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Mittwoch, 3. Juli 2019

Wo bist Du, Gefährtin? - Über unsere männlichen und weiblichen Seiten mittels Gedichten von Ingeborg Bachmann, Hans Magnus Enzensberger, Heinz Kahlau und Annette von Droste-Hülshoff.




Männliche Seiten in uns erstarren, wenn ihnen das Weibliche fehlt. Weibliche Seiten verflachen und verlieren ihre Konturen, wenn ihnen Männliches fehlt. - Im Zentrum dieses Videos, in dem es noch einmal um die „Schwebe des Lebendigen” (Max Frisch) geht, stehen Gedichte der Bachmann, von Enzensberger und Kahlau sowie der Droste. Sie zeigen auf, dass ohne Liebe kein wirkliches Leben möglich ist, bestenfalls Besitz, Macht, Rollenspiele, Flachheit …
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Dienstag, 11. Juni 2019

In der Schwebe des Lebendigen. - Max Frischs Tagebucheintrag und Lebensthema: "Du sollst dir kein Bildnis machen"!





In die Schwebe des Lebendigen zurückzufinden, ist das Lebensthema des Schweizer Schriftstellers Max Frisch und im Grunde aller Menschen. Den Nächsten und sich selbst aus einem Bildnis zu befreien, das lebenslänglich in ein Gefängnis sperren, ja den Tod im Leben bedeuten kann, darum geht es. Einzig die Liebe befreit aus diesem Bildnis und hält unseren Mitmenschen und uns in der Schwebe des Lebendigen.

Menschen gehen auf Reisen, um diesem Bildnis zu entfliehen. Entscheidend ist jedoch die Reise zu sich selbst, die Selbstbefreiung, damit Leben schweben kann. Dichter singen und schreiben immer wieder von diesem Geschehen.


Dieses Video gibt die wichtigsten Passagen des Tagebucheintrages wieder, verweist auf Sänger und Dichter, die dazu etwas zu sagen haben, gibt sie in Auszügen wieder und verweist zum Schluss auf einen Satz aus Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre", für den allein sich dieses Werk zu schreiben schon gelohnt hätte.

Donnerstag, 11. April 2019

Volkslieder vermitteln einen Eindruck von der Vielfalt und Weisheit einer Volksseele. Sie stärken die Lebensfreude und schützen durch ihre Einfachheit gerade in der heutigen Zeit unser Inneres..

Volkslieder spiegeln die Ausdruckskraft einer Kultur, ihre Tiefe, ihren Reichtum. Wir finden sie in den carmina burana, also den Beurer Gesängen, in Des Knaben Wunderhorn, der legendären Liedsammlung der Romantiker, oder im Zupfgeigenhansl, dem Liederbuch der Wandervogelbewegung. An Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht oder der Blauen Blume, an deren Lebensauffassung und Geistigkeit, scheiterten und scheitern Nationalsozialisten. - Volkslieder vermitteln Lebensfreude, sie heilen und trösten und weisen den Weg zu unserem wertvollen Inneren.




Von Wir wollen zu Land ausfahren oder Hohe Tannen weisen die Sterne und anderen Liedern nehmen wahrscheinlich nicht wenige an. dass sie im Nationalsozialismus missbraucht worden wären. Doch weit gefehlt. Hohe Tannen zum Beispiel flog im Dritten Reich aus Schulbüchern heraus, weil es ein Lied der Bündischen war und zudem die Edelweißpiraten, eine Gruppierung der Bündischen im Widerstand eine eigene Strophe beifügte, die endete: Schlagt die Hitler-Jugend entzwei.

Davon und von vielem anderen erzählt das Video.

PS Um einem weit verbreiteten Irrtum entgegenzutreten: Gerade die bekannten deutschen Volkslieder wie Kein schöner Land oder Am Brunnen vor dem Tore oder Abend wird es wieder genügen einem hohen künstlerischen Anspruch. Dass scheinbar Einfaches einfach zu schreiben sei, ist eine völlig falsche Annahme.

Hier einige Materialien aus dem Video:


Der folgende Ausschnitt zeigt, warum Wilde Geselllen nicht dem Material entsprach, mit dem Hitler und Konsorten arbeiten wollten:

Dienstag, 26. März 2019

Vorsicht vor dem stillen Glück. Stolperfallen der spirituellen Entwicklung: Christian Morgenstern warnt vor dem Kränzchenwinden.

Dieses Gedicht des eigentlich nur als Wortkomödiant und humoriger Schriftsteller bekannten in Tirol 1871 geborenen Dichters will ausgesprochen aufmerksam gelesen werden, sonst entgehen einem die sanften Hinweise der ersten drei Strophen und der große Ernst des zweiten Teils, der manchen, der im Blumenpflücken steckengeblieben ist, wieder auf die Lernspur bringen könnte - und vielleicht erstmals auf die tiefe Demutsspur.


›Ich will aus allem nehmen, was mich nährt,
was übereinstimmt mit mir längst Vertrautem;
so wird mir manches stille Glück gewährt.

In Eurer Weisheit fand ich manch geheime
Bestätigung zu von mir selbst Geschautem
und brachte sie zu meiner Art in Reime.

Es gibt so vieles Schöne, Gute, Wahre;
wie bin ich dankbar, daß ich Mensch sein darf
und immer Neues solcher Art erfahre!‹

Erfahre denn noch dies dazu: entfernt
bist du vom Ernst noch. Dein Gewissen warf
dir noch nicht vor, daß Weisheit sich nur – lernt.

Mit solchem Blumenpflücken, Kränzchenwinden –
was ist getan? sieh dir ins Angesicht
und prüfe, ach, solch allzu lau Empfinden.

Du fühlst der Weisheit Weg noch nicht als – Pflicht.
Und so: ob von Glühwürmchen oder Sternen
dir Licht zufließt – dir ist’s das gleiche Licht.

Dir sind die echten Tiefen, wahren Fernen
noch stumm; sie, deren Siegel einzig bricht:
ein tiefdemütig lebenslanges – Lernen.


Ausführlicher habe ich das Gedicht hier interpretiert.

Auf die dreifache Gefährdung durch Stille und totenstilles "Glück" macht das folgende Video aufmerksam, auf ihre gefährlich einlullende Seite und ihre Venus-Helena-Falle: 





In dem folgenden geht es um die Hilfen, die Stille für unsere spirituelle Entwicklung leisten kann, um Schwierigkeiten und Möglichkeiten dieses Weges: