würde ihr das meine immer anvertrauen. Es wäre bei niemandem in sicherer Hut.

Seltsam fremd sind mir Gibrans Gedanken.

Und nichts ist schöner, als mit der Geliebten vom selben Laib zu essen, aus einem Becher zu trinken

Hat nicht Goethe in seinem Thule-Lied gezeigt, wie wertvoll ein gemeinsamer Becher, ein gemeinsamer Becher der Liebe ist - auf ewig!

Und hat nicht Hofmannsthal in seinem Gedicht Die Beiden die Liebe zweier Liebenden mittels eines Bechers so zart und einfühlsam beschrieben? Mittels EINES Bechers, aus dem beide zu trinken begehrten.

Legt die Liebe in Fesseln, wenn wir aus EINEM Becher trinken?

Hat nicht Jesus ganz bewusst mit seinen Jüngern aus EINEM Becher getrunken und tue ich das nicht bei der Feier des Abendmahls im Gottesdienst - ganz bewusst zusammen mit all denen, die um den Altar stehen?

Ja, Kahlil Gibran, die Säulen des Tempels stehen für sich. Es sind Yakim und Boas, die Säulen, die den Eingang zum Tempel Salomos bewachen, schützen, zieren.

Aber die Säulen sind nicht der Tempel! Sie sind der Eingang zum Tempel!

Der Tempel aber ist die Liebe!

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Gefügigmacher Ritalin und ADHS als eine fabrizierte Krankheit


»Unsere Systeme sind für Jungen unfreundlich geworden«, sagt (..) der Professor für Arzneimittelversorgungsforschung an der Universität Bremen, Gerd Glaeske. Jungen wollten risikoreicher leben und sich erproben. Dafür fehlten ihnen aber heute die Freiräume. Jungen versuchten, Grenzen zu überschreiten, das gelte in unserem System als auffällig. »Wenn man sagt, dass Jungen stören, muss man auch über die reden, die sich davon gestört fühlen«, so der Professor.

Und auf dem Internetportal der Deutschen Apotheker Zeitung ist zu lesen:

„Ritalin ist eine Pille gegen eine erfundene Krankheit, gegen die Krankheit, ein schwieriger Junge zu sein.“ Die Diagnose ADHS werde inflationär zur Erklärung von Schulversagen herangezogen, und weltweit mache allein Novartis, Hersteller von Ritalin (Methylphenidat), einen Umsatz von 464 Millionen Dollar mit der Pille, die störende Jungen „glatt, gefügig und still“ mache. So schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS vom 12. Februar) in einem Titelbeitrag.

Den Beitrag vom April vergangenen Jahres, den ich bezüglich Ritalin und ADHS empfehlen möchte und leider erst jetzt gefunden habe, ist von Eva Herman und im Kopp-Verlag erschienen. Für manche sind beide ein rotes Tuch.

Für mich allerdings nicht; ich schätze die Beiträge des Kopp-Verlags und Eva Herman hat mir nichts getan. Manche finden ihren Beitrag zu reißerisch geschrieben, aber für mich kann gegen Ritalin nichts reißerisch genug sein. Hier der Link zu

Ritalin: Wie die Pharmaindustrie unsere Kinder vorsätzlich zerstört. (Der erste Absatz ist ein Zitat aus diesem Artikel)



veröffentlicht auch auf FreieWelt.net

Dienstag, 1. Oktober 2013

Sieh, dass es gut ist! – Steine für unser Lebenshaus.


Zufällig lese ich gleichzeitig in einer 9. Klasse Markus Zusaks Der Joker und in Ethik in Klasse 8 die Schöpfungsgeschichte aus dem 1. Buch Mose im Rahmen der Unterrichtseinheit Judentum.

Im Joker hat Ed gerade zwei Asse und damit 6 Aufgaben gemeistert. Er kann nicht schlafen, überlegt sich in der Küche, ob er mit einer Stechmücke mitsummt, dann geht er in sein Zimmer zurück:

Ich ziehe die Schublade heraus und lege mir die Karten auf die Hand. Das gelbe Licht des Zimmers kauert neben mir, während ich mir glücklich die Geschichten dieser Karten ins Gedächtnis rufe. Ich bin tief berührt, als ich an Milla und die Edgar Street denke, und ich wünsche Sophie ein wunderbares Leben. Ich lache über Vater O´Reilly, die Henry Street und den Tag der offenen Kirche. Dann denke ich an Angie Caruso, für die ich gerne mehr getan hätte. Und an diese verdammten Rose-Brüder.

Als wir diese Passage im Unterricht lasen, wurde mir schlagartig die Korrespondenz zu der Schöpfungsgeschichte bewusst, wenn es dort immer wieder nach der Arbeit eines Schöpfungstages heißt:

Und Gott sah, dass es gut war.

Genau das macht Ed. Auf seine Weise. 
Wie wichtig ist das.
Wenn etwas gut ist, weil es gut ist, es noch einmal sich zurückzuholen und sich zu freuen.

Ich glaube, dass es meine Klasse, als ich den Zusammenhang zwischen der Schöpfungsgeschichte und dem Joker angesprochen habe, wirklich auch kapiert hat. Weil es richtig aus meinem Inneren kam.

Das Gute nochmal auf die Gold-Waage der Erinnerung zu legen, macht das Gute erst gut, gibt ihm erst wirklich die Kraft zu innerer Verwandlung. Es sind die Steine, aus der wir unser Lebenshaus bauen, wenn es aus wirklichen Steinen und nicht aus Gebrösel sein soll.
Die Steine halten bis zum nächsten Leben :-) 
Am Anfang von Momo ist es auch so, im Amphitheater finden sich Steine aus früheren Leben ... gute Steine :-))
(jetzt lacht Michael Ende gerade ...)

Schon lange bin ich der Meinung, dass es eine hohe Korrespondenz zwischen Geschichten in der Bibel und unserem Leben gibt.

  • Wie kommen wir in den Teich Bethesda, wenn wir krank sind?
  • Warum sollten auch wir den Tempel, das heißt, unser Seelenhaus reinigen?
  • Warum sollten wir auch unsere Eltern verlassen, wie der 12-jährige Jesus es tat?
  • Vor welchem Ninive fliehen wir und wundern uns, dass es um uns und in uns so dunkel ist, wie eben im Bauch des Wals - Jona lässt grüßen.

Jedenfalls mache ich das in Zukunft bewusster: Ich sehe, was gut ist. 

Manchmal macht es pling und es ist soweit: Man spürt, jetzt hab ich´s wirklich kapiert. Jetzt mach´ ich´s wirklich.
Dafür bin ich jetzt dankbar.
Das ist gut :-)) !