Seiten

Posts mit dem Label Engel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Engel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 13. Juni 2023

Kennst Du das: ein göttliches Wesen fühlt Dich?

Vor ein paar Wochen hat mir jemand die Steinerschen Wochensprüche, auf einem Blatt doppelseitig zusammengefasst, in die Hand gedrückt.
Manche davon klingen ziemlich kryptisch, das heißt, man muss sich auf sie einlassen und tatsächlich, man muss gedankliche Arbeit leisten, um sie zu verstehen (ach herrje, Eigenleistung ist gefragt, wenn man sich innerlich entwickeln will).
Für diese Woche lautet der Spruch:
Zu sommerlichen Höhen
Erhebt der Sonne leuchtend Wesen sich;
Es nimmt mein menschlich Fühlen
In seine Raumesweiten mit.
Erahnend regt im Innern sich
Empfindung, dumpf mir kündend,
Erkennen wirst du einst:
Dich fühlte jetzt ein Gotteswesen.
Auffällt, dass die herannahende Sommerzeit - auch durch die noch ungewohnte Lichtflut - Besonderes im Menschen bewirkt - das hat sich schon in den letzten Sprüchen angedeutet.
Was in dem vorliegenden Wochenspruch aber angesprochen wird, ist etwas, was mir als Gedanke noch nie begegnet ist:

Dass der Sonne leuchtendes Wesen mein Fühlen in ungewohnte Regionen mitnehmen könnte und vor allem: dass, was ich gegebenenfalls wahrnehme, eine Folge dessen ist, dass mich ein Gotteswesen fühlt.


Ein Gotteswesen fühlt mich: ein - bedingt auch durch diese Wortwahl - für mich gänzlich neuer Gedanke.
Offensichtlich gibt es das: eine besondere und bewusste fühlende Zuwendung durch ein göttliches Wesen, eines vielleicht, das ich vom Namen her kenne, vielleicht aber auch eines, das aus tiefen Raumesweiten ausgerechnet mich für sein Fühlen ausgewählt hat, vielleicht die Sonne selbst


Für diese Vorstellung muss ich in meiner Vorstellungswelt extra einen Raum schaffen ...
Vielleicht kann ich dann früher als "einst" erkennen, was mir da begegnet ist ...

Montag, 13. März 2023

„Hier wohnt jeder frei“. - Die wundersame Botschaft des Brüder-Grimm-Märchens „Das Mädchen ohne Hände“.

Dieses Märchen hat mir sehr deutlich bewusst werden lassen, auf welche Weise Freiheit in meinem Leben zu leben möglich ist. Dass aber gewisse Angstmacher freiheitsraubend aus den unterschiedlichsten Richtungen kommen (wobei ich gar nicht abstreiten will, dass sie es - zum Teil - gut meinen).
Dem Märchen bin ich gerade auf diesem Hintergrund für seine mir vermittelte Erkenntnis sehr dankbar.

Zunächst ein Blick auf die Handlung und Hinweise zum Verständnis:

Ein Müller hatte im Wald einem Unbekannten, was hinter seiner Mühle sich befände, versprochen; stattdessen sollte er reich werden. Doch befand sich nicht nur, wie er dachte, ein Apfelbaum, sondern auch seine Tochter hinter der Mühle. 

Der Unbekannte war der Teufel und nach drei Jahren würde ihm die Tochter gehören; doch war sie, als die Zeit gekommen, so rein, dass der Teufel keine Macht über sie haben konnte. Nur musste sie, damit ihr Vater nicht dem Teufel verfiele, ihre Hände opfern.

Der Vater versprach seiner Tochter, die ohne Hände vor ihm stand, sie zeitlebens aufs Köstlichste zu halten. Doch wusste das Mädchen, dass es in des Vaters Haus nicht bleiben könne. Es ließ sich die verstümmelten Arme auf den Rücken binden und verließ das Vaterhaus.

Aus den unterschiedlichsten Ursachen heraus geschieht es, doch wir wissen, dass alle Märchenhelden - wie der verlorene Sohn im biblischen Gleichnis - aus dem Vaterhaus aufbrechen. Wir wissen auch, dass wir Menschen - Opfer der aus der Bibel bekannten Schlangenintrige - auf dieser Seelenreise unterwegs sind. 
Ganz unterschiedlich nur geschieht dieses Unterwegs-Sein unter uns Menschen: Manche treiben es sehr bunt wie der verlorene Sohn der Bibel, der sich mit Prostituierten bzw. zahlreichen Liebschaften herumtrieb und dem Gott Mammon verfallen war, dem Geld und dem irdischen Trubel - heute wäre er vielleicht Aktionär, würde seine Zeit mit dem Studieren entsprechender Kurse verbringen, es mit Krypto-Währung versuchen und allen möglichen Gesundheitsmoden frönen aus klammheimlicher Angst vor dem Tod und in der Hoffnung, künstliche Intelligenz könne ihm noch rechtzeitig ein (fast) immerwährendes Leben bescheren. Zugleich aber gibt es auch Zeitgenossen, die sich um eine innere Reinigung bemühen und oben beschriebenen Sogwirkungen ein Bewusstsein für ein geistiges Ziel entgegensetzen mit all den Gefährdungen, die natürlich dennoch mit ihrem Leben verbunden sind.

Wenn in unserem Märchen das Mädchen des Nachts an einen wunderschönen Garten kommt, dann bedeutet das - und wir kennen solch eine Bedeutung aus der Bibel, wenn Nikodemus des Nachts zu Jesus kommt -: dies geschieht im Unbewussten, im Schlaf, wenn die Seele, das Ich und der Astralleib also, sich vom Körper, der mit dem ätherischen Leib zusammen im Bett liegen bleibt, lösen und in einer jenseitigen Welt unterwegs sind und, wenn es sein darf, wie Nikodemus dort Jesus, dem Christusträger, begegnen.

In diesem Garten gelingt ihm trotz seiner Behinderung, von einem Birnbaum eine Frucht zu essen. Der König, dem der Garten gehört, entdeckt den Verlust am nächsten Morgen und legt sich in der kommenden Nacht auf die Lauer. Tatsächlich kommt das Mädchen wieder, um eine Birne zu essen, und gesteht dem König, dass es ein armer Mensch sei, von allen verlassen, nur von Gott nicht.
Der König nun nimmt das junge Mädchen zur Gemahlin, weil es so schön und fromm war.

Schönheit im Märchen weist in der Regel auf die Schönheit der Seele hin - Märchen kennen eine falsche, weil nur äußerliche Schönheit; der König aber spürt eine Korrespondenz zu der jungen Frau ohne Hände in seiner Seele und dass er gefunden habe, was er sucht. Er mag auch gespürt haben, dass da eine Seele vom Baum des Lebens, dem Birnbaum, den er besaß, gegessen hatte. Zunächst im Unbewussten war dem Mädchen damit auf seiner Seelenreise die Gnade zuteil geworden, in seine Seele den Samen des Wissens aufgenommen haben zu dürfen, dass es in Wahrheit keinen Tod gibt.

Eine entscheidende Prüfung folgt

Es geschieht, dass der König zu Felde ziehen muss. Der Teufel nun bringt es, mit allen Wassern zu möglichen Intrigen gewaschen, zustande, dass das Mädchen, inzwischen Mutter eines Sohnes, das Königshaus in Abwesenheit ihres Mannes, des Königs, verlassen muss. Mit seinem Kind, gebunden auf seinen Rücken, verlässt es das Königshaus und gelangt in einen wilden Wald. Im Märchen - wir kennen ihn u.a. auch aus „Hänsel und Gretel“ - repräsentiert der Wald die Unbillen, Fallgruben und Wirrnisse unseres menschlichen Lebens. 

In ihrer Reinheit betet die junge Königin zu Gott und der Engel des Herrn führt sie zu einem kleinen Haus, daran war ein Schildchen befestigt, auf dem stand: 

„Hier wohnt jeder frei.“

Aus dem Haus tritt eine weiße Jungfrau, die sich als Engel Gottes ihr offenbart, von Gott gesandt, sie und ihr Kind zu verpflegen.

Noch hat der Vater des Kindes seine Frau und seinen Sohn nicht gefunden, die er bei seiner Rückkehr so vermisst; es wird noch sieben Jahre dauern und in der Realität unseres Lebens würde die Mutter vielleicht von Hartz IV bzw. dem Bürgergeld leben, vielleicht mit Hilfe einer Tafel sich ernähren oder alleinerziehend und im Spagat zwischen Kindererziehung und beruflicher Tätigkeit leben müssen. Doch wüsste sie sich beschützt von einem Engel.

Wie aber vermag ein Mensch in einer Gesellschaft wie der unseren in einem Haus leben, in dem  jeder, der darin wohnt, frei leben kann?

Als mir  tiefergehend als bisher bewusst wurde, warum und wie das sein kann, fühlte meine Seele sich richtig erleichtert: in ihrem Haus war uneingeschränkt Freiheit möglich; es hing allein von mir ab. 

Dieses Haus ist natürlich mein bzw. unser Seelenhaus. 
Vor vielen Jahren hatte ich einen Traum, in dem ich ein großes Haus betrat und über das Treppenhaus hochstieg, immer wieder in die Etagen hinein und zugleich einen Blick durch das ganze Treppenhaus hatte. Auf einem Stockwerk betrat ich ein Zimmer und war doch sehr erstaunt: in ihm befanden sich zwei Personen, die ich gar nicht kannte … Ich konnte schon in einige Teile dieses Hauses Einblick nehmen und immer wieder fast durch das ganze Treppenhaus sehen, aber es lebten im Haus doch offensichtlich auch noch Teile von mir - im Traum diese zwei Personen -, über deren Vorhandensein ich gar keine Kenntnis hatte.

Das Märchen aber sagte mir: Es gibt die Möglichkeit, in einem Haus zu wohnen, in dem ich frei bin.

Und das in einer Welt voller Krieg, Millionen von Vertriebenen, viraler Gefahren, einem immensen Arm-Reich-Gefälle, der Tatsache beispielsweise, dass sich die Menschheit freiwillig der Börse ausgeliefert hat, die ihr monetäres Schicksal immer wieder anarchisch unberechenbar bestimmt, einem Klima, dass sie zwar weitgehend durch ihr Seelenverhalten bestimmt, aber von diesem Umstand noch keine Ahnung hat, einem Sack voll alter Männer, die mit ihrer verkommenen Männlichkeit noch bestimmen, wo es auf unserer Erde lang zu gehen hat, noch zu vielen Frauen, die diese Männlichkeit gut finden, imitieren und und und …

Wie es der Zufall will, schickte mir eine Bekannte den Link eines im Ruhestand befindlichen Mediziners namens Sucharit Bhakdi zu, von dem ich im Zusammenhang mit Corona schon gehört, aber mich nicht mit ihm weiter beschäftigt hatte; ich wusste nur, dass er dem ganzen Corona-Wirbel, allerdings aus wissenschaftlicher Sicht (nicht alle akzeptieren wohl seine Wissenschaftlichkeit), vergleichbar skeptisch wie ich damals gegenüberstand (ich bin mir ziemlich sicher, dass sich in einigen Jahren, vielleicht auch Jahrzehnten, herausstellen wird, dass die meisten an Corona Erkrankten nicht wegen des Virus, sondern wegen einer seelisch-physischen Disposition ihres Körpers und ihrer Seele, für die sie selbst verantwortlich waren, erkrankt sind - das mag nicht in allen Fällen so gewesen sein, aber in vielen -, wobei sie deshalb in keiner Weise „schlechte“ Menschen sind ). Es ging in diesem Video des Herrn Bhakdi darum, dass Daten von Menschen „das neue Gold unserer regierenden Elite“ seien. „Wer unsere persönlichen Daten hat, erlangt Macht und Kontrolle über uns. Die jüngsten Entscheidungen zur Einführung des digitalen Impfpasses und die digitale Währung der Zentralbank sind genau aus diesem Grund gefallen“, so war Bhakdi zu vernehmen.

Auf dem Hintergrund des Märchens wurde mir schlagartig bewusst, dass das Anliegen dieses Herrn Bhakdi sicherlich gut gemeint war, aber im Sinne des Märchens die Menschen in eine falsche Richtung wies und einen wirkmächtigen Virus enthielt.

Über mich hat niemand Macht! 
Wer meine persönlichen Daten hat, mag Zugriff auf meine gesellschaftliche Existenz haben, aber das bin nicht ICH, das macht nicht mich aus! 
Macht über mich können Süchte haben, geistige bzw. astrale Wesenheiten, wenn ich sie nicht erkenne. Die Aussage Sucharit Bhakdis aber verrät - wie so oft auch bei aufgeschlossenen Menschen (ich habe Vergleichbares auch für Daniele Ganser aufgezeigt), dass sie auf das Materielle und Physische und die Oberfläche gesellschaftlicher Geschehnisse fixiert sind, aber die Kraft der Seele und des Geistes nicht einbeziehen.

Wir sollten darum wissen, um nicht auf einen Virus wie: „Wer unsere Daten hat, hat Macht über uns“ hereinzufallen und, weil sie uns nicht bewusst ist, ihrer klammheimlichen Wirkkraft ausgesetzt zu sein.

Das Mädchen im Märchen gibt die Richtung vor, wie wir uns am besten zu verhalten haben, indem wir uns immer wieder reinigen, weinen, wenn es uns nicht gutgeht und verlieben, wenn der Königssohn kommt (oder die Königstochter), aber nicht hereinfallen auf die Angstschürer dieser Zeit, heißen sie Lauterbach oder Bhakdi (wobei ich beide nur in diesem Punkt auf einer Ebene sehe).

Wieler, der (Ex-)RKI-Präsident, Lauterbach, der Krankheitsminister vieler Deutschen, und früher Merkel - heute heißt sie Scholz - haben ununterbrochen Angst geschürt, waren permanente Bedenkenträger und das war ihre Methode, Macht auszuüben. Damit unterstützen sie geistige Kräfte, denen daran gelegen ist, dass Menschen sich mit ihrem möglichen Frei-Sein nicht beschäftigen. Nur aber wer auf dem Weg zur Freiheit ist, kann die Möglichkeiten seines seelisch-geistigen Seins auszuschöpfen lernen.

Im Übrigen halte ich auch Ratschläge Herrn Bhakdis wie unter anderem jenen, doch einfache Mobiltelephone zu benutzen, Smartphones nicht, für keinesfalls hilfreich, weil sie eine Haltung fördern, die auf das Blockieren von Entwicklung aus ist. Diese Einstellung aber ist für die Zukunft auf unserer Erde nicht seelisch zielführend. Gewiss kann es nicht schaden, Smartphones weniger zu benutzen als das bei den meisten geschieht oder beim Umgang mit persönlichen Daten sehr vorsichtig zu sein. Aber seelisch fortschrittliche Kräfte dürfen nicht auf das Blockieren von Entwicklung verlegt sein, sondern sollten von der Zugspitze möglicher Entwicklungen aus bestrebt sein, den Zug auf die richtigen Gleise zu lenken und die Möglichkeit zu haben, Weichen zu stellen. Es bringt nichts, wenn wir an den Menschheitszug hinten ein paar Brems-Wagen anhängen. Es gilt, die Lokomotive zu entern und die Weichen von der Spitze aus richtig zu stellen. 
Viel zu oft blockieren spirituell orientierte Menschen gesellschaftliche Entwicklungen, anstatt sie mit viel weniger Aufwand von der Zugspitze aus in die richtige Richtung zu lenken. Mit ständigem Skeptizismus und zum Teil fast krankhafter Vorsicht eliminieren sie die Wirkkräfte ihrer Seele -im Übrigen auch auf Kosten ihrer eigenen Gesundheit.

Unser Seelenhaus - ein Haus der Freiheit

In diesem Haus der Freiheit, auf welches das Märchen Bezug nimmt,  hat niemand Macht über mich. Die entsprechende Aussage S. Bhakdis schwächt die Menschen! 

Mitten auf der Erde bin ich frei! Das bin ich mit Hilfe eines Engels, vielleicht auch vieler Engel, verstorbener Seelen, die um mich sind, göttlicher Wesen.

Das ist für mich eine klare und sehr wertvolle Erkenntnis, die mir das Märchen vermittelt: Auf dieser Erde gibt es einen Raum für mich, in dem regiert die Freiheit, wenn ich es seelisch-geistig will; es ist das Haus meiner Seele. 

Wer noch nicht dort ist, der reise dahin! -  Zu sich!

Das war und ist auch das Geheimnis der großen Seelen früherer und der heutigen Zeit: Inmitten der Gefährdung ihrer gesellschaftlichen Existenz lebten bzw. leben sie in ihrem Haus der Freiheit!

Ich möchte empfehlen, in diesem Sinne dieses wunderbare Märchen in Ruhe ganz und zuende zu lesen: https://bit.ly/3ZTGnME

Mittwoch, 2. November 2022

IMMER; WENN AUF DER ERDE DAS GROßE HALLELUJAH HÄNDELS ERTÖNT, SINGT IM HIMMEL EIN ENGELCHOR MIT - ÜBER DIE ENGEL DER MUSIK

Ich weiß nicht mehr, wo ich obigen Satz zu Händels Hallelujah gelesen habe, aber für mich war er sofort wahr und ich habe ihn seitdem nicht mehr vergessen.(Musik https://bit.ly/3fnyGN4)

Bei Gelegenheiten wie gestern Nacht musste ich wieder an ihn denken, als ich „zufällig“ das Baroque Opera Festival des Bayrischen Rundfunks anklickte und die Sopranistin Julia Lezhneva, von deren engelsgleicher Stimme schon die New York Times schwärmte, und das phantastische polnische OH!-Orkiestra Historyczna genießen durfte, das sie begleitete. Mir kam in den Sinn, was White Eagle (zu seiner Person https://bit.ly/3zzOTFH) über die Engel der Musik und die Musik überhaupt äußerte, wobei man beherzigen sollte, was er grundsätzlich in diesem Zusammenhang zu den himmlischen Kräften sagt:
Denkt daran, dass ihr auf den inneren Ebenen stets mit diesen wunderbaren, unsichtbaren Kräften arbeitet und eure Gedanken, eure Rede und eure Gefühle von diesen Kräften benutzt werden. Ihr aber seid der Herr. Es liegt an euch. In euch ruht die Kraft, und ihr habt es in eurer Macht, durch eure Hingabe und Liebe für Gott und seine himmlischen Diener die Wunden der Menschheit zu heilen und himmlisches Licht und Verständnis, himmlischen Trost und Frieden in Herz und Verstand der Menschen zu senken.
Zu den Engeln der Musik
Die Engel der Musik nähern sich jenen, die sie darum bitten. Wenn ihr es versteht, diese Engelwesen anzurufen, vermögen sie euch mit schöpferische Kraft zu erfüllen, die es euch ermöglicht, die Musik eurer Seele zum Ausdruck zu bringen. Das gleiche gilt für die Schriftstellerei, Malerei und jeder andere Kunstform. Die von wunderbarer Musik angelockten Engel lassen sich mit Worten nicht beschreiben. Sie nehmen die vom Klang gebildete Substanz, Farbe und Form und weben sie in unbeschreiblich liebliche Gestalten.

Die Schwingungen der sieben Musiknoten bilden sieben Farbstrahlen. Wenn ihr das nächste Mal ein Orchesterkonzert besucht und fühlt, wie die Musikschwingung eure Seele berührt, dann lasst eurer Phantasie freien Lauf und stellt euch die Farben vor, die bestimmte Themen hervorbringen. Kümmert euch nicht darum, wenn ihr Fehler macht. Ihr könnt alle Harmonien anhand der unterschiedlichen Farbabstufungen auslegen. Erinnert euch daran, was wir über die verschiedenen Töne einer jeden Farbe und ihre Deutung gesagt haben; selbst bei der Musik denkt nicht ausschließlich an eine einzige Farbe. Es gibt zwar einen Hauptfarbton, aber auch andere Schattierungen. Die Schwingungen, die Harmonie der Musik, lassen einen bestimmten Aspekt der Seele erklingen, der sich dann wie eine Blume öffnet - dem Sonnenlicht entgegen, dem weißen Licht des Sohnes, des Christus, ausgedrückt durch Harmonie.

Jeder Komponist hat eine bestimmte Arbeit zu verrrichten. Seine Musik entstammt den inneren Ebenen und soll bestimmte Wirkungen auf den physischen und die feinstofflichen Körper der Zuhörer ausüben. Auf diese Weise führen verschiedene Komponisten eine bestimmte Eigenschaft ein, derer die Menschheit zu diesem Zeitpunkt und auch im Verlaufe ihres Evolutionsprozesses bedarf. Der Komponist empfängt diese Schöpfungen von jenen erhabenen Devas und Engeln, die für die Schöpfung oder Neuschöpfung des künstlerischen, musikalischen und spirituellen Lebens der Erdenmenschen verantwortlich sind.
Über den Tempel der Musik
Wir führen euch jetzt in die Welt des Geistes, in den großen Tempel der Musik. Ihr selbst müsst euren inneren Blick öffnen und euren Musiktempel sehen … Seht ihn … Hört ihn … Fühlt ihn … Seht die wunderschöne Struktur, die pulsierende Farbe der Säulen und des Baldachin. Bemerkt die schillernden Farben in dem Tempelbau selbst. Seht die Farbe, die den wunderbaren himmlischen Streichinstrumenten und anderen Musikinstrumenten, die euch auf Erden unbekannt sind, entströmen. Lauscht dieser himmlischen Harmonie, die sanft und leise beginnt, alle Aspekte der Natur und die Arbeit der Naturgeister beschreibt, das dahinplätschernde Wasser und die leichte Brise, den Duft der Blumen … hört die Kraft und die Fülle der Trommeln … Könnt ihr die Schwingung dieser Musik fühlen? Und dann die sanften, lieblichen Streichinstrumente. Wenn ihr die Blasinstrumente hört, nehmt ihr die Mächte der Luft, die Luft-Devas, die die Atmosphäre reinigen, wahr. Fühlt euch inmitten der Naturkräfte in diesem geistigen Musik-Tempel. Hier lernen die Musiker die Gesetze und das Wirken des Klangs auf ätherischer und physischer Ebene.

Eure Seelen sind auf das himmlische Orchester eingeschwungen und ihr könnt das erhabene Aum … Auf vernehmen. Die Schwingung perlt in immer größer werdenden Kreisen hinaus in den Weltenraum. Der Klang nimmt euch gefangen, und ihr seid in seiner Mitte … Fühlt die wohltuende, zarte Liebe, die sich mit diesem süßen, sanften Klang in die Seelen von Männern und Frauen auf Erden ergießt; die himmlische Musik, die die Seele für die Liebe Gottes öffnet. Wenn ihr auf Erden eurer Musik lauscht, erlaubt ihr, in einer Weise auf euch einzuwirken, die wir euch heute Abend zu übermitteln versuchen. (...)
Lernt als Erstes, den Menschen zuzuhören
Wollt ihr die geistige Welt hören und die liebevollen Worte eurer Lieben, eures geistigen Führers, eures Lehrers und später eures Meisters aus jenen Bereichen vernehmen? Dann lernt als erstes, den Menschen auf Erden zuzuhören und demjenigen, der zu euch spricht, eure volle Aufmerksamkeit zu schenken. Lauscht auch auf die Laute der Vögel und Tiere, den Gesang des Windes in den Bäumen, die fallenden Regentropfen und den rauschenden Fluss. Von Kindheit an wurden die Indianer dazu erzogen, und deshalb hörten sie nicht nur die irdischen Klänge, sondern auch die Klänge der unsichtbaren Welten. Sie vermochten die Stimmen ihrer geistigen Führer und Lehrer zu unterscheiden und auch die Naturgeister zu vernehmen. 
(aus „Das White Eagle Engel-Buch)


Mittwoch, 26. Oktober 2022

Warum der Mensch tatsächlich Krone der Schöpfung ist - damit verbunden: über Goethe hinausdenken ...

Liebe Leserin, lieber Leser, Facebook hat mal wieder einen Beitrag im Rahmen einer von mir dort initiierten Gruppe (https://bit.ly/3f5njZQ) zensiert, also vom Netz genommen und für den Fall erneuten Verstoßes mir Folgen bis zum Sperren meines Kontos angedroht, da ich gegen Gemeinschaftsstandards mehrfach verstoßen hätte - mir persönlich ist schleierhaft, gegen welche.
Für den ein oder anderen mögen im Folgenden die spirituellen Begrifflichkeiten und Gehalte nicht ganz nachvollziehbar sein - ich bitte in obigem Zusammenhang um Verständnis
Es folgt also der zensierte Beitrag:

>

  • Warum der Mensch wirklich Krone der Schöpfung sein und das Wirken der Hierarchien krönen könnte
  • Warum es gilt, über Goethe hinauszudenken

Selten habe ich so profunde Sätze bei Rudolf Steiner gelesen, die so viel an wertvollem Bewusstsein beinhalten, wie die folgenden:
Der Mensch ist Götter-Ideal und Götter-Ziel. Aber dieses Hinblicken kann nicht der Quell von Überhebung und Hochmut beim Menschen sein. Denn er darf sich ja nur, als von ihm kommend, zurechnen, was er in den Erdenleben mit Selbstbewußtsein aus sich gemacht hat. Und dies ist, in kosmischen Verhältnissen ausgedrückt, wenig gegenüber dem, was als die Grundlage seines Eigenwesens die Götter aus dem Makrokosmos, der sie selber sind, heraus als Mikrokosmos, der er ist, geschaffen haben. 
Die göttlich-geistigen Wesen stehen im Kosmos einander gegenüber. Der sichtbare Ausdruck dieses Gegenüberstehens ist die Gestalt des gestirnten Himmels. Sie wollten, was sie so zusammen sind, in einer Einheit als Mensch schaffen. [Rudolf Steiner, GA26, S. 183ff] 

1. Der Mensch ist nicht nur eine Kreation der Elohim, wie mancher aufgrund des Beginns der Schöpfungsgeschichte annehmen könnte - Luther spricht bekanntlich aus seiner engen Sicht heraus von „Gott“ -, sondern im Grunde aller Hierarchien [https://bit.ly/3zg0kSB]. Der ganze Kosmos ist an unserem Werden, auch an der derzeitigen Bewusstseinsstufe, die man mit dem Wort „Christus“ erfassen kann, beteiligt. Steiner verweist z.B. auf die Bedeutung der Throne in Bezug auf die erste Inkarnation der Erde, die er Saturnzustand nennt und die den Beginn des menschlichen Seins erfasst.
Der Mensch ist ein Ergebnis kosmischen Wollens aller Hierarchien.
Diese Tatsache mag verdeutlichen, wie gigantisch wertvoll menschliches Sein ist.
Sie mag aber auch verdeutlichen, dass der Mensch sich auf sein Menschsein nicht zu viel einbilden sollte; er ist ein Ergebnis von Vorhandenem; allerdings leistet er einen unverzichtbaren Beitrag.

2. Für die Hierarchien ist der Mensch ein Wesen, in dem ihre eigene Entwicklung gipfelt. Dieser Gipfel will erklommen sein. Menschsein darf der Mensch schon auf dem Weg zum Ziel.
Warum das alles möglich ist, liegt an der notwendigen Kreation eines Phänomens, das wir Zeit nennen. Ohne Zeit gäbe es den Menschen nicht.
Zeit ist eine unglaublich wichtige Kreation der Götter (vgl. die Existenz des griechischen Gottes „Kronos“ - übersetzt „Zeit“).

3. Der Mensch verdankt die Qualität seines ideal-göttlichen Wesens nicht sich selbst; „die Grundlage seines Eigenwesens“ sind die neun Hierarchien. Das mag menschlichen Wesen immer bewusst sein. Sie verdanken die Qualität ihres Seins einer kosmischen Vaterschaft aller Wesen.

4. Aufgrund des gestirnten Himmels sind wir in der Lage, das individuelle Sein jeder der neun Hierarchien zu erkennen. In ihrer Göttlichkeit bilden sie eine Einheit, aber sie können eine solche nur sein, weil sie auch als Einzel-Entitäten lokalisierbar sind, wenn man es in einem Raumbegriff formulieren möchte. Den pantheistischen Einheitsbrei gibt es nicht. Er existiert nur für denkfaule lahmgeistige Esoteriker. Wie man ohne Yin nicht das Yang versteht, ohne das Weibliche nicht das Männliche und umgekehrt, so versteht man den Pantheismus nicht ohne ein Bewusstsein seiner ihm inhärenten Vielheit und Vielfalt.

5. Der Mensch wird Mensch, indem ihm etwas zur Verfügung steht, das wir mit einem Pflug vergleichen können.
Wir sind kein kosmisch wildes Kraut, wie es in der Natur wächst. Voraussetzung für unser Sein ist, dass wir das, was wir dank der Hierarchien vorfinden, als Möglichkeit unseres Wesens, den kosmischen Acker also, pflügen. Nur so finden wir Bewusstsein für den Samen und seine Früchte.
Darin besteht unsere Arbeit, unsere Aufgabe: im Pflügen. Wer glaubt, er müsse nur die Blumen ernten, bleibt ein kosmischer Luftikus, verfällt Luzifer.
Mancher mag mit seinem Pflug in der Erde stecken bleiben; Steiner nennt dieses Phänomen „Ahriman“.

6. Der Mensch muss sich ein Verständnis seiner kosmischen Substanz pflügend erarbeiten. Man kann auch den Pflug als Selbstbewusstsein bezeichnen; es ist das Bindeglied zwischen Mikro- und Makrokosmos. Ohne pflügen geht nichts.

Indem er seiner Selbst mehr und mehr bewusst wird, dringt sein Pflug immer tiefenwirksamer, immer verstehender, immer bewusster in den kosmischen Acker ein. In jeder Krume erkennt er Substanzen von Hierarchien, die an dieser Stelle gewirkt haben.

7. Selbstbewusstsein erfordert die Arbeit am inneren Menschen. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat ihn beispielsweise die Bedeutung der Arbeit mit und an seinem inneren Kind erkennen lassen, etwas, was ihn verstehen lässt, warum es wichtig ist, Verletzungen zu heilen, vor allem aber, Verletzungen von Kindern zu vermeiden (hallo Katholische Kirche, hallo …)

8. Der Mensch kann aufgrund der Studien eines Steiner verstehen, dass Kindsein verbunden ist mit dem allnächtlichen Vermögen, im Schlaf aufarbeitend zu den Tagesanfängen zurückzugehen, dass wieder Kind zu werden ebenfalls bedeutet, zwischen den Leben zu den kosmischen Ursprüngen zurückzugehen. Deshalb geht Michael Endes Momo im gleichnamigen Werk rückwärts zu Meister Hora. Es gilt, unter den vielen Quellen, die unser Bewusstsein fördern können, die richtigen auszuwählen, denn falsche Propheten gibt es zuhauf, z.B. Menschen, die nur luziferisches Bewusstsein lehren und in die Irre führen; viele Esoteriker gehören zu ihnen.

9. Das eigene Selbst zu finden ist ein Prozess, der nicht ohne Irren und Verlaufen im Wald vonstatten geht, wie wir es in den Märchen dargestellt finden - durch viele Leben. Nur muss der Mensch irgendwann wirklich den Mut haben, wie Gretel der Hexe ins Kreuz zu treten - zu viele Esoteriker und auf spirituellen Wegen unterwegs Seiende sind zahnlose Tiger, die ihre Unfähigkeit zu handeln mit pseudopazifistischem Spiritualismus kaschieren. Christus brachte in Wahrheit das Schwert, also die Fähigkeit, Wahrheit und Falschheit zu trennen. Ohne die Fähigkeit, das Schwert zu gebrauchen, gibt es keinen Seelenfrieden - „ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ (Matth. 10,34) Das kosmische Pflügen geht ohne Schwerter nicht. Pflugscharen sind auch Schwerter.

10. Der gestirnte Himmel ist eine Kreation unserer Inneren, eine Kreation, die uns nur aufgrund der Arbeit der Hierarchien zur Verfügung steht. Er vermag uns alles zu spiegeln, was unseren geistigen Kosmos ausmacht. Indem wir unseren Pflug, unser Selbstbewusstsein einsetzen, erkennen wir uns in ihm, diesem Himmel. Die Gefahr besteht meines Erachtens darin, dass viele Menschen eigene Sterne in den gestirnten Himmel hineingeheimnisst haben und es weiterhin eifrig tun und sich z.B. etwas einbilden, was in Wahrheit nicht vorhanden ist oder was sie beispielsweise bei Steiner gelesen haben, was nicht aber in ihrem Bewusstsein wirklich vorliegt und immer fremd bleiben könnte. Es entwickeln sich daraus dann die geistigen Drohnen dunkler Kräfte.

Der Mensch hat in wenigen Jahrzehnten den Orbit mit Weltraumschrott vermüllt; über Jahrtausende tat er das mit dem gestirnten Himmel.
Wir dürfen und müssen uns auf ein großes Reinigen einstellen.

11. Es gibt keine Wahrheit, kein kosmisches Bewusstsein ohne tiefe Ehrlichkeit. Zu oft existiert der gestirnte Himmel als esoterische Seifenblase.
Um ihn wirklich zu erfahren, benötigen wir diese Ehrlichkeit und das Bewusstsein und die Hilfe aller Hierarchien.
Wir dürfen ihnen ab und an dafür danken.

Kern und Schale

Wer meine Veröffentlichungen, beispielsweise auf meinem Methusalem-Blog kennt, weiß, wie sehr ich Goethe schätze, auch, weil er ein wirklicher Mensch und ein unverblümter Mann war: beides war in seiner jeweiligen Authentizität Voraussetzung für sein großes Bewusstsein.

Vor der Wiedergabe des obigen Steiner-Zitats habe ich auf meinem Facebook-Account einen seiner Sprüche bzw seiner Gedichte veröffentlicht, überschrieben Ultimatum. Zu lesen war da:

Und so sag' ich zum letzten Male:
"Alles giebt sie reichlich und gern;
Natur hat weder Kern
Noch Schale;
Alles ist sie mit Einemmale;
Du prüfe dich nur allermeist,
Ob du Kern oder Schale seist!"

(...)

Ihr folget falscher Spur,
Denkt nicht, wir scherzen!
Ist nicht der Kern der Natur
Menschen im Herzen?
(aus Goethe, „Ultimatum“ )

Kern, das sind wir selbst, unser Selbst. Schale, das ist der gestirnte Himmel bis an die Grenzen unseres kosmischen Horizonts.

Für die Natur gilt: Sie ist Kern und Schale, alles im allem.

So allerdings formuliert Goethe nicht. Natur hat nicht die Fähigkeit, ein Bewusstsein von Kern und Schale zu haben bzw. sich zu erarbeiten, er schreibt, sie habe weder Kern noch Schale. 
Das zwischen beiden differenzierende Wahrnehmen ist Aufgabe und Fähigkeit des Menschen.

Klar ist für mich, was Goethe bezweckte, indem er den Menschen dem Kern zuweist. Und natürlich hat das eine gewisse Berechtigung. Dennoch aber liegt dem Guten nicht das Steinersche Bewusstsein zugrunde. Tatsächlich sind wir alles, wir sind Schale und damit gestirnter Himmel und wir sind Kern, Selbst. Das eine besteht nicht ohne das andere, kann nicht ohne das andere existieren. Wir brauchen den Spiegel des gestirnten Himmels.

Damit möchte ich mich natürlich nicht über den Altmeister stellen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, wie vorsichtig wir allem gegenüber zu sein und Dinge neu zu denken haben.

Unser Denken darf noch viel beweglicher werden, ja, auch frecher, wagemutiger, risikobereiter.

Gleiches gilt für unsere Gefühle, für unser Wollen.

Freitag, 19. August 2022

WIE EIN TELEFONANSCHLUSS IN DIE GEISTIGE WELT !



"Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ... ", so mahnt die Bibel.

In dem folgenden Textauszug wird auf die unmittelbare Verbindung der Kinder in die jenseitige Welt verwiesen, weshalb es so wichtig ist, zu hören, was sie sagen.
Natürlich ist es so, dass Kinder, die mit zwei, drei Jahren täglich vor den Video gesetzt werden, diese Verbindung verlieren. Aber dass sie grundsätzlich da ist und etwas außerordentlich Kostbares, ist eine Tatsache, nur dass diese eben dem Bewusstsein unserer Gegenwart verloren gegangen ist.

"Und wenn derjenige, der selber in die geistigen Welten hineinschauen kann, das Kind vor sich hat mit dem Strom, der in die geistige Welt hinaufgeht, dann ist das so – verzeihen Sie den trivialen Ausdruck –, dann hat derjenige, der in die geistigen Welten hineinzusehen vermag, in dem Kinde etwas wie einen Telefonanschluß in die geistigen Welten. Durch das Kind spricht die geistige Welt. Die Menschen wissen es nur nicht. Der Weiseste kann am meisten von dem Kinde lernen. Das Kind spricht nicht, sondern der Angelos aus dem Kinde. Wir können geradezu das Kindes-Ich als das unterste Glied des Angelos aufzählen. Daher sind auch in diesen ersten Lebensjahren am Menschen am intensivsten bemerkbar diejenigen Kräfte, die er aus seinen früheren Inkarnationen mitbringt. Heute erben wir schon mit der Geburt einen so dichten und anspruchsvollen physischen Leib, daß nur ein geringer Teil der Arbeit von dem Ich geleistet werden kann, der früher geleistet worden ist. Unser physischer Leib ist nicht mehr geeignet für das, was wir in den ersten drei Jahren sind. Wir erben jenen physischen Leib, den wir für die späteren Lebensjahre brauchen, und der ist nicht geeignet, das Auge hinaufzurichten in die geistigen Welten." (GA127, S. 64f)
PS
Das Bild findet sich auf dem Franziskus-Weg in der Rhön [https://www.franziskusweg.de], auf einem Weg, jenem Heiligen gewidmet, der ein Schüler Buddhas war, jenes Weltenlehrers, der auf dem Mars das tat, was Christus für die Erde tat; und mit der Aussage von Letzterem schließt sich der Kreis:
„Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihrer ist das Reich Gottes.“

Samstag, 19. Oktober 2019

"Du bist mein Haus an allen Straßen der Welt, in jeder Senke, auf jedem Hügel." - aus Gertrud Kolmars "Der Engel im Walde"

Der Engel im Walde

Gib mir deine Hand, die liebe Hand, und komm mit mir;
Denn wir wollen hinweggehen von den Menschen.
Sie sind klein und böse, und ihre kleine Bosheit haßt und
peinigt uns.
Ihre hämischen Augen schleichen um unser Gesicht, und ihr
gieriges Ohr betastet das Wort unseres Mundes.
Sie sammeln Bilsenkraut . . .
So laß uns fliehn

Zu den sinnenden Feldern, die freundlich mit Blumen und
Gras unsere wandernden Füße trösten,
An den Strom, der auf seinem Rücken geduldig wuchtende
Bürden, schwere, güterstrotzende Schiffe, trägt,
Zu den Tieren des Waldes, die nicht übelreden.
Komm.
Herbstnebel schleiert und feuchtet das Moos mit dumpf
smaragdenem Leuchten.
Buchenlaub rollt, Reichtum goldbronzener Münzen.
Vor unseren Schritten springt, rote zitternde Flamme, das
Eichhorn auf.
Schwarze gewundene Erlen züngeln am Pfuhl empor in
kupfriges Abendglasten.

Komm.
Denn die Sonne ist nieder in ihre Höhle gekrochen und ihr
warmer rötlicher Atem verschwebt.
Nun tut ein Gewölb sich auf.
Unter seinem graublauen Bogen zwischen bekrönten Säulen
der Bäume wird der Engel stehn,
Hoch und schmal, ohne Schwingen.
Sein Antlitz ist Leid.
Und sein Gewand hat die Bleiche eisig blinkender Sterne in
Winternächten.

Der Seiende,
Der nicht sagt, nicht soll, der nur ist,
Der keinen Fluch weiß noch Segen bringt und nicht in Städte
hinwallt zu dem, was stirbt:
Er schaut uns nicht
In seinem silbernen Schweigen.
Wir aber schauen ihn,
Weil wir zu zweit und verlassen sind.

Vielleicht
Weht ein braunes, verwelktes Blatt an seine Schulter, entgleitet;
Das wollen wir aufheben und verwahren, ehe wir weiterziehn.

Komm, mein Freund, mit mir, komm.
Die Treppe in meines Vaters Hause ist dunkel und krumm
und eng, und die Stufen sind abgetreten;
Aber jetzt ist es das Haus der Waise und fremde Leute wohnen
darin.
Nimm mich fort.
Schwer fügt der alte rostige Schlüssel im Tor sich meinen
schwachen Händen.
Nun knarrt es zu.
Nun sieh mich an in der Finsternis, du, von heut meine Heimat.
Denn deine Arme sollen mir bergende Mauern baun,
Und dein Herz wird mir Kammer sein und dein Auge mein
Fenster, durch das der Morgen scheint.
Und es türmt sich die Stirn, da du schreitest.
Du bist mein Haus an allen Straßen der Welt, in jeder Senke,
auf jedem Hügel.
Du Dach, du wirst ermattet mit mir unter glühendem Mittag
lechzen, mit mir erschauern, wenn Schneesturm peitscht.
Wir werden dürsten und hungern, zusammen erdulden,
Zusammen einst an staubigem Wegesrande sinken und
weinen . . .
(aus "Welten", dem letzten Zyklus der Gertrud Kolmar")

Sonntag, 24. Juli 2016

Duineser Meditationen: Ewigkeit spüren.

In seinen 10 Duineser Elegien, die er von 1912 an bis 1922 schrieb, umkreiste Rainer Maria Rilke (1875-1926) vor allem die Themen von Tod und Liebe, von Lebenssinn und dem Sinn des eigenen Seins, auch seines Seins als Dichter, und dem schrecklichen Engel, dem er in der ersten Elegie begegnet und jenen der 10. Elegie, die seinem Jubel und Ruhm zustimmen, Engel also, denen verbunden zu sein nur zeigt, wie dünn die Grenzlnie zwischen dem Reich der Neige, wie Rilke unser Leben hier auf der Erde in den Sonetten an Orpheus auch bezeichnet, und jenem anderen Reich ist, in das Rilke immer wieder hineinzulauschen vermag.

Der Name der Elegien leitet sich ab von Schloss Duino bei Triest, das einer Frau gehörte, der Gräfin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe, die die letzten eineinhalb Jahrzehnte seines Lebens als Freundin, Gönnerin und Muttergestalt begleitete, die dem manchmal zu Überspannung und Selbstmitleid neigenden Dichter, den sie liebevoll und auch voller Wertschäftung D.S., also Dottore Serafico nannte, auch ordentlich den Kopf waschen konnte, so, als er sich einmal über eine seiner zahlreichen Verehrerinnen beschwerte, die ihm, der jenen durchaus sehr gerne Hand und Wort reichte, zu nahe treten wollte:

Und was brauchen Sie immerfort dumme Gänse retten zu wollen, die sich selbst retten sollen - oder der Teufel soll die Gänse holen (...) 
Es kommt mir so vor, D.S., daß der selige Don Juan ein Waisenknabe neben Ihnen war - und Sie tun sich immer solche Trauerweiden aussuchen, die aber gar nicht so traurig sind in Wirklichkeit, glauben Sie mir -
Sie, Sie selbst spiegeln sich in allen diesen Augen -

Das lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen, und Rilke bedurfte auch ab und an solch klarer Worte.

Jedenfalls hielt sich Rilke seit 1910 immer wieder auf dem Schloss der Gräfin auf, mal kürzer, mal länger, und dort begann er 1912 jene Zeilen zu schreiben, die uns bisweilen so dunkel, bisweilen so hell gegenübertreten und wohl sich aus Quellen speisen, die sicherlich zur Seele des Dichters gehören, aber gewiss gleichzeitig im großen Weltinnenraum des Lebens beheimatet sind, von dem Rilke an anderer Stelle schreibt. 

Rilke berichtet jedenfalls der Gräfin, dass er eines Tages einen lästigen Brief beantworten wollte und sich ins Freie begeben habe, wo die Bora, jener kalte und böige Wind der Triester Gegend blies. Gerade tauchte die Sonne das Meer in blaue und silberne Farben, als es ihm auf einmal so gewesen sei, als ob im Brausen des Sturms eine Stimme ihm zugerufen habe:
Wer, wenn ich schrie, hörte mich denn aus der Engel 
Ordnungen?
Mit diesen Worten aber beginnt die erste der Elegien und am Abend, so lässt Rilke die Gräfin wissen, sei sie geschrieben gewesen.

Man kann weder die Sonette an Orpheus, die Rilke gegen Ende der Duineser Elegien begann und fast zeitgleich beendete, noch die Duineser Elegien einfach so lesen. Wie Tropfen an einem Faden herunterrinnen können, so wollen die Worte dieser Dichtungen von unserer Seele aufgenommen sein, wenn wir denn ihr Einträufeln zulassen können.

Und manches Mal ist es gut, einzelne Abschnitte für sich zu lesen, so jenen - es ist der vierte der ersten Elegie - in welchem das lyrische Ich einen der jungen Toten, denen begegnet zu sein es im vorherigen Abschnitt erzählt, uns ein gewiss subjektives Empfinden über seine Situation als junger Toter weitergeben lässt. Das aber ist gerade deshalb so aufschlussreich, weil es HInweise geben mag, wie wir Dinge unseres Lebens auch sehen können, weil damit vielleicht mehr, als wir es ahnen, die Wahrheit über ihre Bedeutung zutage treten mag, wenn beispielsweise unser Name offensichtlich seine Bedeutung im Reich der sogenannten Toten verloren hat und einem zerbrochenen Spielzeug gleichkommt, man Wünsche nicht mehr weiterwünscht, Dinge und Wesen nicht mehr in Beziehung untereinander sind, die wir gewohnt waren, und wir vor allem nicht mehr so sehr unterscheiden sollten bzw. könnten (so wir das möglicherweise übend wollen) zwischen dem Reich des Lebens und des Todes, denn Engel, so lässt uns der junge Tote wissen,"wüßten oft nicht, ob sie unter / Lebenden gehn oder Toten". 
Aber, so lässt uns der junge Tote ebenfalls wissen: Totsein muss nicht selbstverständlich, kann mühsam sein und offensichtlich kann es dauern, bis man Ewigkeit spürt. 
Umso sinnvoller mag es sein, sich dieser Ewigkeitssicht zu nähern:

Freilich ist es seltsam, die Erde nicht mehr zu bewohnen,
kaum erlernte Gebräuche nicht mehr zu üben,
Rosen, und andern eigens versprechenden Dingen
nicht die Bedeutung menschlicher Zukunft zu geben;
das, was man war in unendlich ängstlichen Händen,
nicht mehr zu sein, und selbst den eigenen Namen
wegzulassen wie ein zerbrochenes Spielzeug.
Seltsam, die Wünsche nicht weiter zu wünschen. Seltsam,
alles, was sich bezog, so lose im Raum
flattern zu sehen. Und das Totsein ist mühsam
und voller Nachholn, daß man allmählich ein wenig
Ewigkeit spürt. - Aber Lebendige machen
alle den Fehler, daß sie zu stark unterscheiden.
Engel (sagt man) wüßten oft nicht, ob sie unter
Lebenden gehn oder Toten. Die ewige Strömung
reißt durch beide Bereiche alle Alter
immer mit sich und übertönt sie in beiden. 

Ewige Strömung reißt durch den Bereich unseres Lebens; sie kommt aus einem anderen Bereich, bewegt sich durch unsere Gegenwart und fließt weiter in jenen des Lebens nach dem Leben. Wir müssen diese Dreiteilung so nicht sehen, denn alles könnte ein großer Raum, Rilkes Weltinnenraum sein.
Eine veränderte Wahrnehmung unserer Wirklichkeit könnte uns jene Stäbe entfernen helfen, die uns zu einem Panther im Käfig unseres Seins haben werden lassen.

Sie, diese veränderte Wahrnehmung, könnte damit zum einen eine große Hilfe für uns sein, weil sie uns vorbereitet auf unser Leben nach dem Leben, damit unser Totsein, und den Übergang nicht mühsam sein lässt, und weil sie unser augenblickliches Sein zu erweitern vermag, wenn wir

Weltinnenraum spüren.

Ewigkeit.
 

Samstag, 11. Juli 2015

Wege der Einweihung: Die Feuertaufe Dantes in seiner 'Göttlichen Komödie' - nur so gelangt er zu Beatrice.

In der Bibel sind die Evangelisten den vier Elementen zugeordnet, so der Evangelist Markus zum Beispiel dem Tierkreiszeichen des Löwen und dem Element Feuer. Der Löwe steht für die transformierende Kraft im Menschen hin zu Mut und Stärke und Liebe und nicht von ungefähr beinhaltet der Name Markus den des Kriegsgottes Mars, der Irrungen und Wirrungen mit sich bringen kann, aber den Menschen zu großer Kraft und Liebe führen will.
Das Zeichen des Evangelisten Lukas ist der Stier und das Element Erde, Johannes ist ursprünglich dem Skorpion und dem Wasser zugeordnet.
Aus der Bibel wissen wir, dass eine Seele zum Jordan kommen und getauft werden muss. Und das mit dem Wasser umzugehen, ein Meister des Wassers zu sein, nicht so einfach ist, muss Petrus erfahren, der kläglich untergeht und der Hand Jesu bedarf, um nicht in seinen eigenen Ängsten zu ertrinken.
Die bedeutendsten Weisen aller Zeiten haben uns wissen lassen, dass diese Einweihungswege mit großen Prüfungen verbunden sind, was erklärt, warum Hiob so leiden musste, Johannes Paul II, Nelson Mandela, Sokrates und andere mehr. Ihre Leiden waren fast übermenschlicher Natur, man denke nur an die 27 Jahre des Nelson Mandela hinter Gittern, mittels derer die Apartheid-Regierung ihn brechen wollte, aber doch nicht konnte. So wurde er zu einem unvergessenen und unübersehbaren Symbol gegen Rassismus und für mehr Menschlichkeit auf unserem Planeten.
Es ist im Übrigen nicht Gott, der sich diese Leiden ausgedacht hat, sondern mit dem Verlassen des Paradieses hat sich vor Äonen von Jahren die Menschheitsseele für diesen Weg entschieden, der alle Seelen durch den Tierkreis führt, durch alle Taten, die auch Herakles zu bestehen hatte.

Orthodoxe Christen tun sich mit diesem Wissen schwer; sie können und wollen zum Teil nicht nachvollziehen, dass die zwölf Stämme Israels, die zwölf Jünger und die Taten des Herakles allesamt mit dem Zodiakus zu tun haben, wobei es auch nur bedingt offensichtlich, aber dem, der offen genug ist, einsichtig ist, dass dem Zeichen des Widders z.B.  Herakles' Auseinandersetzung mit dem Eber von Erimanthes, dem Zeichen des Stiers der Stier von Kreta, dem Tierkreiszeichen des Löwen der Löwe von Nemea zuzuordnen ist, alles Kämpfe des Herakles von fast übermenschlicher Natur - die Reihe ließe sich für alle zwölf Tierkreiszeichen und Taten des Herakles fortsetzen; Gleiches gilt im Hinblick auf die Söhne Jakobs. Auch sie stehen für Eigenschaften, die es zu erringen gilt.
Man darf sich keineswegs dadurch irritieren lassen, dass es Menschen gibt, die fahrlässig mit astrologischem Wissen umgehen - man denke nur an Astro-TV und anderes.
Nein, hinter dem Gang der Sonne durch den Tierkreis verbirgt sich eine tiefe Wahrheit.
Deren Missbrauch enthebt uns nicht der Verantwortung, die wirkliche Wahrheit hinter allem Gestrüpp auf der Erde zu suchen.

Auch Dantes Schau der Hölle, des Fegefeuers und des Paradieses bezieht dieses Wissen ein, wie überhaupt der große Florentiner immer wieder auch auf vorchristliche Elemente zurückgreift, gern zum Beispiel auf die griechischen Musen, und sich im Übrigen an keiner Stelle dafür rechtfertigt, weil er weiß, dass das, worüber wir auch im christlichen Glauben sprechen, nach Aussage des höchsten Gottes selbst ja seit allen und für alle Zeiten gilt. Die Abwehr mancher Christen von allem Vorchristlichen, Heidnischen, wie sie es auch nennen, gibt vor allem Aufschluss über ihre Ängste und das fehlende Vertrauen darin, dass Gott ewig und über Raum und Zeit steht - Christus, sein Sohn natürlich genauso, auch wenn er den Menschen erst seit wenigen Jahrtausenden durch Jesus geoffenbart wurde.
Wie kann jemand ernsthaft annehmen wollen, dass es das Christuslicht erst seit etwas mehr als 2000 Jahren geben könne.

Gegen Ende seines Weges durch das Fegefeuer muss Dante sich der Feuer-Einweihung unterziehen und es bedarf des ganzen Einsatzes seines Führers Virgil, damit er nicht vor dieser letzten Schwelle zurückschreckt und alles Bisherige umsonst war, denn der ganze Weg Dantes durch die Hölle und den Berg der Läuterungen hinauf war ein Weg seiner Seele, der immer auch ein körperlicher war - der Schriftsteller Dante trennt nicht in Körper und Seele (um es hier in Kürze so zu formulieren).

Wie immer in solchen Situationen und vor einer weiteren Schwelle findet sich in der divina commedia ein Engel, ein Bote des Höchsten, auch hier - wie schon vorher im Rahmen der Etappen des Läuterungsberges - auf einer der Seligpreisungen verweisend ("Selig die, die reines Herzens sind")  und es heißt  - in der Übersetzung Hermann Gmelins:
So stand die Sonne, und der Tag ging nieder,
Als uns der Engel Gottes freudig nahte.
Am Rande stand er außerhalb der Flamme
Mit dem Gesang: »Beati mundo corde«,
Und einer Stimme, mächtiger als unsre.
Dann sprach er: »Ehe euch das Feuer brannte,
Dürft ihr nicht weiter gehen, heilige Seelen;
Ihr müßt hinein und drin die Lieder hören.«
So sagt' er uns, als wir ihm näher traten.
Weshalb ich, als ich seine Worte hörte,
Wie einer ward, den man zu Grabe leget.
Mit angehaltnen Händen drang ich vorwärts,
Zum Feuer blickend, und erfüllt mit Bildern
Von Leibern, die ich einst gesehn im Brennen.
Der Engel lässt keinen Zweifel: An diesem Feuer führt kein Weg vorbei, Dante muss durch diesen lodernden Wall hindurch. Gewiss hatte er - wenn man die Kommentare liest, bekommt man mit, wie brutal es damals unter Menschen zuging - Zeitgenossen gesehen, die bei lebendigem Leibe verbrannt worden waren. Das wird ihm diese Feuerprüfung gewiss nicht leichter gemacht haben.
Intuitiv ist ihm klar, dass er alles loslassen muss, was er noch mit sich führt, so wie wenn er stirbt und zu Grabe gelegt wird. - Als Tote können wir nichts mitnehmen, wir müssen alles Irdische loslassen. 
Diese Prüfung verlangt Dante alles ab, buchstäblich alles!
Die Qual ist unermesslich - incendio senza metro, ohne Maß, wie er schreibt.
Die Feuereinweihung bedeutet Tod und höchste Taufe zugleich.
Dantes Führer, Statius und Virgil - vor allem Letzterer - erkennen die große Gefahr, in der sich ihr irdischer Sohn befindet, doch vor diesem letzten Schritt zurückzuschrecken, und Virgil versucht ihn zu überzeugen, indem er ihn darauf aufmerksam macht, dass er in Wahrheit gar nicht sterben könne und seinem Führer doch vertrauen solle. Als Beispiel führt er an, dass er auch ihm, Virgil, habe vertrauen können, als sie Geryon in der Hölle begegnet waren, jenem von Herkules getöteten König, der zu seinen Lebzeiten seine Gäste tückisch überwältigt und seinen Stieren zum Fraße vorgeworfen hatte; schließlich waren sie ja sogar auf dessen Rücken ein Stück weit durch die Hölle gereist; auch damals hatte er doch, um die Brutalität Geryons wissend, Virgil vertraut:
Es wandten sich zu mir die guten Führer,
Worauf Virgil mir sagte: »Sohn, hier oben
Kannst du nur Qualen, doch den Tod nicht finden.
Denk doch zurück, denk doch zurück, ich habe
Dich unversehrt auf Geryon geleitet
Und soll es hier so nah bei Gott nicht können?
Glaub mir gewiß, daß, wenn du in dem Innern
Von diesen Flammen tausend Jahre bliebest,
So könntest du auch nicht ein Haar verlieren.
Und wenn du meinst, ich könnte dich wohl täuschen,
So geh nur hin und hol dir selber Glauben
Mit eigner Hand am Saume deines Mantels.
Laß ab, laß ab von allen deinen Ängsten,
Das Feuer war bereits so heiß, dass Dante, wenn er den Saum seines Kleides berührt hätte, normalerweise sich hätte verbrennen müssen. Trotz dieser Hitze aber war er nicht gefährdet - außer durch seine Angst!
Komm her und gehe weiter ohne Zagen.«
Doch ich blieb stehen, gegen mein Gewissen.
Als er mich immer stehn sah, steif und reglos,
Sprach er ein wenig zornig: »Sohn, o siehe
Die Mauer zwischen dir und Beatrice.«
Virgil greift zum letzten Mittel: Denk doch, hinter dem Feuer wartet Beatrice auf dich!
Ich wandte mich zum Führer bei dem Namen,
Der immerdar in meinem Geiste grünet.
Worauf er mit dem Haupte nickte, fragend:
»Wie, wollen wir hier stehen bleiben?« lächelnd,
Wie über Kinder, die ein Apfel fesselt.
Dann ging er vor mir her, hinein ins Feuer,
Und bat, daß Statius hinter uns sollt folgen,
Der erst uns eine lange Strecke trennte.
Als ich darin war, hätte ich mich zur Kühlung
Am liebsten in ein kochend Glas geworfen;
So war der Brand darinnen ohne Maßen.
Mein lieber Vater hat, um mich zu trösten,
Mir immer von Beatrice nur gesprochen,
Und sagt': »Mir scheint, ich seh schon ihre Augen.« 
Und wieder führt ein Engel sie weiter und die Stimme erklingt: Kommt, Gesegnete meines Vaters!
Uns führte eine Stimme im Gesange
Jenseits, und wir, die wir nur auf sie lauschten,
Sind vorgetreten, wo wir steigen konnten.
»Venite, benedicti patris mei«, -
Klang es aus einem Lichte, das dort drüben
So stark erglänzt', daß ich's nicht schauen konnte.
»Die Sonne weicht«, sang sie, »es kommt der Abend,
Ihr dürft nicht rasten, müßt den Durchgang suchen,
Solang der Westen sich noch nicht verfinstert.«
Das war eine der Lektionen gewesen, die Dante zu lernen gehabt hatte: Zeit ist ein kostbares Gut. Sie  zu vertändeln, das geht gar nicht. Die göttlichen Angebote haben ihre Zeitfenster. 
Auch Virgil hatte das zu lernen gehabt, und so sputeteten sie sich, vor Sonnenaufgang den Durchgang zur nächsten Ebene und das richtige Nachtlager zu finden.
Das gelingt ihnen und am Ende dieses Tages wird sich Virgil von Dante verabschieden. Bis zum Ende des Läuterungsberges, auf dessen Spitze sich das iridische Paradies befindet, das Dante in der Folge betreten wird - es ist noch nicht das himmlische -, hat er ihn geleiten dürfen; nun werden Mathilde und Beatrice und der heilige Bernhard die Führung übernehmen. Aber die Worte, die Virgil Dante noch mitgibt, sind zu berührend, als dass ich auf sie am Ende dieses Posts verzichten möchte; in der Übersetzung Otto Gildemeisters lauten sie:
Sieh da, die Sonne deine Stirn verklären,
Sieh Gras und Blumen, sieh die Bäume stehn,
So diese Fluren aus sich selbst gebären.
Bis froh dich jene schönen Augen sehn,
die weinend mich zu dir zu kommen baten,
Magst hier du sitzen oder dich ergehn.
Nicht warte mehr auf meine Wink' und Raten:
Dein Will ist frei, gesund, gerad'  in sich;
ihm nicht zu folgen wäre nicht geraten.
Drum krön' ich nun mit Kron' und Mitra dich.
Als Leser nimmt man fast etwas wehmütig von Virgil Abschied und findet seine Worte unglaublich tapfer, denn leicht ist es ihm bestimmt nicht gefallen, zu seinem Platz im Fegefeuer zurückzukehren und den schönsten Teil des Weges Dante allein ziehen zu lassen. Doch macht diesen großen Toten, der doch auch so sehr lebt, glücklich, dass er Dante so weit bringen konnte, dass dieser nun sein eigener König und Bischof ist, über die Maßen gestärkt durch den Weg durch Hölle und Fegefeuer und geweiht durch die Feuertaufe.
Nun kann er sich freuen auf jene Augen, die ihn so sehr ersehnen.
Die Augen der Beatrice.

Dienstag, 14. April 2015

Schmetterlingsflügel sehen aus wie Harfen - beide erinnern uns an unser ursprüngliches Sein!

Vorhin las ich den Gedanken, dass Musik nicht nur von Instrumenten komme, sondern dass echte Musik jene sei, welche die Saiten des Geistes zum Klingen bringe und dass klares, reines Denken dem Klang einer Harfe gleiche.

Ich glaube, jeder liebt Harfenmusik, die so wunderbar perlen kann, einem Perlenkranz von Tönen vergleichbar, der auf den Hörer niederregnet.

Es ist schon seltsam, dass Menschen, die Harfen spielen, immer sehr anmutig aussehen. Wirklich, Harfenmusik ist himmlische Musik.

Klar gibt es Witze über Engel, die auf Wolken sitzen und Harfen spielen und fast jeder kennt die Geschichte des bayrischen Schriftstellers Ludwig Thoma vom Dienstmann 172, Aloisius Hingerl, der nach seinem Ableben eine Harfe und eine Wolke zugeteilt bekam, aber aufgrund seines Fluchens und der Tatsache, dass er sein Manna, sein Bier also und seinen Schmaizla so vermisste, nicht im Himmel zu gebrauchen war und deshalb von Gott, weil dieser Job bedingte, dass er immer wieder aus dem Himmel flüchten konnte, dazu ausersehen wurde, der bayrischen Staatsregierung die göttlichen Ratschläge zu überbringen. Allerdings endete bekanntlich bereits Aloisius´ erste Mission im Hofbräuhaus. Dass die bayrische Regierung seitdem auf die göttlichen Eingebungen wartet - für diesen Schluss-Satz seiner köstlichen Geschichte wurde Ludwig Thoma 1911 übrigens zu einer Geldstrafe verdonnert.

So viel hat sich in Bayern also noch nicht verändert.

Zurück aber zur Harfenmusik, zur Harfe und der Tatsache, dass mir vorhin bei oben zitierten Sätzen in den Sinn kam, dass Schmetterlingsflügel wie Harfen aussehen. Ihre Formen haben mich jedenfalls in meinen Gedanken, als ich so am Tisch saß und über die Sätze und überhaupt ins Sinnieren kam, an Harfen erinnert.

Wir wissen, dass der Schmetterling eines der Symbole für die menschliche Seele ist. So kostbar, so schön, so unberührbar wie Schmetterlinge sind im Grunde menschliche Seelen. Die Verwandtschaft von Schmetterlingen und der Seelensymbolik zeigt, wie behutsam wir mit allem Seelischen umgehen sollten, wie vorsichtig und zartfühlend mit unserer eigenen und denen unserer Nächsten.

Und noch etwas kam mir in den Sinn:

Wir Menschen sind ja als Yin-Yang-Wesen geschaffen, männlich-weiblich zugleich, wie es, präzise übersetzt im hebräischen Urtext heißt.

Schmetterlinge haben im Grunde zwei Harfenflügel, die diese beiden eben angesprochenen Seiten zeigen und sie zum Ausdruck bringen.

Vielleicht mag daher kommen, wie versonnen wir gerne sind, wenn wir Harfenmusik hören oder Schmetterlinge sehen. Nur Weniges gibt, es, was so viele Menschen gleichermaßen so friedlich stimmt.

Schmetterlinge und Harfen erinnern uns an unser ursprüngliches Sein.






Donnerstag, 29. Mai 2014

Zu Himmelfahrt: Wer wüchse nicht gern mit einem Engel auf . . .

Im Kindergarten könnte noch Platz für ihn sein . . .
. . .  wo auch sonst?


✣   ✣   ✣

Engel 
Ich sah einen er kam im Taxi der Vordersitz
war flachgelegt so hatte er Platz
man hob ihn heraus vor dem kleinen Fischgeschäft
geleitete ihn in einen geschorenen Garten
da stand er ernst in der Luft überragte
die ihn stützten seine Augen erreichte nichts
die Kleider waren verblaßt Goldreste
überzogen die Brust er war ohne Flügel
seine Führer lehnten ihn an einen Karren
blockierten zuvor die Räder damit er
nicht ins Gleiten käme sich etwa zerschlüge
ich sah seine Hände sie waren leer
hatten wohl vorher den Ölzweig getragen oder
ein Saitenspiel jahrhundertelang
jetzt war er taxiert unterwegs auf Wohnungssuche
erst ins Antiquitätengeschäft was wird aus ihm wer
braucht schon einen Engel der so groß ist
er füllt eine Küche stände
wo besser ein Kühlschrank steht oder der Tisch mit
der Brotschneidemaschine, der Ausweg für ihn
wäre ein Kindergarten wenn der ihn beherbergte
wer wüchse nicht gern mit einem Engel auf

aus Sarah Kirsch; Landaufenthalt, Langewiesche-Brandt, 1999



Mittwoch, 27. März 2013

"o welch ein Lieben war wie seines heiß?" – Annette von Droste Hülfshoffs "Gethsemane"

Gethsemane ist ein bis heute wenig beachtetes Gedicht Annette von Droste-Hülshoffs. Doch ist es ein Meisterwerk, das die Tiefe des Leidens der Liebe zu gestalten vermag.
Ich habe an anderer Stelle einiges zu seinem Verständnis, auch zu seiner Verfasserin geschrieben.
An dieser Stelle möchte ich nur das Werk selbst veröffentlichen, gewiss kein Gedicht, das man mal geschwind lesen und den Inhalt so eben mal zur Kenntnis nehmen kann; das wäre, als ob man durch eine der berühmten Pinakotheken joggen wollte.

Es ist eine österliche Meditation, der man nur mit Andacht zu begegnen vermag, wenn man ihr gerecht werden will:


                   ♱

                           Gethsemane 

.
Als Christus lag im Hain Gethsemane
auf seinem Antlitz mit geschloss’nen Augen, –
die Lüfte schienen Seufzer nur zu saugen,
und eine Quelle murmelte ihr Weh,
des Mondes blasse Scheibe widerscheinend, –
das war die Stunde, wo ein Engel weinend
von Gottes Throne ward herabgesandt,
den bittern Leidenskelch in seiner Hand.
.
Und vor dem Heiland stieg das Kreuz empor;
daran sah seinen eignen Leib er hangen,
zerrissen, ausgespannt; wie Stricke drangen
die Sehnen an den Gliedern ihm hervor.
Die Nägel sah er ragen und die Krone
auf seinem Haupte, wo an jedem Dorn
ein Blutestropfen hing, und wie im Zorn
murrte der Donner mit verhaltnem Tone.
Ein Tröpfeln hört’ er; und am Stamme leis
herniederglitt ein Flimmern qualverloren.
Da seufzte Christus, und aus allen Poren
drang ihm der Schweiß.
.
Und dunkel ward die Nacht, im grauen Meer
schwamm eine tote Sonne, kaum zu schauen
war noch des qualbewegten Hauptes Grauen,
im Todeskampfe schwankend hin und her.
Am Kreuzesfuße lagen drei Gestalten;
er sah sie grau wie Nebelwolken liegen,
er hörte ihres schweren Odems Fliegen,
vor Zittern rauschten ihrer Kleider Falten.
O welch ein Lieben war wie seines heiß?
Er kannte sie, er hat sie wohl erkannt;
das Menschenblut in seinen Adern stand,
und stärker quoll der Schweiß.
.
Die Sonnenleiche schwand, nur schwarzer Rauch,
in ihm versunken Kreuz und Seufzerhauch;
ein Schweigen, grauser als des Donners Toben,
schwamm durch des Äthers sternenleere Gassen;
kein Lebenshauch auf weiter Erde mehr,
ringsum ein Krater, ausgebrannt und leer,
und eine hohle Stimme rief von oben:
»Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verlassen!«
Da weinte Christus mit gebrochnem Munde:
»Herr, ist es möglich, so laß diese Stunde
an mir vorübergehn!«
.
Ein Blitz durchfuhr die Nacht; im Lichte schwamm
das Kreuz, o strahlend mit den Marterzeichen,
und Millionen Hände sah er reichen,
sich angstvoll klammernd um den blut’gen Stamm,
o Händ’ und Händchen aus den fernsten Zonen!
Und um die Krone schwebten Millionen
noch ungeborner Seelen, Funken gleichend;
ein leiser Nebelhauch, dem Grund entschleichend,
stieg aus den Gräbern der Verstorbnen Flehn.
Da hob sich Christus in der Liebe Fülle,
und: »Vater, Vater,« rief er, »nicht mein Wille,
der deine mag geschehn!«
.
Still schwamm der Mond im Blau, ein Lilienstengel
stand vor dem Heiland im betauten Grün;
und aus dem Lilienkelche trat der Engel
und stärkte ihn.