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Dienstag, 28. Februar 2017

Die Wahrheit flieht vor den Verächtern der Wahrheit! – Ihr vielleicht letzter Liebesdienst für uns, obwohl er sie so mit Füßen tritt: Donald Trump!

Es gibt kaum etwas, was die menschliche Seele mehr zersetzt als die Lüge. Spätestens dann, wenn der Mensch an seine eigenen Lügen glaubt und sich die Wahrheit im Nebel seiner verlogenen Kaskaden verliert, ist er selbst verloren. Nur sehen wir diese Zersetzung und Verlorenheit nicht, wissen wir doch: Unser Körper hält auch die verlogenste Seele zusammen. 
Der äußeren Kultur sieht man die innere Falschheit nicht an. 
Kein Zufall, dass in unseren Zeiten in diesem unvorstellbaren Ausmaß die Wahrheit - z.B. die Wahrheit des Alterns - kosmetisiert wird. 
Bei Markus Lanz habe ich vor einigen Monaten die Ex-Ehefrau von Elvis Presley gesehen. Sie konnte kaum mehr lachen. Die aufgespritzten Gesichtszüge konnten sich nicht mehr dehnen. Seltsam war das, zu beobachten, wie eine Maske lacht, wenn sie lachen will und nicht kann. So extrem habe ich das noch bei keiner Frau oder bei keinem Mann gesehen.
Es ist auch kein Zufall, dass Fake News ihr Unwesen treiben und das mit Social Bots sogar Wahlen und die größten Foren manipuliert werden.
Wie mag das enden?

Im Mittelalter hat man DIE LIEBE oder - wie es Hugo von Hofmannsthal in seinem Jedermann wieder aufnahm - DEN TOD personalisiert. Sie waren Wesen, Entitäten, wie man sagen könnte, geistige Wesenheiten, die als solche in der Literatur auftraten, sich dann gegebenenfalls auf einer Bühne in einem Schauspieler materialisierten
So wie sich in Satan DAS BÖSE manifestieren und dem Menschen erscheinen kann - und es muss kein Theater, es kann die Realität sein
Ich glaube, dass Luther Satan, den Teufel also, tatsächlich auf der Wartburg sah, als er sein Tintenfass nach ihm warf und es an jener Stelle der Wand zerschellte, die seitdem wohl immer wieder für die Besucherströme künstlich nachgebessert worden ist. Auch C.G. Jung berichtet von vergleichbaren übersinnlichen Erscheinungen in seiner Biographie, in die ungewollt zum Teil sogar seine Familie mit einbezogen wurde. Und Goethe hat in Mephistopheles ein mahnendes Beispiel niedergeschrieben. Leider hat Faust - so wenig wie viele andere Menschen - erkannt, dass jener Mephistopheles ein Teil von uns ist und nur eines im Sinn hat: die Liebe zu vernichten. Die Frage ist immer, ob wir dieser dunklen Kraft zur Verfügung stehen, wenn sie unterwegs ist, um Hände und Köpfe zu suchen, die umsetzen, was sie möchte.


Niemand glaubt mehr an Zwerge, Elfen, Nixen oder Feuerwesen, also Salamander. Nur ein paar Irre wie Mörike oder Goethe ließen sie in ihren Gedichten auftauchen; man konnte das unter dichterischer Freiheit abtun.

Im Rahmen der leider nur noch antiquarisch erwerbbaren Reihe Verzauberte Welten des Time Life Verlags mit einfach toll gestalteten Büchern über Riesen und Ungeheuer, über Drachen, Wassergeister und verwunschene Reiche  gibt es auch eines über Zwerge. Manche Erzählungen handeln dort davon, warum die Zwerge die Menschen zunehmend verließen: weil diese nicht mehr mit ihnen umgehen konnten, sie nicht ernst nahmen, sie verhöhnten, nicht repektierten, sie, die ehemals oft die guten Geister menschlicher Höfe gewesen waren. Am Ende einer Geschichte heißt es:


Mit der Zeit verließen alle Zwergenstämme die Welt der Sterblichen, traurige Flüchtlinge vor dem wachsenden Lärm. Niemand konnte sagen, wohin sie gingen - aber man wußte, daß ihre Reise lang war.

Auch die Reise der Wahrheit könnte lang sein, wenn sie unserer Erde den Rücken kehrt und zu ihren Ursprüngen zurückkehrt. Sicher ist nur, dass es auf unserer Erde furchtbar kalt werden wird, wenn sie geht.

Ich glaube, dass es ein Liebesdienst von ihr für die Menschen war, sich dafür einzusetzen, dass Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten wird. Mit Hillary Clinton wäre die gekonnte Verlogenheit des Establishments weitergegangen. Aber einer wie Trump überpannt den Bogen. Seine Persönlichkeitsstörungen, also sein Feindbilddenken, seine Unversöhnlichkeit - letztendlich mit sich selbst, sein überzogener Narzissmus, sein pathologisches Lügen, seine Verachtung von Frauen und sein rassistisches Denken wird die Menschen aufwachen lassen. Irgendwann wird die Menschheit erkennen, was sich in solchen Menschen manifestiert und in wessen Dienst sie stehen. Das erlaubt uns nicht, sie zu verdammen, aber es erlaubt vielleicht mehr Menschen, endlich zu durchschauen, welche Suggestivkraft von diesen dunklen geistigen Kräften ausgehen und dass ein Papst sich genauso vor ihnen in Acht nehmen muss wie ein amerikanischer Präsident.

Viele - auch wenn sich nicht wenige noch schwertun - werden erkennen, dass Trump die Rolltreppe abwärts jeglicher Moral und Ethik ist. Diese Rolltreppe hat kein Ende.

Wenn die Menschen in den USA und die Menschheit insgesamt diese Rolltreppe abwärts nicht stoppen und durch dieses ethische Wrack namens Trump nicht erkennen, um was es wirklich gehen muss, würde dies das Ende der Menschheit bedeuten. Wir wissen von den Hopi, dass Atlantis an moralischer Dekadenz untergegangen ist. – Auch uns blüht das. Jener furchtbare Tsunami von 2004 - ausgerechnet an Weihnachten(!) - war nur ein Vorgeschmack darauf, dass Weihnachten nicht ewig auf die Menschheit wartet.

Doch ich glaube, dass sie aufwacht. Es kann nicht anders sein, als dass sie die große Primitivität dieses Menschen namens Trump durchschaut. Eigentlich sieht man doch, wenn er so nassforsch und bewusst kess die Leute anschaut, dass er seine Gegenüber herausfordert wie ein Halbstarker, der sagt: Wenn du Prügel willst, komm her! - So wirkt dieser Trump jedenfalls auf mich und mit dieser Methode schüchtert er noch viele ein. Und zu vielen imponiert er mit dieser Art zu agieren.

Die Wahrheit leidet furchtbar unter ihm.
Ich denke, sie nimmt dieses Leid uns zuliebe auf sich.

Die vorletzte Geschichte im Buch über Zwerge des Time Life Verlages heißt Das grausame Spiel mit einem Namen. Grausam ist das Spiel, das Menschen auch mit und im Namen der Wahrheit spielen. Aber vielleicht wird alles gut, in der Art, wie auch diese Geschichte endet, die von jenen Zwergen handelt, die einst im Inneren von Bergen den Bergleuten bei der Arbeit halfen, ihre Gänge und ihre Schritte bewachten:


Die Erde hat in den frühesten Tagen der Schöpfung Zwerge hervorgebracht, und sie beherbergte sie immer noch. Vielleicht waren die Zwerge, die den Bergleuten halfen, nur die sichtbaren Mitglieder eines zahlreichen Volkes, das sich in den Gängen des ausgedehnten unterirdischen Labyrinths verborgen hielt. Einige mögen schon in der Morgendämmerung der Erde in den dunstigen Tiefen gelebt haben; andere waren zweifellos Flüchtlinge, die nach einem Aufenthalt über Tage, der ihnen viele Wunden geschlagen hatte, in ihr Element zurückgekehrt waren. Möglicherweise warten die Zwerge dort auch heute noch darauf, daß ihre Zeit kommen wird, während sie den Felsen durch Zauber die Mineralschätze entlocken und ihre alten Künste ausüben – bis zu dem Tag, an dem diese Künste wieder Sterbliche und Götter betören werden.
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Sonntag, 12. Februar 2017

"Wir brauchen den Mut zu sagen, was ist." - Warum gerade Steinmeier das hätte nicht sagen dürfen.

Ehrlich, ich finde einfach unglaublich, was unsere spitzen Politiker uns an Falschheit und hohlen Worten zumuten. Ausgerechnet Steinmeier stellt in seiner Dankesrede anlässlich seiner Wahl zum Bundespräsidenten einen solchen Satz in den Mittelpunkt seiner Rede.

Rückblende. Donnerstag, der 2.6. 2016:

Der Bundestag stimmt über eine von Union, der SPD und den Grünen eingebrachten Resolution über die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich vor hundert Jahren ab.

Wer bei der Abstimmung neben der Kanzlerin und dem SPD-Chef Gabriel auf der Regierungsbank fehlt, ist der, in dessen Resort die ganze Angelegenheit fällt: Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier.

Der es übrigens auch nach der Abstimmung, die immerhin  von seiner eigenen Partei mit initiiert worden war, vermied, den Genozid an den Armeniern einen Völkermord zu nennen.

Wahrheit ist wohl zu viel verlangt.

Man muss ja mit Erdogan im Gespräch bleiben. Der Mann ist es wert und wichtiger als ein paar ermordete Armenier.

Dass man diesen mit einem solchen Verhalten nochmal ins Gesicht schlägt, ist wohl okay und angesichts unserer Geschichte ganz besonders nachvollziehbar . . .

Dass aber Steinmeier nun die Chuzpe hat zu sagen:

Wir brauchen den Mut zu sagen, was ist.

Unfassbar.

Ich ertrage sie nicht mehr, diese aalglatten Zeitgeist-Politiker à la Oppermann, Steinmeier, Altmaier, Kauder und wie sie alle heißen.

Hätte sich unter 80 Millionen Deutschen nicht ein Bundespräsident finden lassen, der Rückgrat hat und um den Wert eines wahren Wortes weiß?


Ich habe übrigens Steinmeiers ungewohnt deutliche Trumpkritik - er bezeichnete ihn als "Hassprediger
" - nie als Zeichen von Mut gesehen. Vielmehr glaube ich, dass bei ihm - psychologisch formuliert - ein Schattenaspekt durchgeschlagen hat: Da erlaubt sich einer, immer wieder zu sagen, was er wirklich denkt.

Für Steinmeiner ein rotes Tuch, dass ihn seine ganze so diplomatisch gute Kinderstube vergessen ließ.
Heute bezeichnet er Trump als schwierigen Partner. Offensichtlich merkt er gar nicht, wie beleidigend das ist. Putin darf sich das ja auch an die Brust heften.
 
Was auch immer ihn seine Redenschreiber zukünftig sagen lassen werden: Aus der Tiefe des Raums, wie weiland Günter Netzer es tat, kommt bei Steinmeier für mich nichts. Es ist wie auf den SPD-Parteitagen: Selbst wo er emotional wird, ist es kalkuliert.

Es hat alles dieses Niveau der Postenkungelei à la Berlin: Schiebst Du mir den Bundespräsidenten rüber, schieb ich Dir den Außenminister rüber. 

Gerade den Cicero vom 18.2. zur Versteinmeierung der Politik gelesen:

Steinmeier als Narkosearzt und Produkt Merkelscher Alternativlosigkeit sowie deutscher Konsensdemokratie mit der Aufgabe, sich öffnende Gräben mit allerlei Floskelgeröll zuzuschütten. - Empfehlenswert!

Zitat: "Sein „Lasst uns mutig sein!“klang wie das Pfeifen im dunklen Keller. Was er meinte, war nicht der Mut zum Aufbruch und zur Veränderung, sondern der Mut, ruhig weiterzuschlafen.
 

Was die "Unendliche Geschichte" lehrt: Das Böse weiß leider über den Sinn des Lebens besser Bescheid als die meisten Menschen.

Genau aus diesem Grund kann es ihn so erfolgreich zerstören. Deshalb geht auch, wer nur gut sein will, unter. Im Grunde muss man es wie Hänsel und Gretel machen und die Hexe gegebenenfalls mit ihren Waffen schlagen

Michael Endes Unendiche Geschichte ist die unendliche Geschichte über den Kampf des Guten mit dem Bösen, über den Weg des Menschen zu sich selbst und die Gefahr, die darin inbegriffen ist, sich selbst zu verlieren.

Hier ein You-Tube-Film-Ausschnitt, nämlich das Gespräch Atréjus mit dem Gmork, dem Urbild des Bösen (danke Birgit für den Tipp).

Michael Ende hat sehr genau gewusst, dass das Böse bestens über den Sinn des Menschseins informiert ist, leider wesentlich besser als die meisten Menschen: