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Sonntag, 29. September 2024

Der Wirrwarr um die Lichtkörperprozesse – Versuch einer Klärung.

Es ist annähernd 20 Jahre her, dass ich mir ein Buch mit dem Titel „Lichtnahrung“ von einer Frau namens Jasmuheen zulegte, einer Australierin, die vorgab, sich seit Jahren von Prana zu ernähren und von ihrer Umstellung auf Lichtnahrung berichtete. Ich erinnere mich, dass ich dann allerdings las, dass sie doch heimlich normale Nahrung zu sich nehme.
Ob nun jemand dieser Frau ihre vorgegebene Meisterschaft neidete und böswillig etwas erfand, weiß ich nicht. Mir jedenfalls schien das Ganze doch etwas dubios und ich recycelte das Buch.
In der Verlagsankündigung zu selbigem Buch finden wir aktuell den Hinweis, dass mittlerweile viele Menschen diese neue Ernährungsweise praktizieren.
Ich persönlich finde, gemeinsam mit anderen zu kochen und zu essen oder mit Freunden essen zu gehen eine wunderschöne Sache und wollte nicht darauf verzichten.

Sich per Lichtnahrung zu ernähren, setzt voraus, über eine ganze Weile und das konsequent sich dem sogenannten Lichtkörperprozess - dazu nachher später mehr – zu unterziehen. Ich bezweifle, dass tatsächlich viele Menschen, wie es heißt, so weit entwickelt sind, sich per Prana ernähren zu können, davon abgesehen, dass ich mir gar nicht sicher bin, ob unser Erdendasein einer Existenz per Lichtnahrung gerecht wird; wir leben ja hier mit einem physischen Körper und sind keine Ätherwesen - das sind wir in Zukunft noch lange genug; so lange dürfen wir unsere Existenz als physische Wesen auch genießen!

Warum ich aber das Thema der Lichtkörperprozesse aufgreife:
Mir fiel auf, dass in den letzten Monaten immer wieder in esoterischen Videos und Beiträgen vom Lichtkörper gesprochen wir. Gibt man auf Amazon unter der Kategorie „Bücher“ „Lichtkörper“ ein, so finden sich doch eine ganze Reihe zu diesem Thema - https://lmy.de/vlReL - nicht wenige davon sind allerdings schon eine ganze Weile auf dem Markt und Bücher neueren Datums fand ich nur zwei –, wobei ich in den Buchhinweisen und im Rahmen meiner Netzrecherche nie wirklich eine für mich akzeptable Erklärung fand, was es denn mit diesem Lichtkörper auf sich habe.
Jeanne Ruland spricht von der Merkaba als feinstofflichem Lichtkörper und bezieht sich dabei auf alte ägyptische Überlieferungen. Ein Thorsten Simon spricht von 15 Körpern für den Lichtkörperprozess und ein Autor namens Natara schreibt über den Herzenslichtkörperprozess von Jesus und den 24 Schatten ins Licht. Das neueste Buch (2023) stammt von einem Autor namens Holger Kalweit und ist bei epubli erschienen, wobei dem einzigen Rezensenten vor allem die vielen Rechtschreibfehler aufgestoßen sind.
Irgendwie scheint das Thema „Lichtkörper“ wie ein Selbstbedienungsladen, in den man vorher hineinstopft, was man so esoterisch weiß und dann herausziehen will.
Ein Oriano Krigio aus Traiskirchen/Österreich beispielsweise schreibt auf seiner Netz-Seite entdecke-dein-lichtwesen.com:
„Der Lichtkörper befindet sich unterhalb des Brustbeines auf Höhe des Solarplexus.“
Jener Thorsten Simon hingegen, dessen Buch ich angesprochen habe, lässt uns auf seiner Seite im Netz wissen:
„Man sollte z.B. nicht pauschal alle feinstofflichen Körper [er bezieht sich dabei auf den Emotionalkörper, Mentalkörper und weitere] als „Lichtkörper“ bezeichnen, was leider allzu häufig immer noch gemacht wird. Sonst wird man den echten Lichtkörper, von dem ich hier spreche, nicht klar genug erkennen und auch nicht wirklich verstehen und stattdessen eine Menge Verwirrung stiften. Das Internet ist z.B. voll von Fehlern dieser Art. Daher muss ich diese Dinge leider immer wieder klarstellen. (..) in all diesen Körpersystemen, die ich gefunden habe, gibt es irgendwo – in unterschiedlichem Ausmaß – immer irgendwelche Lücken und teilweise noch weitere Ungereimtheiten bis hin zu gravierenden Fehlern. So ist leider das Ergebnis meiner Analyse und Forschung zu den bisherigen Körper-Modellen, insbesondere, wenn ich diese mit unserem realen Feinstoffkörper-System vergleiche, so wie es sich mir in meiner Lichtkörperarbeit offenbart hat.
Dieses wahre Körpersystem ist primär ein 15-Körper-System (…) Dieses neue Körper-System von mir schließt alle bisherigen Lücken …“
Ich bin mir nicht sicher, ob Thorsten Simon mit seinem System nicht die bestehende Verwirrung nur erweitert hat.
Auf der Seite des „Zentrum für Heilung und spirituelle Entwicklung“ lesen wir:
„Der Lichtkörper eines Menschen ist das feinstoffliche System, das die hochfrequenten Energien aus der Urquelle verarbeiten und in unsere mehrdimensionalen Energiesysteme fliessen lassen kann, bis sie in jede einzelne Körperzelle unseres dichten physischen Körpers gelangt.“

Was ist nun der Lichtkörper wirklich?
Eine ganze Weile war ich ziemlich verwirrt und selbst ein wenig überrascht, dass ich die Antwort im „Vater unser“ zu finden glaubte. In der Vergangenheit habe ich mir ja einige Schriften Rudolf Steiners genauer angeschaut und sein Verständnis des „Vater unser“ lässt mich zu verstehen glauben, was es mit dem Lichtkörperprozess auf sich hat:
Das „Vater unser“ besteht bekanntlich aus 3 + 4 Bitten: letztere beginnen mit „unser täglich Brot gib uns heute“, Worten, die sich auf den physischen Körper beziehen; „und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern“ auf den Ätherkörper; „und führe uns nicht in Versuchung “ spricht die Astralebene an; schlussendlich beziehen sich die Worte “und erlöse uns von dem Bösen“ auf das Ich das Menschen beziehungsweise sein Ego, jenen Teil, der aus dem Göttlichen Sein gefallen ist.

Aus der Sicht Steiners besteht der spirituelle Weg des Menschen darin, zunächst den Astralkörper zu transformieren, also unsere Süchte, Triebe, bestimmte Gewohnheiten und niederen Emotionen zu reinigen, zu läutern. Ist es geschehen, so erreicht mit einem Begriff Steiners der Mensch die Manas-Ebene; aus christlicher Sicht ist es die Ebene des Heiligen Geistes und das „Vater unser“ spricht dieses Geschehen in der ersten der drei Bitten mit der Heiligung des göttlichen Namens an („dein Name werde geheiligt“).
Auf der ätherischen Ebene, der Ebene des Ätherleibes - wer sich über ihn genauer informieren möchte, hier: https://anthrowiki.at/Ätherleib – sind unsere Einstellungen, Verhaltensweisen und Programmierungen um einiges nachhaltiger. Wer diese Ebene spirituell meistert, erklimmt die Buddhi-Ebene, aus christlicher Sicht ist es die Ebene des Christusbewusstseins („dein Reich komme“).
„Macht euch die Erde untertan“ ist ja ein von Luther so übersetztes Bibelwort, das vielfach falsch verstanden worden ist und immer noch wird. Gemeint ist ja, dass der Mensch, wenn er die Möglichkeiten besitzt, die Erde nachhaltig zu verändern, er das verantwortungsvoll und in göttlichem Sinne tue. Die dritte Bitte nun des „Vater unser“ bezieht sich sozusagen auf die Erde des Menschen, den physischen Körper. Auf dieser Stufe ist der Mensch in der Lage, so wie er heute die mineralische Ebene verändern kann, indem er Häuser baut, Straßen, Waschmaschinen und Vergleichbares, den physischen Körper umzuformen, zu verwandeln. Es ist die Vaterebene, Steiner nennt sie „Atma“; sie liegt noch in ferner Zukunft.

Das alles macht jedenfalls deutlich, wie kunstvoll das „Vater unser“ aufgebaut ist: die ersten drei Bitten umfassen das triadische Wesen unsere Religiosität, Vater, Sohn und Heiligen Geist. Die folgenden vier Bitten umfassen die menschlichen Wesensglieder, die unser Dasein in der Materialität kennzeichnen, die es zu verwandeln gilt. Dabei tritt im Verlauf dieses Prozesses an die Stelle unseres Ego, unseres Ich, das Christus-Ich; unser Ich wird zum I-CH ( = J-esus Ch-ristus).

Warum ich diese erläutert habe?
Steiner nennt den Ätherleib auch Lebens- oder Lichtleib.
Mit letzterer Bezeichnung wird der Bezug zum Lichtkörperprozess deutlich: die Transformation des Ätherleibes, des Lichtleibes.
Genau dieses Geschehen bezieht sich in meinen Augen auf den Lichtkörperprozess und innerhalb dieses Prozesses befindet sich ein Teil der Menschheit.

Mir ist das erst in der letzten Zeit bewusst geworden und es hat mich doch sehr überrascht, dass dies so ist. Mir war nicht bewusst, dass die Menschheit so weit fortgeschritten ist, dass sie auf dem Weg zur Buddhi-Ebene ist, zu einem tiefen Verständnis des Christus.
Wobei dieser Weg sehr lang sein und sich auch über mehrere Leben erstrecken kann. Wie die Menschen ihn gehen, das ist vollkommen unterschiedlich und man sollte das auch keiner Bewertung unterziehen. Auch ist es nicht so, dass die Transformation des Astralleibes völlig abgeschlossen ist, wenn der Mensch auf der Lichtkörperebene zu schreiten beginnt. Die Transformation der Astral- und der Äther-Ebene überlappen sich durchaus.

Der Bezug zu dem, was ich durch Steiner gelernt habe, der Bezug zum „Vater unser“ und der Transformation des Ätherleibes haben mich verstehen lassen, was - und es ist natürlich eine sehr subjektive Sicht - es mit dem Lichtkörperprozess auf sich hat.
Unser Lichtleib, unser zukünftiger Lichtleib, ist für mich der zu verwandelnde Ätherleib. Natürlich ist dieses Verständnis für Menschen, die die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners nicht kennen, vielleicht nicht so erhellend und nachvollziehbar wie für mich.

Im Zuge meiner Recherchen bin ich auf die Darstellung der zwölf Stufen des Lichtkörperprozesses durch die Schweizerin Reindjen Anselmi im Rahmen ihres Buches „Der Lichtkörper - Ein Überblick über den globalen Transmutationsprozess“ gestoßen; erfreulicherweise hat Danielle Gernandt sie in vier Videos aufgesprochen. Eines dieser Videos habe ich unten verlinkt, die Verlinkung der anderen habe ich aus technischen Gründen auf meinem Blog "WortBrunnen" ausgelagert > https://lmy.de/SAlXK
Natürlich reihen sich diese Stufen in unserem Leben nicht wie auf einer Perlenschnur aufgereiht aneinander, sondern auch sie überlappen sich und zeigen sich bei jedem von uns auf unterschiedliche Weise. Ich glaube aber, dass ihre vorliegende Darstellung für das Verständnis des gesamten Prozesses sehr hilfreich sein kann; für mich war es jedenfalls so.


Donnerstag, 19. September 2024

Die Führung der Erde durch die neuen Menschen! - Die Schöpfung steigt auf, alle Galaxien!

„Das Universum, das ihr zu kennen glaubt, öffnet sich. Welten und Intelligenzen, die zuvor keine Verbindung hatten, treten nun in Kontakt. Wir formieren uns neu, um zu erforschen, welcher Fortschritt für uns möglich ist. Es ist die Reproduktion unserer selbst, die im Zentrum dieser Forschung steht. Viele galaktische Wesen und Intelligenzen zeigten sich interessiert, und wir gründeten einen neuen Council.“
Diese Sätze entstammen dem am 22. September 2022 erschienenen Buch von Birgit Fischer mit dem Titel „Starseeds. Warum wir hier sind und wohin wir gehen“. [»Starseeds« sind geistige Energien aus den Weiten des Weltalls, die von den entlegensten Planeten aus das Geschick der Menschheit mitgestalten.]
Hier soll es mir nicht um das neue Council, den neu gegründeten „Rat des goldenen Lichts“ gehen, sondern um die Tatsache, dass ich heute Morgen, fast genau zwei Jahre nach dem Erscheinen des Buches, ein Video sah, das genau Obiges thematisiert, wie sehr nämlich das Universum sich öffnet, ja, man kann sagen, sich mittlerweile geöffnet hat, und welche Bedeutung denen unter uns, die bereit sind, diese Entwicklung mitzugehen, zukommt, auch, im Übrigen welche Herausforderungen auf sie zukommen.
Nicht wenige unter uns Menschen befinden sich in einem Transformationsprozess, der gerade auch den Körper mit einbezieht (ich kann ein Lied davon singen), wobei es sinnvoll ist, darum zu wissen, um nicht unnötig verunsichert zu sein.
Ich habe oben angedeutet, dass das Ziel, die fünfte Dimension ist. Das klingt für manchen oder sogar viele recht kryptisch. In meinem letzten Beitrag auf Facebook habe ich die 3. Dimension angesprochen, die Ebene des goldenen Kalbs, des materiellen Bewusstseins. Wenn von Dimensionen gesprochen wird, dann sind nichts anderes gemeint als Bewusstseinsebenen. Die Bewusstseinsebene der fünften Dimension hat zum Ziel die Transformation der Erde, die Vereinigung von Himmel und Erde, auch im Bewusstsein der Menschen. Jenes oben angesprochene Video ist im Übrigen überschrieben „Die Führung der Erde durch die neuen Menschen! 17.09.24“. Unten ist es verlinkt.
Ich möchte hier nicht weiter auf den Inhalt eingehen und auch nicht die Werbetrommel rühren, denn der wahre Weg, die Wahrheit und das wahre Leben sprechen für sich und menschliche Werbung wäre überhaupt nicht angemessen. Eine Seele, die sich angesprochen fühlt, wartet nur auf den Moment, zum Bahnhof zu gehen und in den Zug einzusteigen.
Die Situation erinnert an die der Jünger, die dem „Folge mir nach!“ von Jesus Folge leisteten. Es war ja schon damals so, dass sie nicht alles aufgaben. Die Jünger wechselten ja nicht den Kontinent und wenn sie mit Jesus mitzogen, waren sie nie wirklich weit von ihren Familien entfernt. Wer heute in den Zug einsteigt, wird nicht zwangsläufig die Beziehung, in der er steht, beenden oder den Beruf wechseln oder umziehen. Aber sicher ist, dass sich Menschen finden, die auf diese bewusste neue Art unterwegs sind.
Natürlich kann, in den Zug einzusteigen, auch bedeuten, dass Beziehungen zu Ende gehen, dass Menschen einen neuen beruflichen Weg gehen, dass sie vielleicht auch geographisch ein neues Zuhause finden.
Was aber vor 2000 Jahren und heute gleich ist: Wie die Jünger religiöse Muster und mentale Muster, die bisher ihr Leben prägten, aufgaben, so haben bereits nicht wenige unter uns und werden weiterhin Vorstellungen und Einstellungen, die bisher ihr Leben bestimmten, aufgeben. Von den anstehenden Veränderungen - auch auf der gesellschaftlichen Ebene - wird in dem Video und dem im folgenden angesprochenen immer wieder gesprochen.
Ich möchte nämlich dem, der sich mit dieser Thematik noch wenig beschäftigt hat, vor dem unten verlinkten Video jenes von Danielle Gernandt, das dem unten verlinkten vorausgeht, empfehlen („Du schwingst jetzt in einer neuen Frequenz! Mondfinsternis 18.09.24“ - https://www.youtube.com/watch?v=SkQW2I3K1Jk&t=1088s ); es bringt die Dimensionen der Veränderung näher und weist auch auf die inneren und äußeren Umstände hin, die mit diesem Weg einhergehen (auch wenn die Mondfinsternis vorbei sein wird, wird der Inhalt wegweisend und hilfreich sein).
Im übrigen freue ich mich, Menschen kennenzulernen, die diesen Weg gehen, sei es über den Kontakt im Rahmen der sozialen Medien, sei es auch persönlich.
Schließen möchte ich mit aufschlussreichen Sätzen aus den oben angesprochenen Buch von Birgit Fischer, die von einer Seherin namens Sybill, einem Mitglied des Rates des golden Lichtes stammen:
„Die Menschen haben vielen galaktischen Wesen etwas voraus. Sie sind sterblich und kennen Emotionen. Emotionen sind aufgrund eures Wissens um eure Sterblichkeit bei euch Menschen stets präsent. Deshalb sind viele von euch in dieser Ungeduld, das Leben auszukosten und euch zu reproduzieren. Die Angst vor dem Tod ist euer Antrieb, Leben zu schenken. Vielen von euch ist nicht bewusst, dass diese eigene Art für viele von uns äußerst interessant ist. Denn selbst wenn wir größtenteils unsterblich sind, geht auch ihr in tausenden von Jahren diesen Weg. Bis dahin lernen viele galaktische Wesen von euch. Denn auch das, was ihr menschliche Liebe nennt, ist an kostbares Wissen gekoppelt. Selbst die Reptiloiden, die das Wissen über Emotionen zu euch auf die Erde gebracht haben, sprechen davon, dass ihr im Begriff seid, einen größeren Schritt in der emotionalen Erkenntnis zu tätigen. Ein Schritt, den sie bisher noch nicht wagten. Während sich viele von euch selbst als unterentwickelt bezeichnen, tun wir das nicht.
(…) was viele von euch nicht sehen, ist, dass sich liebliche Energie molekular-exponentiell im gesamten Universum ausdehnt, wenn sich zwei Menschen auf der Seelenebene lieben.“

Freitag, 13. September 2024

Die Kontrolle über Gott aufgeben !

Die Kontrolle über Gott aufgeben? 

Manchem, der diese Aussage liest, wird sie reichlich abstrus vorkommen. Kein Mensch kann doch Gott kontrollieren!

Doch, es geht.
Auf der sogenannten 3-D-Ebene, der Ebene der dritten Dimension, auf der, um es mit einem Bild aus dem Alten Testament anzusprechen, das goldene Kalb angebetet wird, der Ebene also, wo nur Materielles zählt, kontrollieren die Menschen Gott - um es genauer zu formulieren: der überwiegende Teil der Menschheit gibt sich der Illusion hin, Gott kontrollieren zu können.
Das betrifft jene, denen es einigermaßen bewusst sein könnte, was im spirituellen Bereich geschieht. Den meisten Menschen allerdings ist es nicht bewusst. Ihnen ist nicht bewusst, dass, ein Ego zu haben, bedeutet, zu entscheiden, welche Rolle Gott im Leben spielt und was ihm zugestanden wird, was nicht - gar keine, bei vielen, und aus geistiger Trägheit geschieht das unbewusst.
Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen: Ich bin sehr christlich erzogen worden und habe festgestellt, dass religiöse Menschen einen strengen Gott haben, wenn sie selbst streng sind, d.h. streng mit sich umgehen und anderen. Andererseits habe ich Menschen kennengelernt, deren Gott ein sehr toleranter, sehr verständnisvoller Gott war. Oft waren das Menschen, die in Wirklichkeit in ihrem Inneren relativ unklar waren und oft unfähig zu klaren Entscheidungen. Eine gewisse Beliebigkeit in wichtigen Fragen war ihrem Inneren zu eigen. Entsprechend sah ihr Gottesbild aus, ihre Vorstellung von Gott. In Wahrheit kontrollierte ihr (dürftiges) Bewusstsein Gott.
Natürlich glaube ich, dass Gott alles versteht; zugleich aber hat er klare Anforderungen an die Menschen und diese äußern sich nicht mehr nur in den zehn Geboten, sondern seit 2000 Jahren gehen sie weit darüber hinaus: Sie betreffen das Verhältnis der Menschen zu ihrem Nächsten und zu sich selbst - das Praktizieren von Liebe setzt Selbstliebe voraus -; sie betreffen ein friedliches Miteinander, Geduld und Sanftmut, sie betreffen die sogenannten Früchte des Geistes, von denen die Bibel spricht, und von den Anforderungen, die sich aus der Bergpredigt ergeben.
Wie sich das in der Realität der Menschen dann äußert, das aber entscheidet das Ego der Menschen. Das Ego tritt also an die Stelle Gottes. Es kontrolliert, was in der Realität der Menschen spirituell sein darf, was nicht.
Um einem vielfachen Missverständnis entgegenzutreten: das Ego des Menschen ist von vornherein nichts Schlechtes, ja, das Ich des Menschen ist eine Notwendigkeit, um über ein Stammesbewusstsein hinauszuwachsen, um ein Individuum zu sein, um Individualität zu entwickeln. Dieses Ich, dieses Ego, das in die Menschheitsgeschichte einzubringen im übrigen die Mission des jüdischen Volkes war – „Ich bin der ich bin“: mit dieser Aussage Jahves tritt ja das Ich ein in die Weltgeschichte –, ist Voraussetzung dafür, dass im Zuge der Entwicklung der Menschheit ein anderes Ich überhaupt Raum finden kann in den Menschen - dazu gleich mehr.
Im übrigen ist von Bedeutung, dass die Worte „Jahve“ und „Eva“ miteinander verwandt sind. Die Aufgabe der Kontrolle über Gott, die Bereitschaft, sich hinzugeben und Hingabe als eine weibliche Gabe zu erkennen, beginnt momentan dazu beizutragen, dass die kaputte Männlichkeit, unter der die Menschheit leidet, offenbar wird.
Die göttlich-weibliche Seite trägt dazu bei, dass Männer zu wahrer Männlichkeit finden und die männliche Seite in der Frau ihre neue Rolle in der Gesellschaft unterstützt, ja, eigentlich erst ermöglicht. Deutschland ist viele Kanzlerjahre von einer Frau regiert worden, deren althergebrachte, für manchen versteckt, in Wirklichkeit sehr dominante männliche Seite alle Männer um sie herum dominierte und Deutschland in seiner Entwicklung unglaublich lähmte (allerdings haben wir nun einen Kanzler, bei dem man vergeblich eine akzeptable männliche und weibliche Seite sucht - letztendlich fördert dieser Umstand das Bedürfnis nach wahrer Männlichkeit und Weiblichkeit).
Ich bin kein Anthroposoph, es gehört für mich aber zu den faszinierenden Augenblicken in meinem Leben, als ich bei Rudolf Steiner las, dass die erste Person des Personalpronomens im Singular im Deutschen korrespondiert den Initialen von Jesus Christus: I-CH, Jesus Christus. Keine andere Sprache der Welt weist diesen Zusammenhang auf und diese Tatsache weist darauf hin, welche Bedeutung ursprünglich dem deutschen Kultur- und Geistessraum zukam, eine Bedeutung, die sich niederschlug in Werken wie Wolfram von Eschenbachs „Parzival“, Lessings „Die Erziehung des Menschengeschlechts“, Schillers ästhetischen Briefen oder Goethes „Faust“, um nur einige und wichtige zu nennen - im musikalischen Bereich gilt dies für das Werk Johann Sebastian Bachs oder das Richard Wagners, dessen spirituelle Herausforderungen bis heute viele Menschen überfordern und ihn deshalb plakativ bewerten lassen.
Ob im übrigen der deutschsprachige Kulturraum der ihm zugedachten spirituellen Aufgabe gerecht werden kann: das entscheidet sich in diesen Jahren.
Gott zu kontrollieren bedeutet auch, die geistigen Maßstäbe, die er vermittelt, in der Realität nicht Wirklichkeit werden zu lassen. Das ändert sich momentan sehr stark, und auch wenn die Menschen sich nicht aus göttlicher Überzeugung bewusster ernähren, bewusster der Natur gegenübertreten, eine andere Medizin anstreben, so ist es doch ihr göttliches Inneres, was hinter diesen Wandlungen steht.
Auch wenn viele, die „Ich“ sagen, sich nur unbewusst auf Jesus Christus beziehen, so wird, glaube ich, in den nächsten Jahren gerade im deutschen Sprachraum das Christusbewusstsein wachsen.
Wenn Jesus im Moment des Todes am Kreuz sagt: „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände“, so öffnet sich menschheitsgeschichtlich in diesem Moment das Tor von einem globalen kollektiven Ego zu einem Ich, das den Christusgeist in sich tragen kann. Dieser Weg mag noch Jahrhunderte dauern, doch leben wir in einer Zeit – und dürfen dankbar sein, sie auf der Erde erleben zu dürfen –, in der die Menschheit zunehmend bewusst durch dieses Tor tritt.
In Gethsemane muss Jesus sehen, dass seine Jünger, die ihn seelisch unterstützen wollten, eingeschlafen sind und ihm bleibt nichts als zu sagen:„Vater, willst du, so nehme diesen Kelch von mir. Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“
„Dein Wille geschehen!“ Diese Worte, dieses Mantra, das wir auch im „Vater unser“ finden, kann für uns eine Formel und Formulierung der Hingabe sein, welche die Bereitschaft zum Ausdruck bringt: Ich gebe die Kontrolle über Gott auf! Ich befehle meinen Geist in seine Hände!