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Freitag, 28. März 2025

Zunehmend mehr Männer verlassen den Brocken. - Die Walpurgisnachtszene: wichtige Passagen und ihre seelisch-geistige Bedeutung - gerade heute!

Die von Goethe 1801 geschriebene Szene „Walpurgisnacht“ zeigt die übergroße Abhängigkeit Fausts von Mephistopheles. Nicht von ungefähr sagt ersterer, unterwegs den Brocken hinauf, in scheinbar großer Ahnungslosigkeit: „Du Geist des Widerspruchs! Nur zu! du magst mich führen.“


Als einziger unter den zahlreichen Interpreten des „Faust“ hat der Anthroposoph Rudolf Steiner darauf verwiesen, dass die Walpurgisnachtszene im Astralen, also auf der seelischen Ebene spielt, dass also der Körper von Faust, den Hexen und diversen anderen Gestalten überwiegend wahrscheinlich in ihren Betten liegen, während ihre Seele in der Walpurgisnacht einen Satansdienst verrichtet bzw. sich auf andere Weise verlustiert. 

Das Video spricht einzelne Abschnitte der Szene an, u.a. die Erscheinung des Mammon, Gott der Hemmnis und der Hindernisse, der verhindert, dass geistig-seelische Entwicklung möglich ist. Wie interessant ist es, dass er gerade in unseren Tagen so offensichtlich sein Regiment führt, indem er von Gestalten wie Donald Trump und Elon Musk so vollständig Besitz ergriffen hat (die Bezeichnung „Mammon“ kommt aus dem Aramäischen und heißt „Besitz“). 

Wenn die sexuelle Energie und Geld von Menschen Besitz ergreift, sind sie für eine seelische Entwicklung verloren.


Aber wie in Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ jener in seelischer Not aufschreit und ruft:„Maria hilf!“, so schreit auch Fausts Seele auf und in einer unglaublich eindrücklichen Vision erscheint ihm sein Gretchen auf dieser seelischen Ebene. 

Gewiss ist es kein Zufall, dass die letzte Szene des „Faust II“ ebenfalls die Bedeutung Marias mit dem Verweis auf das „Ewig-Weibliche“ aufgreift. 

Zunehmend mehr Männer, so glaube ich, feststellen zu können, liefern sich nicht mehr so naiv dieser mephistophelischen Energie, die in jedem Menschen ist, aus. Man kann natürlich, wie es viele Priester in der Katholischen Kirche versucht haben, sich bemühen, sie abzutöten, doch das ist ein hoffnungsloses Unterfangen und wozu das bedauerlicherweise führen kann, das wissen wir heute. 
Es gilt vielmehr, diese Energie zu durchschauen und sie in sich zu erlösen. Auf diesem Weg, der gewiss steinig und beschwerlich ist, erhalten wir als Menschen Unterstützung. Aus diesem Grund habe ich am Ende des Videos drei Passagen aus „Das Buch des Wissens: die Schlüssel des Enoch“ und „SALVATOR MUNDI: Die 76 Heiligen Namen des Kosmischen Christus“ zitiert; sie mögen Anregung geben und hilfreich sein. 

In einem abschließenden Video zu „Faust I“, in dem es auch um die geistig-seelische Errettung Margaretes geht, möchte ich in möglichst naher Zukunft vertiefen, inwieweit „Faust I“ auch noch heute eine tiefgehend spirituelle Bedeutung hat, wobei sich mehr und mehr Männer aus mephistophelischer Umklammerung lösen; dazu mag beigetragen haben (und tut es noch heute), dass Goethes "Faust" ihre Gefährlichkeit so eindrücklich aufzeigt.


Sonntag, 7. Januar 2024

Goethes "Faust": Über das Dilemma asymmetrischer Beziehungen und das Verhältnis von Liebe und Begehren


Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut)
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.
Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.
Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.
Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.
Dieses „Sachliche Romanze“ überschriebene Gedicht Erich Kästners wirft die Frage auf, ob Liebschaften, die so romantisch beginnen und so sachlich enden, tatsächlich von Liebe geprägt waren oder vielmehr durch ein Begehren, das mit den Jahren mehr und mehr nachließ und plötzlich zwei Menschen sich die Augen öffnen, dass sie sich gar nichts zu sagen haben, vielleicht in Wirklichkeit nie etwas zu sagen hatten.
Auch in Goethes „Faust“ stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Liebe und Begehren, es stellt sich aber auch die Frage nach der Bedeutung einer gewissen Symmetrie zwischen zwei Liebenden; damit angesprochen ist die Bedeutung von Fähigkeiten und Eigenschaften, die jeder Liebende einbringt in eine Beziehung und denen der oder die Andere eine hohe Wertschätzung entgegenbringt - oder eben nicht. Asymmetrisch muss beispielsweise sich ein Altersunterschied nicht auswirken, aber wenn einer der beiden in entscheidenden Situationen des Alter als Waffe beziehungsweise Argument einsetzt oder den eigenen Intellekt gegen das Gefühl des Anderen ausspielt, dann wird deutlich, wie wichtig es ist, dass Liebe und Denken, dass Männliches und Weibliches in einer guten Balance sich befinden. Goethes „Faust“ zeigt hier die Grenzen zweier Liebender auf, denen es in der aktuellen Situation vor allem um sinnliche, körperliche Liebe geht, was per se nicht negativ ist, kann doch auch in einer Beziehung die seelisch-geistige Liebe wachsen. Es ist keineswegs normal, wie es doch recht viele Menschen annehmen, dass Liebe mit der Zeit abnimmt – normal könnte es in einer zukünftigen Menschheit sein, dass Liebe wächst!
PS.
In Goethes „Faust“ spielt eine entscheidende Rolle jene geistige Energie, die sich "Mephistopheles" nennt, in der Goethe zwei geistige Wesenheiten vereint, Luzifer, jene Energie, die vor allem sich selbst liebt und den Menschen von Christus fernhalten und eben bei sich halten möchte, und Satan, der die Menschen an die Erde bindet und sie den Materialismus lieben lehrt (soweit er überhaupt lieben kann); es ist allerdings offensichtlich, dass er dies auf unserer Erde mit großem Erfolg tut.