Wenn Mann und Frau sich in Liebe vereinen, bringt das die Frau dazu, ihren Magnetischen Boden zu öffnen. Was wir im „Manuskript der Magdalena“ lesen können, vermittelt auch dieses Video. Wir lesen und hören weiterhin, dass im Herzen, im Verstand und in der Körperweisheit des Weiblichen einige der größten Geheimnisse und Kräfte ruhen, die darauf warten entdeckt zu werden. Und sie offenbaren sich alle durch die gegenseitige Berührung!
Zugleich erfahren wir, dass das solare Prinzip - damit auch der Mann - sich von dem lunaren Prinzip bedroht fühlt. Und das, wo doch die männliche Schlange, die entlang unserer Wirbelsäule aufsteigen will, golden ist, die weibliche aber, links der Wirbelsäule, schwarz. Offensichtlich hat Nacht Macht …
Mit Maria Magdalena sind wir in der Lage, einen neuen Blick auf die Bedeutung der Sexualität im Leben der Menschen zu werfen. Wir erfahren, dass wir durch sie auf ungeahnte Weise unser Bewusstsein entwickeln können. Und erstaunlich ist, dass Rudolf Steiner das bestätigt und als Ziel dieser Entwicklung Christus benennt. Erstaunlich deshalb, weil in der gesamten anthroposophischen Bewegung darüber nicht gesprochen wird. Seltsam …
Mit diesem Video möchte ich auch Menschen ansprechen, die alleine leben oder in einer Beziehung, in der Sexualität keine große Bedeutung hat. Denn mit Hilfe der Übungen, auf die ich im ersten Video zum Thema der Spirituellen Sexualität hingewiesen habe, sind wir in der Lage, die beiden Schlangen rechts und links unserer Wirbelsäule zu veranlassen, sich weiter nach oben zu bewegen, damit die Kraft unseres Ätherleibes zu stärken und uns immer tiefer unserem inneren Heiligtum zu nähern, dem Christus in uns.
Politik und Gesellschaft, Idee und Wirklichkeit, Ethik und Religion, Spiritualität und Mythologie, Literatur und Kunst: Das sind die Felder, die mich immer wieder zu Beiträgen bewegen.
Seiten
Donnerstag, 25. Dezember 2025
Wenn sich der Magnetische Boden der Frau öffnet ... – Was spirituelle Sexualität ermöglicht .
Mittwoch, 26. November 2025
Bewusstseinsentwicklung mittels spiritueller Sexualität
Freitag, 5. September 2025
5. Frage an ChatGPT: Ist es nicht schädlich für die Seele von Menschen, wenn beispielsweise in Altenheimen ältere Menschen sich mit Sozialrobotern unterhalten, die doch keine Seele haben?
Antwort von ChatGPT:
Das ist eine sehr tiefgehende und wichtige Frage. Ob es „schädlich für die Seele“ ist, wenn Menschen – etwa in Altenheimen – mit Sozialrobotern interagieren, hängt von mehreren Faktoren ab:1. Der menschliche Umgang mit Technik
Menschen sind von Natur aus Beziehungswesen. Wenn jemand einsam ist, kann ein Roboter (wie eine Gesprächspartnerin, ein Tierroboter oder ein Avatar) helfen, Einsamkeit zu lindern, Struktur zu geben und emotionale Resonanz zu bieten.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Menschen dadurch weniger echte menschliche Kontakte bekommen, wenn Angehörige oder Pflegekräfte sich auf die Roboter „verlassen“. Das wäre problematisch.
2. Die Frage nach der „Seele“
Roboter haben keine Seele, kein Bewusstsein, kein Empfinden. Das Gespräch mit ihnen ist also kein echter Dialog auf spiritueller Ebene.
Wenn ein älterer Mensch das weiß und den Roboter als Hilfsmittel, „Gesellschaftsersatz“ oder Trainingspartner sieht, ist es wahrscheinlich eher unschädlich.
Gefährlich könnte es werden, wenn jemand nicht mehr klar unterscheiden kann, dass das Gegenüber kein fühlendes Wesen ist. Dann könnte eine Form von Täuschung oder Entfremdung entstehen.
3. Spirituelle und ethische Dimension
Viele Seelsorger und Ethiker betonen: Roboter können ergänzen, aber nicht ersetzen.
Echte menschliche Nähe, Empathie und seelische Begleitung können sie nicht leisten.
In diesem Sinn wäre der bewusste Einsatz von Robotern kein Schaden für die Seele – solange er nicht dazu führt, dass menschliche Begegnung verdrängt wird.
👉 Man könnte also sagen:
Unschädlich und sogar hilfreich, wenn Roboter als Werkzeuge für Unterhaltung, Gedächtnistraining oder gegen Einsamkeit eingesetzt werden.
Problematisch, wenn sie echte Beziehungen oder spirituelle Begleitung ersetzen sollen.
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PS: Ich persönlich habe zur Verwendung von Sozialrobotern eine sehr eindeutige Meinung. Ich werde sie in einem weiteren Beitrag erläutern.
Sicherlich muss man die Verwendung von KI differenziert sehen. Aber man muss wissen, auf wessen und was für einem Feld man sich bewegt ... Wir sehen ja schon seit geraumer Zeit, wie hoch der Suchtfaktor z.B. in Bezug auf die Verwendung von Smartphones ist ... Merkwürdig ist doch, dass kaum einmal die Frage gestellt wird, woher diese Sucht kommt. Vor allem jüngere Menschen, die beispielsweise in Züge oder S-Bahnen einsteigen, schauen oft niemandem mehr ins Gesicht, schauen nur kurz vom Handy auf, wo ein Platz frei ist, um dann weiter smartzuphonen ...
Sonntag, 31. August 2025
3 Fragen an ChatGPT, u.a zum Werk J.J. Hurtaks und zu dem von Rudolf Steiner.
Vorbemerkung
Am vergangenen Donnerstag gab es auf 3sat zunächst eine Doku zum Thema KI und dann eine wissenschaftlich gehaltene Gesprächsrunde, die verdeutlicht hat, wie wenig noch die Menschen in der Lage sind, die Wirklichkeit hinter unserer 3D-Wirklichkeit miteinzubeziehen. Natürlich gibt es in der Geistigen Welt Kräfte, die größtes Interesse an der KI in ihrer Gesamtheit haben und wenn man nicht dieses Interesse durchschaut und dabei stehenbleibt, dass die KI ja ihre Vorteile habe (was ja vordergründig auch stimmt), dann wird man, wird die Menschheit Opfer dieser Kräfte.
Ich denke, ich schreibe zu dieser Thematik demnächst noch etwas. Jedenfalls haben mich die 3sat-Beiträge veranlasst, einige Fragen an ChatGPT zu stellen und das war für mich sehr aufschlussreich und hat mir auch klargemacht, dass ich beispielsweise als Schüler ChatGPT als ganz toll empfunden hätte, wenn ich z.B. in einer Hausaufgabe ein Gedicht hätte interpretieren sollen: Beispiel: https://wortbrunnen.wordpress.com/2025/08/31/rilkes-gedicht-der-schwan-interpretiert-von-chatgpt/Hier als nun meine drei Fragen an ChatGPT:
Das Wesentliche im Werk von J.J. Hurtak ist eine spirituell-wissenschaftliche Vision des Menschen als kosmisches Wesen, das in Verbindung mit höheren Dimensionen, göttlichen Intelligenzen und einem göttlichen Plan steht. Zentral ist dabei sein Hauptwerk:
📘 „Die Schlüssel des Enoch“ (The Book of Knowledge: The Keys of Enoch)
Dies ist das Hauptwerk von J.J. Hurtak, veröffentlicht 1973. Es ist eine dichte, komplexe Sammlung von 64 „Schlüsseln“, die als spirituelle Offenbarungen und Einweihungswissen verstanden werden.
🌟 Zentrale Themen und Anliegen Hurtaks:
1. Kosmisches Bewusstsein & Höhere Welten
* Der Mensch ist nicht auf die materielle Welt beschränkt, sondern Teil eines größeren multidimensionalen Kosmos.
* Es existieren höhere Intelligenzen (z. B. die Elohim, Metatron, Michaelwesen, Söhne des Lichts), die den spirituellen Aufstieg der Menschheit begleiten.
* Die Menschheit steht an der Schwelle einer Bewusstseinsveränderung, einer Art „Aktivierung des göttlichen Potentials“.
2. Verschmelzung von Wissenschaft und Spiritualität
* Hurtak betont eine zukünftige Wissenschaft, die Geistiges und Physikalisches verbindet – u. a. durch:
- Quantenphysik
- Klangfrequenzen
- Heilige Geometrie
- Lichttechnologien
* Ziel ist eine neue, ganzheitliche Wissenschaft, die den Menschen mit dem Universum und dem Göttlichen verbindet.
* Die Kraft heiliger Namen (vor allem aus dem Hebräischen) spielt eine große Rolle, etwa durch Gesang und Intonation.
* Vibration und Klang gelten als Mittel zur Bewusstseinsaktivierung und zur Kommunikation mit höheren Ebenen.
4. Transformation des Menschen – Lichtkörperentwicklung
* Dies steht im Zusammenhang mit spiritueller Evolution und einem „Aufstieg“ aus der Begrenzung von Raum, Zeit und Materie.
5. Planetarische & Kosmische Mission
* Die Menschheit befindet sich in einem Übergangsprozess:
* Alte Systeme brechen zusammen.
* Eine neue Zeit beginnt, geprägt durch eine Rückverbindung zum Göttlichen Plan.
* Die Erde ist Teil eines größeren kosmischen Netzwerkes und steht unter Beobachtung und Führung höherer Wesenheiten.
🧬 Spirituelle Praxis im Hurtak’schen Sinne:
*Studium der „Schlüssel“ als spiritueller Weg
* Meditation, Gebet, Gesang (z. B. mit heiligen Namen)
* Bewusste Lebensführung, um das eigene Bewusstsein zu erhöhen
* Offenheit für Kontakte mit höheren Intelligenzen und deren Führung
📚 Weitere Aktivitäten von Hurtak:
* Gründung der Academy for Future Science
→ Eine Organisation, die Forschung, Spiritualität und globales Bewusstsein fördern will.
* Zusammenarbeit mit seiner Frau Desiree Hurtak, z. B. in Projekten zu Bewusstseinsforschung, Musik, interkulturellem Dialog.
* Beteiligung an Dokumentarfilmen über Bewusstsein, heilige Orte, spirituelle Wissenschaft (z. B. Merkabah, Voice of Africa).
🔑 Fazit:
J.J. Hurtak sieht den Menschen als spirituelles Wesen auf einer Reise zurück zur göttlichen Quelle. Seine „Schlüssel“ sind Wegweiser zur inneren Transformation, zum kosmischen Bewusstsein und zur Verbindung mit dem göttlichen Licht.
Er schlägt eine Brücke zwischen esoterischem Christentum, jüdischer Mystik (Kabbala), östlicher Spiritualität und moderner Wissenschaft.
Wenn du willst, kann ich dir z. B. einen der „Schlüssel“ näher erklären oder zeigen, wie seine Gedanken mit anderen spirituellen Traditionen in Beziehung stehen.
zu 3)
Dienstag, 15. April 2025
Spirituelle Frauen dürfen nicht wirklich weiblich sein!
Das Video greift in erweiterter Form diesen Beitrag vom 5. April auf. Wer möchte, kann sich hier also auf diese Weise dieses Thema zu Gemüte führen, das deshalb ja so wichtig ist, weil jenen Kräften, die auf der unbewussten Ebene ins Leben vieler Menschen eingreifen, ihre Macht endgültig genommen werden sollte.
Freitag, 13. September 2024
Die Kontrolle über Gott aufgeben !
Die Kontrolle über Gott aufgeben?
Manchem, der diese Aussage liest, wird sie reichlich abstrus vorkommen. Kein Mensch kann doch Gott kontrollieren!
Mittwoch, 29. November 2023
Brüder Grimm: „Der Gevatter Tod“ - ein noch weitgehend unverstandenes Märchen
Inhaltlich haut einen das Märchen nicht gerade vom Hocker, man möchte die Handlung fast als etwas trivial bezeichnen und sich auch fragen: dieser Schluss, ist der ein Märchen wert, eines Märchens würdig?
Im Original findest Du das Märchen hier ( https://lmy.de/IHOo ) und zusammenfassen lässt sich der Inhalt so:Verzweifelt rennt ein armer Mann auf die Straße und sucht für sein 13. Kind nach einem Gevatter (heute versteht man darunter einen Paten). Er begegnet Gott, doch als der sich als eben jener outet, lehnt er ihn als Gevatter ab, ebenso wie den Teufel, auf den er anschließend trifft. Über die Gründe der Ablehnung kann man gewiss streiten, sonderlich originell sind sie nicht.
Alle guten Dinge sind drei, er begegnet dem Tod, und dessen Begründung, dass er alle gleich mache, überzeugt den armen Familienvater, in jenem den richtigen Gevatter gefunden zu haben.
Für den Rest des Märchens verschwindet im Übrigen unser Armer von der Bildfläche; der Tod macht sich nämlich an dessen Kind heran, wohl liebt er, wie wir es von Mephistopheles in Goethes „Faust“ wissen, die vollen, frischen Wangen („für einen Leichnam bin ich nicht zu Haus“). Er verspricht dem jungen Erwachsenen, ihn zu einem berühmten Arzt zu machen, und das einzige ist, jener muss sich an seine Bedingungen halten.
Wie kaum anders zu erwarten: der Mann scheitert an den Bedingungen, u.a., weil er den Tod glaubt austricksen zu können. Letzterer ist sogar noch so großzügig und lässt ihn fürs erste leben, doch als der Sohn beim zweiten Mal die Bedingung übertritt, kassiert der Tod sein Leben.
Leider habe ich keine Interpretation zu diesem Märchen gefunden, leider auch nicht bei dem bekannten anthroposophischen Märchendeuter Rudolf Geiger, mich hätte doch zu sehr interessiert, wie aus diesem Märchen ein tiefer Sinn herauszuholen ist. Dass der Tod im Leben und über das Leben siegt: dafür ein Märchen zu schreiben lohnt sich doch wirklich nicht. Vielleicht mag etwas erstaunlich sein, dass der arme Mann Gott als Gevatter ablehnt, zumal seine Begründung doch etwas nebulös daherkommt. Aber in der Beziehung zwischen Gott und Mensch ist man Nebulöses gewohnt.
Märchen sind ja nicht vom Volk geschrieben, wie man immer zu sagen pflegt, in Wirklichkeit sind sie rosenkreuzerischen Ursprungs oder verfasst von Eingeweihten bzw. Seelen, die auf diesem Weg unterwegs waren. Manchmal ist jedes Wort in einem Märchen wichtig, und dass ein Volk diese Märchen zusammengebastelt habe und dennoch jedes Wort wichtig sein soll - wer’s glauben mag, soll’s glauben.
Ich weiß nicht, ob der Verfasser dieses Märchens meinem Verständnis zustimmen würde, aber im Rahmen meines Blickes auf dieses Märchen erkenne ich - entgegen dem ersten Augenschein - einen tiefen Sinn. Er ergibt sich aus der Tatsache, dass - öfter als wir ahnen, wenn von Gott die Rede ist - ungewollt nicht Gott das eigentliche Ziel der spirituellen Begierde ist, sondern Luzifer, die alttestamentarische Schlange (mehr zu Luzifer hier: https://lmy.de/JLEk )
Vergleichbares gilt für den Fall, dass Himmel und Hölle angesprochenn sind: dann bezieht sich der Himmel nicht auf Gott - der unerschaffene Gott kennt keinen Gegensatz -, sondern auf Luzifer.
Luzifer ist jene Wesenheit, die unter jenen, die Golgatha nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen, absahnt und sie ganz stolz in seinem Zug der Weisheit, seines Lichts - Luzifer bedeutet übersetzt „Lichtträger“ - das ohne Liebe ist, mitlaufen lässt; darunter gibt es viele esoterische oder auch spirituelle Menschen, die unglaublich geistvoll reden können; doch sie stehen einer bekannten Zahnpastamarke näher als Golgatha.
Gott wird oft also mit Luzifer verwechselt; es gibt allerdings hier noch einen weiteren Aspekt und ich teile die Ansicht Rudolf Steiners, dass viele Menschen, die Gott ansprechen, im Grunde mit ihrem Engel oder ihrer letzten Devachangestalt sprechen, jener Gestalt also, die sie sind, bevor sie ihre nächste Lebensreise antreten: in Letzterem Fall also würden sie im Grunde mit sich selbst sprechen.
Ein Paradebeispiel dafür ist Rainer Maria Rilke mit seinen Zeilen aus seinem „Buch vom mönchischen Leben“, wir lesen dort:
Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manchesmal
in langer Nacht mit hartem Klopfen störe, -
so ists, weil ich dich selten atmen höre
und weiß: Du bist allein im Saal.
In Wahrheit spricht Rilke im Grunde mit sich selbst.
Jemand könnte denken, dass das doch besser sei, als auf Luzifer hereinzufallen; ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Selbsttäuschung nicht viel langanhaltender sein könnte.
Die Hölle und damit Ahriman - in der Geisteswissenschaft Steiners entspricht er dem Satan des Christentums - aber ist jene im Übrigen höchst intelligente Wesenheit, die den Menschen an die Erde bindet und dessen Bewusstsein im Materiellen und Physischen steckenbleiben lässt. Zur Zeit versuchen einige Menschen mit Hilfe künstlicher Intelligenz u.a, Leben zu verlängern, ja, dem Tod womöglich ein Schnippchen schlagen zu können. - Satan/Ahriman amüsiert das köstlich.
Soweit vorläufig zu dem angesprochenen Dualismus von Himmel und Hölle; später mehr dazu.
Sehr viel habe ich im Rahmen meines Studiums der ein oder anderen Schrift Rudolf Steiners gelernt von jener Episode, die jener in der GA 148, seinem so genannten Fünften Evangelium wiedergibt, als er schildert, dass Jesus beim Durchschreiten eines Stadttores einer Essäerstadt wahrnimmt, wie Ahriman und Luzifer, die er immer an dem Stadttor gesehen hat, nie aber in der Stadt, von den Stadtmauern fliehen und ihm wird bewusst, dass die Essäer, indem sie die beiden vertreiben, dies auf Kosten der anderen Menschen tun, die diesen beiden umso mehr ausgesetzt sind. Auf diese Weise wollen Essäer und manche Menschen heilig werden. Es sind die Säulenheiligen und Yogis, die ein Leben lang einen Meter über der Erde schweben und glauben, dem Himmelreich nahe zu sein, jene Esoteriker, für die immer alles gut ist, weil sie in Wirklichkeit der Realität des Gegenteils ausweichen.
Jesus erkannte damals, dass genau das, das Aussperren des sogenannten Bösen, nicht sein Weg ist. Menschen, die sich für das Göttliche qualifizieren, die zurück in die wahre Heimat wollen, erreichen eine für uns noch kaum vorstellbare Bewusstseinstiefe durch die Auseinandersetzung mit den Machenschaften Luzifers und Satans/Ahrimans, und indem sie letztendlich beide in sich erlösen.
Mich persönlich haben die Ausführungen Steiners überzeugt, und natürlich muss jeder für selbst entscheiden, ob er dessen Blicken in die Akasha-Chronik und seinen Vorstellungen von der eigentlichen Realität des Lebens zustimmen mag.
Jenen Weg jedenfalls zwischen Ahriman und Luzifer - in ständiger Auseinandersetzung mit beiden - erfasst die Steinersche Lehre als den Weg der Menschen, den Weg der Menschen der zehnten Hierarchie, einen Weg, den die vorausgegangenen neun Hierarchien ( https://lmy.de/FUvs ) vielleicht nicht kreiert haben - das obliegt, denke ich, der göttlichen Trinität -, den sie aber mittels einer irdischen Realität, wie sie so noch nie im All vorhanden war, umgesetzt haben und mit Hilfe des sogenannten Bösen, mit Hilfe von Krankheiten und Tod. Dieser Weg ist es, der zu einem Bewusstsein führt, das im Universum neuartig und und in dieser Dimensionalität noch nicht erreicht worden ist.
Selten wissen die Menschen, wie sehr das gesamte Universum, alle Multiversen, auf sie schauen, wie unfassbar viele Wesen an ihrem Weg beteiligt sind, durchaus auch als Gegenspieler, aber als solche im Rahmen dieses neuen Weges unverzichtbar für die Entwicklung des Menschen. Im „Faust“ weiß der Herr in seinem Gespräch mit Mephistopheles, warum:
Des Menschen Tätigkeit kann allzu leicht erschlaffen,
er liebt sich bald die unbedingte Ruh;
Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu,
Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen.
Der Geselle ist Mephistopheles und Goethe, der bei aller Genialität noch nicht Satan/Ahriman und Luzifer unterschiedlichen Wirkweisen des sogenannten Bösen zuordnen konnte, hat beide in der Gestalt des Mephistopheles zur Darstellung gebracht
Für mich ganz entscheidend ist, das spirituelle Dilemma zu durchschauen, das der Dualismus mit sich bringt: immer stehen sich zwei Pole gegenüber und nie wird der Kampf zwischen beiden zu einem Frieden der Seele führen; das gilt selbst für Liebe versus Hass. Wer dieses Dilemma verstehen möchte, mag sich nur Golgatha vorstellen und dass dort zwei Kreuze stehen; nie hätte sich in der Folge etwas auf der Erde wirklich verändert. Nie wäre wirklich ein neues Bewusstsein auferstanden, nie hätte sich ein Weg der Erlösung aufgetan, in dessen Rahmen auch Ahriman und Luzifer erlöst werden wollen. Möglich allein wird dies durch das Rosenkreuz zwischen den beiden anderen.
Der Sohn des Alten, der sich im Märchen mit dem Tod arrangiert, sperrt entweder, wie die Esssäer, Satan und die Schlange bewusst aus und glaubt auf diese Weise sein Glück zu erreichen; oder - und diese Annahme ist wohl die wahrscheinlichere – er wusste nicht, was er tat, als er die Schlange ( = „Gott“) und den Satan von sich wies, glaubend, ein Leben ohne diese leben zu können (unabhängig also von seinen platten Begründungen). Auf dem Hintergrund dieses Bewusstseins kann er nur ein Opfer des Todes werden. Den Tod überwindet, „wenn er gleich stürbe“, wie es in der Bibel heißt, wer wie Parzival, d e r Mensch unserer Zeit, der sich zum Christushelden hinaufarbeitet, bereit ist, wie dieser zukünftige Gralskönig die Karfreitagsbotschaft, die jenem durch Trevrizent übermittelt wird, mit dem Herzen aufzunehmen. Wer den Karfreitagsweg nicht geht, wer glaubt, an Gethsemane außen vorbeigehen zu können und dennoch den Tod zu überwinden, der frage nach bei dem Sohn des Alten.
Es könnte die Absicht des Verfassers des Märchens gewesen sein, dass er Menschen, die auf dem Hintergrund des trivialen Endes nachdenklich werden, bewegen möchte, darüber nachzudenken, ob es nicht doch die Möglichkeit gibt, den Tod zu überwinden. Das könnte den ein oder anderen zu der Erkenntnis führen, dass Gott/Luzifer beziehungsweise den Teufel/Satan/Ahriman abzulehnen nicht der Weg von uns Menschen sein kann.
Momentan sehe ich dieses Bewusstsein noch wenig verbreitet. Der Osten stellt sich gegen den Westen, Juden gegen Palästinenser. Aber das Bewusstsein der Menschen ändert sich; die alten patriarchalischen Strukturen werden vielen Menschen immer fragwürdiger und das damit verbundene Wissen. Immer mehr Menschen lassen ihr Herz entscheiden und nicht mehr überkommene Strukturen.
Ich gehöre zu jenen, die eine heraufdämmernde Morgenröte in Bezug auf das Bewusstsein der Menschen zu erkennen glauben, weil sie Ja sagen zu den Herausforderungen Satans und Luzifers, aber nicht kuschen, sondern den Weg durchziehen bis zum Rosenkreuz, das ja eben kein Ende ist, sondern ein Tor zu viel mehr …
Mittwoch, 26. Oktober 2022
Warum der Mensch tatsächlich Krone der Schöpfung ist - damit verbunden: über Goethe hinausdenken ...
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- Warum der Mensch wirklich Krone der Schöpfung sein und das Wirken der Hierarchien krönen könnte
- Warum es gilt, über Goethe hinauszudenken
Selten habe ich so profunde Sätze bei Rudolf Steiner gelesen, die so viel an wertvollem Bewusstsein beinhalten, wie die folgenden:
Der Mensch ist Götter-Ideal und Götter-Ziel. Aber dieses Hinblicken kann nicht der Quell von Überhebung und Hochmut beim Menschen sein. Denn er darf sich ja nur, als von ihm kommend, zurechnen, was er in den Erdenleben mit Selbstbewußtsein aus sich gemacht hat. Und dies ist, in kosmischen Verhältnissen ausgedrückt, wenig gegenüber dem, was als die Grundlage seines Eigenwesens die Götter aus dem Makrokosmos, der sie selber sind, heraus als Mikrokosmos, der er ist, geschaffen haben.
Die göttlich-geistigen Wesen stehen im Kosmos einander gegenüber. Der sichtbare Ausdruck dieses Gegenüberstehens ist die Gestalt des gestirnten Himmels. Sie wollten, was sie so zusammen sind, in einer Einheit als Mensch schaffen. [Rudolf Steiner, GA26, S. 183ff]
1. Der Mensch ist nicht nur eine Kreation der Elohim, wie mancher aufgrund des Beginns der Schöpfungsgeschichte annehmen könnte - Luther spricht bekanntlich aus seiner engen Sicht heraus von „Gott“ -, sondern im Grunde aller Hierarchien [https://bit.ly/3zg0kSB]. Der ganze Kosmos ist an unserem Werden, auch an der derzeitigen Bewusstseinsstufe, die man mit dem Wort „Christus“ erfassen kann, beteiligt. Steiner verweist z.B. auf die Bedeutung der Throne in Bezug auf die erste Inkarnation der Erde, die er Saturnzustand nennt und die den Beginn des menschlichen Seins erfasst.
Der Mensch ist ein Ergebnis kosmischen Wollens aller Hierarchien.
Diese Tatsache mag verdeutlichen, wie gigantisch wertvoll menschliches Sein ist.
Sie mag aber auch verdeutlichen, dass der Mensch sich auf sein Menschsein nicht zu viel einbilden sollte; er ist ein Ergebnis von Vorhandenem; allerdings leistet er einen unverzichtbaren Beitrag.
2. Für die Hierarchien ist der Mensch ein Wesen, in dem ihre eigene Entwicklung gipfelt. Dieser Gipfel will erklommen sein. Menschsein darf der Mensch schon auf dem Weg zum Ziel.
Warum das alles möglich ist, liegt an der notwendigen Kreation eines Phänomens, das wir Zeit nennen. Ohne Zeit gäbe es den Menschen nicht.
Zeit ist eine unglaublich wichtige Kreation der Götter (vgl. die Existenz des griechischen Gottes „Kronos“ - übersetzt „Zeit“).
3. Der Mensch verdankt die Qualität seines ideal-göttlichen Wesens nicht sich selbst; „die Grundlage seines Eigenwesens“ sind die neun Hierarchien. Das mag menschlichen Wesen immer bewusst sein. Sie verdanken die Qualität ihres Seins einer kosmischen Vaterschaft aller Wesen.
4. Aufgrund des gestirnten Himmels sind wir in der Lage, das individuelle Sein jeder der neun Hierarchien zu erkennen. In ihrer Göttlichkeit bilden sie eine Einheit, aber sie können eine solche nur sein, weil sie auch als Einzel-Entitäten lokalisierbar sind, wenn man es in einem Raumbegriff formulieren möchte. Den pantheistischen Einheitsbrei gibt es nicht. Er existiert nur für denkfaule lahmgeistige Esoteriker. Wie man ohne Yin nicht das Yang versteht, ohne das Weibliche nicht das Männliche und umgekehrt, so versteht man den Pantheismus nicht ohne ein Bewusstsein seiner ihm inhärenten Vielheit und Vielfalt.
5. Der Mensch wird Mensch, indem ihm etwas zur Verfügung steht, das wir mit einem Pflug vergleichen können.
Wir sind kein kosmisch wildes Kraut, wie es in der Natur wächst. Voraussetzung für unser Sein ist, dass wir das, was wir dank der Hierarchien vorfinden, als Möglichkeit unseres Wesens, den kosmischen Acker also, pflügen. Nur so finden wir Bewusstsein für den Samen und seine Früchte.
Darin besteht unsere Arbeit, unsere Aufgabe: im Pflügen. Wer glaubt, er müsse nur die Blumen ernten, bleibt ein kosmischer Luftikus, verfällt Luzifer.
Mancher mag mit seinem Pflug in der Erde stecken bleiben; Steiner nennt dieses Phänomen „Ahriman“.
6. Der Mensch muss sich ein Verständnis seiner kosmischen Substanz pflügend erarbeiten. Man kann auch den Pflug als Selbstbewusstsein bezeichnen; es ist das Bindeglied zwischen Mikro- und Makrokosmos. Ohne pflügen geht nichts.
Indem er seiner Selbst mehr und mehr bewusst wird, dringt sein Pflug immer tiefenwirksamer, immer verstehender, immer bewusster in den kosmischen Acker ein. In jeder Krume erkennt er Substanzen von Hierarchien, die an dieser Stelle gewirkt haben.
7. Selbstbewusstsein erfordert die Arbeit am inneren Menschen. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat ihn beispielsweise die Bedeutung der Arbeit mit und an seinem inneren Kind erkennen lassen, etwas, was ihn verstehen lässt, warum es wichtig ist, Verletzungen zu heilen, vor allem aber, Verletzungen von Kindern zu vermeiden (hallo Katholische Kirche, hallo …)
8. Der Mensch kann aufgrund der Studien eines Steiner verstehen, dass Kindsein verbunden ist mit dem allnächtlichen Vermögen, im Schlaf aufarbeitend zu den Tagesanfängen zurückzugehen, dass wieder Kind zu werden ebenfalls bedeutet, zwischen den Leben zu den kosmischen Ursprüngen zurückzugehen. Deshalb geht Michael Endes Momo im gleichnamigen Werk rückwärts zu Meister Hora. Es gilt, unter den vielen Quellen, die unser Bewusstsein fördern können, die richtigen auszuwählen, denn falsche Propheten gibt es zuhauf, z.B. Menschen, die nur luziferisches Bewusstsein lehren und in die Irre führen; viele Esoteriker gehören zu ihnen.
9. Das eigene Selbst zu finden ist ein Prozess, der nicht ohne Irren und Verlaufen im Wald vonstatten geht, wie wir es in den Märchen dargestellt finden - durch viele Leben. Nur muss der Mensch irgendwann wirklich den Mut haben, wie Gretel der Hexe ins Kreuz zu treten - zu viele Esoteriker und auf spirituellen Wegen unterwegs Seiende sind zahnlose Tiger, die ihre Unfähigkeit zu handeln mit pseudopazifistischem Spiritualismus kaschieren. Christus brachte in Wahrheit das Schwert, also die Fähigkeit, Wahrheit und Falschheit zu trennen. Ohne die Fähigkeit, das Schwert zu gebrauchen, gibt es keinen Seelenfrieden - „ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ (Matth. 10,34) Das kosmische Pflügen geht ohne Schwerter nicht. Pflugscharen sind auch Schwerter.
10. Der gestirnte Himmel ist eine Kreation unserer Inneren, eine Kreation, die uns nur aufgrund der Arbeit der Hierarchien zur Verfügung steht. Er vermag uns alles zu spiegeln, was unseren geistigen Kosmos ausmacht. Indem wir unseren Pflug, unser Selbstbewusstsein einsetzen, erkennen wir uns in ihm, diesem Himmel. Die Gefahr besteht meines Erachtens darin, dass viele Menschen eigene Sterne in den gestirnten Himmel hineingeheimnisst haben und es weiterhin eifrig tun und sich z.B. etwas einbilden, was in Wahrheit nicht vorhanden ist oder was sie beispielsweise bei Steiner gelesen haben, was nicht aber in ihrem Bewusstsein wirklich vorliegt und immer fremd bleiben könnte. Es entwickeln sich daraus dann die geistigen Drohnen dunkler Kräfte.
Der Mensch hat in wenigen Jahrzehnten den Orbit mit Weltraumschrott vermüllt; über Jahrtausende tat er das mit dem gestirnten Himmel.
Wir dürfen und müssen uns auf ein großes Reinigen einstellen.
11. Es gibt keine Wahrheit, kein kosmisches Bewusstsein ohne tiefe Ehrlichkeit. Zu oft existiert der gestirnte Himmel als esoterische Seifenblase.
Um ihn wirklich zu erfahren, benötigen wir diese Ehrlichkeit und das Bewusstsein und die Hilfe aller Hierarchien.
Wir dürfen ihnen ab und an dafür danken.
Kern und Schale
Wer meine Veröffentlichungen, beispielsweise auf meinem Methusalem-Blog kennt, weiß, wie sehr ich Goethe schätze, auch, weil er ein wirklicher Mensch und ein unverblümter Mann war: beides war in seiner jeweiligen Authentizität Voraussetzung für sein großes Bewusstsein.
Vor der Wiedergabe des obigen Steiner-Zitats habe ich auf meinem Facebook-Account einen seiner Sprüche bzw seiner Gedichte veröffentlicht, überschrieben Ultimatum. Zu lesen war da:
Und so sag' ich zum letzten Male:
"Alles giebt sie reichlich und gern;
Natur hat weder Kern
Noch Schale;
Alles ist sie mit Einemmale;
Du prüfe dich nur allermeist,
Ob du Kern oder Schale seist!"
(...)
Ihr folget falscher Spur,
Denkt nicht, wir scherzen!
Ist nicht der Kern der Natur
Menschen im Herzen?
(aus Goethe, „Ultimatum“ )
Kern, das sind wir selbst, unser Selbst. Schale, das ist der gestirnte Himmel bis an die Grenzen unseres kosmischen Horizonts.
Für die Natur gilt: Sie ist Kern und Schale, alles im allem.
So allerdings formuliert Goethe nicht. Natur hat nicht die Fähigkeit, ein Bewusstsein von Kern und Schale zu haben bzw. sich zu erarbeiten, er schreibt, sie habe weder Kern noch Schale.
Klar ist für mich, was Goethe bezweckte, indem er den Menschen dem Kern zuweist. Und natürlich hat das eine gewisse Berechtigung. Dennoch aber liegt dem Guten nicht das Steinersche Bewusstsein zugrunde. Tatsächlich sind wir alles, wir sind Schale und damit gestirnter Himmel und wir sind Kern, Selbst. Das eine besteht nicht ohne das andere, kann nicht ohne das andere existieren. Wir brauchen den Spiegel des gestirnten Himmels.
Damit möchte ich mich natürlich nicht über den Altmeister stellen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, wie vorsichtig wir allem gegenüber zu sein und Dinge neu zu denken haben.
Unser Denken darf noch viel beweglicher werden, ja, auch frecher, wagemutiger, risikobereiter.
Gleiches gilt für unsere Gefühle, für unser Wollen.
Montag, 10. Oktober 2022
Gestiefelter Kater sein - die bieder selbstgenügsame Spiritualität überwinden. Den (Welten)Humor leben!
Ein bisschen hat jeder die Fähigkeit, gestiefelter Kater zu sein, in sich. Gewiss nicht jede und jeder gleichermaßen, aber mancher, der vor sich tut, er kenne den Kater nicht, ist entweder einfach lau (ein biblischer Ausdruck für nicht Fisch noch Fleisch), faul-behäbig oder feige.
Es gibt diese Märchen, deren Stellen manche gern überlesen, die darauf aufmerksam machen, dass man zu Mitteln greifen darf, die die Feigen von vornherein ächten und z.B. einen auf Pazifismus machen. Nein, das Leben fordert uns heraus, nicht nur die Hände zu falten und den Frommen zu geben, sondern handlungsstark und gewitzt zu sein.
Gretel ist da ein leuchtendes Beispiel:
Frühmorgens musste Gretel heraus, den Kessel mit Wasser aufhängen und Feuer anzünden. 'Erst wollen wir backen', sagte die Alte, 'ich habe den Backofen schon eingeheizt und den Teig geknetet.' Sie stieß das arme Gretel hinaus zu dem Backofen, aus dem die Feuerflammen schon herausschlugen. 'Kriech hinein,' sagte die Hexe, 'und sieh zu, ob recht eingeheizt ist, damit wir das Brot hineinschießen können.' Und wenn Gretel darin war, wollte sie den Ofen zumachen, und Gretel sollte darin braten, und dann wollte sie´s auch aufessen. Aber Gretel merkte, was sie im Sinn hatte und sprach 'ich weiß nicht wie ich´s machen soll; wie komm ich da hinein?' 'Dumme Gans,' sagte die Alte, 'die Öffnung ist groß genug, siehst du wohl, ich könnte selbst hinein,' trappelte heran und steckte den Kopf in den Backofen. Da gab ihr Gretel einen Stoß, dass sie weit hineinfuhr, machte die eiserne Tür zu und schob den Riegel vor. Hu! da fing sie an zu heulen, ganz grauselich; aber Gretel lief fort, und die gottlose Hexe musste elendiglich verbrennen.Gretels Stoß ist einer, der es in sich hat; er ist notwendig, damit sich die Not ihres Bruders und ihre eigene wenden. Mit ein bisschen esoterischem Powerchen ist da nichts getan; Gretel langt hin!
Was uns das Märchen lehrt:
- Vorsicht mit vorschnellen Urteilen: Was zu nichts zu taugen scheint, kann uns große Dienste erweisen; ein paar Stiefel können die Welt verändern.
- Oder ein Sack, wenn man ihn zu nutzen weiß.
- Die Rebhühner im Märchen sind jene Dinge, deren wir habhaft werden können, wenn wir dem Leben zugewandt sind und mit dessen Fülle umzugehen lernen.
- Dann ist auf einmal ein Wachposten da, der es zulässt, dass wir zum König gelangen.
Das ist eine Seite, die, wenn sie uns dominiert, wir schnell recyceln sollten.
Natürlich kann es auch sein, dass der Kater übertreibt. Von diesem Kater erzählt das Märchen nicht. Aber es gibt ihn. Allerdings gibt es eben auch eine Seite in uns, die sagt: Übertreib´s nicht. Geh nicht zu weit!
Oft ist das eine durch unser Elternhaus oder andere Sozialisationsinstanzen eingebaute Spaßbremse.
Manchmal ertragen wir Glück nicht. Wir kennen die Geschichten von Lottogewinnern, die binnen kurzer Zeit ihr Geld wieder verlieren. Kein Zufall.
Es gibt allerdings auch Gesetze, auch spirituelle, die wir zu beachten haben: Einen Lohengrin darf man nicht fragen, woher er kommt; die Sonne zu genießen ist schön, aber Ikarus zu spielen, zahlt sich nicht aus.
Es sind da auch andere Seiten in uns, die uns lehren wollen und können, was angesagt ist und was nicht. In Bezug auf diese hören wir nicht auf, ein Leben lang zu lernen.
Märchen geben in vielerlei Gestalten, zu denen Menschen und Tiere gehören, Auskunft über unsere gigantisch vielen Seiten. Das Leben ist wie eine Orgel. Mancher von uns spielt gar nicht mit den Füßen oder nur auf einem einzigen der vielen Manuale. Und ist glücklich. Aber eben in seiner Definition von Glück.
Das Üble ist, dass jene, die eine reduzierte Form von Glück leben, möchten, dass andere das auch tun. Dann müssen sie nicht hinschauen, dass sie in Wahrheit Leben nicht leben.
Wer hätte gedacht, dass ein fluchender Kutscher, von dem das Märchen erzählt, eine Türe zum großen Glück aufmachen kann - wenn man nur hinhört …
Und wer hätte gedacht, dass es manchmal gut sein kann, sich splitternackt auszuziehen …
Mancher wird sagen, dass der Kater auch zum Mittel der Lüge greift.
Oder ist er listig?
Ist es eine Lüge, dass der Kater verlauten lässt, seinem Herrn seien die Kleider gestohlen worden, oder ist es eine List?
Ist es verwerflich, die Leute zu anderen Aussagen zu animieren - oder ist es ein geschickter Schachzug, den das Leben zulässt?
Die Antwort des Märchens ist mit der Gestaltung des Ausgangs eindeutig.
Und es lässt uns auch wissen: Man kann mit einem Zauberer in einen gewaltigen Kampf gehen, man kann ihn aber auch mit List und Witz in die Tasche stecken.
Menschen sind heute gerne bierernst, weil sich dann besser übersehen lässt, dass der Geist der Menschen in die Abstraktion gegangen ist und mit vielen Seiten und Saiten des Lebens nicht mehr umgehen kann, sie nicht zum Klingen bringt. Da ist dann manches geheim und geheimnisvoll geworden, obwohl es seiner eigentlichen Bedeutung nach bestens bekannt ist, denn „geheim“ bedeutet eigentlich:„zum Heim gehörend“. Deshalb gab es Geheimräte wie Goethe, die das Fürstentum bestens kannten und in Bezug auf das Heim des Fürstens jenem ein wertvoller Ratgeber sein konnten.
„Nun konnte man sehr leicht meinen, daß es etwas Ungehöriges ist, so, wie man sagt, «heilige Dinge» satirisch zu behandeln. Aber wirklich, meine lieben Freunde, will man weiterkommen gerade auf dem Gebiete geistiger Weltanschauung, dann ist eine Grundforderung diese, daß man nicht das Lachen verlernt über dasjenige, worüber in der Welt gelacht werden muß, wenn man es richtig beurteilt. Eine Dame erzählte einmal von einem Herrn, der immer in der Stimmung war, «hinaufzusehen zu den großen Offenbarungen des Weltenalls». Von anderen Menschen, als von «Meistern», sprach er überhaupt nicht, und, verzeihen Sie, aber sie sagte noch: Er hat eigentlich immer «ein Gesicht bis ans Bauch» gemacht - sie war keine Deutsche, die betreffende Dame - also ein tragisch verlängertes Gesicht trug er stets zur Schau.“ (GA 169, S. 124)
„Man kriegt manchmal ein bißchen Schmerzen, wenn man in anthroposophische Ansiedlungen oder Zusammenrottungen kommt. Da ist manchmal eine solche bleierne Schwere. Man kriegt die Leute nicht zum Beweglichwerden. Bleierne Schwere ist da; wenn man eine Diskussion beginnt, macht keiner den Mund auf, weil auch die Zunge bleiern schwer ist. Die Leute machen ein «Gesicht bis ans Bauch». Sie sind so wenig geneigt, zum Heiterwerden, zum Lachen zu kommen!“ (GA 317, S. 102)
Dem einen mag der gestiefelte Kater zu weit gehen, einem anderen nicht. Das mag jeder für sich entscheiden. Nur ist es empfehlenswert, den Kater in sich auszuprobieren und andere Tiere und Möglichkeiten, die wir haben. Nicht dass wir am Ende des Lebens zurückschauen und denken: Wäre ich doch nicht so bieder gewesen und hätte mehr ausprobiert …
Seinem Menschheitsrepräsentanten lässt Rudolf Steiner nicht von ungefähr den Weltenhumor sozusagen über den Rücken schauen (https://bit.ly/3RJb9Dn).
Das mag uns zu denken geben, wenn wir mal wieder nur bierernst sein wollen …
Wir leben gerade in einer Zeit, in der alles viel zu sehr bierernst genommen sein will, Ukraine, Klima, Inflation …
Dahinter aber stehen genau jene Kräfte, die uns nur bierernst sein lassen und den gestiefelten Kater als eine Möglichkeit des Lebens vergessen machen wollen.
Mit Lachen und Humor überleben wir, ja leben wir!
Montag, 25. Mai 2020
"Zwei Särge, doch ein Grab, so soll es sein" - Karl May für seine Klara zur Verlobung und Hochzeit: zwei Gedichte.
Wir strebten beide Hand in Hand
Zum Himmel auf und seinen Sternen,
Doch ist's nicht leicht, nach jenem Land
Die rechte Wanderschaft zu lernen.
Es gibt der Wege allzuviel,
Doch welcher ist der rechte Pfad?
Zeig meinem Auge stets das Ziel
Und sei mein guter Kamerad!
Ragt eine Klippe hier und dort,
Will mich ein Trug zum Abgrund leiten,
So sage mir ein warnend Wort,
Den Sturz, den schweren, zu vermeiden!
Und wenn es uns beschieden ist,
Daß sich ein Feind verborgen naht,
So warne mich vor seiner List
Und sei mein guter Kamerad!
Und wenn ich schwach und müde bin,
Die schwere Wandrung zu beenden,
So knie freundlich zu mir hin
Und stärke mich mit sanften Händen!
So folgen beide wir der Bahn
,Du durch den Rat, ich durch die Tat,
Und kommen froh und glücklich an,
Ich und mein guter Kamerad.
Das zweite Gedicht schrieb er zu Ehren ihrer beider Hochzeitstag und überschrieb es:
AM HOCHZEITSTAG
Komm, Liebling, komm, wir wollen scheiden gehen;
Die Erde hat es uns so leicht gemacht.
Ich kann nicht traurig vor dem Abschied stehen,
Wenn er so froh in deinen Augen lacht.
Wir wollen Hand in Hand uns niederlegen;
Zwei Särge, doch ein Grab, so soll es sein.
Und über uns des ew’gen Vaters Segen,
Doch nie und nimmermehr ein Leichenstein!
Und rollt die Erde auf die Särge nieder,
So lächeln wir beglückt einander zu,
Man singt uns zwar vielleicht dann Sterbelieder,
Doch die Gestorbnen sind nicht ich und du.
Wir haben ja nur das zurückgegeben,
Was von der Erde uns geliehen war,
Und stehen beide als vereintes Leben
Bei unsern Särgen, wenn auch unsichtbar.
Die letzte Stunde naht, am Firmamente
Wird Licht um Licht vom Vater aufgestellt,
Er ladet uns zur stillen Jahreswende,
Zum neuen Sein dort in der andern Welt,
Schau auf! Du sollst in meinen Sternen lesen,
Was in den deinen längst geschrieben lag:
Wir sind auf Erden n u r v e r l o b t gewesen;
Der Todestag ist unser H o c h z e i t s t a g !
Gewiss war Karl May auch ein Schwerenöter.
Doch wer denkt, solch eine Klassifizierung beinhalte einen Vorwurf, der irrt (zumal er ein liebenswerter Schwerenöter war - und doch noch so viel mehr!).
Denn wer von uns ist nicht irgendetwas, worüber der Spießbürger von nebenan die Nase rümpft.
Auffallend ist, eine Frau, die man liebt und heiratet, im Rahmen eines Gedichtes zur Verlobung in erster Linie als Kamerad zu bezeichnen. Sicherlich hängt es damit zusammen, dass seine so intensiven Lebenserfahrungen ihn die Ehe in einem anderem Licht haben sehen lassen, als das jung Vermählte gewöhnlich tun, was sich auch darin zeigt, dass er den Lebensabschnitt, den beide nun beginnen, als Wanderung begreift. Darin zeigt sich auch jene große Wandlung, die nicht allein nur sein Zuchthausaufenthalt bewirkt haben mag.
Er begreift, dass er für die Menschenseele schreiben will, wie er selbst sagt.
Vergleichbares gilt für das Hochzeitsgedicht: Unglaublich, zu Beginn von Scheiden und Abschied
zu schreiben, von Särgen und dem gemeinsamen Grab. Doch zeigt sich, wie ernst es Karl May einerseits mit seiner Spiritualität und andererseits mit seiner Liebe gewesen sein muss, spricht er doch von einem vereinten Leben, das daran erinnern mag, dass er - übrigens ja nicht nur Karl May, sondern wie auch Tucholsky, Schiller und viele andere - glaubte, seine Schwesterseele gefunden zu haben. Und dass für beide vor allem auch das geistige Leben zählt, weil unser irdisches nur geliehen ist, wie er in fast pietistischem Tonfall intoniert.
Jedenfalls: Selten hat jemand Goethes Stirb und Werde aus Selige Sehnsucht ernster genommen. Und ich wüsste nicht, dass es jemand jemals ausgerechnet für den Hochzeitstag tat. - Karl May muss sich Klaras Verständnis zutiefst sicher gewesen sein.
Im Übrigen finde ich es ein wunderschönes Bild, wenn er schreibt, dass zur letzten Stunde Licht um Licht vom Vater aufgestellt wird.
Zahlreichen Lesern könnte unbehaglich sein, wie sehr sich Karl May zu seinem Christsein bekannte, ich erinnere in diesem Zusammenhang an einige Gedichte aus seinem Gedichtband Himmelsgedanken.
Wer will davon heute noch etwas wissen. Nur noch wenige.
Aber für Karl May lässt sich nichts daran deuteln. Der ein oder andere seiner atheistischen Fans - es werden unter den weltweit vielen Millionen Lesern Millionen sein - mag vergessen haben, dass Winnetou noch in seiner Todesstunde sich als Christ bekennt.
(Wobei angemerkt sein mag, dass kaum ein Schriftsteller sein Personal so ohn Ansehen von Stand, Nation und Religion Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe zeigen ließ.)