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Freitag, 5. April 2013

Elbenland ist abgebrannt ... Reue für den Verlust der Treue

Falls Du, liebe Leserin, lieber Leser, den Herrn der Ringe gelesen hast, dann wird es Dir vielleicht auch so gegangen sein wie mir: Zum einen war da ein Alp, ausgelöst durch die Macht des Dunklen Herrschers und des Bösen (wenn ich allein an die Augen des schwimmenden Baumstamms denke, an denen die Gefährten den neben ihrem Boot im Wasser treibenden Gollum erkannten - unheimlich); zum anderen war in mir eine Trauer, wenn ich las, welch friedliches und fast himmlisches Leben die Elben in Loriet führten; wie sie mit ihrer Weit- und Hellsicht den Ringgefährten zu helfen suchten und welch liebevolle Ausstrahlung ihre weise Frau Galadriel hatte. Das lässt in mir eine Erinnerung wach werden an ein Buch über Zwerge, in dem ich las, dass es sie einst gab - und es sie eigentlich auch noch gibt -, dass sie sich nur zurückziehen mussten. Wenn Menschen nicht mehr glauben, verändern sie ihre Wirklichkeit, in der sich findet, an was sie glauben möchten.
Diese Zeilen über das Elbenland und das wunderbare Sein der Elben lösen ein tiefes Sehnen nach einem Leben aus, dass es einmal gegeben haben mag in einer Zeit, die die Griechen das Goldene Zeitlalter und die Bibel Paradies nennt und bei den Germanen noch Balder, der Gott der Güte, des reinen Lichtes und Schönheit lebte, bevor ihn Loki auf heimtückische Weise tötete.

Wir wissen nicht, warum das Dunkle, das Böse in die Welt kam; das Bild, das die Bibel verwendet, das also Eva Adam animiert haben soll, von der Frucht des Baumes zu essen, gibt, falls es nicht einer männlichen Dominanz zuliebe gefälscht worden ist, nur sehr andeutungsweise wieder, womit es zu tun haben könnte.


Jedenfalls lässt sich sagen, dass die Menschheit ein Schach spielt, im Rahmen dessen man manchmal befürchten muss, dass Schwarz gewinnt.


Was aber auffällt in der letzten Zeit ist, dass gehäuft Dinge ans Tageslicht kommen, die die Menschheit vorwärtsbringen; ich denke nur an die Enthüllung der Geheimgeschäfte in Steueroasen, die hoffentlich einen Schlag gegen den Steuerbetrug auslösen wird, falls unsere Politiker endlich einmal bereit sind, mutig und konsequent zu sein und nicht wieder und wieder vor der Macht des Geldes kuschen (sie könnten zum Beispiel der Deutschen Bank die Bankenlizenz für deren Treiben im Rahmen von Steuerhinterziehung mit Hilfe von Steueroasen entziehen – was für ein Signal das wäre!).

Wenn wir sehen, wie die Liebe, die Güte, die Hilfsbreitschaft mit Füßen getreten werden, wie Hoffart, Eifersucht und das Ego der Menschen dominieren, dann ist Reue notwendig. Reue, die die Erkenntnis voraussetzt, auf dem falschen Weg zu sein, Reue, die uns erkennen lässt, wie wir mit jeder lieblosen Tat, jedem lieblosen Gedanken, jedem Wort, das der falschen Macht eine Schneise in unsere Wirklichkeit bricht, die kindliche Kaiserin in Michael Endes Unendlicher Geschichte töten und Menschen wie Jesus, Sokrates und andere wieder und wieder ans Kreuz nageln und vergiften.
Unser Wort Reue stammt von dem Altisländischen hryggr, was traurig, betrübt, bekümmert bedeutet.
Ich hatte viel Bekümmernis, so lautet die Kantate 21 von Johann Sebastian Bach.
Diese Kümmern ist notwendig, um wirklich die Kraft zu haben, den falschen Weg zu verlassen, die Kraft, Freunde, die auf diesem Weg bleiben wollen, zu verlassen und Gewohnheiten, deren Sogkraft uns zurückziehen würde.

Ja, ich glaube, dass wir bekümmert sein müssen über jede Tat, mit der wir die Liebe kreuzigen, und erst wenn wir erkennen, wie sehr wir selbst daran beteiligt sind, kann eine Wende, eine Sinneswandlung eintreten – im Griechischen lautet dieses Wort metanoia, das Luther mit Buße übersetzt.

Nur der Zugang zu wahrer Liebe, die Konfrontation mit wahrer Liebe kann uns die Augen öffnen, wie es mit unserem Herzen bestellt ist. Im seichten Wasser der Belanglosigkeit, des Dämmrigen, fallen uns unsere Lieblosigkeiten nicht auf, kontrastieren sie sich nicht.
Wenn die wahre Liebe in uns mächtig werden will, spüren wir unsere inneren Aber gegen sie.
Es gilt, aus der halbherzigen Lieblosigkeit herauszukommen, aus der Seichtheit esoterischen Gesülzes, aus einem schrecklich rechtschaffenen Christentum, aus einer moralischen Selbstgefälligkeit.

Wenn es uns gelingt, ein Bewusstsein unseres wahren inneren Seins herzustellen, dann bereuen wir.
Wahre Reue ist nicht flach, sie hat eine tiefe Tiefe.

Genau diese Reue ist notwendig, damit wieder T-reue sein kann, Treue zur Liebe.
Deshalb enthält im Deutschen zurecht das Wort Treue das Wort Reue.
Genauso wie es kein Zufall ist, dass Reinheit Einheit in sich birgt.

Auf dem Weg, auf dem wir als Menschen sind, ist Reue in der Tat Voraussetzung für wahre Liebes-Treue.
Um diese Liebe wiederzufinden, bedarf es der Reue. 

Je tiefer die Reue ist, desto tiefer kann unsere Liebe sein.

Dann kann es Elbenland wieder geben, kehren die Zwerge zurück, wachen Baldur und Schneewittchen und Dornröschen auf und die kindliche Kaiserin lädt uns ein auf ihr wunderbares Schloss.

Die Kindliche Kaiserin ist die Kraft unseres Herzens.

Nur ein Kind, ein kindliches Wesen, das Kind in uns, das göttliche Kind in uns, hat diese Kraft.
Deshalb können nur Kinder wirklich die Welt zum Guten verändern.
Die Kinder in uns!

Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ... ! (Die Bibel)

Kommentare:

Matthias hat gesagt…

Guten Tag Johannes

Es ist immer wieder angenehm bei dir zu lesen, wenn du Zeit hast lese bitte einmal von Satprem "Mutter- Die neue Spezies".
Vielleicht sind die Wunder ganz nahe.

Liebe Grüße Matthias

Johannes G. Klinkmüller hat gesagt…

Hallo Matthias,

danke für Deine lieben Worte!

Die Wunder sind ganz nah; dazu fällt mir eine Geschichte ein, die ich mal als Post veröffentlichen muss. Eigentlich sind sie immer ganz nah und menschheitsgeschichtlich sind sie es hoffentlich auch, aber was für ein Kampf im Verborgenen tobt, das kann man in der Offenbarung des Johannes nachlesen; die Eiszeit über Ostern war kein Zufall.

Danke für den Buchtipp; ich habe ihn mir aufgeschrieben. Die Hinwendung zur Mutter, zum Mütterlichen ist immer ein Thema, das mich interessiert. Momentan liegen allerdings schon drei Bücher auf dem Tisch :-))

Liebe Grüße,
Johannes