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Freitag, 22. März 2024

Triumph des Goldenen Kalbs? – Finale im Kampf Geld gegen Seele

Der Deutsche Fußballbund hat ab 2027 als neuen Ausrüster für seine Nationalmannschaften (Trikots, Schuhe etc.) die US-Firma NIKE (2023 Jahresumsatz 51,2 Milliarden US-Dollar) gewählt; NIKE soll ca. 100 Millionen pro Jahr dem DFB geboten haben im Gegensatz zu adidas, dem langjährigen bisherigen Ausrüster (dem Vernehmen nach im Angebot läppische 50 Millionen pro Jahr).

Nun braust ein Sturm der Entrüstung durch das Land. Der Grüne Robert Habeck hätte sich mehr Standortpatriotismus gewünscht und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht durch Kommerz Tradition und ein Stück Heimat vernichtet (ausgerechnet Lauterbach, der ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Deutschen die Impf-Industrie protegierte).

Solange Deutschland auf den Wogen des Wohlstandsglücks ganz oben schwamm, stellte kaum jemand in Frage, dass Wohlstand und Geld oberste Priorität habe und alles dem Goldenen Kalb unterzuordnen sei - der Börsenbulle als Leittier der Deutschen.
Werden nun auf einmal die Deutschen sensibler, da sie momentan zumindest zu den wirtschaftlich eher abgehängten Nationen zählen?
Oder findet tatsächlich eine Art Bewusstseinswandel statt, dass Geld doch nicht alles sei? Wollen die Menschen hierzulande nicht mehr nur mit Geldfraß abgespeist werden, sondern beginnen zu erkennen, dass Glück nicht mit Geld zu kaufen ist, sondern damit zusammenhängt, dass wir auf eine neue, bewusstere Art unser Leben auf der Erde gestalten?

Ich glaube tatsächlich wahrzunehmen, dass eine Art Bewusstseinswandel stattfindet; er hat sich schon deutlich gezeigt im wochenlangen Protest der Fußballfans und den von ihnen initiierten Spielunterbrechungen durch Hunderttausende von Tennisbällen, die wohl bundesweit während des Spiels auf die Fußballrasen flogen, weil die Fans nicht akzeptieren wollten, dass die Deutsche Fußballliga einen Milliarden-Deal mit einem Investor abschließt, der auf Kosten des Sportes geht zugunsten seiner Vermarktung und dadurch bedingten Einschränkungen.
Geld scheint vielleicht den Menschen immer weniger alles zu sein.

Vielleicht nehmen aber tatsächlich auch die Menschen unbewusst jene Stimme vom Berg Sinai (siehe Link) wahr, die nun nicht mehr nur in vorchristlichem Sinne die Beachtung von Gesetzen anmahnt, sondern nach Golgatha anmahnt: Liebet einander! Geht menschlich miteinander um und schaut, was euch wirklich glücklich macht!

Dass das beim Genießen von Fußballglück beginnen könnte, mag manchem Hochspirituellen unglaubwürdig vorkommen, aber Glück beginnt da, wo die Menschen es fassen, es begreifen können und die ernsthafte Suche nach ihm kann sich erweitern in Bezug auf die Arbeit, wie sie denn glücklich macht (weniger zu arbeiten, wie die Gewerkschaften einfallslos suggerieren, ist nicht alles); es kann sich auch zeigen in der Erkenntnis, dass Sex, wie er gesellschaftlich vermarktet wird, nicht glücklich macht oder in der Bereitschaft, darüber nachzudenken, wie Liebe aussehen und sich anfühlen mag, wenn sie wirklich Glück bringt und dann mehr als eine Worthülse ist.


Sonntag, 17. November 2013

Kopf, halt´s Maul! – Von einem Bauern Glück lernen!


Mit Hirn kann man trefflich über Glück theoretisieren, aber sicher ist:

Ohne Herz gibt es kein Glück!

So viel mal in Sachen ARD-Themenwoche.
Selten habe ich jemand gesehen, der so viel Herz in seinen Händen hat wie Bauer Franz in Bertram Verhaags neuestem Film über "Das liebe Rindvieh", der am Sonntag  um 19 Uhr im Bayrischen Rundfunk ausgestrahlt wurde. Wie er seine Kühe streichelte, das war einfach so liebevoll, dass man förmlich den Strom der Zuneigung, ja Liebe, die von ihm zu ihnen floss, spürte.

Da sind auch für den Zuschauer die Bilder eine liebevolle Herzmassage.

Und seine Ergriffenheit werde ich so schnell nicht vergessen, als er erzählte, dass er oft zu den vier Kühen hin ist, die noch in seiner Herde sind aus der Zeit, in der er noch enthornte, um sich bei ihnen zu entschuldigen, dass er sie schändete.
2008 muss etwas mit ihm passiert sein, so erzählt er, was er sich selbst nicht so recht erklären kann, so eine Art Mutation. Seit diesem Jahr füttere er überhaupt kein Kraftfutter mehr, enthorne keine Kuh mehr, lasse ihnen ihre Persönlichkeit und seitdem, so erzählt seine Frau, kommt er eben nicht mehr frustriert aus dem Stall, um zu berichten, welches Tier wieder gestorben sei und welches krank. Denn der Gesundheitszustand seiner Tiere hat sich rapide verbessert, seitdem er ihnen kein Kraftfutter mehr verfüttert und kein Material aus dem Silo. Der Magen übersäuert nicht mehr und hochinteressant ist es, zu erfahren, welche Rolle selbst die Hörner im Rahmen der Verdauung spielen, denn das Methangas, das sich während der Verdauung bildet, gelangt über den Kehlkopf in den Rachen und die Nasennebenhöhlen, von dort in den Stirnraum und in die Hornzapfen. Bei Kühen, die diese nicht mehr haben, denen sie amputiert wurden, müssen sich die Köpfe auswölben, um dem Druck des Methans Raum zur Verfügung stellen zu können.
Bauer Franz erzählt, dass er zwar deutlich weniger Milchertrag habe, aber eben auch 1000 Euro Kraftfutter spare und 1000 Euro für den Tierarzt. Dafür hat er gesunde Kühe und es erscheint nur glaubhaft, dass er sich sicher ist, seine Kühe, seine gesunden Kühe gäben auch wertvollere Milch.
Dieser Mann muss sich nicht mehr den Hochleistungsbauern geben. Er selbst spricht von seiner Hochleistungszeit, in der er immer angespannt war.
In jener Hochleistungszeit habe er vom Kopf her gehandelt und nie vom Herzen her. Und auch wenn heute der Kopf noch manchmal sage: Das ist jetzt Unsinn, das tut man nicht, dann denke ich mir heute, so erzählt er:

"Kopf halts Maul!
Es ist die Zeit, dass wichtig ist, was das Herz sagt."

Manchmal denke ich, ob es unseren Kindern auch besser ginge, wenn sie weniger Hochleistungskinder sein müssten, sondern natürlich aufwachsen dürften, weil ihre Eltern öfters mal zu dem, was ihr Herz - zumindestens lokal regiert - sagten: Kopf, halt´s Maul!
Jedenfalls ist der Film ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für Ihr Kind oder Ihre Enkel :-)
Und, wie gesagt, Ihrem Herzen tut er gut!
Übrigens habe ich Bertram Verhaag noch nie gesehen und kenne ihn nicht, aber ich finde seine Filme, und was sie über eine gesunde Einstellung zum Leben vermitteln, einfach klasse und sage Ihnen: hier ist der Film erhältlich  :-)

PS
Dass ich unter den Schlagworten und im Rahmen der Kategorien auch "Bildung" anführe, hängt damit zusammen, dass ich glaube,

zur Bildung gehört auch Herzens-Bildung.

Vielleicht sogar vor allem  . . .

Samstag, 28. September 2013

Lass Sieg und Niederlage los! – Aus dem Dhammapada, der Weisheitslehre Buddhas


Der Sieger sät sich Hass,

Und der Besiegte leidet.

Lass Sieg und Niederlage los,

Finde das Glück des tiefen Friedens.


Folge den Hellblickenden, den Weisen,

Den Wissensreichen, Sittlichen und Edlen,

Folge solch guten und verstehenden Menschen,

Wie der Mond dem Pfad der Sterne folgt.



Ein solcher Weiser war und ist zum Beispiel Mahatma Gandhi, wenn er sagt:

Die Erde hat genug für die Bedürfnisse eines jeden Menschen, aber nicht für seine Gier.


So eben sät der Gierige Unfrieden, der Zu-Friedene Frieden.

Glücklich ist die Menschheit, wenn es keine Sieger und Besiegte mehr gibt, sondern Menschen allein.


Friedenskerze

Sonntag, 30. September 2012

In Kontakt mit der wirksamen göttlichen Schöpfungskraft



Änderst Du Dein Bewusstsein und Dein Herz, ändert sich damit auch Dein Geschick als Erdenmensch. Ein helles, lichtes, heiteres Gemüt zieht auch ein dementsprechendes äußeres Geschick nach sich, genauso wie ein düsteres, pessimistisch gestimmtes Gemüt ein gleichartiges Schicksal quasi magnetisch anzieht. Eine großzügige Verhaltensweise schafft ein ebensolches Leben. Während ein engherziger, kleinlicher und ängstlicher Geist die Ursache eines demgemäßen Lebens ist, sein muss.

Wenn Du unablässig an Gesundheit, Glück und Wohlergehen denkst, kommst Du in direkten Kontakt mit der unaufhörlich wirksamen göttlichen Schöpfungskraft, die ja ihrem Wesen nach Friede, Gesundheit und unermesslicher Reichtum ist. Du ziehst diese Gotteskraft zu Dir hernieder und – wenn das Resultat auch nicht im Handumdrehen sichtbar wird – eines Tages wird dieses Einströmen der Allkraft auch auf unserer physischen Ebene Gestalt gewinnen.


aus Masahari Taniguchi, Das Gesetz des Herzens.
Nahrung für die Seele.

Sonntag, 20. Juni 2010

Erwachsene braucht das Land! – Wenn Mütter ihre Söhne und Väter ihre Töchter missbrauchen. – Woran man Nicht-Erwachsene erkennt!


Im Grunde kennt jeder vergleichbare Fälle aus seinem Bekannten- oder auch Freundeskreis, ja vielleicht von sich ...

Da heiraten zwei und wie es der Zufall will, ist doch tatsächlich im elterlichen Haus eine Wohnung frei.

Klar ist der jungverheiratete Ehemann immer sehr freundlich zur Schwiegermutter und klar kennt die Mutter immer die Geschäfte, wo man die Möbel kauft und die Bettwäsche und klar ist auch immer genau die richtige Farbe auf Lager, die die Mutter auch hat oder zumindest gut findet ...

Und klar macht der Typ mit Ohrring im Ohr die Tochter nicht glücklich; der Vater wusste es von vornherein (zumal er selbst nie Ohrringe trug ...).

Wir wissen, wie es ist, wenn Bäume zu nahe aufeinander stehen ... meistens wächst eine Seite nicht gescheit ... klar, sie geben sich Schutz ... bestenfalls pfeift kein Wind mehr durch ... :-(

Warum gibt es in der Tat so viele Menschen, die nicht erwachsen geworden sind und es vielleicht auch nie werden? Und woran erkennt man sie?

Es gibt sie, weil viele Eltern ihre Kinder in Abhängigkeit halten wollen: Wenn sie die lieben Kleinen schon aufziehen, dann sollen sie gefälligst bei Fuß bleiben, um sie im Alter zu pflegen.

Es gibt sie aber vor allem, weil zu viele Väter ihre Töchter als Frau missbrauchen und Mütter ihre Söhne dem eigenen Mann vor die Nase setzen und als Mann missbrauchen. Dieser Missbrauch geschieht meist nicht körperlich, aber es ist ein seelischer, ein energetischer Missbrauch, und ich behaupte, er kommt häufiger vor, als wir denken. Dabei gibt es natürlich viele Schattierungen und Abstufungen.

Ich glaube, dass diesem Thema bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt worden ist.

Zu viele "Erwachsene" kompensieren das Unglück bzw. die Langeweile ihrer Beziehung mit dem Glück ihrer Kinder, die Mutter mit dem des Sohnes, der Vater mit dem der Tochter.

Dadurch können diese Jugendlichen auch keine Erwachsenen werden; die Eltern nehmen ihnen die Kraft zur Reife
Eines von mehreren Beispielen habe ich hier aufgezeigt.

Woran man sie erkennt, die Nicht-Erwachsenen:

1. Sie suchen gern und bevorzugt die Schuld bei anderen.
- Gern ist auch das Leben an sich eine Fehlkonstruktion.
- Die Politiker sind an allem schuld, die Ärzte, der Chef ist eh ein Arsch ...

2. Nicht-Erwachsene jammern gern und viel.

3. Nicht-Erwachsene verschweigen gern ihr Alter.

4. Ihr Geburtstag ist ihnen gar nicht wichtig (sie selber sich ja auch nicht).

5. Wenn sie etwas tun, weiß es die ganze Welt ...

6. Man hat immer einen Ersatz-Erwachsenen, z.B. den Chef, den Pfarrer, den lieben Gott, Udo Jürgens, das Bankkonto, den Rundum-Rechtsschutz ...

7. Der Vater sagt von seiner Tochter: Sie ist mein ein und alles.
Die Mutter sagt/denkt es von ihrem Sohn.

8. So stumpf, wie die Augen für den Ehepartner sind, so glänzend sind sie für das Kind.

9. Das Glück von anderen torpediert ein Nicht-Erwachsener, wo es geht. Oft geschieht das unbewusst. Ist es bewusst, dann ist es unsäglich liederlich und niederträchtig.

Kennen Sie nicht auch Menschen, denen Sie voller Freude etwas erzählen und die Sie mit womöglich nur einer Aussage auf den so genannten Boden der Tatsache zurückbringen ... ach ja, sagen Sie dann, so habe ich das noch gar nicht gesehen ... über ihre Freude spricht dann niemand mehr ... Sie auch nicht ... Freude am Leben ... was für ein Luxus ... und wie gefährlich ... wie konnte ich nur ... bin ich kindisch, naiv ...

Nein, Sie waren nicht naiv, ihr inneres Kind sonnte sich in Glück ... und wirklich gesund leben und sich sonnen kann das nur, wenn auch der innere Erwachsene gesund ist!

Menschen, die Glück, auch unser Glück nicht ertragen, sind in höchstem Maße toxisch; bei mir war es leider die eigene Mutter.

PS: Man kann das Nicht-Erwachsensein auch gekonnt kaschieren durch diverse Süchte: durch Sexsucht, Sportsucht, Arbeitssucht, Fernsehsucht, Computersucht, Freßsucht (wenn man schon nicht zu sich steht, dann so, dass man sich kaum erkennt) ...

Über einen, der ganz arbeitswütig-süchtig schrieb, weil er sich seine große Vaterwunde von der Seele schreiben wollte, habe ich hier geschrieben; es ist ein menschlich erschütterndes Dokument; mich jedenfalls erschüttert es jedes Mal ...

PPS: Gute Sätze zum Thema habe ich bei Regenfrau gefunden:

Teilweise geholfen hat mir das Buch: erwachsen – von Ashley Davis Prend,
dort las ich einen Auszug von Frank Pittmann:
Das Erwachsenenalter ist befreiend. Erwachsene könnnen sich selbst definieren und müssen sich nicht von denen definieren lassen, denen sie gefallen oder nicht gefallen wollen. Wenn wir erst frei sind, aus eigenem Antrieb, die richtigen Dinge zu tun, dann werden wir diese wahrscheinlich auch tun. Und wenn wir wissen, dass wir das tun, dann hat das viel mehr Kraft, uns glücklich zu machen.

Das Erwachsenenalter ist angenehm. Erwachsene sind geworden, was sie werden wollten. Der schreckliche Kampf mit Veränderungsprozessen in Körper und Seele ist vorüber. Die Angst und Verzweiflung sind fort. Wir sind angekommen. Wir sind in der Welt daheim. Wir können uns entspannen und vor der Schlafenszeit ins Bett gehen, ohne Angst haben zu müssen, etwas zu versäumen.


Mittwoch, 31. Dezember 2008

Zum Neuen Jahr: Glück ist die Erkenntnis, dass Gott im Herzen wohnt ...

Nach altem Brauch wünscht man sich zum neuen Jahr viel Glück, obwohl wir wissen, dass es im Grunde genommen weder Glück noch Unglück gibt. Was also verstehen wir unter Glück? Macht uns die Befriedi­gung unserer materiellen Wünsche und Sehnsüchte glücklich? Wenn uns jeder materielle Wunsch, ja auch jeder Wunsch nach geistigen Dingen erfüllt würde, brächte uns das ein glückliches Jahr? Wir glauben es nicht, und ihr glaubt es wahrschein­lich auch nicht. Glück ist nicht einfach Vergnügen, denn das Glück kommt manchmal auch inmitten gro­ßen Leides. Glück, meine Freunde, ist die Erkenntnis, dass Gott im Herzen wohnt. Glück ist das Resultat von Lobpreisung, von Danksagung, von Glauben und An­nehmenkönnen, von tief innerem Bewusstsein göttli­cher Liebe. Das alles bringt der Seele vollkommenes und unbeschreibliches Glück. Gott ist Glück! Und so, meine Freunde, kommt es, dass wir euch we­der viel Glück noch Reichtum noch gute Gesundheit wünschen. Dafür wünschen wir euch allergrößtes Glücksempfinden in der Einheit eures Geistes mit dem Großen Weißen Licht, mit Christus und allen seinen Engeln. Wir wünschen euch „himmlisches Glücksemp­finden", denn kein irdisches Geschick kann euch die­ses wegnehmen. Weder Geburt noch Tod noch Sorgen irgendwelcher Art können euch das Glück des EINS­WERDENS mit VATER-GOTT rauben. So möget ihr denn im neuen Jahr dieses Glück fin­den und ein kleines Samenkorn säen oder auch ein klei­nes Licht leuchten lassen auf dem Lebensweg eines an­deren und so das Glück mit einem Bruder, einer Schwester teilen.
aus White Eagle, Geistige Jahreszeiten, Aquamarin-Verlag, Grafing 1997

Mittwoch, 21. Mai 2008

Wenn die Scham kommt, geht die Freude


Vor vielen Jahren sitze ich mit meiner Tochter auf einer auf dem Boden ausgebreiteten Decke und wir spielen und balgen; meine Tochter kräht vor Freude, Bälle und Gegenstände fliegen durch die Luft und plötzlich höre ich mich sagen: >Komm, wir hören auf, sonst passiert noch was<.
Dieser Satz verblüffte mich total, denn es war ein Satz aus dem Repertoire meiner Mutter: Immer, wenn ich mit meiner eineinhalb Jahre älteren Schwester als Kind richtig herumtollte, kam dieser Satz oder ein vergleichbarer wie: >Hört auf, gleich gibt es ein Unglück!<
Heute wundert es mich nicht mehr, dass dann meistens auch etwas passierte, was unser Spiel abrupt unterbrach und meine Mutter entsprechend zetern ließ.
Wie es auch immer ausging: Dieser Satz bedeutete das Ende der Freude.

Immer wieder begegne ich Menschen, die mir bestätigen - oder sie schreiben es mir -, wie gewinnbringend für sie die Beschäftigung mit dem Thema des inneren Kindes oder dem der Scham war und ist. Das ist auch der Grund, warum ich hier das ein oder andere persönliche Detail wiedergebe: Was ich an bzw. in der eigenen Seele erfahren habe, ist mir am unmittelbarsten bewusst; und eine authentische Erfahrung kann auch jemandem anderen eine Anregung sein - mir jedenfalls geht es diesbezüglich so. 
Ich habe das Interesse als Mensch, dass die Mechanismen der Scham aus dem Land und vor allem aus der Erziehung gejagt, besser: dass sie transformiert werden und dass wir lernen, mit unseren schambesetzten inneren Kindern Freundschaft zu schließen, ja, sie zu erlösen.

An anderer Stelle habe ich schon kurz über das Elternhaus meiner Mutter geschrieben; dort gab es keine Ausgelassenheit, keine Freude, die auch einmal überborden durfte …
Warum sollte Freude nicht auch überborden dürfen …
Wie oft schlägt die Gicht des Meeres über die Balustraden und an den Gesteinen der Ufer hoch: auch ein Meer freut sich … so freut sich auch die Seele …
Meiner Mutter war es nicht möglich, die ausgelassene Freude ihrer Kinder zu ertragen; zu groß war der Schmerz, dass diese Freude für sie immer ein Tabu gewesen war; wer sich in ihrem Elternhaus getraut hätte, sie zu zeigen, hätte sich - in übertragenem Sinne oder real - in die Ecke stellen müssen; doch die familiäre Atmosphäre sorgte schon immer dafür, dass in diese Verlegenheit keines der 10 Familienmitglieder kam. 
Diesen Schmerz, keine Freude leben zu dürfen, muss die Seele wegsperren - nur gebremste Freude leben zu dürfen ist unerträglich; so wird dieses Bewusstsein weggesperrt, wird zu einer dunklen Seite des inneren Kindes, die sich in den unterschiedlichsten Formen beim Erwachsenen aktivieren kann, wenn sie ausgelöst wird; bei meiner Mutter wurde sie durch die eigenen Kinder ausgelöst.
Sie konnte nicht anders, als deren überbordende Freude zu stornieren.
Alles andere war für ihr verletztes inneres Kind unerträglich.
Eigentlich unfassbar, dass die Freude der eigenen Kinder unerträglich ist; aber der familiäre Hintergrund meiner Mutter macht es verständlich.

In aller Regel lösen Kinder dunkle Seiten unseres inneren Kindes aus; deshalb ist dieses Wissen gerade für Lehrer so wichtig.
Da in dem Elternhaus meiner Mutter und entsprechend auch in meinem eigenen eine sehr traditionelle Religiosität gepflegt wurde, hatte Ausgelassenheit auch etwas Verruchtes an sich.

Damals wurde mir schlagartig bewusst, dass ich im Moment dabei war, dieses Scham-Muster an meine Tochter weiterzugeben: Freude, die an Scham gekoppelt und damit aussätzig war.
Wie die Pest!

Als ich mich mit dem Buch Bradshaws über die Scham auseinandersetzte, wurde mir bewusst, dass diese Thematik viel umfassender ist, als ich geahnt hatte, denn Freude gibt es ja nicht nur im Spiel, sondern: es gibt die Spielfreude, es gibt aber auch die Lebensfreude …
Auch Lebensfreude kann storniert werden - durch die Eltern!
Spätestens da wird das Thema existentiell …

Noch ein Nachtrag:
Jede Familie hat ihre eigenen Schamregularien und –gesetze.
Wenn zwei Menschen nun zusammenfinden, treffen auch die Regelsysteme zweier Familien zusammen. Das kann im Bereich der Scham bedeuten, dass sich recht einverständig geschämt wird, weil die Regeln relativ deckungsgleich sind … es muss aber nicht sein … dann gibt´s Probleme.
Nicht selten mag es so sein, dass nicht die Liebe scheitert, sondern dass sich die Scham-Systeme als nicht kompatibel erweisen … aber das ist ein anderes Thema … wie sagte Herr von Briest in Theodor Fontanes Roman Effi Briest, dessen Tochter u.a. an diesem Problem zugrundeging: "Ein weites Feld". 
Deshalb lebte diese Familie auch das "kleine Glück", die kleine Freude. 
Für die Tochter hatte dieses "kleine Glück" zu wenig Lebensenergie; sie starb zu früh. 
Sie trug die 
Scham
 auch ihrer Eltern mit.

Und noch eine Anmerkung:
Ich glaube, dass Mütter unbewusst (oder manchmal sogar bewusst) tatsächlich einen Wohnzimmer-Unfall energetisch inszenieren können.
Für den ein oder anderen mag das übertrieben sein, esoterisch (gemeint in einem abfälligen Sinn).
Aber man frage sich mal, warum jemand - ggf. immer wieder - "zufällig" das Messer mit offener Schneide zum Partner hinlegt oder warum manche Menschen ihre Brille immer auf die Gläser legen.
Menschen sind leider manchmal viel machtvoller, als wir glauben. Jeder kennt Beispiele, wie sehr sich jemand im Beisein eines Anderen oder durch das Zusammensein mit ihm verändert ...
Zugleich aber gilt das Gegenteil: Eine Mutter kann ein wahrer Schutzmantel für ihr Kind sein.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Dankbarkeit - Anker für unsere Gegenwart


Tom Costa verdanke ich eine wunderbare Einsicht in die Bedeutung von Dankbarkeit. In dem Buch von L. Hay mit dem Titel "Dankbarkeit erfüllt mein Leben" erzählt er, wie er als junger Pfarrer einem Mann begegnete, der alles hatte, was es zum Leben brauchte. Er besaß ein Haus, war beruflich erfolgreich, erfreute sich guter Gesundheit, spielte täglich Tennis, hatte unlängst eine liebe Frau geheiratet, hatte Geld genug, um sich Wünsche zu erfüllen — dennoch war er depressiv und unglücklich.
Costa wusste nicht, was tun. Im Laufe der Zeit erkannte er jedoch, woran es dem Mann mangelte: an Dankbarkeit.Er schreibt:
"Ich erinnere mich noch genau, wie ich vor Jahren die sogenannte Fünfte Stufe des zwölfstufigen Programms der An­onymen Alkoholiker durchführte. Bei der Fünften Stufe hört sich jemand, etwa ein Geistlicher, den Lebensbericht des Al­koholikers bis zu der Zeit an, als er sich seinen Alkoholismus eingestand. Eine junge Dame bemerkte mir gegenüber: »Man kann nicht zugleich dankbar und unglücklich sein.«Ich war zu der Zeit wahrscheinlich 40 Jahre älter als sie, aber ich war spirituell überwältigt. Ich hatte diesen »Einzeiler« noch nie gehört, und er klang überzeugend! …Während ich über diesen Satz nachdachte, fiel mir meine katholische Erziehung und der Rosenkranz ein. Ich persön­lich habe jetzt das, was ich einen geistigen Rosenkranz der Dankbarkeit nenne. Ich zähle die »Perlen« oft morgens bei meinen Meditationen und Gebeten."
"Man kann nicht zugleich dankbar und unglücklich sein", das bedeutet auch:Wer nicht glücklich sein kann, dem fehlt es womöglich grundsätzlich an Dankbarkeit.Ein mindestens ebenso wichtiger Aspekt ist für mich die Lehre, die ich aus der Situation des Mannes ziehe, wie sie Costa geschildert hat, nämlich, dass wir durch Dankbarkeit etwas in einem positiven Sinn erst wirklich besitzen, es als Bereicherung erfahren, reicher werden. Vorher haben wir alles Mögliche einfach nur: Wir haben ein Motorboot, wir haben ein Haus, wir haben eine Ehe, wir haben Kinder …
Erst aber durch Dankbarkeit erfahren wir das alles als Reichtum, sind wir bereichert und wahrhaft reich. Diese Form von Reichtum kommt durch jedes Nadelör!
Dankbarkeit ist in Wahrheit die Nabelschnur zu unserem Glück, zu unserem inneren Reichtum, zu dem, was uns ausmacht.Noch mehr:Wenn wir danken, sind wir des Wertes von Leben gewärtig, wir befinden uns dankend immer in der Gegenwart; Dank ist verankert im Hier und Jetzt.Die Wurzeln der Dankbarkeit wurzeln mitten im Leben.Beide Hände - aufgenommen ist oben das Werk eines Holzschnitzers - symbolisieren, was ebenfalls gilt:
Dankbarkeit und Demut sind wie Bruder und Schwester – sie gehören zusammen.


Es gibt ein Lied, das mittlerweile in 25 Sprachen übersetzt ist und mit dem sein Verfasser, der Theologe und Kirchenmusiker Martin G. Schneider 1961 den 1. Preis im Rahmen eines Liederwettbewerb der Evangelischen Akademie Tutzing bekam – ich finde es wunderschön:

Danke für diesen guten Morgen,
Danke für jeden neuen Tag,
Danke, dass ich all meine Sorgen
auf dich werfen mag.


Danke für alle guten Freunde,
Danke, o Herr, für jedermann.
Danke, wenn auch dem größten Feinde
ich verzeihen kann.


Danke für meine Arbeitsstelle,
Danke für jedes kleine Glück,
Danke für alles Frohe, Helle
und für die Musik.


Danke für manche Traurigkeiten,
Danke für jedes gute Wort.
Danke, dass deine Hand mich leiten
will an jedem Ort.


Danke, dass ich dein Wort verstehe,
Danke, dass deinen Geist du gibst,
Danke, dass in der Fern und Nähe
du die Menschen liebst.


Danke, dein Heil kennt keine Schranken,
Danke, ich halt mich fest daran,
Danke, ach Herr, ich will dir danken,
dass ich danken kann.

Dankbarkeit ist ein großes Gefühl.

Hat nicht in Wirklichkeit derjenige, dem Dankbarkeit mangelt,
in ganz besonderem Maße eine Aufgabe auf der Ebene der Gefühle zu lösen?

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