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Donnerstag, 27. November 2014

Neurofeedback statt Ritalin

Mir war leider bis dato unbekannt, was das Neurofeedback-Verfahren leistet, aber offensichtlich kann es Kinder vor Ritalin bewahren.
Über Letzteres ist ja schon viel und genug geschrieben worden; auch über AD(H)S, unter anderem ein lesenswerter Beitrag von Eva Hermann auf KOPP ONLINE (wobei ich diesen Link mit allem Vorbehalt weitergebe, liest man, was spiegel.online über den Kopp-Verlag veröffentlicht - die Meinungen über diesen Verlag sind doch sehr geteilt).
Gestern habe ich nun zufällig bei Stern-TV gesehen, dass ein Verfahren entwickelt wurde, das erfolgreich bei Störungen, die mit dem Begriff AD(H)S erfasst werden, eingesetzt wird und auch in klinischen Studien untersucht worden ist.
Vor wenigen Stunden habe ich hier noch geschrieben, man könne die Sendung nicht per Mediathek ansehen. Dank eines Hinweises einer lieben Bekannten weiß ich es nun besser: Der Beitrag kommt im Rahmen dieses Links nach 0:48:45Schriftliche Hinweise zur Sendung gibt es hier; auch das Chat-Protokoll mit der - wie mir schien - kompetenten Dr. Ute Strehl vom Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie der Universität Tübingen lässt sich nachlesen.
Ich war jedenfalls sehr beeindruckt und möchte deshalb betroffene Eltern und Jugendliche über dieses recht neue Verfahren informieren. Es verhilft den solchermaßen trainierten Jugendlichen zu einer Kontrolle über ihre Gehirnaktivität, die es ihnen ermöglicht, ganz normal wieder am Leben teilzunehmen.
Fast hatte man den Eindruck, dieses Neurofeedback-Verfahren täte allen Kindern und Erwachsenen gut; schließlich gibt es genug Kinder und Erwachsene, die Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren.
Neurofeedback-Geschulten gelingt das offensichtlich.

Wie dankbar Eltern für dieses Verfahren sein können, machte Dr. Strehl mit dem Hinweis deutlich, dass sie schon am Telefon Eltern gehabt habe, die sagten, sie würden ihr Haus verkaufen, wenn sie nur Abhlilfe hätten.
Wer weiß, wie problematisch und aggressiv manche ADHS-Kinder sein können, glaubt das sofort.
Mit Ritalin stößt sich allein ein Pharma-Konzern gesund (wobei dieses Wort in diesem Zusammenhang eigentlich total fehl am Platz ist).
Erfreulicherweise gibt es wohl nun mit dem Neurofeedback-Verfahren eine Möglichkeit, Kindern mit körpereigenen Mitteln zu einem wirklich gesunden Leben zu verhelfen.

Mittwoch, 26. November 2014

Warum so viele Stars, Sänger und Menschen, die in dieser Weise im Rampenlicht stehen, Suchtprobleme haben!

Gestern Herbert Grönemeyer bei Markus Lanz gesehen.

Vor allem fand ich den Gesprächsausschnitt aufschlussreich, als Grönemeyer über die Wirkung von Auftritten sprach, wie sehr das Ego aufgeblasen wird dabei und genial fand ich seinen Vergleich mit einem Fesselballon: Bei so viel Zuwendung hebt man ab und verliert die Bodenhaftung.

Wenn man über Wochen und Monate tourt, so Grönemeyer, schwebt man im Grunde nur noch und was ist das auch für ein Gefühl, wenn man zur Arbeit geht und mit johlendem Beifall empfangen wird!!
Ich glaube, Grönemeyer sagte noch: Stell Dir mal vor, Du kommst ins Büro und wirst so empfangen!

Solch ein Leben ist also im Grunde ein ständiger Kick, wie ein ständiger Drogentrip!
Wenn das vorbei ist, fehlt absolut etwas; die Realität sieht ganz anders aus; kein Gehen mehr wie auf Watte, kein Flug über die Erde hinweg, ja, da gibt es Leute, die einem widersprechen . . .

Wen wundert es da, wenn manche es ohne diesen Kick nicht aushalten, wenn sie süchtig nach etwas sind, was ihnen fehlt!
Kein Wunder also, wenn sie zu Drogen greifen, Alkohol, Marihuana, was auch immer . . .

Zum ersten Mal wurde mir das aufgrund dieser Aussagen bewusst, welche Rolle bei solchen Menschen Ruhm, Beifall, Abgehobensein spielt und warum sie andere Süchte brauchen . . .

Eine ganz andere Sache ist, dass man die Realität auch durch das Stürzen in Arbeit, durch Sportsucht (ja, manche Leute müssen bekanntlich zwanghaft Sport treiben . . .), durchs I-Phone ausblenden kann.

Gestern in der S-Bahn: Eine junge Dame setzt sich neben mich, zack, I-Phone in der Hand. - Drei Stationen später steigt sie aus, ein junger Mann setzt sich auf ihren Platz, zack, I-Phone in der Hand . . . Ich glaube, beide haben nicht mit einem Blick ihre Umgebung wahrgenommen . . . schon verrückt. Zufall, dass ich Schirrmachers Payback gerade las, wie die neuen Medien den Menschen, auch sein Gehirn umgestalten und es Untersuchungen gibt, dass Menschen zunehmend Fragen gar nicht mehr aufnehmen können, nicht mehr verstehen . . .
Bei ihm auch nachzulesen, dass der Gebrauch der Medien kein Jugend-Spezifikum ist. Erwachsene verwenden sie genauso. Bestes Beispiel eine mittelalterliche Frau, die die ganze Zeit mir gegenübersaß - die ganze Zeit mit ihrem I-Phone beschäftigt, ich glaube, in den Mails stöbernd . . . scheint ja auch sinnvoller, als Menschen anzusehen oder, was außerhalb der S-Bahn sich so verändert . . . Stuttgart 21, eine echte Baustelle . . . so wie das menschliche Gehirn, das scheint sich momentan auch gewaltig umzubauen, anzupassen . . . jedenfalls schreibt das der leider kürzlich verstorbene Frank Schirrmacher.

Sonntag, 23. November 2014

Sie ist´s, die mich in Lieb allein verzehret . . . Michelangelo über die heilende Urgestalt!

Heute ist ein besonderer Tag.

Heute morgen der so berührende Fernseh-Gottesdienst aus der Erlöserkirche in Bad Kissingen. Unvergesslich die Schäferin, die sich fragend an das Kreuz wandte und von ihrer Krankheit, einer Borreliose - für Schäfer eine Berufskrankheit - erzählte und den vier Gutachten, die vergeblich waren und vor Gericht abgelehnt wurden, so dass sie nun mittellos dasteht;
unvergesslich die Frau im Rollstuhl, die von den Händen erzählte der Menschen, die sie im Krankenhaus besuchten und an die sie sich erinnert, obwohl sie wie im Koma lag;
unvergesslich die vielen Bilder aus der Kirche mit ihren wunderschönen Leuchtern und die Töne der Orgel und des kleinen Ensembles und die Worte von Pfarrer Ott.

Heute Abend dann der Film Das Lächeln der Frauen mit der bezaubernden Melika Foroutan und dem auch klasse spielenden Benjamin Sadler, der einen schriftstellernden Lektor gibt, der von dem Lächeln der Besitzerin eines recht kleinen Pariser Restaurants, die er einmal sieht, so bezaubert ist, dass er über sie einen Roman schreibt. Ausgerechnet diese Frau nun flüchtet in eine Buchhandlung wegen ihres Ex, den sie auf der Straße plötzlich sieht und den sie nicht treffen will; dabei rennt sie einen Bücherstapel um, wobei ein Buch lädiert wird, das ihr der Ladenbsitzer förmlich aufdrängt. Es ist das Buch jenes Lektors, der eben darin ihr Leben erzählt, das Leben jener Frau, die er einmal lächeln sah; sie aber findet sich in seinen Worten, seinem Roman wieder . . . klar, dass sie diesen Mann, diesen Autor, sehen will . . .
Schnulzig könnte jemand den Film finden, ich fand ihn einfach richtig schön.
Schön romantisch!

Michelangelos Pietà
Und dann hab ich ein Gedicht wiedergefunden, heute, das ich schon verloren glaubte. Es wird über 10, vielleicht bald 20 Jahre her sein, dass ich ein Blatt zu der Form des Sonetts für meine Schüler verfasste. Und zwei Beispiele hab ich drauf geschrieben, die ich nacheinander beide auswechselte, weil sich die Gedichte, die Sonette also, einfach als zu schwer erwiesen. Das eine war ein Sonett von Shakespeare, das andere eines von Michelangelo Buonarotti.
Beide hatten mich fasziniert, auch, weil ich bis dato nicht wusste, dass beide so tolle Gedichte geschrieben haben.

Jedenfalls, hurra, beide sind wieder da; heute habe ich das Original-Blatt beim Ausmisten eines Lyrik-Ordners gefunden.
Mancher weiß, wie sehr mich das Thema des Ewig-Weiblichen bewegt, auch das der Dualseele - oder sagen wir es mit Michelangelo: der Urgestalt. Leider kann ich die Quelle des Gedichtes nicht angeben und damit auch nicht den Übersetzer . . . er und der Verlag mögen es verzeihen. Gewiss, das Gedicht holpert manchmal (ein Sonett zu übersetzen ist nicht immer leicht, man merkt es auch den Shakespeare-Übersetzungen an); im Italienischen liest es sich sicherlich stimmiger - mich aber stört´s nicht, ja, ich liebe es (vielleicht gerade deshalb); es ist ja zu spüren, wie alles gemeint ist:


Die dahin, wo sie herkam, wiederkehret,
Die Urgestalt kommt, sich in Staubes Falten
Als Engel so erbarmend umzustalten,
Dass sie heilt jeden Geist, und Welten ehret.

Sie ist´s, die mich in Lieb´ allein verzehret,
Nicht äußrer nur, weil deines Lichtes Walten
Nicht Liebe weckt zu Dingen, die veralten -
Nein, in der Tugend Quell die Hoffnung nähret. 
Und rührt dein hoher Reiz zuweilen mich,
Ist´s erste Stuf´ hinan zur Gnadenfülle
Des Himmels, die dann weiterauf beflügle. 
Ja, Gott selbst offenbaret nirgends sich
Mehr als in einer schönen Erdenhülle,
Wo reiner Blick in seiner Kraft sich spiegle.

Freitag, 7. November 2014

Am Tage meiner Geburt war Gott krank . . .

Ein sehr ehrliches Gedicht von César Vallejo, das allerdings nichts über Gott, viel aber über den Verfasser selbst aussagt, genauer gesagt, über das lyrische Ich, das sich hier äußert; keineswegs immer möchte ja der Verfasser mit dem Ich identifiziert werden, das hier Kunde von sich gibt; wenn es auch gewiss kein Zufall ist, dass César Vallejo diese Zeilen geschrieben hat. 

Letztendlich kann das lyrische Ich nur sehr bedingt etwas über den Tag der Geburt aussagen, spiegeln doch die folgenden Zeilen allein sein Bewusstsein in Bezug auf diesen Tag der Geburt zu dem Zeitpunkt wieder, als es die folgenden Zeilen schrieb:


Am Tage meiner Geburt

war Gott krank ...

Alle wissen es, dass ich lebe,

dass ich kaue ... Und wissen nicht,

warum durch meine Verse,

als dunkler Abgeschmack des Sarges,

die verschlissenen Winde pfeifen,

entrollt von der Sphinx,

der ewigen Fragerin in der Wüste ...


Am Tage meiner Geburt

war Gott krank, 

schwer krank. 


Ein Gedicht, mit dem das  lyrische Ich einen zentralen dunklen Schatten in sich berührt, vielleicht sogar einholt.

Mit der eigentlichen Realität Gottes hat das, wie gesagt, nichts zu tun, es sei denn insofern, als jener jetzt immerhin nicht mehr tot ist, wie bei Nietzsche . . . nur noch krank. 


Das lässt für die Menschheit hoffen, dass sie irgendwann den gesunden Gott in sich entdeckt, wenn es so weiter geht.

Ich meine das im Übrigen gar nicht bissig oder ironisch.

Wenn Vallejo von verschlisssenen Winden schreibt, meint er das ja auch nicht ironisch. Wenn er solche Worte wählt, gibt er im Grunde selbst preis, wie subjektiv das ist, was er empfindet, was er sieht. Er verheimlicht das gar nicht, will es auch nicht. 

Bei Nietzsche war klar, dass die Menschen Gott getötet haben; warum er in obigen Zeilen krank ist, bleibt unklar. Es klingt fast danach, als ob das lyrische Ich zum Ausdruck bringen wolle, dass, wenn so ein Wesen wie er auf die Welt kommt, Gott wirklich krank sein muss . . .
Das allerdings wäre eine Aussage, die bis ins Mark der Welt geht. Das Wesen Mensch - ein krankes Wesen?
Gott - ein kranker Gott?

So ist es für mich nicht. Vielmehr ist es so, dass die Freiheit, die der Mensch in Bezug auf seine Existenz hat, ihn nahezu überfordert. Menschsein ist kein Experiment. Es ist verbunden mit höchster Verantwortung.
Wenn Menschen über Gott sprechen, sprechen sie in Wirklichkeit sehr oft über sich selbst, über die Dimensionen ihrer Erkrankung und das krank machende Bild, das sich ihre Seele von Gott macht.

Dienstag, 4. November 2014

Wussten Sie, dass für die Produktion von Impfstoffen abgetriebene Kinder wiederverwertet werden?

Ich habe davon in einem Artikel von Alexandra Maria Linder gelesen, überschrieben Menschen für Menschen verbrauchen. Zunächst ahnte ich noch nicht, was auf mich zukommt; dort heißt es:

Da ist er endlich, ein möglicher Impfstoff gegen Ebola. Da gibt es nur einen Haken: Für die Entwicklung und Herstellung dieses Impfstoffes verwendet man eine Zell-Linie mit der Bezeichnung PER.C 6 (für Impfstoffe gegen Virenerkrankungen braucht man lebendes Gewebe, um das Virus zunächst zu vermehren). Diese Linie wurde aus den Nierenzellen eines 18 Wochen alten Kindes unmittelbar nach dessen Abtreibung “gewonnen” und von einer Firma in den Niederlanden seitdem kommerziell genutzt. Dieses Kind war kerngesund, denn sonst hätte man keine Zellen für Forschung und Entwicklung von Medikamenten entnehmen können.
Neu ist die Methode, abgetriebene Kinder für solche Zwecke zu zerlegen, nicht. Ganz im Gegenteil, bei Impfstoffen gegen Krankheiten wie Kinderlähmung, Windpocken oder Röteln ist das seit Jahrzehnten üblich. Die gängigsten Zell-Linien heißen WI-38 (Lungenzellen eines Kindes, das in den 60er Jahren abgetrieben wurde) oder MRC-5 (Lungenzellen eines Jungen, der mit 14 Wochen abgetrieben wurde). Man bekommt in Deutschland keinen Impfstoff gegen Hepatitis A, Windpocken (hier gibt es weltweit keine Alternative) oder Röteln, der ohne Kinderzellen produziert wurde. Denn Kinderzellen sind verträglicher (keine Eiweiß-Allergie wie bei Grippeimpfstoffen, die aus Hühnereiern produziert werden), die Viren vermehren sich schneller und bringen den Konzernen damit auch höhere Gewinne ein. So werden Menschen für Menschen verbraucht und kaum jemand weiß es. Dabei gibt es genügend Alternativen, wie zum Beispiel in neuerer Zeit Hefezellen, außerdem Kaninchen- oder Affenzellen etc.  Doch der Trend geht zu verstärkter Nutzung der Kinderzellen, insbesondere PER.C 6, übrigens auch, weil Tierschützer die Gewinnung von tierischen Zellen verhindern. Menschenschützer dagegen werden nicht gefragt oder nicht gehört. Und nur Zyniker können sagen, na, dann haben diese Kinder wenigstens noch einen Nutzen…

Ähnlich heißt es auf der Seite des Zentrum der Gesundheit:

Würden Sie Ihr Kind impfen lassen, wenn Sie wüssten, dass der Impfstoff unter anderem aus Zellen eines abgetriebenen Kindes hergestellt wurde? Vielleicht rufen Sie jetzt entrüstet „Nein!“ Vielleicht empfinden Sie es als unethisch, Ihr eigenes Kind mit Hilfe eines Stoffes schützen zu wollen, der aus Zellen eines Kindes geschaffen wurde, dem man das Recht auf Leben verwehrt hat. Vielleicht fragen Sie sich jetzt aber ausserdem, ob derartige Impfstoffe nicht auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit Ihres Kindes haben könnten…

Weiter heißt es:


Kinderimpfstoffe für Asthma, Allergien und Autismus verantwortlich?

Der Impfplan der US-Regierung steht seit einigen Jahren zunehmend in der Kritik, da es zu mehreren Fällen von Autismus und anderen neurologischen Schäden bei geimpften Kindern gekommen war. Auch Allergien, Asthma, das Reizdarmsyndrom sowie viele weitere chronische Erkrankungen sind bei Kindern und Erwachsenen immer weiter auf dem Vormarsch, und zwar nicht nur in den USA, sondern in Europa ebenfalls. Eine konkrete Ursache kennt man dafür leider nicht.

Impfkritische Organisationen sind daher auf der Suche nach möglichen Gründen für diese gehäuft auftretenden Gesundheitsprobleme. Dabei stellte sich heraus, dass mindestes 8 bis 23 der häufig eingesetzten Impfstoffe einen oder mehrere der genannten äusserst zweifelhaften Inhaltsstoffe aufweisen und dennoch routinemässig an Kinder und Säuglinge verabreicht werden. Könnten es die bislang unbekannten Auswirkungen dieser Stoffe sein, die bei manchen Kindern zu einem deutlich verschlechterten Gesundheitszustand führen?

Lesen Sie mehr unter: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/kinder-impfstoffe-ia.html#ixzz3I5saHrZN

Dienstag, 28. Oktober 2014

Meßstetten - gelebte Menschlichkeit

Berührend, welche Welle von Hilfsbereitschaft und menschlicher Wärme den auf der Schwäbischen Alb ankommenden Flüchtlingen entgegenkommt.
Da finden sich nicht nur ausgemustertes Spielzeug, sondern fast neuwertiges, zum Teil mit Zettelchen und einem Willkommensgruß versehen. Auch wenn die Flüchtlingskinder, die da in Meßstetten, ca. 100 Kilometer von Stuttgart und Ulm auf der Schwäbischen Alb gelegen, das kaum werden lesen können: Dieses herzliche Willkommen werden sie sicherlich nie vergessen. Kistenweise werden von der Bevölkerung Kleidung abgegeben, Fahrräder, Laufställe, Schaukeln, Kinderwagen; schließlich sind es ja oft auch die Kinder, die am meisten traumatisiert sind 
Das Soldatenheim der früheren Zollernalbkaserne, die als Aufnahmestelle dient, ist als Begegnungsstätte eingerichtet. Manches muss noch Feinschliff bekommen, manches Schild noch angebracht werden, doch die ersten 50 der bis zu 1000 Flüchtlingen sind bereits eingetroffen. Ärzte im Ruhestand, die zum Teil arabisch sprechen, werden noch gesucht und sollen die die ärztliche Betreuung übernehmen, die soziale Caritas und Diakonie. Das DLRG wird Schwimmkurse anbieten, ein Internetdienst wird eingerichtet; alle helfen zusammen. 
Wie schön, dass nach den Skandalen rund um die Flüchtlinge in Deutschland, die zum Teil übel malträtiert wurden, Deutschland ein anderes Gesicht, man möchte sich wünschen, sein wahres zeigt.
Und wenn man weiß, wie sehr gelebte Hilfsbereitschaft sich im Gedächtnis der Menschen einprägt  und sie das nie mehr vergessen, ja, dass sie dem Land und den Menschen, die ihnen so geholfen haben, das wieder zurückgeben wollen, dann weiß man ohnehin, dass dieses Verhalten gewiss positive Auswirkungen hat.
Man gewinnt auf dem Hintergrund der Rundfunk. und Zeitungsberichte allerdings den Eindruck, dass die Meßstettener nicht kalkulieren, sondern wirklich helfen. Man mag es kaum glauben, wie viel Freude und Offenheit aus den Stimmen der Einwohner klingt.

Auch das gibt es im Deutschland 2014.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Hallo Herr Juncker, Herr Schulz, Herr Draghi, Ihre EU ist nicht Gott!

Warum müssen die Ergebnisse des Banken-Stresstests durch die EZB sonntags verkündet sein? Warum tanzen Sie und Ihre EU und angeschlossene Institutionen ausgerechnet sonntags um das Goldene Kalb?
Ich wende mich an all die, die an der Festlegung dieses Termins maßgeblich beteiligt und für ihn verantwortlich sind:
Sie verdanken auch dem dritten Gebot, den Sonntag zu heiligen, dass Sie in Brüssel residieren dürfen. All das, was Sie an Werten abschöpfen, ist auf dem Boden der christlichen Kultur gewachsen; dafür haben Menschen zum Teil ihr Leben geopfert. Sie entweihen, was diese Menschen auch für Sie geleistet haben.

Sie haben offensichtlich vergessen:

Sie sind nicht Gott!

Ich vermisse diese innere seelische Bildung bei Ihnen!

wer möchte, hier weiterlesen

Sonntag, 19. Oktober 2014

Was war nochmal Dein Lieblingsmärchen? - Das Lebens-Script finden.

Sein Lebensdrehbuch zu entdecken: das ist möglich und auf die Spur kommt man ihm, wenn man sich an das Lieblingsmärchen seiner Kindheit erinnert, vielleicht auch noch, welche Geschichte einen besonders in der Zeit der Pubertät prägte und welches Buch oder welcher Film in den letzten zwei, drei Jahren besondere Spuren in einem hinterließ.

Das alles erscheint nur auf den ersten Blick abwegig. In Wirklichkeit haben diese Geschichten, Filme und Erzählungen oft ein gemeinsames Thema und es beruht auf der Tatsache, dass gerade in den Geschichten der frühen Kindheit, also im Vorschulalter, das Thema des weiteren Lebens besonders eindrucksvoll deutlich zu Tage tritt. "In diesem Alter", so schreibt die Psychotherapeutin Angela Seifert in dem Vorwort zu Hans Jellouscheks Buch über das Märchen vom Fischer und seiner Frau (Wie man besser mit den Wünschen seiner Frau umgeht) "sind Kinder sehr aufnahmebereit für alles, was um sie herum geschieht, sie beobachten genau die Menschen, mit denen sie zu tun haben, vor allem natürlich Mutter, Vater und Geschwister, und sie treffen eine später meist nicht mehr bewusste Entscheidung. Zum Beispiel kann ein Kind sich sagen: »Ich werde nie mehr meine Gefühle zeigen«, wenn es erlebt hat, dass seine Gefühle nicht ernst genommen werden. Und als Erwachsene/r wird dieser Mensch dann von anderen als überwiegend rational denkend oder gar als gefühlskalt wahrgenommen. Oder ein Kind sieht, dass jemand in der Familie oft krank ist und deswegen besonders viel Aufmerksamkeit erhält. Es kann sich vornehmen: »Ich werde auch oft krank sein, dann kümmern sich die anderen um mich.« Oder - das ist manchmal bei einem Kind der Fall, das als jüngstes in einer Familie aufwächst - es spürt, dass Mama es am liebsten immer bei sich haben, es nicht eines Tages hergeben möchte, dann kann es sich vornehmen: »Ich verlasse Mama nie. Am besten, ich werde gar nicht wirklich erwachsen.« Daraus wird dann möglicherweise ein Mensch, der auch im Alter noch kindlich wirkt und von anderen Menschen, z.B. in seinen Partnerschaften, auf ungesunde Weise abhängig bleibt.
Wir nennen diese Schlussfolgerung, die das Kind aus dem zieht, was es in der Familie erlebt, - es gibt natürlich noch viel mehr, als die hier kurz geschilderten - seine »Skriptentscheidung«. Sie ist maßgebend für den, oft noch unbewussten, persönlichen Lebensplan, denn die Gefühlsreaktionen und Verhaltensweisen werden um die entsprechende Entscheidung herum aufgebaut."

Sich auf diesem Wege seinem Lebensscript zu nähern geht zurück auf die sogenannte Transaktionsanalyse von Eric Berne. Sie ist deshalb sehr interessant, finde ich, weil viele Lebensscriptentscheidungen auf dem Einfluss des Elternhauses basieren  So studiert vielleicht die Tochter Theologie, weil ihr Vater ein so frommer Mann war und sie sich nichts Schöneres vorstellen kann als den Gedanken, der Papa könnte sich freuen, wenn seine Tochter, sein Liebling, in seine geistigen Fußstapfen tritt. 

Bewusst ist ihr das allerdings nicht.
Oder der Sohn wird Arzt, weil er gern der ständig kranken Mutter helfen möchte.
Bewusst ist ihm das allerdings nicht.
Kinder möchten gern ihre Eltern glücklich machen, nicht wissend, dass das Eltern nur selbst können. Intuitiv aber nehmen Kinder nun einmal manchmal auf, dass ihre Eltern dazu nicht in der Lage sind. Und sie möchten ihnen doch so gern helfen. Nur: Diese Reise endet meistens nicht so glücklich wie die Reisen der meisten Märchenhelden. Die können auch den alten Glückszustand nicht mehr herstellen, aber finden einen neuen.

Den finden wir manchmal oder oft nur, wenn wir unsere Script-Entscheidungen entdecken, aufdecken!

Jedenfalls sind wir in unserem Lieblinsgmärchen oder in unserer Lieblings-Sage oder -geschichte in der Regel gern der Held; und vielleicht sollten wir einmal begutachten, was uns das zu sagen hat, und sei es auch so, dass wir viele Sympathien gehabt  hätten mit dem Frosch aus der Froschprinzessin. Hauptsache, wir erkennen das - und erkennen das an.
Vorsicht, nicht immer muss man sich dafür womöglich schämen. Der Frosch in diesem Märchen ist immerhin unglaublich beharrlich. Er hat nicht nachgelassen auf dem ihm Versprochenen zu bestehen. Das hat schließlich die Prinzessin und ihn glücklich gemacht.

Letztendlich stellt sich auch die Frage: Gibt es eine Diskrepanz zwischen dem, was mein Held, meine Heldin wollte, und dem, was ich verwirkliche?

Manchmal gehört Mut dazu, sich die Dinge genau anschauen. Aber vergessen wir nicht: Es kann uns gesund machen, die Wahrheit zu erkennen und ihr zu ihrem Recht zu verhelfen.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Hören wir auf, heilig sein zu wollen, bevor wie menschlich geworden sind!

Das Böse ist heute zu einer sichtbaren Großmacht geworden, äußerte C.G.Jung (1875-1961) gegen Ende seines Lebens. Natürlich äußerte er das auf dem Hintergrund des ihm bekannten damaligen schrecklichen Weltgeschehens, wir aber müssen dies auf dem Hintergrund eines IS-Terrors, der an Kannibalismus kaum zu überbieten ist, erneut so dramatisch formulieren.

Es geht um tiefsitzende seelische Muster
Wie man mit einem Stock die Wasseroberfläche umrührt, so dünken mittlerweile nicht wenigen die Versuche, Erklärungen für das Geschehen, das sich weltweit abspielt, zu finden. Die tieferen Wasser der Seele lassen wir lieber unberührt. Wenn, dann bemühen wir u.a. geo-politische Erklärungsmuster oder die Radikalität eines fundamentalistischen Islam. Hinter aller Politik aber und den Menschen, die dort agieren, stehen seelische Muster, die uns, weil wir sie nicht sehen wollen, in eine dermaßen starre Zwangsjacke stecken konnten, dass mittlerweile sogar jene, die Seelisches als dumpfbackiges Gesäusel abtun wollen, erkennen müssen, dass mit den üblichen Erklärungen nicht mehr erklärbar ist, was in vielen Bereichen weltweit geschieht. In den Bildern der Apokalyse des Johannes ist zwar alles aufgezeichnet, auch das Geschehen unter der Wasseroberfläche, aber das beachtet niemand mehr. 
Tatsache ist - und darum wird es im Folgenden gehen: Nur, wenn wir - als Menschheit und persönlich - lernen, angemessen mit dem Dunklen, dem Bösen in uns umzugehen, finden wir eine dann auch selbst erkennende Erklärung für das momentane Geschehen und es kann sich auf der Erde etwas wirklich zum Positiven verändern.

Yin und Yang
Das Dunkle ist nicht das abartig Böse. Böse wird es, wenn es aus der Einheit von Yin und Yang austritt. Dann verselbständigt es sich und es kann u.a. entstehen, was wir heute z.B. als IS, den Islamischen Staat kennen. 
Wie konnte das geschehen?
Eben weil zu viele Menschen das Gute verselbständigt haben. Das waren nicht nur esoterische Lichtarbeiter, die alles gern in Licht und Liebe tauchen und das Licht verabsolutieren. Vereinzelt denken sie zwar an das Dunkle, aber wenn, dann existiert es natürlich nur außerhalb von ihnen.
Papst Franziskus wendet das Blatt!
Es waren und sind vor allem die beteiligt, die dauernd hehre Ideale predigten . . .
Wer weiterlesen möchte: hier

Samstag, 11. Oktober 2014

Auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen

Wenn ich selig bin
liege ich in den Armen
wie an der Mutterbrust
still und gestillt
wie damals
als ich selig war

- wenn es so war

Wenn ich selig bin
schweigt jede Sucht
jedes Suchen
keine Fata Morgana
kein falscher Genuss
kein eitles Geschwätz
Stille um mich
die Stille des Haines der Götter
versammelt um meine Wiege
deren Zeichen eine Harfe ist

Wenn ich selig bin
verstehe ich den Stall
damals in Bethlehem
ich verstehe das große Schweigen
zu Ehren der Ehrfurcht
die keine Furcht mehr ist
kein Selbstmitleid mehr
aus Furcht dass niemand da ist
der die Hand mir hält
wenn ich sterbe

Wenn ich selig bin
höre ich die Steine atmen
ich höre sie flüstern
Ich höre das Rauschen der Bäume
die glücklich sind 
über den Wind in ihren Armen
Hörst Du frage ich mich
die Ebbe der Welt
das Kommen der Flut

Wenn ich selig bin
trinke ich Nektar
auf der Hochzeit
von Himmel und Erde
und Gaia hält wieder
Uranos in den Armen
der keine Angst mehr haben muss
vor der Sichel des Kronos
denn die Zeit ist erlöst

Meine Zeit 
selige Zeit




Donnerstag, 9. Oktober 2014

Perhaps Love is like the mountains, full of conflict, full of change

Das Lied selbst ist ja von dem unvergessenen John Denver und die schönste Version finde ich, wenn Lene Siel es zusammen mit ihm singt. Aber leider ist das Video in Deutschland nicht mehr zugänglich. Dennoch, auch hier ist es voller Ausdruck gesungen . . .

.

Perhaps love is like a resting place,
a shelter from the storm.
It exists, to give you comfort,
it is there, to keep you warm.
And in those times of trouble,
when you are most alone:
The memory of love will bring you home.

Perhaps love is like a window,
perhaps an open door.
It invites you to come closer,
it wants to show you more.
And even if you lose yourself
and don't know what to do:
The memory of love will see you through.

Love to some is like a cloud,
to some as strong as steel.
For some a way of living,
for some a way to feel.
And some say, love is holding on,
and some say, letting go.
And some say, love is everything,
and some say, they don't know.

Perhaps love is like the mountains,
full of conflict, full of change.
Like a fire, when it's cold outside,
with thunder, when it rains.
If I should live forever,
and all my dreams come true:
My memories of love will be of you
.

Some say, love is holding on,
and some say, letting go.
Some say, love is everything,
and some say, they don't know.

Perhaps love is like the ocean,
full of conflict, full of pain.
Like a fire, when it's cold outside,
with thunder, when it rains.
If I should live forever,
and all my dreams come true:
My memories of love will be of you.

Montag, 6. Oktober 2014

Sie begleitet unseren Weg in den Welten der Vergänglichkeit: die gütige Göttin Tara

Die gütige Göttin Tara, die den Menschen auf seinem Weg durch die Welten bemitleidet und ihm hilft, ist aus der Trauer und den Tränen des Buddha Amitabha über die Zustände unter den Lebewesen in den Welten der Vergänglichkeit entstanden.
nach Sergius Golowin et al., Die großen Mythen der Menschheit


Montag, 29. September 2014

Kore, Heilige Jungfrau der Griechen, Herz der Welt und Seele der Erde.

Über Kali Ma, Urgrund und Mutter der Welt, wie sie in dem Gebet einer tantrischen Schrift bezeichnet wird, bin ich auf die griechische Göttin Kore gestoßen und ihr Bild hat mich fasziniert - vielleicht, weil sie so ganz anders wirkt als die hinduistische Göttin, deren Bild in der westlichen Welt geprägt ist durch ihr zerstörerisches Wesen, ihr alles Leben verschlingendes Sein. Sie steht für die schreckliche, dunkle Mutter, in die Männer gern archetypische Urängste projizieren. Doch wird überliefert, dass Poeten viel mehr innige Rufe des Herzens vernommen haben, wenn sie die Gottheit nicht als Vater, sondern als Mutter verstanden. 
Die Dichter der Kali Ma näherten sich, so lesen wir in Das geheime Wissen der Frauen, einem hervorrragenden und viele wenig bekannte Quellen ausschöpfenden Lexikon, der Göttin in Liebe und es heißt:


Nur im Fühlen ist sie zu erkennen. 
Wie also könnte Mangel an Gefühlen Sie finden?

In wenigen Worten wird hier das Dilemma westlich-männlichen Denkens aufgezeigt, für das unvorstellbar ist, dass Erkennen im Fühlen gründet. Vielleicht bleibt deshalb so vielen Männern der Zugang zu Kali Ma - manche der älteren Namen Kalis finden sich übrigens sogar in der Bibel wieder - versperrt; vielleicht ist darin der Grund zu sehen, dass vor allem ihr zerstörerischer Aspekt, der darauf basiert, dass mütterliches Sein immer auch den Tod, der zum Leben gehört, mit einschließt, so dominieren muss. Nur über das Fühlen nämlich schließt sich in Wirklichkeit auf, dass auch Tod in Liebe gebettet ist. Dieser Zugang aber bleibt westlich geprägtem Erkennen meist verwehrt. 
Dabei heißt es über Kali Ma:" Ohne Tod sind diejenigen, die an der Brust der Mutter des Universums lagen." Schatzhaus des Mitleids wurde sie genannt, Lebensspenderin der Welt. Zugleich aber war sie auch Kundalini, die weibliche Schlange, und glich damit der archaischen Schlangenmutter, der ägyptischen Weltschöpferin. 
Solche Zusammenhänge nun überfordern in aller Regel Theologen und Denker christlicher Provenienz, deren Gottesvorstellung geschichtslos aseptisch ist, keimfrei und nicht wirklich. Auch darin liegen Gründe, warum das Christentum sich heute so schwer tut. Die Welt zerfällt nicht in Heiden und Christen. Bewusstsein fließt durch alle Zeiten.

Zurück zu Kore:
Die ebenmäßigen ausdrucksstarken Züge, die so viel Selbstachtung ausstrahlen, haben mich sogleich fasziniert.




In Das geheime Wissen der Frauen ist zu lesen:
Die Heiligtümer bei Karnak in Ägypten sowie die bei Carnac in der Bretagne waren gigantische Tempel und Bestattungskomplexe, die vor über 5000 Jahren der Göttin Kar oder Kore geweiht waren. In Frankreich gab es vergleichbare Heiligtümer an Orten mit ähnlich klingenden Namen: Kerlescan, Kercado, Kermaria (...)
Car oder Carna war den Römern bekannt als »eine Göttin aus den alten Zeiten«; die archaische Form, in der sie verehrt wurde, hing mit den Karneia-Festen in Sparta und dem klassisch römischen Karneval zusammen. Mitunter tauchte auch die Gottheit Carmenta auf, d.h. »Geist von Car«; ihr wurde die Erfindung des römischen Alphabets zugeschrieben. Ein sehr alter Tempel auf dem Caelius war dieser Göttin geweiht. Eine spätere Abwandlung ihres Namens war Ceres, das Ursprungswort für Wörter wie Korn, Kern, Zerealien, Kardia usw.
Faszinierend, die Bedeutung des Ewig-Weiblichen, wie es sich hier weltweit zeigt; der große Weise aus Weimar wusste schon, warum er es am Ende seines Faust II so eindeutig hervorhebt.
Goethe, der in einem protestantischen Elternhaus aufgewachsen und streng lutherisch erzogen worden war, lässt dennoch sein über fast 60 Jahre hin verfasstes Werk katholisch-marianisch enden: Mit der Mater Gloriosa taucht ganz am Ende Maria auf und zuvor schon ein Doktor Marianus.

Die Gottesmutter wendet sich an das ebenfalls anwesende Gretchen, um der Seele des verstorbenen Faust zu helfen:
Komm! hebe Dich zu höhern Sphären!
Wenn er Dich ahnet, folgt er nach. 
Maria weiß sehr genau, wie Männer zu beeinflussen sind und so kann der Chorus Mysticus singen:
Das Unbeschreibliche,
Hier ist´s getan.
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.
Das gilt für Jahrtausende, die wir überschauen!

Nicht von ungefähr wird das griechische kardia und das lateinische cor - beide bedeuten in ihrer Sprache Herz - von den Namen der vorchristlichen Göttinnen abgeleitet.

Kali Ma, Kore, Maria:  vielleicht EIN Strom kosmisch-weiblicher Energie.

Montag, 22. September 2014

Vom Wilden Mann, dem Herrn der Tiere, dem Gott der Tiefe, der Wunden und des Opfers

Zu Beginn des Brüder-Grimm-Märchens Eisenhans finden wir den Wilden Mann in einem Tümpel.
Vermutlich haben ihn die Menschen da untergebracht, denn seiner würdig ist dieser Ort nicht.

Als tanzender Herr aller Geschöpfe finden wir ihn an den Wänden der Dordogne-Höhlen, die vermutlich ungefähr 12 ooo v. Christus entstanden.
Robert Bly schreibt bezeichnenderweise:
In unserer industriell geprägten Gesellschaft ignorieren wir die Große Mutter, und wir ignorieren auch den Gebieter der Tiere. Wir gehören zu den ersten Menschen in der Geschichte, die versucht haben zu leben, ohne ihn und seine Tiefe zu ehren, seine Verletztheit und sein Wissen um ein angemessenes Opfer. Das hat dazu geführt, dass unsere Opfer unbewusst, regressiv, sinnlos, undifferenziert, selbstzerstörerisch und sehr groß geworden sind.
Um 1515 hat der deutsche Maler Schweiger ein eindrucksvolles Bild von Maria Magdalena als Wilder Frau gemalt. Vielleicht wusste Jesus sie als solche zu schätzen - wer weiß.

Ich glaube, es ist nicht in seinem Sinn, dass sich das Christentum so sexualitätsfeindlch und asketisch aufführte. Kein Wunder schlägt heute die Sexualität völlig degenerierte Kapriolen.
Augustinus sagte, ein Mann schäme sich von Natur aus seiner körperlichen Begierden und Männer der ersten nachchristlichen Jahrhunderte flehten, so berichtet Justinus, Chirurgen an, sie zu kastrieren.
Dahinter stand die Ansicht, Sexualität verhindere geistiges Wachstum.

Ohne dass ein Mann in sich den Wilden Mann befreit - und um das zu können muss er den Schlüssel zum Käfig des Wilden Mannes unter dem Kopfkissen der Mutter entwenden (!) -, bleibt er ein Leben lang Handlanger seiner Mutter, ein großer Bub, der nicht wirklich eine erwachsene Frau finden kann, denn die duldet Gott sei Dank keine Mutter neben sich. Dafür findet der große Bub vielleicht eine Frau, die ihren Vater mitbringt.
Im Inneren dieser Menschen ist der Weg zum Großen Vater und zur Großen Mutter damit aber gewiss verbaut.

Die langjährige Jung-Mitarbeitern Marie-Louise von Franz stellte fest, dass ihr in den letzten Jahrzehnten in Träumen von Männern und Frauen eine Figur aufgefallen sei, die sprirituell sei, aber auch von Haaren bedeckt (übrigens: Maria Magdalena oben war das auch!), eine Art behaarter Christus. Sie war der Auffassung, dass die Seele heute nach einer neuen Figur verlange, einer religiösen, aber doch auch haarigen Figur, die in Verbindung stehe mit Gott und der Sexualität, mit dem Geist und mit der Erde.

Das impliziert eine haarige Forderung, zu haarig für die aseptischen Menschen heute, die doch den Körper von allen Haaren befreien - gewiss kein Zufall. 

Samstag, 20. September 2014

Herbert Grönemeyer - Der Mond ist aufgegangen

Der Mond ist aufgegangen,
die gold´nen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.


Vorhin suche ich für mein Webinar
eine Version von 
Der Mond ist aufgegangen
und finde das:





Nur schön!

Donnerstag, 18. September 2014

Die Generation Event startet wieder durch!

Das neue Schuljahr hat allüberall begonnen und der Trend wird sich weiter verstärken, dass das Normale, Alltägliche nicht mehr zählt, es sei denn, es wird zum Event.

Aufmerksam wurde ich auf diesen Aspekt, als mir vor den Großen Ferien eine Sportkollegin und dreifache Mutter genau das berichtete, dass nämlich jeder Kindergeburtstag, jedes mögliche Ereignis, das sich dafür eignet, zum Event stilisiert werden muss; sonst – so möchte ich den Gedanken fortführen – zählt es nicht, sonst ist es für ein Kind womöglich eine defizitäre Veranstaltung nach dem Motto: Wenn Du mich liebst, mach ein Event!

Sind intrinsisch Motivierte zunehmend von gestern?

Kinder, die nur vom Drei-Meter-Brett sprangen, wenn der Lehrer oder Klassenkameraden zusahen, gab es schon immer. In der Motivationspsychologie nennt man sie extrinsisch motiviert. Es gab oder gibt aber auch schon immer die anderen, denen es schnurzpiepegal ist, ob jemand zuguckt oder nicht: Sie springen, und ihr Sprung ist FÜR SIE ein Erlebnis, es ist ein ERLEBNIS AN SICH.

Dass ein Kind von Natur aus in die ein oder andere Richtung tendiert, mag sicherlich sein; natürlich aber gibt es eine Erziehung, die Kinder von Lob und Tadel abhängig macht und extrinsische Motivation schon früh konstelliert.

Und es gibt eine gesellschaftliche Entwicklung, die das ebenfalls fördert, denn was wir seit einiger Zeit wahrnehmen können, ist, dass in einem vorher nicht gekannten Ausmaß Menschen Dinge tun, nur, weil sie für andere ein Ereignis sind. Und diese Tatsache stilisiert sie in ihren eigenen Augen als Person offensichtlich zur beachtenswerten Persönlichkeit. Der Schein, das Event wird zum Zweck der Existenz. Damit einher geht, dass es nicht mehr primär darum geht, etwas selbst zu erleben, sondern damit prunken zu können, etwas erlebt zu haben.

Erfahrung im Sinne einer Persönlichkeitsbildung spielt immer weniger eine Rolle; Er-Leben degeneriert zum Event, zum Like-Auslöser auf diversen Plattformen.

Nur was geil ist, zählt.

wer weiterlesen möchte: hier

Dienstag, 16. September 2014

Wir sind von Natur aus Künstler des Lebens!

Man kann nicht erwarten, daß wir alle Wissenschaftler sind, aber wir sind von Natur aus so beschaffen, daß wir alle Künstler sein können — natürlich nicht bestimmte Künstler wie Maler, Bildhauer, Musiker, Dichter usw., sondern Künstler des Lebens. Dieser Beruf, »Künstler des Lebens«, mag neu und ziemlich seltsam erscheinen, aber tatsächlich sind wir alle als Künstler des Lebens geboren. Aus Unwissenheit jedoch üben die meisten von uns diese Kunst nicht aus, und das Ergebnis ist, daß wir unser Leben verpfuschen, indem wir fragen: »Was ist der Sinn des Lebens?« »Stehen wir nicht vor dem puren Nichts?« »Wohin gehen wir, wenn wir achtundsiebzig oder sogar neunzig Jahre alt geworden sind? Niemand weiß es« (...) Wie ich höre, ist dies der Grund für die Neurosen, an denen die meisten modernen Männer und Frauen leiden. Aber der Anhänger des Zen kann ihnen sagen: sie haben alle vergessen, daß sie als Künstler, als schöpferische Künstler des Lebens geboren wurden und daß sie von Neurosen, Psychosen, oder wie sie ihre Leiden auch nennen mögen, geheilt sein werden, sobald sie diese Tatsache und Wahrheit erkannt haben.

auf dem Franziskusweg/Rhön
Was versteht man nun unter einem Künstler des Lebens? Soviel wir wissen, müssen alle Arten von Künstlern irgendein Instrument benutzen, um sich auszudrücken und ihre Schöpferkraft in irgendeiner Form zu demonstrieren. Der Bildhauer benötigt Stein, Holz oder Ton sowie Meißel oder irgendwelche anderen Werkzeuge, um seine Ideen auf das Material zu übertragen. Aber ein Künstler des Lebens braucht nicht aus sich herauszugehen. Alles Material, alles Werkzeug, alle technische Handfertigkeit, die normalerweise erforderlich sind, trägt er vom Augenblick seiner Geburt, ja vielleicht schon bevor ihn seine Eltern geboren haben, in sich. Das ist ungewöhnlich und außerordentlich, sagen Sie vielleicht, aber wenn Sie ein wenig darüber nachdenken, werden Sie sicherlich verstehen, was ich meine. Wenn nicht, will ich es Ihnen noch genauer erklären: 
Der Körper, der physische Körper, den wir alle besitzen, ist das Material und entspricht der Leinwand des Malers, dem Holz, Stein oder Ton des Bildhauers, der Geige oder Flöte des Musikers, den Stimmbändern des Sängers. Und alles, was zum Körper gehört wie Hände, Füße, Rumpf, Kopf, Eingeweide, Nerven, Zellen, Gedanken, Gefühle, Sinne - kurz alles, was die gesamte Persönlichkeit ausmacht -, ist gleichzeitig das Material und das Werkzeug, mit dem der Mensch seine schöpferische Begabung in Verhalten Benehmen, in alle Formen von Handlungen, kurz in das Leben selbst umformt. 
Das Leben eines Künstlers des Lebens spiegelt jedes Bild wider, das er aus der unerschöpflichen Quelle seines Unbewußten erschafft. Jede seiner Taten ist Ausdruck seiner Originalität, Schöpferkraft und lebendigen Persönlichkeit. In ihm gibt es keine Konventionalität, keine Konformität, keine hemmende Motivierung. Er bewegt sich so, wie es ihm gefällt. Sein Verhalten ist wie das des Windes, der bläst, wie er mag. Sein Ich ist nicht in seiner fragmentarischen, begrenzten, gehemmten egozentrischen Existenz eingekerkert; er hat sein Gefängnis verlassen. 
Einer der großen Zen-Meister der Tang-Dynastie sagt: »Ein Mensch, der allüberall Herr seiner selbst ist, ist stets sich selbst treu.« Diesen Menschen nenne ich den wahren Künstler des Lebens. 
Sein Ich hat das Unbewußte, die Quelle unendlicher Möglichkeiten berührt. Er ist »Nicht-Geist«. 
Der hl. Augustinus sagt: »Liebe Gott und tu, was du willst.«

Daisetz Teitaro Suzuki in Zen-Buddhismus und Psychoanalyse

Samstag, 13. September 2014

DA BACH HAD SEHNSUCHT NACH'N FLUSS UND DA FLUSS HAD SEHNSUCHT NACH'N MEER

Einer meiner absoluten Lieblingssätze - von einem Mann, der viele merkens-werte und bemerkenswerte Sätze geschrieben hat und leider viel zu früh, 2007, verstorben ist, als er einem Krebsleiden erlag: Georg Danzer.

Ein weiterer wichtiger Satz kommt ebenfalls in dem folgenden Lied vor:

KA MENSCH WIRD OHNE SINN GEBURN ...

Ja, jeder Mensch, wenn er geboren wird, ist gleichsam in den Sinn seines Lebens eingebettet.
Leider gibt es viele Einflüsse, die doch viele, zu viele Menschen in Brackwasser oder Kehrwasser treiben, wo sie ihr Leben verbringen. 
Leider üben Vater oder Mutter oft einen unseligen Einfluss auf den Lebenslauf ihrer Kinder aus. Morgen, anlässlich meines Webinars, werde ich etwas ausführlicher darauf eingehen, was die C.G.Jung-Mitarbeiterin Marie-Louise von Franz über die männliche Seite in der Frau, den sogenannten Animus schreibt:
Der Vater gibt dem Geist der Tochter die spezifische Färbung jener erwähnten undiskutierbaren Ansichten 〚ein Aspekt, wie sich der Animus in einer Frau zeigen kann, worüber vorher geschrieben worden war〛, die so oft die Wirklichkeit der Tochter verfehlen. Leider merkt eine Tochter zu oft nicht, dass sie Ansichten vertritt, die gar nicht die ihren sind.
Ohne dass wir es merken, steuert manche Mutter das Leben ihres Sohnes - übrigens auch noch nach ihrem Tod - und dasselbe kann der Vater mit der Tochter tun. Kann, muss nicht - wir haben vieles in unserem Leben zu enttarnen und besonders skeptisch bin ich immer, wenn ich von jemandem höre: Ich habe ein ganz liebes Elternhaus gehabt.
"Liebe" kann so erdrückend sein, wenn Kinder immer lieb sein wollen, weil doch die Eltern so lieb sind/waren. - Vorsicht!

Der Sinn unseres Lebens ist, dass wir das Meer erreichen, dass wir nicht in einen Seitenarm reinschwimmen und uns da häuslich niederlassen, sondern dass wir uns von den Wassern des Lebens tragen lassen.
An Danzers Lied musste ich bei der Vorbereitung eines Seminars denken, im Rahmen dessen es um gefährliche Wasser geht.
Ja, wir müssen uns vorsehen, wenn die Charybde in uns lostost, wie sie das immer wieder tut, und dass wir als Mann z.B. nicht - wie der Schiffer im kleinen Schiffe, wie es in Heines Lied heißt - an einer Loreley scheitern. Dass wir uns nicht selbst um unser Leben bestehlen:

Im Schwarzwald: unterwegs zum Meer

















Georg, Danzer: MEI LEB'N

DE MEISTN LEB'N IHR LEB'N AUF PROBE
OIS KENNT'N S' OLLAS WIEDAHOIN
DAUN KUMMANS DRAUF DASS DES NED WOA IS
UND FÜHN SI UM IHR LEB'N BESCHDOIN
DAUNN WEANS GEHÄSSIG UND VABITTERT
UND WOIN DE JUNGAN EINEDRAHN
AUS REINA BOSHEIT UND AUS RACHE
WEUS SÖWA FEIGE SCHWEINE SAN

I HOIDS JEZD NIMMA LÄNGA AUS
UND DI ENTSCHEIDUNG FALLT NED SCHWER
DA BACH HAD SEHNSUCHT NACH'N FLUSS

UND DA FLUSS HAD SEHNSUCHT NACH'N MEER
MEI LEB'N IS MEI LEB'N
UND MEI LEB'N GHEAD MIA

I WASS GENAU, DASS IHR NED RECHT HABTS
UND WÜ NIE SO WERD'N WIE IHR
WEU EICHRE G'SICHTA SAN AUS PLASTIK
UND EICHRE HERZ'N AUS PAPIER

A HOFFNUGSLOSER OPTIMIST
IS ANA, DER AUNS GUADE GLAUBT
UND DEM, A WAUN ER TRAURIG IS
NIX AUF DA WÖD DIE HOFFNUNG RAUBT
MEI LEB'N IS MEI LEB'N
UND MEI LEB'N GHEAD MIA
(KANN VODA, KAN LEHRA, KAN MASTA, KAN SCHDOD)

UND ANS, DES MUASST DA TÄGLICH SCHWÖR'N
DI NIE UND NIMMA AUFZUGEB'N
DAUN KÄMPFST AN EHRENWERT'N KAUMPF
DES IS DA KAUMPF UMS ÜBERLEB'N
I HOB SO SEHNSUCHT NACH MIA SÖBST
I WÜ MEI LEB'N NED VERTUAN
I WASS NED FÜ, NUA ANS IS G'WISS:
KA MENSCH WIRD OHNE SINN GEBURN ...

Sonntag, 7. September 2014

Warum die Großmutter Groß-Mutter heißt und was man von Rotkäppchen lernen kann!

Man kann als Lehrer nicht umhin zu erkennen, dass Großeltern für Kinder eine bedeutende Rolle spielen. Bisweilen überwinden sie den Tod von Großvater oder Großmutter nur schwer. Jedenfalls habe ich das wiederholt festgestellt, wenn ich Klassenlehrer einer 5. und 6. Klasse war.
Immer wieder, wenn Kinder von ihrer Familie erzählt haben, dann taten sie das besonders liebevoll von der Großmutter, übrigens mehr noch als von dem Großvater.
Bei C.G. Jung habe ich gelesen, dass, wenn das kindliche Ich sich entwickelt und einen mehr und mehr differenzierenden Blick auf die eigene Mutter erlaubt, die Großmutter als Große Mutter in den Vordergrund rückt.
Die Große Mutter ist ja nach Ansicht des bedeutenden Schweizer Psychologen ein Archetypus in der menschlichen Seele, also ein Grundmuster, was jeder Mensch in sich trägt. Jeder hat in seiner Seele einen Platz für etwas, was Jung als etwas bezeichnet, das einer Idee im Sinne des griechischen Philosophen Platon gleichkommt, eine ursprüngliche Wesenheit.
Was da vorhanden ist - gleichsam ein Platzhalter, der gefüllt sein will - wird in jedes Menschen Leben in der Regel ausgefüllt durch die reale Mutter. Und wenn auf diese nicht mit der Zeit eine differenzierende, distanzierte Sicht eintritt, dann wirkt diese Mutter - gleichsam als Große Mutter - aus dem Urgrund der Seele ein Leben lang. Gerade bei einem Mann ist das wichtig, denn seine weibliche Seite, seine Anima, ist ja maßgeblich durch sie geprägt. Sie kann in seinem Leben als depressive Laune, Reizbarkeit und ewige Unzufriedenheit auftreten, sie kann es sein, die dem Mann immer einflüstert, dass doch alles keinen Sinn habe, sie kann eine heimlich-unheimliche Angst vor dem Tod in ihm installieren. Letztendlich kann sie auch verantwortlich sein für eine gelebte Homosexualität.
Wenn das Ich eine differenzierende Sicht auf die eigene Mutter erlaubt, übernimmt die Großmutter die bisherige Rolle der Mutter.
Sie wird zur Groß-Mutter.
Sie ist dann die Gestalt, in die alles Gute und weniger Gute hineinprojiziert wird; sie ist Pool für die Wärmespenderin und die Höhle, in die man sich kuschelt genauso wie das Hexenhafte, das man in ihrem Wesen vielleicht zu erspüren vermag, für alles Numinose, Vergangene.
Die eigentliche Große Mutter kennt keine Differenzierung in Gut und Böse.
Unglaublich, was dieser Archetypus für Ausprägungen erfahren kann - Jung hat sie einmal in Die Archetypen und das kollektive Unbewußte aufgelistet:


die persönliche Mutter und Großmutter; die Stief- und Schwiegermutter, irgendeine Frau, zu der man in Beziehung steht, auch die Amme oder Kinderfrau, die Ahnfrau und die Weiße Frau, in höherem, übertragenem Sinne die Göttin, speziell die Mutter Gottes, die Jungfrau (als verjüngte Mutter, zum Beispiel Demeter und Kore), Sophia (...); die Materie, die Unterwelt und der Mond, in engerem Sinne als Geburts- oder Zeugungsstätte der Acker, der Garten, der Fels, die Höhle, der Baum, die Quelle, der tiefe Brunnen, das Taufbecken (...); im engsten Sinne die Gebärmutter, jede Hohlform (...); die Yoni; der Backofen, der Kochtopf; als Tier die Kuh, der Hase und das hilfreiche Tier überhaupt.

Im Wesen des Menschen ist all dies als Bewusstsein enthalten und wirkt über Märchen und Volkslieder.
Das ein oder andere findet sich auch als Inhalt in meinem nächsten Webinar Die Weisheit der Volkslieder (II): Gefährliche Wasser für Liebe und Leben.

Die reale Großmutter ist also wirklich oft eine Große Mutter - und es ist gut, dass sie es sein kann.
Wir brauchen dieses heimelige Gefühl, dieses Gefühl, daheim zu sein, ein Gefühl, dass uns die Große Mutter gibt - oder sagen wir: geben möchte, wenn uns der Zugang zu ihr nicht verstellt ist. Siegfrieds Kampf gegen den Drachen war auch ein Kampf gegen den negativen, zerstörerischen Aspekt der Großen Mutter. 

Gut, wenn man, wie Rotkäppchen, so einen wachen Animus, eine wache männliche Seite hat wie es in seinem Falle der Jäger ist; denn manchmal ist man nicht einmal in der Lage, den Wolf von der Großmutter zu unterscheiden.
Gut im Übrigen auch, wenn man aus Fehlern lernt; Rotkäppchen konnte das, es heißt nämiich bei den Gebrüdern Grimm,
daß einmal, als Rotkäppchen der alten Großmutter wieder Gebackenes brachte, ein anderer Wolf ihm zugesprochen und es vom Wege habe ableiten wollen. Rotkäppchen aber hütete sich und ging gerade fort seines Wegs und sagte der Großmutter, daß es dem Wolf begegnet wäre, der ihm guten Tag gewünscht, aber so bös aus den Augen geguckt hätte: »Wenn's nicht auf offner Straße gewesen wäre, er hätte mich gefressen.« »Komm«, sagte die Großmutter, »wir wollen die Türe verschließen, daß er nicht herein kann.« Bald darnach klopfte der Wolf an und rief: »Mach auf, Großmutter, ich bin das Rotkäppchen, ich bring dir Gebackenes.« Sie schwiegen aber still und machten die Türe nicht auf: da schlich der Graukopf etlichemal um das Haus, sprang endlich aufs Dach und wollte warten, bis Rotkäppchen abends nach Haus ginge, dann wollte er ihm nachschleichen und wollt's in der Dunkelheit fressen. Aber die Großmutter merkte, was er im Sinn hatte. Nun stand vor dem Haus ein großer Steintrog, da sprach sie zu dem Kind: »Nimm den Eimer, Rotkäppchen, gestern hab ich Würste gekocht, da trag das Wasser, worin sie gekocht sind, in den Trog.« Rotkäppchen trug so lange, bis der große, große Trog ganz voll war. Da stieg der Geruch von den Würsten dem Wolf in die Nase, er schnupperte und guckte hinab, endlich machte er den Hals so lang, daß er sich nicht mehr halten konnte und anfing zu rutschen: so rutschte er vom Dach herab, gerade in den großen Trog hinein, und ertrank. Rotkäppchen aber ging fröhlich nach Haus, und tat ihm niemand etwas zuleid.

Mittwoch, 3. September 2014

Endlich ein Ende mit dieser politischen Bigotterie!

Während sich Hunderttausende von Landsleuten für kaum 7 Euro netto bucklig arbeiten - wissend, dass sie im Alter bettelarm sind -, kümmert sich Angela Merkel vor allem um Außenpolitisches.
Die SPD in Person des Außenminister Steinmeier nicht minder (warten wir das nächste Wählervotum auf Bundesebene ab! Die SPD wird mal wieder nicht verstehen, wie es zustande kommt, wo doch ihr Frank Walter so beliebt ist und so gute Arbeit leistet . . .).

Um 3.30 Uhr aufstehen, um 6 Uhr das Kind abliefern . . .

Menschen wie diese alleinerziehende Mutter und Multi-Jobberin, die im Fokus der von der Tagesschausprecherin Judith Rakers gestalteten NDR-Reportage am Freitag, 5. September um 21.15 Uhr standen, beginnen ihren Tag um 3.30 Uhr, liefern ihr Kind um 6 Uhr im Kindergarten ab und treten ihren Job um 7 Uhr nach 50 Minuten Fahrzeit an. Manchmal geht der Tag bis zum nächsten Morgen um 6.30 Uhr, wenn nämlich der Zweit-Job ansteht, der das finanzielle Überleben sichert. - Beide Frauen waren am 2. September vorab bei Markus Lanz zu sehen.

Woran liegt es, dass für unsere Gesellschaft, ihre Not zu wenden nicht not-wendig ist?
Woran liegt es, dass diese Parteien mit ihrem „C“ = christlich für solche Menschen im Grunde kein Interesse zeigen, auch wenn sie nicht umhin konnten, den Mindestlohn einzuführen?
Woran liegt es, dass wir ergriffen dem Schicksal solch einer Frau und vergleichbarer lauschen - das Herz tut uns weh und wir überlegen kurzfristig, ob wir ihr nicht ein oder ein paar Hunderter zukommen lassen können -, aber im Alltag diese Menschen nicht sehen, nicht finden, die ja irgendwo sein müssen?

Es sind ja nicht Hunderte oder Tausende, es sind mittlerweile Hundertausende.
Diese Menschen haben ja keine Kraft und Zeit, sich zu organisieren. Zudem halten sich nicht wenige unter ihnen dank ihrer Erziehung für schuld an ihrem Dilemma - dann also den Mund halten! - Die Kirchen machen nicht wirklich den Mund auf für sie, die Gewerkschaften auch nicht, die Parteien schon gar nicht.

Eine gewaltige kollektive Vorurteilsstruktur

Irgendwie sind sie doch auch selber schuld. Meistens sind es doch Alleinerziehende, die sich getrennt haben, wahrscheinlich bindungsunfähig oder so verkappte Emanzen, die nicht wirklich eine Beziehung wollten.
Und die, die so ein Schicksal trifft, die haben es doch auch irgendwie gewollt! Mal ehrlich, wer will, bringt es auch zu was! Kann doch schließlich jeder heute einen vernünftigen Beruf lernen!
Nicht wahr!

Es muss eine gewaltige kollektive Vorurteilsstruktur geben, die es möglich macht, dass unser Land geflissentlich hunderttausende von Schicksalen ignoriert.
Klar gucken wir doch lieber alle nach oben als nach unten! Das würde ansonsten bedeuten, dass wir in uns nach unten gucken müssten in irgendwelche vor sich hinmorchelnden Keller eines ziemlich intoleranten Umgangs mit ziemlich intoleranten Seiten in uns und somit auch mit realen Menschen, die nicht im Licht stehen.
Im Blitzlichtgewitter der Medien stehen Muttergestalten wie Angela Merkel. 

Gern kümmert sie sich um die im Licht stehenden Deutschen und um die nicht im Licht Stehenden, vorausgesetzt, sie leben im Ausland - mit denen kann man halt einfach auch weltpolitisch mehr Image-Punkte sammeln, als wenn man sich um so eine Frau aus Hamburg kümmert, wie sie am Freitag zu sehen sein wird.

Familie in Not!

Oder um eine Familie, von deren Schicksal auf der betterplace-Plattform zu lesen ist, von der dort aber zwischen so viel Syrien-Problemen - wobei diesen Menschen gewiss auch geholfen werden sollte - kein Mensch Notiz nimmt, die hier aber beispielhaft ausgewählt sein soll, weil sie mitten unter uns untergeht. 
Jürgen Lehner, der dieses Hilfsprojekt betreut, schreibt dort:

Akut benötigt eine Familie mit 4 Kindern unsere Hilfe, die nach schwerer Krankheit des Vaters vor der Zwangsversteigerung steht. Der Vater ist seit Jahren Mitglied des Nürnberg Business Club und war immer hilfsbereit für andere da.
Noch kann diese Familiengeschichte ein gutes Ende nehmen.

Um ihren 4 Kindern ein gutes Umfeld zu bieten, haben die Eltern ein kleines Eigenheim finanziert. Der Halbtagsjob der Mutter und die Selbständigkeit des Vaters reichten gerade so. Auf Urlaub und viele Annehmlichkeiten mussten sie jedoch verzichteten. Wichtig war ihnen, dass die Kinder glücklich aufwachsen und ihre Kindheit genießen können.

Unerwartet erkrankte der Vater schwer und das Einkommen seiner Selbständigkeit fiel weg. Die Altersrücklagen wurden angegriffen und der Gürtel um einiges enger geschnallt. Ihre große Sorge galt jetzt besonders den 4 Kindern, die noch zur Schule gehen und eine unbeschwerte Kindheit haben sollen.
Von der Bank wurde nun die Verlängerung des Darlehens abgelehnt und die Zwangsversteigerung eingeleitet. Für das Heim hatte die Familie jahrelang Entbehrungen auf sich genommen, auf Urlaub und viele Annehmlichkeiten verzichtet.
Es ist leicht vorstellbar, welch schwere psychische und auch physische Belastung die Familie durchmacht. Falls es zur Zwangsversteigerung kommt, geht alles verloren für was die Eltern ein Leben lang gearbeitet hatten. Die Kinder werden aus ihrem Umfeld gerissen und verlieren ihr Zuhause.

Damit es nicht so weit kommt und die Zwangsversteigerung noch abgewendet werden kann, wurde dieses Hilfsprojekt ins Leben gerufen.
Ziel des Hilfsprojekts ist es, dass das Zuhause von einer Genossenschaft übernommen und der Familie das Wohn- und Nutzungsrecht gewährt wird. Damit hat die Familie mit geringerer Belastung wieder Luft ihr Leben zu ordnen und den Kindern bleibt ihr Zuhause erhalten.

Spenden über betterplace.org oder direkt über das Konto des Nürnberg Business Club kommen zu 100% an:

SET-4U Services
Postbank Nürnberg
IBAN: DE 10 760 100 850 002 247 855
BIC: PBNKDEFF
Vermerk: "Familie in Not, F. Nuernberger 2014“

Was ansteht

Ich finde es an der Zeit, höchste Zeit, dass Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, sehr vermögende Sportverbände wie der DFB, große Firmen und andere Einrichtungen sich zusammensetzen und einen Fond gründen, der Menschen in Not unterstützt und der sich Gedanken macht, wie ein Land, das doch wirklich blüht, bereit ist, sich seiner Schattenseite anzunehmen, die eben auch darin besteht, dass unter uns Hunderttausende, um zu überleben, multijobben müssen.

Unsere Parteien allein kriegen das nicht hin. Sie haben zu wenig Interesse an den Menschen.

Wir wissen genau, dass Hunderttausende von Menschen in einigen Jahren in großer Altersarmut leben werden, einer Altersarmut, die dann auch ein Deutschland, das sein Herz entdeckt hat, nicht mehr verhindern kann.