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Freitag, 19. August 2022

WIE EIN TELEFONANSCHLUSS IN DIE GEISTIGE WELT !



"Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ... ", so mahnt die Bibel.

In dem folgenden Textauszug wird auf die unmittelbare Verbindung der Kinder in die jenseitige Welt verwiesen, weshalb es so wichtig ist, zu hören, was sie sagen.
Natürlich ist es so, dass Kinder, die mit zwei, drei Jahren täglich vor den Video gesetzt werden, diese Verbindung verlieren. Aber dass sie grundsätzlich da ist und etwas außerordentlich Kostbares, ist eine Tatsache, nur dass diese eben dem Bewusstsein unserer Gegenwart verloren gegangen ist.

"Und wenn derjenige, der selber in die geistigen Welten hineinschauen kann, das Kind vor sich hat mit dem Strom, der in die geistige Welt hinaufgeht, dann ist das so – verzeihen Sie den trivialen Ausdruck –, dann hat derjenige, der in die geistigen Welten hineinzusehen vermag, in dem Kinde etwas wie einen Telefonanschluß in die geistigen Welten. Durch das Kind spricht die geistige Welt. Die Menschen wissen es nur nicht. Der Weiseste kann am meisten von dem Kinde lernen. Das Kind spricht nicht, sondern der Angelos aus dem Kinde. Wir können geradezu das Kindes-Ich als das unterste Glied des Angelos aufzählen. Daher sind auch in diesen ersten Lebensjahren am Menschen am intensivsten bemerkbar diejenigen Kräfte, die er aus seinen früheren Inkarnationen mitbringt. Heute erben wir schon mit der Geburt einen so dichten und anspruchsvollen physischen Leib, daß nur ein geringer Teil der Arbeit von dem Ich geleistet werden kann, der früher geleistet worden ist. Unser physischer Leib ist nicht mehr geeignet für das, was wir in den ersten drei Jahren sind. Wir erben jenen physischen Leib, den wir für die späteren Lebensjahre brauchen, und der ist nicht geeignet, das Auge hinaufzurichten in die geistigen Welten." (GA127, S. 64f)
PS
Das Bild findet sich auf dem Franziskus-Weg in der Rhön [https://www.franziskusweg.de], auf einem Weg, jenem Heiligen gewidmet, der ein Schüler Buddhas war, jenes Weltenlehrers, der auf dem Mars das tat, was Christus für die Erde tat; und mit der Aussage von Letzterem schließt sich der Kreis:
„Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihrer ist das Reich Gottes.“

Sonntag, 25. Juli 2010

Über einen, der sich im Licht verbirgt. - Julien Green über Franz von Assisi.


Franziskus machte in sich Platz für Christus.

Dies ist einer der bemerkenswertesten Sätze im Buch Julien Greens über den Heiligen Franz von Assisi, dessen Titel im Original Frère Francois lautet, später herausgegeben im Deutschen unter Bruder Franz.
Es enthält die bemerkenswerte Lebensgeschichte eines Menschen, der sich im Licht verbirgt, wie es Julien Green mit Worten aus der Göttlichen Komödie Dantes formuliert.

Über diesen Augenblick, als Franziskus Platz macht für Christus, schreibt der Verfasser:

Alle Theologen der Welt wären außerstande, diese innere Wandlung zu beschreiben, die sich unserer klassischen Psychologie entzieht.

Ja, die meisten Theologen wären außerstande, aber nicht, weil ihnen die Worte fehlen - davon haben sie ja oft mehr als genug -, sondern weil ihnen die Eigenschaften fehlen, die den Heiligen Franz auszeichnen: Demut und Liebe sowie Aufgabe des falschen Selbst, des Ego.

Mit Hilfe eines Buchorakels findet Franziskus drei Bibelstellen, die zukünftig seine Arbeit kennzeichnen werden, und eine lautet:
„Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach" (Lk 9, 23).

Das ist leichter gesagt als getan und bis heute haben es in dieser Konsequenz, mit der es der Heilige Franz tat, nur wenige geschafft - manchmal habe ich den Eindruck, dass, wer Theologie studiert, es mit am schwersten hat, sich diesem Tun zu nähern. Vielleicht liegt es daran, dass, wer dauernd über das Kreuz spricht, versäumt, es selbst zu tragen ...


Mehr aus Julien Greens Buch, das Buchorakel, unsere kindliche Seele und Franz von Assisi sowie seine ersten Jünger: hier.
Das Buch Julien Greens ist leider nur noch antiquarisch erhältlich, u.a. bei Amazon