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Sonntag, 20. Juni 2010

Erwachsene braucht das Land! – Wenn Mütter ihre Söhne und Väter ihre Töchter missbrauchen. – Woran man Nicht-Erwachsene erkennt!


Im Grunde kennt jeder vergleichbare Fälle aus seinem Bekannten- oder auch Freundeskreis, ja vielleicht von sich ...

Da heiraten zwei und wie es der Zufall will, ist doch tatsächlich im elterlichen Haus eine Wohnung frei.
Klar ist der jungverheiratete Ehemann immer sehr freundlich zur Schwiegermutter und klar kennt die Mutter immer die Geschäfte, wo man die Möbel kauft und die Bettwäsche und klar ist auch immer genau die richtige Farbe auf Lager, die die Mutter auch hat oder zumindest gut findet ...

Und klar macht der Typ mit Ohrring im Ohr die Tochter nicht glücklich; der Vater wusste es von vornherein (zumal er selbst nie Ohrringe trug ...).

Wir wissen, wie es ist, wenn Bäume zu nahe aufeinander stehen ... meistens wächst eine Seite nicht gescheit ... klar, sie geben sich Schutz ... bestenfalls pfeift kein Wind mehr durch ... :-(

Warum gibt es in der Tat so viele Menschen, die nicht erwachsen geworden sind und es vielleicht auch nie werden? Und woran erkennt man sie?

Es gibt sie, weil viele Eltern ihre Kinder in Abhängigkeit halten wollen: Wenn sie die lieben Kleinen schon aufziehen, dann sollen sie gefälligst bei Fuß bleiben, um sie im Alter zu pflegen.

Es gibt sie aber vor allem, weil zu viele Väter ihre Töchter als Frau missbrauchen und Mütter ihre Söhne dem eigenen Mann vor die Nase setzen und als Mann missbrauchen. Dieser Missbrauch geschieht meist nicht körperlich, aber es ist ein seelischer, ein energetischer Missbrauch, und ich behaupte, er kommt häufiger vor, als wir denken. Dabei gibt es natürlich viele Schattierungen und Abstufungen.
Ich glaube, dass diesem Thema bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt worden ist.
Zu viele "Erwachsene" kompensieren das Unglück bzw. die Langeweile ihrer Beziehung mit dem Glück ihrer Kinder, die Mutter mit dem des Sohnes, der Vater mit dem der Tochter.
Dadurch können diese Jugendlichen auch keine Erwachsenen werden; die Eltern nehmen ihnen die Kraft zur Reife.
Eines von mehreren Beispielen habe ich hier aufgezeigt.

Woran man sie erkennt, die Nicht-Erwachsenen:

1. Sie suchen gern und bevorzugt die Schuld bei anderen.
- Gern ist auch das Leben an sich eine Fehlkonstruktion.
- Die Politiker sind an allem schuld, die Ärzte, der Chef ist eh ein Arsch ...

2. Nicht-Erwachsene jammern gern und viel.

3. Nicht-Erwachsene verschweigen gern ihr Alter.

4. Ihr Geburtstag ist ihnen gar nicht wichtig (sie selber sich ja auch nicht).

5. Wenn sie etwas tun, weiß es die ganze Welt ...

6. Man hat immer einen Ersatz-Erwachsenen, z.B. den Chef, den Pfarrer, den lieben Gott, Udo Jürgens, das Bankkonto, den Rundum-Rechtsschutz ...

7. Der Vater sagt von seiner Tochter: Sie ist mein ein und alles.
Die Mutter sagt/denkt es von ihrem Sohn.

8. So stumpf, wie die Augen für den Ehepartner sind, so glänzend sind sie für das Kind.

9. Das Glück von anderen torpediert ein Nicht-Erwachsener, wo es geht. Oft geschieht das unbewusst. Ist es bewusst, dann ist es unsäglich liederlich und niederträchtig.

Kennen Sie nicht auch Menschen, denen Sie voller Freude etwas erzählen und die Sie mit womöglich nur einer Aussage auf den so genannten Boden der Tatsache zurückbringen ... ach ja, sagen Sie dann, so habe ich das noch gar nicht gesehen ... über ihre Freude spricht dann niemand mehr ... Sie auch nicht ... Freude am Leben ... was für ein Luxus ... und wie gefährlich ... wie konnte ich nur ... bin ich kindisch, naiv ...
Nein, Sie waren nicht naiv, ihr inneres Kind sonnte sich in Glück ... und wirklich gesund leben und sich sonnen kann das nur, wenn auch der innere Erwachsene gesund ist!
Menschen, die Glück, auch unser Glück nicht ertragen, sind in höchstem Maße toxisch; bei mir war es leider die eigene Mutter.

PS: Man kann das Nicht-Erwachsensein auch gekonnt kaschieren durch diverse Süchte: durch Sexsucht, Sportsucht, Arbeitssucht, Fernsehsucht, Computersucht, Freßsucht (wenn man schon nicht zu sich steht, dann so, dass man sich kaum erkennt) ...

Über einen, der ganz arbeitswütig-süchtig schrieb, weil er sich seine große Vaterwunde von der Seele schreiben wollte, habe ich hier geschrieben; es ist ein menschlich erschütterndes Dokument; mich jedenfalls erschüttert es jedes Mal ...

PPS:  Gute Sätze zum Thema habe ich bei Regenfrau gefunden:

Teilweise geholfen hat mir das Buch: erwachsen – von Ashley Davis Prend,
dort las ich einen Auszug von Frank Pittmann:

Das Erwachsenenalter ist befreiend. Erwachsene könnnen sich selbst definieren und müssen sich nicht von denen definieren lassen, denen sie gefallen oder nicht gefallen wollen. Wenn wir erst frei sind, aus eigenem Antrieb, die richtigen Dinge zu tun, dann werden wir diese wahrscheinlich auch tun. Und wenn wir wissen, dass wir das tun, dann hat das viel mehr Kraft, uns glücklich zu machen.

Das Erwachsenenalter ist angenehm. Erwachsene sind geworden, was sie werden wollten. Der schreckliche Kampf mit Veränderungsprozessen in Körper und Seele ist vorüber. Die Angst und Verzweiflung sind fort. Wir sind angekommen. Wir sind in der Welt daheim. Wir können uns entspannen und vor der Schlafenszeit ins Bett gehen, ohne Angst haben zu müssen, etwas zu versäumen.