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Mittwoch, 3. September 2014

Endlich ein Ende mit dieser politischen Bigotterie!

Während sich Hunderttausende von Landsleuten für kaum 7 Euro netto bucklig arbeiten - wissend, dass sie im Alter bettelarm sind -, kümmert sich Angela Merkel vor allem um Außenpolitisches.
Die SPD in Person des Außenminister Steinmeier nicht minder (warten wir das nächste Wählervotum auf Bundesebene ab! Die SPD wird mal wieder nicht verstehen, wie es zustande kommt, wo doch ihr Frank Walter so beliebt ist und so gute Arbeit leistet . . .).

Um 3.30 Uhr aufstehen, um 6 Uhr das Kind abliefern . . .

Menschen wie diese alleinerziehende Mutter und Multi-Jobberin, die im Fokus der von der Tagesschausprecherin Judith Rakers gestalteten NDR-Reportage am Freitag, 5. September um 21.15 Uhr standen, beginnen ihren Tag um 3.30 Uhr, liefern ihr Kind um 6 Uhr im Kindergarten ab und treten ihren Job um 7 Uhr nach 50 Minuten Fahrzeit an. Manchmal geht der Tag bis zum nächsten Morgen um 6.30 Uhr, wenn nämlich der Zweit-Job ansteht, der das finanzielle Überleben sichert. - Beide Frauen waren am 2. September vorab bei Markus Lanz zu sehen.

Woran liegt es, dass für unsere Gesellschaft, ihre Not zu wenden nicht not-wendig ist?
Woran liegt es, dass diese Parteien mit ihrem „C“ = christlich für solche Menschen im Grunde kein Interesse zeigen, auch wenn sie nicht umhin konnten, den Mindestlohn einzuführen?
Woran liegt es, dass wir ergriffen dem Schicksal solch einer Frau und vergleichbarer lauschen - das Herz tut uns weh und wir überlegen kurzfristig, ob wir ihr nicht ein oder ein paar Hunderter zukommen lassen können -, aber im Alltag diese Menschen nicht sehen, nicht finden, die ja irgendwo sein müssen?

Es sind ja nicht Hunderte oder Tausende, es sind mittlerweile Hundertausende.
Diese Menschen haben ja keine Kraft und Zeit, sich zu organisieren. Zudem halten sich nicht wenige unter ihnen dank ihrer Erziehung für schuld an ihrem Dilemma - dann also den Mund halten! - Die Kirchen machen nicht wirklich den Mund auf für sie, die Gewerkschaften auch nicht, die Parteien schon gar nicht.

Eine gewaltige kollektive Vorurteilsstruktur

Irgendwie sind sie doch auch selber schuld. Meistens sind es doch Alleinerziehende, die sich getrennt haben, wahrscheinlich bindungsunfähig oder so verkappte Emanzen, die nicht wirklich eine Beziehung wollten.
Und die, die so ein Schicksal trifft, die haben es doch auch irgendwie gewollt! Mal ehrlich, wer will, bringt es auch zu was! Kann doch schließlich jeder heute einen vernünftigen Beruf lernen!
Nicht wahr!

Es muss eine gewaltige kollektive Vorurteilsstruktur geben, die es möglich macht, dass unser Land geflissentlich hunderttausende von Schicksalen ignoriert.
Klar gucken wir doch lieber alle nach oben als nach unten! Das würde ansonsten bedeuten, dass wir in uns nach unten gucken müssten in irgendwelche vor sich hinmorchelnden Keller eines ziemlich intoleranten Umgangs mit ziemlich intoleranten Seiten in uns und somit auch mit realen Menschen, die nicht im Licht stehen.
Im Blitzlichtgewitter der Medien stehen Muttergestalten wie Angela Merkel. 

Gern kümmert sie sich um die im Licht stehenden Deutschen und um die nicht im Licht Stehenden, vorausgesetzt, sie leben im Ausland - mit denen kann man halt einfach auch weltpolitisch mehr Image-Punkte sammeln, als wenn man sich um so eine Frau aus Hamburg kümmert, wie sie am Freitag zu sehen sein wird.

Familie in Not!

Oder um eine Familie, von deren Schicksal auf der betterplace-Plattform zu lesen ist, von der dort aber zwischen so viel Syrien-Problemen - wobei diesen Menschen gewiss auch geholfen werden sollte - kein Mensch Notiz nimmt, die hier aber beispielhaft ausgewählt sein soll, weil sie mitten unter uns untergeht. 
Jürgen Lehner, der dieses Hilfsprojekt betreut, schreibt dort:

Akut benötigt eine Familie mit 4 Kindern unsere Hilfe, die nach schwerer Krankheit des Vaters vor der Zwangsversteigerung steht. Der Vater ist seit Jahren Mitglied des Nürnberg Business Club und war immer hilfsbereit für andere da.
Noch kann diese Familiengeschichte ein gutes Ende nehmen.

Um ihren 4 Kindern ein gutes Umfeld zu bieten, haben die Eltern ein kleines Eigenheim finanziert. Der Halbtagsjob der Mutter und die Selbständigkeit des Vaters reichten gerade so. Auf Urlaub und viele Annehmlichkeiten mussten sie jedoch verzichteten. Wichtig war ihnen, dass die Kinder glücklich aufwachsen und ihre Kindheit genießen können.

Unerwartet erkrankte der Vater schwer und das Einkommen seiner Selbständigkeit fiel weg. Die Altersrücklagen wurden angegriffen und der Gürtel um einiges enger geschnallt. Ihre große Sorge galt jetzt besonders den 4 Kindern, die noch zur Schule gehen und eine unbeschwerte Kindheit haben sollen.
Von der Bank wurde nun die Verlängerung des Darlehens abgelehnt und die Zwangsversteigerung eingeleitet. Für das Heim hatte die Familie jahrelang Entbehrungen auf sich genommen, auf Urlaub und viele Annehmlichkeiten verzichtet.
Es ist leicht vorstellbar, welch schwere psychische und auch physische Belastung die Familie durchmacht. Falls es zur Zwangsversteigerung kommt, geht alles verloren für was die Eltern ein Leben lang gearbeitet hatten. Die Kinder werden aus ihrem Umfeld gerissen und verlieren ihr Zuhause.

Damit es nicht so weit kommt und die Zwangsversteigerung noch abgewendet werden kann, wurde dieses Hilfsprojekt ins Leben gerufen.
Ziel des Hilfsprojekts ist es, dass das Zuhause von einer Genossenschaft übernommen und der Familie das Wohn- und Nutzungsrecht gewährt wird. Damit hat die Familie mit geringerer Belastung wieder Luft ihr Leben zu ordnen und den Kindern bleibt ihr Zuhause erhalten.

Spenden über betterplace.org oder direkt über das Konto des Nürnberg Business Club kommen zu 100% an:

SET-4U Services
Postbank Nürnberg
IBAN: DE 10 760 100 850 002 247 855
BIC: PBNKDEFF
Vermerk: "Familie in Not, F. Nuernberger 2014“

Was ansteht

Ich finde es an der Zeit, höchste Zeit, dass Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, sehr vermögende Sportverbände wie der DFB, große Firmen und andere Einrichtungen sich zusammensetzen und einen Fond gründen, der Menschen in Not unterstützt und der sich Gedanken macht, wie ein Land, das doch wirklich blüht, bereit ist, sich seiner Schattenseite anzunehmen, die eben auch darin besteht, dass unter uns Hunderttausende, um zu überleben, multijobben müssen.

Unsere Parteien allein kriegen das nicht hin. Sie haben zu wenig Interesse an den Menschen.

Wir wissen genau, dass Hunderttausende von Menschen in einigen Jahren in großer Altersarmut leben werden, einer Altersarmut, die dann auch ein Deutschland, das sein Herz entdeckt hat, nicht mehr verhindern kann.

Kommentare:

~ Clara Pippilotta ~ hat gesagt…

Wahre Worte, lieber Johannes! Das Problem ist wohl auch, dass es schon fast ein kollektiver Glaubenssatz ist, der sich in den Köpfen festgesetzt hat und der sagt, dass jeder selbst schuld ist, der so leben muss. Unglaublich viele Menschen sind der Ansicht, dass es richtig ist, dass Menschen im Niedriglohnsektor jobben und von ihrer Ganztagstätigkeit nicht mehr vernünftig leben können. Frau Merkel hat das maßgeblich mit gesteuert, dass es soviele arme Menschen in diesem Land gibt - und die Deutschen wählen sie immer wieder. Es gibt wohl noch zuviele Menschen in diesem Land, denen es zu gut geht. Anders kann ich mir das nicht mehr erklären.

Christlichkeit ist doch heute nur noch ein Wort. Die Christdemokraten haben diese Bezeichnung nicht verdient, sie führen sie geradezu ad absurdum.

Liebe Grüsse
Clara

Johannes G. Klinkmüller hat gesagt…

Ja, da hast Du Recht, das sehe ich auch so. Christlichkeit ist halt kein geschützter Begriff, sonst wäre er Ihnen schon längst untersagt.

Vor allem die, die seit Geburt kein Vertrauen ins Leben haben - die fühlen sich, wenn sie auch noch arm sind, schnell schuldig . . . dann auf jeden Fall den Mund halten!

LIebe Grüße zurück !
Johannes