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Donnerstag, 22. Oktober 2026

Die Bedeutung des Wortes "deutsch": im Mittelpunkt steht das Volk! – Das hat mit einer zukünftigen spirituellen Aufgabe der Deutschen zu tun!

[erweiterte Neufassung des Beitrags vom 17. Oktober (gelöscht) unter gleichem Titel]

Das Adjektiv "deutsch" geht zurück auf germanisch *peudō und bedeutet ‘Volk’ und bemerkenswert ist, dass dieses Wort aus einer Wurzel stammt, die sich mit ´schwellen´ übersetzen lässt, so dass mit ´Volk´ eine große, kraftvolle, mächtige Menge bezeichnet wird, die auch deshalb - so möchte ich vorwegnehmen - als deutsches Volk Grenzen, die ihm von den derzeitigen Politikern bewusst gesetzt werden, nicht mehr akzeptieren wird.

Germania magna - unsere Heimaterde


Wenn wir heute von Germanen sprechen, dann beziehen wir uns auf ein Gebiet, das die Römer "Germania magna" nannten und das für sie rechts des Rheins, an Gallien angrenzend, begann, im Süden von der Donau begrenzt war und im Osten von der Weichsel, im heutigen Polen also, und den Karpaten. Zahlreiche, oft recht kleine Stämme lebten dort und sie bekriegten sich auch gern. Über dreihundert sind uns namentlich - u.a. durch Caesar, Tacitus, Ptolemäus oder Jordanes - überliefert; insgesamt dürften es wesentlich mehr gewesen sein. Dem Namen nach bekannt sind uns u.a. Burgunder, Angelsachsen, Cherusker, Dänen, Franken, Goten, Hessen, Langobarden, Normannen, Sachsen oder auch die Vandalen. Wenn man sich vorstellt, dass die Stämme zumeist ihren eigenen Dialekt sprachen, dann mag man sich leicht vorstellen, dass doch in Germania magna ein ziemliches Sprachengewirr herrschte.

Schriftliche germanische Sprachdokumente sind uns in überschaubarer Anzahl überliefert. Oft sind es Runeninschriften auf Waffen, Kämmen oder auch auf Schmuck.

Herausragendes Dokument ist die Gotenbibel, vor allem als Wulfilabibel bekannt, benannt nach Bischof Wulfila (311-383 n.Chr.), der - wahrscheinlich mit weiteren Mönchen - das Neue Testament übersetzte und dafür die gotische Schrift erfand; bis dahin gab es nur gotische Runen.

Jedenfalls war das Germanische insgesamt eine Sprachfamilie mit vielen verschiedenen Zweigen. Sprachwissenschaftler gehen heute davon aus, dass sich das Alt- und Mittelhochdeutsche, mithin unser heutiges Deutsch, aus regionalen Sprachformen des westlichen Germanien entwickelte.

Das Wort "deutsch" vor tausend Jahren


Im Althochdeutschen - also westgermanischen Dialekten zwischen 650 und 1050 n.Chr. - findet sich um das Jahr 1000 ´thiutisk´ / ´diutisc´; belegt ist es in seiner lateinischen Version ´theodisce´ schon im Jahre 786; diese Begriffe bezeichneten Deutsch als die Volkssprache, die dem Lateinischen als Kirchensprache gegenüberstand.

In der Folge wird ´thiutisk´ / ´theodiscus´ über die Bezeichnung einer Sprache hinaus zu einer, mit der die Stammesgebiete von Franken, Sachsen, Schwaben, Bayern und anderen Stammesgruppen erfasst werden.

Aus dem Althochdeutschen ´thiutisk´ / ´diutisc´ wird dann im Mittelhochdeutschen ´diutisch´ sowie ´diutsch´, ´tiutsch´ oder auch ´tiusch´.

So lesen wir im "Parzival" Wolfram von Eschenbachs (* um 1170, † 1160/1180 ) kurz vor Schluss des gewaltigen Epos den Hinweis, dass die authentische Gralserzählung aus der Provence kam, übermittelt von dem provenzalischen Troubadour Kyot, und es heißt dort: 
von Provenz in tiuschiu lant / diu rehten maere sind gesant.
Auch in der politischen Spruchdichtung eines Walther von der Vogelweide (* um 1170, † um 1230), ´Unmutston´ genannt - "ton" bedeutet hier "Lied" - in der er mutig und mit ordentlich Verve sich der Einflussnahme auf politisches Geschehen durch Papst Innozenz III. entgegenstellt, findet sich wiederholt das Wort ´deutsch, wobei damit ein sich offensichtlich entwickelnder Sprach- und Kulturraum angesprochen ist.

Der Papst betrachtete die Königswahl und die Kaiserkrönung als Angelegenheiten, bei denen der päpstlichen Autorität ein signifikantes Recht auf Mitsprache zustand. Walther sah darin eine Gefahr für die eigenständige Rechtstellung des Reiches, des, wie es auch genannt wurde, ´Heiligen Römischen Reiches´.

Bekanntlich war das antike große Römische Reich im Jahr 395 n. Chr. auseinandergebrochen, genauer gesagt teilten sich nach dem Tod ihres Vaters Kaiser Theodosius I. seine beiden Söhne Arcadius und Honorius die Herrschaft; so entstand das Weströmische Reich mit Sitz zunächst in Ravenna, dann in Mailand; Zentrum des Oströmischen Reiches wurde Konstantinopel - auch Byzanz genannt.

Das Frankenreich: Großmacht im Westen

Im Zuge der Völkerwanderung - man bezeichnet damit die Migration vor allem germanischer Gruppen in Mittel- und Südeuropa in der Zeit zwischen 375, als die Hunnen in Europa einfielen, und 568, als die Langobarden Norditalien eroberten - war das Weströmische Reich zunehmend an seinen Außengrenzen bedroht. Mit der Absetzung seines letzten Kaisers Romulus Augustulus endete seine Existenz; die germanischen Stammesfürsten übernahmen um 470 die Verwaltung ihrer Gebiete selbst. Franken, Alamannen, Thüringer, Sachsen und Bayern prägen nun die politische Landkarte; das Frankenreich wird zur entscheidenden Großmacht im Westen.

Mit Karl Martell - ab 751 ist er König der Franken - beginnt nach den Merowingern als dem ersten Königsgeschlecht der Franken die Zeit der Karolinger, deren bedeutendster Vertreter, Karl der Große - von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs -, der erste westeuropäische Kaiser werden sollte, gekrönt durch einen Papst, nämlich Leo III. Damit entstand, was als westliches mittelalterliches Kaisertum in die Geschichte eingeht.

Der gewaltige Einfluss des Christentums

Ganz entscheidend ist, wie sehr das Christentum die politische und kulturelle Struktur beeinflusst. Bis zur Zeit Karls des Großen werden im Frankenreich mehr als 1000 Klöster gegründet; mit ihnen entstehen Klosterschulen, Schreib- und Musikschulen, oft sind sie wissenschaftliche Zentren, ermöglichen und fördern das Kunsthandwerk - Mönche schaffen große Werke der Bildenden Kunst, auch gestalten sie wertvolle, künstlerisch bedeutende Handschriften - und Klöster sichern regional die Versorgung von Kranken und Armen ab; sie stellen eine erste Entwicklungsstufe der Sozialfürsorge dar.

Das Heilige Römische Reich entsteht

Wenn auch Latein als Kirchensprache dominiert, ermöglicht und fördert dieser kulturelle Boden die Entstehung des Althochdeutschen und bahnt den Weg zum Mittelhochdeutschen.

Unter seinen Enkeln wird das von Karl dem Großen geschaffene Reich aufgeteilt: das Westfrankenreich wird zu einer wichtigen Grundlage des späteren Frankreich; aus dem Ostfrankenreich entwickelt sich der politische Kern des späteren Heiligen Römischen Reiches, als dessen Ausgangspunkt in der Regel die Kaiserkrönung Ottos I. am 2. Februar 962 gilt. Er sieht sich mit seinem Kaisertum in der Nachfolge des antiken römischen Kaisertums.

Urkundlich belegt ist die Bezeichnung "Sacrum Romanum Imperium", also "Heiliges Römisches Reich" erstmalig 1184. Mit dieser Bezeichnung wird zum einen, wie bereits angespochen, bewusst Bezug genommen auf das einstmals so blühende antike Römische Reich und zugleich mit ihr die Heiligkeit des Christentums verknüpft; Kaiser und Kirche sollen Verantwortung für die Ordnung der Christenheit tragen.

Bemerkenswert ist, dass im 11. Jahrhundert das Ostfrankenreich auch als "regnum teutonicum" bezeichnet wurde. Die Teutonen waren ein germanischer Stamm und so mag es gekommen sein, dass "teutonicus" - die Römer bezeichneten gern auch das Land der Germanen als "Teutonia" - zu einer Bezeichnung wurde, mit der man sich auf das Deutsche bezog; zum Teil geschah das auch abwertend, wenn vom "furor teutonicus" gesprochen wurde, also von teutonischer Raserei, die die Römer gern den germanischen Stämmen, bevorzugt den Teutonen, die den Römern empfindliche Niederlagen zufügten, attestierten. Als "Regnum Teutonicum" wurde im 11. Jahrhundert auch ein Teil des Heiligen Römischen Reiches bezeichnet, eines Reiches, dessen Grenzen sich im Laufe der Jahrhunderte erheblich veränderten. Zu einem Nationalstaat im modernen Sinne entwickelte es sich jedoch nie, sondern blieb ein monarchisch geführter Verbund von zahlreichen Herrschaftsgebieten, die ab dem 16. Jahrhundert zunehmend auf Souveränität pochten. Letztendlich führte deshalb auch diese Struktur zu seinem Verfall, den Napoleon 1806 endgültig besiegelte.
Bleibt noch anzumerken, dass innerhalb der Grenzen des Reiches in der Frühen Neuzeit, also ab Mitte 13. bis Ende 15. Jahrhundert, zwölf verschiedene Sprachen gesprochen wurden, darunter Dänisch, Tschechisch, Slowenisch, Italienisch, Jiddisch, Französisch und Niederländisch. Am verbreitetsten war das Deutsche, das auch außerhalb des Reiches bis nach Südosteuropa hin zu finden war. Der Zusatz "Nationis Germanicæ" - also "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation" findet sich im Übrigen erst - und dann mehrfach - um 1500 und auch hier gilt, dass die Bezeichnung "Nation" nicht im heutigen Sinne verstanden werden darf.

Wo finden wir die wahren Ursachen geschichtlicher Entwicklung?

Das also ist der historische Kontext in Bezug auf Walthers engagiertes Auftreten gegenüber zwei Päpsten; seine Kritik richtete sich vor allem gegen die Vorstellung, der Papst könne über den deutschen König verfügen und weltliche Herrschaft nach eigenem Ermessen bestätigen oder entziehen.

Der Kontext macht zugleich deutlich, wie vielschichtig die geschichtliche Entwicklung ist, in deren Rahmen sich das Mittelhochdeutsche in einem Zeitraum zwischen 1050 und 1350 als gesprochene und geschriebene Sprache etablierte, bevor es in das Frühneuhochdeutsche überging.

Natürlich stellt sich die Frage: Ist solch eine geschichtliche Entwicklung eher zufällig? Hätte sie auch ganz anders verlaufen können? Und warum verändert sich Sprache?

Wir können diese Frage auch in Bezug auf das Leben von Menschen stellen, auch in Bezug auf unser eigenes. War es Zufall, dass wir bestimmte Leute in unserem Leben trafen? Inwieweit haben wir selbst unser Schicksal bestimmt? War es Zufall, dass ich, als ich meinem Chef mitteilen wollte, eine andere Laufbahn einschlagen zu wollen, er nicht im Haus war, ich dann abließ von meinem Vorhaben und mein Weg ganz anders verlief? Welche Menschen hätte ich wohl in meinem Leben getroffen, wenn ich nicht in der Schule eine Ehrenrunde gedreht hätte? Hätte der römische Senator und Feldherr Varus nicht im Teutoburger Wald die Germanen eigentlich vernichtend schlagen müssen, stattdessen verloren 20 000 Römer ihr Leben. Und musste er sich noch auf dem Schlachtfeld das Leben nehmen? Warum zog Donald Trump gegen den Iran zu Felde, blamierte sich und seine Nation und löste weltweit große Turbulenzen aus? Glaubt jemand, dass solch ein Mensch frei ist oder ist er nicht in Wirklichkeit in den Händen von Kräften, in Bezug auf die es gut wäre, wenn mehr Menschen ein Bewusstsein für sie herstellen? Können wir nicht erst wirklich dann von Freiheit sprechen, wenn wir bewusst mit dem Maschinenraum Kontakt aufnehmen, von dem ich gleich spreche?

Warum haben manche Menschen einen Wortschatz von wenigen tausend Wörtern und verwenden im Alltag noch erheblich weniger, wohingegen der Wortschatz eines Goethe 91 000 Wörter betrug? Ist es nicht so, dass social media den Wortschatz und damit das Bewusstsein der ganzen Menschheit erheblich zu reduzieren droht und anfällig macht für Manipulationen, woher sie auch immer kommen? Sollten nicht Menschen wieder dazu übergehen, sich mehr von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten und damit auch ihren Wortschatz zu erweitern, der ihr Bewusstsein mitbestimmt?

Über die Bedeutung kosmischer Räume

Was wir geschichtlich erleben und wahrnehmen, ist den Schiffsschrauben vergleichbar, die sich unter dem Heck eines Schiffes regelmäßig drehen, aber auch blockiert sein können. Was sie antreibt, befindet sich im Maschinenraum, in den nur wenige Einblick haben.

Das ist die Ebene, die wir als Jenseits bezeichnen. Menschen nehmen die Drehungen des Lebens wahr und viele geben sich damit als Erklärung für das, was auf der Erde geschieht, zufrieden. Die Zahl derer aber nimmt zu, die die Ursachen der Drehungen erforschen wollen oder jene ernster nehmen, die darum wissen. Sie ahnen, vermuten oder wissen, dass wir mit einem Ziel und mit einem Plan auf die Erde kommen und dass wir beispielsweise wiederholt auf Menschen treffen, von denen wir im Grunde wissen, dass wir sie treffen mussten. Oft sind es Menschen, bei denen wir schon bei der ersten Begegnung das Gefühl absoluter Vertrautheit haben. Dass dies auch für Menschen gilt, mit denen wir in großen Streit geraten, sehen viele noch nicht.

All dies trifft auch auf die Existenz und den Umgang der Völker untereinander zu. So seltsam es klingen mag: auch sie haben ein Ziel und einen Plan, der, wie bei vielen Menschen, nicht zur Verwirklichung kommt, bei manchen dagegen schon. Das Volk der Griechen beispielsweise hat wie eine wunderschöne Orchidee geblüht und der Menschheit ganz viel Wertvolles hinterlassen.

Und gerade die Mythen dieses Volkes vermitteln uns, wie sehr göttlich kosmische Ebenen in Gestalt eines Kronos, eines Zeus oder einer Athene Einfluss nahmen und nehmen auf irdisches Geschehen. Natürlich werden weiterhin viele Menschen diese Mythen für blühende Phantasie halten. Sie werden auch nicht erkennen, wie glücklich sie sein könnten, dem ägyptischen göttlichen Horus verbunden zu sein und wie sehr verbunden ihre seelische Existenz mit der großen Isis und Osiris ist.

Trotz einer wirklich guten geistigen Ausgangslage zu ihrer Gründungszeit versumpfen dagegen die USA im Materialismus und wir werden Zeugen ihres Niedergangs. Ohne dass es ihm bewusst ist, ist Donald Trump derjenige, der die Struktur der derzeitigen USA zerstört, ja die Struktur der Erde so aufmischt, dass sie sich neu ordnen muss und wird. Ob die USA sich von ihm und dem, was er noch anrichten wird, erholen kann, wird die Geschichte zeigen.

Ist es nicht seltsam, aus welch einer fast wirren und äußerst bewegten Vergangenheit sich unser heutiges Deutschland entwickelt hat? Wenn wir an "Germania magna" denken und die Existenz des heutigen Deutschlands sehen: Glauben wir an jenen "Maschinenraum" (der ja aus alles anderem als aus Maschinen besteht) und Kräfte, die sich darum bemühten, dass es dieses Deutschland von heute gibt? Dass sich Menschen mit einem bestimmten Bewusstsein in diesem Land versammelt haben, die doch - ohne das zu bewerten - anders sind als Franzosen, Türken oder Iren?

Hat Deutschland im Rahmen der Völkergemeinschaft eine bestimmte Aufgabe, so wie alle anderen Völker auch? Ist es womöglich kein Zufall, dass es zwischen dem Westen und dem Osten liegt und sollte es womöglich sich keiner Seite zuneigen, gegebenenfalls mutig beide Seite auf Distanz halten und, wenn sich die Möglichkeit bietet, zwischen beiden Polen vermitteln, sie gegebenenfalls auf bestimmte Weise miteinander verbinden? Könnte es sein, dass ihm die Aufgabe zukommt, der polaren Struktur des Seins, die sehr oft Unheil stiften kann, auf jene Weise entgegenzuwirken, wie wir wir es in diesem gewaltigen Bild, das uns auf Golgatha entgegentritt, vor uns sehen können?

Einer der gekreuzigten Verbrecher war offen für die Mitte, für Christus, der andere verspottete sie. Entscheidet nicht jede Seite, jedes Volk, jeder Mensch, ob er mit der Mitte aufersteht zu einem neuen Bewusstsein?

Sind wir womöglich in unserer Zeit gerade wieder in einer solchen Phase, in der das geschieht?

Ich persönlich glaube, dass das der Fall ist und dass viele Menschen, gerade in Deutschland, momentan bewusstseinsmäßig erwachen, auch wenn es für viele noch nicht den Anschein hat. Jeder Geburt, auch der Geburt eines neuen Bewusstseins, gehen Wehen voraus.

Welche Kräfte wirken im kosmischen "Maschinenraum" des Seins? Gibt es tatsächlich, wie wir der Bibel entnehmen können, Engelwesen, die Völker führen - soweit sie sich führen lassen, weil die Mehrheit ihrer Menschen offen ist für deren Hinweise?

Der Geist unseres Volkes stand im Focus nicht weniger deutscher Denker

Aus der Geschichte und von Menschen wie Walther von der Vogelweide können wir viel lernen.

In einem der 18 Sprüche des Unmutstons lässt er keinen Zweifel daran, was er von Papst Innozenz III. hält, wenn er ihn sagen lässt:

Ahî, wie kristenlîche nû der bâbest lachet,
swenne er sînen Walhen seit ‚ich hânz alsô gemachet‘!
Daz er dâ seit, des solt er niemer hân gedâht).
Er giht ‚ich hân zwêne Allamân undr eine krône brâht,
daz si daz rîche suln stœren und wasten.
Ie dar under fülle ich die kasten:
ich hân si an mînen stoc gemenet, ir guot ist allez mîn:
ir tiuschez silber vert in mînen welschen schrîn.
Ir pfaffen, ezzet hüener unde trinket wîn,
unde lât die tiutschen <....> vasten.‘
Ahi, wie christlich jetzt der Papst lacht,
wenn er seinen Italienern sagt, ‚Gut habe ich es gemacht‘!
(Das was er da sagt, das hätte er nie denken sollen).
Er sagt ‚Ich habe zwei Alemanni unter eine Krone gebracht,
damit sie das Reich zerstören und verwüsten.
Inzwischen fülle ich die Kasten:
ich habe sie an meinen Opferstock getrieben, ihr Gut gehört alles mir;
ihr deutsches Silber fährt in meinen welschen Schrein.
Ihr Pfaffen, esst Hühner und trinkt Wein,
und lasst die deutschen <Laien ...> fasten.‘

Mit welchem Bewusstsein und Selbstbewusstsein zeigt Walther doch auf, welche Motive sich hinter dem päpstlichen Einflussnehmenwollen verbergen. Es geht um Zerstörung, Verwüstung und Bereicherung auf Kosten der Armen, auf Kosten des einfachen Volkes. Dabei war Walther nicht gegen die Kirche eingestellt, doch prangerte er das Treiben von Papst Innozenz und auch dessen Nachfolger Gregor IX. an.

Es ist bemerkenswert, dass in der Blütezeit des Deutschen, der Zeit der Weimarer Klassik und des Deutschen Idealismus, gerade von deren Philosophen, sei es Fichte, Hegel oder Schelling, immer wieder auch das Volk und der Geist des deutschen Volkes im Mittelpunkt stehen, man denke nur an Fichtes "Reden an die deutsche Nation", die ja zu seiner Zeit in unserem heutigem Sinne noch keine Nation war. Wie sehr liegt ihm Deutschland spürbar am Herzen; der Bedeutung der Vaterlandsliebe widmet er eine eigene Rede, die achte. Intensiv setzt er sich mit der Bedeutung der deutschen Sprache auseinander, die für ihn die sedimentierten Erfahrungen unseres Volkes bereithält und wer in diese Sprache hineinwächst, wird seiner Ansicht nach durch sie geprägt. 
Mir kommen, indem ich dies schreibe, Worte einer Pavlina Klemm in den Sinn, die in zahlreichen Büchern, die zum Teil Spiegel-Bestseller sind, die Botschaften der Plejader übermittelt, Worte, die mich ungeheuer beeindruckt haben: 
Die deutsche Sprache ist wirklich heilig. Die Sprache ist tatsächlich an die kosmische Christus-Energie angebunden und wenn die deutschen Menschen sprechen, dann können sie durch ihre Worte tatsächlich heilen.
Ich bin gegenüber medialen Botschaften grundsätzlich skeptisch, weil ich auf diesem Gebiet auf zu viel Hokuspokus gestoßen bin; Pavlina Klemm finde ich allerdings absolut authentisch. Manchem mag ihre Aussage dennoch zu gewagt sein. Im Grunde aber setzt sie mit ihren Worten fort, was ein Meister Eckart, ein Jakob Böhme, ein Paracelsus, Herder, Fichte, Hegel, Schelling, Novalis, Schiller in seinen ´Ästhetischen Schriften´ oder ein Goethe mit seinem "Faust" oder mit seinem "Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie" auf den Weg gebracht haben. Auch einen Rudolf Steiner sehe ich in dieser Linie, wenn auch einiges, was er schrieb, überholt ist, u.a. sein Karmaverständnis, das für mehr und mehr Menschen nicht mehr gilt; leider verstellt der Dogmatismus zu vieler Anthroposophen den Zugang nicht weniger Menschen u.a. zu seinem wertvollen Christusverständnis.
 
Vielleicht leben wir in einer Zeit - ich für mich bin sicher, dass es so ist -, in der der Samen der vergangenen Zeit aufgeht. Für mich ist eine innere Bewegung im deutschen Volk spürbar und so ist es auch kein Zufall, dass, worüber ich noch schreiben werde, die deutschen Nationalfarben einen tiefen spirituellen Hintergrund haben, dem leider noch keine Beachtung zuteil wurde.
Ich erinnere noch einmal an die Worte eines Albert Schweitzer:
Finden sich Menschen, die sich gegen den Geist der Gedankenlosigkeit auflehnen und als Persönlichkeit lauter und tief genug sind, dass die Ideale ethischen Fortschritts als Kraft von ihnen ausgehen können, so hebt ein Wirken des Geistes an, das vermögend ist, eine neue Gesinnung in der Menschheit hervorzubringen.
Diese neue Gesinnung bricht aus meiner Sicht im deutschen Volk sich Bahn und das hat nichts mit einem falsch verstandenen Nationalismus zu tun, sondern mit der spezifischen Aufgabe Deutschlands und dem Wirken seines Völkerengels, das dazu beiträgt, dass die Menschen hierzulande ihr Marionetten-Dasein überwinden, welches sie an falsche Kräfte koppelte, und sie stattdessen zu einem Bewusstsein wahrer Freiheit gelangen lässt. Die derzeitige politische Kaste wird dann ausgedient haben, hierarchische Systeme werden zerbröseln und die Deutschen, die sich beteiligen, werden - entsprechend ihrem Namen - bewusst ein >Volk< sein, das einen gemeinsamen Kreis bildet und sich die Hände reicht. Nicht alle werden sich beteiligen, aber die, welche sich beteiligen, werden aufgrund ihrer geistigen Kraft die Möglichkeit haben, in wahrem Frieden zu leben.

Für all das bedarf es so mutiger Menschen wie Walther von der Vogelweide einer war, der ja nicht nur auf politischem Feld Einsatz zeigte, sondern in seinem Minnesang der sogenannten "ebenen Minne" eine Lanze brach, also, was für die damalige Zeit, in der die sogenannte ´hohe Minne´ in Etiketten erstarrt war, sehr ungewöhnlich war, sich dafür einsetzte, dass in der Liebe keine Standesschranken gelten.
Deutlich spricht er in der 2. Strophe von "Herzeliebez frouwelîn" an, worum es geht: 
Sie verwîzent mir daz ich
ze nidere wende mînen sanc. 
Daz si niht versinnent sich,
waz liebe sî, des haben undanc!
Sie getraf diu liebe nie –
die nâch dem guote und
nâch der schoene minnent;
wê wie minnent die?
Die Leute halten es mir vor, / du wärst meinem Gesang ein zu geringes Ziel. / Dass sie einfach nicht begreifen, / was Liebe ist, dafür sei ihnen Undank ! / Liebe hat sie nie ergriffen – / die um des Reichtums und / der Schönheit willen lieben, / o weh, wie lieben die!
Walther geht es nicht um adeliges Gehabe oder äußere Schönheit, wenn er auch, wie andere Lieder zeigen, ihr keineswegs abgeneigt ist. In einem seiner schönsten - "Unter den Linden" (Link) - zeigt sich das, und noch viel mehr.

Es ist kein Zufall, dass in Wolframs "Parzival" und in den Gedichten Walthers Sexualität eine so bedeutende Rolle spielt - der totkranke Gralskönig Anfortas ist an der Scham verletzt. Ihr kommt im Zusammenhang mit wahrer Liebe, deren Bewusstsein sich Menschen unserer Zeit noch erarbeiten, eine neue Bedeutung zu, vor der zur Zeit doch noch viele zurückscheuen. Zu sehr ist Sexualität auf ganz niederen Ebenen gefangen.

Bemerkenswerterweise aber haben unsere Nationalfarben aus spiritueller Sicht einen engen Bezug zu einer heiligen Sexualität. 

Zunächst gilt es, sich dessen bewusst zu sein bzw. zu werden, dass "deutsch" zu sein, eine ganz besondere Bedeutung hat, nämlich, bewusst einem Volk anzugehören, das mit seiner großen Vergangenheit eine hohe Verantwortung trägt und nun darangeht, in die Tat umzusetzen, was unsere Vorfahren geistig vorbereitet haben.

Donnerstag, 9. April 2026

Auferstehung zu heiliger Spiritualität

Gemessen an der Tatsache, dass die Beziehung zwischen Sexuellem, auch zwischen Sexualität und Christusbewusstsein zu den fundamentalsten Aspekten im Werk Rudolf Steiners zählt, wurde ihr von ihm recht wenig Raum eingeräumt. Obwohl ein Sigmund Freud damals die Sexualität wissenschaftlich hoffähig machte, war sie dennoch für viele Menschen ein Tabuthema - übrigens auch noch heute. Ich vermute, Steiner hat die Zeitumstände berücksichtigt. 

Was allerdings von großer Bedeutung ist, ist die Tatsache, dass er sich in Sachen Sexualität und Liebe in einen eklatanten Widerspruch verwickelte. So formulierte er in zwei Vorträgen 1912, dass Sexualität und Liebe gar nichts miteinander zu tun hätten 

Es ist deshalb von großer Bedeutung, weil viele Anthroposophen - natürlich beiderlei Geschlechts - dem geistlosen Verständnis von Sexualität und Liebe auf den Leim gegangen sind - man kann sich nicht des Eindrucks verwehren, dass sie den geistigen Fehltritt Steiners noch heute gern nutzen, um sich dem Thema der Sexualität zu entziehen. Ich gehe in diesem Video darauf ein. In der Anthroposophie ist Sexualität kein Thema

Es ist jedoch zugleich so, dass wir es Steiner verdanken, den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Sexualität und Christusbewusstsein sehen zu können - wer es denn will, vielleicht ja auch bald einige Anthroposophen. Steiner hat den Ursprung der Sexualität in geistiger Liebe betont, 1904, 1905 und 1923.

Notwendig ist eine bewusste Auferstehung, eine bewusste Hinwendung zum Thema der Sexualität, denn das Christusbewusstsein, will es sich in unserem Leben realisieren, bedarf dieser Hinwendung. Vor allem aber wäre es Aufgabe der Anthroposophie, Jugendlichen zu vermitteln, welche Bedeutung körperliche Liebe für die Bewusstseinsentwicklung eines Menschen haben kann, wie sehr sie Einfluss nehmen kann auf die Entwicklung des Ätherleibes hin zu einem Leib des Lichtes und der Liebe.

Unter diesem Aspekt sehe ich auch das Engagement der Maria Magdalena, das ich in den ersten beiden Videos zum Thema der spirituellen Sexualität angesprochen und dem ich mittels wertvoller Zitate Raum gegeben habe. In ihren Worten wird u. a. deutlich, warum in unserer Zeit eine göttliche Weiblichkeit, der sich gerade Frauen bewusst zuwenden sollten, so wichtig und wertvoll ist. In den abschließenden Worten im Rahmen dieses Videos ist es ein Mann, White Eagle, der diese Sicht unterstützt.





PS Hier die beiden Beiträge auf "Freie Anthroposophie" - auch der gelöschte: 



- der gelöschte: 

Montag, 30. März 2026

Anthroposophie und Zensur: Mein auf der FB-Gruppe "Freie Anthroposophie" gelöschter Beitrag zum Thema "Sexualität und Liebe"

Friedrich Hebbel, Das Heiligste 
Wenn zwei sich ineinander still versenken,
Nicht durch ein schnödes Feuer aufgewiegelt,
Nein, keusch in Liebe, die die Unschuld spiegelt,
Und schamhaft zitternd, während sie sich tränken; 
Dann müssen beide Welten sich verschränken,
Dann wird die Tiefe der Natur entriegelt,
Und aus dem Schöpfungsborn, im Ich entsiegelt,S
pringt eine Welle, die die Sterne lenken. 
Was in dem Geist des Mannes, ungestaltet,
Und in der Brust des Weibes, kaum empfunden,
Als Schönstes dämmerte, das muß sich mischen; 
Gott aber tut, die eben sich entfaltet,
Die lichten Bilder seiner jüngsten Stunden
Hinzu, die unverkörperten und frischen.

Friedrich Hebbel lebte von 1813 bis 1863 und wenn ich seine Verse, so beeindruckend in der Form eines Sonetts gestaltet, lese, dann dünkt mich, hier schrieb einer schon vor mehr als 150 Jahren aus einem geisteswissenschaftlichen Bewusstsein und aus einem Maria-Magdalena-Bewusstsein heraus.

Auf das geisteswissenschaftliche Bewusstsein komme ich später zu sprechen.
Es leidet leider ganz entscheidend darunter, dass Rudolf Steiner sich sehr widersprüchlich zur Sexualität geäußert hat und 1912 mehrfach eine ganz andere Sichtweise im Hinblick auf Sexualität äußerte als 1923. Auffallend ist, dass unter Anthroposophen fast ausschließlich jene Sicht zitiert wird, die bis heute fatale Folgen hat und in meinen Augen die Anthroposophie, was Sexualität betrifft, in eine mephistophelische Sackgasse geführt hat.

Bekanntlich hat ja Steiner auch beispielsweise im Hinblick auf die Ursachen von Schillers Tod seine Sicht innerhalb von 8 Jahren fundamental geändert.

Für mich persönlich sind beide Tatbestände kein Anlass, meine Wertschätzung und Dankbarkeit ihm gegenüber herabzusetzen.
Die Anthroposophie und ihre Gesellschaft hatte über 100 Jahre hinweg Zeit, die offen zutage liegende Widersprüchlichkeit zur Sprache zu bringen und dahingehend zu nutzen, klar anzusprechen, dass das Sexuelle und Sexualität Grundlage für unsere Himmelfahrt ist - in Anlehnung an Magdalena:

Die Kirche behauptet, dass ich eine Hure war, doch ich sage euch jetzt, dass die Kirche die Hure ist, denn sie will euch weismachen, dass Frauen verdorben sind und dass die sexuelle Leidenschaft zwischen einem Mann und einer Frau böse ist. Doch genau hier, in der magischen Anziehungskraft der Leidenschaft, entsteht die Grundlage für die Himmelfahrt.!
Und an anderer Stelle formuliert sie:
Die Geheimnisse der Erhöhung des Bewusstseins durch heilige Sexualität, so wie Jeshua und ich sie praktizierten, wurden von der Kirche unterschlagen. Mir ist klar, dass nur eine Handvoll Menschen meine Geschichte verstehen wird, doch das genügt.
Maria Magdalenas "Manuskript" erschien ja in englischer Sprache erstmalig 2002 unter dem Titel "The Magdalena Manuscript", für mich mit drei Schwerpunkten:

- Sie entlarvt die Kirche - übrigens haben auch Jeanne Ruland & Marion Hellwig in "Maria Magdalena. Lebe und heile deine Weiblichkeit" die Story von der Dämonenaustreibung entlarvt -; 

- mit der größten Selbstverständlichkeit spricht sie von der Bedeutung des Weiblichen
ich sage euch jetzt, dass im Herzen, im Verstand und in der Körperweisheit des Weiblichen einige der größten Geheimnisse und Kräfte ruhen, die darauf warten entdeckt zu werden. Und sie offenbaren sich alle durch die gegenseitige Berührung!
- und sie vermittelt die Bedeutung der Ätherkörper, die im Altägyptischen Ka-Körper genannt wurden
In den Ka-Körpern der Liebenden selbst nimmt Horus Form an und fliegt ...
oder wie Hebbel auf seine Weise formulierte:
Gott aber tut, die eben sich entfaltet,
Die lichten Bilder seiner jüngsten Stunden
Hinzu, die unverkörperten und frischen.
Bevor ich mich Steiners Verständnis von und Verhältnis zur Sexualität zuwende, möchte ich sagen, dass niemand durch die Existenz des "Manuskriptes" von Magdalena sich getriggert fühlen möge. Es ist ein Angebot der Geistigen Welt in und für unsere Zeit; aber es gilt: jeder möge das Angebot finden, das für ihn angemessen ist.

Mir erscheint nur wichtig:
Jeder unter uns hat eine sexuelle Biographie und sie sollte unsere Beachtung finden und dabei spielt im Grunde keine Rolle, ob sie erfreulich ist oder nicht. Doch sich ihr zu stellen bedeutet, sich der lunaren und solaren Schlangen in uns zuzuwenden und Sorge zu tragen, dass sie nicht mehr - falls das der Fall ist - am Grunde der Wirbelsäule dahindümpeln. 

Es gibt keinen Weg zu Christus ohne das Sexuelle, ohne ein Bewusstsein für die Bedeutung des Sexuellen.

In einem an mich gerichteten Kommentar im Rahmen meines letzten Beitrages las ich: 
Das sexuelle wird (es) in der Zukunft nicht mehr geben und dies zum Glück. Es wird nur noch den Christus geben.
In diesem einen Satz offenbart sich für mich die ganze Crux einer dogmatischen, sexualfeindlichen Anthroposophie.
Wir dürfen dem Sexuellen dankbar sein, denn der Sexualität, verbunden mit der Trennung der Geschlechter, verdanken wir unsere Fähigkeit zu denken und ohne das Sexuelle gäbe es nicht Christus als Erdenherr und Bewusstsein der Menschheit. Ich habe ja auf die Stelle in Steiners GA 93a verwiesen, in deren Rahmen er sich entsprechend äußert.

Für das Dilemma in Sachen Sexualität, in dem sich die Anthroposophie befindet, ist Steiner meines Erachtens maßgeblich mitverantwortlich. 

1912 äußert er in der GA 143:
Sexualität und Liebe haben gar nichts miteinander zu schaffen. Sexualität ist etwas, das mit der reinen, ursprünglichen Liebe überhaupt nichts zu tun hat.
Und in der GA 133 äußert er sich vergleichbar.
1923 spricht Steiner sich allerdings ganz anders aus, ja gegenteilig:
was in der Sexualität ursprünglich lebt, ist durchdrungen von der geistigen Liebe. (GA 225, S. 182)
Das ist eine völlig andere Sicht auf das Sexuelle und die Sexualität.

Die ultimativen Formulierungen aus dem Jahr 1912 haben mit dazu beigetragen, dass Anthroposophen, vor allem dann, wenn sie mit der Sexualität Schwierigkeiten haben (und das ist keine Schande), in ihnen ihre Einstellung legitimiert sehen, sie totzuschweigen, eine Einstellung, die Luzifer und Ahriman in die Hände spielte und spielt.

Natürlich hat der Materialismus zu einer Dämonologie der Liebe in der Sexualität geführt und dass so viele Menschen Liebe und Erotik in eins setzen, desgleichen Liebe und Sexualität.

Doch das ist es ja, was Anthroposophen genau nicht übernehmen dürfen!

Steiner hat ein entgeistetes Sexuelles 1912 zur Grundlage seiner Äußerungen gemacht. Dabei ist das Sexuelle eine Schöpfung der Geistigen Welt zum Leben hin, zu Christus, dem Sohn. 

Gäbe es einen Sohn ohne das Sexuelle?

Sexualität ist durchdrungen von der geistigen Liebe.

In einem weiteren Kommentar wurde Bezug genommen auf die wegweisende Aussage Steiners
Das Sexuelle, das in der lemurischen Zeit herauskam, das wird, wenn wir es zurückverfolgen, wenn wir es in seiner immer höheren und höheren Natur sehen, der zweite Logos. Durch das Kama-Prinzip heruntersteigend wurde es Jehova; durch das Buddhi-Prinzip hinaufsteigend wurde es das Christus-Prinzip. (GA 93a, S. 149)
und gefragt:
Was heisst das konkret, durch das Kama-Prinzip herabsteigend wurde es zu Jehova, durch das Buddhi-Prinzip hinaufsteigend zum Christus-Prinzip? Was ist damit gemeint mit dem zweiten Logos, wo im gleichen Satz ein Zurückverfolgen und ein Zukunftsprinzip angesprochen ist -„das wird…"
Die Fragen waren mir, als ich sie las, sehr bekannt, ich hatte sie mir nämlich auch gestellt und ich war eine ganze Weile ziemlich verzweifelt, weil ich spürte, dass, wenn ich sie nicht beantworten kann, ich nicht wirklich die Bedeutung des Sexuellen verstehe.
Ich bin kein Steiner-Experte und dass ich hier überhaupt nur schreibe, liegt daran, dass ich den Klängen der Hathoren folge und so auf das Magdalena-Manuskript gestoßen bin, dessen Inhalt zum Wertvollsten gehört, was ich gelesen habe; wenig später traf ich auf obigen Steiner-Satz zum Sexuellen und fand: 

Das genau ist es, was doch auch Magdalena möchte: mit Hilfe des Sexuellen zu Christus. 

Wobei für mich außer Frage ist, dass damit nicht unbedingt nur gelebte körperliche Sexualität gemeint ist; viele leben ja allein oder leben in einer Beziehung, in der Magdalenas ´Praxis der vier Schlangen´ schon allein deshalb nicht möglich ist, weil der Partner davon nichts wissen will.
Nein, es geht darum sich bewusst zu werden, dass wahrhaft Männliches und wahrhaft Weibliches in uns aufsteigen und wie die solare und lunare Schlange miteinander im Gespräch sein können, die eine schwarz, die andere golden, wobei das Schwarz der weiblichen Schlange eine tiefe Bedeutung hat. - Aus der Sicht Magdalenas:
Aus der von Sonnenlicht durchfluteten Perspektive des männlichen Prinzips trägt das weibliche Prinzip einen dunklen, feuchten, gefährlichen Abgrund in sich. Das solare Prinzip fühlt sich von der Dunkelheit des lunaren Prinzips bedroht. Doch durch die Vereinigung von Sonne und Mond, durch die Vereinigung des maskulinen und des femininen Prinzips, im Gleichgewicht und energetisch ausgeglichen, kann wahre Erleuchtung erreicht werden.
Was bedeutet es nun, dass das Sexuelle durch das Kama-Prinzip herabsteigend Jehova wurde?

Luzifer hatte die Absicht, so vermittelt Steiner, die Sexualität wegzuschaffen und den Menschen ganz im Geistigen aufgehen zu lassen. Hier nun kommt Jahve ins Spiel, dem das physische Leben wichtig ist und der den Menschen an das physische Leben zu binden vermag - man kann auch unter diesem Aspekt das Alte Testament lesen. Er vereitelt die Pläne Luzifers und ist auch deshalb von Bedeutung, weil es ohne Erde kein Christusbewusstsein gibt.
Dass der Mensch wie im Buddhismus aus dem Rad der Wiedergeburten entkommen will, entspricht nicht dem Christusbewusstsein.
Wir sind hier, um die Erde heiligen zu helfen, ja, eine neue Erde zu bauen. 

In der vorchristlichen Jahve-Phase spielt Kama, spielen die Begierden, Triebe, das sexuelle Verlangen und Genusssüchte eine bedeutende Rolle; sie sind es zum einen, die den Menschen an die Erde binden und dass sie das so gründlich tun, hängt damit zusammen, dass die luziferische Versuchung früher, als von der Geistigen Welt geplant, kam.
Kama ist zum anderen zugleich Voraussetzung dafür, dass wir - auch aus damit verbundenen tiefen Leiderfahrungen - ein tiefes Bewusstsein für das bekommen, was uns heute bewegt: Christus.
Er ist es, mit dessen Hilfe wir Kama überwinden. 

Das Sexuelle, das in der geistigen Liebe wurzelte und durch Luzifer verschüttet wurde, findet zurück zur geistigen Liebe in Christus, die nun allerdings eine andere Qualität hat. 

Wir verstehen unsere Zukunft, wenn wir zurücksehen. Die geistige Konsistenz, die wir an unserem Ausgangspunkt, dem alten Saturn - wie Steiner die erste Erdinkarnation nannte - hatten - wir waren Wärme, Feuer - werden wir zukünftig wieder haben. Nur werden wir bewusst Geist, bewusste Wärme, bewusstes Feuer sein.
Wir finden auch den zweiten Logos, den Sohn, in der Vergangenheit. Wir werden ihn in der Zukunft finden, wenn wir Christus in Bewusstheit annehmen. 

Dies ist möglich, weil es das Sexuelle gibt, wie es seit Lemurien existiert!

Dass wir im Moment Zeugen schrecklicher Verirrungen werden, gehört zu diesem Prozess dazu. 

Was ich bedauerlich finde, ist, dass die Anthroposophie insgesamt so wenig die Stimme öffentlich erhebt. Es hängt damit zusammen, dass in ihr die geistig-sexuelle Energie blockiert ist.

Möge sich das ändern!

Freitag, 27. März 2026

Warum Anthroposophen nicht zu Christus, zum Christusbewusstsein gelangen.

Gewiss gibt es unter Anthroposophen (beiderlei Geschlechtes) Ausnahmen und im Übrigen gilt auch für viele spirituell orientierte Menschen, was für Anthroposophen gilt.

Rudolf Steiner hat eine engstmögliche Verknüpfung zwischen dem Sexuellen und Christus konstatiert und obwohl ein entsprechendes Bewusstsein Voraussetzung für einen Zugang zu Christus ist, meidet die anthroposophische Community das Thema "Sexualität" wie der Teufel das Weihwasser. Dabei hat Steiner in seiner GA 89 darauf aufmerksam gemacht, dass Menschen mit entsprechenden Ängsten und Vermeidungsstrategien sich in der Gewalt Luzifers befinden, dessen Absicht es war und ist, „
die Sexualität wegzuschaffen und den Menschen vollständig im Geistigen aufgehen zu lassen.“ 

Anthroposophen erkennen gar nicht, wie sehr sie sich in der Gewalt Luzifers befinden, indem sie das Thema der Sexualität meiden. 

Ganz erfreulich mag da erscheinen, dass in der Februarausgabe des "Goetheanum" sich ein Artikel findet, überschrieben "Wenn Geist und Körper sich finden" und er beginnt:
Sexualität verbindet Körper und Geist auf einzigartige Weise. Aber es fällt schwer, unbefangen darüber zu sprechen. Zwischen digitaler Omnipräsenz und spiritueller Verdrängung droht das Intime, Heilige dieser Art von Begegnung verloren zu gehen. Ein Plädoyer für eine Erotik, in der Eros, Philia und Agape zusammenwirken und den ganzen Menschen meinen.
Erstaunlich ist, dass in dem gesamten Beitrag sich nicht ein einziges Zitat bzw. Verweis auf die Sicht Steiners zur Sexualität findet bzw. ein Bezug zum Christusbewusstsein hergestellt wird. Im Grunde könnte dieser durchaus lebendig geschriebene und gut lesbare Artikel in jedem schöngeistig offenen Journal stehen, wobei er auch noch schließt:
Die Sexualität ist in Gefahr, wieder etwas zu werden, wovor wir uns schützen wollen, weil sie uns mit etwas Unverfügbarem auch in uns selbst konfrontiert.
Wieder etwas zu werden?
Sie ist es doch und mit Hilfe der Kirche (und den Anthroposophen) seit hunderten von Jahren.

Es ist im Übrigen Altmeister Goethe, der in der Gestalt des Mephistopheles dem Doktor Faust ein Wesen gegenübertreten lässt, das - um Steinersches Vokabular aufzugreifen - ahrimanische und luziferische Verführungskünste vereint. Wenn Faust wider besseres Wissen Gretchen ansäuselt:"Gefühl ist alles", dann grinst Luzifer um die Ecke; wenn Mephistopheles Faust dazu bringt, in der Hexenküche den Trank der Hexe zu trinken, damit der Gelehrte sexuell endlich auf Touren kommt, dann grinst Ahriman sich eins. Auf diesem Hintergrund macht Steiner darauf aufmerksam:
Die normale Entwickelung des Menschen auf der Erde besteht ja darinnen, dass sich auf der Erde das Menschengeschlecht durch die Geschlechter fortpflanzt. Aber Mephistopheles wollte auf der Mondenentwickelung zurückbleiben. Er wollte das daher nicht haben, dass die Liebe zur Liebe der Geschlechter auf der Erde führt. Mephistopheles ist der Feind der Liebe der Geschlechter auf der Erde. Der ganz entschiedene Feind ist er. Er fühlt sich daher - und Goethe charakterisiert das ganz richtig - außerordentlich dazu berufen, alles dasjenige ad absurdum zu führen, was irgendwie zur Geschlechterliebe führt. Was er veranlassen will in der Beziehung des Faust zu Gretchen - lesen Sie nur mit Aufmerksamkeit die Gretchen-Szenen, da werden Sie überall spüren, er will da allerlei, was das Amt des Ahriman-Mephistopheles ist.
Aber die Liebe zwischen Faust und Gretchen, die wirkliche menschliche Erdenliebe, die will er nicht aufkommen lassen, weder bei Faust noch bei Gretchen will er sie eigentlich dulden. (GA 272, S. 281) 
Für Leser, die sich im Denken Steiners nicht auskennen, sei gesagt, dass mit der Mondenentwicklung die unserer augenblicklichen Erde vorausgehende Inkarnation unseres Planeten angesprochen ist, die Steiner als "alten Mond" bezeichnet.

Jedenfalls sind sich Luzifer (die biblische Schlange, Diabolo, im Koran "Iblis") und Ahriman, also Satan bzw. der "Geist der Finsternis" einig: Geschlechterliebe wollen sie nicht. Einig wie sonst selten sind sie sich, weil ihnen die Gefahr viel zu groß ist, dass sie den Menschen zu Christus führt. Den diesbezüglich wichtigsten Satz finden wir in der Aussage Steiners:
Das Sexuelle, das in der lemurischen Zeit herauskam, das wird, wenn wir es zurückverfolgen, wenn wir es in seiner immer höheren und höheren Natur sehen, der zweite Logos. Durch das Kama-Prinzip heruntersteigend wurde es Jehova; durch das Buddhi-Prinzip hinaufsteigend wurde es das Christus-Prinzip. (GA 93a, S. 149)
Wenn Steiner seine Aussage im Präteritum formuliert, dann deshalb, weil das Buddhi-Prinzip, also Christus, seit Golgatha gilt - als Möglichkeit; verwirklichen muss es in sich jeder selbst, dann wird das Sexuelle in der Liebe zu einem anderen und zu uns das Christus-Prinzip. Ohne Bewusstsein für die Bedeutung des Sexuellen aber geht das nicht. In der Regel verweigern sich Anthroposophen diesem Bewusstsein, indem sie nicht über die Bedeutung der Sexualität schreiben bzw. sprechen.

Warum?
Weil sie in den Händen des Mephistopheles sind.

Oft mag dahinter eine tiefverwurzelte Angst vor - wie es Steiner nennt - Kama, dem Triebhaften, der Lust und Wolllust sich verbergen. Jeder hat all das in sich. Wer es mit offenen Augen anschaut, wer mit seinem Kama, seiner Lust und Wolllust, seiner Sexualität im Gespräch ist, verwandelt sie zur Buddhi-Energie. Jesus und Maria Magdalena haben das vorgelebt.

Ich weiß nicht, wieviel tausend Beiträge über das Leben Steiners abgefasst worden sind, über die soziale Dreigliederung oder den Bau des Goetheanums oder die Weihnachtstagung. Anthroposophen bleiben jedoch an entscheidender Stelle verklemmt und Mephisto lacht sich eins und freut sich über die üblichen Vorträge. Und es mag kein Zufall sein, dass in dem im Rudolf-Steiner-Verlag erschienenen "Stichwort Sexualität" mit seinen über 100 Auszügen zum Thema Sexualität im Werk Steiners ausgerechnet jener von mir oben zitierte fehlt, der für mich am deutlichsten die Beziehung zwischen dem Sexuellen und dem Christusbewusstsein herstellt.
Es geht ja nicht um eine neuerliche sexuelle Revolution und dass alle Anthroposophen Sexmonster werden.
Es geht um jene von Maria Magdalena in ihrem von Tom Kenyon und Judi Sion veröffentlichten "Manuskript" so bezeichnete Alchemie des Horus, also jenem Bewusstsein, das aus der Vereinigung von Osiris und Isis hervorgeht und in der altägyptischen Mystik Horus genannt ist.
Steiner schreibt dazu:
Dieses Zusammengehen des väterlichen Geistes mit der mütterlichen Materie wurde in Ägypten als das Zusammengehen von Osiris und Isis beschrieben. Was da entstand, war Horus. (GA 93a, S. 142) 
Und an anderer Stelle des Weiteren: 
Dieser Mensch, der nicht der äußere, physische Mensch ist, sondern der Mensch, der zum geistigen Licht aufzustreben immerfort den Ansporn hat, immer von den verborgenen Isis-Kräften getrieben wird, ist es, der wie der irdische Sohn des nicht in der irdischen Welt aufgegangenen, sondern in den geistigen Welten verborgen gebliebenen Osiris erscheint. Dieser unsichtbare Mensch, der Mensch des Strebens nach dem Höheren Selbst, wurde von der ägyptischen Seele als Horus empfunden, als der nachgeborene Sohn des Osiris. (GA 60, S. 360f)
Dieses Aufstreben kann durch eine der Sexualmagie der Isis verwandte körperliche Liebe zwischen zwei Liebenden, wie sie Magdalena in ihrem "Manuskript" und ich in meinen beiden Videos zur spirituellen Sexualität auf YouTube anspreche, geschehen, wenn und weil sich durch Verwandlung des Ätherkörpers in der Liebe Bewusstsein entwickelt.  Aber Magdalena sagt auch, "dass die alchemistischen Praktiken des Horus sowohl für Menschen, die ihren Weg alleine gehen, als auch für Menschen in Partnerschaft geeignet seien. Der Hauptunterschied besteht darin, dass ein Mensch, der alleine praktiziert, die Energie und Ekstase aus sich selbst heraus erschaffen muss, während diejenigen, die sich in heiligen tantrischen Beziehungen befinden, diese Energie in Ekstase spontan aus dem sexuellen Akt gewinnen. " (Tom Kenyon et al., S. 50)
Für die Verwandlung des Ätherkörpers finden sich in Tom Kenyons und Judi Sions Buch einige Übungen.

Das oben angesprochene Thema ist für mich auch deshalb so wichtig, weil es Anthroposophen sein müssten, die zunächst an ihren Schulen einen inhaltlich neu gestalteten Sexualkundeunterricht ein- und durchführen müssten. Wie sonst sollen unsere Jugendlichen zu einem Bewusstsein für ihren Ätherkörper und der Bedeutung körperlicher Liebe gelangen, die diese so wertvoll und heilig macht.
Im Grunde sind es Anthroposophen, die wider mögliches besseres Wissen diesen Zugang für unsere Jugendlichen versperrt sein lassen. Abgesehen davon, dass sie meiner Wahrnehmung und Erfahrung nach sich selbst erfolgreich blockieren.

In dieser Zeit des Aufwachens sind Änderungen Gott sei Dank möglich, ja wahrscheinlich.

Samstag, 14. Februar 2026

Michelangelo: Nur Eins gibt Trost: zu schaun nach jenen Armen, / Die sich vom Kreuze uns entgegenstrecken.


Im Hafen lieg ich, den wir all´ erreichen,
Gebrechlich war die Barke, die mich trug,
Sturmvoll die Fahrt, doch jetzt gilt es, im Buch
Des Lebens meine Rechnung auszugleichen.
Ernst war die Kunst mein Glück, berauschend tränkte
Ihr Nektar mich, der so verlockend schäumte,
Idol und Göttin war sie, und ich träumte,
Bis ich erwachend seh, was sie mir schenkte!
Zwiefach wälzt sich Vernichtung auf mich zu;
Der Tod, der jetzt mich fortnimmt, ohn' Erbarmen,
Und nach ihm, jener ew'ge Tod voll Schrecken!
Marmor und Farben geben keine Ruh,
Nur Eins gibt Trost: zu schaun nach jenen Armen,
Die sich vom Kreuze uns entgegenstrecken.
(Michelangelo Buonarotti)

Michelangelo: Da denkt doch jeder an seinen "David", an die Pietà oder die Sixtinische Kapelle. Wer würde erwarten, dass diesen großen Künstler der Tod so betroffen macht. Doch betroffen macht ihn vor allem - und das ist groß -, dass er um die Möglichkeit des zweifachen Todes weiß, denn ohne Christus, ohne die Arme, die durch den Kreuzestod sich uns entgegenstrecken und uns über die Schwelle des zweiten Todes hinüberhelfen, wären wir, wäre die Menschheit endgültig gestorben. Odysseus hat die Toten, auch die großen Helden der Griechen, in der Unterwelt in einer bedauernswerten Verfassung gesehen. Homer wusste, dass ohne einen Christus und Golgatha auch die Unterwelt stirbt. Auch Michelangelo wusste darum. Nur das gibt dieser großen Seele Trost und Ruh: die Arme, die sich vom Kreuz uns entgegenstrecken.

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Wenn sich der Magnetische Boden der Frau öffnet ... – Was spirituelle Sexualität ermöglicht .

Wenn Mann und Frau sich in Liebe vereinen, bringt das die Frau dazu, ihren Magnetischen Boden zu öffnen. Was wir im „Manuskript der Magdalena“ lesen können, vermittelt auch dieses Video. Wir lesen und hören weiterhin, dass im Herzen, im Verstand und in der Körperweisheit des Weiblichen einige der größten Geheimnisse und Kräfte ruhen, die darauf warten entdeckt zu werden. Und sie offenbaren sich alle durch die gegenseitige Berührung!
Zugleich erfahren wir, dass das solare Prinzip - damit auch der Mann - sich von dem lunaren Prinzip bedroht fühlt. Und das, wo doch die männliche Schlange, die entlang unserer Wirbelsäule aufsteigen will, golden ist, die weibliche aber, links der Wirbelsäule, schwarz. Offensichtlich hat Nacht Macht …

Mit Maria Magdalena sind wir in der Lage, einen neuen Blick auf die Bedeutung der Sexualität im Leben der Menschen zu werfen. Wir erfahren, dass wir durch sie auf ungeahnte Weise unser Bewusstsein entwickeln können. Und erstaunlich ist, dass Rudolf Steiner das bestätigt und als Ziel dieser Entwicklung Christus benennt. Erstaunlich deshalb, weil in der gesamten anthroposophischen Bewegung darüber nicht gesprochen wird. Seltsam …

Mit diesem Video möchte ich auch Menschen ansprechen, die alleine leben oder in einer Beziehung, in der Sexualität keine große Bedeutung hat. Denn mit Hilfe der Übungen, auf die ich im ersten Video zum Thema der Spirituellen Sexualität hingewiesen habe, sind wir in der Lage, die beiden Schlangen rechts und links unserer Wirbelsäule zu veranlassen, sich weiter nach oben zu bewegen, damit die Kraft unseres Ätherleibes zu stärken und uns immer tiefer unserem inneren Heiligtum zu nähern, dem Christus in uns.


Montag, 8. Dezember 2025

Die Ehe ist nur eine irdische Angelegenheit …

Die Ehe, wie ihr sie kennt, ist eine irdische Angelegenheit; sie wurde durch Gesetze für die reibungslosere Regelung der Gesellschaft geschaffen, und die Ehegesetze und -konventionen sind im wesentlichen eine regional bedingte Angelegenheit. In einem Land gibt es ein Regelwerk und in einem anderen ein anderes. Wir versuchen dir zu vermitteln, dass im Himmel (und in ihren höheren Körpern) zwei Seelen einzig und allein durch die Anziehungskraft ihres Geistes zueinander gezogen werden, durch die Liebe, die Harmonie und den völligen Gleichklang zwischen ihnen. Wenn solche Art verwandte Seelen sich auf der Erde treffen, bleiben sie Seelenverwandte und können nicht getrennt werden. Wen Gott zusammengefügt hat, den soll niemand trennen – oder mit anderen Worten, niemand kann das tun – keine äußeren Umstände, weder Tod noch eine andere Form der physischen Trennung können jemals Seelen trennen, die in vollkommener Liebe und Harmonie verbunden sind.
Du wirst dich vielleicht fragen, warum ein Zusammenkommen zweier getrennter Teile, männlich und weiblich, überhaupt notwendig ist, wenn jede Seele sowohl männliche wie weibliche Eigenschaften hat. (…) Damit die Seele zu vollkommener Glückseligkeit gelangt, muss es Zeiten geben, wo eine Trennung oder das Bewusstsein eines getrennten Lebens notwendig ist, im Positiven wie im Negativen, im Männlichen wie im Weiblichen. (…)

Gott hat in jeden den Wunsch nach einem Gefährten gelegt. Aber der wahre Gefährte ist genau das, was mit dem Wort „Seelenverwandtschaft“ gemeint ist. (…)
Oftmals ist es schwer für dich, Glückseligkeit zu empfinden, solange du nicht Erfolg bei deiner Suche nach dem vollkommenen Gefährten hast. Der Grund hierfür ist das Wissen, das tief in der Seele verborgen ist. Wir selbst haben in einer Vision das Leben auf dem Planeten Venus gesehen, wo absolute göttliche Liebe und glückliche Ehe gelebt wird. Das muss verdient werden; es muss durch Bemühen und Arbeit erworben werden; mit anderen Worten: mit Dienst. Wenn du fähig bist, auf der wahren geistigen Ebene deines Seins zu existieren, dann wirst du erkennen, in welcher Dunkelheit sich die Erde befindet und wie schwer es für dich war, die Herrlichkeiten höherer Welten zu verstehen, während du in diesen irdischen Umständen eingehüllt und eingesperrt warst.

Natürlich gewöhnt man sich, während man in einem physischen Körper ist, so an das derzeitige Geschlecht, dass man sich während dieser Zeit nicht vorstellen kann, in einem Körper des anderen Geschlechts zu sein. Vielleicht gefällt dir der Gedanke nicht. Vielleicht denkst du sogar, das eine sei das „niedrigere“ und das andere das „höhere“ Geschlecht.
Was für eine altmodische Einstellung!
Männlich und weiblich sind absolut gleichwertig.
Solange diese grundlegende Wahrheit nicht erkannt wird, solange sie nicht in allen Äußerungen des Lebens auf der Erde anerkannt wird, kann das Gleichgewicht nicht wiederhergestellt werden. Wie kann man Fortschritte erwarten, geistigen oder materiellen, wenn das Schiff nicht im Gleichgewicht ist. (…)

Könnt ihr nicht den tiefen Sinn, das Göttliche, in Mann und in der Frau sehen? 
Meine Freunde, wenn ihr die Entwürdigung betrachtet, deren Zeugen ihr im Verhalten der Menschheit so oft werdet, dann haltet fest an dem Glauben, an dem Gedanken, „Mein Bruder, wie entwürdigt du auch immer sein magst, ich verehre dich, denn in dir leuchtet das göttliche Bild.“
„Du, Frau, wie erniedrigt du auch immer sein magst, wie wenig entwickelt, wie wenig entfaltet auch immer, du bist Teil der Göttlichen Mutter; daher verehre ich die Göttliche Mutter in dir.“

Nehmt diesen Gedanken auf, lebt ihn und verleiht ihm Ausdruck in jedem Augenblick, und ihr werdet dem Vollkommenen, dem Sohn Gottes, dem Christus sehr nahe – sehr, sehr nahe – kommen. 

(aus > White Eagle, "Die Göttliche Mutter“)

Sonntag, 17. August 2025

Die 9. Reue, Psalm 39 und die Frage nach dem Geist der Bergpredigt in der „Pistis Sophia“

Sophia, die gefallene Weisheit, die sich im Chaos befindet, wird von den Emanationen von Selbst-Willen angegriffen. Aus dieser Situation heraus trägt sie ihre neunte Reue vor, zu der es allerdings von meiner Seite etwas für mich sehr Fundamentales zu sagen gibt.

Bevor ich dazu komme, möchte ich J.J. Hurtak zitieren, weil er auf Gedankenform-Schwingungen zu sprechen kommt und sie Beleg und Beispiel dafür sind, dass es eben nicht nur um Emotionales gehen kann, wie das weitestgehend bei der Bestseller-Autorin und Medium Birgit Fischer der Fall ist (siehe Beitrag vom 7. August); wenn Arbeit mit wertvollen Gedanken fehlt, ist das ein Verlust, den keine noch so intensive Emotionalität ersetzen kann, vor allem, wenn, wie bei Birgit Fischer, zwischen Gefühlen und Emotionen nicht differenziert wird. Hier nun das Hurtak-Zitat:
Es soll die Angst, die uns vom Göttlichen getrennt hat, schmelzen in der Wärme und der Gegenwart des Lichts. Und wir wollen Lieder singen und Gebete darbringen, da wir mit den geeigneten Gedankenform-Schwingungen ausgesandt werden, die Tore für unsere Arbeit mit den Höhen zu öffnen und uns das größere Licht entgegenkommt.
Solche Gedankenform-Schwingungen können das meditative Rezitieren des 23. Psalm – für mich das geistige Zentrum aller Psalmen – sein; es kann das wunderbare Bonhoeffer-Gebet „Von guten Mächten wunderbar geborgen“  sein, wir können die neun Früchte des Geistes beten , indem wir ihnen jeweils die Christus-Formel „ICH BIN“ voranstellen und sie uns dadurch selbst zu eigen machen (Ich Bin Liebe, Ich Bin Freude, Ich Bin Frieden …) Diese gedankliche Arbeit kann unsere Seele in hohe Höhen heben (ich wünschte, eine Birgit Fischer würde das ihren 140 000 YouTube-Followern vermitteln wollen …)

Nun zu dem, was mir fundamental wichtig ist und - es ist mir erst in den letzten Tagen so recht bewusst geworden - was ich in den Reue-Gesängen vermisse: Es ist der Geist der Bergpredigt, ihre zentrale Botschaft, wie sie sich in Lukas 6,27 f findet, die lautet: 
Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen. Bittet Gott um seinen Segen für die Menschen, die euch Böses tun, und betet für alle, die euch beleidigen.
Wenn wir uns vorstellen, dass eine ukrainische Mutter, deren Sohn im Krieg gefallen ist, für die Errettung von Putins Seele betet, oder ein palästinensischer Vater in Gaza, dessen Kind Hungers gestorben ist, für Netanyahu, dann wird deutlich, wie herausfordernd der Geist der Bergpredigt sein kann. - Liebet eure Feinde!

Sophia dagegen sagt (s. unten in [23]):
“Geschwind, oh Licht, blicke auf mich und räche mich“.
Oder in Bezug auf die Intrigen ihrer Feinde bittet sie das Licht:„vergib sie ihnen nicht“!

Es ist Jesus, der in der Pistis Sophia die Reue-Gesänge der Sophia seinen Jüngerinnen und Jüngern zur Kenntnis bringt und diese dann von Einzelnen unter ihnen durch Psalmworte bestätigen lässt, so auch im Folgenden durch Psalm 35, in dessen Rahmen wir eine Aussage finden, wie:
"Lass sie beschämt und gedemütigt werden, sie, die sich über mein Unglück freuen“ (in den Psalmen finden sich vielfach neben Worten der Zuneigung solche Gedanken).
Der Verfasser der Quelle, die der Pistis Sophia zugrundeliegt, des Codex Askewianus also, lässt Jesus, der denselben Jüngerinnen und Jüngern die Worte der Bergpredigt mit auf ihren Lebensweg gab, nun in dem Reuegesang der Sophia und dem folgenden Psalm Worte der Rache und Demütigung der Feinde übermitteln. - Das kann nicht sein!

Das ist nicht der Christus in Jesus, um dessentwillen wir uns zum wahren Christentum als einer überkonfessionellen Grundhaltung menschlichen Seins bekennen.

J.J. Hurtak geht mit keinem Wort auf diese Widersprüchlichkeit ein und ich muss sagen, es kann eine Widersprüchlichkeit kaum größer sein. Noch im vorletzten, dem 12. Reuegesang wünscht Sophia Selbst-Willen in Ewigkeit in Finsternis gehüllt zu sein und David wünscht im 109. Psalm, der die Gedanken der 12. Reue erläutern soll, dem Bösen, dass es niemand gebe, der ihm beistehe und dass seine Kinder ausgelöscht werden. Der Fluch, den er liebte, solle über ihn kommen.
Acht Zeilen später schreibt Hurtak:
Die Belehrung bekräftigt die Wichtigkeit des täglichen Schaffens eines Lichtgewandes um unseren Körper, in dem wir einen „geweihten Raum“ für die tägliche Erneuerung und Reinigung gestalten, um nicht so bequem in dem natürlichen Gewand zu werden, in dem wir existieren, nicht negative Handlungen und Flügel zu bevorzugen, die in unsere „Innereien“ einziehen …
Wie passt das zu den Gedanken Sophias und Davids an Rache und Vergeltung?

Der Verfasser jener Quelle, die der Pistis Sophia zugrundeliegt, lässt Jesus Reuegesänge der Sophia auf dem Weg zurück ins wahre Licht wiedergeben, die der Botschaft Christi nicht annähernd entsprechen.
Das ist das eine.

Das andere ist, dass J.J. Hurtak diese aus Christus-Sicht fragwürdigen Reuegesänge nimmt, sich herausnimmt und Bezug nimmt auf das, was ihm passt und das dann kommentiert. Was nicht stimmig ist, übergeht er einfach. - Das ist ein absolut indiskutables Vorgehen.
Solch ein Vorgehen richtet in den Seelen der Menschen ziemlich viel Verwirrung an. Da gibt es in der Seele der Menschen den realen Jesus Christus, den sie aus der Bibel kennen, der ihnen den Geist der Liebe, Nächstenliebe, des Verstehens und Mitfühlens, der Sanftmut und Geduld übermittelt, dann gibt es aber auch den der Rache und Verurteilung, den wir in der Pistis Sophia scheinbar legitimiert sehen, und dann gibt es noch einen Hurtak, der durch sein gedankliches Verhalten alles verquirlt.
Das ist für mich höchst verantwortungslos von seiner Seite, bei dem mir im Übrigen anlässlich obiger Beobachtungen auffällt, dass ich auch bei ihm in dem, was ich von ihm gelesen habe, Gedanken und den Geist der Bergpredigt vermisse und wenn bei Birgit Fischer anzumahnen ist, dass in ihrem Schaffen die Ebene der Gedanken fehlt, so fehlt bei Hurtak ganz und gar die Ebene der Gefühle. Ich habe über diese Ebene bei ihm noch nichts gelesen. Da lobe ich mir einen Rudolf Steiner, der die Gefühls-, Gedanken- und Willensebene gleichermaßen berücksichtigt.

Ich schließe meine Betrachtungen der Reue-Gesänge, die ich ursprünglich für sehr wertvoll gehalten habe, mit dem neunten ab, verzichte hier auf die Wiedergabe der noch ausstehenden 10 bis 13, entschuldige mich bei meinen Lesern dafür, dass ich die vorausgehenden Reuegesänge offensichtlich in falschem Licht gesehen habe, glaube aber, dass es tatsächlich einen Sturz der Weisheit ins Chaos gab, die in uns nun zurückfinden muss in das Licht der großen wahren Weisheit und bin gespannt auf meine weitere Lektüre der Pistis Sophia, wie sie Hurtak offeriert, hinter dem ich erstmal ein großes Fragezeichen mache, da ich nicht nachvollziehen kann, was er sich im Rahmen der Reuegesänge, die mit seinen Kommentaren in „seiner“ Pistis-Sophia-Ausgabe immerhin über 100 Seiten sich erstrecken (von 950 Buchseiten insgesamt), erlaubt hat. Ich hoffe nicht, dass sich für mich sein ganzes Werk und Arbeiten infragestellt. Sehr wahrscheinlich werde ich mich dazu noch äußern.

Im folgenden gebe ich, gleichsam als Dokument des Abgesangs, den 9. Reuegesang und 109. Psalm, die beide durch den Jesus des Codex Askewianus in einen inneren Zusammenhang gebracht werden, wieder:

Die 9. Reue:

1 Oh Licht, erschlage die, die mir meine Kraft genommen haben, und ergreife die Kraft derer, die meine ergriffen haben.
2 Denn ich bin deine Kraft und dein Licht; komm´ und rette mich.
3 Möge Finsternis meine Feinde überwältigen. Sage zu meiner Kraft: Ich bin es, der dich befreien wird.
4 Die, welche danach streben, mir mein Licht ganz zu entreißen, mögen alle den Verlust ihrer Kraft erleiden. Lass diejenigen, die mir mein Licht ganz nehmen wollten, Bestandteil des Chaos und kraftlos werden.
5 Lass ihre Kraft wie Staub werden, und lass deinen Engel Jeu (siehe Anm.1) sie niederschlagen.
6 Und sollten Sie nach der Höhe streben, lass Finsternis sie einholen, lass sie straucheln und Bestandteil des Chaos werden. Und lass deinen Engel Jeu sie verfolgen und sie hinunter in die Finsternis werfen.
7 Obwohl ich ihnen nichts getan habe, haben sie mir eine löwengesichtige Kraft als Falle gestellt, und ihr Licht wird von ihr genommen werden; und sie haben nach der Kraft in mir gedrängt, aber sie werden sie nicht entnehmen.
8 Nun denn, oh Licht, nimm das Gereinigte aus der löwengesichtigen Kraft heraus, ohne dass sie es weiß, und – der Gedanke von Selbst-Willen, mein Licht zu ergreifen – nimm ihm sein eigenes, und das Licht der löwengesichtigen Kraft, das sie mir als Falle gestellt haben, soll ebenso entnommen werden.
9 Meine Kraft wird sich im Lichte freuen und wird froh sein, dass er sie retten wird,
10 und alle Abteilungen meiner Kraft werden verkünden, dass es keinen anderen Erlöser als dich gibt, denn du wirst mich aus der Hand der löwengesichtigen Kraft befreien, die mir meine Kraft entrissen hat, und wirst mich aus den Händen derjenigen retten, die mir meine Kraft und mein Licht genommen haben.
11 Denn sie haben sich gegen mich erhoben, lügen über mich und sagen, dass ich das Mysterium des Lichtes kenne, welches in der Höhe ist und an das ich beständig geglaubt habe. Und sie haben mich gefoltert, „Sage uns das Mysterium des Lichtes in der Höhe,“ das ich doch nicht kenne.
12 Und sie haben diese ganze Bosheit über mich niederprasseln lassen, weil ich an das Licht der Höhe geglaubt habe; und sie haben meine Kraft ihres Lichtes beraubt.
13 Und als sie mich folterten, saß ich in der Finsternis, meine Seele in Kummer niedergebeugt.
14 Und, oh Licht, an das ich Loblieder singe, bitte rette mich. Ich weiß, dass du mich befreien wirst, denn ich habe deinen Willen erfüllt, seit ich von jeher in meinem Äon war. Ich habe deinen Willen erfüllt wie die Unsichtbaren in meiner Region, und wie mein Gepaarter. Und ich trauerte, während ich standhaft blickte und das Licht suchte.

15 Und nun haben mich alle Emanationen von Selbst-Willen umzingelt und verhöhnen mich und bedrücken mich schwer, obwohl ich sie nicht kannte. Und sie sind geflohen und haben aufgehört, mich zu attackieren, aber sie haben kein Mitleid mit mir gehabt.
16 Sie haben sich wieder umgedreht und mich geprüft, und sie haben mich mit großen Krallen belagert und knirschen ihre Zähne gegen mich, da sie danach streben, mir mein Licht vollends zu nehmen.
17 Oh Licht, wie lange wirst du dulden, dass sie mich verfolgen? Rette meine Kraft vor ihren bösen Absichten und befreie mich aus der Hand der löwengesichtigen Kraft, denn ich bin die einzige der Unsichtbaren in dieser Region.
18 Ich werde dir Loblieder singen, oh Licht, inmitten jener, die sich gegen mich verbündet haben, und ich werde zu dir rufen inmitten jener, die mich quälen.
19 Und jetzt, oh Licht, erlaube nicht jenen, die mich hassen und danach streben, meine Kraft von mir zu nehmen, über mich zu triumphieren, jenen, die mich hassen und ihre Augen gegen mich drehen, obwohl ich ihnen nichts getan habe.
20 Denn wahrlich, sie haben mit Worten gelockt, befragten mich über die Mysterien des Lichts, welche ich nicht kenne, und haben betrügerisch gegen mich gemunkelt und getobt, weil ich Glauben an das Licht der Höhe hatte.
21 Sie haben ihre Klauen gegen mich geöffnet und sagen, „Wohl an, wir werden ihr Licht von ihr nehmen.“
22 Nun, oh Licht, du kennst ihre Intrigen; vergib sie ihnen nicht, und lass deine Hilfe nicht mehr fern von mir sein.
23 Geschwind, oh Licht, blicke auf mich und räche mich,
24 und in deiner Güte sprich das Urteil über mich. Nun, oh Licht der Lichter, lass sie mir nicht mein Licht entnehmen,
25 und lass sie nicht in ihren Herzen sagen, „Unsere Kraft ist mit ihrem Licht gesättigt worden.“ Lass sie nicht sagen, „Wir haben ihre Kraft aufgezehrt.“
26 Sondern lass stattdessen Finsternis über sie kommen, und lass sie, die danach streben, mir mein Licht wegzunehmen, kraftlos werden, und lass sie in Chaos und Finsternis gehüllt sein, die da sagen, „Wir werden ihr Licht und ihre Kraft haben.“ 

27 Und rette mich doch, dass ich froh werde, denn ich sehne mich nach dem Dreizehnten Äon, der Region der Rechtschaffenheit, und für immer will ich sagen: Möge das Licht deines Engels Jeu immer heller leuchten.
28 Und meine Zunge wird dich in deinem Wissen erheben, immerfort wenn ich im Dreizehnten Äon bin.
Der Dreizehnte Äon ist jener Ort, an dem der Baum von Gut und Böse steht. In diesem Äon haben weder die positiven noch die negativen Hierarchien die ausschließliche Herrschaft; deshalb durchdringt ihr Zank das lokale Universum in allen Räumen, wo Unvollkommenheit mit Vollkommenheit ringt.


Jesus fragt nun wieder, wie schon früher, wer unter den Anwesenden die Lösung der Reue erkläre.

Jakobus tritt vor, küsst die Brust Jesu und spricht, „Mein Herr, dein Geist hat mich nüchtern gemacht, und ich bin bereit, die Lösung zu erklären. Deine Kraft hat früher darüber durch David im 35. Psalm prophezeit:

1 YHWH, richte jene, die mir Unrecht tun, und führe Krieg gegen sie, die mich bekriegen.
2 Ergreife Waffen und Schild und erhebe dich zu meiner Hilfe.
3 Ziehe dein Schwert vor meinen Unterdrückern; sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Rettung.
4 Mögen die nach meiner Seele Lechzenden beschämt und zuschanden werden; mögen die Böses gegen mich Planenden zurückgewiesen und gedemütigt werden.
5 Mögen sie wie Spreu im Winde werden, und möge der Engel YHWHs sie hinfortstoßen.
6 Möge ihr Weg finster und schlüpfrig werden, und möge der Engel YHWHs sie verfolgen.
7 Denn ohne Ursache haben sie eine Falle gestellt, die zu ihrem eigenen Ruin werden wird, und vergebens haben sie meine Seele beleidigt.
8 Lass Unheil unerwartet über sie hereinbrechen, lass sie im Netz, das sie für mich ausgelegt haben, verfangen werden; lass sie ins Unheil stürzen.
9 Doch meine Seele wird in YHWH jubeln und sich in seiner Rettung freuen.
10 Alle meine Knochen werden sagen: YHWH, wer ist da wie du, der du den Niedergetretenen aus der Hand des Mächtigeren befreist, den Niedergeworfenen und Verlassenen aus den Händen derer erlöst, die ihn zerstören wollen.
11 Gehässige Zeugen haben sich gegen mich erhoben und verlangen ein Wissen von mir, das ich nicht besitze.
12 Sie bezahlen mir Böses für Gutes, Verlust für meine Seele.
13 Aber als sie in Stärke abgetragen waren, kleidete ich mich in Säcke und erniedrigte meine Seele mit Fasten, und auf meine eigene Brust lasse mein Gebet zurückkommen.
14 Ich ging umher, als wäre es ein Nachbar oder Bruder meiner selbst; ich erniedrigte mich wie ein Trauernder und ein Klagender.
15 Sie haben sich an mir ergötzt, und sie sind beschämt worden. Peitschen wurden gegen mich gebündelt ohne meine Kenntnis; sie zerrten unentwegt an mir.
16 Sie haben mich entweiht und verspottet wie Parasiten; ständig knirschen sie ihre Zähne gegen mich.
17 Mein Herr, wie lange wirst du unbewegt auf mich blicken? Hole meine Seele aus den Abscheulichkeiten und rette meinen Einziggezeugten aus den Händen der Löwen.
18 Ich werde dir in der großen Versammlung danken, in der großen Gemeinschaft werde ich dir Loblieder singen.
 
[Die große Versammlung ist dort, wo sich die Räte einfinden, welche dieselben Vibrationen gebrauchen, die das Universum aufrecht erhalten. Es ist die Yeshiva Or im Himmel der Himmel, wo die Seelen derer anwesend sind, die siegreich in Weisheit vereint sind.] 
19 Lass sie sich nicht über mich freuen, sie, die grundlos meine Feinde sind; sie, die mich ohne Ursache hassen, lass sie nicht garstige Komplott gegen mich schmieden.
20 Es liegt kein Frieden in ihren Worten, sie atmen bloß betrügerische Ideen.
21 Sie reißen ihren Mund auf gegen mich und sagen, Oh ja, ja, wir haben Seinesgleichen schon gesehen.
22 Dies hast du gesehen, YHWH, schweige nicht dazu! Mein Herr, halte dich nicht fern von mir.
23 Stehe bitte auf und begib dich zu meiner Verteidigung, mein Gott und mein Herr, zu meiner Sache.
 
[(aus dem Hurtak-Kommentar / siehe auch Anm. 2) In den Lehren der frühen Kirche wird uns gesagt, dass Jesus als Erlöser und als Retter nicht aus dem Dreizehnten Äon kam; er kam aus einem viel größeren Universum. Er kam, um ein Amt zu erfüllen, für das er eingesetzt worden war. Er kam, um eine höhere Priesterschaft zu erfüllen. Wenn er in die Äonen hinabstieg, so geschah dies, weil er den Auftrag angenommen hatte für die Erlösung dieses lokalen Universums zu sorgen. Definitionsgemäß kann in einer Kosmologie der vielen Bereiche jedes Universum von jedwedem Gottessohn bedient werden, der mit der göttlichen Kraft gechristet (gezählt) ist, die Herrlichkeit des messianischen Amtes auszuteilen. Und deshalb ist für unser Zeitreich, dem koptischen Text zufolge, Jesus, der durch das Jungfrauen-Vehikel von Maria in dieser lokalen Lebenssituation Erschienene, der Christus, der Erlöser unserer Welt.] 
24 Richte mich in deiner Rechtschaffenheit, YHWH mein Gott, und lass sie sich nicht über mich freuen.
25 Lass sie nicht in ihrem Herzen sprechen, Ha, die Lust unserer Seele! Lass sie nicht sagen, ´Den wir verzehrt haben.´
26 Lass sie beschämt und gedemütigt werden, sie, die sich über mein Unglück freuen. Lass sie in Schmach und Demütigung gekleidet sein, sie, die mit großem Gebaren gegen mich reden.
27 Lass jene, die meine Rechtschaffenheit wollen, sich freuen und jubeln; lass sie sprechen, Möge YHWH verherrlicht werden, sie, die den Frieden seines Dieners wünschen.
28 Und meine Zunge wird von deiner Gerechtigkeit singen, den ganzen Tag in Lobpreis über dich.

 

Anm. 1 (aus dem Glossar von Hurtaks „Pistis Sophia“):
Jeu (alternative Schreibweisen: Yeu, Yew ...)
(1) In der frühen koptischen Literatur der „Vater der Schatzkammer des Lichts“ und ihr „Verwalter“. Der „Vater, Vater aller Vaterschaft“ (ewiger Großvater-Prototyp) Jesu als Teil der Ausdehnung der Alten Gottheit zur Zukünftigen Gottheit durch Jesus [V:136].
(2) In der „Pistis Sophia“ der Ausdruck, der den ersten himmlischen Menschen anzeigt, der der Beauftragte des Lichts [IV:126] ist, das aus dem „reinen Licht des ersten Baums“ der Schöpfung kommt, das jede Form und Gestalt in der Lebens-Kopplung zwischen dem Vorhandenen und seinem Archetyp in den höheren Welten koordiniert.
(3) Die „ engelsgleiche Autorität“, die den Glaubenden die geheimen Lehren gibt, so wie er Enoch zur Erziehung, Zeit-Übersetzung und zum Aufstieg die Bücher Jeus in der frühen Geschichte gegeben hat. Sein Name erscheint auch in der PGM V.97, wo er als ein Schreibender bezeichnet wird.

Anm. 2
Für viele ist Jesus schon bei der Geburt Christus und so schreiben manche mal ´Jesus´, mal ´Christus´, mal ´Jesus Christus´. Auch in den Schriften Hurtaks liegt dieses Verwirrspiel zum Teil vor, diese große Unklarheit.
Ich spreche von Verwirrspiel, weil ich die Ansicht von Rudolf Steiner teile, dass der Gottessohn Christus erst anlässlich der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan in den Leib des Jesus einzog. Das ist auch der Grund, warum manche Übersetzer die wichtige Lukas-Stelle wiedergeben:«Dieser ist mein vielgeliebter Sohn; heute habe ich ihn gezeuget».
Auf diesem Hintergrund kann man also von Jesus Christus erst sprechen nach der Jordan Taufe, als Jesus 30 Jahre alt war. In seinem ´Fünften Evangelium´ führt Rudolf Steiner noch aus, dass Christus nicht von vornherein vollständig in den Leib Jesu einziehen konnte. Vollständig geschah dies erst kurz vor Golgatha. Diese Sichtweise bedeutet ja nicht, dass Jesus nicht schon vor der Taufe im Jordan eine höchst entwickelte spirituelle Persönlichkeit war; Steiner weist ja darauf hin, dass Jesus der inkarnierte Zarathustra war.

Mehr dazu hier: https://anthrowiki.at/Jordan-Taufe.
Im übrigen kann ich durchaus verstehen, dass viele diese Sichtweise für verrückt beziehungsweise höchst befremdlich halten. Ich persönlich teile sie, obwohl ich kein Anthroposoph bin.

Sonntag, 27. Juli 2025

Die 7. Reue Sophias und das Dilemma spiritueller Frauen mit ihrer männlichen Seite

Immer noch, so muss Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern vermitteln, ist - im Übrigen auf Befehl des Ersten Mysteriums - auch nach sechs Reuegesängen Sophia noch nicht im Hinblick auf Vergebung ihrer Sünde und ihr Herauskommen aus dem Chaos erhört worden.
Es ist schon ein bemerkenswert langer Weg, der Reue, der viel Durchhaltevermögen erfordert. Ohne eine tiefgehende Ernsthaftigkeit in Bezug auf seinen Sinneswandel kommt niemand zum Ziel. Dies gilt auch für uns in Bezug auf die Ziele, die wir zur Heilung unserer Seele anstreben. Eines dieser Ziele ist die balancierte Vereinigung unserer männlichen und weiblichen Seite. Nicht, dass beide immer absolut pari sein müssen. Eine ständige Ausgewogenheit gibt es nicht, weil das Leben an beide Seiten ja auch unterschiedliche Anforderungen stellt. Jede neue Situation erfordert eine neue Balancierung. Die allerdings ist nur möglich, wenn das Potential beider Seiten auch zur Verfügung steht, zumindest aber mit Bewusstsein angestrebt wird.

Meine Beobachtung und Erfahrung ist die, dass für mich überraschend viele spirituell engagierte Frauen Schwierigkeiten und Defizite in Bezug auf ihre männliche Seite haben. Natürlich keineswegs alle, und es ist ja auch nicht so, dass Männer nicht Schwierigkeiten mit ihrer weiblichen Seite hätten - dass das so ist, darüber ist ja nun oft genug geschrieben worden - und Männer haben im Übrigen überraschend oft Schwierigkeiten auch mit ihrer männlichen Seite; ich bin an anderer Stelle schon darauf eingegangen.
Hier und jetzt soll es um die Probleme spiritueller Frauen im Hinblick auf ihre männliche Seite gehen und warum das so ist, dafür gibt es einige nachvollziehbare Gründe - auf einen wichtigen möchte ich nachher eingehen. Doch möchte ich zunächst ein Beispiel ansprechen, das mich doch ziemlich betroffen gemacht hat:

Im letzten Beitrag habe ich dargelegt, warum der Eigner des Lichtweltverlages, Jahn J Kassl, für mich ein spiritueller Scharlatan ist. Seine Jesus-Biografie, 1. Teil - den zweiten habe ich mir erspart -, ist eine Ansammlung inhaltlicher Absurditäten. Das beginnt mit der Aussage, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben sei, dass es folgerichtig auch keine Auferstehung im biblischen Sinne gegeben habe, dass im Übrigen auch der Verrat des Judas nicht stattgefunden habe, die Hochzeit von Kana in Wirklichkeit die Hochzeit von Jesus selbst gewesen sei und auch die Schlüsselübergabe an Petrus („Und ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben“ - Matthaus16,19) nie stattgefunden habe.
Ich glaube im übrigen, dass Kassl heute sein Absurditäten-Buch über Jesus bedauert, den ganzen Unsinn wird er heute niemand mehr auftischen wollen. 

Worum es geht: Danielle Gernandt (https://danielle-gernandt.de), die sich selbst als spirituelle Beraterin, systemischer Coach und Wegbereiterin für die neue Erde bezeichnet, stellt regelmäßig auf YouTube Videos ins Netz, in denen sie zumeist Informationen aus der Geistigen Welt, die sie erhält, weitergibt und erläutert. Früher enthielt fast jedes zweite von ihr veröffentlichte Video ausschließlich Texte, zumeist Channelings, von Jahn J Kassl, die sie - sicherlich mit seiner Genehmigung - selbst aufsprach, Channelings, angeblich - wie Kassl schreibt und dann eben auch Danielle G. so weitergibt - von Gott, Jesus Christus, Maria Magdalena, Sai Baba, Saint Germain, Babaji und einigen anderen - das letzte Video von vor 5 Tagen enthält eine Botschaft des Erzengel Michael (der mittlerweile laut Aussagen Rudolf Steiners, die nun mehr als 100 Jahre zurückliegen, zur Natur eines Archai, eines Zeitgeistes aufsteigt). Unter einem dieser Kassl-Channeling-Videos - kaum eines ist allerdings unter den Videos ihres You-Tube-Kanals gelistet - machte ich vor wenigen Monaten Danielle Gernandt, die übrigens immer wieder in ihren eigenen Videos Bezug nimmt auf Christus, per Kommentar darauf aufmerksam, dass Kassl den Kreuzestod von Christus leugnet, der ja entscheidend für die Erfüllung von dessen Erdenmission ist; ich zitierte damals sogar in meinem Kommentar die diesbezüglich entscheidende Stelle aus Kassls Jesus-Biografie. Ich dachte, dass sie darum offensichtlich nicht weiß, ansonsten sie nicht Kassls Channelings selbst einsprechen würde, wo sie doch immer wieder in ihren eigenen Videos Christus einbezieht und damit suggeriert, dass er scheinbar eine zentrale Stelle in ihrer geistigen Welt einnimmt.
Sie reagierte mit dem Hinweis, dass sie von Kassls Leugnung nichts wisse und dass das vorliegende Channeling Kassls (das sie also aktuell eingesprochen hatte) stimmig auf sie wirke. Damit war die Sache für sie gegessen.
Dass Kassl das Wirken von Christus hintertreibt, war kein Problem für sie, sie hatte ja davon keine Kenntnis und ganz offensichtlich konnten mein Zitat und meine Aussage sie nicht dazu veranlassen nachzuforschen, denn sie verbreitet ja seine Channelings in ihren Videos weiterhin, Channelings, die nur verlogen sein können, denn dass ein Michael, eine Maria Magdalena oder andere einem Christusverächter Botschaften durchgeben, ist ausgeschlossen.

Wie kann jemand, so dachte ich und denke noch heute so, die Energie eines Mannes mittels eigener Videos weiterverbreiten, der die für unsere Zukunft alles entscheidende Tat auf Golgatha in Abrede stellt. Und falls Danielle Gernandt mir nicht glaubt: die Jesus-Biografie zu erschwingen und selbst nachzuschauen, wo sie für 20 Minuten telefonischer Beratung 99 Euro kassiert und für einen dreimonatigen Kurs 850 Euro verlangt, hätte ihr meines Erachtens die Klärung wert sein sollen.

Christus vor so einem Mann zu schützen war ihr es offensichtlich nicht wert.

Anders formuliert: die männliche Seite in ihr war nicht bereit, das Schwert zu führen bzw. wie Jesus den Tempel auszumisten.

In einer spirituell so entscheidenden Sache nicht aktiv zu werden und ggf. Konsequenzen zu ziehen, offenbart für mich mehr als nur einen Mangelzustand ihrer männlichen Seite.

Das ist natürlich ein krasses Beispiel für den Zustand der männlichen Seite bei einer Frau, grundsätzlich aber stellt sich für mich die Frage, wie es zu meinen Beobachtungen hinsichtlich der männlichen Seite bei spirituellen Frauen kommt.
Die Antwort liegt meines Erachtens in den Auswirkungen des kollektiv männlichen Zustandes auf unserer Erde. Dieser bedauernswerte Zustand schlägt so stark auf die Seelen von Frauen und ihre männliche Seite durch, dass das göttlich Männliche bis in unsere Zeit hinein nicht mehr zur Entfaltung kommen kann. Für mich ist das deshalb auch absolut nachvollziehbar, weil es meines Erachtens kaum Männer gibt, die in ihrem Leben eine männliche Seite zu verwirklichen suchen, die göttlich Männliches zeigt, wie wir es bei einem Mose, einem Josef (sowohl dem des Alten als auch des Neuen Testamentes), einem Jesus, einem Petrus (trotz oder gerade wegen all seiner Schwächen), einem Dietrich von Bern, einem Parzival, einem Lohengrin oder einem Faust in dessen zweitem Teil finden können. 
Mir fällt spontan allerdings auch eine Maria Magdalena ein, wie sie mutterseelenallein und doch entschlossen am Ostersonntagmorgen zum Grab von Jesus geht, während die Jünger in Jerusalem sich fast in die Hosen machend zusammenhocken, in Angst vor den Römern und sich verlassen vorkommend.

Wir - ob Männer oder Frauen - sind aufgefordert, ein Christophorus, ein Christusträger zu sein und das erfordert, dass wir in unserem Handeln und in konsequentem Denken und Sprechen - so gut wir es eben tun zu können uns entwickelt haben - Klarheit und Konsequenz zeigen.

Dass das Verhalten einer Danielle Gernandt Auswirkungen auf die Qualität ihrer spirituellen Arbeit hat, steht für mich außer Frage, auch wenn das nicht unmittelbar erkennbar ist (und wer in der Geistigen Welt für sie tätig ist, sehen wir ja nicht); auch Jahn J Kassl sitzt ja regelmäßig einer recht großen Fangemeinde gegenüber bzw. viele lesen seine Bücher, die doch so wunderbar klingen, deren energetisches Fundament aber für jede Seele höchst schädlich ist (zweifellos gibt Luzifer ganz ausgezeichnete Channelings durch und Buchinhalte …).
Im übrigen geht es nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern aus den Fehlern anderer zu lernen und zu hoffen, dass diese ihre Fehler erkennen und noch in diesem Leben beginnen können zu bereuen.

Verfolgen wir weiter den Weg der Reue der Sophia, lernen wir von ihr und hören wir, was sie - vermittelt durch Jesus - in ihrer siebten Reue äußert.
Sie sieht alle Archonten der 12 Äonen über sie lachen, sie verspotten und ist tief verletzt:

1  Oh Licht, ich habe meine Kraft dir dargebracht, mein Licht.
2  An dich habe ich geglaubt; lass mich nicht verachtet werden, erlaube nicht den Archonten der zwölf Äonen, die mich verabscheuen, über mich zu spotten.
3  Keiner derjenigen, die an dich glauben, wird beschämt werden. Und diejenigen, die meine Kraft ergriffen haben, mögen sie in der Finsternis verbleiben; mögen sie keine Nutzen davon haben, sondern lass sie ihnen ebenso genommen werden.
4  Oh Licht, lass mich deine Wege wissen, und sie werden mich retten; und lass mich deine Pfade wissen, denn sie werden mich aus dem Chaos befreien.
5  Und führe mich in dein Licht, damit ich sicher bin, oh Licht, dass du mein Retter bist. Auf dich will ich meine ganze Zeit vertrauen.
6  Erinnere dich an mich und rette mich, oh Licht, denn deine liebende Güte währet für immer.
7  Wegen meines Vergehens, das ich von Anfang an in meiner Unwissenheit begangen habe, schreibe es nicht gegen mich, oh Licht, sondern rette mich vielmehr in deiner Güte durch dein großes Mysterium der Vergebung der Sünden, oh Licht.
8  Denn das Licht ist gut und wahr. Deshalb wird es meinen Weg öffnen und mich aus meinem Vergehen retten.
9  Und meine Kräfte, geschwächt wie sie sind durch die Angst vor den materiellen Emanationen von Selbst-Willen, werden durch seinen Befehl geweckt werden; und meinen Kräften, die von den Grausamen vermindert worden sind, wird Wissen gelehrt werden.
10  Denn alle Gnosen [Arten von Wissen] des Lichts bringen Befreiung und sind Mysterien für einen jeden, der zu den Regionen seines Erbes und seiner Mysterien strebt.
11  Um des Mysteriums deines Namens willen, oh Licht, vergib mein Vergehen, welches groß ist.
12  Jedem, der auf das Licht vertraut, wird es das Mysterium geben, das ihm angemessen ist.
13  Und seine/ihre Seele wird in den Regionen des Lichts [in den höheren Himmeln] wohnen und seine/ihre Kraft wird die Schatzkammer des Lichtes [die Gedankenformen größerer Schöpfung] erben.
14  Das Licht versorgt diejenigen mit Kraft, die ihren Glauben auf es setzen; und der Name seines Mysteriums gehört denjenigen, die ihre Hoffnung in es legen. Und es wird sie in die Region des Erblandes [des kommenden Königreiches] setzen, welche in der Schatzkammer des Lichtes ist.
15  Ich aber habe immer an das Licht geglaubt, und es wird meine Füße aus den Ketten der Finsternis befreien.
16  Erinnere dich meiner, oh Licht, und rette mich, denn mein Name ist mir im Chaos genommen worden.
17  Wegen all der Emanationen sind meine Nöte und meine Qualen zahllos geworden; erlöse mich aus meinem Vergehen und aus dieser Finsternis [der niederen Welten].
18 Bemerke doch den Schmerz meiner Qualen und vergib mein Vergehen.
19  Denke an die Archonten der zwölf Äonen, die mich eifersüchtig verachten.
20  Halte Wacht über meine Kraft und befreie mich, und lass mich nicht in dieser Finsternis, denn ich habe an dich geglaubt.
21  Und sie haben mich zur Zielscheibe des Spotts gemacht, weil ich an dich geglaubt habe, oh Licht.
22  Und nun, oh Licht, rette meine Kräfte vor den Emanationen von Selbst-Willen, der mich plagt. 
Deshalb nun, der, welcher nüchtern in seinen Gedanken ist, soll nüchtern sein.

Als Jesus diese Reue seinen Jüngerinnen und Jüngern wiedergegeben hatte, trat Thomas nach vorn und sprach, „Mein Herr, ich bin nüchtern, ich bin sehr nüchtern, und mein Geist in mir ist bereit, und ich freue mich sehr, dass du uns diese Aussagen offenbart hast. Aus Rücksicht auf meine Brüder habe ich bis jetzt geschwiegen, damit ich sie nicht verärgere, und ich habe gewartet, bis ein jeder vor dich komme und die Lösung der Reue von Pistis Sophia erkläre.
Darum, mein Herr, über die Lösung der siebenten Reue von Pistis Sophia hat deine Lichtkraft früher schon durch den Propheten David im 25. Psalm prophezeit, indem sie, die Kraft des Lichtes also [deren Gehalt im Übrigen spirituell wesentlich wertvoller sein dürfte als die meisten Channelings], sprach:

1  Zu dir, YHWH, erhebe ich meine Seele.
2 Mein Gott, in dich lege ich mein Vertrauen; lass mich nicht beschämt werden, und lass meine Feinde nicht über mich triumphieren.
3  Lass niemanden beschämt sein, der fest in dir steht; lasse beschämt sein, die ohne Grund verraten.
4  Deine Wege, YHWH, zeige sie mir; und deine Pfade, lehre sie mich.
5  Führe mich in deiner Wahrheit und lehre mich, denn du bist der Gott meiner Rettung; ich stehe fest in dir den ganzen Tag.
6  Gedenke deiner Barmherzigkeit, YHWH, und deiner liebenden Güte, die von Anbeginn der Welt existiert haben.
7  Rufe dir nicht die Sünden meiner Jugend und meine Vergehen in den Sinn, sondern in deiner liebenden Güte erinnere dich an mich nach deiner Gültigkeit, YHWH.
8  Gut und aufrecht ist YHWH, und so belehrt er Sünder auf dem Weg.
9  Er führt den Elenden mit Gerechtigkeit und lehrt den Elenden seinen Weg.
10  Alle Pfade YHWHs sind liebende Güte und Wahrheit für ihn, der seinen Bund und seine Vorschriften einhält.
11  Um deines Namens willen, YHWH, vergib meine Sünde, welche groß ist.
12  Wer ist nun der Mensch, der vor YHWH zittert? Sie werden von ihm in den Wegen, die er wählt, unterwiesen werden.
13  Ihre Seele wird in Wohlstand leben und ihr Same wird die Erde erben.
14  Bekanntschaft mit YHWH ist für diejenigen, die vor ihm zittern, und seinen Bund wird er ihnen offenbaren.
15  Meine Augen schauen beständig auf YHWH, denn er wird meine Füße aus der Schlinge ziehen.
16  Wende dich zu mir und schenke mir deine Gunst, denn ich bin allein und elend.
17  Die Sorgen meines Herzens haben sich vermehrt; bringe mich aus meinem Kummer heraus.
18  Siehe mein Elend und meinen Schmerz, und erlasse meine Sünden.
19  Siehe meine Feinde, die an Zahl zugenommen haben, und den ungerechten Hass, mit dem sie mich hassen.
20  Wache über meine Seele und rette mich; lass mich nicht beschämt werden, denn ich habe in dir Zuflucht genommen.
21  Integrität und Aufrichtigkeit werden mich schützen, denn ich habe auf dich gewartet.
22  Oh Gott, befreie Israel von all seinen Bedrängnissen.
„In dieser unvollkommenen, geschlagenen Welt der Isolation“, so merkt J. J. Hurtak an, „sind wir lebenswichtig für die Absichten Gottes. Unser Zeugnis ist jetzt noch mehr als je vonnöten, da wir uns mit unserer höheren Identität identifizieren und Gott uns führt, sie zu entdecken. Wenn wir der Eitelkeiten müde werden und die höheren Wahrheiten erlernen, werden unsere Krankheiten geheilt und unsere sterblichen Teile erneuert und neu gebildet werden, und wir werden beständig sein und ewig vor Gott, YWHW, leben, der lebt und immerdar beständig ist.“
Sophia verlor ihren Namen im Chaos, so haben wir oben gelesen, verlor ihre spirituelle Identität, die es ihr erlaubt hatte, durch die Shekinah Verbindung zu göttlichen Präsenz herzustellen. Wenn Sophia, wenn wir diese höhere Identität verlieren, sind wir uns unseren wahren Ursprungs nicht mehr bewusst und vergessen ihn. Es gilt, die göttliche Sophia, die Weisheit, in uns zu aktualisieren, damit wir zurück zum Bewusstsein unser wahren Ursprungs gelangen und unser Geburtsrecht beanspruchen können. Dann können wir, darauf verweist Hurtak, die Verbindung mit anderen Bruderschaften/Schwesternschaften auf diesem Planeten und mit solchen, die nicht von dieser planetaren Welt sind, wiederherstellen und erkennen, dass wir Teil eines größeren Planes sind innerhalb des Ordens Melchizedek, des Ordens Enoch, des Ordens Michael und dass wir hierher zurückgekehrt sind, um das Werk Christi zu tun, um Liebe, Mitgefühl und Vergebung der ganzen Menschheit zu bringen, bis der wahre, große Christus für alle zurückkehren wird.