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Freitag, 4. August 2017

Nur noch vier Tage Zeit, um der EU den Friedensmarsch zu blasen!

Es geschieht ja meist abseits der Öffentlichkeit, so auch hier: Die EU will tatsächlich die Waffenindustrie (die brauchen unser Geld so dringend!) subventionieren, indem sie Forschung und Entwicklung neuer Waffen und Militärtechnik unterstützt!

Nicht die Waffenindustrie leidet Not, sondern beispielsweise viel zu viele arbeitslose Jugendliche in der EU.
Auch wäre es sinnvoller, Italien zu unterstützen, das der Prellbock einer verfehlten Weltpolitik ist. Vermutlich kommt sich kaum ein Land in der EU so allein gelassen vor wie Italien.
Und europaweit gibt es gewiss genug bitter notwendige Infrastrukturmaßnahmen.

Sag Deine Meinung mittels WeMove.EU hier

Das Verfahren kostet zwar bestimmt 10 Minuten Zeit (man muss sich bei der EU registrieren).
Aber der Friede sollte uns so viel Wert sein.

Zumindest sollten die, die wieder einmal die ach so bedürftige Waffenindustrie meinen, unterstützen zu müssen, wissen, dass es doch einige EU-Bürger gibt, die nicht dieser Meinung sind.
Es ist wichtig, dass wir als Deutsche das tun, denn ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass in vielen anderen EU-Ländern die Zahl derer, die über dieses Vorhaben informiert sind, sehr groß ist

Ich habe übrigens Folgendes geschrieben:
Wer, wenn nicht die Bürger der Europäischen Union, die aus ihrer Geschichte und ihrem Bewusstsein her zuallermeist eine friedliche Welt, die irgendwann ohne Waffen auskommt, wollen, soll damit beginnen, die Spirale ständiger Rüstung zurückzudrehen.

Es kann nicht sein, dass es den Kräften, die mit der Rüstungsindustrie verbandelt sind und auch denen, die aufgrund ihrer seelischen Einstellung Auseinandersetzung dem friedlichen Miteinander vorziehen, immer und immer wieder gelingt, es als sinnvoll und zukunftsorientiert ausgeben zu können, dass weiteres Rüsten mehr Sicherheit bedeutet. Man muss doch nur schauen, wie es um den Frieden auf der Erde ausschaut! Obwohl so engagiert gerüstet wird!

Ich wünsche, dass die EU endlich Zeichen setzt!
Zeichen des konsequenten Friedenstiftens!
Hier finden sich übrigens noch mehr Begründungnn von Menschen, die sich engagiert haben:

https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/com-2017-294/feedback_de

PS: Ich finde übrigens, dass wir in einer Welt leben, in der es durchaus notwendig ist, auf Eigensicherung bedacht zu sein. Aber die Waffenindustrie zu subventionieren, ist nicht notwendig und zielführend. Der EU und Leuten wie Juncker geht es ohnehin vor allem darum, Abhängigkeiten und Claqueure für ihre Politik zu schaffen. So kriegt jeder ein bisschen was und niemandem ist wirklich geholfen (das ist ja auch das verdeckte Prinzip Merkelscher Politik).

Donnerstag, 3. August 2017

Manchmal ist Gott einfach zum Verzweifeln! (aus dem Kellergewölbe von Platons Höhle)

Gerade hatte ich mich mal wieder durch ein tiefes Sinnloch hindurchgehangelt, da traf ein von mir antiquarisch bestelltes Buch ein, das mir eine liebe frühere Kollegin so dringend empfohlen hatte und es sogar für mich bezahlen wollte, nur, damit ich es hätte, so dass mir nichts übrig geblieben war, als es schleunigst selbst zu ordern. Es waren die Worte des Meisters von Paramahansa Yogananda, dem aus Indien stammenden Yogameister, Philosophen und Schriftsteller, den seine Schüler als einen Avatar verehren, eine Wesenheit also, die nicht hätte inkarnieren, nicht also hätte Mensch werden müssen, doch es den Menschen zuliebe tat.
Nur als kleine Anmerkung: Der größte Avatar war im Rahmen dieses Bewusstseins Christus, der  in dem Menschen Jesus nach der Taufe durch Johannes den Täufer für drei Jahre in dessen Körper inkarnierte und durch Jesu Tod und mit der Tatsache, dass dessen Blut die Erde berührte, sich als Christus auf ewig mit ihr verband (für mich bezeichnet Christus im Übrigen weniger eine Religion, sondern eine Bewusstseinsstufe).

Zurück zu Yogananda und seinem Buch, in dem ich ein wenig blätterte und unseligerweise auf Sätze wie diesen traf:
Um eine mannigfaltige Schöpfung ins Leben zu rufen, musste der Herr jedem Ding den Anschein der Individualität verleihen.
Da waren sie wieder, meine Zweifel am Sinn meiner Existenz im Rahmen der Vorstellung, dass der Mensch, durch Gott geschaffen, sich im Laufe der Evolution zu einer Individualität entwickelt hat, die er aber, wenn er sich durch die Maya des Irdischen mittels vieler Inkarnationen hindurchgekämpft hat, wieder aufgeben wird zugunsten eines großen Allbewusstseins.
Kleine Anmerkung zu dem Begriff Maya: Er bezeichnet die irdischen Formen und Gegebenheiten, die den göttlichen Geist, der doch die wahre Wirklichkeit ist, auf so gekonnte Weise verstecken können. Maya wird oft mit Illusion gleichgesetzt, mit menschlich-irdischen Illusionen wie Reichtum, Genuss  und Ähnlichem. 
Ehrlich gesagt halte ich solches Denken nicht für sinnvoll, weil es den Stellenwert und die Bedeutung des menschlichen Seins auf der Erde nivelliert. Nur wer ein Bewusstsein davon hat, wie wertvoll Maya ist, kann sie überwinden. Alles esoterische Gesäusel von wegen Maya = Illusion tut das meines Erachtens sehr oft nicht.

Anschein der Individualität?

Ich dachte immer, ich könne das ernst nehmen, dass der jüdische Gott Jahve mit seinem Ich bin der IchBin ultimativen Wert darauf gelegt hatte, dass jeder zu einem Ich-Bewusstsein gelange, wohlgemerkt nicht zu Egoismus und Personenkult, sondern zu einem Ich-Bewusstsein, das ihm Ich-Findung ermöglicht.
Für mich war das eigentlich die zentrale Mission des jüdischen Volkes gewesen, dass dem Menschen - damals noch im Rahmen festen Eingebundenseins in Stämme - ein individuelles Bewusstsein als Möglichkeit der Entwicklung vermittelt werde (was auch meines Erachtens gelang). 

Alles ist Maya, auch die Ich-Findung?

Wozu das ganze Spiel?

Unglücklicherweise traf ich in dem Büchlein auf die Frage eines Yogananda-Schülers:
Meister, warum muss die Vorstellung weitergehen? (Yogananda hatte zuvor von dem irdischen Schauspiel gesprochen).
Yoganandas Antwort war:
"Das ist Gottes Lila - Sein Spiel oder Sein Zeitvertreib . . . Er hat das Recht, sich in zahlreichen Formen auszudrücken, wenn Er es so wünscht. Wenn Gott sich nicht in den Schleier der Maya hüllte, gäbe es kein kosmisches Schöpfungsdrama. Wir dürfen Versteck mit ihm spielen und nach ihm suchen, bis wir ihn finden und den Höchsten Preis gewinnen.
Wir dürfen Versteck mit ihm spielen?

Wir als Gottes Zeitvertreib?

Verehrter Yogananda - ich gehe davon aus, dass Du mich auch jetzt hörst -, schau mal das Leid in Syrien an, das Leid in vielen Teilen Afrikas, in Venezuela oder an anderen Orten, wo Krieg herrscht, z.B. in der Ukraine, oder wo Menschen einfach, weil ein kranker Narzisst herrscht, auf nicht absehbare Zeit in Gefängnisse geworfen werden, wie in der Türkei. Über sechzig Millionen Menschen sind auf der Erde auf der Flucht. Vor dem Menschen.
Und das ist ein Ausschnitt des Jahres 2017. Im Dreißigjährgen Krieg war es kaum besser oder im Ersten oder Zweiten Weltkrieg - dabei leben wir jetzt in Friedenszeiten!

Auf dieses Versteck-Spielen kann ich verzichten.

Und ich rede nicht von noch relativ belanglosen Einzelschicksalen wie dem meiner älteren Schwester, die sich eine künstliche Hüfte einsetzen lassen musste, was allerdings zur Folge hatte, dass sich die Wunde infizierte. Ein Jahr lag sie in einem Krankenhausbett, jeden Tag Infusionen, jeden Tag Trostlosigkeit, mehrfaches Öffnen des Beins, mal ein wenig Hoffnung, mal Verzweiflung, wobei schlussendlich zur Debatte stand, dass ihr das Bein abgenommen werden müsse. Heute lebt sie in einem Pflegeheim, an den Rollstuhl gebunden, weil ohne Hüfte; die hat man schlussendlich einfach draußen gelassen, draußen lassen müssen. Ich finde sie unendlich tapfer. Und ihr Schicksal ist, verglichen mit anderen, von denen man manchmal liest, nicht einmal sooo schlimm.

Versteck-Spiel?

Sag das mal meiner Schwester, Yogananda!
Sag das den vielen Kindern, die in zerbombten Ruinen leben!
Sag das den Menschen, die, weil sie zu viel Giftgas einatmeten, weder leben noch sterben können!
Die mit Hilfe von Müllkippenresten ihr Leben friste!

Ich verstehe, dass ein jüdischer Rabbi - ich hoffe, ich gebe aus meiner Erinnerung heraus die Legende dem Sinn nach angemessen wieder - vor Gottes Thron trat und verzweifelt auf das Elend der Menschen hinwies und um ein Ende bat, worauf Gott ihm antwortete: Du siehst nicht das Ziel!

Ich sehe es leider auch nicht, aber natürlich habe ich von ihm gehört, gehört und gelesen, dass erst einmal in einigen tausend Jahren ein Kampf aller gegen alle stattfinden wird - es deutet sich manches ja schon an, wenn z.B. Millionen von Menschen den Herrn aller Lügen zum Präsidenten des mächtigsten Landes der Welt gewählt haben (in Goethes Faust nennt er sich Mephisto) -, ein Kampf aller gegen alle, von dem in Matthäus 24 geschrieben ist:

21 es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird.
22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Mensch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden diese Tage verkürzt.
Das muss schrecklich sein und wird vermutlich ähnlich den Kataklysmen sein, als Atlantis und vorher schon das Land Mu untergingen, jenen Wendepunkten in der Zeitgeschichte unseres Planeten, in deren Rahmen nicht nur in der griechischen Philosophie Katastrophen gigantischen Ausmaßes angesprochen sind.

Danach, glaubt man den Voraussagen, wird es viel besser sein, aber noch lange nicht das Ende der menschlichen Entwicklung, auch wenn uns die Kirchen das weismachen wollen; es steht ja bei korrekter Übersetzung nicht in der Bibel, was uns erzählt wird. Meiner Auffassung nach steht das Jüngste Gericht nicht am Ende aller Zeiten, sondern eines Zeitalters (so lässt sich die Bibel und das Wort Äon auch übersetzen - und für mich macht das mehr Sinn).

Mir hilft nicht weiter, den Weg derer zu gehen, die das ganze Problem lösen, indem sie Gott streichen und ein Leben nach dem Tod. Dazu gibt es, bei Lichte besehen, zu viele Zeugnisse, dass es anders ist, als Atheisten sich das wünschen. Wer glaubt, alle Mythen, die Veden, die Baghavadgita oder die Bibel seien dem Kompost menschlicher Phantasie entsprungen, darf das tun, aber mein Inneres sagt, dass das Dhammapada, der Sammlung der Buddha-Worte, Recht hat, wenn es dort heißt:
Alle Dinge entstehen im Geist,
Sind unseres mächtigen Geistes Schöpfung.
Zu glauben, dass der Mensch einmal als singuläres Wesen auftaucht und dann wieder verschwindet, finde ich einfach nur banal gedacht. Klar, körperlich in der jeweiligen Version schon, aber seelisch nicht.

Manchmal weiß ich nicht, wie Menschen es machen, so glaubens- und vertrauensvoll durchs Leben zu gehen.
Es ist entweder eine hohe Kunst oder eine große Selbstblendung; vermutlich ist beides möglich, je nach Grad der seelischen Entwicklung (ich glaube, ich habe mehr Selbstblender kennengelernt, wenn ich dennoch auch im Einzelnen großen Respekt vor ihren Bemühungen habe).

In mir gibt es eine Seite, die findet das Versteckspiel und den Zeitvertreib Gottes völlig daneben - wobei ich dann doch nicht glaube, dass die Wortwahl des göttlichen Avatars Yogananda gelungen ist und Gott, wie immer er auch ist, was immer er auch ist und wie auch immer er ist - sich so menschenverachtend ausdrücken würde. 
(Klar kenne ich das Gesülze, dass es ohne Leid nicht geht, dass der Mensch zu tieferer Einsicht kommt - ich weiß es ja selbst, aber in solchen Phasen kann ich das überhaupt nicht hören; mir ist dann das ganze Spiel oder Versteckspiel oder Gottes Zeitvertreib zuwider).

Jedenfalls, wenn solche Gedanken mich übermannen, dann weiß ich, dass ich im Keller von Platons Höhle bin.

Ja, ich weiß auch, dass nicht Gott, was immer er ist, wie immer er ist und warum immer er ist,  zum Verzweifeln ist, sondern mein kleiner Verstand.

Der mich sich im Kreis drehen lässt.
Auch das weiß ich.
Nur frag ich mich trotzdem: Wie machen das andere, dass ihnen der Sinn so nahesteht?
So kontinuierlich. 
So unverbrüchlich.

Muss man sich das einfach nur einbilden, an Gott zu glauben? Krass und kategorisch?

Gott sei Dank krabbele ich dann irgendwann wieder über den Höhlenrand von Platons Höhle.

Aber diese verdammten Schwarzen Löcher haben einen Sog, dem man zwar durchaus entkommen kann (entgegen der Meinung aller versammelten Wissenschaftler), doch manchmal weiß ich selbst nicht, wie . . .
Es ist einfach die Zeit, die dann hilft (und ihr Gefolge, denn allein kommt sie nie).

Yogananda mag Recht haben, wenn er einem Schüler sagt:
Die meisten Menschen begreifen nicht, dass das größte aller Wunder darin besteht, sich innerlich zu wandeln und sich demütig seinem Willen zu unterwerfen.
Dass ein Bewusstsein, das höher ist, als dass wir Menschen es erfassen könnten, existiert, davon bin ich fest überzeugt, sonst hätten wir längst alle offen Fragen klären können - in der Astrophysik z.B. die nach den Schwarzen Löchern, der Dunklen Energie und der Dunklen Materie. 
Zu den großen Kapazitäten der Physik schauen wir bewundernd auf, mögen sie Einstein oder Planck heißen. Selbiges tun wir auch im Hinblick auf große Künstler oder politisch wirkende Menschen wie Gandhi oder Nelson Mandela. Nur wenn es gilt, zu jenem Bewusstsein aufzuschauen, heiße es Gott oder wie auch immer - der Name spielt letztendlich keine Rolle -, dann tun wir, tue ich mir immer oder in gewissen Phasen unsagbar schwer. Obwohl es unfassbare Wunderwerke geschaffen hat, zum Beispiel den menschlichen Körper. Genialer kann man ein Geflecht von Muskeln, Sehnen, Blutbahnen, Gehirnzellen, Hormonen und Knochen oder auch einem System wie der Haut nicht komponieren. Dass dieses Wunder sich zufällig zustande gebracht hat: Das glaube ich nun mal nicht!

Von Demut zu säuseln fällt meistens leicht; warum sie so schwer fällt, das muss damit zusammenhängen, dass man so schwer durch Scylla und Charybde hindurchkommt - Odysseus kann ein Lied davon singen (Homer hat es in der Ilias für ihn getan) - oder durch das Tor der Sphinxen wie Atréju in Michael Endes Unendlicher Geschichte.
Es muss damit zusammenhängen, dass man die Balance zwischen Selbst-Bewusstsein und Demut nicht findet und einseitig immer auf eine Seite fällt (wie Odysseus). Eine sich selbst verleugnende Demut ist genauso falsch wie Hochmut.

Ich vermute auch, dass es eine scheinheilige Demut gibt. Vielleicht einer der gefährlichsten Viren auf der menschlichen Festplatte.
Nur die ehrliche Demut vermag einen Scylla und Charybde bzw. das Tor der Sphinxen passieren lassen! Sie aber weiß um den Wert des eigenen Selbst.

Freitag, 21. Juli 2017

Mehr Prometheus und Kain steckt in uns, als wir vermuten - hoffentlich!

In der Mythe von Prometheus – wie bedeutsam sie ist, sehen wir daran, wie vielfach sie in der Kunst, Musik und Literatur bearbeitet worden ist – spielt der Bruder Epimetheus eine zu wenig beachtete Rolle, nicht nur, weil er die Büchse der Pandora öffnete, sondern weil zu viele noch so sind, wie es der Übersetzung seines Namens entspricht: nach-denkend, zaudernd, überbedächtig, sagen wir ruhig auch: angela-merkel-like, hinterherdenkend, dumpf mit intellektuellem Anstrich.

Wer möchte, hier weiterlesen.

Montag, 10. Juli 2017

G20 in Hamburg: Polizisten mussten auf dem Boden liegend regenerieren!

Offensichtlich war für den Gipfel alles bestens vorbereitet. Nur für die, die ihre Köpfe und Körper hinhalten mussten, standen nicht einmal Feldbetten zum Regenerieren bereit.

Das Video zeigt ein Bild völlig erschöpfter Polizisten, die wohl 48 Stunden im Einsatz waren und auf dem Boden liegend regenerieren müssen.

Die Polizisten hätten es nicht verdient, dass man so mit ihnen umgehe, formuliert Thomas Mohr, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei.
Was für eine Wortwahl: Sie hätten es nicht verdient . . .

Das Geschehen spottet jeder Beschreibung. Die Gipfelteilnehmer suhlen sich in Beethovens Musik und ihrem anschließendem Viel-Gänge-Menü und die, die ihr Leben für sie einsetzen, haben nicht einmal ein Feldbett, auf dem sie sich kurz ausruhen können. - War das zuviel verlangt?

Dass Angela Merkel und Olaf Scholz das wenig kümmert, entnehmen wir ihren Worten des Bedauerns bezüglich der Hamburger Terrortage, die einen Tiefgang haben, der dem eines Binnenschiffes auf dem Neckar gleichkommt.

Dass allerdings nicht einmal die Vorgesetzten der Polizisten sich um die eigenen Leute kümmern: das ist genauso wenig nachvollziebar!

Man darf gespannt sein, wann immer weniger qualifizierte junge Leute zur Polizei wollen. - Absehbar ist das!

Zum Video hier

Freitag, 7. Juli 2017

Danke, Angela Merkel, für die unvergesslichen Hamburger Tage!

Man mag sagen: Was kann die Frau dafür, dass solche Leute, wie unten zu sehen, durch die Straßen ziehen?

Ich meine: Absehbar war es.

Merkel wollte sich bekanntlich in Hamburg vor der Bundestags-Wahl mit Hillary Clinton als mächtige Frau der Welt präsentieren und hat den Ersten Bürgermeister einer Stadt, die meinte, Olympiastadt werden zu können, ins Boot gezogen.

Heute wird Olaf Scholz (vielleicht) tief bereuen, auf den Vorschlag Merkels, einen G20-Gipfel auszurichten, eingestiegen zu sein.

Hätte er mal die Hamburger nicht nur über die Olympiateilnahme, sondern auch darüber abstimmen lassen, ob sie den Gipfel wollen. Sie hätten ihm wohl gesagt, wo´s langgeht.

Wer zahlt den Leuten ihre Autos, die zerbrochenen Scheiben?

Wer kriegt die durch die Luft fliegenden Pflastersteine ab?

Mir tun ehrlich die Politzisten Leid. Ich bin mal auf die Unschuldsmiene Angela Merkels gespannt, wenn sie alle Vorkommnisse bedauert!

Fakt ist, dass all das zur Realität unseres Landes gehört, um das sich eine Bundeskanzlerin viele Jahre lang wenig gekümmert hat.






PS Nachtrag Freitagabend:

Auf Meedia ist zu lesen, dass vier Journalisten vom Bundeskriminalamt in Absprache mit dem Bundespresseamt, das von Regierungssprecher Seibert geleitet wird, die Akkreditierung entzogen wurde. - Ein unglaublicher Vorgang. Man darf auf die Begründung seitens der Regierung gespannt sein. Vielleicht haben da einige zu viel von Erdogan gelernt . . .


Dienstag, 4. Juli 2017

Vollbeschäftigung ist merkel!

Im Grunde weiß jeder klar denkende Bürger, dass eine zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt eine gegenteilige Entwicklung zur Folge haben wird. Nur: Darum geht es den christlich-demokratisch-sozialen Wahlstrategen gar nicht. Wer nämlich von Vollbeschäftigung spricht, muss nicht über die wahren Probleme des Arbeitsmarktes sprechen. So lenkt man Aufmerksamkeit um und tarnt eigene Versäumnisse. Und lenkt von der neuen Flachheit ab.

Das Versprechen einer Vollbeschäftigung wäre von vornherein eine Lachnummer, würde der Arbeitsmarkt momentan nicht boomen. Anzunehmen aber, dass er noch deutlich mehr Arbeitsplätze generiert, ist so realistisch wie die Wahrscheinlichkeit, dass Angela Merkel ein soziales Gefühl für die Situation des zunehmend verarmenden Teils der Deutschen entwickelt oder bereit ist, ihr persönliches Rentenniveau freiwillig dem zukünftiger Generationen anzupassen (selbst wenn sie es täte, bekäme ihr Mann noch genug - wir müssen uns um die beiden keine Sorgen machen; vielleicht gründen die beiden sogar mal einen Fond für verarmte Rentner).
Warum der Arbeitsmarkt boomt, hängt auch mit den Arbeitsverhältnissen und -bedingungen zusammen, die in Deutschland herrschen und zurecht nicht nur von den europäischen Partnern und weltweit angemahnt werden, weil sie diesem Land Vorteile in der Preisgestaltung der zu exportierenden Produkte verschaffen, ein Umstand, den sowohl die SPD als auch die CDU jahrelang hingenommen haben, dummerweise auf Kosten weiter Teile der deutschen Bevölkerung; diese Vorteile hängen auch damit zusammen, dass die Renten nicht verantwortlich gesichert werden und Angela Merkel in ihrer bekannten Weise Probleme nicht angeht, sondern auf die Bank schiebt. Die ist so lang, wie sie regiert - und das kann noch Jahrzehnte dauern (ihre Nachfolger werden nämlich auch Merkel heißen: der Name spielt keine Rolle mehr. Merkel steht für eine politische Gesinnung und für opportunistische, bankengerechte, marktkonforme CDU-CSU-SPD-like Politik).
Wobei die wählende Bevölkerung der SPD, die ja für alles mitverantwortlich ist, diese Politik in größerem Ausmaß ankreidet, weil für die Menschen dieses Landes der Anspruch, sozialdemokratisch zu sein, immer noch einen Touch von Sozialismus hat und sozialdemokratisch- sozialistisch zu sein (war die SPD jemals weiter davon entfernt als zur Zeit?), immer noch ein röteres Tuch ist, als christdemokratisch oder christsozial sein zu wollen (zu heucheln ist nicht so schlimm wie sozialistisch sein zu wollen). So dürfen sich CDU und CSU offensichtlich mehr erlauben als die SPD. Was im Grunde auch egal ist.

Die Zukunft Deutschlands: ein Einparteiensystem

Langfristig läuft alles in Deutschland auf ein Einparteiensystem hinaus, wenn alle Parteien sich mehr oder weniger in eine Gesinnungs-Christdemokratie aufgelöst haben werden. Dass da noch der ein oder andere aus der Nato raus oder mehr Umwelt haben möchte, spielt keine Rolle mehr - feigenblättrige Toleranz ist sogar erwünscht. Christlich demokratisch und sozial ist - wenn auch noch ein wenig widerständelnd - wie Ehe für alle: alles ist egal. Hauptsache, Deutschland ist Exportweltmeister oder beinahe, Hauptsache, abends flimmert die Glotze, die Waschmaschine schleudert mit mindestens 1200 Umdrehungen und man kann geregelt alt werden. Dass es für Millionen von Menschen mal sehr unschön im Alter ist und sein wird, was so sicher ist, wie das Amen früher in der Kirche war, ist auch sicher. Aber das ist egal, oder einfach merkel. Die Zukunft der Rentner ist merkel, die Situation der Leiharbeiter ist merkel, der Zustand der Straßen ist
merkel, der Zustand der Schulen ist merkel, Vollbeschäftigung ist merkel, Seehofer ist merkel, Schulz ist merkel, Özdemir ist merkel (ich glaube sogar mehr als Merkel) und Ehe ist merkel für alle.

Wobei ich hoffe, dass nicht so viele auf dieses Polittheater hereingefallen sind, dass die Bundeskanzlerin in der Abstimmung im Bundestag die Ehe für alle abgelehnt hat (im Grunde war ihr das merkel), weil entscheidend für sie war, die Abstimmung lanciert zu haben, um nach der Wahl mit der FDP problemlos koalieren zu können und jener zugleich einen big point aus der Hand zu nehmen. So macht man Politik (vielleicht war es Merkel selbst ein wenig peinlich, wie ihre Partei auch hier mal wieder gekuscht hat).

Alles = Deutschland = Ehe = merkel - merkel ist kein Name, es ist eine Eigenschaft, so wie deutsch - deutsch ist merkel. Bald steht das Wort im Duden mit dem Verweis, dass dieses Adjektiv weder regelmäßig noch unregelmäßig steigerbar ist, weil merkel per se eine Differenzierung in Positiv, Komperativ und Superlativ ausschließt (oder einschließt, ist doch merkel), merkel ist Grund- und Steigerungsstufen zugleich - merkeliger oder am merkelsten: das wäre ein Widerspruch in sich.
Prost Deutschland, möchte man sagen, oder heißt das schon Prost merkel?

PS 

 
Dass übrigens der Begriff sozialdemokratisch, ersatzweise sozialistisch etwas Subversives hat, ist ja nicht so falsch. Die dahinter stehende Einstellung hat im Grunde die Ehe für alle vorbereitet wie auch den Merkelschen Politikstil, weil doch weniger die Unterschiede wichtig sind als das, was alle Menschen verbindet, so schön bindet, gleichmachen will, obwohl doch so viele angeblich gar nicht gleich sein wollen. Gleichmachen bedeutet einfach auch: alles ist einfacher zu handhaben, was letztendlich ein Synonym für merkeln ist. Klar hat das Meer unterschiedlich hohe Wellen, aber das ist auch nicht sozialistisch, das ist im Grunde asozial. Ja, das Meer ist asozial, die Berge sind auch asozial und dass die Planeten unterschiedlich entfernt um die Erde herumkurven ist eine Form kosmisch asozialen Verhaltens.
Nur die Gehälter und die Arbeitsbedingungen, die dürfen so unterschiedlich bleiben, wie sie sind. Das ist die neue Natürlichkeit. Oder, um es auf den Punkt zu bringen: merkel.

PPS 

 
Ich entschuldige mich, dass ich nicht für Ehe für alle war und bin und dass das ziemlich deutlich oben anklingt und gestehe, dass ich dieses Wort gern weiterhin der Verbindung von Mann und Frau vorbehalten hätte; ich gestehe zugleich auch, dass ich nichts dagegen habe, wenn FrauFrau und MannMann zusammen wohnen und in einer Lebenspartnerschaft leben, ja, dass ich ihnen wirklich von Herzen Frieden und Glück wünsche und es echt doof finde, wenn Schwule und Lesben beleidigt werden, aber dass ich einfach Schwierigkeiten habe - ich könnte auch sagen, dass sich etwas in mir sträubt -, wenn ich sehe, wie Männer bzw. Frauen in der Öffentlichkeit sich küssen oder miteinander knutschen. Diejenigen, die das betrifft, mögen es mir bitte verzeihen; ich meine das menschlich in keiner Weise abwertend, aber in der Sache unmissverständlich und sehe nicht ein, warum ich aus Gründen des Zeitgeistes den üblichen Kotau machen sollte.
Ehe ist für mich eben nicht merkel, sondern beruht körperlich und auch seelisch-geistig auf Polarität. Ich finde einfach, dass es kein Zufall ist, dass wir nicht mit zwei linken oder zwei rechten Beinen durchs Leben gehen oder beide Ohren nach links bzw. rechts geöffnet sind. Ich glaube auch, dass ich in diesem Leben diesbezüglich und in Bezug auf einige andere Dinge und Sachverhalte nicht mehr merkel werde (und in zukünftigen auch nicht). Weil ich es für eine Sinn-Entleerung halte. Aber die neue Flachheit ist auch ein Synonym für merkel.


Jedenfalls ist das Wahlversprechen einer Vollbeschäftigung schlicht Volksverdummung.

Was anstehen würde, ist, die Menschen in Deutschland in würdige Arbeitsverhältnisse zu bringen und ihre Zukunft zu sichern. Das aber hat mit Vollbeschäftigung erst einmal gar nichts zu tun. Vollbeschäftigung klingt voll gut, aber eigentlich ist Vollbeschäftigung so viel wert wie Ersatzkäse auf den landläufig zu kaufenden Pizzas (ein Tipp am Rande: so doof etwas klingt, wenn man es nur oft genug schreibt, kommt es irgendwann in den Duden).

PPPS

 
merkel heißt gleich, egal. Aber merkeln bedeutet nicht nur gleichmachen, es bedeutet auch: einfach nicht mehr über Dinge sprechen. So hart es klingt: töten durch ausschweigen, einfach totschweigen. - Nach der langen Bank, der Bank kontinuierlichen Schweigens, kommt allerdings nicht der Himmel, sondern der Häcksler. 


Dann sieht eh alles merkel aus.

Samstag, 1. Juli 2017

... denn das darf nur eine Königin, / dass sie tanzt in den Gassen: tanzt!

Manche Gedichte spülen unsere Gehirngänge durch. Sie entsprechen so wenig unseren Denkmustern und laufen unseren Denkgewohnheiten quer. Unbequem sind sie zu lesen, für uns, die doch erwarten, dass uns alles mund- und gehirngerecht serviert wird, dass wir immer bestätigt werden in unserem Denken und unseren Gewohnheiten. 

Doch gibt es eine Form von Wahnsinn, der sehr gesund sein könnte:

Der Wahnsinn 
Sie muß immer sinnen: Ich bin . . . ich bin . . .
Wer bist du denn, Marie?
Eine Königin, eine Königin!
In die Kniee vor mir, in die Knie!

Sie muß immer weinen: Ich war . . . ich war . . .
Wer warst du denn, Marie?
Ein Niemandskind, ganz arm und bar
und ich kann dir nicht sagen wie.

Und wurdest aus einem solchen Kind
eine Fürstin, vor der man kniet?
Weil die Dinge alle anders sind,
als man sie beim Betteln sieht.

So haben die Dinge dich groß gemacht,
und kannst du noch sagen wann?
Eine Nacht, eine Nacht, über eine Nacht, -
-und sie sprachen mich anders an.

Ich trat in die Gasse hinaus und sieh:
die ist wie mit Saiten bespannt;
da wurde Marie Melodie, Melodie . . .
und tanzte von Rand zu Rand.

Die Leute schlichen so ängstlich hin,
wie hart an die Häuser gepflanzt, --
denn das darf doch nur eine Königin,
daß sie tanzt in den Gassen: tanzt! . . .


Ehrlich: Ist es uns nicht schon zu viel, wenn wir ein Gedicht lesen müssen, in dem nicht Gedanken mit Anführungszeichen gekennzeichnet sind, damit wir gleich wissen: Hoppla, da denkt nicht mehr derselbe Kopf . . .

Dabei könnte es sein, dass der Verfasser das vielleicht intuitiv deshalb gemacht hat, weil Gedanken ineinanderüberfließen, auch wenn sie scheinbar von unterschiedlichen Wesen gedacht sind?

Dass wir gar nicht so weit entfernt sind von dem, was wir für wahnsinnig halten, obwohl dieser Wahnsinn gesünder ist als das, was wir für gesund, weil normal halten?

Und dass vielleicht jene wahnsinnigen Gedanken im Hintergrund in uns ständig laufen und wir sie nur nicht wahrnehmen?
Träumen gleich, von denen wir glauben, sie seien nur nachts vorhanden, nicht wissend, dass sie tagsüber genauso in uns sind, nur durch das Laute des Tages verdeckt?

Rainer Maria Rilke hat ungewöhnliche Gedichte geschrieben. Eines davon ist obiges, in dem sein Verfasser in einen Dialog mit dem Wahnsinn tritt, der aus Marie spricht, der Bettlerin, der Wahnsinnigen, auf dem Weg zu Maria, einer Königin, Melodie geworden, die sich erlaubt, was nur eine Königin darf: zu tanzen. 

Gehören auch wir zu jenen, die bei so viel Wahnsinn ängstlich an den Häusern entlangschleichen? 

Und ist unsere Wirklichkeit Realität?
Oder eine andere Form von Wahnsinn?

Lassen wir uns nicht irritieren. Wir sind alle so normal, so normal! 

Vielleicht kann ein Gedicht uns veranlassen, wieder mutig zu sein, wahnsinnig mutig zu sein . . . denn dass wir es einmal waren, steht außer Frage. 
Warum wüssten wir sonst, wie Marie tanzt . . .

Das Gedicht ist Rilkes Buch der Bilder entnommen