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Donnerstag, 9. April 2026

Auferstehung zu heiliger Spiritualität

Gemessen an der Tatsache, dass die Beziehung zwischen Sexuellem, auch zwischen Sexualität und Christusbewusstsein zu den fundamentalsten Aspekten im Werk Rudolf Steiners zählt, wurde ihr von ihm recht wenig Raum eingeräumt. Obwohl ein Sigmund Freud damals die Sexualität wissenschaftlich hoffähig machte, war sie dennoch für viele Menschen ein Tabuthema - übrigens auch noch heute. Ich vermute, Steiner hat die Zeitumstände berücksichtigt. 

Was allerdings von großer Bedeutung ist, ist die Tatsache, dass er sich in Sachen Sexualität und Liebe in einen eklatanten Widerspruch verwickelte. So formulierte er in zwei Vorträgen 1912, dass Sexualität und Liebe gar nichts miteinander zu tun hätten 

Es ist deshalb von großer Bedeutung, weil viele Anthroposophen - natürlich beiderlei Geschlechts - dem geistlosen Verständnis von Sexualität und Liebe auf den Leim gegangen sind - man kann sich nicht des Eindrucks verwehren, dass sie den geistigen Fehltritt Steiners noch heute gern nutzen, um sich dem Thema der Sexualität zu entziehen. Ich gehe in diesem Video darauf ein. In der Anthroposophie ist Sexualität kein Thema

Es ist jedoch zugleich so, dass wir es Steiner verdanken, den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Sexualität und Christusbewusstsein sehen zu können - wer es denn will, vielleicht ja auch bald einige Anthroposophen. Steiner hat den Ursprung der Sexualität in geistiger Liebe betont, 1904, 1905 und 1923.

Notwendig ist eine bewusste Auferstehung, eine bewusste Hinwendung zum Thema der Sexualität, denn das Christusbewusstsein, will es sich in unserem Leben realisieren, bedarf dieser Hinwendung. Vor allem aber wäre es Aufgabe der Anthroposophie, Jugendlichen zu vermitteln, welche Bedeutung körperliche Liebe für die Bewusstseinsentwicklung eines Menschen haben kann, wie sehr sie Einfluss nehmen kann auf die Entwicklung des Ätherleibes hin zu einem Leib des Lichtes und der Liebe.

Unter diesem Aspekt sehe ich auch das Engagement der Maria Magdalena, das ich in den ersten beiden Videos zum Thema der spirituellen Sexualität angesprochen und dem ich mittels wertvoller Zitate Raum gegeben habe. In ihren Worten wird u. a. deutlich, warum in unserer Zeit eine göttliche Weiblichkeit, der sich gerade Frauen bewusst zuwenden sollten, so wichtig und wertvoll ist. In den abschließenden Worten im Rahmen dieses Videos ist es ein Mann, White Eagle, der diese Sicht unterstützt.





PS Hier die beiden Beiträge auf "Freie Anthroposophie" - auch der gelöschte: 



- der gelöschte: 

Montag, 30. März 2026

Anthroposophie und Zensur: Mein auf der FB-Gruppe "Freie Anthroposophie" gelöschter Beitrag zum Thema "Sexualität und Liebe"

Friedrich Hebbel, Das Heiligste 
Wenn zwei sich ineinander still versenken,
Nicht durch ein schnödes Feuer aufgewiegelt,
Nein, keusch in Liebe, die die Unschuld spiegelt,
Und schamhaft zitternd, während sie sich tränken; 
Dann müssen beide Welten sich verschränken,
Dann wird die Tiefe der Natur entriegelt,
Und aus dem Schöpfungsborn, im Ich entsiegelt,S
pringt eine Welle, die die Sterne lenken. 
Was in dem Geist des Mannes, ungestaltet,
Und in der Brust des Weibes, kaum empfunden,
Als Schönstes dämmerte, das muß sich mischen; 
Gott aber tut, die eben sich entfaltet,
Die lichten Bilder seiner jüngsten Stunden
Hinzu, die unverkörperten und frischen.

Friedrich Hebbel lebte von 1813 bis 1863 und wenn ich seine Verse, so beeindruckend in der Form eines Sonetts gestaltet, lese, dann dünkt mich, hier schrieb einer schon vor mehr als 150 Jahren aus einem geisteswissenschaftlichen Bewusstsein und aus einem Maria-Magdalena-Bewusstsein heraus.

Auf das geisteswissenschaftliche Bewusstsein komme ich später zu sprechen.
Es leidet leider ganz entscheidend darunter, dass Rudolf Steiner sich sehr widersprüchlich zur Sexualität geäußert hat und 1912 mehrfach eine ganz andere Sichtweise im Hinblick auf Sexualität äußerte als 1923. Auffallend ist, dass unter Anthroposophen fast ausschließlich jene Sicht zitiert wird, die bis heute fatale Folgen hat und in meinen Augen die Anthroposophie, was Sexualität betrifft, in eine mephistophelische Sackgasse geführt hat.

Bekanntlich hat ja Steiner auch beispielsweise im Hinblick auf die Ursachen von Schillers Tod seine Sicht innerhalb von 8 Jahren fundamental geändert.

Für mich persönlich sind beide Tatbestände kein Anlass, meine Wertschätzung und Dankbarkeit ihm gegenüber herabzusetzen.
Die Anthroposophie und ihre Gesellschaft hatte über 100 Jahre hinweg Zeit, die offen zutage liegende Widersprüchlichkeit zur Sprache zu bringen und dahingehend zu nutzen, klar anzusprechen, dass das Sexuelle und Sexualität Grundlage für unsere Himmelfahrt ist - in Anlehnung an Magdalena:

Die Kirche behauptet, dass ich eine Hure war, doch ich sage euch jetzt, dass die Kirche die Hure ist, denn sie will euch weismachen, dass Frauen verdorben sind und dass die sexuelle Leidenschaft zwischen einem Mann und einer Frau böse ist. Doch genau hier, in der magischen Anziehungskraft der Leidenschaft, entsteht die Grundlage für die Himmelfahrt.!
Und an anderer Stelle formuliert sie:
Die Geheimnisse der Erhöhung des Bewusstseins durch heilige Sexualität, so wie Jeshua und ich sie praktizierten, wurden von der Kirche unterschlagen. Mir ist klar, dass nur eine Handvoll Menschen meine Geschichte verstehen wird, doch das genügt.
Maria Magdalenas "Manuskript" erschien ja in englischer Sprache erstmalig 2002 unter dem Titel "The Magdalena Manuscript", für mich mit drei Schwerpunkten:

- Sie entlarvt die Kirche - übrigens haben auch Jeanne Ruland & Marion Hellwig in "Maria Magdalena. Lebe und heile deine Weiblichkeit" die Story von der Dämonenaustreibung entlarvt -; 

- mit der größten Selbstverständlichkeit spricht sie von der Bedeutung des Weiblichen
ich sage euch jetzt, dass im Herzen, im Verstand und in der Körperweisheit des Weiblichen einige der größten Geheimnisse und Kräfte ruhen, die darauf warten entdeckt zu werden. Und sie offenbaren sich alle durch die gegenseitige Berührung!
- und sie vermittelt die Bedeutung der Ätherkörper, die im Altägyptischen Ka-Körper genannt wurden
In den Ka-Körpern der Liebenden selbst nimmt Horus Form an und fliegt ...
oder wie Hebbel auf seine Weise formulierte:
Gott aber tut, die eben sich entfaltet,
Die lichten Bilder seiner jüngsten Stunden
Hinzu, die unverkörperten und frischen.
Bevor ich mich Steiners Verständnis von und Verhältnis zur Sexualität zuwende, möchte ich sagen, dass niemand durch die Existenz des "Manuskriptes" von Magdalena sich getriggert fühlen möge. Es ist ein Angebot der Geistigen Welt in und für unsere Zeit; aber es gilt: jeder möge das Angebot finden, das für ihn angemessen ist.

Mir erscheint nur wichtig:
Jeder unter uns hat eine sexuelle Biographie und sie sollte unsere Beachtung finden und dabei spielt im Grunde keine Rolle, ob sie erfreulich ist oder nicht. Doch sich ihr zu stellen bedeutet, sich der lunaren und solaren Schlangen in uns zuzuwenden und Sorge zu tragen, dass sie nicht mehr - falls das der Fall ist - am Grunde der Wirbelsäule dahindümpeln. 

Es gibt keinen Weg zu Christus ohne das Sexuelle, ohne ein Bewusstsein für die Bedeutung des Sexuellen.

In einem an mich gerichteten Kommentar im Rahmen meines letzten Beitrages las ich: 
Das sexuelle wird (es) in der Zukunft nicht mehr geben und dies zum Glück. Es wird nur noch den Christus geben.
In diesem einen Satz offenbart sich für mich die ganze Crux einer dogmatischen, sexualfeindlichen Anthroposophie.
Wir dürfen dem Sexuellen dankbar sein, denn der Sexualität, verbunden mit der Trennung der Geschlechter, verdanken wir unsere Fähigkeit zu denken und ohne das Sexuelle gäbe es nicht Christus als Erdenherr und Bewusstsein der Menschheit. Ich habe ja auf die Stelle in Steiners GA 93a verwiesen, in deren Rahmen er sich entsprechend äußert.

Für das Dilemma in Sachen Sexualität, in dem sich die Anthroposophie befindet, ist Steiner meines Erachtens maßgeblich mitverantwortlich. 

1912 äußert er in der GA 143:
Sexualität und Liebe haben gar nichts miteinander zu schaffen. Sexualität ist etwas, das mit der reinen, ursprünglichen Liebe überhaupt nichts zu tun hat.
Und in der GA 133 äußert er sich vergleichbar.
1923 spricht Steiner sich allerdings ganz anders aus, ja gegenteilig:
was in der Sexualität ursprünglich lebt, ist durchdrungen von der geistigen Liebe. (GA 225, S. 182)
Das ist eine völlig andere Sicht auf das Sexuelle und die Sexualität.

Die ultimativen Formulierungen aus dem Jahr 1912 haben mit dazu beigetragen, dass Anthroposophen, vor allem dann, wenn sie mit der Sexualität Schwierigkeiten haben (und das ist keine Schande), in ihnen ihre Einstellung legitimiert sehen, sie totzuschweigen, eine Einstellung, die Luzifer und Ahriman in die Hände spielte und spielt.

Natürlich hat der Materialismus zu einer Dämonologie der Liebe in der Sexualität geführt und dass so viele Menschen Liebe und Erotik in eins setzen, desgleichen Liebe und Sexualität.

Doch das ist es ja, was Anthroposophen genau nicht übernehmen dürfen!

Steiner hat ein entgeistetes Sexuelles 1912 zur Grundlage seiner Äußerungen gemacht. Dabei ist das Sexuelle eine Schöpfung der Geistigen Welt zum Leben hin, zu Christus, dem Sohn. 

Gäbe es einen Sohn ohne das Sexuelle?

Sexualität ist durchdrungen von der geistigen Liebe.

In einem weiteren Kommentar wurde Bezug genommen auf die wegweisende Aussage Steiners
Das Sexuelle, das in der lemurischen Zeit herauskam, das wird, wenn wir es zurückverfolgen, wenn wir es in seiner immer höheren und höheren Natur sehen, der zweite Logos. Durch das Kama-Prinzip heruntersteigend wurde es Jehova; durch das Buddhi-Prinzip hinaufsteigend wurde es das Christus-Prinzip. (GA 93a, S. 149)
und gefragt:
Was heisst das konkret, durch das Kama-Prinzip herabsteigend wurde es zu Jehova, durch das Buddhi-Prinzip hinaufsteigend zum Christus-Prinzip? Was ist damit gemeint mit dem zweiten Logos, wo im gleichen Satz ein Zurückverfolgen und ein Zukunftsprinzip angesprochen ist -„das wird…"
Die Fragen waren mir, als ich sie las, sehr bekannt, ich hatte sie mir nämlich auch gestellt und ich war eine ganze Weile ziemlich verzweifelt, weil ich spürte, dass, wenn ich sie nicht beantworten kann, ich nicht wirklich die Bedeutung des Sexuellen verstehe.
Ich bin kein Steiner-Experte und dass ich hier überhaupt nur schreibe, liegt daran, dass ich den Klängen der Hathoren folge und so auf das Magdalena-Manuskript gestoßen bin, dessen Inhalt zum Wertvollsten gehört, was ich gelesen habe; wenig später traf ich auf obigen Steiner-Satz zum Sexuellen und fand: 

Das genau ist es, was doch auch Magdalena möchte: mit Hilfe des Sexuellen zu Christus. 

Wobei für mich außer Frage ist, dass damit nicht unbedingt nur gelebte körperliche Sexualität gemeint ist; viele leben ja allein oder leben in einer Beziehung, in der Magdalenas ´Praxis der vier Schlangen´ schon allein deshalb nicht möglich ist, weil der Partner davon nichts wissen will.
Nein, es geht darum sich bewusst zu werden, dass wahrhaft Männliches und wahrhaft Weibliches in uns aufsteigen und wie die solare und lunare Schlange miteinander im Gespräch sein können, die eine schwarz, die andere golden, wobei das Schwarz der weiblichen Schlange eine tiefe Bedeutung hat. - Aus der Sicht Magdalenas:
Aus der von Sonnenlicht durchfluteten Perspektive des männlichen Prinzips trägt das weibliche Prinzip einen dunklen, feuchten, gefährlichen Abgrund in sich. Das solare Prinzip fühlt sich von der Dunkelheit des lunaren Prinzips bedroht. Doch durch die Vereinigung von Sonne und Mond, durch die Vereinigung des maskulinen und des femininen Prinzips, im Gleichgewicht und energetisch ausgeglichen, kann wahre Erleuchtung erreicht werden.
Was bedeutet es nun, dass das Sexuelle durch das Kama-Prinzip herabsteigend Jehova wurde?

Luzifer hatte die Absicht, so vermittelt Steiner, die Sexualität wegzuschaffen und den Menschen ganz im Geistigen aufgehen zu lassen. Hier nun kommt Jahve ins Spiel, dem das physische Leben wichtig ist und der den Menschen an das physische Leben zu binden vermag - man kann auch unter diesem Aspekt das Alte Testament lesen. Er vereitelt die Pläne Luzifers und ist auch deshalb von Bedeutung, weil es ohne Erde kein Christusbewusstsein gibt.
Dass der Mensch wie im Buddhismus aus dem Rad der Wiedergeburten entkommen will, entspricht nicht dem Christusbewusstsein.
Wir sind hier, um die Erde heiligen zu helfen, ja, eine neue Erde zu bauen. 

In der vorchristlichen Jahve-Phase spielt Kama, spielen die Begierden, Triebe, das sexuelle Verlangen und Genusssüchte eine bedeutende Rolle; sie sind es zum einen, die den Menschen an die Erde binden und dass sie das so gründlich tun, hängt damit zusammen, dass die luziferische Versuchung früher, als von der Geistigen Welt geplant, kam.
Kama ist zum anderen zugleich Voraussetzung dafür, dass wir - auch aus damit verbundenen tiefen Leiderfahrungen - ein tiefes Bewusstsein für das bekommen, was uns heute bewegt: Christus.
Er ist es, mit dessen Hilfe wir Kama überwinden. 

Das Sexuelle, das in der geistigen Liebe wurzelte und durch Luzifer verschüttet wurde, findet zurück zur geistigen Liebe in Christus, die nun allerdings eine andere Qualität hat. 

Wir verstehen unsere Zukunft, wenn wir zurücksehen. Die geistige Konsistenz, die wir an unserem Ausgangspunkt, dem alten Saturn - wie Steiner die erste Erdinkarnation nannte - hatten - wir waren Wärme, Feuer - werden wir zukünftig wieder haben. Nur werden wir bewusst Geist, bewusste Wärme, bewusstes Feuer sein.
Wir finden auch den zweiten Logos, den Sohn, in der Vergangenheit. Wir werden ihn in der Zukunft finden, wenn wir Christus in Bewusstheit annehmen. 

Dies ist möglich, weil es das Sexuelle gibt, wie es seit Lemurien existiert!

Dass wir im Moment Zeugen schrecklicher Verirrungen werden, gehört zu diesem Prozess dazu. 

Was ich bedauerlich finde, ist, dass die Anthroposophie insgesamt so wenig die Stimme öffentlich erhebt. Es hängt damit zusammen, dass in ihr die geistig-sexuelle Energie blockiert ist.

Möge sich das ändern!

Freitag, 27. März 2026

Warum Anthroposophen nicht zu Christus, zum Christusbewusstsein gelangen.

Gewiss gibt es unter Anthroposophen (beiderlei Geschlechtes) Ausnahmen und im Übrigen gilt auch für viele spirituell orientierte Menschen, was für Anthroposophen gilt.

Rudolf Steiner hat eine engstmögliche Verknüpfung zwischen dem Sexuellen und Christus konstatiert und obwohl ein entsprechendes Bewusstsein Voraussetzung für einen Zugang zu Christus ist, meidet die anthroposophische Community das Thema "Sexualität" wie der Teufel das Weihwasser. Dabei hat Steiner in seiner GA 89 darauf aufmerksam gemacht, dass Menschen mit entsprechenden Ängsten und Vermeidungsstrategien sich in der Gewalt Luzifers befinden, dessen Absicht es war und ist, „
die Sexualität wegzuschaffen und den Menschen vollständig im Geistigen aufgehen zu lassen.“ 

Anthroposophen erkennen gar nicht, wie sehr sie sich in der Gewalt Luzifers befinden, indem sie das Thema der Sexualität meiden. 

Ganz erfreulich mag da erscheinen, dass in der Februarausgabe des "Goetheanum" sich ein Artikel findet, überschrieben "Wenn Geist und Körper sich finden" und er beginnt:
Sexualität verbindet Körper und Geist auf einzigartige Weise. Aber es fällt schwer, unbefangen darüber zu sprechen. Zwischen digitaler Omnipräsenz und spiritueller Verdrängung droht das Intime, Heilige dieser Art von Begegnung verloren zu gehen. Ein Plädoyer für eine Erotik, in der Eros, Philia und Agape zusammenwirken und den ganzen Menschen meinen.
Erstaunlich ist, dass in dem gesamten Beitrag sich nicht ein einziges Zitat bzw. Verweis auf die Sicht Steiners zur Sexualität findet bzw. ein Bezug zum Christusbewusstsein hergestellt wird. Im Grunde könnte dieser durchaus lebendig geschriebene und gut lesbare Artikel in jedem schöngeistig offenen Journal stehen, wobei er auch noch schließt:
Die Sexualität ist in Gefahr, wieder etwas zu werden, wovor wir uns schützen wollen, weil sie uns mit etwas Unverfügbarem auch in uns selbst konfrontiert.
Wieder etwas zu werden?
Sie ist es doch und mit Hilfe der Kirche (und den Anthroposophen) seit hunderten von Jahren.

Es ist im Übrigen Altmeister Goethe, der in der Gestalt des Mephistopheles dem Doktor Faust ein Wesen gegenübertreten lässt, das - um Steinersches Vokabular aufzugreifen - ahrimanische und luziferische Verführungskünste vereint. Wenn Faust wider besseres Wissen Gretchen ansäuselt:"Gefühl ist alles", dann grinst Luzifer um die Ecke; wenn Mephistopheles Faust dazu bringt, in der Hexenküche den Trank der Hexe zu trinken, damit der Gelehrte sexuell endlich auf Touren kommt, dann grinst Ahriman sich eins. Auf diesem Hintergrund macht Steiner darauf aufmerksam:
Die normale Entwickelung des Menschen auf der Erde besteht ja darinnen, dass sich auf der Erde das Menschengeschlecht durch die Geschlechter fortpflanzt. Aber Mephistopheles wollte auf der Mondenentwickelung zurückbleiben. Er wollte das daher nicht haben, dass die Liebe zur Liebe der Geschlechter auf der Erde führt. Mephistopheles ist der Feind der Liebe der Geschlechter auf der Erde. Der ganz entschiedene Feind ist er. Er fühlt sich daher - und Goethe charakterisiert das ganz richtig - außerordentlich dazu berufen, alles dasjenige ad absurdum zu führen, was irgendwie zur Geschlechterliebe führt. Was er veranlassen will in der Beziehung des Faust zu Gretchen - lesen Sie nur mit Aufmerksamkeit die Gretchen-Szenen, da werden Sie überall spüren, er will da allerlei, was das Amt des Ahriman-Mephistopheles ist.
Aber die Liebe zwischen Faust und Gretchen, die wirkliche menschliche Erdenliebe, die will er nicht aufkommen lassen, weder bei Faust noch bei Gretchen will er sie eigentlich dulden. (GA 272, S. 281) 
Für Leser, die sich im Denken Steiners nicht auskennen, sei gesagt, dass mit der Mondenentwicklung die unserer augenblicklichen Erde vorausgehende Inkarnation unseres Planeten angesprochen ist, die Steiner als "alten Mond" bezeichnet.

Jedenfalls sind sich Luzifer (die biblische Schlange, Diabolo, im Koran "Iblis") und Ahriman, also Satan bzw. der "Geist der Finsternis" einig: Geschlechterliebe wollen sie nicht. Einig wie sonst selten sind sie sich, weil ihnen die Gefahr viel zu groß ist, dass sie den Menschen zu Christus führt. Den diesbezüglich wichtigsten Satz finden wir in der Aussage Steiners:
Das Sexuelle, das in der lemurischen Zeit herauskam, das wird, wenn wir es zurückverfolgen, wenn wir es in seiner immer höheren und höheren Natur sehen, der zweite Logos. Durch das Kama-Prinzip heruntersteigend wurde es Jehova; durch das Buddhi-Prinzip hinaufsteigend wurde es das Christus-Prinzip. (GA 93a, S. 149)
Wenn Steiner seine Aussage im Präteritum formuliert, dann deshalb, weil das Buddhi-Prinzip, also Christus, seit Golgatha gilt - als Möglichkeit; verwirklichen muss es in sich jeder selbst, dann wird das Sexuelle in der Liebe zu einem anderen und zu uns das Christus-Prinzip. Ohne Bewusstsein für die Bedeutung des Sexuellen aber geht das nicht. In der Regel verweigern sich Anthroposophen diesem Bewusstsein, indem sie nicht über die Bedeutung der Sexualität schreiben bzw. sprechen.

Warum?
Weil sie in den Händen des Mephistopheles sind.

Oft mag dahinter eine tiefverwurzelte Angst vor - wie es Steiner nennt - Kama, dem Triebhaften, der Lust und Wolllust sich verbergen. Jeder hat all das in sich. Wer es mit offenen Augen anschaut, wer mit seinem Kama, seiner Lust und Wolllust, seiner Sexualität im Gespräch ist, verwandelt sie zur Buddhi-Energie. Jesus und Maria Magdalena haben das vorgelebt.

Ich weiß nicht, wieviel tausend Beiträge über das Leben Steiners abgefasst worden sind, über die soziale Dreigliederung oder den Bau des Goetheanums oder die Weihnachtstagung. Anthroposophen bleiben jedoch an entscheidender Stelle verklemmt und Mephisto lacht sich eins und freut sich über die üblichen Vorträge. Und es mag kein Zufall sein, dass in dem im Rudolf-Steiner-Verlag erschienenen "Stichwort Sexualität" mit seinen über 100 Auszügen zum Thema Sexualität im Werk Steiners ausgerechnet jener von mir oben zitierte fehlt, der für mich am deutlichsten die Beziehung zwischen dem Sexuellen und dem Christusbewusstsein herstellt.
Es geht ja nicht um eine neuerliche sexuelle Revolution und dass alle Anthroposophen Sexmonster werden.
Es geht um jene von Maria Magdalena in ihrem von Tom Kenyon und Judi Sion veröffentlichten "Manuskript" so bezeichnete Alchemie des Horus, also jenem Bewusstsein, das aus der Vereinigung von Osiris und Isis hervorgeht und in der altägyptischen Mystik Horus genannt ist.
Steiner schreibt dazu:
Dieses Zusammengehen des väterlichen Geistes mit der mütterlichen Materie wurde in Ägypten als das Zusammengehen von Osiris und Isis beschrieben. Was da entstand, war Horus. (GA 93a, S. 142) 
Und an anderer Stelle des Weiteren: 
Dieser Mensch, der nicht der äußere, physische Mensch ist, sondern der Mensch, der zum geistigen Licht aufzustreben immerfort den Ansporn hat, immer von den verborgenen Isis-Kräften getrieben wird, ist es, der wie der irdische Sohn des nicht in der irdischen Welt aufgegangenen, sondern in den geistigen Welten verborgen gebliebenen Osiris erscheint. Dieser unsichtbare Mensch, der Mensch des Strebens nach dem Höheren Selbst, wurde von der ägyptischen Seele als Horus empfunden, als der nachgeborene Sohn des Osiris. (GA 60, S. 360f)
Dieses Aufstreben kann durch eine der Sexualmagie der Isis verwandte körperliche Liebe zwischen zwei Liebenden, wie sie Magdalena in ihrem "Manuskript" und ich in meinen beiden Videos zur spirituellen Sexualität auf YouTube anspreche, geschehen, wenn und weil sich durch Verwandlung des Ätherkörpers in der Liebe Bewusstsein entwickelt.  Aber Magdalena sagt auch, "dass die alchemistischen Praktiken des Horus sowohl für Menschen, die ihren Weg alleine gehen, als auch für Menschen in Partnerschaft geeignet seien. Der Hauptunterschied besteht darin, dass ein Mensch, der alleine praktiziert, die Energie und Ekstase aus sich selbst heraus erschaffen muss, während diejenigen, die sich in heiligen tantrischen Beziehungen befinden, diese Energie in Ekstase spontan aus dem sexuellen Akt gewinnen. " (Tom Kenyon et al., S. 50)
Für die Verwandlung des Ätherkörpers finden sich in Tom Kenyons und Judi Sions Buch einige Übungen.

Das oben angesprochene Thema ist für mich auch deshalb so wichtig, weil es Anthroposophen sein müssten, die zunächst an ihren Schulen einen inhaltlich neu gestalteten Sexualkundeunterricht ein- und durchführen müssten. Wie sonst sollen unsere Jugendlichen zu einem Bewusstsein für ihren Ätherkörper und der Bedeutung körperlicher Liebe gelangen, die diese so wertvoll und heilig macht.
Im Grunde sind es Anthroposophen, die wider mögliches besseres Wissen diesen Zugang für unsere Jugendlichen versperrt sein lassen. Abgesehen davon, dass sie meiner Wahrnehmung und Erfahrung nach sich selbst erfolgreich blockieren.

In dieser Zeit des Aufwachens sind Änderungen Gott sei Dank möglich, ja wahrscheinlich.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Die Quelle des Schöpferischen in uns ist die Liebe.


Die Liebe ist es, die uns die Zukunft gestalten lässt, unsere eigene und die der Menschheit.

Bedeutsam aber ist auch, dass wir uns unserer Vergangenheit bewusst sind bzw. werden, nicht nur vergangener Erdepochen, sei es Atlantis, sei es Lemurien, sondern auch der drei vorausgegangenen Inkarnationen der Erde, angefangen mit dem sogenannten ´alten Saturn´. -
Warum ist er so bedeutsam?
Wir haben als geistiges Wärme-Feuerwesen damals zu existieren begonnen und wir kehren zu diesem Zustand zurück und was wir mitbringen ist der Reichtum all der Erfahrungen unserer Leben auf der Erde und in den kosmischen Sphären, in denen wir unterwegs waren. Wie dem verlorenen Sohn im biblischen Gleichnis wird bei unserer Rückkehr unser geistiger Vater für uns eine Riesenfete geben ...


Denn wer den Saturn nicht kennt, wer das Wesen der Sonne und des alten Mondes nicht kennenlernen will, der kennt auch die Erde nicht. Interesselosigkeit, krassester Egoismus ist es, wenn die Menschen kein Interesse haben an der Welt. Interesse an allem Sein haben, das ist Menschenpflicht. Wünschen wir also und lieben wir die Sonne mit ihrer Schöpferkraft, mit ihrer Liebe für das Gedeihen der Erde und der Menschenseelen! Dieses Lernen des Erdenwerdens, das soll sein die geistige Aussaat für die Liebe zur Welt, denn eine Geisteswissenschaft ohne Liebe wäre eine Gefahr für die Menschheit.
Aber wir sollen nicht die Liebe predigen, sondern sie soll und wird dadurch in die Welt kommen, diese Liebe, daß wir die Erkenntnis der wirklichen geistigen Dinge verbreiten. Geisteswissenschaft und wirkliche Liebeshandlungen und Liebestaten sollen eines sein.
Die Liebe, die sinnliche, ist der Ursprung für das Schöpferische, das Entstehende. Ohne sinnliche Liebe würde es nichts Sinnliches mehr geben auf der Welt;
ohne die geistige Liebe entsteht nichts Geistiges in der Entwickelung.
Wenn wir Liebe üben, Liebe pflegen, so ergießen sich Entstehungskräfte, Schöpferkräfte in die Welt. Sollen wir das durch den Verstand begründen?
(...)
Der Impuls zur Liebe wächst mit dem Höherkommen eines Menschen; Weisheit allein genügt nicht.
Die Bedeutung der Liebe im Wirken der Welt wollen wir uns so vor die Seele führen: Liebe ist dasjenige, was uns immer auf Lebensschulden der Vergangenheit verweist, und weil wir vom Bezahlen der Schulden für die Zukunft nichts haben, darum haben wir selbst nichts von unseren Liebestaten. Wir müssen unsere Liebestaten zurücklassen in der Welt, da aber sind sie eingeschrieben in das geistige Weltengeschehen. Wir vervollkommnen uns nicht durch unsere Liebestaten, nur durch die anderen Taten, aber die Welt wird reicher durch unsere Liebestaten.
Denn Liebe ist das Schöpferische in der Welt.
(R. Steiner, GA 143, S. 207f)

Mittwoch, 19. November 2025

Die höchste Tugend unseres Ätherleibes ist die Liebe. – Er würde vor uns entstehen (gesetzt den Fall, wir könnten ihn sehen), wenn wir das Alphabet vor uns in die Luft sprechen.

Unser Ätherleib, seiner Form nach unserem physischen Körper gleichend, ihn nur ein wenig überragend, wurde in der ägyptischen Alchemie mit Ka-Körper bezeichnet und von Aristoteles Threptikon genannt; Paracelsus nannte ihn Archäus, auch Spiritus vitae bzw. Liquor vitae. In der Bibel, den Sprüchen Salomos (30,1) finden wir ihn als Ben Jake bezeichnet, in der indisch-theosophischen Terminologie als Linga-Sharira. 

Nach Rudolf Steiner ist das Denken eine Tätigkeit des Ätherleibes; durch ihn wird unser physischer Leib im Übrigen erst ein lebendiger, lebensfähiger Leib, deshalb nennt Steiner ihn auch elementarischen bzw. Kräfteleib. 

Die höchste Tugend des Ätherleibes aber ist dem Begründer der Anthroposophie nach die Liebe:
Die Kräfte, die zunächst aus den Tiefen unseres Wesens heraufwirken zu uns aus unserem Ätherleib, sind die Kräfte, die sich dadurch ausdrücken, daß der Mensch lieben kann, lieben auf allen Stufen seines Daseins. (GA 130, S 174)
Für den ein oder anderen mag die Aussage Steiners nahezu unglaublich sein, dass sich, wenn wir das Alphabet in die Luft hineinsprechen könnten, so dass die Buchstaben dort quasi stehenblieben, die Form unseres Ätherleibs abbilden würde, wenn wir ihn denn sehen könnten:
Wenn wir tatsächlich vom a bis zum z gehen könnten in der Lautformulierung, wenn wir dies so zuwege brächten, daß das a stehenbleiben würde bis zum z, und das Ganze würde sich in der Luft abbilden, was wäre denn das? Was wäre das für eine Form?
Das wäre die Form des menschlichen ätherischen Leibes. Der menschliche ätherische Leib würde auf diese Weise zustande kommen. Der menschliche ätherische Leib stünde vor Ihnen, wenn Sie einmal das ganze Alphabet - man müßte es erst richtigstellen, heute ist es nicht ganz richtig so, wie es gewöhnlich aufgestellt wird, aber es kommt ja auf das Prinzip jetzt an -, wenn Sie einmal lautlich das Alphabet von a angefangen bis zum z hinstellen würden, der Mensch stünde vor Ihnen. (GA 279, S. 47)

Freitag, 18. Juli 2025

Die fünfte Reue Sophias. – Franz Alt und sein Golgathaverständnis: "Weiche von mir, Satan!"

Wie groß und überzeugend ist die Bereitschaft Sophias im Rahmen ihres vierten Reuegesangs zu einer fundamental ehrlichen Bestandsaufnahme, zu einer schonungslosen Analyse ihrer Situation, wie groß die Bereitschaft zu benennen, wie das Verhältnis des Lichtes zu ihr ist und wie sehr sie auf die Rettung durch das Licht hofft.

Sie beginnt ihren fünften Reuegesang mit einem Lob auf das Licht, um dann wieder überzugehen zu einer schonungslosen Bestandsaufnahme ihrer Situation verbunden mit einem Ausblick voller Hoffnung.
Ihr Umgang mit ihrer Situation mag eine Hilfe, ja - wenn wir wollen - eine Vorlage sein für uns, wie wir mit dem Licht und Gott sprechen können.

Die Realität von sogenannten Christen in unserem Land sieht zum Teil gänzlich anders aus. Wie selbstgefällig und überheblich handeln und reden manche, wie bar echter Reue. Ich möchte dies zu Beginn dieses und der drei folgenden Reuegesänge an vier Beispielen deutlich machen.

Einige unter uns dürften Bücher von Franz Alt kennen oder gar gelesen haben, bekannt sind vor allem „Frieden ist möglich. Die Politik der Bergpredigt.“ bzw. „Liebe ist möglich. Die Bergpredigt im Atomzeitalter.“
Mit „Jesus – der erste neue Mann.“ fand sich Franz Alt auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Insgesamt listet Wikipedia über 30 von ihm geschriebene Bücher und Veröffentlichungen auf. In den Buchrezensionen werden ihm immer wieder Lobeshymnen gesungen, die kritischen Rezensionen gehen aber sehr eindeutig im Hinblick auf sein Wirken in Richtung ideologischer Vorstellungen, die sich an modisch-kritischen Themen unserer Zeit orientieren (der ökologische Jesus, der pazifistische Jesus, der feministische Jesus), immer wieder wird ihm auch New-Age-Besserwisserei und eine gewisse parteipolitische Haltung mit erkennbarem Hang zur Selbstdarstellung vorgeworfen; in diesen Zusammenhang gehören seine offenen Briefe an Helmut Kohl und Angela Merkel, und als ob er noch nicht ausgelastet genug gewesen sei, engagierte er sich noch in dem Bahn-Bauprojekt "Stuttgart 21".

Für mich ist die entscheidende Frage: Leuchtete Franz Alt bei seinem vielen Schreiben das Licht, nach dem eine Sophia so strebte, erstrebte er die Weisheit, die uns Sophia vermitteln kann, gerade deshalb, weil sie durch tiefe und lichtlose Täler ging? Finden wir bei ihm diese Demut gegenüber dem Licht, die eine Sophia auszeichnet? Oder ist Franz Alt einfach nicht weise, sondern ein typischer Intellektueller unserer Zeit, nicht weise also, sondern schlau?

Ich war doch sehr verblüfft, als ich von einem Mann, der mehrere Bücher über Jesus geschrieben hat und von dem man doch also annehmen darf, dass er um den zentralen Punkt von Jesu Mission auf der Erde weiß, in einem Video den Satz hörte:
Ich kann mir gut vorstellen, dass das ganze Ostergeheimnis nichts anderes ist als eine Nahtoderfahrung (…) Das ist für mich kein Glaubensproblem, sondern eine Frage des gesunden Menschenverstandes.
Wenn Jesus Franz Alts Buchtitel nach der erste neue Mann ist, dann eigentlich doch deshalb, weil durch sein Wirken und Sein für uns Menschen der Weg zur Auferstehung gebahnt wurde, zur Auferstehung eines neuen Bewusstseins, was dadurch möglich wird, dass mit und in Jesus auf Golgatha der göttliche Sohn Christus stirbt, ein Geschehen in einer Dimension, die vielen Menschen noch in seiner Bedeutung nicht wirklich zugänglich ist.
Goethe hat darum gewusst, sein Gedicht „Selige Sehnsucht“ beginnt deshalb mit: „Sagt es niemand, nur den Weisen, / Weil die Menge gleich verhöhnet, / Das Lebend’ge will ich preisen, / Das nach Flammentod sich sehnet.“
Goethe wusste, dass das Geheimnis um den Flammentod der Seele, die in seinem Gedicht als Schmetterling diesen Tod erleidet, nur wirklich weisen Menschen zugänglich ist. Deshalb spricht der bloß schlaue Franz Alt von einem nicht wirklichen Tod, sondern von einem Nahtod. Er hat den Tod Jesu, der für alle Tode steht, die Menschen seelisch sterben, wenn etwa fundamental Neues in ihnen auferstehen will, nicht verstanden.
Goethe lässt uns in der letzen Strophe wissen: „Und so lang du das nicht hast, / Dieses: Stirb und werde! / Bist du nur ein trüber Gast /Auf der dunklen Erde.“
Um den Sinn unserer Existenz auf der Erde wissen wir nur, wenn wir die Bedeutung des Todes von Jesus verstehen. Weil er diesen Weg ging, dürfen wir heute in einem irdischen Leben zu dem Bewusstsein der Auferstehung gelangen. Wir sterben auch in diesem Leben oder einem folgenden den Tod auf Golgatha, jeder auf seine Weise.
Dann dürfen wir auch Pfingsten erleben.

Das alles hat Franz Alt nicht verstanden Für ihn gibt es keinen wirklichen Tod Jesu, deshalb kann es für ihn auch keinen wirklichen Ostersonntag geben, keine Auferstehung, kein Pfingsten.

Eine bemerkenswerte Stelle, die Alt mehr als nur zu denken hätte geben müssen, finden wir in Matthäus 16:
Wir lesen, dass Jesus seine Jünger darauf vorzubereiten beginnt, dass er nach Jerusalem gehen und dort sterben, dass er aber am dritten Tag auferstehen wird (so sprach er und das steht dort klipp und klar !)
Da nahm ihn Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weiche von mir, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.
Wie viel hat der Mann, Franz Alt, über Jesus und die Bergpredigt geschrieben!! Verstanden hat er weder sie noch ihn! Auch wenn es noch so klug klingt, wie und was er schreibt. Deshalb kommt in Wirklichkeit nichts Wertvolles in unserer Seele an in dem, was er von sich gibt.
Was er tut, ist ja noch gravierender als das, was Petrus macht: Jesus weist die Jünger darauf hin, dass er sterben wird, Alt aber sagt: In Wirklichkeit ist er gar nicht gestorben …
Jesus würde zu ihm sagen und, ich vermute, er hat es bereits getan:"Weiche von mir, Satan!"

Wenn Alt über Liebe schrieb, dann hat er die größte Liebestat, die alle Liebe göttlich machen kann und will, gar nicht verstanden: diese göttliche Liebe beendet durch den realen Tod Jesu die Trennung von Tod und Leben; in dem Sinn, wie wir heute über Tod und Leben denken, das gibt es für Menschen, die sich zu einem Christus-Bewusstsein zu entwickeln vermochten, nicht mehr.
Das aber versteht der gesunde Menschenverstand nicht, das versteht ein Franz Alt nicht.
Denken in göttlichem Sinne ist nicht mehr linear, dieses Denken ist unbeschreiblich und deshalb ist die Weisheit einer Sophia so schwer zu erfassen; es kann nur der erfassen, dem das alte Denken stirbt. Wenn Menschen aber dieses Sterben, dieses Goethesche „Stirb“ nicht haben, dann fehlt ihnen auch das „Werde“ dann bleibt ihr Denken, so formuliert es Goethe, trübe, so wie ihr Dasein.

Franz Alt schrieb und schrieb und schrieb; wie ein Don Juan auf der Suche und Sucht nach Liebe von Bett zu Bett sprang und sie doch nie erreichte, so springt Franz Alt von Buch zu Buch, weil er sich das Verständnis von Liebe und Weisheit auf diese Weise erschreiben wollte. In Wirklichkeit hatte er Angst, etwas Entscheidendes in sich sterben zu lassen.

Warum ich darüber schreibe: All den vielen Büchern Alts fehlt die göttliche Weisheit, das göttliche Licht. Es kann in ihnen nicht vorhanden sein. 
Für mich ist wichtig, dass wir vorsichtig sind mit dem, was Menschen so Schlaues sagen und schreiben. Für mich ist wichtig, dass wir ein Gespür dafür entwickeln, ob Menschen mit dem wahren Licht, das Sophia so intensiv suchte und fand, in Kontakt sind - vielleicht sind sie es nicht immer, aber doch immer wieder. Ob sie in Kontakt mit der wahren Weisheit sind, nicht immer, aber ob sie danach streben, das ist wichtig.
Zu solchen Menschen sollten wir uns hingezogen fühlen und sie suchen, mit ihnen in Gemeinschaft gehen, Menschen, die wissen, warum Jesus Christus für uns ganz real auf Golgatha starb! Oft sind es keine Vielschreiber. Aber die Gemeinschaft mit ihnen und ihre ehrlichen Worte tun unserer Seele gut. Und gut für unsere Seele ist, wenn wir zu Menschen mit einem Verstand a là Franz Alt und ihrem tödlich kranken Bewusstsein sagen: "Weiche von mir, Satan!
"
Weil Jesus Petrus liebte, wies er ihn so deutlich zurecht! Dann kann Erkennen, kann Metanoia, kann Reue einsetzen.

Wenden wir uns der fünften Reue zu und denken wir daran, dass Sophia nur im Wirrwarr des Chaos, dem sie ausgesetzt ist, ihren Bedarf an Göttlichkeit und das Wirken der Gottheit erkennen kann. Aus der Verwirrung und dem Chaos in den niederen evolutionären Welten wird letztlich für Sophia und für uns der eigentliche Wandel hervortreten.
Dann werden, wie es in der 4. Reue heißt, selbst alle Archonten der materiellen Welt, dich, oh Licht fürchten, andere dagegen – wie eben auch Sophia – werden sich mit dem gereinigten Licht kleiden. 
Vollziehen wir den Weg der Reue mit, dass auch wir dieser Kleidung teilhaftig werden:

5. Reue
Und es geschah, als alle materiellen Emanationen von Selbst-Willen schwer auf ihr lasteten, dass Sophia laut weinte und die fünfte Reue gab, indem sie sprach:
1 Oh Licht meiner Erlösung, ich singe dir Lob in der Region der Höhe und auch im Chaos.

2 Ich singe dir Lob in meinem Lied, mit dem ich in der Höhe Hymnen bildete, und mit dem ich an dich Hymnen bildete, als ich im Chaos [in den niederen Welten] war. Möge es deine Gegenwart erreichen, und bitte höre, oh Licht, auf meine Reue.

3 Meine Kraft ist in die Finsternis gesunken, und mein Licht ist ins Chaos abgestiegen.

4 Ich selbst werde wie die Archonten des Chaos, sie, die in die Finsternis unten hinabgestiegen sind; ich werde zu einem materiellen Körper, ohne jemanden in der Höhe, der mich errettete.

5 Ich werde auch wie die Substanzen, deren Kraft aufgebraucht ist und in das Chaos ausgeschieden werden, solche, die du nicht in der Erlösung für wert befandest und die auf dein Gebot hin übriggelassen werden, um zu vergehen.

6 Nun haben sie mich unten in die Finsternis gestellt, in tote Finsternisse und Materien, die keine Kraft in sich haben.

7 Du hast dein Gebot über mich gebracht und alles, was du bestimmt hast,

8 und dein Geist hat sich zurückgezogen und mich verlassen. Auch sind auf deinen Befehl die Emanationen meines Äons mir nicht zu Hilfe gekommen, sondern haben mich verabscheut und sich von mir ferngehalten, und immer noch bin ich nicht vollkommen ausgelöscht.

9 Aber mein Licht ist in mir geschwächt, und ich habe mit allem Licht, das mir noch geblieben ist, nach dem Licht gerufen, und ich habe meine Hände nach dir ausgestreckt.

10 Nun, oh Licht, wirst du nicht dein Gebot im Chaos erfüllen, und die Befreier, werden sie nicht kommen, wie du es ihnen befohlen hast, in der Finsternis aufzustehen, um deine Jünger zu sein?

11 Werden sie nicht das Mysterium deines Namens im Chaos sprechen?

12 Oder werden sie eher deinen Namen in der Substanz des Chaos sprechen, die du nicht reinigen wirst?

13 Doch ich habe dich gepriesen, oh Licht, und meine Reue wird dich in der Höhe erreichen.

14 Möge dein Licht über mich strömen,

15 denn sie haben mir mein Licht genommen, und ich bin seit der Zeit, da ich emaniert wurde, in heftigem Schmerz wegen dem Licht. Und nachdem ich auf das Licht in der Höhe geblickt hatte, blickte ich nach unten auf die Lichtkraft im Chaos; und ich machte mich auf und stieg hinab.

16 Dein Gebot fand mich, und die Ängste, die du für mich festgelegt hast, führten mich in Verwirrung.

17 Und sie haben mich wie zahlreiche Wasser umzingelt, sie haben mich fortwährend gemeinsam zu jeder Zeit ergriffen.

18 Und durch dein Gebot hast du meinen Schutz-Emanationen nicht gewährt, mir zu Hilfe zu kommen, noch hast du meinem Gepaarten erlaubt, mich aus meinem Leiden zu erlösen.
🌟

Dies ist die fünfte Reue, welche Pistis Sophia im Chaos von sich gab, als alle materiellen Emanationen von Selbst-Willen sie weiterhin bedrohten.
(...)
Jesus spricht: Nun komme du, Philippus, nach vorn und verkünde die Lösung der fünften Reue von Pistis Sophia, und nimm dann wieder deinen Platz ein und schreibe alle Belehrungen, die ich äußern werde, bis die Zahl deines Anteils der Aussagen über das Königreich des Lichts, die du aufzeichnen sollst, vollendet ist.

Und Philippus antwortete und sprach zu Jesus, „Mein Herr, höre mir zu, dass ich die Lösung ihrer Reue gebe. Denn deine Kraft hat darüber früher durch David im 88. Psalm prophezeit, indem er sprach:

1 YHWH, Gott meiner Errettung, bei Tag habe ich nach dir gerufen, des Nachts habe ich vor dir gewartet.

2 Lass mein Gebet vor dir aufsteigen; neige dein Ohr meinem Lied.

3 Denn meine Seele ist mit Elend durchtränkt, und mein Leben nähert sich den unteren Tiefen.

4 Ich bin mit jenen gezählt, die in die Grube hinabgehen; ich bin wie ein kraftloser Mann geworden.

5 Ich werde wie die Toten, die frei sind, betrachtet, wie die Geschlagenen, die in Gräbern liegen, an die du dich nicht mehr erinnerst und die von deiner helfenden Hand abgeschnitten sind.

6 Du hast mich in die niederste Grube gelegt, in die Finsternis der tiefsten Schlucht.

7 Dein Zorn hat sich auf mich geheftet, und deine Wellen haben mich gepackt. Selah.

8 Du hast mir meine Freunde entfremdet; du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich bin eingesperrt, und ich kann nicht heraus.

9 Meine Augen trauern wegen meiner Not; ich habe nach dir gerufen YHWH, jeden Tag; meine Hände habe ich nach dir ausgestreckt.

10 Wirst du für die Toten Wunder wirken? Werden nicht jene, die niedergeworfen wurden, aufstehen und dich preisen? Selah.

11 Werden sie nicht bestimmt deinen Namen in den Gräben aussprechen?

12 Und deine Rechtschaffenheit im Land des Vergessens?

13 Und zu dir, YHWH, rufe ich um Hilfe, und am Morgen ist mein Gebet früh vor dir.

14 Warum verbirgst du dein Angesicht vor mir?

15 Denn ich bin betrübt und nahe am Tod. Ich erhöhte mich selbst und wurde gedemütigt.

16 Dein strenger Zorn überwältigte mich, und deine Schrecken haben mich zum Schweigen gebracht.

17 Sie umkreisen mich wie Wasser den ganzen Tag; sie überschwemmen mich alle gleichzeitig.

18 Du hast mir den Freund und Gefährten entfremdet; meine Bekannten werden von meinem Leid ferngehalten.“
🌟

Dies ist nun die Lösung des Mysteriums der fünften Reue, die von Pistis Sophia gegeben wurde, als man sie im Chaos verfolgte.

Samstag, 21. Juni 2025

Auch unsere Gedanken können weltbewegend sein! – Über geheilte Weiblichkeit und unsere Mission, dazu beizutragen, die Trennung des göttlich Weiblichen und des göttlich Männlichen auf den niederen Ebenen der Erde aufzuheben.

Der folgende Beitrag setzt die Postings vom 13. und 17. Juni fort (Link am Schluss)

Nachdem Erdbeben und Aufruhr im Himmel vorbei waren (siehe Teil I), geht Jesus gegenüber seinen Jüngern auf die Situation ein, als er auf dem Ölberg etwas abseits von ihnen saß und diese darüber sprachen, wie sehr sie gesegnet seien durch das, was sie mit dem Erlöser erleben dürfen. Was Jesus nun äußert, ist für mich deshalb so wichtig, weil es auf seine Gedanken verweist und damit einen so bezeichnenden Blick auf den Wert auch unserer Gedanken wirft, nicht jene Gedanken, die mit uns tun, was sie wollen und oft in unserem Kopf Karussell fahren, sondern Gedanken, die zielgerichtet sind und einen ganz besonderen Stellenwert in unserem Leben haben können - er sagt zu seinen Jüngern und wir lesen in der Pistis Sophia:
Als ich ein wenig entfernt von euch auf dem Ölberg saß, dachte ich über die Ordnung des Dienstauftrages nach, für den ich gesandt worden war, und dass er nun vollendet war und dass mir vom letzten Mysterium, nämlich dem 24. Mysterium von innen nach außen unter jenen, die in dem zweiten Raum des Ersten Mysteriums sind, in den Ordnungen jenes Raumes, noch nicht mein Gewand geschickt worden war. So geschah es, als ich wusste, dass die Ordnung des Dienstes, für den ich gekommen war, vollendet war und dass das Mysterium mir noch nicht mein Gewand geschickt hatte, das ich ihn ihm zurückgelassen hatte, bis seine Zeit erfüllt sein würde – darüber nachdenkend saß ich auf dem Ölberg ein wenig von euch entfernt.
Jesu Gedanken scheinen nicht weltbewegend, und doch sind sie es. Er reflektiert seine Situation, er reflektiert die Lebensstufe, auf der er sich gerade befindet. Solche Bestandsaufnahmen sind wichtig.
Seine Gedanken sind, wie sich im folgenden erweist, deshalb weltbewegend, weil sie die Lichtflut vorbereiten, die ihn daraufhin erfasst. J.J. Hurtak - der Herausgeber der Pistis Sophia (siehe Teil I) kommentiert diese Situation: 
Jesus befand sich hier im Prozess der Vorbereitung auf die nächste Entfaltung seines Seinsheit, die nächste Manifestation dessen, was geschehen würde. Die Dinge erledigen sich nicht einfach von selbst, sondern sie erfordern bewusste Vorbereitung auf das Ereignis, das eintreten soll. Gedanke ist der Initiator aller Geschehnisse, die eine Wirklichkeit werden sollen.
Der Text der Pistis Sophia und Hurtaks Kommentar sind für mich sehr aufschlussreich, denn sie zeigen, wie wichtig Gedanken, die wir denken, sein können: Sie können eine neue Phase unseres Lebens einleiten, wenn es nicht solche sind, die mit uns Kopfkarussell fahren und damit von den Archonten und ihren Gehilfen uns eingespeist werden - immerfort fliegen sie ständig um uns herum -, sondern wenn sie im Glauben und Vertrauen geschehen und zielgerichtet sind, das heißt, die Mission von Jesus unterstützen, der die niederen Welten wieder verknüpft mit den höheren und den Menschen den Zugang zum Göttlichen ermöglicht..

In der Pistis Sophia spricht Jesus wiederholt von der „Schatzkammer des Lichts“, jener „ungeheure(n) Quelle an Energie und Kraft, die die göttlichen Gedankenformen und Analoga beinhaltet, die für die Erschaffung und Reprogrammierung der Lebenswelten gebraucht werden (…).“

Jesus erläutert mit großer Sorgfalt, was alles aus der Schatzkammer des Lichtes fließt, „wo die Gedankenformen Gottes nutzbar gemacht werden und durch himmlische Mächte wie Michael und Gabriel und tausende anderer göttlicher Lichtkräfte in Welten neuer Schöpfung hervorgebracht werden.“

Leider hat die katholische Kirche mithilfe diverser Konzilien viel zu sehr den Blick auf den historischen Jesus gelenkt und untergraben, was so vieles darüber hinaus geschieht und was übrigens auch in den Schriften der alexandrinischen und äthiopischen Gemeinden aufgezeichnet ist und - ich bin ziemlich sicher - vom Vatikan hinter verschlossenen Türen verborgen wird.
Mit der Reprogrammierung der Lebenswelten sind ja die Welten und Dimensionen angesprochen, von denen die Menschheit u.a. durch die Katholische Kirche und auch durch den geistig so biederen Protestantismus, der sich so gern den Menschen und ihren Zeitströmungen anbiedert, abgekoppelt wurde; so konnten über viele, viele Jahrhunderte die Menschen in einem seelisch-geistigen Gefängnis, ihrem um die Erde kreisenden Bewusstsein, eingesperrt werden, dessen Mauern nun gewaltige Risse bekommen und einstürzen werden, u.a. durch das Wissen, das die Pistis Sophia vermittelt.

Als ich mich mit Rudolf Steiner zu beschäftigen begann, war ich sehr erstaunt darüber, welchen Stellenwert er dem Denken zuwies. Denken, Fühlen und Wollen sind für ihn ja entscheidende Grundbausteine unserer Wirklichkeits-, sind die Trinität unserer Lebensgestaltung. Darüber war ich anfänglich sehr erstaunt, bis ich mehr und mehr wahrnahm, wie wichtig sie sind, um in unserem Inneren - und natürlich auch im Außen - Freund und Feind zu unterscheiden (Luzifer beispielsweise gibt ganz tolle Channelings durch und hält die "besten" Predigten) und Dinge ins Bewusstsein zu rufen und dort zu verankern für zukünftiges Verhalten.
Bei Jesus lösen Gedanken, wie wir sie auch denken und dies in Zukunft bewusster und zielgerichteter tun, Weltbewegendes aus. Es sind eben nicht nur Gefühle, die im Zentrum unseres Seins stehen sollten, wie es gewisse Medien wie u.a. eine Birgit Fischer, die auf You Tube immerhin annähernd 140 000 Follower hat, ständig suggerieren. Wenn wir unser Denken vernachlässigen, können wir uns nicht den göttlichen Gedanken mehr und mehr annähern, jenen Gedanken, die die Welten geschaffen haben und die mit uns zusammen das Neue Jerusalem schaffen werden.

Auch wir bewegen mit unseren Gedanken die Welt, unterschätzen wir sie nicht! Natürlich beobachten wir mit ihrer Hilfe auch das weltweite Geschehen und die ständigen Kriegsszenarien, aber doch nur, wenn es gut geht, um umso bewusster die weltverändernden göttlichen Gedanken zu denken.
Dass jene noch so wenig im Mittelpunkt stehen, zeigt, welche Bewusstseinsarbeit noch vor uns liegt.
Stornieren wir alle jammernden Gedanken - wie viel wird gerade in der esoterischen Szene über Kriege gejammert oder einfach auch nur dazu veröffentlicht (manche tun es fast täglich und finden das richtig) - und bitten wir Michael und Gabriel, uns in ihre göttlichen Welten aufbauenden Gedanken einzubinden.

Dass wir selbstverständlich unsere Gefühle wahrnehmen und sie eine wertvolle Hilfe für unser Leben, auch unser seelisch-geistiges Vorwärtskommen sind, das will ich mit meinen vorher geäußerten Gedanken in keiner Weise in Abrede stellen. Gewiss haben Männer im Hinblick auf Gefühle in der Regel mehr Lernarbeit zu leisten als das weibliche Geschlecht. Doch für beide Geschlechter gilt, dass die Gefahr besteht, dass Gefühle in der Kläranlage des Lebens bleiben und sich dann immer nur auf der horizontalen Ebene drehen und drehen … stattdessen können sie wie eine hilfreiche Leuchtspur unseren Weg nach oben beleuchten.

Ich möchte aber zunächst noch einmal zurückblenden zu meinen Bemerkungen, die ich über die Pistis Sophia (siehe Teil I) machte und etwas ergänzen, was mir sehr wichtig erscheint und was einen bezeichnenden Wink für unsere Realität beinhaltet:
In der Pistis Sophia melden sich immer wieder Menschen aus dem Umfeld von Jesus, indem sie Gespräche einleiten oder erklärende Aussagen geben, zu Wort. Wenn man die Bibel liest, könnte man meinen, es seien (fast) nur Männer, aber in der Pistis Sophia sind es zwar 33-mal Männer wie Andreas, Petrus, Jakobus oder Matthäus - sieben sind es insgesamt, die sich zu Wort melden -; ihnen stehen zwar „nur“ vier Frauen - Maria Magdalena, Maria, die Mutter Jesu, Martha und Salome - gegenüber, aber sie melden sich 98-mal zu Wort(!).
Und ich finde J.J. Hurtaks Anmerkungen hierzu aufschlussreich:
Wenn wir zur Häufigkeit hinzuzählen, mit der Pistis Sophia [das geistige Wesen] selbst zu Wort kommt (26-mal), sehen wir, dass die volle Wucht der weiblichen Sprechrolle mehr als dreimal so ausgedehnt ist wie die männliche! Man könnte vermuten, dass der Grund, warum die weiblichen Jüngerinnen in diesem Text so deutlich hervorgestellt werden, in der Natur der Pistis Sophia selbst liegt, die weibliche Jungfrauenmatrix wiederherzustellen, was auch erreicht wird, indem Pistis Sophia ihr Vergehen völlig bekennt und den Christus durch sein Lichtgewand umarmt.
Was hier mit dem „Vergehen“ der Pistis Sophia angesprochen wird, bezieht sich auf die Tatsache, dass jene göttlich weibliche Energie „aus Unwissenheit, unabsichtlich Göttlichkeit in die niederen Äonen verpflanzte. Dieser Akt lässt sie ihre Position als Bewohnerin des 13. Äons verlieren und sie (die Weisheit) fällt daraufhin unter die Kontrolle einer minderwertigen Hierarchie, die unvollkommene Kondensationen [= unvollkommene Zustandsveränderungen] von Materie-Energie zulässt. Als Pistis Sophia Ihr gefallenes Bewusstsein erkennt, bittet sie um Erlösung aus diesen niederen Regionen, indem sie Gebete singt und um Hilfe weint. Jesus kommt der ´gefallenen Sophia´ zu Hilfe und bringt die Erlösung nicht nur zu ihr, sondern in alle unteren Bereiche.“
Zu diesen Bereichen zählt unter anderem der Machtbereich des Authades, der den Selbstwillen - im Gegensatz zum göttlichen Willen - repräsentiert; deshalb kann jene Bitte des Vater Unsers, „dein Wille geschehe“, nicht ernst genug genommen werden und ein so heiliger Akt unseres Bewusstseins sein.
„Sophia" ist der Funken Göttlichkeit, der in jeder launenhaften Seele gefangen ist. Sie ist ein Spiegel für die menschliche Seele, doch ist sie auch diejenige, welche die Erlösung ununterbrochen ermöglicht und fördert, in dem sie Wissen und Weisheit vermittelt. Die Weisheit (Sophia) allein ist ungenügend; Erlösung erfolgt für Pistis Sophia nur durch zahlreiche Petitionen und Gesänge des Glaubens, die sie für ihre Befreiung singt. Dies ist ein aktiver Glaube, nicht der blinde Glaube, der vom unbewussten Geist gepflegt wird.
[Anmerken möchte ich, dass die Kommentare ursprünglich in englischer Sprache verfasst sind und ich immer wieder einmal die Übersetzung des ein oder anderen Wortes für nicht so gelungen halte - beispielsweise "Petitionen"]

Bemerkenswert finde ich die abschließenden Worte Hurtaks im Rahmen seiner Einleitung zu diesem Buch, der Pistis Sophia, wenn er den Weg dieser wunderbar weiblichen Wesenheit, die auch wir bitten können, dass sie uns nähertreten möge, uns teilhaben lassen möge an ihrer wiedererrungenen göttlichen Weisheit, mit den Worten krönt:
Die gesamte Wiederaufrichtung durch den Erlöser bedeutet ja das Hervorbringen der erneuerten Sophia, d.h. unserer weiblichen spirituellen Natur, sich ganz der spirituellen und nicht-physischen Realität bewusst, die nicht mehr vom Tod berührt wird, denn der Tod war für Enoch und Elias nicht notwendig gewesen, die von den höheren Mysterien gekostet hatten. Die mit Sophia Lebenden haben schlussendlich ihr verlorenes Bewusstsein inhärenter Unsterblichkeit wiedergefunden",
eines Bewusstseins also, das ewig mit Unsterblichkeit verbunden ist, auch wenn wir diesen Tatbestand auf unserem Weg zeitweilig aus den Augen verloren haben. Diese Zeit ist nun vorbei.

Paulus weiß, wenn er im 1. Korintherbrief, Kap. 15, fragt
O Tod, wo ist dein Stachel?
O Grab, wo ist dein Sieg?
um die Antwort!
Der Tod hat seinen Stachel verloren. Der Sieg ist unser.

Erneuerte, geheilte Weiblichkeit bedeutet ewige Weiblichkeit.
Ewige Weiblichkeit aber ist verbunden mit ewiger Männlichkeit.

Wenn wir dieses Bewusstsein mit unserer Erdenrealität verknüpfen, verknüpfen wir unsere Erde mit einer umfassenden Form von Liebe und tragen dazu bei, sie auch zu befreien von „den erdgebundenen Spielen von Männern, die nie erwachsen werden und sich immer noch Spielzeugtechnologien wünschen, die zu Technologien des Todes werden“, die immer nur einen Deal machen wollen und sich bereitwillig der Macht der Börsen ausliefern, nicht erkennend, in welchen Händen diese und eben auch ihre Seelen sind.

Die Pistis Sophia als Schrift und als Wesen stellt den Erlöser Jesus Christus in den Mittelpunkt, lenkt das Bewusstsein der Menschen hin zum göttlichen Willen, weg vom Selbst-Willen, und möchte die Spaltung zwischen dem göttlich Männlichen und dem göttlich Weiblichen heilen, eine Teilung, die auf niederen Ebenen die menschliche Seele so sehr ins Verderben führt. Die Gnostiker wussten darum, dass nur die irdische Schöpfung diese Trennung einer ursprünglich göttlichen Einheit von Mann und Frau aufweist.

Mögen immer mehr Menschen diese Trennung in sich heilen und dieses geheilte Bewusstsein in die Welt bringen.

PS
Teil I:

Dienstag, 15. April 2025

Spirituelle Frauen dürfen nicht wirklich weiblich sein!

Für Frauen dürfte ein vergleichbarer Glaubenssatz auf der kollektiven Menschheitsebene existieren wie für Männer, für die ich in meinem Beitrag vom 5. April diesen Glaubenssatz thematisiert habe

Das Video greift in erweiterter Form diesen Beitrag vom 5. April auf. Wer möchte, kann sich hier also auf diese Weise dieses Thema zu Gemüte führen, das deshalb ja so wichtig ist, weil jenen Kräften, die auf der unbewussten Ebene ins Leben vieler Menschen eingreifen, ihre Macht endgültig genommen werden sollte.

Auf dem Hintergrund des Videos, das diesen Glaubenssatz für Männer thematisiert, können Frauen unschwer überprüfen, inwieweit ein entsprechender Glaubenssatz für das weibliche Geschlecht wirksam ist:

Sonntag, 9. Februar 2025

Sehnsucht nach wahrer Männlichkeit

Jene Männlichkeit, wie sie bisher für Männer erstrebenswert war und auch die männliche Seite von Frauen kennzeichnete, hat auf bemerkenswerte Weise an Attraktivität verloren. Männer werden zunehmend weniger als männlich empfunden und auch Frauen, die durch Kopieren männlichen Verhaltens Erfolg haben wollen, überzeugen weniger denn je.
Dieses Video möchte dazu beitragen, dass Männer Zugang zu einer Männlichkeit finden, die Handlungsfähigkeit nicht mehr vor allem darin sieht, wirtschaftlich erfolgreich zu sein und Macht auszuüben und die Mut hat, die weibliche Seite, die jeder Mann in sich hat, zu leben, wenn es der Freude am Leben dient und auch das Leben anderer freud- und friedvoller macht.
Schon Grönemeyer sang 1984, dass Männer außen hart und innen ganz weich sind. Noch haben viele vor dieser Weichheit Angst, weil sie glauben, sie gehe auf Kosten der Männlichkeit.
Das Gegenteil aber ist der Fall. Hier der versprochene Link zu Dancing Auschwitz    • Dancing Auschwitz   Large  



wichtige inhaltliche Aspekte

09.32 Auszug GEO: Stereotype prägen unser Selbstbild, unseren Blick auf andere …

10.54 BIG FIVE - Fünf-Faktoren-Modell

15.22 R. Steiner: Beim männlichen Geschlecht ist der Ätherleib weiblich, beim weiblichen Geschlecht männlich ...

21.50 R. Steiner: Wie die Frauenform nicht bis zu dem normalen Punkt heruntergestiegen ist …

24.17 R. Steiner: Für das Durchschnittsgehirn des Mannes liegt in der Tat vor, „daß es den gewissen mittleren Entwickelungspunkt überschritten hat …

27.28 R. Steiner: Es liegt ein tiefes Geheimnis über demjenigen, was auf der Erde sich als männlich und weiblich gegenübersteht …

42.30 inhaltliche Zusammenfassung des Beginns der Lohengrin-Oper

49.05 über ein umfassenderes Verständnis von Liebe

55.55 Einsam in trüben Tagen hab ich zu Gott gefleht ... (Elsa/Lohengrin)

57.55 In lichter Waffen Scheine ein Ritter nahte da ... (Elsa/Lohengrin)

Samstag, 7. Dezember 2024

Liebet einander wie ich euch liebe. (Joh. 13)

Manche halten es für ein gutes Verfahren, Energien zurückzuschicken, die einem in böser Absicht geschickt werden.
Das aber ist schwarzmagisch!

Liebet einander, wie ich euch liebe. (Joh. 13)

Wenn man aber sich ehrlich hinterfragt und spürt, dass man den anderen (noch) nicht lieben kann, dann bitte man einen der Erzengel, die Kraft der Liebe in einem zu stärken.

Montag, 25. März 2024

Warum Helena gar nie in Troja war.

In der Tat ist diese Tatsache weitgehend unbekannt, vor allem, weil Homer uns in seinem großen Epos, der „Ilias“, in deren Mittelpunkt der Trojanische Krieg steht, eine ganz andere Version, die wir in allen Schulbüchern und Sagensammlungen lesen, übermittelte. - In den griechischen Mysterien wusste man allerdings um die Wahrheit