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Mittwoch, 27. November 2024

Über die Entstehung von Kristallen und ihr Zusammenhang mit Materie als zerborstener geistiger Form, als Trümmerhaufen des Geistes

Im folgenden zitiere ich eine Passage aus Rudolf Steiners „Die Welt der Sinne und die Welt des Geistes“, die zu dem Bemerkenswertesten gehört, was ich von ihm gelesen habe.

Jenen Lesern, die der Anthroposophie abhold sind, möchte ich als einer, der auch kein Anthroposoph ist, empfehlen, nicht vor allem die aktuelle Anthroposophie mit dem, was Steiner unter ihr verstand, der sich immer wieder aktiv mit dem Zeitgeschehen auseinandersetzte und zu ihm engagiert Stellung nahm - womit er für mich in deutlichem Gegensatz zu dem eunuchenhaften Verhalten der derzeitigen Dornacher Führungsriege, was deren Verhältnis zum Zeitgeschehen betrifft, stand -, gleichzusetzen.

Steiners folgende Ausführungen zur Materie als zerborstene geistige Formen, als Trümmerhaufen des Geistes, und deren Zusammenhang mit den Kristallformen, ist so bemerkenswert und wenn man will, auch wegweisend, dass ich sie zur Lektüre empfehlen möchte und deshalb auch wiedergebe. Dem ein oder anderen mag es gehen wie mir, der die Tiefe der Ausführungen mit einmaligem Lesen nicht erfassen konnte:

"Wenn ein Prozess im Weltenall fortgeschritten ist bis zur Form, die noch ganz im Geistig-Seelischen ist, die noch keine Raumesform ist, wenn der Prozess (der Schöpfung) fortgeschritten ist bis zu dieser übersinnlichen Form, dann ist der nächste Schritt nur noch möglich dadurch, dass die Form als solche zerbricht. Und das ist nämlich das, was sich dem okkulten Anblick darbietet: wenn gewisse Formen, die unter dem Einfluss der Geister der Form geschaffen sind, sich bis zu einem gewissen Zustand entwickelt haben, dann zerbrechen die Formen. Und wenn Sie nun ins Auge fassen zerbrochene Formen, etwas, was also dadurch entsteht, daß Formen, die noch übersinnlich sind, zerbrechen, dann haben Sie den Übergang von dem Übersinnlichen in das Sinnliche des Raumes. Und das, was zerbrochene Form ist, das ist Materie. Materie ist ein Trümmerhaufen des Geistes, ist also in Wirklichkeit Geist, aber zerbrochener Geist.

Wenn Sie jetzt weiter nachdenken, so werden Sie sich sagen: Ja, aber es treten uns doch räumliche Formen entgegen wie die schönen Kristallformen. –

Denken Sie sich zunächst einmal, damit Sie eine gewisse Vorstellung (zur Verdeutlichung) haben, einen herabfallenden Wasserstrahl. Nehmen Sie aber an, er wäre unsichtbar. Dadurch, dass dieser Wasserstrahl auffällt (auf einem Widerlager), wird er in Tropfen zerbersten. Nun nehmen Sie an, der Wasserstrahl, der herunterfällt wäre unsichtbar, aber das, was zerborsten ist, würde sichtbar. Dann hätten sie hier einen zertrümmerten Wasserstrahl, hätten ein Bild der Materie. Aber jetzt müssen Sie sich wegdenken die Widerlage, sie müssen sich vorstellen: ohne dass eine solche Widerlage da ist, ist die Materie, indem sie sich geistig zur Form gliedert, übersinnlich ist die Materie in Bewegung, denn die Bewegung geht der Form voraus.

Es gibt nirgends etwas anderes als das, was durchdrungen ist von den Taten der Geister der Bewegung, Dynamis.

An einem bestimmten Punkt kommt die Bewegung bei der Form an, erlahmt in sich selber und zerbirst in sich selber. Die Hauptsache ist, daß wir es so auffassen, daß das, was zunächst geistig-seelisch ist, hinstrahlt, aber nur eine gewisse Schwungkraft hat, an das Ende der Schwungkraft kommt und nun in sich selber zurückprallt und dabei zerbirst. Aber bevor es zerbirst, da hat es innerlich geistig noch die Formen.

Nun wirkt in den einzelnen auseinanderfallenden Trümmern, wenn es zerborsten ist, nach das, was als geistige Form vorhanden war. Wo das stark nachwirkt, da setzen sich nach dem Zerbersten noch die Linien der geistigen Formen fort, und da drückt sich in den Linien, die sie dann beschreiben, noch eine Nachwirkung der geistigen Linien aus. Dadurch entstehen Kristalle.

Kristalle sind Nachbildungen geistiger Formen, die gleichsam noch durch die eigene Schwungkraft die ursprüngliche Richtung im entgegengesetzten Sinn beibehalten." (GA134, S. 72f)

Der Raum ist nach Steiner also nichts anderes als das, was selbst mit entsteht, indem der Geist zerbersten muss und dadurch in das materielle Sein übergeht. 

Er weist darauf hin, dass wir in den Gestaltungskräften des Mineralreichs Kräfte finden, die weit hinaus über unser Sonnensystem reichen. Wir erhielten durch sie eine Ahnung von dem, was weit über unser Sonnensystem hinaus in der Welt vor sich geht.
Kristallformen sind Abdrücke großer kosmischer Verhältnisse. 

Eines der Lieblingsthemen von Steiner war ja der Zusammenhang von Mikrokosmos und Makrokosmos; ihm hat er mehrere Bücher gewidmet, ist in Vorträgen immer wieder darauf eingegangen.
Nur die wenigsten aber würden wohl vermuten, dass, wenn sie einen Kristall meinetwegen in der Form eines Würfel, eines Oktaeder, Tetraeder, Dodekaeder oder in rhombischer, monoklinischer oder triklinischer Gestalt - also wenn sich drei verschieden lange Achsen schiefwinklig schneiden - vor sich haben, sie gigantische kosmische Verhältnisse womöglich gerade in der Hand halten.

Sonntag, 24. November 2024

Beten - voller Vertrauen! - Nicht voller Verzweiflung beten! (Befreiung von Fremdenergien)

Als ich kürzlich ziemlich verzweifelt war und betete, fiel mir Gott sei Dank eine Erfahrung ein, die ich weitergeben möchte, weil sie so bedeutungsvoll ist:

Eine Bekannte von mir war in großen seelischen Nöten: immer wieder konnte sie morgens kaum aufstehen, weil ihr das Leben so schwerfiel.

Als ich wieder einmal mit einer spirituellen Weggefährtin [https://lmy.de/yycIg], deren Hellsichtigkeit ich sehr vertraue und viel verdanke, telefonierte, bat ich sie nachzuschauen, warum es der Bekannten so schlecht gehe. Das tat sie und sagte mir, dass sie von zahlreichen Fremdenergien besetzt sei.
Besetzung durch Fremdenergien: das ist bei den meisten Menschen der Fall - sie docken an den Chakren an; aber wenn die Fremdbesetzungen extrem sind - wie das bei meiner Bekannten der Fall war –, kann sich das auch extrem auswirken.

Wer sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt hat, so viel nur in Kürze: mit jeder Emotion und Einstellungen, denen wir uns hingeben, ziehen wir auf der astralen Ebene Wesenheiten an, die mit diesen im Gleichklang sind und die Emotionen beziehungsweise die seelische Ursache von Verhaltensweisen bzw. ihnen zugrundeliegenden Einstellungen verstärken. Freiwillig gehen sie nicht wieder. 

Meine Weggefährtin übersandte mir zwei Gebete, ein Befreiungsgebet und ein Schutzgebet, verbunden mit dem Hinweis, am ersten Tag dreimal das Befreiungsgebet zu beten, ab dem folgenden Tag - durchaus über Wochen hin - dreimal am Tag das Befreiungsgebet + Schutzgebet jeweils immer zusammen zu beten.

Meine Bekannte betete nun am ersten Tag das Befreiungsgebet und sie hörte gar nicht auf, es zu beten. Ich war etwas irritiert, weil meine Freundin doch den Hinweis dreimaligen Betens gegeben hatte, aber das Beten meiner Bekannten war so flehentlich, so intensiv, dass ich nichts sagen wollte und es geschehen ließ.

Am nächsten Tag ging es in meiner Bekannten unfassbar schlecht. Ihr seelische Not war für mich fast spürbar im Raum zu greifen. Ich war völlig ratlos. Irgendwie konnte es doch nicht sein, dass trotz der Gebete die Not spürbar größer war als vorher. Ich glaubte an die Kraft der Gebete, aber ich konnte mir nicht erklären, warum es meiner Bekannten so schlecht ging. Als ich mich verabschiedete, war mir klar, dass sie das Beten nicht fortführen würde.

Konsterniert berichtete ich meiner Weggefährtin bei nächster Gelegenheit, was geschehen war. Was aber die geistige Welt als Ursache für die Befindlichkeit meiner Bekannten am folgenden Tag aufzeigte, war und ist für mich ein Schlüsselerlebnis meiner geistigen Entwicklung: Die geistige Welt wies darauf hin, dass die Ursache darin zu finden sei, dass meine Bekannte verzweifelt gebetet habe, nicht im Vertrauen.

Ich sehe noch meine Bekannte vor mir, das ausgedruckte Blatt mit dem Gebet in der Hand und höre ihre flehentliche Stimme. Heute ist mir bewusst, dass sie mit der Verzweiflung, die in ihrem flehentlichen Beten zum Ausdruck kam, Kräfte auf der geistigen Ebene anzog, die keine Befreiung bewirken konnten und ja auch gar nicht wollten, sondern eine Intensivierung ihrer Verzweiflung zur Folge hatten.

Dreimal das Gebet zu beten voller Vertrauen: das hätte gereicht!
Ja, ich glaube, dass es keinen Schaden angerichtet hätte, wenn sie das Gebet mehr als dreimal gebetet hätte – aber im Vertrauen. Vielleicht aber hätte das Vertrauen bewirkt, dass sie gar nicht das Bedürfnis gehabt hätte, so oft das Gebet zu beten.
Es gibt gewisse Situationen so großer Not, die Menschen gar nicht aufhören lassen wollen, um Hilfe zu bitten. Jeder der in dieser Situation war, kann das nachvollziehen.

Mögen wir in Zukunft die Kraft haben, Zweifel durch Vertrauen zu ersetzen. Eine Hilfe kann uns jene weiß-magische Formel sein, die uns das Alte Testament an die Hand gibt und die basiert auf den Worten Gottes gegenüber Mose: ICH BIN, der ICH BIN.

> ICH BIN Vertrauen <
Wir können diese Worte an den Anfang jeden Gebetes stellen, vor allem in Situationen, in denen wir verzweifelt sind. Sie verbinden uns unmittelbar mit dem Göttlichen in uns

Ich verlinke die beiden Gebete auf meinem Wortbrunnen-Blog > https://lmy.de/VDtFf

Ich möchte noch die Empfehlung weitergeben, abends vor dem Einschlafen Erzengel Michael, der inzwischen im übrigen ein Archai ist, zu bitten, unsere Chakren zu reinigen.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass diese Gebete für einen anderen Menschen zu beten nur dann gestattet sein kann, wenn man sich sicher ist, dass sein Inneres und seine geistige Führung zustimmen.

Bleibt noch, darauf hinzuweisen, dass es natürlich nicht nur um die Befreiung von den Fremdenergien gehen kann – das ist ein erster Schritt –, sondern dass er gilt, die Emotionen und Einstellungen, die zu Besetzungen führen, aus sich herauszureinigen – die Tempelreinigung Jesu gibt uns ein entsprechendes Bild. Reinigen wir den Tempel in uns, dann haben entsprechende Energien immer weniger Zugriff auf uns.

Dienstag, 5. November 2024

HErr, Du krönst das Jahr mit Güte, HErr, Dein Wort erschafft und lenkt! - Warum so viele Menschen, gerade auch Männer, auf Donald Trump abfahren.

Wie soll dieses Jahr mit Güte gekrönt sein?

Tatsächlich wird es so sein – dazu später mehr.

Die beiden Eingangszeilen finden sich in einem Tischgebet, das meine Tochter vor circa 30 Jahren mit aus dem Kindergarten brachte. Es hat sich in mein Herz eingraviert, ich glaube, ich habe es hier schon einmal eingebracht und werde es am Schluss noch einmal wiedergeben.

Wir stehen inmitten eines gigantischen Zerstörungsprozesses, dessen Name verbunden ist mit einem Mann namens Donald Trump. Er ist nicht nur ein Zerstörer, er ist auch ein Selbstzerstörer, was er auf der bewussten Ebene wissen könnte, aber nicht anschauen will. Am Ende dieses Jahres wird er in den USA so viel zerstört haben an Vertrauen in die sogenannte Demokratie, dass keine Wahl mehr so sein wird wie eine frühere. Die USA werden nicht mehr so sein wie früher, womöglich werden sie zerfallen. Trumps Agieren wird zu verdanken sein, dass das Vertrauen in demokratische Prozesse unwiederbringlich zerstört sein wird und die Gegensätze in vielen Bereichen und zwischen den Menschen werden sich unwiederbringlich erhöht haben, anstatt, wie es sich viele doch in Wirklichkeit wünschen, sich zu vermindern, damit Menschen wieder aufeinander zugehen, gern miteinander leben, aufeinander Rücksicht nehmen, sich beschützen, sich unterstützen – man sieht, wie groß die Bereitschaft dazu ist, gerade in Notsituationen.

Viele fragen sich, worin denn das Geheimnis des Erfolgs eines Donald Trump liegt. Es liegt vor allem darin, dass er sich zu tun erlaubt, was andere auch gerne täten, aber sich nicht getrauen. Er macht kein Geheimnis um seine Einstellungen, seien sie auch noch so crude, menschenverachtend oder frauenfeindlich. Und dass er aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, dass er sagt, was er denkt, mit der größten Selbstverständlichkeit: das imponiert erstaunlich vielen Menschen, die das auch gern täten, aber sich nicht getrauen - was uns im Grunde den wahren Bewusstseinszustand der Menschheit erkennen lässt.
Das ist auch der Grund, warum es den sogenannten Gendergap gibt, d.h., warum mehr Männer Trump wählen – um 10 Prozentpunkte mehr als Harris: Er repräsentiert Einstellungen gegenüber Frauen, die viele Männer sich nicht mehr erlauben auszuleben, klammheimlich aber noch an ihnen hängen.

Mit der größten Selbstverständlichkeit appelliert Trump an niedere Instinkte. Die niederen Instinkte sind in vielen Menschen noch recht aktiv, was per se nichts Schlimmes ist, sondern normal. Meistens aber erlaubt man sich nicht, öffentlich zu ihnen zu stehen oder sie sogar hoffähig zu machen, aber Trump tut das. Die meisten Menschen lügen, aber sie kaschieren das. Trump lügt in jedem zweiten Satz, aber er macht daraus kein Hehl, er ist der Meister der Lüge, und die Selbstverständlichkeit, mit der lügt, was viele andere doch auch tun, wenn auch nicht so exzessiv, das imponiert nicht wenigen Menschen.
Jeder weiß, wie viele Politiker Halbwahrheiten sagen und im Grunde genommen auch selbst wissen, dass das, was sie sagen, nicht wirklich ihrer Einstellung entspricht. Wenn heute ein Olaf Scholz oder Robert Habeck nach der wirtschaftlichen Situation Deutschlands gefragt werden, dann werden sie eine Halbwahrheit nach der anderen von sich geben, aber nicht wirklich die Wahrheit sagen, nicht wirklich sagen, um was sie wissen. Halbwahrheiten aber sind schlimmer als Lügen, sie richten mehr Unheil in den Seelen an, weil man sich an sie gewöhnt; Lügen in Wahrheiten umzudeuten, ist weit schwerer, als sich selbst glauben zu machen, Halbwahrheiten seien tatsächlich die Wahrheit.
In der politischen Welt haben sich die Menschen an Halbwahrheiten gewöhnt. Da wirkt es fast befreiend, dass da einer mit der größten Selbstverständlichkeiten lügt und sich einen Scheißdreck um seine Lügen kehrt. Ja, er perfektioniert seine Fähigkeit zu lügen nachgerade. Das imponiert Menschen, dass da einer ist, der zu dem, was er tut, steht, und dass er es mit der größten Selbstständigkeit tut.
In diesem Punkt hat Trump die Welt verändert, er hat viele Menschen verändert. Im Grunde genommen hat er sie dazu gebracht, ehrlicher mit sich umzugehen zu wollen, so ehrlich, wie Trump es tut, wenn es auch weh tut, ihm "Ehrlichkeit" zu attestieren, wo er doch so unehrlich zugleich ist wie vielleicht niemand sonst auf der Welt. Allerdings zahlen sie dafür einen hohen Preis. Verlogenheit ist ein Morast, auf dem man steht und in dem man im Grunde sofort beginnt unterzugehen. Und diese Form des mehr oder weniger langsamen Untergangs gleicht dem moralischen Vorgang, mit Halbwahrheiten zu leben: man spürt mit der Zeit nicht mehr, wie sehr man nur halbwahr ist, also lauwarm. Über die sogenannten Lauen aber fällt die Bibel ein vernichtendes Urteil. Wohlweislich, weiß sie doch um die große Gefahr des Lauseins. Der Untergang, in der Halbwahrheit, im Zustand des Lauseins zu versinken, ist schlimmer als ein normaler Tod. Bei letzterem stirbt der Körper, durch die Lüge droht der Untergang der Seele.

Warum aber sollen wir dieses Jahr mit Güte gekrönt sein?
Es gibt einen Prozess, der dem der Selbstzerstörung beziehungsweise Zerstörung parallel verläuft beziehungsweise ihm auch zu Teilen vorausgeht: es ist der Prozess der Selbstermächtigung. In der Bibel wird von ihm gesprochen, wenn Jesus darauf hinweist, dass er und der Vater eins seien und dann sagt: „Ihr werdet auch eins sein!“
Diese Aussage ist ein Charisma, eine Gnadengabe, die allerdings mit einer großen Aufgabe verbunden ist: sie ist ein Angebot, doch ins Werk setzen muss der Mensch sie selbst. Der Mensch muss diesen Weg des Eins-Sein-Wollens selbst gehen. So wie Jesus selbst den Weg nach Golgatha ging, so muss der Mensch sein Kreuz selbst auf die Schädelstätte tragen, um sein Ego sterben zu lassen und zu einem neuen Bewusstsein zu gelangen, ein neues Bewusstsein in sich auferstehen zu lassen. Im "Vater unser" ist davon die Rede, wenn es heißt: „Und erlöse uns von dem Übel.“ Das Üble ist, dass der Mensch sein wahres Ich vertauscht hat mit seinem Ego und sich über Jahrtausende daran gewöhnt hat. Zunächst hat er diese Vertauschung als Halbwahrheit empfunden, sich aber zunehmend mit ihr arrangiert. Dann wurde sie zur Lüge, an die er sich gewöhnte, als seine Lebenswahrheit.

Als Menschheit kehren wir zurück zur Wahrheit, beziehungsweise genauer gesagt: viele Menschen nehmen die Möglichkeit wahr, zur Wahrheit zurückzufinden, zu der Wahrheit des Wortes: „Ich bin der Weg, die Wahrheit, das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“
Die Menschheit – noch sind es nicht so viele – ist auf dem Weg zum Christusbewusstsein. Noch fallen die Schritte oft schwer. Viele träumen von spiritueller Erkenntnis, die ohne Leid erreichbar sei. Gewiss ist es möglich, doch so weit sind nur wenige, und es ist gut, wenn jene, die davon berichten, auf einer Erkenntnisstufe sind, die der eines Jesus Christus vergleichbar ist, der um die Bedeutung des Leides wusste. Sonst schicken sie Menschen, die unterwegs sind, in Bereiche einer spirituellen Fata Morgana. Und dort wartet Luzifer, nicht Christus.

Am Schluss jenes Tischgebetes, von dem ich am Anfang gesprochen habe und dass ich nun zum Abschluss noch einmal wiedergeben möchte, finden sich die Worte: Behüte, was aus Gnaden, Du, Herr, uns geschenkt hast!
Im Laufe vieler Leben haben wir viele Gnadengeschenke erhalten, oft, ohne dass wir uns ihrer bewusst waren. Umso wichtiger ist es gerade in dieser Zeit, dass wir uns ihrer bewusst sind und den Vater bitten, sie zu behüten, auf dass er und seine Gaben nicht versinken in jenem Morast, der rechts und links von unserem Wege sich ausbreitet.

HErr, Du selbst reichst uns die Gaben,
brichst mit uns das täglich Brot;
HErr, von Dir wir alles haben,
stillst den Hunger, stillst die Not.

HErr, Du schenkst uns Korn und Trauben
und es segnet Deine Hand.
Tröste uns und stärk den Glauben,
wache über Stadt und Land!

HErr, Du krönst das Jahr mit Güte,
HErr, Dein Wort erschafft und lenkt,
und wir bitten Dich, behüte,
was aus Gnaden Du geschenkt!