Seiten

Samstag, 31. Dezember 2016

Vier Frauen für ein Hallelujah!

Die erste uns bekannte deutsche Dichterin, geboren um 935, ihres Zeichens Kanonisse eines Klosterstifts, lässt in einem ihrer Dramen den Mönch Abraham erleben, wie seine Nichte Maria zur Hure wird, die, wie er erfahren muss, mehrmals täglich Freier bedient, obwohl er ihr doch einst bei sich eine Zelle ohne Türe baute, damit sie erbaulich lebe. - Ein für ein Stiftsfräulein durchaus ungewöhnlicher Stoff, zumal vor mehr als tausend Jahren. 

Unsere Kultur hält uns einen Spiegel vor

Ein Blick zurück in frühere Zeiten - und wir sind damals noch nicht einmal an den Wurzeln deutscher und deutschsprachiger Kultur -, lässt uns auf eine seltsame Weise zur Ruhe kommen, hält uns einen Spiegel vor und lässt uns erkennen, dass unser Fundament und Mauerwerk nicht auf Sand gebaut ist, sondern auf dem Denken und Handeln von Menschen mit tief wurzelnden religiösen Überzeugungen und mit einem geistigen Koordinatensystem, das wir heute so vielfach gerade bei unseren politisch tätigen Zeitgenossen vermissen.


wer weiterlesen möchte: hier

Freitag, 23. Dezember 2016

Bergkristall-Weihnachten

Zu einer Zeit, als noch an deutschen Schulen Novellen wie Theodor Storms Schimmelreiter oder sein Pole Poppenspäler, die Judenbuche der Droste und Gottfried Kellers Kleider machen Leute gelesen wurden, war Adalbert Stifters Erzählung Bergkristall der Deutschen liebste Weihnachtsgeschichte. Obwohl fast vergessen: Sie enthält einen der schönsten Sätze, die je ein Kind über die Christnacht gesagt hat.

Geschrieben hat sie ein Mann, geboren 1805 in Böhmen, dessen Stil unter Germanisten durchaus umstritten war und ist. Unterstellt wurden vor allem seinem Altersstil zu viele Wiederholungen und eine oberflächliche Darstellungsweise. – Wissenschaftler tun sich nun einmal schwer, Leute so sein lassen, wie sie sind.

Gewiss allerdings ist, dass heute die meisten Jugendlichen ein Gutteil seiner Erzählungen, so auch Bergkristall, nach der ersten Seite wegzappen würden – und viele Erwachsene sicherlich auch, zumal die Novelle zunächst, für manchen sicherlich zu langatmig, auf die kirchlichen Festtage wie Ostern und Pfingsten und schließlich auf Weihnachten eingeht und wir unter anderem vernehmen, dass die Kinder nicht eher das Zimmer betreten durften,
als bis das Zeichen gegeben wird, dass der heilige Christ zugegen gewesen ist und die Geschenke, die, er mitgebracht, hinterlassen hat. Dann geht die Tür auf, die Kleinen dürfen hinein, und bei dem herrlichen, schimmernden Lichterglanze sehen sie Dinge auf dem Baume hängen oder auf dem Tische herumgebreitet, die alle Vorstellungen ihrer Einbildungskraft weit übertreffen, die sie sich nicht anzurühren getrauen, und die sie endlich, wenn sie sie bekommen haben, den ganzen Abend in ihren Ärmchen herumtragen und mit sich in das Bett nehmen. Wenn sie dann zuweilen in ihre Träume hinein die Glockentöne der Mitternacht hören, durch welche die Großen in die Kirche zur Andacht gerufen werden, dann mag es ihnen sein, als zögen jetzt die Englein durch den Himmel oder als kehre der heilige Christ nach Hause, welcher nunmehr bei allen Kindern gewesen ist und jedem von ihnen ein herrliches Geschenk hinterbracht hat.


Will das heute noch jemand lesen?



wer weiterlesen möchte:
hier


Freitag, 16. Dezember 2016

Das Gute in uns und auf der Erde: kein Selbstläufer mehr!

In der Vergangenheit konnten sich die Menschen darauf verlassen, dass für sie, eingebettet in das Göttliche  - später dazu mehr -, sich das Gute schon durchsetzt. Doch hat sich im Wesen der Menschen etwas dramatisch verändert:


Mit dem Erstarken ihrer mentalen Autonomie, ihres Intellekts, mit dem Erstarken eines emotionalen Bewusstseins ist das Ich der Menschen mittlerweile so stark, dass sich viele von den geistigen Hintergrundkräften, die ihr Sein bisher bestimmten, lossagen.
Möglich ist dies durch die freie Entscheidungsmöglichkeit, mit diesen Kräften zusammenzuarbeiten, sie außen vorzulassen oder gar bewusst gegen sie zu arbeiten.

Die beiden letzteren Möglichkeiten haben gravierende Folgen für das Leben auf diesem Planeten. Tatsächlich spüren das viele Menschen zur Zeit.

wer weiterlesen möchte: hier

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Merkel, die Mutter der Armen? - Nicht der deutschen Armen!

Keine ihrer großartigen Versprechen von früher hat sie eingelöst!

Wie sagte sie vor vielen Jahren: "Ich will, dass die Union den Wandel gestaltet!"

In der Tat wurstelt sie sich nur durch. Jeder vierte Deutsche arbeitet mittlerweile im Niedriglohnbereich! - Das muss man sich mal vorstellen.

Stattdessen lügt diese Frau den Leuten die Taschen voll!

Wie lange noch?

Auch leere Versprechen, die Methode machtlüsterner, aber charakterschwacher Politiker sind Lügen! Das gilt gerade auch für die, die so bieder aussehen, aber um des Machterhalts willen Verträge mit Despoten wie Erdogan schließen:





Nachtrag;
Endlich einmal klare Worte von Angela Merkel. Man kann sich vorstellen, wie schlimm es sein muss, dass diese sonst in aller Regel so weichgespülte Frau zu so deutlichen Worten kommt;es wird auch höchste Zeit - zu lesen auf WELTN24:

Die Lage in Syrien und in Aleppo sei "sehr deprimierend", sagte Merkel beim EU-Gipfel. Die Gipfelteilnehmer hätten noch einmal "insbesondere Russland und auch Iran dafür verantwortlich gemacht", dass Zivilisten und Krankenhäuser angegriffen worden seien.
"Natürlich haben wir alle festgestellt, dass wir viel weniger tun können, als wir gerne tun würden", sagte die Kanzlerin weiter. "Sehr deprimierend" sei die Lage, "weil wir alle etwas sehen im 21. Jahrhundert, was zum Schämen ist, was das Herz bricht". Angesichts des durch einige Vetomächte blockierten UN-Sicherheitsrats sprach Merkel auch von einem "Versagen der Handlungsfähigkeit" des Gremiums der Vereinten Nationen.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Mein Dialog mit Julia!

Etwas, was mich absolut nervt, ist die Suche, wo man sich ausloggen kann, denn der Button dazu ist bei jedem Dienstleister woanders. Immerhin weiß ich ja als guter Verbraucher, dass man sich ausloggen sollte, damit niemand auf meinen noch fahrenden Zug springt, wenn ich mich, immer noch eingeloggt, einfach weggeklickt habe und schon längst Kaffee trinke.

Bei kabeldeutschland ging es mir auch so, nirgends habe ich gefunden, wo ich mich stilgerecht entfernen könnte.

Da sah ich Julia mit ihrem Angebot: Fragen Sie mich! Ich helfe Ihnen weiter.

Also hab ich sie der Kürze halber und schreibfaul, wie ich auch sein kann, einfach gefragt: Wo ausloggen?

Darauf Julia: Wollen Sie sich mit diesen Worten verabschieden? Sie können mit mir übrigens ganz normal reden.

Das hab ich als leise tadelnden Hinweis verstanden, dass es ihr lieber ist, wenn man ganze deutsche Sätze bildet.

Solchermaßen sanft gerügt und weil ich mich ja wirklich verzweifelt versuchte zu verabschieden, schrieb ich einfach: Ja! 

Darauf Julia: Super! 

Danke Julia! 

Klar saß ich dann eine Weile leicht konsterniert vor meinem Computer. Irgendwie hatte ich doch nicht damit gerechnet, dass sie sich so freut, wenn ich gehe.

Als ich Julia wieder anblickte und mir gerade durch den Kopf gegangen war, ob wir nicht eigentlich schon beim Du gewesen waren, schrieb sie mir: Wie ich sehe, sind Sie gerade anderweitig beschäftigt. Wenn Sie weitere Fragen haben, bin ich gerne für Sie da.
(dabei klopfte sie an eine imaginäre Scheibe und winkte mir zu)

Ehrlich, ich finde Julia schon ein bisschen ein wenig aufdringlich. Einfach über die Computerlinse zu gucken, was ich so treibe (wie ich sehe ...)!
Ob sie das mit jedem macht - oder nur mit mir?

Mir fiel ein, ich frag sie einfach, was ich dann auch tat: Guckst Du nur mir so zu?

Darauf Julia: Tut mir leid - aber ich habe Ihre Frage nicht verstanden. Versuchen Sie es bitte nochmal in anderen Worten.

Ich: Ob Du nur mir so zuschaust? 

Julia: Oh je, ich kann Ihre Eingabe nicht deuten. Ich muss noch eine Menge lernen! Zum Glück lerne ich täglich dazu. Versuchen Sie es bitte nochmal in anderen Worten. 
  
Na ja, dachte ich, vielleicht ist ihr die Frage zu persönlich und sie ist irgendwie dadurch blockiert. 
Deshalb fragte ich einfach, weil sie ja zu Beginn unseres Gespräches mir eine doch recht persönliche Frage gestellt hatte, nämlich, ob ich mich verabschieden wolle: Fragst Du das jeden?  

Julia muss mittlerweile ziemlich verzweifelt sein (dass mir aber auch die Empathie fehlt, so etwas zu erspüren!):  Tut mir leid, aber ich verstehe Ihre Anfrage noch nicht. Damit mein Wissen um diese Thema erweitert wird, habe ich Ihre Anfrage weitergeleitet. Bald kann ich Ihnen dann auch eine Antwort darauf geben.

Hoppla, jetzt versagt ihr schon die Grammatik: Mein Wissen um diese Thema ???

Schade Julia, aber ich klick mal lieber weg. Sonst kommt noch Julius. 

Dienstag, 6. Dezember 2016

Die politische Schlaftablette!

„Ich brauche Dich“, sagt die Schlaftablette, „mach bitte schön den Mund auf und sag aaa!
Das wirkt! Eine Partei und ein Volk machen den Mund auf, schlucken brav und die Schlaftablette macht, wie bisher schon, auch den Tag zur Nacht!

Nicht, dass ich Ihnen zu nahetreten möchte, Frau Merkel, aber Wahrheit ist keine Beleidigung. Es ist nun einmal so: Wenn ich Sie sehe, sinken mir die Mundwinkel herunter und die  Lider gleich mit. Wissen Sie, ich denke an Zeiten, als das Griechenland-Problem noch für knapp 40 Milliarden zu lösen war. Heute dürften in Wahrheit keine 400 Milliarden mehr reichen. Meinen Sie auch, dass Sie da was verschlafen haben? So schlaftablettenmäßig? Nein, klar, Ihre Rente ist sicher . . .

Oder, was ich auch so bei mir denke: Bei uns gibt es doch ziemlich viel Leute, die keinen Cent auf die Seite kriegen und bei denen am 20. Monatsende ist. Sie kennen solche Leute nicht, aber eine gute Bekannte von mir - ihr Mann hat sie recht frühzeitig verlassen - hat drei Kinder großgezogen und dabei in der mobilen Altenpflege gearbeitet. Später, als die Kinder groß waren, deutschlandweit. Bis ein Burn Out sie stoppte. Für längere Zeit. Da war sie aber schon über 60. Heute kriegt sie 700 Euro Rente. Das zwingt sie mit ihren 67 Jahren, vier Tage in der Woche ein paar Stunden im Kindergarten in der Küche zu arbeiten. Angestellt bei der Caritas, einem Arbeitgeber, wie ich ihn keinem wünsche. So kriegt sie noch 350 Euro. Ohne die geht´s gar nicht. Gut, sie hat Kinder, die würden sie nie hängen lassen, aber wie sagte sie mir kürzlich: So lange ich auf den eigenen Beinen stehen kann, will ich nicht anderen zur Last fallen.


Tja, die Rentenreform, Frau Merkel, oder dieses grandiose Gesetz, das den Leiharbeitern so unendlich hilft - ach, da fällt mir ein: 

Könnten Sie uns endlich mal den Vertrag mit Erdogan zeigen! Wie sich das liest, wenn Menschen gegeneinander aufgerechnet werden! 

Überhaupt, wie Sie das machen, mit so schwierigen Männern klarzukommen! In Deutschland räumen Sie sie ja seit Jahren erfolgreich aus dem Weg - manche sagen, viele verlassen schon freiwillig die CDU -, aber international geht das nunmal nicht immer. 

Bestimmt kommen Sie auch mit Trump klar. Ich weiß schon, wie Sie lächeln, wenn Sie ihm vor den Kameras die Hand schütteln. Hoffentlich verplappert er sich nicht und sagt Ihnen, mit wem Sie in der letzten Zeit so alles telefoniert haben.

Deutschland schwimmt, verglichen mit anderen Staaten, im Geld. Könnten Sie mal weniger nach Brüssel rüberschieben und stattdessen für Ihr Land sorgen. 


So recht habe ich auch nicht verstanden, dass unser Bundesumweltministerium gewiss mit Ihrem Wissen bis zu 5 Millionen ganz zufällig in der heißen Phase des US-Wahlkampfs in die Clinton-Foundation eingezahlt hat. Schade nur, dass sich Hillary nun nicht persönlich bei Ihnen bedanken wird. Aber wie alles Geld, für das Sie verantwortlich sind, ist es ja bestens angelegt. Nur, wissen Sie, meine Bekannte z.B. hat nichts davon  . . .

Keine Ahnung, warum die Leute politikverdrossen sind. Sie wissen aber schon, dass es sowas gibt in "Ihrem" Land? - Komisch, aber ich denke immer, Deutschland ist gar nicht Ihr Land.

Wie Sie das übrigens wieder hingekriegt haben, dass die Maut jetzt doch kommt! So kriegt man die Schwesternpartei zum Schlafen. Ein Anruf bei Juncker und die Sache läuft. Für 2,50 Euro. 
Können Sie bei Gelegenheit sagen, was Sie dem Juncker dafür zugemauschelt haben?
 
Ehrlich gesagt, ist es mir ein Schleier, dass Leute noch so auf Sie abfahren. Aber so ist das, wenn Sie die Menschen verschleiern. 


Eigentlich waren Sie ja mal gegen ein Verbot der Vollverschleierung, mittlerweile sind Sie dafür - und wie! Ihre Parteitagsrede lässt grüßen! - Wir kennen ja Ihre Liebe zu Kehrtwendungen.

Im Übrigen haben Sie ein ganzes Volk schon lange vollverschleiert.

Unnachahmlich, wie Sie das immer machen, zu sagen, was das Volk hören will.

Gute Nacht!

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Diktatur der hohlen Begriffe. – Eine Strategie.

Es ist keineswegs nur ein ärgerliches, im Grunde aber doch belangloses Phänomen, dass Menschen, vor allem Politiker, Begriffe, die sich aufgrund politischer Gegebenheiten an die Oberfläche geschwemmt haben, bevorzugt benutzen, um mit deren Hilfe indifferente, schwammige Inhalte zu vermitteln. 

Die ständige Verwendung dieser Begriffe dokumentiert vielmehr eine zunehmende Erosion des Bewusstseins der Menschen in unserer Gesellschaft und gibt zugleich Zeugnis eines zunehmenden Desinteresses daran, verstanden werden und schwierige Zusammenhänge verstehen zu wollen.
Dieses Verwenden unklarer Begrifflichkeiten geschieht auch nicht nur aus Bequemlichkeit, weil man sich dadurch nicht um Präzision bemühen muss, sondern es verbirgt sich dahinter eine Strategie. 

Wer weiterlesen möchte: hier

Mittwoch, 30. November 2016

Unfassbar: Bundesumweltministerium überwies bis zu 5 Millionen US-Dollar Wahlkampfhilfe für Hillary Clinton!

Leben wir eigentlich vollends in einer Bananenrepublik? Da überweist ein Ministerium - und Frau Merkel und auch ihr Außenminister werden das garantiert abgenickt haben - mitten im Wahlkampf mehrere Millionen an diese stinkereiche Frau. Genauer gesagt an die anrüchige Clinton-Foundation, aus der sich die Clintons selbst bereichert haben sollen - wirklich ausgeräumt konnte der Vorwurf nie werden. Das geht zumindest aus Clinton Cash, dem Buch von Peter Schweizer hervor.

Klar sollen die bis zu 5 Millionen für Umweltprojekte ausgegeben werden, jedenfalls lese ich auf RP-Online:


Das Geld aus Deutschland diente demnach der "Unterstützung von Forst- und Landschaftsrenaturierung in Ostafrika". Das Projekt werde von der Clinton-Stiftung in Kenia und Äthiopien durchgeführt, hieß es aus dem Ministerium.
Bei einem zweiten Projekt war das Bundesumweltministerium ebenfalls finanziell beteiligt. Dabei gehe es laut Ministerium um die "Wiederherstellung von Waldökosystemen" in Indien, Kenia, El Salvador, Mexiko, Vietnam, Uganda und Peru. Wie ein Sprecher des Ministeriums der "Welt" sagte, seien die Erfahrungen mit der Stiftung postiv, es sei zu keinen Beanstandungen gekommen.

Seltsam, seltsam, dass Letzteres überhaupt angemerkt werden muss bei einer Stiftung, die ein Ex-Präsident und eine Ex-Außenministerin betreiben. Das spricht ja wohl Bände!

Hat das Bundesumweltministerium keine guten eigenen Projekte? Klar ist alles überprüfbar bei der Clinton-Foundation, so ist zu lesen. Aber wer aus Deutschland tut das, wenn die Bundeskanzlerin nicht einmal den Mut hat, wenn ihr Telefon vom amerikanischen Geheimdienst abgehört wird, dem Präsidenten so den Kopf zu waschen, dass der kein Shampoo mehr braucht.

Übrigens finden sich auf der Geberliste der ClintonFoundation auch Spenden aus Dubai und Saudi Arabien. Zu letzterem hält ja Hillary Clinton enge Verbindungen. Saudi Arabien aber ist ein Land, dass den internationalen Terror, auch den IS unterstützt; deshalb erhält es auch Waffen aus Deutschland. - Man mag das alles nicht glauben, aber es ist so.

Manchmal denke ich, dieser ganze verseuchte Berliner Verein sollte komplett ausgewechselt werden.
Wie da mit wertvollem und hart erarbeitetem Steuer-Geld von Mitbürgern, die selbst oft nicht viel haben, umgegangen wird, das ist einfach nur unverschämt.

Dienstag, 29. November 2016

Wie lächerlich macht sich eigentlich die CDU-CSU-Fraktion noch?

Wie sich die CDU-CSU-Fraktion zu Beginn der Rede von Sarah Wagenknecht benimmt, da möchte man schon glauben, man befinde sich im Kindergarten, nicht im Deutschen Bundestag.
Ich bin kein Parteianhänger der Linken, schon deshalb, weil ich unser Parteiensystem für überholt  halte, aber was sie über die Politik der Regierung im Hinblick auf Erdogan sagt oder in Bezug auf Waffenexporte gegenüber dem radikalislamistischen Saudi Arabien, die noch nie so hoch waren, das finde ich schon gut:





Wenn jemand die Wahrheit sagt und er ist in der falschen Partei, ist es eben nicht die Wahrheit. - 

Was für eine verkommene parlamentarische Kultur. Es ist echt total traurig!

Samstag, 19. November 2016

Trump prellte offensichtlich mehr als 6000 Studenten um 40 Millionen Dollar!

In dem nun beendeten Rechtsstreit ging es um dubiose Geschäftspraktiken der "Trump University". Der zukünftige US-Präsident erklärte sich zu einer Zahlung von 25 Millionen US-Dollar im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung bereit. Trump wurde in Sammelklagen und einem von Generalstaatsanwalt Schneiderman angestrengten Verfahren beschuldigt, mehr als 6000 Studenten mit falschen Versprechen geprellt und um 40 Millionen Dollar gebracht zu haben. 

Schöne Aussichten!

Mehr dazu auf RP-Online 

Zudem könnte er 18 Jahre keine Steuern gezahlt haben. 

PS: Komisch, komisch, dass jemand junge Leute um 40 Millionen prellt (das sind allerdings womöglich nur die, die sich der Sammelklage angeschlossen haben), aber nur 25 Millionen Dollar Strafe zahlen muss. Und das in Amerika, wo ansonsten horrende Summen an Strafe zu zahlen sind . . . 
 

Freitag, 18. November 2016

Gott Merkel spricht am Sonntagabend!

Ich gehöre zu der aussterbenden Spezies, die der Ansicht ist, der Sonntag gehört der Familie, dient dem Nachbereiten der vergangenen, dem Vorbereiten der kommenden Woche und ist, obwohl an deren Ende, im Grunde Sinnmitte einer jeden, ein Tag, der schon von Beginn an, schon morgens, wenn man aus dem Fenster hört, seine Ruhe ausstrahlt, eine Ruhe, die wir bitter nötig haben. Ein Hauch von „Wie ist die Welt so stille …“. 

Tatsächlich gab es vor dem postfaktischen Zeitalter Menschen, die glaubten, gerade in solch einer Stille spreche Gott.

Heutzutage spricht an Gottes Statt Frau Merkel und ihr verdanken zusätzlich hunderte, ja tausende Menschen, dass ihnen der Sonntagabend genommen ist, all die Kameraleute, Berichterstatter, all die in Rundfunk und Fernsehen und den Medien Beschäftigten stehen nun Gewehr bei Fuß, die Montagsausgaben gehen später in Druck und Kommentare müssen geschrieben oder verbal formuliert sein. Es ist ein Unterschied, ob eine CDU-Vorstandssitzung zu Ende geht oder ob Gott Merkel erklärt, dass er sich anschließend erkläre. Da surren einige Kameras mehr.

«Ob ich auch bei der nächsten Bundestagswahl wieder antrete, werde ich zum geeigneten Zeitpunkt beantworten, und der ist heute nicht gegeben», haben Sie anlässlich einer Pressekonferenz mit Obama gemeint. 

Wenn die CDU sonntags tagen muss, um den Feiertag zu heiligen, ist das das Bier dieser Partei. Wenn Sie, Frau Merkel meinen, Sie müssten der Schaum auf diesem schalen Bier sein, bitte. 

Mir jedenfalls ist das zutiefst zuwider, Frau Merkel. 

Mehr Rücksicht und Bescheidenheit, das stünde Ihnen gut an, vor allem auf dem Hintergrund, dass Sie vermutlich sagen werden, was genauso auch auf dünnem Papier gedruckt stehen könnte. 

Ein Montag würde es für Sie auch tun! 

Vielleicht könnte sich die CDU ja wirklich mal überlegen, ob sie diese wahnsinnig wichtigen Sitzungen wochentags durchführt. Die Familie manch eines Teilnehmers wäre dankbar dafür. 

Es gibt Leute, Frau Merkel, die haben Familie, auch Kinder.
Und es gibt Leute, denen aus diesem und anderen Gründen der Sonntag heilig ist.

Donnerstag, 17. November 2016

Von der Kraft und Macht des Geistes oder: Was Vorstellung bewirkt!

Ab und zu gucke ich ja gern Markus Lanz, weil in seiner Sendung immer wieder wirklich interessante Leute zugegen sind. So auch gestern, und zwar ein Kriminalpsychologe namens Dr. Thomas Müller, der von einem tragischen Todesfall aus Amerika erzählte, der aber zugleich absolut faszinierend ist:

Ein Lastwagenfahrer steigt in das Kühlhaus seines Wagens und schließt sich dabei selbst aus Versehen ein, kommt also nicht mehr hinaus und offensichtlich konnte er sich auch nicht bemerkbar machen. 
Als man ihn findet, ist er tot. 
Er war an Unterkühlung gestorben, man konnte das an Aufzeichnungen an der Wand des Kühlbehälters nachvollziehen, wo z.B. stand: Es wird immer kälter . . .

Nur: Die Kühlung war nicht an. Und wie man feststellte, war es im Behälter wärmer als draußen.

Das erinnert mich daran, dass mir anlässlich meiner Beschäftigung mit Schiller durch den Kopf ging, dass diesen großen Dichter, der ja schon mit 46 Jahren starb, sein so starker Geist, der immer darauf aus war zu schreiben, zu schreiben, zu schreiben am Leben gehalten haben muss. Denn als der Weimarische Hofmedikus ihn obduzierte, stellte sich heraus, dass sein Inneres so ruinös war, dass ich zum einen das Ergebnis nicht hier anführen möchte - wer will, kann es hier nachlesen -, dass man sich aber vor allem fragt, wie er solange am Leben bleiben und auch noch arbeiten konnte.

Aus Schillers Werk strahlt die Kraft eines Geistes, der arbeiten und wirken und nicht sterben wollte. Nur eine akute Lungenentzündung vermochte wohl diesem Körper ein Ende zu setzen. Sein Geist lebt ohnehin heute noch.

Etwas viel Banaleres fällt mir noch ein, was aber genauso bezeichnend ist für die Macht der eigenen Gedanken und wie diese und unser Geist uns beeinflussen:

Vor einem Jahr war ich bei einem Arzt, der im Verlauf unseres Gespräches zu mir sagte: Sie müssten eigentlich Atembeschwerden haben. Ich verneinte das, weil ich auch nicht die Spur bemerkt hatte.
Das Seltsame war nur, dass ich am Folgetag Atembeschwerden bekam. Mir war eigentlich sofort klar, dass die Aussage des Arztes damit zu tun hatte und so konnte ich sie auch nach einigen Tagen wieder wegschicken. 

Witzig war das  schon, aber alles oben Geschriebene ist ja überhaupt nicht witzig, sondern es ist bezeichnend und bemerkenswert, was unserem Inneren zur Verfügung steht. Leider verwenden wir es wohl zu selten zum Guten.

Freitag, 11. November 2016

In ehrendem Andenken: Leonard Cohen - Hallelujah

Mit seinem Song Hallelujah besingt Leonard Cohen die Liebesgeschichte um den alttestamentarischen König David und die Frau eines Hauptmanns seines Heeres, Bathseba, die er eines Tages vom Dach seines Königshauses sich baden sieht. Ihretwegen schickt er den Hauptmann in den Tod. Hineinverwoben hat Leonard Cohen das Motiv der Kraft der Haare, die Geschichte also um Simson und Delila aus dem Buch der Richter.
Beide Geschichten sind zutiefst tragisch.





Hallelujah


Now I've heard there was a secret chord
That David played, and it pleased the Lord
But you dont really care for music, do you?
It goes like this, the fourth, the fifth
The minor falls, the major lifts
The baffled king composing Hallelujah

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

Your faith was strong but you needed proof
You saw her bathing on the roof
Her beauty and the moonlight overthrew her
She tied you to a kitchen chair
She broke your throne, and she cut your hair
And from your lips she drew the Hallelujah

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

Maybe I've been here before
I know this room, I've walked this floor
I used to live alone before I knew you
I've seen your flag on the marble arch
love is not a victory march
Its a cold and its a broken Hallelujah

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

You say I took the Name in vain
I dont even know the Name
But if I did, well really, what's it to you?
There's a blaze of light in every word
It doesnt matter which you heard
The holy or the broken Hallelujah

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah

I did my best, but it wasnt much
I couldn't feel, so I tried to touch
I've told the truth, I didnt come to fool you
And even though it all went wrong
I'll stand before the Lord of song
With nothing on my tongue but Hallelujah

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah...

 

Hallelujah (deutsch)

Ja, gehört habe ich von einem verschwiegenen Klang,
den David spielte und der dem Herrn gefiel.
Aber Musik ist nicht deins, oder doch ?
Sie geht so: Die Quarte, die Quinte
moll fällt, Dur erhebt.
Der verwirrte König komponierte Hallelujah:


Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah


Dein Glaube war stark, doch du brauchtest einen Beweis
Du auf dem Dach sahst sie badend.
Ihre Schönheit und das Mondlicht überwältigten dich.
Sie band dich an einen Küchenstuhl.
Sie brach deine Macht und sie schnitt dir die Haare,
Und sie entlockte deinen Lippen das Hallelujah:


Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah


Vielleicht, ich war schon hier zuvor.
Ich kenne diesen Raum und habe diesen Flur schon durchquert.
Ich lebte alleine, bevor ich dich kennenlernte.
Ich sah deine Flagge am Triumphbogen.
Liebe ist kein Triumphzug.
Es ist ein kaltes und gebrochenes Hallelujah:


Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah


Du sagst, ich würde den Namen Gottes missbrauchen,
dabei kenne ich den Namen nicht einmal.
Wenn es denn so ist, welche Bedeutung hätte das denn für dich?
In jedem Wort strahlt ein gewisser Lichterglanz,
es macht keinen Unterschied welches du gehört hast:
Das heilige oder das zerbrochene Hallelujah:


Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah


Ich habe mein Bestes gegeben. Ich weiß, es war nicht viel.
Ich war unfähig zu fühlen, so wollte ich dich berühren.
Ich sage die Wahrheit, ich bin nicht gekommen. um dir etwas vorzumachen.
Und auch wenn alles so aus dem Ruder lief,

 stehe ich vor dem Gott und diesem, seinem Lied,
mit nichts auf meiner Zunge als Hallelujah:

Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah, Hallelujah
Hallelujah

Montag, 7. November 2016

16 EX-EU-Kommissare greifen über 100 000 Euro jährlich ab, EX-EU-Kommissionspräsident Barroso um die 7000 Euro monatlich . . .

Und das, obwohl er nun bei Goldmann Sachs reichlich Geld verdient!

Warum machen Sie, Frau Merkel, und Sie, Herr Schulz, das mit, wo bei uns 12 Millionen Menschen an der Armutsgrenze leben???
Die EX-EU-Kommissare verdienen in ihren neuen Jobs mit Sicherheit pro Tag mehr, als Millionen bei uns im Monat zum Essen zur Verfügung haben.
 
Man fragt sich, was SIE für Menschen sind! An Weihnachten aber kloppen Sie wahrscheinlich fromme Sprüche und hocken sich in die Christmette . . 


mehr zu dem allem hier:

 https://www.heise.de/tp/features/Ehemalige-EU-Kommissare-greifen-Uebergangsgelder-trotz-neuer-Posten-ab-3457417.html

Samstag, 5. November 2016

Moral beinhaltet das genuine Interesse am Anderen.

Moral beinhaltet das genuine Interesse am Anderen. Ein zunehmend liebendes Interesse - wenn man sich zunehmend selbst annehmen und entwickeln kann.

Moral verträgt keinen Stillstand. Dann wird sie moralisch in diesem degenerierten Sinne, wie heute die meisten Menschen von Moral sprechen.

Doch ohne das wirklich Sittliche, eine innere Sittlichkeit, kommt der Mensch nicht aus. Der Gipfel dieser Sittlichkeit ist die Liebe.

Vorderhand ist der Begriff der Liebe noch so degeneriert wie der der Moral.

Aber das könnte sich ändern, wenn Menschen bereit sind zu erkennen und entsprechende Konsequenzen daraus zu ziehen, dass es mit der verkommenen Moral der allermeisten ihrer Führungskräfte keine wirklich menschliche Zukunft gibt.

Vielleicht innerhalb zweier oder dreier Generationen gar keine Zukunft mehr.


Das geniune Interesse am Anderen schließt ein, dass man dessen dunkle Seiten wahrzunehmen und offenzulegen bereit ist.

Steinmeier und Merkel sind nicht in der Lage, sich so zu verhalten. Sie nehmen an Abstimmungen nicht teil, um sich nicht zur Wahrheit bekennen zu müssen, schließen Verträge mit in obigem Sinne höchst unmoralischen Menschen ab, finden erst deutliche Worte, wenn ihre lauen gebrandmarkt werden, verabschieden Gesetze, die den Betroffenen - den Leiharbeitern - überwiegend nicht helfen und liefern wider besseres Wissen Waffen an unmoralische Menschen.

Dieses amoralische Verhalten a lá Merkel und Steinmeier - man könnte auch Gabriel  und weitere nennen - ist nicht nur ein politisches Fehlverhalten.

Es ist eben auch ein charakterliches, weil unmoralisches.

Für die Zukunft unserer Kinder können wir uns solche moralisch seichten Politiker nicht mehr leisten.

Samstag, 29. Oktober 2016

"Oma, wann stirbst du denn?" - Kinder gehen sicherer auf unsicherem Terrain als wir Erwachsene!

Sich den Newsletter von Spektrum zukommen zu lassen, lohnt sich echt. Immer wieder finden sich bemerkenswerte Artikel, Hinweise, Anregungen und Bewusstseinsaufheller.

So wie jener in dem Artikel Oma. wann stirbst du denn?, der thematisiert, wie Kinder mit dem Verlust naher Menschen umgehen.

Darin finden wir den Hinweis der Trauerbegleiterin Christine Hass-Schuster, dass Kinder anders als Erwachsene trauern. Gewiss ist das keine neue Erkenntnis, aber den folgenden Satz fand ich ganz wichtig für unser Bewusstsein:


Sie sind es gewöhnt, sich auf unsicherem Terrain zu bewegen . . . Erwachsene hingegen glauben, alles in der Hand zu haben.

Zumindest wollen wir als Erwachsene gern alles in der Hand haben.

Und wir sind dann oft sehr enttäuscht vom Leben, wenn es uns zeigt, dass genau das vielleicht mal eine Zeitlang, aber auf Dauer nicht möglich ist.
Und immer wieder nicht.

Deshalb lohnt es sich, seiner Seele jene Gestaltungsmöglichkeit zu belassen für das Leben, die die eines Kinder eben noch hat.

Ein Kind geht das Leben mit.


Weil es das Leben nicht dominieren will.


Zu wenig wissen wir über unsere vielen Leben, als dass wir übersehen könnten, was sich aus diesen allen ergibt und jener Weisheit, die uns zu wirklichem Leben führen will.

Leicht gesagt, wenn uns das sogenannte Schicksal ereilt.

Aber es trifft zu, was jene Trauerbegleiterin sagte:


Die Seele lässt nur so viel zu, wie sie verkraftet.

Und manchmal ist es gut, wenn wir etwas in das Trauerbuch unseres Lebens eintragen wie ein Junge, der schrieb:

Lieber Papa, ich vermisse dich sehr. Ich wollte noch ganz oft im Garten mit dir Fußball spielen. Mama kann nicht so gut kicken wie du.

Kinder, so heißt es in dem Artikel, hüpfen von Trauerpfütze zu Trauerpfütze, weil sie sich zwischendurch auch erlauben zu lachen oder Lego-Hochhäuser zu bauen. Erwachsene dagegen waten durch einen Trauerfluss.

Auch darin zeigt sich die Weisheit der Bibel, dass es wichtig ist, zu werden wie ein Kind.

Ab und an mag das gelingen.

Wenn wir bereit zum Pfützenspringen sind.


Freitag, 21. Oktober 2016

Eine mephistophelische Botschaft für alle Trumps und Hillary Clintons dieser Erde.

„Du bist doch nur für uns bemüht“! – Das ist die ernüchternde und teuflisch wahre Botschaft des Geistes, der stets verneint, an all die Trumps und Hillary Clintons und Wall-Street-Fixierten dieser Erde.
Es könnte aber auch eine nachdenklich stimmende für all jene sein, die sich mittlerweile irritiert fragen, ob es nicht doch geratener sei, sich ein trampliges Trump-Verhalten oder eine cleane Clinton-Fassade zuzulegen. Ob sich nicht doch der Schein lohne und ein ständiges Zünden von Nebelkerzen, um die Wahrheit wirkungsvoll zu verschleiern.


Weiter auf NEOPresse

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Markus Lanz, Oliver Welke und die Arroganz des überlegenen Bewusstseins und der einzig wahren Moral oder: Wenn das Volk zum Problem wird.

Gestern habe ich um 23.30 Uhr Markus Lanz angeschaut und wieder das Übliche gehört. Der gute Mann - ich mag übrigens seine Sendung, weil ich durch sie schon viele interessante Menschen kennengelernt habe - gibt ja mittlerweile selbst schon die Antworten anstelle seiner Gäste in Bezug auf Vorkommnisse wie am Montag anlässlich der Einheitsfeiern in Dresden, als Bürger Politiker wie Merkel, Gauck und Lammert anpöbelten, mit Trillerpfeifen akustisch traktierten und zu einem Spießrutenlaufen zwingen wollten, was ihnen allerdings nicht gelang, denn, wie man den Nachrichten entnehmen konnte, alle drei Genannten winkten und lächelten und waren offensichtlich ganz unbedeindruckt (zumindest taten sie so, aufrichtig wie so oft).

Ich habe mir in der Mediathek die Statements von Lanz, an deren Ende er natürlich immer noch eine Frage an Bruno Jonas oder Tilman Steffen, zwei seiner Gäste, anhängt, nochmal angehört. In ihrer Hohlheit und Oberflächlichkeit sind sie mittlerweile auf dem Niveau von Politikern angekommen.

Mein lieber Lanz!

Ich finde, Menschen - und Politiker sind das ja manchmal auch - mit "Lügenpack", "pfui, ihr Stinker" und "veripsst euch", zu traktieren, richtig daneben. Und mir wird bei manchen Parolen rechtsradikaler Natur auch echt bange.

Aber was ich einfach nicht vergessen kann, ist, dass diese Menschen spüren, wie wenig, wie wenig bis gar nicht Merkel und Co sie wirklich interessiert. Nur, wenn irgendwo etwas ganz Eklatantes passiert, dann betonen Merkel, Gabriel, Steinmeier und Co, dass man Veränderungen vornehmen müsse.

Ansonsten spüren diese Menschen doch ganz genau, dass sie wie politische Nieten sind, willkommen, wenn sie an den richtigen Stellen ihr Häkchen machen, ansonsten Luft.

Und dass sie nun bei solchen Gelegenheiten ihrem Nietendasein Luft machen, das verstehe ich.
Wann fühlen sie sich denn sonst gehört??

Was tut denn die Merkel wirklich angesichts des auf uns zukommenden Rentendesasters, das seit vielen, vielen Jahren absehbar ist, was tut sie gegen den immer größer werdenden Rand der Gesellschaft, der immer wieder mal angesichts von Armutsberichten angesprochen wird? Was tut sie gegen die systematische Aushöhlung der Mittelschicht?

Das interessiert sie nicht.
Und nun sagt sie in Dresden: Wir müssen miteinander reden!
Auf einmal will sie reden! Hört, hört!

Wo redet sie denn in ihrem Herzen mit den Menschen, die dort brüllen???
Die spüren genau, dass sie nicht mit ihnen redet, stattdessen mit Erdogan und Junker und anderen, um das Flüchtlingsdesaster zu vertuschen oder die Griechenlandpleite zu kaschieren.

Ehrlich gesagt kann ich das nicht mehr ab, mit welcher Arroganz auch ein Oliver Welke über diese Leute in der Heute Show redet und wie menschenverachtend und despektierlich von allen Seiten über AfD-Wähler gesprochen wird. Als ob die Dreck wären, den man am liebsten zusammenfegt und in der Mülltonne entsorgt.

Ich finde diese Arroganz, diese scheinheilige Moral, besser zu sein als die anderen, schrecklich!
Schrecklich!

Es gibt immer Menschen, die Veränderungen blockieren, und es wird sie immer geben.
Und ich verstehe jeden und jede, denen es Angst macht, wenn sie Menschen begegnen, die undifferenzierte Parolen gegen Flüchtlinge skandieren oder gar tätlich werden.

Aber Lanz, Welke und wie sie alle heißen geben Schulbeispiele dafür, wie man mit ihnen nicht umgehen sollte.

Und wie Sie, werter Herr Lanz, das Wort Demokratie in den Mund nehmen, die durch diese Aussätzigen gefährdet wird, das erstaunt mich schon angesichts des IQs, den ich Ihnen unterstelle:

Wo bitte, haben wir Demokratie?
Wie einsam sind denn die Merkelchen Entscheidungen?
Und auf welche Weise paukt ein Gabriel Ceta durch und die SPD nickt es ab?

Wo bitte haben wir Demokratie wirklich noch, wenn die Ränder der Gesellschaft immer größer werden und verarmen und alle schauen zu . . .
Was ändern Wahlen daran?

Ich kann diese Scheinheiligkeit und Arroganz nicht mehr ab.

Fragt euch lieber mal, wie ihr mit eurer Dünkelhaftigkeit diese Probleme verstärkt, aber gewiss nicht zur Lösung beitragt.

Freitag, 30. September 2016

Oh my Lord, it´s time to pray.- Ein Lied von Shimon Peres, und ihm zu Ehren!

Shimon Peres war ein wunderbarer Mensch - und ist es auch jetzt noch!

Der Text des folgenden Liedes stammt von ihm, am Ende des Videos ist er auch zu sehen.

Sein Titel lautet Ray of Hope

In dieser so unfriedlichen Welt war Shimon Peres ein Lichtstrahl der Hoffnung für Frieden und Versöhnung - wir werden ihn vermissen!


Mittwoch, 21. September 2016

Jedes unserer Urteile, vor allem die, welche nicht zutreffen, sind Weg-Blockaden, echte Barrieren.

Jetzt stören sie uns kaum, denn sie donnern in unserem Rücken nach unten. Deshalb urteilen wir gern auch mal ununterbrochen.

Über alle Barrieren aber müssen wir zurück, wenn nicht in diesem Leben, so im Leben nach dem Leben.
Das könnte ein grässlicher Hindernislauf werden.

Gut, wenn es dann in jener Welt nicht dunkel ist. Sonst ist es nochmal ätzender.

 Für die Beleuchtung dort allerdings müssen wir hier schon Sorge tragen.

Geist ist LIcht, und alles, was wir in dieser scheinbar vor allem stofflichen Welt, in der wir leben, als Geist erkennen, also nicht auf der stofflichen Ebene steckenbleiben, hat in jener Welt Leuchtkraft.

Und nicht  nur dort - schon hier!

Freitag, 16. September 2016

Lerne die große Kunst, gern unbekannt zu sein und dich für nichts halten zu lassen. - Worte des Thomas von Kempen

Copyrights -Hannah K. Passmann // Passmann GrafikDesign
Thomas von Kempen ist ein heute weitgehend unbekannter deutscher Mystiker, der im 15. Jahrhundert lebte. Sein Buch Über die Nachfolge Christi (de imitatio Christi) war nach Angaben des Thomas-Vereins, der das Andenken an den Mönch wach hält, das in allen Kultursprachen nach der Bibel am meisten verbreitete Buch. "Ursprünglich für Mönche im 15. Jahrhundert als Anleitung für ein geistiges Leben geschrieben, hat es doch über 600 Jahre  viele  Menschen inspiriert und geprägt", so heißt es auf der Website des Vereins, auf dem sich ein ausführlicherer Lebenslauf von Thomas findet.
Thomas wurde wohl 1379 in Kempen geboren und folgte mit ungefähr 13 Jahren seinem um 15 Jahre älteren Bruder in das niederländische Deventer nach, wo er die Stadtschule besuchte.
Mit 20 Jahren wechselte er nach Zwolle und trat dort  in das Augustinerchorherrenstift St. Agnetenberg vor den Toren der Stadt ein, dem seit 1398 als erster Prior sein Bruder Johannes vorstand.
Wie manch anderem in seinem Orden kam auch Thomas die Aufgabe zu, geistliche und liturgische Schriften sowie die Bibel abzuschreiben.  
Um 1420 begann Thomas dann aber auch, eigene geistliche Schriften zu verfassen: Traktate, Predigten, Briefe, Gebete, Lieder und Übungstexte, insgesamt 36 Werke ganz unterschiedlichen Umfangs.
Thomas Hemerken von Kempen starb 91-jährig am 25. oder 26. Juli 1471.

Hier ein Auszug aus dem dritten Kapitel seiner einstmals so bekannten Schrift:

Wer die Lehre Christi in ihrer Fülle kennenlernen will,
der muß mit allem Ernst darauf dringen,
daß sein ganzes Leben gleichsam ein zweites Leben Jesu werde.
Was nützt es dir doch,
über die Dreieinigkeit hochgelehrt streiten zu können,
wenn du die Demut nicht hast,
ohne die du der Dreieinigkeit nie angenehm werden kannst? 
Wahrhaftig,
hohe Worte machen den Menschen nicht heilig und gerecht,
sondern ein Leben voll Tugend, das macht bei Gott uns angenehm. 
Es ist mir ungleich lieber, Reue und Leid im zerschlagenen Herzen zu empfinden,als aus dem Kopfe eine schulgerechte Erklärung geben zu können,was Reue sei. 
Hättest du die ganze Bibel und die Sprüche aller Weisen im Gedächtnis,
hättest aber dabei nicht die Liebe Gottes,
seine Gnade nicht im Herzen: wozu hülfe dir all jenes ohne dieses Einzige? 
O Eitelkeit der Eitelkeiten,
alles ist Eitelkeit
außer Gott lieben und ihm allein dienen. Das ist die höchste Weisheit:
Durch Verschmähung der Welt zum himmlischen Reich hindurchdringen. 
Also ist es Eitelkeit,
vergängliche Reichtümer zu sammeln und darauf seine Hoffnungen zu bauen.
Also ist es Eitelkeit,
nach hohen Ehrenstellen zu trachten und gern sich obenan zu setzen. 
Also ist es Eitelkeit,
den Lüsten des Fleisches sich zu überlassen und Freuden nachzujagen,
die uns einst die empfindlichsten Strafen zuziehen werden. 
Also ist es Eitelkeit,
nur immer zu wünschen,
daß man lange lebe
und wenig darum sich zu bekümmern,
daß man fromm lebe. 
Also ist es Eitelkeit,
das Auge hinzuheften auf das gegenwärtige und nie hinauszublicken auf das kommende Leben.  
Also ist es Eitelkeit,
sein Herz an das zu hängen,
was so schnell vorübergeht
und nicht dorthin zu eilen,
wo ewige Freude wohnt. 
Erinnere dich doch oft an den Spruch des Weisen: 
Das Auge kann nicht satt sich sehen,
nicht satt sich hören das Ohr. Reiß also dein Herz los von den sichtbaren Gütern und erhebe es zu den unsichtbaren. 
Denn die ihrer Sinnlichkeit blind folgen, beflecken ihr Gewissen und verlieren die Gnade Gottes.

vollständig ist die Schrift auf Gutenberg zu finden

Montag, 12. September 2016

Ausgetretene Pfade verlassen: Von der Religion des weißen Schneefeldes und dem Weg zur schönen Lilie.

Mir gefällt dieses Werk Regines so sehr, dass ich es - gleichsam als Logo - für die Fortsetzung meines letzten Post wiederverwende. Dort stand am Schluss im Mittelpunkt die Brücke, wie wir sie in Goethes Märchen von der schönen Lilie und der grünen Schlange finden, die das Land der Lilie von der gewöhnlichen Welt trennt, weil man nur zu bestimmten Zeiten und Bedingungen Zutritt gewinnt. Übrigens ist ja in der germanischen Mythologie der Regenbogen, Bifröst genannt, ebenfalls eine Brücke, welche die Welt der Götter und der Menschen verbindet.

Jenes Land zu betreten, das jenseits der Brücke beginnt und mit dem ich ein weißes, weites Schneefeld assoziiere, erinnert mich an jene Gefühle, die ich empfand, wenn ich damals - es sind nun gut dreißig Jahre her - von jenem Haus, das wir zu viert erworben hatten, auf Langlauf-Skiern Richtung Wald und dann durch den Wald glitt, wenn der Schnee über Nacht gefallen war und alles reines Weiß war, unberührt. Ob mitten durch den Wald oder auf Waldwegen oder über Felder zu gleiten: Immer war es ein Gefühl, als ob die Tatsache, dass man der Erste sei, der den Schnee berühren dürfe, ein ganz besonderes Privileg sei und eine besondere Wertschätzung dieser Situation gegenüber erfordere, aus der - man kann es nur so sagen - ein gewisses Gefühl der Heiligkeit resultiert.

In aller Regel gehen wir unser Leben lang recht ausgetretene Pfade, über die schon viele Menschen gegangen sind. Selten, dass Menschen auf der Erde etwas tun, was noch keiner vor ihnen tat, was noch keiner vor ihnen dachte, was noch keiner vor ihnen fühlte.
Aber es ist dies nicht nur ein Geschehen, was sich auf die Erde bezieht, sondern auch auf unsere Seele:

Ich glaube, ab einem bestimmten Punkt, ab einem bestimmten Geschehen verlassen wir als Menschen die ausgetretenen Pfade der Seele und eine Seele nimmt ihren eigenen Weg, geht über ihre Brücke, die nur für sie bestimmt ist. Das erinnert an Kafkas Türhüterlegende, im Rahmen deren ein Mann vom Lande sich zwangsläufig vor einer Tür niederlassen muss, hinter der das Gesetz beginnt, weil ihn ein Türhüter nicht einlässt. Es lohnt sich, sie zu lesen, denn sie ist in höchstem Maße spirituell. An deren Ende jedenfalls weiß der Mann vom Lande, dass er sterben wird; seltsamerweise beginnt er nun erst ein Licht aus jener Tür, die zum Gesetz führt, wahrzunehmen und nun erst fällt ihm auf, dass niemand je an ihm vorbei durch diese Tür wollte und genau danach fragt er den Türhüter. Und jener antwortet:  „Hier konnte niemand sonst Einlass erhalten, denn dieser Eingang war nur für Dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn.“

Ich bin mir recht sicher, dass nicht jeder Mensch zwangsläufig durch diese Tür geht oder über jenes weiße Schneefeld. Am Ende von Entwicklungszyklen der Menschheit gibt es immer eine vielleicht recht große Zahl von Menschen, die einen anderen Weg gehen, der sie nicht ihrem eigentlichen und wahren Ziel näherbringt, eher vielleicht sogar im Gegenteil. Man muss das nicht werten, es hat auch nichts mit einem gleichsam moralischen Verständnis von Himmel oder Hölle, gut oder böse zu tun. Es ist einfach Fakt, dass Menschen sich für eine Gesinnung, eine Einstellung für eine Lebensweise und Sicht auf das Leben entscheiden. Und die hat Konsequenzen. Ich glaube, dass die Menschheit seit geraumer Zeit und vielleicht auch noch einige Dekaden an einem neuerlichen Scheideweg steht. Die eine Richtung weist Richtung Materialismus, Richtung reinem Naturalismus der Naturwissenschaften, dass also alles stofflich ableitbar sei, auch wenn die Elementarteilchen immer kleiner werden. Der österreichische Philosoph Peter Strasser spricht in diesem Zusammenhang in seinem Buch Ontologie des Teufels von einer Entgeistung, ja Seelenlosigkeit des modernen Menschen. Ich stelle fest, dass eine damit verbunden Einstellung momentan fast en vogue zu sein scheint, dass sich Atheisten besonders stark und selbstsicher vorkommen - zumindest tun sie so.
Bisweilen scheint es mir im Internet, wenn manche Menschen kategorisch alles Religiöse ins Reich der Fabel verweisen und Zeitgenossen, die noch auf so etwas hereinfallen, ggf. als fehlgesteuert durch die Kirchen ansehen, als ob das für jene mit einem gewissen Spaßfaktor verbunden sei, dagegen zu sein, dass, wie Tertullian es formuliert, die Seele von Natur aus christiana sei.

Ich persönlich glaube, dass der Spaß spätestens nach dem sogenannten Tod aufhört, denn wer den Geist ablehnt, sitzt dort im absolut Dunklen. Und es gibt dort keinen Schlaf, der manches eine Zeitlang mal erleichtert.
Ich vermute, dass Menschen, die über mehrere Leben bei dieser Einstellung bleiben, über keine Brücke gehen. Man muss sie nicht bedauern. Es ist auch nicht gut oder schlecht. Es ist einfach ihre Entscheidung. Ob sie bei dieser frei waren, ist eine andere Frage, die man mit ihnen nicht diskutieren kann, weil es Geist in diesem Sinn für sie nicht gibt, also auch nicht einen, der sie an der Nase herumführt, ganz im Sinne Goethes, der im Faust I, in Auerbachs Keller den Teufel selbst, also Mephistopheles zu Faust sagen lässt:


Den Teufel spürt das Völkchen nie,
Und wenn er sie beim Kragen hätte.

Manche dünken sich so frei, aber weil sie den Geist, auch in seiner Ausprägung als Mephistopheles, sprich Satan, nicht als real anerkennen, checken sie ihn auch nicht. Es kann und darf ihn ja nicht geben!

Die Alternative ist, dass ein Mensch in seiner Entwicklung hin zu der Erkenntnis, dass Materie nur ein anderer Aggregatzustand des Geistes ist, dass also, wie es Buddha formulierte, alle Dinge im Geist entstehen oder wie es das Johannes-Evangelium formuliert, im Anfang der Logos war, das Wort also, dieses Wissen nicht nur begrifflich erfasst, sondern mit seinem ganzen Wesen. Dieser Unterschied zwischen rein begrifflichem Erfassen und einem Erfassen mit dem ganzen Wesen ist heute besonders wichtig, weil gerade ethische und religiöse Begriffe erschreckend hohl geworden sind.

Dann ist er auf der Brücke. Und dann beginnt für ihn die wirkliche Freiheit, die Freiheit des weißen Schneefeldes, über die vor ihm noch nie jemand gegangen ist, ein Schneefeld, das nur für ihn bestimmt ist. Das ist ganz unabhängig davon, dass er sein bürgerliches Leben ganz normal lebt, vielleicht im Verein regelmäßig Tischtennis spielt oder mit Freunden Skat, mit seiner Frau einen Tanzkurs macht, was auch immer; ja, ich möchte behaupten, das ist sogar Voraussetzung und schützt am wirkungsvollsten vor Scheinheiligkeit.

In Goethes Märchen von der schönen Lilie und der grünen Schlange gibt es zwei Möglichkeiten, ins Land der schönen Lilie zu gelangen, die nichts anderes ist als unsere unvergängliche Seele.

In der Mythologie und der Literatur ist sie immer wieder angesprochen, so am Ende des Faust II, wenn es heißt, dass das Ewig-Weibliche uns hinanziehe. In der ägyptischen Mythologie ist es die Göttin Isis mit dem Horusknaben, in der Kunst ist es die Madonna mit dem Kind. In der Bibel sind es die Jungfrauen, die auf den Herrn warten, den Geist, den Gott allen Ursprungs.

Wer frauenbewegt das Weibliche als sekundär eingestuft fühlt, weil es nicht unmittelbarer Teil der Gottheit, nicht Geist, sondern Seele nur sei, steckt leider noch in einer sehr materialistischen Auffassung von Männlichem und Weiblichem. Das ist so, wie wenn sich die Materie beleidigt zurückzöge, weil sie scheinbar nicht Geist ist, der als Vaterenergie strahlt, nicht verstehend, wie wichtig sie ist, denn ohne ihr Sein, ohne das Sein der Materie würden wir nie jenes Licht sehen, das nur sie reflektiert. Auch das schönste Licht würde im materielosen All sich einfach in der Unendlichkeit verpuffen.

Zurück aber noch einmal zu dem weißen Schneefeld und den Spuren, die nur wir eingravieren dürfen. In gewisser Weise ist es ein Traum, eine Vision von mir, denn Goethes Märchen macht deutlich, dass der Weg zur schönen Lilie nicht dem über ein weißes Schneefeld gleicht. Der Jüngling, der in Goethes Erzählung für alle Suchenden steht, stirbt zunächst - die Lilie muss ihn wiedererwecken - und das ganze Geschehen macht deutlich, dass sich sehr viel ereignen muss, bevor sich der Tempel aus dem Erdinneren nach oben bewegt. Der goldene, silberne und eherne König manifestieren Seelenzustände, die es sich zu erarbeiten gilt, die Irrlichter, die Schätze aus sich herausschütteln, die todbringend und segensreich zugleich sein können, wollen durchschaut sein, und jeder braucht die Hilfe des Alten, dessen Licht nur dort Wirkung zeigen kann, wo Licht bereits da ist. Ein Licht, das wir mitzubringen haben, eine Arbeit, die wir zu leisten haben und die nur zu einem Ergebnis kommen kann, wenn wir diese innere Arbeit im Rahmen unserer alltäglichen Arbeit leisten; nur dort zeigt sich, wie wertvoll innere Arbeit ist.

Der Weg zur schönen Lilie ist voller Mühen und Arbeit, kein Spuren im weißen Schnee. Und doch ist vielleicht beides gar nicht so weit voneinander entfernt.

Mittwoch, 31. August 2016

Über das Glück des weißen Schneefeldes jenseits der Brücke. - Gegen Nietzsches ewige Wiederkunft des Gleichen.


Heute bin ich durch einen so genannten Zufall auf Regines Blog Regenbogen und Freudentränen gestoßen, der mich durch sein Header-Foto magisch zum Verweilen gezogen hat; mittlerweile weiß ich, dass es eine Arbeit von ihr ist, selbst gestaltet. Ehrlich mal: Hut ab! 
Eigentlich wollte ich heute Vormittag etwas ganz Anderes machen, aber der nahm dann einen anderen Verlauf.



 
Wie eine Schnecke in ihrem Haus geschützt sein wollen - das mag unbewusst diese Form auslösen, die als Spiralform noch viel weitergeht:

Alles Leben geht von einem Ursprung aus und so wie das Weltall sich ständig weiterdehnt, so wird die Bewegung der Spirale immer raumgreifender. Sie ist der lebendige Beweis, dass Nietzsche mit seiner Ewigen Wiederkunft des Gleichen nicht Recht hat. Es heißt in Also sprach Zarathustra:

Alles geht, Alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des Seins. Alles stirbt, Alles blüht wieder auf, ewig läuft das Jahr des Seins.
Alles bricht, Alles wird neu gefügt; ewig baut sich das gleiche Haus des Seins. Alles scheidet, Alles grüsst sich wieder; ewig bleibt sich treu der Ring des Seins.
In jedem Nu beginnt das Sein; um jedes Hier rollt sich die Kugel Dort. Die Mitte ist überall. Krumm ist der Pfad der Ewigkeit.

Es deutet sich in diesem Versuch, das Leben zu erfassen, schon jene melancholische Verzweiflung an, die dann in Turin zum Ausbruch seiner Geisteskrankheit führte. Letztendlich führt seine Sicht zu jener Hoffnungslosigkeit, die Camus am Ende seines Mythos schreiben lässt: Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. - Müssen tun wir das Gott sei Dank nicht!

Es haben auch die nicht Recht, die ganz unphilosophisch behaupten, dass sich alles wiederhole. Ein Beleg ist da nicht, dass mancher auch bei der siebten Frau immer noch den gleichen Fehler macht. Das hat viel mit einem sehr resistenten inneren Programm und viel Verbohrtheit zu tun und nicht mit Polarität und Steigerung, die für Goethe die Ingredienzien für Entwicklung, also für Metamorphose, für ständige Wandlung als Lebensprinzip sind. Klar schwankt das Leben immer und immer wieder von einem Pol zum anderen, aber oft doch deshalb, damit als Nächstes ein höherer Schritt im Bewusstsein der Menchen geschehen möge.

Ich bin dann zu einem Post über Sehnsucht gelangt, der mir deshalb schon sympathisch war, weil viele Fragen gestellt werden. Das finde ich doch die beste Weise, an etwas heranzugehen. Ich wusste dann nicht, dass mein Kommentar, den ich schreibe, so ausführlich wird, aber es ist eben auch ein für mich so bedeutungsvolles Thema, das Regine da angestupst hat. Am Schluss nahm mein Kommentar dann eine Wendung, zu einem Bild, das mir fast heilig ist, weshalb ich ihn hier zitieren möchte:


(. . .) Dann hab ich noch Deinen Post über Sehnsucht gelesen, und ich glaube, da können unter 100 000 Menschen ungefähr eine(r) Ähnliches so ehrlich schreiben, mehr sind es vermutlich nicht. Ich gehöre zu denen, die in der Literatur und Mythologie diese Sehnsuchtsmenschen gern finden, als da – um nur ein paar zu nennen – Rilke ist mit „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, / die sich über die Dinge ziehn …“, Wilhelm Busch („Wie kam ich nur aus jenem Frieden / Ins Weltgetös? Was einst vereint, hat sich geschieden …“), Novalis („Wir träumen von Reisen durch das Weltall – ist denn das Weltall nicht in uns? Nach innen geht der geheimnisvolle Weg . . .“), Eichendorff („Schläft ein Lied in allen Dingen, / Die da träumen fort und fort, / Und die Welt hebt an zu singen / Triffst du nur das Zauberwort.“), Goethe („Wo fass ich dich, unendliche Natur? / Euch Brüste, wo? Ihr Quellen alles Lebens . . .“) oder Nietzsche („Die Krähen schrein / Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: / Bald wird es schnein, – / Weh dem, der keine Heimat hat!“), den der Wahnsinn vor weiterem Verfall und Weiter-Versteigen ins Übermenschentum bewahrte.

In den letzten Wochen ist mir klar geworden, dass Sehnsucht damit zusammenhängt, dass manche von uns spüren, dass die Begriffe nichts mehr taugen, mit denen wir sowas wie Liebe, EinsSein, Wahrheit oder Abendmahl erfassen. Irgendwie sind sie wie leere Bananenschalen und wir wollen wissen, was Liebe wirklich ist, doch mehr als ein Gefühl, als Wärmeaufwallung, als …
Was ist Seligkeit wirklich, oder Stille, Demut oder Gnade?

Wie weit sind wir vom Paradies entfernt?

Möglichst ohne verbohrt und verbissen zu sein surfen wir auf dem See der Wirklichkeit herum, den wir für letztere halten, wissend, dass einer der glücklichsten Momente von Petrus war, als er darin unterging und diese trügerische Sicherheit und Wahrheit der Oberfläche verließ, die er (noch nicht) verstand.

Ich werde Dich ein Stück weit mit Deinen Artikeln begleiten; es kommt mir so vor, als dass Du zu den ernsthaft Suchenden gehörst, die nicht ihr Suchen in alle Welt meinen posaunen zu müssen und dennoch bereit sind, ausgetretene Pfade zu verlassen, um über die Brücke zu gelangen ins Land der schönen Lilie von Goethes „Märchen“. Das aber mag dann ein Zustand sein, der sich wohl höchst, höchst selten auf der Erde einstellt; womöglich versuchen manche ihn zu konservieren, anstatt das Glück des weißen Schneefeldes jenseits der Brücke, das dem, der es betritt, allein gehört, zu genießen.

Viel Spaß beim Bloggen! Ich finde Deinen Start sehr hoffnungsvoll. Und sei sicher, Du wirst noch etliche Male verzweifelt sein und wieder mal nicht wissen, wie man in das Dashboard kommt oder die Widgets findet, (aber) der Aufwand lohnt sich. Was wir schreiben, ist doch immer ein Stück von uns!

Soweit mein Kommentar.

Das Bild der Brücke, über die wir gelangen müssen, - in Goethes Märchen gibt es mehrere Möglichkeiten hinüberzukommen - hat mich dann, wie schon früher, erneut sehr berührt und das weiße, weite Schneefeld, auf dem jeder so gern seine Spuren hinterlassen möchte. Irgendwann gehen wir alle dort, jeder auf seinem.
Wobei ich nicht sicher bin, dass es allen gelingt; immer gibt es Menschen und Wesen, die eine andere Richtung der Entwicklung wählen.

Darauf möchte ich dann in einem weiteren Post eingehen. Diese Atmosphäre, wenn man jenes Schneefeld betritt, die ist einfach heilig und die Aufgabe ist groß.