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Montag, 25. September 2017

Die CSU hat ein Problem: Horst Seehofer!

Da Horst Seehofer die CSU ist und davon auch selbst überraschenderweise nicht überzeugt werden muss, merkt die es nicht, wie ihr großer Vorsitzender sie und zugleich sich selbst aussitzt. Ganz wie das seine christliche Schwester Angela mit ihrem Ein-Frau-Betrieb tut (was ja auch legitim ist, wo er doch ihr gehört).

Bis zu Ingolstadts berühmtestem Senioren scheint es sich noch nicht so recht herumgesprochen zu haben, dass viele Bayern seine politischen Kapriolen schlicht satt haben. 
Da war mal die eine Sache, dass man eine Kanzlerin - selbst wenn sie Angela Merkel heißt - auch auf einem CSU-Parteitag nicht am Nasenring durch die Manege zieht, da war der Maut-Klamauk, den mittlerweile selbst viele CSUler als Eigentor ansehen (leider hat die EU dem Ganzen keinen Riegel vorgeschoben, wie nicht wenige hofften), da war das Obergrenzen-Gedöns, das ab irgendeinem Zeitpunkt einem nur noch vorkam wie das Trillerpfeifen im Affenkäfig, und als selbst der adlige Ex-Doktor und Ex-Verteidigungsminister für den Wahlkampf nach Bayern eingeflogen wurde, weil unser Horst seinen verhassten Kronprinzen und Finanzminister geschwächt sehen wollte, haben doch selbst gestandene Mannsleute (von den bayrischen Frauleuten einmal ganz abgesehen) in Bayern nur noch mit dem Kopf geschüttelt.

Das heißt im flächengrößten Land der Bundesrepublik noch nicht, dass ein Bayer nicht doch noch ein Kreuz bei der CSU macht, aber dass es dann tatsächlich doch nur 38,8 Prozent wurden, das hat den Horst - ich vermeide es, mit Bruno Jonas hier nochmals von Vollhorst zu sprechen - dann doch vor den laufenden Kameras am Wahlabend nochmal zu Höchstform auflaufen lassen müssen. 
Immer wenn es eng wird, hat dieser Mann ja die Fähigkeit, die Wortkeulen auszupacken. Das kann er. Aber das könnte auf Dauer der CSU ganz abträglich sein, die letztendlich genauso wie die CDU nach frischem Wind, sprich Personal lechzt. Nur traut sich eben niemand laut zu lechzen, weder in der CDU noch in der CSU. Erfahrungsgemäß überlebt man lautes Lechzen in christlichen Parteien nicht.
Vielleicht gelingt unseren christlichen Parteien - ein Alleinstellungsmerkmal, das sich als Werbegag auch überholt hat - im Rahmen der nächsten zwanzig, dreißig Jahre (glaubt jemand ernsthaft, Angela Merkel hört 2021 auf? Warum sollte sie?), neues Personal aus dem Hut zu zaubern, bevor beide Parteien sich auf geriatrischem Wege selbst zerlegen. Solange kann Horst erfolgreich weitermachen, denn eines steht fest:
 
Von allen im Bundestag vertretenen Parteien hat in der letzten Legislaturperiode keine der CDU so erfolgreich geschadet wie die CSU mit ihrem Obergrenzen-Horst (und warum sollte sich das ändern?!). Da hat ihr selbst nichts genützt, dass sie mit dem Entwicklungsminister Gerd Müller den, wie ich ernsthaft finde, fähigsten Minister des Kabinetts stellte - kaum jemand hat seine konstruktive Arbeit so erfolgreich totgeschwiegen wie die CSU selbst (vielleicht, weil er gebürtiger Schwabe ist) -, weil sie zugleich den unfähigsten stellte, den Maut-Experten aus Peißenberg.
 
Jedenfalls verkündete Obergrenzen-Horst noch am Wahlabend vollmundig, „dass wir alles tun werden und keinen falschen Kompromiss eingehen werden, damit wir unseren Bayernplan in den Gesprächen in Berlin durchsetzen werden.“

Das wird voll lustig.

PS Die CDU hat übrigens auch ein Problem. Aber die das muss jetzt erst mal den Regierungs-Rekord von Kohl knacken (irgendwoher müssen ja berufliche Motivationen kommen, wenn sie sich aus der Sache selbst und Freude an der Arbeit schon lange nicht mehr ergeben).

PPS Und noch eine Frage, die mich auch bewegt: Wofür braucht Christian Lindner 80 Sitze?

Mittwoch, 20. September 2017

Im Kind ist Freiheit allein. In ihm ist Frieden. – Friedrich Hölderlins Bemerkungen zur Kindererziehung.

34-jährig bricht Friedrich Hölderlins geistig-seelische Erkankung erkannbar aus. Zwei Jahre später liefert ein Freund ihn - wir schreiben das Jahr 1806 - in das Tübinger Clinicum ein. Nach seiner Entlassung - die Behandlung muss traumatisch und für Hölderlin immer wieder entsetzlich gewesen sein - gewährt ihm ein ortsansässiger Schreinermeister, der ihn sehr verehrte, eine Bleibe im dadurch so bekanntgewordenen Hölderlinturm am Neckar, bis er 73-jährig stirbt.
Am Himmel Deutschlands war er ein Komet, den kaum jemand zur Kenntnis nahm. Erst viel später hat man erkannt, dass er der europäischen Kultur, Europa, den Himmel erhellte. Einmalig in seinem Strahlen.

Mit dem ein oder anderen Post möchte ich ihn Interessierten näherbringen, auch deshalb, weil es keinen Dichter gibt, der seine deutsche, vor allem auch seine schwäbische Heimat so in den Mittelpunkt seines Schaffens rückte mit Gedichten wie Der Neckar, Heidelberg, Stuttgart, Am Quell der Donau, Die Heimat, Der Rhein, Der Main, Unter den Alpen gesungen und zahlreichen anderen mehr.
Wobei man vorsichtshalber anmerken muss, dass nur wenige seiner Gedichte sich einfach so lesen lassen. Hölderlins mit zunehmendem Alter immer eigenwillig werdender Satzbau, sein emphatischer Stil, seine vielen mythologischen Bezüge, die in seine Zeilen integrierten philosophischen Reflexionen, seine Metrik, die sich gern an den griechischen Hexameter oder auch die asklepiadeische Ode anlehnen - von der des Öfteren eigenwilligen Kommasetzung einmal abgesehen -, lassen einen beim ersten Lesen oft etwas oder gar ziemlich ratlos zurück, wobei die spürbare Atmosphäre die meisten Leser dennoch gefangen nimmt.

Einer der wenigen, die ihm in Deutschland zunächst nahestanden und der ihm auch eine Hauslehrerstelle beschaffte, war Schiller. In dessen Zeitschrift Thalia veröffentlichte er 1793 ein Fragment namens Hyperion - übersetzt Der Darüber-Hingehende. Dann jedoch verließ Hölderlin Jena und Schiller fluchtartig, was Letzterer ihm ziemlich verübelte und - gleichsam als beleidigte Leberwurst - in den Horen nicht gerade freundliche Zeilen ihm hinterhersandte, wobei man wissen muss, dass in Deutschland weite Kreise immer wussten, auf wen da jeweils angespielt wurde.

Für Hölderlin war die Trennung ein Segen. Durch sie fand er zu seinem ureigenen Stil, der sich zunächst vor allem in der endgültigen Fassung des Hyperion zeigte, zwar ein Briefroman und damit in Prosa verfasst, vielleicht aber das lyrischste Prosawerk deutscher Sprache.

Vieles ist darin thematisch wichtiger als Hölderlins bzw. Hyperions Zeilen zur Kindheit - zumindest sind sie in der Sekundärliteratur kaum beachtet -, aber ich finde sie dennoch sehr beeindruckend und für manchen, der die aktuelle frühkindlich-erzieherische Gängelei der Kinder so überzogen, ja schädlich findet wie ich, vor allem auch das viel zu frühe Zwingen ins abstrakte Denken, sprechen sie insofern an, als dass sie das Herz erwärmen, wie es sein könnte, was also eine angemessene Erziehung zu beachten hat.
Klar ist manches, gerade auf dem Hintergrund einer Zeit, in der Kinder mit dem Smartphone in der Hand geboren werden, in gewisser Weise idealisiert.
Dennoch wird deutlich, wie wichtig es ist, Kindern möglichst lange Kindheit zu lassen. Den Frieden der Kindheit bringt nichts wieder. 

Man muss kein Montessori-Jünger sein, um zu wissen, wie wichtig zunächst das ist, was das Kind ins Leben mitgebracht hat und was sich entwickeln will, bevor die Erwachsenenwelt - immer noch geschieht dies viel zu oft - dieses wertvolle Gut zertrümmert.

Die zitierte Stelle findet sich zu Beginn des Romans, im zweiten Brief an Bellarmin. Da blickt der Erzähler, blickt Hyperion vom Ende her zurück auf all das, was er erlebt hat, was im Roman geschildert wird: die Freundschaft mit dem weisen Lehrer Adamas, die Erfahrungen einer unendlichen Liebe zu Diotima, das In-den-Krieg-Ziehen, verleitet durch den Freund Alabanda, der Tod Diotimas, die das gern verhindert hätte und an gebrochenem Herzen stirbt, auch weil Hyperion sich meinte, zu Beginn des Krieges von ihr lossagen zu müssen; die Niederlage im Freiheitskampf der Griechen gegen die Türken; der endgültige Verlust des Freundes. Auf all das blickt der Erzähler zurück, auf die Erfahrungen seiner exzentrischen Bahn, wie Hölderlin das Leben im Thalia-Fragment des Hyperion das Leben nennt und ihm wird bewusst, wie wertvoll Kindheit ist:



Ruhe der Kindheit! himmlische Ruhe! wie oft steh ich stille vor dir in liebender Betrachtung, und möchte dich denken! Aber wir haben ja nur Begriffe von dem, was einmal schlecht gewesen und wieder gut gemacht ist; von Kindheit, Unschuld haben wir keine Begriffe.

Da ich noch ein stilles Kind war und von dem allem, was uns umgibt, nichts wußte, war ich da nicht mehr, als jetzt, nach all den Mühen des Herzens und all dem Sinnen und Ringen?

Ja! ein göttlich Wesen ist das Kind, solang es nicht in die Chamäleonsfarbe der Menschen getaucht ist.

Es ist ganz, was es ist, und darum ist es so schön.

Der Zwang des Gesetzes und des Schicksals betastet es nicht; im Kind ist Freiheit allein.

In ihm ist Frieden; es ist noch mit sich selber nicht zerfallen. Reichtum ist in ihm; es kennt sein Herz, die Dürftigkeit des Lebens nicht. Es ist unsterblich, denn es weiß vom Tode nichts.

Aber das können die Menschen nicht leiden. Das Göttliche muß werden, wie ihrer einer, muß erfahren, daß sie auch da sind, und eh es die Natur aus seinem Paradiese treibt, so schmeicheln und schleppen die Menschen es heraus, auf das Feld des Fluchs, daß es, wie sie, im Schweiße des Angesichts sich abarbeite.

Aber schön ist auch die Zeit des Erwachens, wenn man nur zur Unzeit uns nicht weckt.

O es sind heilige Tage, wo unser Herz zum ersten Male die Schwingen übt, wo wir, voll schnellen feurigen Wachstums, dastehn in der herrlichen Welt, wie die junge Pflanze, wenn sie der Morgensonne sich aufschließt, und die kleinen Arme dem unendlichen Himmel entgegenstreckt.

Wie es mich umhertrieb an den Bergen und am Meeresufer! ach wie ich oft da saß mit klopfendem Herzen, auf den Höhen von Tina, und den Falken und Kranichen nachsah, und den kühnen fröhlichen Schiffen, wenn sie hinunterschwanden am Horizont! Dort hinunter! dacht ich, dort wanderst du auch einmal hinunter, und mir war, wie einem Schmachtenden, der ins kühlende Bad sich stürzt und die schäumenden Wasser über die Stirne sich schüttet.

Seufzend kehrt ich dann nach meinem Hause wieder um. Wenn nur die Schülerjahre erst vorüber wären, dacht ich oft.

Guter Junge! sie sind noch lange nicht vorüber.

Daß der Mensch in seiner Jugend das Ziel so nahe glaubt! Es ist die schönste aller Täuschungen, womit die Natur der Schwachheit unsers Wesens aufhilft.

Und wenn ich oft dalag unter den Blumen und am zärtlichen Frühlingslichte mich sonnte, und hinaufsah ins heitre Blau, das die warme Erde umfing, wenn ich unter den Ulmen und Weiden, im Schoße des Berges saß, nach einem erquickenden Regen, wenn die Zweige noch bebten von den Berührungen des Himmels, und über dem tröpfelnden Walde sich goldne Wolken bewegten, oder wenn der Abendstern voll friedlichen Geistes heraufkam mit den alten Jünglingen, den übrigen Helden des Himmels, und ich so sah, wie das Leben in ihnen in ewiger müheloser Ordnung durch den Aether sich fortbewegte, und die Ruhe der Welt mich umgab und erfreute, daß ich aufmerkte und lauschte, ohne zu wissen, wie mir geschah – hast du mich lieb, guter Vater im Himmel! fragt ich dann leise, und fühlte seine Antwort so sicher und selig am Herzen.
(…)
O ich war ein glücklicher Knabe!

Es ist erfreulich, wenn gleiches sich zu gleichem gesellt, aber es ist göttlich, wenn ein großer Mensch die kleineren zu sich aufzieht.

Ein freundlich Wort aus eines tapfern Mannes Herzen, ein Lächeln, worin die verzehrende Herrlichkeit des Geistes sich verbirgt, ist wenig und viel, wie ein zauberisch Losungswort, das Tod und Leben in seiner einfältigen Silbe verbirgt, ist, wie ein geistig Wasser, das aus der Tiefe der Berge quillt, und die geheime Kraft der Erde uns mitteilt in seinem kristallenen Tropfen.

Wie haß ich dagegen alle die Barbaren, die sich einbilden, sie seien weise, weil sie kein Herz mehr haben, alle die rohen Unholde, die tausendfältig die jugendliche Schönheit töten und zerstören, mit ihrer kleinen unvernünftigen Mannszucht!


Da erübrigt sich jeder Kommentar.

Donnerstag, 14. September 2017

Bein Tätowieren wandern Nano-Teilchen in die Lymphknoten!

Es ist zwar noch ungeklärt, was mit den Farbstoffen aus Tätowierungen, die an den Körper abgegeben werden, geschieht, aber dass sie diesem guttun, ist äußerst unwahrscheinlich.

Im Spektrum-Newsletter ist zu lesen:

Mit Hilfe von Röntgenfluoreszenz hat eine Arbeitsgruppe um Andreas Luch vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Bestandteile von Tattoopigmenten im menschlichen Körper verfolgt. Demnach landet ein beträchtlicher Teil der Farben aus der Haut in anderem Gewebe, besonders den Lymphknoten, berichtet sie in "Scientific Reports". Problematisch daran ist die Größe der Teilchen: Während mikrometergroße Pigmentkörnchen wie vorgesehen in der Haut bleiben, lösen sich vor allem Nanoteilchen und wandern in Blut und Lymphe durch den ganzen Körper. Diese Nanoteilchen verhalten sich wegen ihrer geringen Größe chemisch manchmal anders als größere Partikel, so dass völlig unklar ist, welche Gefahr von ihnen ausgeht.

Wer mehr lesen möchte: hier 

Wissentlich hinznehmen, dass sich unverdauliche Substanzen in den Körper einlagern, halte ich allerdings für schwachsinnig. Da braucht man auf Rauchen oder ungesunde Ernährung auch nicht zu verzichten . . .

Donnerstag, 7. September 2017

Glaubt mit Vernunft! – Benedikts Regensburger Rede wird immer bedeutsamer.

Mit Benedikts Rede verhält es sich wie mit gutem Wein: je älter, desto besser, desto mehr treten ihr Wahrheitsgehalt und ihre Bedeutung zu Tage. Ja, sie wird immer aktueller. Am 12. September jährt sie sich zum elften Mal, und da Benedikt vielleicht nicht mehr allzu lange unter uns weilt, seien an dieser Stelle die Gedanken gewürdigt, die der emeritierte Papst zu Recht in den Mittelpunkt gerückt sehen wollte.
Dass dies zunächst misslang, ist den Reaktionen auf seine Rede, dem fast weltweiten Hype seitens des orthodoxen Islam geschuldet, der sich aus zahlreichen islamischen Staaten fulminant Stimme verlieh; u.a. erklärte der stellvertretende Parteivorsitzende der regierenden türkischen AKP, Salih Kapusuz, der Papst sei durch seine Worte „in derselben Kategorie mit Führern wie Hitler und Mussolini in die Geschichte eingegangen“.

Wer weiterlesen möchte: hier

Donnerstag, 31. August 2017

Bad Kissingen, fast schon ein wenig herbstlich:



Womöglich der letzte richtig warme Sonnentag in diesem Jahr. 27, 28 Grad hat´s gestern gehabt, im Rosenpark blühen herbstlich die Rosen,


alle Cafés am Kurpark bestens besucht und beide Dampferle voll Rohr unterwegs zur Saline und wieder zurück.


Handyfotos jedenfalls von meiner Tochter. Heute ist sie schon wieder unterwegs zum Studium.
Aber so schöne Erinnerungen bleiben.


Dienstag, 29. August 2017

Pflegestandort Deutschland. Kein Pflege- ein Sanierungsfall.

Man mag den Enthüllungsjournalismus à la Wallraff und seinem Team im Dienste RTLs nicht unberechtigt skeptisch gegenüberstehen. Fakt aber ist, dass das, was der Mann ans Licht der Öffentlichkeit bringt, einen, mehr als einem lieb ist, mitnimmt. Mir jedenfalls erging es so mit der gestrigen Nachrecherche in Sachen Pflegeheimen. Sterben darf man dort nicht, denn als Pflegefall bringt man Geld; aber leben darf man auch nicht. 
Das mag nicht für alle Einrichtungen zutreffen, aber die Bilder, die zu sehen und die Worte, die zu hören waren über den Umgang mit Pflegebedürftigen („im Intimbereich mal drüberfahren, damit es nicht nach Urin stinkt“), insbesondere mit einer Achtzigjährigen, die dreimal innerhalb kurzer Zeit Durchfall hatte und mit der eine alleingelassene Praktikantin nur menschenunwürdig umgehen konnte, obwohl sie sich alle Mühe gab, der Situation gerecht zu werden, weil es nicht einmal genug Handtücher gab und nur ein verrosteter Toilettenstuhl zur Verfügung stand, um die alte Frau, die noch bei klarem Verstand war, nur notdürftig bekleidet über den öffentlichen Bereich der Pflegeeinrichtung ins Bad zu schieben (im Zimmer gab es eine entsprechende Reinigungsmöglichkeit nicht), erschüttern. WELT/N24 berichtet heute darüber.

Mittlerweile scheinen die Zustände, die von Wallraff zum ersten Mal 2014 aufgezeigt worden waren, tatsächlich bis zum Lageso vorgedrungen zu sein und man hat eine Untersuchung eingeleitet.

Eine Untersuchung eingeleitet?

Man weiß, was das nicht nur in Berlin, aber insbesondere dort, heißt.

Den politisch Verantwortlichen tut es nicht weh, wenn tagtäglich Menschen entwürdigt werden.

Müsste dieses Haus der MK-Kliniken nicht schon längst unter staatliche Aufsicht gestellt sein? - Mein Eindruck ist, es dürfte gar nicht mehr für Menschen zuständig sein.
Übrigens betrug der Bilanzgewinn der MK-Kliniken AG, (vormals: Marseille-Kliniken Aktiengesellschaft), Berlin, 2015/2016 satte 13.896.159,80 Euro. Kein Wunder, dass es da für ein paar Handtücher mehr und intakte Toilettenstühle nicht gereicht hat.

Jeder ahnt und weiß es im Grunde, dass das kein Einzelfall ist. Dass die Pflegekräfte in aller Regel angesichts der aufreibenden Arbeit chronisch unterbezahlt sind und sich deshalb auch kein qualifiziertes Personal findet. Dass die Häuser chronisch unterbesetzt sind, damit die Betreiber Kasse machen (so ist das, wenn man solche Einrichtungen meint, privatisieren zu müssen). Dass es ein Lebensende in Würde dort oftmals nicht gibt, wobei bedauerlich ist, dass Häuser, die gut geführt sind, in den Sumpf derjenigen, die geschlossen werden oder zumindest unter ständige staatliche Kontrolle gestellt werden müssten, gezogen werden.

Wie in unserer Gesellschaft Kasse auf Kosten von Menschen und ihrer Würde gemacht wird, ist beschämend. Beschämend, dass der Gesetzgeber und entsprechende Behörden eingreifen müssten. Beschämend, dass beide das in aller Regel nicht tun.

Krankenhäuser kümmern sich, wenn sie Patienten entlassen, denen zu Hause keine Pflege zuteil werden kann, um eine ambulante Betreuung oder ggf. um eine Versorgung in einem Heim. Krankenschwestern allerdings berichten, dass entlassene Patienten immer wieder innerhalb relativ kurzer Zeit aus Pflegehäusern erneut eingeliefert werden, dehydriert und in einem erheblich schlechteren Pflegezustand als bei der Entlassung. Und sie kommen aus Einrichtungen, die genau darauf achten müssten. Das muss man nicht kommentieren.

Bedauerlich ist, dass es in diesem Land so viele Missstände gibt, die nicht angegangen werden. Nur gibt es eben einen Unterschied zwischen auf fahrlässig verzögerte Weise nicht sanierten Straßen, Brücken, Bildungseinrichtungen und alternden Menschen - der scheint allerdings bis zu dem sanierungsbedürftigen Bewusstsein unserer Politiker noch nicht vorgedrungen zu sein. Vielleicht war das vor dem Zeitalter Merkel nicht der Fall. 

Aber wer erinnert sich noch an Zeiten, wo Probleme in diesem Land wirklich angegangen wurden. Gar vorausschauend. 

Donnerstag, 24. August 2017

Polizei sperrt 30 Minuten für eine Entenmutter die Autobahn - mutig und klasse!

 Gefunden in der Münchner tz:

Ein Drama hatte sich auf der Autobahn abgespielt: Die Ente war mit ihrem Nachwuchs gegen 8.15 Uhr über die Fahrbahn gewatschelt. Fünf ihrer Küken wurden dabei jedoch überfahren und getötet. Mit den überlebenden Jungen verschwand die Mutter jedoch in der angrenzenden Grünfläche.

Entenmutter vermisst ihre Küken

Doch dann kehrte das Tier gegen 11.15 Uhr an den Unglücksort zurück. Auf der Autobahn suchte die Ente nach ihren Küken. Sie ließ sich weder verscheuchen noch von Einsatzkräften der Feuerwehr einfangen.
Polizeibeamte entschieden sich für eine ungewöhnliche Aktion: Sie sperrten die Autobahn in einer Fahrtrichtung komplett für 30 Minuten.
Die Entenmutter verschwand dann nach etwa einer halben Stunde wieder in der der angrenzenden Grünfläche.

Freitag, 18. August 2017

Zwei Wege zur Wahrheit.



Die Übereinstimmung

Wahrheit suchen wir beide; du außen im Leben, ich innen
In dem Herzen, und so findet sie jeder gewiss.
Ist das Auge gesund, so begegnet es außen dem Schöpfer,
Ist es das Herz, dann gewiss spiegelt es innen die Welt.

Menschen können über Dinge weidlich philosophieren und oft ist es, liest man deren Ergüsse, so, dass man danach mehr zweifelt am Sinn des Lebens und weniger versteht von all dem als vorher.
Hier, anlässlich Schillers Sinnspruch im Rahmen der Tabulae votivae aus dem von ihm herausgegebenen Musenalmanach des Jahres 1797 finden sich vier Zeilen, die eine wirklich wertvolle Philosophie enthalten, eine Weisheit, die so prägnant ist, dass sie, liest man sie wirklich verstehend, keinen Zweifel lässt.
Zumal Schiller mittels der Überschrift die Richtung des Verstehens vorgibt.

Im Grunde ist es eine Absage an den Dualismus in der Welt. Nur vordergründig ist die Welt dual angelegt, im Grunde existiert eine Über-EIN-stimmung.
Schiller sagt: Der eine schaut nach außen und findet, was ein anderer innen sieht. Beide Vorgehensweisen führen zum selben Ergebnis: Sie sehen den Schöpfer, seine Welt.

Menschen ist selten bewusst: 

Unsere äußere Wirklichkeit enthält den Schlüssel zu allen Rätseln.

Kant verstellte mit seiner Behauptung, dass der Mensch zum Ding an sich, zum Innersten des Seins keinen Zugang habe - für mich der größte philosophische Fake aller Zeiten - vielen Menschen den Zugang, weil sie fortan Kant meinten glauben zu müssen, zu Gott, zu dem Höchsten, dem ultimativen Ding an sich keinen Zugang zu haben. 
Schiller erteilt dem eine Absage, ja, er weist sogar dezidiert darauf hin, dass man nicht die große Weltflucht antreten muss, um die Wahrheit zu erkennen. Es ist, als ob man ihn sagen hört: 
Schau doch den menschlichen Körper an! Gibt es etwas Vollendeteres als ihn? In ihm siehst Du alle Weisheit. Ein geistiges Wunderwerk. So kannst Du alles im Außen finden wie ebenso im Innen. 
Welchen Weg jemand wählt, liegt gewiss in seinem Naturell, in seinen Lebensvoraussetzungen. Eine Gärtnersfrau findet diese Wahrheit vielleicht in einer Margerite, ein Biologe erkennt die Weisheit des Lebens über seine Zellforschung, ein Astronom in der Unerschöpflichkeit des Alls und dessen sich ständig verändernder Beschaffenheit.

Das Äußere der Wirklichkeit führt uns immer nach innen.

Mancher wendet sich nach innen im Sinne von Novalis: Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.
Das ist der Weg des Meditierenden, des Betenden, des Gläubigen.

Schiller spricht nicht davon, dass dieser Weg wertvoller oder besser sei als der des Zellforschers, des Astronomen, des Beamten in der KFZ-Zulassungsstelle, der alle Menschen gleich höflich und zuvorkommend behandelt.

Es gibt nur, so sagt Schiller, jeweils eine Voraussetzung: Das Auge bzw. das Herz müssen gesund sein. Das heißt, ihre Wahrnehmungsfähigkeit muss gesund sein. Auch ein Brillenträger oder jemand mit einem Herzkatheter kann in Schillers Sinn gesund sein. Man darf das nicht falsch verstehen.

Keine Frage, dass sich der Mensch um die Gesundheit des Auges und die Gesundheit des Herzens, also um die Fähigkeit einer klaren Aufnahme der Wirklichkeit bemühen muss.
Schiller gibt in der dritten Strophe seines Gedichtes Die Worte des Glaubens den Weg vor:

Und die Tugend, sie ist kein leerer Schall,
Der Mensch kann sie üben im Leben,
Und sollt' er auch straucheln überall,
Er kann nach der göttlichen streben,
Und was kein Verstand der Verständigen sieht,
Das übet in Einfalt ein kindlich Gemüth.
.
Übung ist notwendig.  

Komm übe, was Du längst begriffen hast, sagt die Stimme der Vernunft zu Nathan dem Weisen, als der Klosterbruder im gleichlautenden Schauspiel Lessings ihm ein Findelkind in die Arme drückt, damit er es aufnehme, ein Christenkind, und das, nachdem die Christen in Darun alle Juden getötet hatten, darunter seine 7 Söhne und seine Frau, verbrannt im Hause des Bruders.
Komm übe, was du längst begriffen hast!

Auch die zweite Strophe von Die Worte des Glaubens darf man nicht falsch verstehen:

Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd' er in Ketten geboren,
Lasst euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Missbrauch rasender Toren!
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht!
.
 .
In seinem Ursprung ist der Mensch frei geschaffen bzw. zu einem freien Wesen veranlagt, dennoch ist er nicht frei, wie wir täglich sehen.

Mit des Pöbels Geschrei bezieht sich Schiller auf die Französische Revolution, deren Geschehen er zunächst begrüßte, zumal er geschmeichelt war, wurde ihm als Dreiunddreißigjährigem 1792 doch die Ehrenbürgerschaft der Französischen Nationalversammlung verliehen. Mit dem Ausbruch des jakobinischen Terrors jedoch schloss er sich der Ansicht Goethes an, der ja seinen Herzog im 1. Koalitionskrieg auf Seiten Preußen-Österreichs gegen die Franzosen begleitet hatte und nicht überzeugt werden musste, wie unselig die Folgen ursprünglich berechtigter Forderungen waren.
Frei geschaffen ist der Mensch, aber diese Freiheit hat er verloren und es gilt sie zurückzugewinnen.
Ein Kennzeichen wahrer Freiheit: vor dem wahrhaft freien Menshen muss niemand sich fürchten.
Wer Furcht ausstrahlt, ist nicht frei.
Frei ist nur, wer andere frei sein lässt.

Dass die Menschheit sich in eine Situation manövriert hat, in der so viele Menschen so unfrei sind, dass sie Freiheit mit Macht verwechseln und sich nur frei fühlen, wenn sie andere ihrer Freiheit, ihrer Macht berauben, ist ein Dilemma, aus dem herauszukommen für die Menschheit äußert schwer sein dürfte. Man glaubt jetzt schon zu spüren, was die Bibel prognostiziert:

Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel (Daniel 9,27; 11,31) – wer das liest, der merke auf! –,
alsdann fliehe auf die Berge, wer in Judäa ist;
und wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter, etwas aus seinem Hause zu holen;
und wer auf dem Feld ist, der kehre nicht zurück, seinen Mantel zu holen.
Weh aber den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen!
Bittet aber, dass eure Flucht nicht geschehe im Winter oder am Sabbat.
Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird.
Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt.
Wir sind als Menschheit lange noch nicht am 7. Schöpfungstag angekommen; die Leser meiner Beiträge werden wissen, dass ich der Sicht Hildegard von Bingens zustimme, die der Ansicht ist, wir befinden uns inmitten der biblischen Schöpfungsreise, auf die zu Beginn der Bibel hingewiesen wird und von der viele annehmen, dass sie abgeschlossen sei. - Sie ist auch nicht mit dem Geschehen aus Matthäus 24 zu Ende.

Die Dualität von Pflicht und Neigung repräsentiert einen überholten Bewusstseinszustand

Es ist nicht unsere Pflicht, uns um Freiheit oder um Tugenden zu bemühen. Sowohl Schiller als auch Kant haben sich da meiner Ansicht nach etwas unselig über die beiden Begriffe Pflicht und Neigung den Kopf zerbrochen.

Es kann uns allein die Neigung zu den Tugenden ziehen. Aus Pflicht Freiheit zu leben und zu geben, aus Pflicht tugendsam zu sein oder den heiligen göttlichen Willen zu respektieren, das ist heute zu wenig. Die Zeiten sind vorbei.

Heute gilt es, sich aus freier Entscheidung einem wertvollen Leben zuzuneigen. Gerade heute, wo die breite Masse sich dem Goldenen Kalb verpflichtet fühlt und um Baal tanzt. Verpflichtet einem Suchttanz, um der Wahrheit auszuweichen.

Deshalb sind heute schon die ersten vier Worte Schillers in unserer Welt so bemerkenswert - eine Welt, deren Wahrheit wir wie Schiller verstehen mögen, damit unser Herz immer gesunder werden kann:

Wahrheit suchen wir beide; du außen im Leben, ich innen
In dem Herzen, und so findet sie jeder gewiss.
Ist das Auge gesund, so begegnet es außen dem Schöpfer,
Ist es das Herz, dann gewiss spiegelt es innen die Welt.

Mittwoch, 16. August 2017

Niemand wird geboren, um zu hassen!

Barack Obama hat mit dem ersten Teil der unten zitierten Aussage, die er auf Twitter als Reaktion auf Trumps Äußerungen zu den Vorfällen in Charlottesville widergab, alle Likes-Rekorde gebrochen. Offensichtlich hat er Worte gefunden, die der Gesinnung ganz vieler Menschen entsprechen - wie schön, auch wenn der Anlass so furchtbar traurig war:


Niemand wird geboren, 
um einen anderen Menschen 
aufgrund seiner Hautfarbe 
oder seiner Geschichte 
oder seiner Religion 
zu hassen. 

Menschen müssen zu hassen lernen 
und wenn sie zu hassen lernen können, 
dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, 
denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.

Nelson Mandela

Montag, 7. August 2017

Im Diesel-Skandal wäre ein klares Kanzler-Wort zwingend gewesen!

Wie beschönigend doch Schummel-Software klingt! Und Skandal markiert das hochkriminelle Verhalten der Autokonzerne und ihrer Bosse auch nicht gerade zutreffend, wo doch über viele Jahre hunderttausende Bundesbürger betrogen worden sind. Es wäre an der Bundeskanzlerin gewesen, Stellung zu diesem Geschehen zu beziehen, dessen Aufdeckung das Gesicht der Republik gewaltig verändert. Doch das ist Sache einer in Bezug auf innere Prinzipien keimfreien Angela Merkel nicht.
Für Deutschland könnte eine Kanzlerin, die ethische Werte auf ihrem Politikbazar ganz, wie es ihr gerade zupass kommt, verscherbelt, noch viel tragischer sein, als es sich bereits andeutet.
Anstatt Dobrindt, den nun mal gewiefte Manager mit links in die Jacketttaschen stecken - warum denke ich bei ihm immer nur an den Typ des mittelmäßigen gymnasialen Strebers, der so gern gut sein möchte, aber es nun mal nicht ist -, klare Anweisungen gegeben zu haben, z.B., dass ein Software-Update nicht genügt, weil es die Probleme nicht ansatzweise löst (ein Stuttgarter Richter hatte da mehr wissenschaftliches Niveau und Courage als die Entourage der Regierung Deutschlands), wandert Angela Merkel sich eins in Tirol und lässt ihr geliebtes Deutschland in dem Sumpf, den das gesamte Ausland sieht und viele Bundesbürger empfinden, auch wenn die Autoindustrie diesbezüglich hoffentlich noch nicht Gesamtdeutschland repräsentiert.
Mancher spürt, dass dieses Land ins Mark getroffen ist. Niemand hätte wirklich geglaubt, dass das Aushängeschild Deutschlands, die Automobilindustrie, gezielt die eigenen Kunden betrügt und das wahre Ausmaß gesundheitlicher Schäden vieler Bürger wissend verschleiert.
Zunehmend mehr Menschen wird bewusst, dass hier nicht nur ein wirtschaftlicher Lebensnerv getroffen ist, sondern auch ein sittlicher, auch wenn man heute nicht mehr von Sittlichkeit und Moral spricht, in Zeiten also, da Banken z.B. über die Griechenland-Kredite wohlwollend mit zig Milliarden subventioniert werden, während dort nicht nur Flüchtlinge, sondern auch griechische Bürger auf unwürdigste Weise darben (auch wenn Letztere für die Machenschaften ihrer Regierungen vergangener Tage durchaus Verantwortung zu tragen haben), auch in Deutschland Bevölkerungsschichten offensichtlich verarmen, die Infrastruktur zunehmend Risse zeigt und die Menschen das Vertrauen in ihre politische Vertretung verloren haben.
Merkel lässt alles plätschernd dahinläppern.

Merkel und die Diesel-Loser

Nicht nur im Hinblick auf eine Weltöffentlichkeit, die nicht nur wegen des G20-Gipfels oder des Berliner Flughafen-Desasters zunehmend an Deutschland zweifelt - was beispielsweise der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach an Führungsverhalten zeigt, hat ja ebenfalls Merkel-Qualität, man denke nur an sein indifferentes Verhalten in Sachen Doping russischer Leichtathleten) -, sondern gerade auch für das innere Deutschland wären klare Kanzlerworte notwendig gewesen
  • mit denen sie sich definitiv auf die Seite der Betrogenen gestellt und ihnen zugesichert hätte, dass ihnen Recht wird (bei den Gipfel-Geschädigten Hamburgs hat sie das - welche Überraschung - flugs getan) und
  • um den Abstieg Deutschlands aufzuhalten, was das Vertrauen betrifft, das man einst in dieses Land und seine Arbeitskraft hatte,
  • um zugleich zu verhindern, dass mit gekonnter Unauffälligkeit die hochbezahlten KFZ-Bosse den Kopf aus der Schlinge ziehen. Hat wirklich jemand ernsthaft geglaubt, die Chefs der betroffenen Unternehmen hätten nichts gewusst? Für den Audi-Chef Stadler und für VWs Müller wird - was niemand wirklich erstaunt - immer offensichtlicher, dass sie wohl informiert waren; andere werden diesbezüglich nachziehen.
Wie Augen öffnend hätte das sein können, wenn den Herren Zetsche, Müller, Krüger und Stadler so richtig der Kopf gewaschen worden wäre und eine Kanzlerin, die Mut zu klaren Worten hat, den Herren gesagt hätte, dass sie verantwortlich dafür sind, was hier an betrügerischem Verhalten auf hinterlistige Weise veranstaltet worden ist (irgendwie haben weder die Bürger noch die Bosse die mediale Schelte, die anlässlich des Diesel-Gipfels durchaus deutlich war, nicht wirklich zur Kenntnis genommen - seltsam; wenn doch mal ein Shit-Storm angebracht gewesen wäre, dann angesichts dieser geheuchelten Demut und dieses Kleinlautgebarens der versammelten Top-Manager, der wirtschaftlichen Creme dieses Landes).
Klar hätte man ihr vorgehalten, dass die Bundesregierung mit ihrer Wirtschaftsfreundlichkeit, ihren dieseligen Steuer-Subventionen, ihrem Mautgebaren - wir erinnern uns noch der diesbezüglichen Merkel-Lüge im letzten Wahlkampf - und manch anderem wirtschaftsopportunistischen Verhalten das ganze Geschehen im Grunde wohlwollend flankiert hat.
Aber einem Kanzler mit Stil wäre das Möglichkeit gewesen zu sagen, dass diese Art von Wirtschaftsfreundlichkeit auf den Bremsprüfstand kommt.
Übrigens wäre es schon lange Sache der Bundesregierung gewesen, Maßnahmen zu ergreifen, wo doch offensichtlich ist, dass die Autoindustrie nicht willens ist, den abgasbedingten Verunreinigungen entwicklungstechnisch wirklich entgegenzutreten (mal sehen, wie schnell die in den nächsten Jahren auf einmal Möglichkeiten aus dem Hut zaubern …)

Warum verkommt Deutschland?

Jeder spürt, dass in Deutschland etwas unaufhaltsam den Bach runtergeht und unterschiedliche Lager machen das - wenn überhaupt - an unterschiedlichen Punkten fest, wobei das immer nur ansatzweise geschieht.
Ein wirkliches Interesse auszuloten, was die fundamentalen Ursachen sind, dass Deutschland gesellschaftlich auf der ethischen Ebene immer mehr verkommt, gibt es nicht. Und es gibt leider auch keinen Herzog oder keinen Weizsäcker, die hier mit einer Rede hätten aufzeigen können, woran das liegt.
Klar sind die Redenschreiber Steinmeiers in der Lage, eine ergreifende und durchaus auch erhellende Rede zu verfassen. Aber dieser Mann hat nicht das innere Profil, das notwendig ist, um einen wahren Sachverhalt überzeugend zu vermitteln, zu schleimig war in der Vergangenheit sein politisches Verhalten, ich denke nur an seine Drückebergerei in Bezug auf die Armenien-Abstimmung im Bundestag und dass er sich nie von der Niveaulosigkeit einer Merkelschen Politik abgegrenzt hat oder, wie es Gabriel tat, Erdogan Dinge gesagt hätte, die dringend notwendig gewesen wären (im Gespräch bleiben war doch schließlich alles!).
Als so vielbeschäftigter Außenminister hatte er zwar Zeit, noch Bücher zu schreiben, aber sich wirklich substantiell um Deutschland zu kümmern: die Zeit hatte er nicht.
Auch nicht wahrzunehmen, dass auffallend oft da, wo seine Partei Regierungsverantwortung trägt, etwas fundamental den Bach runtergeht, man schaue nur nach NRW oder Berlin, was auch daran liegt, dass, wenn man ständig die Alle-Menschen-werden-Brüder(und-natürlich-Schwestern-)Brille aufsetzt und es allen rechtgendern will, ohne genau hinzuschauen, was notwendig und konsequent getan werden muss, damit Brüderlichkeit eintreten kann, man oft einen großen Siff produziert, moralisch und politisch.

Hallo Frau Merkel, wandern Sie mal schön!

Mit Juncker telefoniert Sie ja ab und zu, wie die ganze Welt mitbekommen hat. Und den Dobrindt lässt sie eigenverantwortlich machen, was er so kann (die Personaldecke der CSU ist offensichtlich auch sehr, sehr dünn).
Ohne Hemmungen hat sie die Bundeswehr an die Saudis verkauft (wie man diesem Staat, der weltweit führend in der Unterstützung gewalttätigsten Terrorismus´ ist, die eigene Armee als Ausbildungshilfe anbiedern kann, verstehen viele bis heute nicht) und Hamburg hat sie einen Gipfel aufs Auge gedrückt, der weder für sie noch für Hamburg wirklich Werbung war, obwohl man es doch so geplant hatte.
Ob ihr das nicht doch zu denken gibt, dass manchmal das Schicksal ganz andere Wege geht, als man es sich vorgestellt hat, wenn man gar nicht einsichtig ist? - Das Blöde ist nur, dass für Merkels fehlende Einsicht die Bundesbürger zahlen (die Schäden für die Hamburger Wahlkampfveranstaltung zahlen die Steuerzahler) und das Gewaltinferno nicht vorstellbaren Ausmaßes haben zahlreiche Hamburger erlebt, nicht die Bundeskanzlerin!
Ich bin überzeugt, wenn Angela Merkel mitbekommt, dass in Sachen Betrugs-Software die Stimmung in Deutschland so richtig kippt und es im Raum steht, dass man den Autobossen die Leviten lesen sollte, dann wird sie das tun, allerdings wie üblich erst, wenn es überfällig ist und die Spatzen ohnehin schon das, was sie auf ihre so unnachahmlich emotionale Weise sagen wird, von den Dächern pfeifen. Eben dann, wenn es opportun ist, nicht aber, weil ihr inneres Koordinatensystem das hätte angezeigt sein lassen.
Doch die Leute wählen sie ja offensichtlich auch nicht wegen eines klaren politischen und ethischen Kompasses (den sie eben mal nicht hat) und damit sie mit ihnen und für sie die Gegenwart meistert und Wege in die Zukunft zeigt und weist, sondern weil sie wie niemand sonst in der Lage ist, die Verdienste und Speicher der Vergangenheit, mit deren Hilfe sie ihre Politik „gestaltet”, zu leeren.
Dann, wenn alles wirklich bis zum Boden geleert ist bzw. am Boden liegt und der Krug lange genug zum Brunnen gegangen ist, ist ihre Zeit eh um und sie geht in Rente.
Dann wacht diese Gesellschaft womöglich auf!
Nur wird es dann zu spät sein.

Freitag, 4. August 2017

Nur noch vier Tage Zeit, um der EU den Friedensmarsch zu blasen!

Es geschieht ja meist abseits der Öffentlichkeit, so auch hier: Die EU will tatsächlich die Waffenindustrie (die brauchen unser Geld so dringend!) subventionieren, indem sie Forschung und Entwicklung neuer Waffen und Militärtechnik unterstützt!

Nicht die Waffenindustrie leidet Not, sondern beispielsweise viel zu viele arbeitslose Jugendliche in der EU.
Auch wäre es sinnvoller, Italien zu unterstützen, das der Prellbock einer verfehlten Weltpolitik ist. Vermutlich kommt sich kaum ein Land in der EU so allein gelassen vor wie Italien.
Und europaweit gibt es gewiss genug bitter notwendige Infrastrukturmaßnahmen.

Sag Deine Meinung mittels WeMove.EU hier

Das Verfahren kostet zwar bestimmt 10 Minuten Zeit (man muss sich bei der EU registrieren).
Aber der Friede sollte uns so viel Wert sein.

Zumindest sollten die, die wieder einmal die ach so bedürftige Waffenindustrie meinen, unterstützen zu müssen, wissen, dass es doch einige EU-Bürger gibt, die nicht dieser Meinung sind.
Es ist wichtig, dass wir als Deutsche das tun, denn ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass in vielen anderen EU-Ländern die Zahl derer, die über dieses Vorhaben informiert sind, sehr groß ist

Ich habe übrigens Folgendes geschrieben:
Wer, wenn nicht die Bürger der Europäischen Union, die aus ihrer Geschichte und ihrem Bewusstsein her zuallermeist eine friedliche Welt, die irgendwann ohne Waffen auskommt, wollen, soll damit beginnen, die Spirale ständiger Rüstung zurückzudrehen.

Es kann nicht sein, dass es den Kräften, die mit der Rüstungsindustrie verbandelt sind und auch denen, die aufgrund ihrer seelischen Einstellung Auseinandersetzung dem friedlichen Miteinander vorziehen, immer und immer wieder gelingt, es als sinnvoll und zukunftsorientiert ausgeben zu können, dass weiteres Rüsten mehr Sicherheit bedeutet. Man muss doch nur schauen, wie es um den Frieden auf der Erde ausschaut! Obwohl so engagiert gerüstet wird!

Ich wünsche, dass die EU endlich Zeichen setzt!
Zeichen des konsequenten Friedenstiftens!
Hier finden sich übrigens noch mehr Begründungnn von Menschen, die sich engagiert haben:

https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/com-2017-294/feedback_de

PS: Ich finde übrigens, dass wir in einer Welt leben, in der es durchaus notwendig ist, auf Eigensicherung bedacht zu sein. Aber die Waffenindustrie zu subventionieren, ist nicht notwendig und zielführend. Der EU und Leuten wie Juncker geht es ohnehin vor allem darum, Abhängigkeiten und Claqueure für ihre Politik zu schaffen. So kriegt jeder ein bisschen was und niemandem ist wirklich geholfen (das ist ja auch das verdeckte Prinzip Merkelscher Politik).

Donnerstag, 3. August 2017

Manchmal ist Gott einfach zum Verzweifeln! (aus dem Kellergewölbe von Platons Höhle)

Gerade hatte ich mich mal wieder durch ein tiefes Sinnloch hindurchgehangelt, da traf ein von mir antiquarisch bestelltes Buch ein, das mir eine liebe frühere Kollegin so dringend empfohlen hatte und es sogar für mich bezahlen wollte, nur, damit ich es hätte, so dass mir nichts übrig geblieben war, als es schleunigst selbst zu ordern. Es waren die Worte des Meisters von Paramahansa Yogananda, dem aus Indien stammenden Yogameister, Philosophen und Schriftsteller, den seine Schüler als einen Avatar verehren, eine Wesenheit also, die nicht hätte inkarnieren, nicht also hätte Mensch werden müssen, doch es den Menschen zuliebe tat.
Nur als kleine Anmerkung: Der größte Avatar war im Rahmen dieses Bewusstseins Christus, der  in dem Menschen Jesus nach der Taufe durch Johannes den Täufer für drei Jahre in dessen Körper inkarnierte und durch Jesu Tod und mit der Tatsache, dass dessen Blut die Erde berührte, sich als Christus auf ewig mit ihr verband (für mich bezeichnet Christus im Übrigen weniger eine Religion, sondern eine Bewusstseinsstufe).

Zurück zu Yogananda und seinem Buch, in dem ich ein wenig blätterte und unseligerweise auf Sätze wie diesen traf:
Um eine mannigfaltige Schöpfung ins Leben zu rufen, musste der Herr jedem Ding den Anschein der Individualität verleihen.
Da waren sie wieder, meine Zweifel am Sinn meiner Existenz im Rahmen der Vorstellung, dass der Mensch, durch Gott geschaffen, sich im Laufe der Evolution zu einer Individualität entwickelt hat, die er aber, wenn er sich durch die Maya des Irdischen mittels vieler Inkarnationen hindurchgekämpft hat, wieder aufgeben wird zugunsten eines großen Allbewusstseins.
Kleine Anmerkung zu dem Begriff Maya: Er bezeichnet die irdischen Formen und Gegebenheiten, die den göttlichen Geist, der doch die wahre Wirklichkeit ist, auf so gekonnte Weise verstecken können. Maya wird oft mit Illusion gleichgesetzt, mit menschlich-irdischen Illusionen wie Reichtum, Genuss  und Ähnlichem. 
Ehrlich gesagt halte ich solches Denken nicht für sinnvoll, weil es den Stellenwert und die Bedeutung des menschlichen Seins auf der Erde nivelliert. Nur wer ein Bewusstsein davon hat, wie wertvoll Maya ist, kann sie überwinden. Alles esoterische Gesäusel von wegen Maya = Illusion tut das meines Erachtens sehr oft nicht.

Anschein der Individualität?

Ich dachte immer, ich könne das ernst nehmen, dass der jüdische Gott Jahve mit seinem Ich bin der IchBin ultimativen Wert darauf gelegt hatte, dass jeder zu einem Ich-Bewusstsein gelange, wohlgemerkt nicht zu Egoismus und Personenkult, sondern zu einem Ich-Bewusstsein, das ihm Ich-Findung ermöglicht.
Für mich war das eigentlich die zentrale Mission des jüdischen Volkes gewesen, dass dem Menschen - damals noch im Rahmen festen Eingebundenseins in Stämme - ein individuelles Bewusstsein als Möglichkeit der Entwicklung vermittelt werde (was auch meines Erachtens gelang). 

Alles ist Maya, auch die Ich-Findung?

Wozu das ganze Spiel?

Unglücklicherweise traf ich in dem Büchlein auf die Frage eines Yogananda-Schülers:
Meister, warum muss die Vorstellung weitergehen? (Yogananda hatte zuvor von dem irdischen Schauspiel gesprochen).
Yoganandas Antwort war:
"Das ist Gottes Lila - Sein Spiel oder Sein Zeitvertreib . . . Er hat das Recht, sich in zahlreichen Formen auszudrücken, wenn Er es so wünscht. Wenn Gott sich nicht in den Schleier der Maya hüllte, gäbe es kein kosmisches Schöpfungsdrama. Wir dürfen Versteck mit ihm spielen und nach ihm suchen, bis wir ihn finden und den Höchsten Preis gewinnen.
Wir dürfen Versteck mit ihm spielen?

Wir als Gottes Zeitvertreib?

Verehrter Yogananda - ich gehe davon aus, dass Du mich auch jetzt hörst -, schau mal das Leid in Syrien an, das Leid in vielen Teilen Afrikas, in Venezuela oder an anderen Orten, wo Krieg herrscht, z.B. in der Ukraine, oder wo Menschen einfach, weil ein kranker Narzisst herrscht, auf nicht absehbare Zeit in Gefängnisse geworfen werden, wie in der Türkei. Über sechzig Millionen Menschen sind auf der Erde auf der Flucht. Vor dem Menschen.
Und das ist ein Ausschnitt des Jahres 2017. Im Dreißigjährgen Krieg war es kaum besser oder im Ersten oder Zweiten Weltkrieg - dabei leben wir jetzt in Friedenszeiten!

Auf dieses Versteck-Spielen kann ich verzichten.

Und ich rede nicht von noch relativ belanglosen Einzelschicksalen wie dem meiner älteren Schwester, die sich eine künstliche Hüfte einsetzen lassen musste, was allerdings zur Folge hatte, dass sich die Wunde infizierte. Ein Jahr lag sie in einem Krankenhausbett, jeden Tag Infusionen, jeden Tag Trostlosigkeit, mehrfaches Öffnen des Beins, mal ein wenig Hoffnung, mal Verzweiflung, wobei schlussendlich zur Debatte stand, dass ihr das Bein abgenommen werden müsse. Heute lebt sie in einem Pflegeheim, an den Rollstuhl gebunden, weil ohne Hüfte; die hat man schlussendlich einfach draußen gelassen, draußen lassen müssen. Ich finde sie unendlich tapfer. Und ihr Schicksal ist, verglichen mit anderen, von denen man manchmal liest, nicht einmal sooo schlimm.

Versteck-Spiel?

Sag das mal meiner Schwester, Yogananda!
Sag das den vielen Kindern, die in zerbombten Ruinen leben!
Sag das den Menschen, die, weil sie zu viel Giftgas einatmeten, weder leben noch sterben können!
Die mit Hilfe von Müllkippenresten ihr Leben friste!

Ich verstehe, dass ein jüdischer Rabbi - ich hoffe, ich gebe aus meiner Erinnerung heraus die Legende dem Sinn nach angemessen wieder - vor Gottes Thron trat und verzweifelt auf das Elend der Menschen hinwies und um ein Ende bat, worauf Gott ihm antwortete: Du siehst nicht das Ziel!

Ich sehe es leider auch nicht, aber natürlich habe ich von ihm gehört, gehört und gelesen, dass erst einmal in einigen tausend Jahren ein Kampf aller gegen alle stattfinden wird - es deutet sich manches ja schon an, wenn z.B. Millionen von Menschen den Herrn aller Lügen zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt gewählt haben (in Goethes Faust nennt er sich Mephisto) -, ein Kampf aller gegen alle, von dem in Matthäus 24 geschrieben ist:

21 es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird.
22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt.
Das muss schrecklich sein und wird vermutlich ähnlich den Kataklysmen sein, als Atlantis und vorher schon das Land Mu untergingen, jenen Wendepunkten in der Zeitgeschichte unseres Planeten, in deren Rahmen nicht nur in der griechischen Philosophie Katastrophen gigantischen Ausmaßes angesprochen sind.

Danach, glaubt man den Voraussagen, wird es viel besser sein, aber noch lange nicht das Ende der menschlichen Entwicklung, auch wenn uns die Kirchen das weismachen wollen; es steht ja bei korrekter Übersetzung nicht in der Bibel, was uns erzählt wird. Meiner Auffassung nach steht das Jüngste Gericht nicht am Ende aller Zeiten, sondern eines Zeitalters (so lässt sich die Bibel und das Wort Äon auch übersetzen - und für mich macht das mehr Sinn).

Mir hilft nicht weiter, den Weg derer zu gehen, die das ganze Problem lösen, indem sie Gott streichen und ein Leben nach dem Tod. Dazu gibt es, bei Lichte besehen, zu viele Zeugnisse, dass es anders ist, als Atheisten sich das wünschen. Wer glaubt, alle Mythen, die Veden, die Baghavadgita oder die Bibel seien dem Kompost menschlicher Phantasie entsprungen, darf das tun, aber mein Inneres sagt, dass das Dhammapada, der Sammlung der Buddha-Worte, Recht hat, wenn es dort heißt:
Alle Dinge entstehen im Geist,
Sind unseres mächtigen Geistes Schöpfung.
Zu glauben, dass der Mensch einmal als singuläres Wesen auftaucht und dann wieder verschwindet, finde ich einfach nur banal gedacht. Klar, körperlich in der jeweiligen Version schon, aber seelisch nicht.

Manchmal weiß ich nicht, wie Menschen es machen, so glaubens- und vertrauensvoll durchs Leben zu gehen.
Es ist entweder eine hohe Kunst oder eine große Selbstblendung; vermutlich ist beides möglich, je nach Grad der seelischen Entwicklung (ich glaube, ich habe mehr Selbstblender kennengelernt, wenn ich dennoch auch im Einzelnen großen Respekt vor ihren Bemühungen habe).

In mir gibt es eine Seite, die findet das Versteckspiel und den Zeitvertreib Gottes völlig daneben - wobei ich dann doch nicht glaube, dass die Wortwahl des göttlichen Avatars Yogananda gelungen ist und Gott, wie immer er auch ist, was immer er auch ist und wie auch immer er ist - sich so menschenverachtend ausdrücken würde. 
(Klar kenne ich das Gesülze, dass es ohne Leid nicht geht, dass der Mensch zu tieferer Einsicht kommt - ich weiß es ja selbst, aber in solchen Phasen kann ich das überhaupt nicht hören; mir ist dann das ganze Spiel oder Versteckspiel oder Gottes Zeitvertreib zuwider).

Jedenfalls, wenn solche Gedanken mich übermannen, dann weiß ich, dass ich im Keller von Platons Höhle bin.

Ja, ich weiß auch, dass nicht Gott, was immer er ist, wie immer er ist und warum immer er ist,  zum Verzweifeln ist, sondern mein kleiner Verstand.

Der mich sich im Kreis drehen lässt.
Auch das weiß ich.
Nur frag ich mich trotzdem: Wie machen das andere, dass ihnen der Sinn so nahesteht?
So kontinuierlich. 
So unverbrüchlich.

Muss man sich das einfach nur einbilden, an Gott zu glauben? Krass und kategorisch?

Gott sei Dank krabbele ich dann irgendwann wieder über den Höhlenrand von Platons Höhle.

Aber diese verdammten Schwarzen Löcher haben einen Sog, dem man zwar durchaus entkommen kann (entgegen der Meinung aller versammelten Wissenschaftler), doch manchmal weiß ich selbst nicht, wie . . .
Es ist einfach die Zeit, die dann hilft (und ihr Gefolge, denn allein kommt sie nie).

Yogananda mag Recht haben, wenn er einem Schüler sagt:
Die meisten Menschen begreifen nicht, dass das größte aller Wunder darin besteht, sich innerlich zu wandeln und sich demütig seinem Willen zu unterwerfen.
Dass ein Bewusstsein, das höher ist, als dass wir Menschen es erfassen könnten, existiert, davon bin ich fest überzeugt, sonst hätten wir längst alle offen Fragen klären können - in der Astrophysik z.B. die nach den Schwarzen Löchern, der Dunklen Energie und der Dunklen Materie. 
Zu den großen Kapazitäten der Physik schauen wir bewundernd auf, mögen sie Einstein oder Planck heißen. Selbiges tun wir auch im Hinblick auf große Künstler oder politisch wirkende Menschen wie Gandhi oder Nelson Mandela. Nur wenn es gilt, zu jenem Bewusstsein aufzuschauen, heiße es Gott oder wie auch immer - der Name spielt letztendlich keine Rolle -, dann tun wir, tue ich mir immer oder in gewissen Phasen unsagbar schwer. Obwohl es unfassbare Wunderwerke geschaffen hat, zum Beispiel den menschlichen Körper. Genialer kann man ein Geflecht von Muskeln, Sehnen, Blutbahnen, Gehirnzellen, Hormonen und Knochen oder auch einem System wie der Haut nicht komponieren. Dass dieses Wunder sich zufällig zustande gebracht hat: Das glaube ich nun mal nicht!

Von Demut zu säuseln fällt meistens leicht; warum sie so schwer fällt, das muss damit zusammenhängen, dass man so schwer durch Scylla und Charybde hindurchkommt - Odysseus kann ein Lied davon singen (Homer hat es in der Ilias für ihn getan) - oder durch das Tor der Sphinxen wie Atréju in Michael Endes Unendlicher Geschichte.
Es muss damit zusammenhängen, dass man die Balance zwischen Selbst-Bewusstsein und Demut nicht findet und einseitig immer auf eine Seite fällt (wie Odysseus). Eine sich selbst verleugnende Demut ist genauso falsch wie Hochmut.

Ich vermute auch, dass es eine scheinheilige Demut gibt. Vielleicht einer der gefährlichsten Viren auf der menschlichen Festplatte.
Nur die ehrliche Demut vermag einen Scylla und Charybde bzw. das Tor der Sphinxen passieren lassen! Sie aber weiß um den Wert des eigenen Selbst.

Freitag, 21. Juli 2017

Mehr Prometheus und Kain steckt in uns, als wir vermuten - hoffentlich!

In der Mythe von Prometheus – wie bedeutsam sie ist, sehen wir daran, wie vielfach sie in der Kunst, Musik und Literatur bearbeitet worden ist – spielt der Bruder Epimetheus eine zu wenig beachtete Rolle, nicht nur, weil er die Büchse der Pandora öffnete, sondern weil zu viele noch so sind, wie es der Übersetzung seines Namens entspricht: nach-denkend, zaudernd, überbedächtig, sagen wir ruhig auch: angela-merkel-like, hinterherdenkend, dumpf mit intellektuellem Anstrich.

Wer möchte, hier weiterlesen.

Montag, 10. Juli 2017

G20 in Hamburg: Polizisten mussten auf dem Boden liegend regenerieren!

Offensichtlich war für den Gipfel alles bestens vorbereitet. Nur für die, die ihre Köpfe und Körper hinhalten mussten, standen nicht einmal Feldbetten zum Regenerieren bereit.

Das Video zeigt ein Bild völlig erschöpfter Polizisten, die wohl 48 Stunden im Einsatz waren und auf dem Boden liegend regenerieren müssen.

Die Polizisten hätten es nicht verdient, dass man so mit ihnen umgehe, formuliert Thomas Mohr, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.
Was für eine Wortwahl: Sie hätten es nicht verdient . . .

Das Geschehen spottet jeder Beschreibung. Die Gipfelteilnehmer suhlen sich in Beethovens Musik und ihrem anschließendem Viel-Gänge-Menü und die, die ihr Leben für sie einsetzen, haben nicht einmal ein Feldbett, auf dem sie sich kurz ausruhen können. - War das zuviel verlangt?

Dass Angela Merkel und Olaf Scholz das wenig kümmert, entnehmen wir ihren Worten des Bedauerns bezüglich der Hamburger Terrortage, die einen Tiefgang haben, der dem eines Binnenschiffes auf dem Neckar gleichkommt.

Dass allerdings nicht einmal die Vorgesetzten der Polizisten sich um die eigenen Leute kümmern: das ist genauso wenig nachvollziebar!

Man darf gespannt sein, wann immer weniger qualifizierte junge Leute zur Polizei wollen. - Absehbar ist das!

Zum Video hier

Freitag, 7. Juli 2017

Danke, Angela Merkel, für die unvergesslichen Hamburger Tage!

Man mag sagen: Was kann die Frau dafür, dass solche Leute, wie unten zu sehen, durch die Straßen ziehen?

Ich meine: Absehbar war es.

Merkel wollte sich bekanntlich in Hamburg vor der Bundestags-Wahl mit Hillary Clinton als mächtige Frau der Welt präsentieren und hat den Ersten Bürgermeister einer Stadt, die meinte, Olympiastadt werden zu können, ins Boot gezogen.

Heute wird Olaf Scholz (vielleicht) tief bereuen, auf den Vorschlag Merkels, einen G20-Gipfel auszurichten, eingestiegen zu sein.

Hätte er mal die Hamburger nicht nur über die Olympiateilnahme, sondern auch darüber abstimmen lassen, ob sie den Gipfel wollen. Sie hätten ihm wohl gesagt, wo´s langgeht.

Wer zahlt den Leuten ihre Autos, die zerbrochenen Scheiben?

Wer kriegt die durch die Luft fliegenden Pflastersteine ab?

Mir tun ehrlich die Politzisten Leid. Ich bin mal auf die Unschuldsmiene Angela Merkels gespannt, wenn sie alle Vorkommnisse bedauert!

Fakt ist, dass all das zur Realität unseres Landes gehört, um das sich eine Bundeskanzlerin viele Jahre lang wenig gekümmert hat.






PS Nachtrag Freitagabend:

Auf Meedia ist zu lesen, dass vier Journalisten vom Bundeskriminalamt in Absprache mit dem Bundespresseamt, das von Regierungssprecher Seibert geleitet wird, die Akkreditierung entzogen wurde. - Ein unglaublicher Vorgang. Man darf auf die Begründung seitens der Regierung gespannt sein. Vielleicht haben da einige zu viel von Erdogan gelernt . . .


Dienstag, 4. Juli 2017

Vollbeschäftigung ist merkel!

Im Grunde weiß jeder klar denkende Bürger, dass eine zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt eine gegenteilige Entwicklung zur Folge haben wird. Nur: Darum geht es den christlich-demokratisch-sozialen Wahlstrategen gar nicht. Wer nämlich von Vollbeschäftigung spricht, muss nicht über die wahren Probleme des Arbeitsmarktes sprechen. So lenkt man Aufmerksamkeit um und tarnt eigene Versäumnisse. Und lenkt von der neuen Flachheit ab.

Das Versprechen einer Vollbeschäftigung wäre von vornherein eine Lachnummer, würde der Arbeitsmarkt momentan nicht boomen. Anzunehmen aber, dass er noch deutlich mehr Arbeitsplätze generiert, ist so realistisch wie die Wahrscheinlichkeit, dass Angela Merkel ein soziales Gefühl für die Situation des zunehmend verarmenden Teils der Deutschen entwickelt oder bereit ist, ihr persönliches Rentenniveau freiwillig dem zukünftiger Generationen anzupassen (selbst wenn sie es täte, bekäme ihr Mann noch genug - wir müssen uns um die beiden keine Sorgen machen; vielleicht gründen die beiden sogar mal einen Fond für verarmte Rentner).
Warum der Arbeitsmarkt boomt, hängt auch mit den Arbeitsverhältnissen und -bedingungen zusammen, die in Deutschland herrschen und zurecht nicht nur von den europäischen Partnern und weltweit angemahnt werden, weil sie diesem Land Vorteile in der Preisgestaltung der zu exportierenden Produkte verschaffen, ein Umstand, den sowohl die SPD als auch die CDU jahrelang hingenommen haben, dummerweise auf Kosten weiter Teile der deutschen Bevölkerung; diese Vorteile hängen auch damit zusammen, dass die Renten nicht verantwortlich gesichert werden und Angela Merkel in ihrer bekannten Weise Probleme nicht angeht, sondern auf die Bank schiebt. Die ist so lang, wie sie regiert - und das kann noch Jahrzehnte dauern (ihre Nachfolger werden nämlich auch Merkel heißen: der Name spielt keine Rolle mehr. Merkel steht für eine politische Gesinnung und für opportunistische, bankengerechte, marktkonforme CDU-CSU-SPD-like Politik).
Wobei die wählende Bevölkerung der SPD, die ja für alles mitverantwortlich ist, diese Politik in größerem Ausmaß ankreidet, weil für die Menschen dieses Landes der Anspruch, sozialdemokratisch zu sein, immer noch einen Touch von Sozialismus hat und sozialdemokratisch- sozialistisch zu sein (war die SPD jemals weiter davon entfernt als zur Zeit?), immer noch ein röteres Tuch ist, als christdemokratisch oder christsozial sein zu wollen (zu heucheln ist nicht so schlimm wie sozialistisch sein zu wollen). So dürfen sich CDU und CSU offensichtlich mehr erlauben als die SPD. Was im Grunde auch egal ist.

Die Zukunft Deutschlands: ein Einparteiensystem

Langfristig läuft alles in Deutschland auf ein Einparteiensystem hinaus, wenn alle Parteien sich mehr oder weniger in eine Gesinnungs-Christdemokratie aufgelöst haben werden. Dass da noch der ein oder andere aus der Nato raus oder mehr Umwelt haben möchte, spielt keine Rolle mehr - feigenblättrige Toleranz ist sogar erwünscht. Christlich demokratisch und sozial ist - wenn auch noch ein wenig widerständelnd - wie Ehe für alle: alles ist egal. Hauptsache, Deutschland ist Exportweltmeister oder beinahe, Hauptsache, abends flimmert die Glotze, die Waschmaschine schleudert mit mindestens 1200 Umdrehungen und man kann geregelt alt werden. Dass es für Millionen von Menschen mal sehr unschön im Alter ist und sein wird, was so sicher ist, wie das Amen früher in der Kirche war, ist auch sicher. Aber das ist egal, oder einfach merkel. Die Zukunft der Rentner ist merkel, die Situation der Leiharbeiter ist merkel, der Zustand der Straßen ist
merkel, der Zustand der Schulen ist merkel, Vollbeschäftigung ist merkel, Seehofer ist merkel, Schulz ist merkel, Özdemir ist merkel (ich glaube sogar mehr als Merkel) und Ehe ist merkel für alle.

Wobei ich hoffe, dass nicht so viele auf dieses Polittheater hereingefallen sind, dass die Bundeskanzlerin in der Abstimmung im Bundestag die Ehe für alle abgelehnt hat (im Grunde war ihr das merkel), weil entscheidend für sie war, die Abstimmung lanciert zu haben, um nach der Wahl mit der FDP problemlos koalieren zu können und jener zugleich einen big point aus der Hand zu nehmen. So macht man Politik (vielleicht war es Merkel selbst ein wenig peinlich, wie ihre Partei auch hier mal wieder gekuscht hat).

Alles = Deutschland = Ehe = merkel - merkel ist kein Name, es ist eine Eigenschaft, so wie deutsch - deutsch ist merkel. Bald steht das Wort im Duden mit dem Verweis, dass dieses Adjektiv weder regelmäßig noch unregelmäßig steigerbar ist, weil merkel per se eine Differenzierung in Positiv, Komperativ und Superlativ ausschließt (oder einschließt, ist doch merkel), merkel ist Grund- und Steigerungsstufen zugleich - merkeliger oder am merkelsten: das wäre ein Widerspruch in sich.
Prost Deutschland, möchte man sagen, oder heißt das schon Prost merkel?

PS 

 
Dass übrigens der Begriff sozialdemokratisch, ersatzweise sozialistisch etwas Subversives hat, ist ja nicht so falsch. Die dahinter stehende Einstellung hat im Grunde die Ehe für alle vorbereitet wie auch den Merkelschen Politikstil, weil doch weniger die Unterschiede wichtig sind als das, was alle Menschen verbindet, so schön bindet, gleichmachen will, obwohl doch so viele angeblich gar nicht gleich sein wollen. Gleichmachen bedeutet einfach auch: alles ist einfacher zu handhaben, was letztendlich ein Synonym für merkeln ist. Klar hat das Meer unterschiedlich hohe Wellen, aber das ist auch nicht sozialistisch, das ist im Grunde asozial. Ja, das Meer ist asozial, die Berge sind auch asozial und dass die Planeten unterschiedlich entfernt um die Erde herumkurven ist eine Form kosmisch asozialen Verhaltens.
Nur die Gehälter und die Arbeitsbedingungen, die dürfen so unterschiedlich bleiben, wie sie sind. Das ist die neue Natürlichkeit. Oder, um es auf den Punkt zu bringen: merkel.

PPS 

 
Ich entschuldige mich, dass ich nicht für Ehe für alle war und bin und dass das ziemlich deutlich oben anklingt und gestehe, dass ich dieses Wort gern weiterhin der Verbindung von Mann und Frau vorbehalten hätte; ich gestehe zugleich auch, dass ich nichts dagegen habe, wenn FrauFrau und MannMann zusammen wohnen und in einer Lebenspartnerschaft leben, ja, dass ich ihnen wirklich von Herzen Frieden und Glück wünsche und es echt doof finde, wenn Schwule und Lesben beleidigt werden, aber dass ich einfach Schwierigkeiten habe - ich könnte auch sagen, dass sich etwas in mir sträubt -, wenn ich sehe, wie Männer bzw. Frauen in der Öffentlichkeit sich küssen oder miteinander knutschen. Diejenigen, die das betrifft, mögen es mir bitte verzeihen; ich meine das menschlich in keiner Weise abwertend, aber in der Sache unmissverständlich und sehe nicht ein, warum ich aus Gründen des Zeitgeistes den üblichen Kotau machen sollte.
Ehe ist für mich eben nicht merkel, sondern beruht körperlich und auch seelisch-geistig auf Polarität. Ich finde einfach, dass es kein Zufall ist, dass wir nicht mit zwei linken oder zwei rechten Beinen durchs Leben gehen oder beide Ohren nach links bzw. rechts geöffnet sind. Ich glaube auch, dass ich in diesem Leben diesbezüglich und in Bezug auf einige andere Dinge und Sachverhalte nicht mehr merkel werde (und in zukünftigen auch nicht). Weil ich es für eine Sinn-Entleerung halte. Aber die neue Flachheit ist auch ein Synonym für merkel.


Jedenfalls ist das Wahlversprechen einer Vollbeschäftigung schlicht Volksverdummung.

Was anstehen würde, ist, die Menschen in Deutschland in würdige Arbeitsverhältnisse zu bringen und ihre Zukunft zu sichern. Das aber hat mit Vollbeschäftigung erst einmal gar nichts zu tun. Vollbeschäftigung klingt voll gut, aber eigentlich ist Vollbeschäftigung so viel wert wie Ersatzkäse auf den landläufig zu kaufenden Pizzas (ein Tipp am Rande: so doof etwas klingt, wenn man es nur oft genug schreibt, kommt es irgendwann in den Duden).

PPPS

 
merkel heißt gleich, egal. Aber merkeln bedeutet nicht nur gleichmachen, es bedeutet auch: einfach nicht mehr über Dinge sprechen. So hart es klingt: töten durch ausschweigen, einfach totschweigen. - Nach der langen Bank, der Bank kontinuierlichen Schweigens, kommt allerdings nicht der Himmel, sondern der Häcksler. 


Dann sieht eh alles merkel aus.

Samstag, 1. Juli 2017

... denn das darf nur eine Königin, / dass sie tanzt in den Gassen: tanzt!

Manche Gedichte spülen unsere Gehirngänge durch. Sie entsprechen so wenig unseren Denkmustern und laufen unseren Denkgewohnheiten quer. Unbequem sind sie zu lesen, für uns, die doch erwarten, dass uns alles mund- und gehirngerecht serviert wird, dass wir immer bestätigt werden in unserem Denken und unseren Gewohnheiten. 

Doch gibt es eine Form von Wahnsinn, der sehr gesund sein könnte:

Der Wahnsinn 
Sie muß immer sinnen: Ich bin . . . ich bin . . .
Wer bist du denn, Marie?
Eine Königin, eine Königin!
In die Kniee vor mir, in die Knie!

Sie muß immer weinen: Ich war . . . ich war . . .
Wer warst du denn, Marie?
Ein Niemandskind, ganz arm und bar
und ich kann dir nicht sagen wie.

Und wurdest aus einem solchen Kind
eine Fürstin, vor der man kniet?
Weil die Dinge alle anders sind,
als man sie beim Betteln sieht.

So haben die Dinge dich groß gemacht,
und kannst du noch sagen wann?
Eine Nacht, eine Nacht, über eine Nacht, -
-und sie sprachen mich anders an.

Ich trat in die Gasse hinaus und sieh:
die ist wie mit Saiten bespannt;
da wurde Marie Melodie, Melodie . . .
und tanzte von Rand zu Rand.

Die Leute schlichen so ängstlich hin,
wie hart an die Häuser gepflanzt, --
denn das darf doch nur eine Königin,
daß sie tanzt in den Gassen: tanzt! . . .


Ehrlich: Ist es uns nicht schon zu viel, wenn wir ein Gedicht lesen müssen, in dem nicht Gedanken mit Anführungszeichen gekennzeichnet sind, damit wir gleich wissen: Hoppla, da denkt nicht mehr derselbe Kopf . . .

Dabei könnte es sein, dass der Verfasser das vielleicht intuitiv deshalb gemacht hat, weil Gedanken ineinanderüberfließen, auch wenn sie scheinbar von unterschiedlichen Wesen gedacht sind?

Dass wir gar nicht so weit entfernt sind von dem, was wir für wahnsinnig halten, obwohl dieser Wahnsinn gesünder ist als das, was wir für gesund, weil normal halten?

Und dass vielleicht jene wahnsinnigen Gedanken im Hintergrund in uns ständig laufen und wir sie nur nicht wahrnehmen?
Träumen gleich, von denen wir glauben, sie seien nur nachts vorhanden, nicht wissend, dass sie tagsüber genauso in uns sind, nur durch das Laute des Tages verdeckt?

Rainer Maria Rilke hat ungewöhnliche Gedichte geschrieben. Eines davon ist obiges, in dem sein Verfasser in einen Dialog mit dem Wahnsinn tritt, der aus Marie spricht, der Bettlerin, der Wahnsinnigen, auf dem Weg zu Maria, einer Königin, Melodie geworden, die sich erlaubt, was nur eine Königin darf: zu tanzen. 

Gehören auch wir zu jenen, die bei so viel Wahnsinn ängstlich an den Häusern entlangschleichen? 

Und ist unsere Wirklichkeit Realität?
Oder eine andere Form von Wahnsinn?

Lassen wir uns nicht irritieren. Wir sind alle so normal, so normal! 

Vielleicht kann ein Gedicht uns veranlassen, wieder mutig zu sein, wahnsinnig mutig zu sein . . . denn dass wir es einmal waren, steht außer Frage. 
Warum wüssten wir sonst, wie Marie tanzt . . .

Das Gedicht ist Rilkes Buch der Bilder entnommen

Freitag, 16. Juni 2017

Missbrauch und Gewalt in Korntal - Verlieh die Brüdergemeinde Kinder?

Das ist schon erschütternd! Vor allem der Schluss, falls es sich bestätigen sollte, dass mit Kindern sozusagen Sexhandel getrieben wurde:



Und manchmal frage ich mich, auch in Bezug auf katholische Einrichtungen: 
Was macht uns eigentlich so sicher, dass das heute nicht mehr geschieht ???

Dienstag, 13. Juni 2017

Nordkorea liegt in Amerika.

Was das Video der Huffington Post zeigt, hätte ich in einem westlichen Land nicht für möglich gehalten.

Niemals hätte ich gedacht, dass das Kabinett eines westlichen Landes sich dermaßen zu Speichelleckern degradieren lässt, wie es das Kabinett von Trump mit sich machen lässt.

Das sind erwachsene Menschen. Haben die denn alle kein Rückgrat?

Ehrlich gesagt bin ich fassungslos.

Hat denn dieser Narzisst solch eine Macht über Menschen?


http://www.huffingtonpost.de/2017/06/13/donald-trump-treffen-kabinett-bauchpinselei_n_17068086.html 


PS vom 15. 6.: Habe gerade im Internet gesehen, dass BILD am 14.6. um 00.004 Uhr seine BILD-NEWS beginnt mit: Liebe Speichellecker - und sich auf Trumps Kabinettsmitglieder bezieht. Sorry, aber die haben das vielleicht von mir, ich jedenfalls nicht von ihnen :-) – Stimmen tut´s trotz BILD

Freitag, 9. Juni 2017

Warum übersetzt die Evangelische Kirche auch in der neuen Lutherbibel das Vater Unser fehlerhaft?

Stuttgarter Jubiläumsbibel 1960
 Der Text des Vater Unser lautet in der neuen Lutherbibel 2017 entsprechend Matthäus 6, 9-13 folgendermaßen:
 

Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute.
12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]


Im Griechischen, der Sprache, in der das Original geschrieben wurde, heißt es allerdings
Pater hämon ho en tois ouranois.

Eindeutig ist von tois ouranois, den Himmeln die Rede, von mehreren oder vielen, nicht aber nur von einem.
Man könnte das als belanglos ansehen, wenn man bewusst übersehen möchte, dass die Vorstellung vieler Himmel ein ganz anderes Bewusstsein von der Wirklichkeit der Himmel zur Folge hat, als wenn von nur einem die Rede ist.

Sicherlich wusste Matthäus, dass und warum er Jesus wiedergab, sprechend von von dem Vater in den Himmeln!

Die Frage lässt mich ratlos zurück: Warum ließ die Evangelische Kirche Deutschlands die einmalige Möglichkeit, einen Übersetzungsfehler Luthers zu korrigieren, bewusst verstreichen?

So schön auch die Seite aussehen mag: Sie transport eine von Jesus so nicht gewollte Vorstellung:
https://www.ekd.de/Vater-unser-10784.htm

Millionen von Menschen werden Sonntag für Sonntag auch zukünftig ein so von Jesus nicht gewolltes Bild des Himmels im Kopf und im Herzen haben - wie bisher schon Millionen von Vorgängern!

Wie heilig kann einer Kirche und Religion eine Schrift sein, in der die Worte ihres Stifters nach eigenem Gusto umgemünzt werden? Welche Rolle spielt ihr Stifter selbst?