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Donnerstag, 6. August 2026

🌟"Deutschland, Deutschland über alles / über alles in der Welt". - Das Lied der Deutschen: ein wertvolles Dokument deutscher Geschichte. - Niederes versus spirituelles Nationalbewusstsein und deren Korrespondenz mit niederer versus heiliger Sexualität.

Viele Deutsche haben doch ein recht diffuses Verhältnis zum Deutschlandlied, vor allem seiner ersten Strophe. Nicht wenigen ist sie fast peinlich, sie nehmen sie nur verschämt zur Kenntnis und wissen nicht recht, wie sie mit ihr umgehen und was sie von ihr halten sollen. Im Grunde färbt das mehr oder weniger unbewusst auf ihre dritte Strophe ab, die - ein Briefwechsel zwischen Theodor Heuss und Konrad Adenauer ging voraus - seit 1952 Nationalhymne war und es nach der Wiedervereinigung seit 1991, als sich Richard von Weizsäcker und Helmut Kohl für sie entschieden, ist.


Natürlich haben die Nationalsozialisten das Lied der Deutschen missbraucht. Nach ihrer Machtübernahme wurde die zweite und dritte Strophe (ganzes Lied s. Schluss) bei öffentlichen Anlässen nicht mehr gesungen wenn aber die erste gespielt und gesungen wurde, folgte in der Regel das Horst-Wessel-Lied, die Parteihymne der Nationalsozialisten (Die Fahne hoch! / Die Reihen fest geschlossen! / SA marschiert / Mit ruhig festem Schritt.). Doch singen wir auch Gott sei Dank heute wieder Volkslieder, obwohl viele von ihnen im Dritten Reich hoch im Kurs standen und inszenieren Wagner-Opern, obwohl ihnen die ganze Sympathie der Nationalsozialisten galt.
Vergleichbares gilt auch für Menschen, denen Christus Zentrum ihres Lebens ist, obwohl gerade die christlichen Kirchen seinen Namen in der Vergangenheit vielfach missbrauchten, indem sie unter anderem im Namen Gottes die Kraft wahrer Weiblichkeit entwerteten, womit die Zerstörung der Natur unseres Planeten einherging, und weltweit leiden viele Frauen noch heute unter dem Männlichkeitswahn vor allem der Katholischen Kirche - von vielen missbrauchten Kindern ganz zu schweigen.

In seinem Lied der Deutschen, das Hoffmann von Fallersleben 1841 auf Helgoland schrieb, bringt der Dichter, der übrigens auch Kinderlieder wie "Kuckuck, Kuckuck, ruft's aus dem Wald", "Alle Vögel sind schon da" und "Morgen kommt der Weihnachtsmann" verfasste und der im Übrigen Zeit seines Lebens ein Vertreter demokratischen und liberalen Gedankengutes war, zum Ausdruck, dass die Zustände im deutschsprachigen Raum unhaltbar waren und das Ergebnis des Wiener Kongresses, der sogenannte Deutsche Bund, ein geeintes deutsches Reich, das sich damals so viele fortschrittlichen Kräfte in Deutschland erwünschten, unmöglich machte. Dieser Deutsche Bund umfasste 39 souveräne Staaten - unter anderem fünf Königreiche (zu ihnen zählte beispielsweise Preußen und Sachsen), sieben Großherzogtümer (dazu gehörten Hessen und Mecklenburg-Schwerin) und zehn Herzogtümer (u.a. Nassau und Anhalt-Dessau) - deren politische Bewegungsfreiheit zwar politisch zum Teil eingeschränkt war und die eigentlich Verfassungen und eine freie Presse garantieren sollten, aber in der Praxis wurde dies nur zum Teil umgesetzt. Die Herrscher dieser Staaten waren an einer Liberalisierung und Demokratisierung des öffentlichen Lebens nicht interessiert. Ein Donald Trump hätte sich damals superwohl gefühlt, denn Zölle konnten nach Lust und Laune erhoben werden und Zensurmaßnahmen waren durchaus üblich, so dass ein Heinrich Heine in seinen Reisebildern sich zu schreiben veranlasst sah:

Die deutschen Zensoren – – – – – – – – – – – – – – –
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Dummköpfe – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
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Der Unmut der aus den Freiheitskriegen gegen Napoleon zurückgekehrten jugendlichen Kriegsveteranen, Studenten, Handwerkern und Dichtern wie Georg Herwegh oder auch Georg Weerth über die Situation Deutschlands äußerte sich zunächst 1817 im Rahmen des Wartburgfestes; damals trafen sich von fast allen deutschen Hochschulen über 500 Studenten und gründeten eine "Allgemeine deutsche Burschenschaft". Burschenschaften waren damals nicht reaktionär, sondern wollten eine Bewegung zu mehr Freiheit aus dem Volk heraus, forderten nationale Einheit, also auch die Abschaffung von Zöllen, Handelssperren und Zensur-, Rede- und Pressefreiheit.
Es folgte jedoch erst einmal eine Zeit, die wir heute Biedermeier nennen; Menschen zogen sich - nachvollziehbar auf dem Hintergrund der Wirren der französischen Revolution und den napoleonischen Befreiungskriegen - ins Private zurück und suchten im Häuslichen ihr Glück. Das änderte sich auf dem Hintergrund der Julirevolution 1830 in Frankreich, dem polnischen Novemberaufstand (1830/31) sowie der Belgischen Revolution (1830/31). In Deutschland folgte - scheinbar weniger spektakulär, aber dennoch bedeutsam - das Gaibacher und das Sandhof-Fest (beide am 27. Mai 1832), das Nebelhöhlenfest (Anfang Juni 1832), das Wilhelmsbader Fest (Ende Juni 1832) sowie der Frankfurter Wachensturm (1833) - heute mag man kaum glauben, was damals in Mitteleuropa und deutschlandweit los war!
Ein besonderer Meilenstein war das "Hambacher Fest", das am 30. Mai 1832 auf dem Hambacher Schloss, nahe Neustadt an der Weinstraße gelegen, stattfand; es war Höhepunkt einer bürgerlichen Oppositionsbewegung, die genug hatte von der Gewalt und dem Unrecht von Monarchie und selbstgefälligem Herrschertum und Verfassungen ohne Fürstenwilllkür wollte.

Als Professor für Germanistik gehörte August Heinrich Hoffmann (1798-1874), der sich, um sich von den vielen Hoffmanns abzusetzen, nach seinem Geburtsort Hoffmann von Fallersleben nannte, dieser Oppositionsbewegung an. Immer wieder bezog er in seinen Schriften Stellung für Volkssouveränität, unter anderem in seinen Unpolitischen Liedern (1840/41), die alles andere als unpolitisch waren. Ihre Veröffentlichung kostete ihn seine Professur und er wurde von der Polizei bespitzelt, von monarchistischen Regierungen verfolgt und 39-mal ausgewiesen. Bei Freunden fand er immer wieder Unterschlupf. Erst 1848, sieben Jahre nach Veröffentlichung seines Liedes der Deutschen, wurde er rehabilitiert.
Ihm ging es mit seinem Deutschland, Deutschland über alles / Über alles in der Welt darum, kundzutun, dass über aller Fürstenwillkür ein politisch geeintes Deutschland zu stehen hat; für ihn war dies das Wichtigste in der Welt.

Bedauerlich bis heute ist, dass so viele Menschen in Deutschland, gerade auch sogenannte Linke, sein Ansinnen und das Lied der Deutschen, insbesondere seine erste Strophe, als nationalistisch klassifizieren. Zu einer geeinten Nation zu stehen, die nicht vielfach zersplittert war, hatte schon damals nichts mit einem reaktionären Nationalismus zu tun. Noch sind zu viele nicht in der Lage, die damalige Situation und die erste Strophe des Deutschlandliedes in ihrem historischen Kontext zu verstehen, weil Vorurteilsdenken und/oder Unwissenheit die Fähigkeit, Dinge historisch einzuordnen, blockieren.
Natürlich spiegelt sich in den in der ersten Strophe genannten vier Gewässern - Von der Maas bis an die Memel, / Von der Etsch bis an den Belt - als Grenzen eines erwünschten Deutschen Reiches die Brisanz der politischen Situation Mitteleuropas wieder, unter anderem die sogenannte Rheinkrise. Frankreich hatte, um seinen Machtbereich auszudehnen, Algerien besetzt und den ägyptischen Vizekönig in seinem Unabhängigkeitskampf gegen die Türken unterstützt. Die Großmächte Preußen, Russland, Österreich und Großbritannien, an einer Destabilisierung des Orients nicht interessiert, veranlassten jedoch Frankreich in dem sogenannten Viermächtevertrag, die Unterstützung Ägyptens aufzugeben. Diese empfindliche diplomatische Niederlage versuchte die französische Regierung mit der Androhung der Annexion der linksrheinischen Gebiete zu überspielen, drohte immer wieder mit Krieg und rüstete erheblich auf. Im deutschen Sprachraum löste das in großem Ausmaß eine antifranzösische Stimmung aus und provozierte u.a. einen deutsch-französischen Dichterkrieg mit der Folge, dass auf deutscher Seite zahlreiche Rheinlieder entstanden. Zu den bekanntesten zählten Nikolaus Beckers Lied Der freie Rhein, das auch im Nachbarland deutlich emotionale Reaktionen auslöste:
Sie sollen ihn nicht haben,/ Den freien deutschen Rhein,/ Ob sie wie gierige Raben/ Sich heiser danach schrein./ Sie sollen ihn nicht haben,/ Den freien deutschen Rhein,/ Bis seine Flut begraben/ Des letzten Manns Gebein!

Auch Max Schneckenburgers Lied Die Wacht am Rhein spart nicht mit martialischen Worten:
Es braust ein Ruf wie Donnerhall,/ Wie Schwertgeklirr und Wogenprall:/ Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!/ Wer will des Stromes Hüter sein?/ Lieb Vaterland, magst ruhig sein;/ Fest steht und treu die Wacht am Rhein!//

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,/ Und aller Augen blitzen hell:/ Der deutsche Jüngling, fromm und stark,/ Beschirmt die heilge Landesmark./ Lieb Vaterland, magst ruhig sein;/ Fest steht und treu die Wacht am Rhein!
Es blieb allerdings bei dieser bataille lyrique.

Mit den von Hoffmann von Fallersleben genannten vier Gewässern orientierte der Dichter sich wohl an den im Rahmen des Wiener Kongresses festgelegten Grenzen des Deutschen Bundes, der Ausdehnung des 1833 in Kraft getretenen Deutschen Zollvereins und zugleich auch - mit Abstrichen - an deutschen Sprachgrenzen. Man kann sich aber leicht vorstellen, dass die Großmächte Mitteleuropas - Preußen, Österreich, Frankreich und England - einem so mächtigen Staat im Herzen Europas sehr argwöhnisch gegenübergestanden wären und seine Gründung gewiss nicht befürwortet hätten. Man darf voraussetzen, dass das von Fallersleben bewusst war, dass ihm dies aber auf dem Hintergrund der Rheinkrise und der Sehnsucht nach einem Deutschen Reich, wie sie sich in der Vormärzzeit immer offensiver im deutschen Kulturraum äußerte, ziemlich einerlei war.
Nur: Vergessen sollte man dabei nicht, dass es ihm - wie vielen anderen bürgerlichen Kräften - um ein liberales Deutschland ging, das auf einer entsprechenden Verfassung hätte basieren sollen.

Nationale Gesinnung ist immer wieder auch enthusiastisch. Menschen, die enthusiastisch sind, können von etwas begeistert, sie können aber auch von etwas besessen sein. Besessen zu sein: als Wort findet sich dieser Zustand seit dem Mittelalter in "beseʒʒen" und in der Vorstellung dieser Zeit bezieht sich das auf einen religiösen Zustand, dass nämlich jemand vom Teufel bewohnt ist, dass der Teufel von ihm Besitz ergriffen hat, was sich dann in Fanatismus äußern kann. Lateinisch "fanaticus" wird mit von einer Gottheit in Raserei versetzt übersetzt, doch dieser angebliche Gott ist nicht jener, auf den die Griechen sich bezogen wenn sie von én-theos (ἔνθεος - wörtlich "in sich Gott habend") sprachen, von einem enthusiastischen Zustand. In erster Linie bezogen sie sich auf Apollon, den Gott des Lichtes und der sittlichen Reinheit, der Dichtung und Musik und der Kunst des Heilens.

Wir verstehen, was nationale Gefühle und nationale Gesinnung bewirken, wenn wir sehen, dass es eine Verwandtschaft gibt zwischen nationalem Empfinden und Sexualität, sexuellem Erleben.
So wie es eine niedere Sexualität gibt, ohne Liebe, so gibt es Sexualität, die mit Liebe verbunden ist, in wahrhaftigem Sinne der griechischen Wortbedeutung nach enthusiastisch, verbunden mit Gott. Desgleichen gibt es niedere nationale Gefühle und eine entsprechende Gesinnung und hohe, nationale. Dann sind sie spirituell, haben eine geist-volle Basis, einen spirituellen Hintergrund. Auf dieser hohen Ebene sind jene, die diese Gefühle auf der Erde verwirklichen wollen, verbunden mit dem Völkerengel ihres Landes. Jedes Volk, jedes Land hat einen geistigen Führer im Range eines Erzengels; schon in der Bibel werden sie angesprochen.
Menschen mit niederen, fanatischen nationalen Gefühlen sind verbunden mit dunklen Kräften, die die Menschen von sich abhängig gemacht haben. Beispielhaft möchte ich auf jene marsianische Zivilisation verweisen, die vor fast 30 000 Jahren durch die Galaxien reiste und versuchte, Planeten zu besetzen. Auf der Erde ist ihnen das mit Hilfe der ägyptischen Pyramiden gelungen. In den ägyptischen Pyramiden waren Millionen menschlicher und außerirdischer Seelen gefangen, die der Pharaonenfamilie Kraft und Unbesiegbarkeit gaben. Wir sprechen hier von dunklen, tief dunklen Kräften. Im Rahmen meines Beitrages vom 11. Juli 2026 ("Der Fluch des Pharao ist gebannt") bin ich näher darauf eingegangen, auch dass diese Seelen durch die positive Entwicklung der Menschheit befreit werden konnten.

Es ist kein Zufall, dass eine niedere Nationalität sich in scheinbar ganz platten Phänomenen wie dem Stechschritt der Soldaten bei einer Parade zeigt, wie wir sie beispielsweise jedes Jahr in Moskau anlässlich der großen Militärparade zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland zu sehen bekommen. Die Verwandtschaft zwischen niederer nationaler Gesinnung und niederer Sexualität zeigt sich - man mag diese Offensichtlichkeit kaum glauben - in dieser stechenden Bewegung beim Marschieren, stramm und steif, die einem männlichen Verhalten im Sexualakt entspricht, Bewegung ohne jedes Gefühl, Hauptsache stramm und steif. Wobei gesagt werden muss, dass es nicht von vornherein die einfachen Soldaten sind, die wir meist im Fernsehen marschieren sehen, auf die das zutrifft. Sie sind nur Befehlsempfänger derer, die auf den Tribünen sitzen, diese Gefühllosigkeit praktizieren und ihnen untergebene Menschen aufgrund ihrer Machtbefugnis veranlassen, sich so geben zu müssen. Die Geschichte, gerade auch die des Nationalsozialismus, zeigt, dass sie das mit Erfolg taten, wenn auch nie mit endgültigem.

Diese Zeiten sind zunehmend vorbei, weil immer mehr Menschen sich dem Christuslicht öffnen, wenn das auch vielfach noch unbewusst geschieht. Es kommt auch die Zeit, und sie ist nicht mehr fern - und es gilt vor allem auch erfreulicherweise für Deutschland -, dass Menschen mit ihrer Heimat auf eine Weise verbunden sind, dass sie deren Bestimmung im Rahmen ihres Menschseins auf der Erde erkennen werden. Damit wird auch verbunden sein, dass sie zunehmend eine spirituelle Nationalität und heilige Sexualität leben werden, wie ich sie in einem Video (Link s. unten) angesprochen habe, eine Sexualität wie sie Maria Magdalena und Jesus lebten, ein Tatbestand, den die Kirche nicht mehr lange wird vergessen machen können.
Dann wird auch die Aufgabe Deutschlands offen zu Tage treten können, die darin besteht, den Westen, den ein Rudolf Steiner der ahrimanischen Einflusssphäre zuordnen würde, und den Osten, die Sphäre Luzifers, einerseits auf Distanz zu halten und zugleich zwischen beiden Sphären zu vermitteln.

Die Position der Mitte einzunehmen, kennen wir aus der Philosophie des Aristoteles; es geht darum zu lernen, mit Tugenden und ihren Extremen angemessen umzugehen.
Auch in der Lehre Rudolf Steiners spielt die Mitte - wie vorhin angedeutet - eine wesentliche Rolle, denn bei ihm ist Christus die Mitte und links und rechts befinden sich Ahriman und Luzifer, die den Menschen fortwährend versuchen, auf ihre Seite zu ziehen. Die wesentliche Aufgabe des Menschen aber ist es, immer wieder zu Christus zu finden, er ist Mitte und Sinn des Lebens und möge auch unser inneres Zentrum sein, was im Zusammenhang mit unserem spezifischen Leben auf der Erde deshalb nicht so einfach ist, weil wir zwangsläufig, wenn wir uns beispielsweise im Bereich der Technik bewegen, uns in ahrimanischen Gefilden befinden, wenn wir aber spirituell unterwegs sind, auch hier des "Guten" zu viel tun können und in den stets offenen Armen Luzifers landen, der uns gern glauben machen will, er sei der wahre Christus.
Von den Gefahren in Zusammenhang mit der Künstlichen Energie ganz zu schweigen. Manche Esoteriker wollen ja glauben machen, KI sei eigentlich neutral, man müsse sie nur richtig einsetzen. Sie verkennen aber ganz offensichtlich, dass die KI eben keine neutrale Energie ist, sondern eine sehr mächtige dunkle Macht sich hinter ihr verbirgt, die sich mit zahllosen Gehilfen auf die Menschheit stürzt.

Wenn jemand fragen möchte, wie es Deutschland gelingen könne, bei seiner Größe und militärischen Macht, die ihm von der geistigen Welt zugewiesene Aufgabe zu erfüllen, zwischen dem Westen und dem Osten zu vermitteln, so möchte ich sagen, dass die Golgatha-Symbolik die Antwort gibt: Liebe, diese Energie des Kreuzes in der Mitte, überwindet die Gefahr, einer Seite zu verfallen; zugleich ist sie ein machtvoller Schutz gegen Angriffe, wenn sie von einer gewissen Anzahl von Seelen unterstützt wird und sie vermag die bisher so gültige Dominanz der Materie, auch, weil sie diese nicht ablehnt, sondern durchzieht und verwandelt, überwinden.

Die Symbolik von Golgatha geht, was unsere Realität betrifft, noch weiter:
Wir lesen in Lukas 23, dass zwei Verbrecher mit Jesus Christus gekreuzigt wurden. Der eine lästerte über Jesus, der andere wies aber das Lästermaul zurecht, weil er die Wahrheit in Bezug auf Christus erkannte. Zwei Verbrecher also, der eine verstockt, der andere aber mit offener Seele.

Für mich entspricht das insofern der Realität unserer Erde, als ich den amerikanischen Weg als fernab jeder wahren geistigen Erkenntnis empfinde. In der Politik geht es nur noch um Deals und der Einfluss der sieben größten US-Techfirmen - sie sind ja auch weltweit die größten, nämlich Google, Apple, Nvidia, Meta, Tesla, Amazon und Microsoft - nimmt ständig zu und das Kapital der Erde kumuliert bei ihnen. Sie lassen sich in keine Schranken weisen und machen, was ihnen das Goldene Kalb befiehlt. Menschlichkeit spielt keine Rolle. CEOs wie Mark Zuckerberg von Meta, Jeff Bezos von Amazon, Sundar Pichai von Google oder natürlich auch Elon Musk sind Marionetten Mammons, auch wenn sie sich subjektiv frei vorkommen.
Sie und der amerikanische Weg entsprechen jenem Verbrecher am Kreuz, der keine Einsicht zeigt und Gott lästert.
Obwohl ich Putin für einen der größten Verbrecher der Weltgeschichte und eine schreckliche Mörderseele halte, die im Moment die östliche Hemisphäre sehr abdunkelt und glaube, dass das russische Volk sich in dieser Zeit selbst karmisch sehr belastet, weil es fast ohne Gegenwehr Putin gewähren lässt, so halte ich den Osten, also die Menschen, die dort leben, gleich jenem Schächer, der spirituell zu empfinden vermag. 
Ich glaube Vergleichbares auch von den Menschen des Ostens, weil ihre Seelen meines Erachtens tief in ihrem Inneren mystischen Empfindens fähig sind, unabhängig von der Dekadenz der russisch-orthodoxen Kirche. Dass das russische Volk einiges aufzuarbeiten haben wird und dass das nicht ohne Schmerzen abgeht, davon bin ich überzeugt. Dennoch wird sich in nicht allzu weiter Ferne die deutsche Seele und der russisch- slawische Raum spirituell verbinden; so stellt es sich jedenfalls mir dar.

Deutschland kann seinen Beitrag hierzu leisten, wenn es das Land der reinen Herzen wird.
Dazu ggf. in einem noch zu schreibenden Buch mehr. Es könnte überschrieben sein:

"Ins Kristall bald dein Fall - ins Kristall!"
Das spirituelle Vermächtnis Deutschlands.

So wie dem Studenten in E.T.A. Hoffmanns Goldenem Topf, der auf dem Marktplatz den Korb einer Hexe voller Äpfel und Kuchen umrennt und von dieser zeternd zu hören bekommt: "Ins Kristall bald dein Fall - ins Kristall!", so könnte eine ständig sich vermehrende Zahl von Menschen in Deutschland Zelle um Zelle ihrer Körper in kristallines Licht verwandeln und damit ihre Seelen zum Leuchten bringen. Wieder einmal hätte ein Märchen vorweggenommen, was geschehen wird. Vor diesem zukünftigen Leuchten werden die dunklen Kräfte, kommen sie aus Osten oder Westen zurückschrecken!
Hoffmann von Fallersleben hat diese Entwicklung angedeutet, wenn in der ersten und letzten Strophe des Liedes der Deutschen Brüderlichkeit angesprochen ist und als Tugend im Mittelpunkt steht.  
Doch ist Brüderlichkeit weit mehr als eine Tugend. Sie ist eine geistige Haltung und wenn man von Tugend sprechen mag, dann ist es eine kosmische.


🌟

PS.

Das Lied der Deutschen

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand[3] –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!


PPS.
https://www.youtube.com/watch?v=CcFyykpoJrk

Mittwoch, 22. April 2026

Fluch und Segen der Theosophie / Anthroposophie - deren grundlegendes Dilemma

Es wird kaum einen Anthroposophen geben, der nicht den Worten Rudolf Steiners aus der GA 93 zustimmen wird:
(Die theosophische Bewegung) bereitet auf geistigem Gebiet vor, was später auf dem physischen Plan geschehen wird: die Wiedervereinigung der Geschlechter. Auch die geteilte Weisheit muss wieder in die eine göttliche Weisheit zusammenfließen. Im Menschen muss durch die theosophische Weisheit ein Ausgleich gefunden werden zwischen der religiösen Priesterweisheit und der freimaurerischen Weisheit. Die Weisheit der Zukunft muss geholt werden aus dem höheren Menschen heraus, der in beiden Menschen gleich lebt, dem weiblichen und dem männlichen. Das zu entwickeln, worauf es ankommt, worauf der physische Plan gar keinen Einfluss mehr hat, das ist der Zweck der theosophischen Bewegung. Die Theosophie ist tatsächlich die männlich-weibliche Weisheit, die für beide Geschlechter gleich gültige Weisheit. Durch die Lehre von der Reinkarnation erkennt man, dass dasjenige, was bei jeder neuen Wiederverkörperung zum Ausdruck kommt, nicht die Persönlichkeit des jeweiligen Erdenlebens ist, sondern dass der Kausalkörper, die Entelechie, sich geschlechtslos aufbaut.
Wenn wir uns dieser bewusst werden, so lebt in uns geistig auf, was über dem Geschlechtlichen steht, was unabhängig ist von dem, worauf sich die Gegnerschaft der beiden Strömungen [also der weiblichen Priesterweisheit und der männlichen Kainsweisheit] gegründet hat. So ist die Theosophie die ausgleichende Bewegung, und sie allein kann den Ausgleich herbeiführen. Erst in der Theosophie kann man von einem Okkultismus sprechen, der beide Geschlechter gleichmäßig angeht. Nur von da aus kann man sich einen wirklichen Ausgleich zwischen beiden Geschlechtern denken. Nur die theosophische Bewegung kann das vollziehen.
Auch jemand, der der anthroposophischen Bewegung nicht angehört oder sich nicht dezidiert als Theosophen bezeichnet, wird Obigen zustimmen, wenn wir unter Theosophie das verstehen, was der Begriff wiedergibt: ein Bewusstsein, das sich in der Weisheit des Göttlichen gründet, das also die Gegnerschaft zwischen Männlichem und Weiblichem überwindet, die sich in der Wirklichkeit der Erde manifestiert hat und zu einem Miteinander beider Geschlechter kommt, was nicht bedeutet, dass ständig ein Pari-Zustand zwischen Männlichem und Weiblichem existiert, dass aber insgesamt beide Geschlechter sich in Wertschätzung einander ergänzend bereichern und - so Rudolf Steiner - im menschlichen Wesen der Zukunft wieder zueinanderfinden.

Das Dilemma der Steinerschen Gefolgsleute - und ich mache dafür im Übrigen nicht Steiner verantwortlich, denn es wäre Sache seiner Nachfolger gewesen, die Thematik mit der realen physisch-materiellen Welt zu verbinden - ist, dass wunderbar über das Geschlechtliche, über die Kains- und Abelströmung gesprochen werden kann und auch wird, dass aber über die Realisierung des Geschlechtlichen in der Wirklichkeit der Menschen, also einer gelebten Sexualität in all ihren Facetten, einer wunderbaren und zugleich oft so schwierigen Körperlichkeit, nicht gesprochen wird.

Das Dilemma von Faust und Margarete ist auf dem Theater zugelassen und 
wird immer wieder regelmäßig in Aufführungen beifällig von der anthroposophischen Community bewundert, aber die reale Körperlichkeit bleibt, sieht man die Beiträge im Rahmen der Anthroposophie an, außen vor - das Bett als Möglichkeit, den Körper dort zur Meditation niederzulassen - das war´s dann. 

Dass damit die gesamte Anthroposophie ein Opfer ahrimanischen und luziferischen Ansinnens wird, die beide das Geschlechtliche aus unterschiedlichen Gründen aus der menschlichen Wirklichkeit eliminiert sehen möchten - das zu sehen wird sich standhaft geweigert. Dass mein zweiter Beitrag auf der Facebookgruppe "Freie Anthroposophie. Anthroposophie libre. Free anthroposophy" gelöscht und mein Profil dort blockiert wurde, steht ja nur für ein diesbezügliches Gesamtverhalten (siehe mein Beitrag vom 30. März diesen Jahres).
Öffnet sich die Anthroposophie hinsichtlich der Bedeutung des Sexuellen, das für Steiner durch Golgatha der zweite Logos wurde, wie er selbst äußerte (siehe Beitrag vom 27. März) nicht der Realität der Erde, wird diese Bewegung in dieser Form untergehen; sie muss es, damit Erde und Himmel sich wirklich verbinden und nicht nur der Himmel mit dem Himmel, der in Wahrheit luziferisch-ahrimanisch-anthroposophisch-theosophische Himmel mit dem göttlichen Himmel, der doch voller Sehnsucht auf die Vereinigung mit der Erde wartet, wovon schon Eichendorff in "Mondnacht" träumte:

Donnerstag, 9. April 2026

Auferstehung zu heiliger Spiritualität

Gemessen an der Tatsache, dass die Beziehung zwischen Sexuellem, auch zwischen Sexualität und Christusbewusstsein zu den fundamentalsten Aspekten im Werk Rudolf Steiners zählt, wurde ihr von ihm recht wenig Raum eingeräumt. Obwohl ein Sigmund Freud damals die Sexualität wissenschaftlich hoffähig machte, war sie dennoch für viele Menschen ein Tabuthema - übrigens auch noch heute. Ich vermute, Steiner hat die Zeitumstände berücksichtigt. 

Was allerdings von großer Bedeutung ist, ist die Tatsache, dass er sich in Sachen Sexualität und Liebe in einen eklatanten Widerspruch verwickelte. So formulierte er in zwei Vorträgen 1912, dass Sexualität und Liebe gar nichts miteinander zu tun hätten 

Es ist deshalb von großer Bedeutung, weil viele Anthroposophen - natürlich beiderlei Geschlechts - dem geistlosen Verständnis von Sexualität und Liebe auf den Leim gegangen sind - man kann sich nicht des Eindrucks verwehren, dass sie den geistigen Fehltritt Steiners noch heute gern nutzen, um sich dem Thema der Sexualität zu entziehen. Ich gehe in diesem Video darauf ein. In der Anthroposophie ist Sexualität kein Thema

Es ist jedoch zugleich so, dass wir es Steiner verdanken, den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Sexualität und Christusbewusstsein sehen zu können - wer es denn will, vielleicht ja auch bald einige Anthroposophen. Steiner hat den Ursprung der Sexualität in geistiger Liebe betont, 1904, 1905 und 1923.

Notwendig ist eine bewusste Auferstehung, eine bewusste Hinwendung zum Thema der Sexualität, denn das Christusbewusstsein, will es sich in unserem Leben realisieren, bedarf dieser Hinwendung. Vor allem aber wäre es Aufgabe der Anthroposophie, Jugendlichen zu vermitteln, welche Bedeutung körperliche Liebe für die Bewusstseinsentwicklung eines Menschen haben kann, wie sehr sie Einfluss nehmen kann auf die Entwicklung des Ätherleibes hin zu einem Leib des Lichtes und der Liebe.

Unter diesem Aspekt sehe ich auch das Engagement der Maria Magdalena, das ich in den ersten beiden Videos zum Thema der spirituellen Sexualität angesprochen und dem ich mittels wertvoller Zitate Raum gegeben habe. In ihren Worten wird u. a. deutlich, warum in unserer Zeit eine göttliche Weiblichkeit, der sich gerade Frauen bewusst zuwenden sollten, so wichtig und wertvoll ist. In den abschließenden Worten im Rahmen dieses Videos ist es ein Mann, White Eagle, der diese Sicht unterstützt.





PS Hier die beiden Beiträge auf "Freie Anthroposophie" - auch der gelöschte: 



- der gelöschte: 

Freitag, 3. April 2026

Die Zeit, da Anthroposophen Hüter und Multiplikatoren mephistophelischer Sexualität waren, geht zu Ende! Wenn auch noch zögerlich ...

Rudolf Steiner hat 1912 in mehreren Vorträgen sehr deutlich betont, dass Sexualität und Liebe nichts miteinander zu tun haben

In diesen Vorträgen sind ihm meines Erachtens von dunkelgeistigen Kräften die Augen zugehalten worden, ja, die Energie dieser Kräfte griff deutlich auf ihn über, wenn man den zum Teil rigiden Ton wahrnimmt, mit dem er eine falsche Sicht in Bezug auf das Verhältnis von Sexualität und Liebe vermitteln wollte, nämlich dass beide nichts miteinander zu tun hätten (Textstellen s. Link unten). 

Es geht nicht um eine Be- bzw. Verurteilung dessen, was Steiner hier anrichtete, und ich persönlich stelle für mich auch nicht im Geringsten Steiners Wirken infrage, eher macht ihn mir das sympathischer, weil es menschlich ist. Wir wissen, wie intensiv selbst Jesus und mit ihm der Gottessohn in der berühmten Versuchung angegriffen worden sind. Und welche Macht hier unterwegs ist, zeigt sich, dass hundert Jahre lang die anthroposophische Bewegung nicht in der Lage war, Steiners 1912 geäußerte Sicht richtigzustellen und auf seine Aussage 1923 zu verweisen:
was in der Sexualität ursprünglich lebt, ist durchdrungen von der geistige Liebe. Sie ist jene, die aus geistiger Sicht Gültigkeit hat.

Colibris Colibris alias Jean Bon, der Admin der Facebook-Gruppe "Freie Anthroposophie. Anthroposophie libre ...", hat in der Auseinandersetzung über die Löschung meines zweiten Beitrages (hier eingestellt am 30. März) als deren Grund angegeben: 
Dieser Post habe ich bewusst gelöscht. Freie Anthroposophie bedeutet nicht alles posten, sondern aufpassen. (...) Die Gefahren und Widersacher sind überall da und lauern auf jeder Möglickeit die Anthropsophie zu korrumpieren. (...) Den zweiten habe ich gelöscht, da es zu weit in den Irrtum ging und Johannes Klinkmüller hat ohne meine Fragen zu beantworten weiterhin sein Unfung treiben wollen. Wenn einige von Euch denken dass das 2. Logos die Sexualität ist, denn bitte können sie sich an derjeniger der diese These verbreitet weiter wanden, aber nicht mehr hier. Liebe und herzliche Grüße.
Aus dem gelöschten Beitrag geht eigentlich deutlich hervor, dass ich nur Steiner wiedergebe und jener es war, der vermittelte, dass (mit Golgatha) das Sexuelle der zweite Logos wurde, also der Sohn, Christus (Textstellen s. Link unten).

Im Grunde hat Jean Bon nicht nur meinen Beitrag, sondern die Ansicht Steiners, 1905 geäußert, gelöscht, die zum Verständnis des Sexuellen so wichtig ist und auf jene von 1923 im Grunde vorverweist.

Und wie wichtig es Jean Bon war, der mephistophelischen Sicht auf das Sexuelle, wie ich sie in der Facebook-Gruppe und hier in meinem am 27. März veröffentlichten angesprochen habe, zum Sieg zu verhelfen, die bekanntlich ein Feind der sexuellen Liebe ist, macht deutlich, dass er im Rahmen dieses in seiner Gruppe veröffentlichten Beitrages (überschrieben "Warum Anthroposophen nicht zu Christus, zum Christusbewusstsein gelangen") unter vier verschiedenen Kommentaren den Kommentierenden in jeweils ausführlichem Auszug die Sicht Steiners von 1912 entgegenhielt, die der Entgeistung des Sexuellen das Wort redet.

Meines Erachtens tobt gerade auf der geistigen Ebene ein Kampf, in dem es darum geht, die Sexualität aus mephistophelischer Geiselhaft zu befreien, über die ich in meinen Beiträgen geschrieben habe und auf die Steiner im Zusammenhang mit seiner Besprechung des "Faust" eingeht. 

Das Sexuelle, wenn es befreit ist, führt zu Christus. Das ist eine Sicht, der sich die Anthroposophie über 100 Jahre verweigert hat, indem sie nicht darüber sprach, wiewohl es mit zum Fundamentalsten gehört, was Steiner geäußert hat. Die ernst zu nehmenden Aussagen Steiners von 1905 und 1923 (siehe Link) weisen eindeutig darauf hin, dass das Sexuelle, dass Sexualität von ihrem Ursprung her mit geistiger Liebe verbunden ist und dass es gilt, dieses Bewusstsein wieder freizulegen.


Wenn Jean Bon mir in einem Kommentar schreibt: Das sexuelle wird in der Zukunft nicht mehr geben und dies zum Glück. Es wird nur noch den Christus geben., dann zeigt sich in seinen Worten - "und dies zum Glück" - die ganze Crux einer in Bezug auf das Sexuelle blockierten Anthroposophie, denn nicht das zukünftige Verschwinden des Sexuellen ist ein Glück, sondern seine reale Existenz. Das Sexuelle wurde Christus, wie Steiner schreibt, es führt uns zu Christus, es ist Christus, weil es aus geistiger Liebe geboren ist.
 
Klar, Sexualität kann für die Seele tödlich sein, wenn sie missbraucht wird, darauf weist Steiner hin, und wir werden gerade in unseren Tagen Zeugen dafür, dass das innerhalb der Menschheit tatsächlich geschieht. Umso wichtiger wäre es, wenn die Anthroposophie endlich aufsteht und die wahre Bedeutung der Sexualität und des Sexuellen für die seelische Entwicklung des Menschen bekundet.

In der Anthroposophie gibt es Kräfte, die im Banne Ahrimans sind und das verhindern wollen; Jean Bon gehört dazu und beeinflusst leider über 3000 Mitglieder der von ihm geleiteten Gruppe. Mittlerweile hat er die Frau, die in einem Beitrag nachfragte, wie die Löschung meines zweiten Beitrages mit einer ´Freien Anthroposophie´ vereinbar sei, ebenfalls ausgeschlossen. Viele Kommentare haben mir gezeigt, dass die Auffassung Steiners zum Sexuellen, zur Sexualität gar nicht zur Kenntnis genommen wird. Eine Sexualität, die die geistige Entwicklung des Menschen unterstützt: noch sind dafür recht wenige offen.

Befreite Sexualität bedeutet - darauf weist bekanntlich Maria Magdalena in ihrem "Manuskript" hin, dass die lunare und solare Schlange im Menschen aufsteigen, dass Männliches und Weibliches miteinander im Gespräch sind: in unserem Leben haben Männliches und Weibliches nicht immer die gleiche Bedeutung. Je nach Lebenssituation ist das eine oder das andere gefordert. Aber sie sind im Austausch, unterstützen sich, geben sich Kraft, so wie es im realen Leben zwischen Mann und Frau auch sein soll.
Heilsame Sexualität hat zur Folge, dass der Ätherleib immer stärker, immer leuchtender, immer lichter wird, bis er von innig-geistiger Liebe erstrahlt. Es geht darum, dass diese Energie den Menschen ergreift und ob das mittels körperlicher, heiliger Liebe geschieht - zweifellos überfordert Magdalenas Sicht noch den ein oder anderen erheblich - oder durch Übungen für den Ätherleib und den Aufstieg der Schlangen, wie sie in Tom Kenyons und Judi Sions "Das Manuskript der Magdalena" angeboten werden oder auf andere Weisen, die zu Christus führen, ist in meinen Augen drittrangig. 
Entscheidend ist, dass wir uns auf dem Christus-Weg befinden.

Wir leben in einer Zeit, in der die Geistige Welt unser Augenmerk auf die Bedeutung des Sexuellen, der Sexualität richtet. Manche setzt das ungeheuer unter Druck und die geistige Enge, die damit zusammenhängt, kann viele Ursachen haben; sie können in früheren Leben liegen oder auch vorwiegend in der familiären Sozialisation, in beidem zugleich und noch manchem anderen. In jedem Fall müssen wir Ahriman und Luzifer am Werk sehen. 

Ich möchte allen Menschen viel Mut wünschen, ihre Lebensenergie, ihre sexuelle Energie zu stärken und ihrem Ätherleib die gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, ruht doch in seiner Tiefe die Liebe.





Montag, 30. März 2026

Anthroposophie und Zensur: Mein auf der FB-Gruppe "Freie Anthroposophie" gelöschter Beitrag zum Thema "Sexualität und Liebe"

Friedrich Hebbel, Das Heiligste 
Wenn zwei sich ineinander still versenken,
Nicht durch ein schnödes Feuer aufgewiegelt,
Nein, keusch in Liebe, die die Unschuld spiegelt,
Und schamhaft zitternd, während sie sich tränken; 
Dann müssen beide Welten sich verschränken,
Dann wird die Tiefe der Natur entriegelt,
Und aus dem Schöpfungsborn, im Ich entsiegelt,S
pringt eine Welle, die die Sterne lenken. 
Was in dem Geist des Mannes, ungestaltet,
Und in der Brust des Weibes, kaum empfunden,
Als Schönstes dämmerte, das muß sich mischen; 
Gott aber tut, die eben sich entfaltet,
Die lichten Bilder seiner jüngsten Stunden
Hinzu, die unverkörperten und frischen.

Friedrich Hebbel lebte von 1813 bis 1863 und wenn ich seine Verse, so beeindruckend in der Form eines Sonetts gestaltet, lese, dann dünkt mich, hier schrieb einer schon vor mehr als 150 Jahren aus einem geisteswissenschaftlichen Bewusstsein und aus einem Maria-Magdalena-Bewusstsein heraus.

Auf das geisteswissenschaftliche Bewusstsein komme ich später zu sprechen.
Es leidet leider ganz entscheidend darunter, dass Rudolf Steiner sich sehr widersprüchlich zur Sexualität geäußert hat und 1912 mehrfach eine ganz andere Sichtweise im Hinblick auf Sexualität äußerte als 1923. Auffallend ist, dass unter Anthroposophen fast ausschließlich jene Sicht zitiert wird, die bis heute fatale Folgen hat und in meinen Augen die Anthroposophie, was Sexualität betrifft, in eine mephistophelische Sackgasse geführt hat.

Bekanntlich hat ja Steiner auch beispielsweise im Hinblick auf die Ursachen von Schillers Tod seine Sicht innerhalb von 8 Jahren fundamental geändert.

Für mich persönlich sind beide Tatbestände kein Anlass, meine Wertschätzung und Dankbarkeit ihm gegenüber herabzusetzen.
Die Anthroposophie und ihre Gesellschaft hatte über 100 Jahre hinweg Zeit, die offen zutage liegende Widersprüchlichkeit zur Sprache zu bringen und dahingehend zu nutzen, klar anzusprechen, dass das Sexuelle und Sexualität Grundlage für unsere Himmelfahrt ist - in Anlehnung an Magdalena:

Die Kirche behauptet, dass ich eine Hure war, doch ich sage euch jetzt, dass die Kirche die Hure ist, denn sie will euch weismachen, dass Frauen verdorben sind und dass die sexuelle Leidenschaft zwischen einem Mann und einer Frau böse ist. Doch genau hier, in der magischen Anziehungskraft der Leidenschaft, entsteht die Grundlage für die Himmelfahrt.!
Und an anderer Stelle formuliert sie:
Die Geheimnisse der Erhöhung des Bewusstseins durch heilige Sexualität, so wie Jeshua und ich sie praktizierten, wurden von der Kirche unterschlagen. Mir ist klar, dass nur eine Handvoll Menschen meine Geschichte verstehen wird, doch das genügt.
Maria Magdalenas "Manuskript" erschien ja in englischer Sprache erstmalig 2002 unter dem Titel "The Magdalena Manuscript", für mich mit drei Schwerpunkten:

- Sie entlarvt die Kirche - übrigens haben auch Jeanne Ruland & Marion Hellwig in "Maria Magdalena. Lebe und heile deine Weiblichkeit" die Story von der Dämonenaustreibung entlarvt -; 

- mit der größten Selbstverständlichkeit spricht sie von der Bedeutung des Weiblichen
ich sage euch jetzt, dass im Herzen, im Verstand und in der Körperweisheit des Weiblichen einige der größten Geheimnisse und Kräfte ruhen, die darauf warten entdeckt zu werden. Und sie offenbaren sich alle durch die gegenseitige Berührung!
- und sie vermittelt die Bedeutung der Ätherkörper, die im Altägyptischen Ka-Körper genannt wurden
In den Ka-Körpern der Liebenden selbst nimmt Horus Form an und fliegt ...
oder wie Hebbel auf seine Weise formulierte:
Gott aber tut, die eben sich entfaltet,
Die lichten Bilder seiner jüngsten Stunden
Hinzu, die unverkörperten und frischen.
Bevor ich mich Steiners Verständnis von und Verhältnis zur Sexualität zuwende, möchte ich sagen, dass niemand durch die Existenz des "Manuskriptes" von Magdalena sich getriggert fühlen möge. Es ist ein Angebot der Geistigen Welt in und für unsere Zeit; aber es gilt: jeder möge das Angebot finden, das für ihn angemessen ist.

Mir erscheint nur wichtig:
Jeder unter uns hat eine sexuelle Biographie und sie sollte unsere Beachtung finden und dabei spielt im Grunde keine Rolle, ob sie erfreulich ist oder nicht. Doch sich ihr zu stellen bedeutet, sich der lunaren und solaren Schlangen in uns zuzuwenden und Sorge zu tragen, dass sie nicht mehr - falls das der Fall ist - am Grunde der Wirbelsäule dahindümpeln. 

Es gibt keinen Weg zu Christus ohne das Sexuelle, ohne ein Bewusstsein für die Bedeutung des Sexuellen.

In einem an mich gerichteten Kommentar im Rahmen meines letzten Beitrages las ich: 
Das sexuelle wird (es) in der Zukunft nicht mehr geben und dies zum Glück. Es wird nur noch den Christus geben.
In diesem einen Satz offenbart sich für mich die ganze Crux einer dogmatischen, sexualfeindlichen Anthroposophie.
Wir dürfen dem Sexuellen dankbar sein, denn der Sexualität, verbunden mit der Trennung der Geschlechter, verdanken wir unsere Fähigkeit zu denken und ohne das Sexuelle gäbe es nicht Christus als Erdenherr und Bewusstsein der Menschheit. Ich habe ja auf die Stelle in Steiners GA 93a verwiesen, in deren Rahmen er sich entsprechend äußert.

Für das Dilemma in Sachen Sexualität, in dem sich die Anthroposophie befindet, ist Steiner meines Erachtens maßgeblich mitverantwortlich. 

1912 äußert er in der GA 143:
Sexualität und Liebe haben gar nichts miteinander zu schaffen. Sexualität ist etwas, das mit der reinen, ursprünglichen Liebe überhaupt nichts zu tun hat.
Und in der GA 133 äußert er sich vergleichbar.
1923 spricht Steiner sich allerdings ganz anders aus, ja gegenteilig:
was in der Sexualität ursprünglich lebt, ist durchdrungen von der geistigen Liebe. (GA 225, S. 182)
Das ist eine völlig andere Sicht auf das Sexuelle und die Sexualität.

Die ultimativen Formulierungen aus dem Jahr 1912 haben mit dazu beigetragen, dass Anthroposophen, vor allem dann, wenn sie mit der Sexualität Schwierigkeiten haben (und das ist keine Schande), in ihnen ihre Einstellung legitimiert sehen, sie totzuschweigen, eine Einstellung, die Luzifer und Ahriman in die Hände spielte und spielt.

Natürlich hat der Materialismus zu einer Dämonologie der Liebe in der Sexualität geführt und dass so viele Menschen Liebe und Erotik in eins setzen, desgleichen Liebe und Sexualität.

Doch das ist es ja, was Anthroposophen genau nicht übernehmen dürfen!

Steiner hat ein entgeistetes Sexuelles 1912 zur Grundlage seiner Äußerungen gemacht. Dabei ist das Sexuelle eine Schöpfung der Geistigen Welt zum Leben hin, zu Christus, dem Sohn. 

Gäbe es einen Sohn ohne das Sexuelle?

Sexualität ist durchdrungen von der geistigen Liebe.

In einem weiteren Kommentar wurde Bezug genommen auf die wegweisende Aussage Steiners
Das Sexuelle, das in der lemurischen Zeit herauskam, das wird, wenn wir es zurückverfolgen, wenn wir es in seiner immer höheren und höheren Natur sehen, der zweite Logos. Durch das Kama-Prinzip heruntersteigend wurde es Jehova; durch das Buddhi-Prinzip hinaufsteigend wurde es das Christus-Prinzip. (GA 93a, S. 149)
und gefragt:
Was heisst das konkret, durch das Kama-Prinzip herabsteigend wurde es zu Jehova, durch das Buddhi-Prinzip hinaufsteigend zum Christus-Prinzip? Was ist damit gemeint mit dem zweiten Logos, wo im gleichen Satz ein Zurückverfolgen und ein Zukunftsprinzip angesprochen ist -„das wird…"
Die Fragen waren mir, als ich sie las, sehr bekannt, ich hatte sie mir nämlich auch gestellt und ich war eine ganze Weile ziemlich verzweifelt, weil ich spürte, dass, wenn ich sie nicht beantworten kann, ich nicht wirklich die Bedeutung des Sexuellen verstehe.
Ich bin kein Steiner-Experte und dass ich hier überhaupt nur schreibe, liegt daran, dass ich den Klängen der Hathoren folge und so auf das Magdalena-Manuskript gestoßen bin, dessen Inhalt zum Wertvollsten gehört, was ich gelesen habe; wenig später traf ich auf obigen Steiner-Satz zum Sexuellen und fand: 

Das genau ist es, was doch auch Magdalena möchte: mit Hilfe des Sexuellen zu Christus. 

Wobei für mich außer Frage ist, dass damit nicht unbedingt nur gelebte körperliche Sexualität gemeint ist; viele leben ja allein oder leben in einer Beziehung, in der Magdalenas ´Praxis der vier Schlangen´ schon allein deshalb nicht möglich ist, weil der Partner davon nichts wissen will.
Nein, es geht darum sich bewusst zu werden, dass wahrhaft Männliches und wahrhaft Weibliches in uns aufsteigen und wie die solare und lunare Schlange miteinander im Gespräch sein können, die eine schwarz, die andere golden, wobei das Schwarz der weiblichen Schlange eine tiefe Bedeutung hat. - Aus der Sicht Magdalenas:
Aus der von Sonnenlicht durchfluteten Perspektive des männlichen Prinzips trägt das weibliche Prinzip einen dunklen, feuchten, gefährlichen Abgrund in sich. Das solare Prinzip fühlt sich von der Dunkelheit des lunaren Prinzips bedroht. Doch durch die Vereinigung von Sonne und Mond, durch die Vereinigung des maskulinen und des femininen Prinzips, im Gleichgewicht und energetisch ausgeglichen, kann wahre Erleuchtung erreicht werden.
Was bedeutet es nun, dass das Sexuelle durch das Kama-Prinzip herabsteigend Jehova wurde?

Luzifer hatte die Absicht, so vermittelt Steiner, die Sexualität wegzuschaffen und den Menschen ganz im Geistigen aufgehen zu lassen. Hier nun kommt Jahve ins Spiel, dem das physische Leben wichtig ist und der den Menschen an das physische Leben zu binden vermag - man kann auch unter diesem Aspekt das Alte Testament lesen. Er vereitelt die Pläne Luzifers und ist auch deshalb von Bedeutung, weil es ohne Erde kein Christusbewusstsein gibt.
Dass der Mensch wie im Buddhismus aus dem Rad der Wiedergeburten entkommen will, entspricht nicht dem Christusbewusstsein.
Wir sind hier, um die Erde heiligen zu helfen, ja, eine neue Erde zu bauen. 

In der vorchristlichen Jahve-Phase spielt Kama, spielen die Begierden, Triebe, das sexuelle Verlangen und Genusssüchte eine bedeutende Rolle; sie sind es zum einen, die den Menschen an die Erde binden und dass sie das so gründlich tun, hängt damit zusammen, dass die luziferische Versuchung früher, als von der Geistigen Welt geplant, kam.
Kama ist zum anderen zugleich Voraussetzung dafür, dass wir - auch aus damit verbundenen tiefen Leiderfahrungen - ein tiefes Bewusstsein für das bekommen, was uns heute bewegt: Christus.
Er ist es, mit dessen Hilfe wir Kama überwinden. 

Das Sexuelle, das in der geistigen Liebe wurzelte und durch Luzifer verschüttet wurde, findet zurück zur geistigen Liebe in Christus, die nun allerdings eine andere Qualität hat. 

Wir verstehen unsere Zukunft, wenn wir zurücksehen. Die geistige Konsistenz, die wir an unserem Ausgangspunkt, dem alten Saturn - wie Steiner die erste Erdinkarnation nannte - hatten - wir waren Wärme, Feuer - werden wir zukünftig wieder haben. Nur werden wir bewusst Geist, bewusste Wärme, bewusstes Feuer sein.
Wir finden auch den zweiten Logos, den Sohn, in der Vergangenheit. Wir werden ihn in der Zukunft finden, wenn wir Christus in Bewusstheit annehmen. 

Dies ist möglich, weil es das Sexuelle gibt, wie es seit Lemurien existiert!

Dass wir im Moment Zeugen schrecklicher Verirrungen werden, gehört zu diesem Prozess dazu. 

Was ich bedauerlich finde, ist, dass die Anthroposophie insgesamt so wenig die Stimme öffentlich erhebt. Es hängt damit zusammen, dass in ihr die geistig-sexuelle Energie blockiert ist.

Möge sich das ändern!

Freitag, 27. März 2026

Warum Anthroposophen nicht zu Christus, zum Christusbewusstsein gelangen.

Gewiss gibt es unter Anthroposophen (beiderlei Geschlechtes) Ausnahmen und im Übrigen gilt auch für viele spirituell orientierte Menschen, was für Anthroposophen gilt.

Rudolf Steiner hat eine engstmögliche Verknüpfung zwischen dem Sexuellen und Christus konstatiert und obwohl ein entsprechendes Bewusstsein Voraussetzung für einen Zugang zu Christus ist, meidet die anthroposophische Community das Thema "Sexualität" wie der Teufel das Weihwasser. Dabei hat Steiner in seiner GA 89 darauf aufmerksam gemacht, dass Menschen mit entsprechenden Ängsten und Vermeidungsstrategien sich in der Gewalt Luzifers befinden, dessen Absicht es war und ist, „
die Sexualität wegzuschaffen und den Menschen vollständig im Geistigen aufgehen zu lassen.“ 

Anthroposophen erkennen gar nicht, wie sehr sie sich in der Gewalt Luzifers befinden, indem sie das Thema der Sexualität meiden. 

Ganz erfreulich mag da erscheinen, dass in der Februarausgabe des "Goetheanum" sich ein Artikel findet, überschrieben "Wenn Geist und Körper sich finden" und er beginnt:
Sexualität verbindet Körper und Geist auf einzigartige Weise. Aber es fällt schwer, unbefangen darüber zu sprechen. Zwischen digitaler Omnipräsenz und spiritueller Verdrängung droht das Intime, Heilige dieser Art von Begegnung verloren zu gehen. Ein Plädoyer für eine Erotik, in der Eros, Philia und Agape zusammenwirken und den ganzen Menschen meinen.
Erstaunlich ist, dass in dem gesamten Beitrag sich nicht ein einziges Zitat bzw. Verweis auf die Sicht Steiners zur Sexualität findet bzw. ein Bezug zum Christusbewusstsein hergestellt wird. Im Grunde könnte dieser durchaus lebendig geschriebene und gut lesbare Artikel in jedem schöngeistig offenen Journal stehen, wobei er auch noch schließt:
Die Sexualität ist in Gefahr, wieder etwas zu werden, wovor wir uns schützen wollen, weil sie uns mit etwas Unverfügbarem auch in uns selbst konfrontiert.
Wieder etwas zu werden?
Sie ist es doch und mit Hilfe der Kirche (und den Anthroposophen) seit hunderten von Jahren.

Es ist im Übrigen Altmeister Goethe, der in der Gestalt des Mephistopheles dem Doktor Faust ein Wesen gegenübertreten lässt, das - um Steinersches Vokabular aufzugreifen - ahrimanische und luziferische Verführungskünste vereint. Wenn Faust wider besseres Wissen Gretchen ansäuselt:"Gefühl ist alles", dann grinst Luzifer um die Ecke; wenn Mephistopheles Faust dazu bringt, in der Hexenküche den Trank der Hexe zu trinken, damit der Gelehrte sexuell endlich auf Touren kommt, dann grinst Ahriman sich eins. Auf diesem Hintergrund macht Steiner darauf aufmerksam:
Die normale Entwickelung des Menschen auf der Erde besteht ja darinnen, dass sich auf der Erde das Menschengeschlecht durch die Geschlechter fortpflanzt. Aber Mephistopheles wollte auf der Mondenentwickelung zurückbleiben. Er wollte das daher nicht haben, dass die Liebe zur Liebe der Geschlechter auf der Erde führt. Mephistopheles ist der Feind der Liebe der Geschlechter auf der Erde. Der ganz entschiedene Feind ist er. Er fühlt sich daher - und Goethe charakterisiert das ganz richtig - außerordentlich dazu berufen, alles dasjenige ad absurdum zu führen, was irgendwie zur Geschlechterliebe führt. Was er veranlassen will in der Beziehung des Faust zu Gretchen - lesen Sie nur mit Aufmerksamkeit die Gretchen-Szenen, da werden Sie überall spüren, er will da allerlei, was das Amt des Ahriman-Mephistopheles ist.
Aber die Liebe zwischen Faust und Gretchen, die wirkliche menschliche Erdenliebe, die will er nicht aufkommen lassen, weder bei Faust noch bei Gretchen will er sie eigentlich dulden. (GA 272, S. 281) 
Für Leser, die sich im Denken Steiners nicht auskennen, sei gesagt, dass mit der Mondenentwicklung die unserer augenblicklichen Erde vorausgehende Inkarnation unseres Planeten angesprochen ist, die Steiner als "alten Mond" bezeichnet.

Jedenfalls sind sich Luzifer (die biblische Schlange, Diabolo, im Koran "Iblis") und Ahriman, also Satan bzw. der "Geist der Finsternis" einig: Geschlechterliebe wollen sie nicht. Einig wie sonst selten sind sie sich, weil ihnen die Gefahr viel zu groß ist, dass sie den Menschen zu Christus führt. Den diesbezüglich wichtigsten Satz finden wir in der Aussage Steiners:
Das Sexuelle, das in der lemurischen Zeit herauskam, das wird, wenn wir es zurückverfolgen, wenn wir es in seiner immer höheren und höheren Natur sehen, der zweite Logos. Durch das Kama-Prinzip heruntersteigend wurde es Jehova; durch das Buddhi-Prinzip hinaufsteigend wurde es das Christus-Prinzip. (GA 93a, S. 149)
Wenn Steiner seine Aussage im Präteritum formuliert, dann deshalb, weil das Buddhi-Prinzip, also Christus, seit Golgatha gilt - als Möglichkeit; verwirklichen muss es in sich jeder selbst, dann wird das Sexuelle in der Liebe zu einem anderen und zu uns das Christus-Prinzip. Ohne Bewusstsein für die Bedeutung des Sexuellen aber geht das nicht. In der Regel verweigern sich Anthroposophen diesem Bewusstsein, indem sie nicht über die Bedeutung der Sexualität schreiben bzw. sprechen.

Warum?
Weil sie in den Händen des Mephistopheles sind.

Oft mag dahinter eine tiefverwurzelte Angst vor - wie es Steiner nennt - Kama, dem Triebhaften, der Lust und Wolllust sich verbergen. Jeder hat all das in sich. Wer es mit offenen Augen anschaut, wer mit seinem Kama, seiner Lust und Wolllust, seiner Sexualität im Gespräch ist, verwandelt sie zur Buddhi-Energie. Jesus und Maria Magdalena haben das vorgelebt.

Ich weiß nicht, wieviel tausend Beiträge über das Leben Steiners abgefasst worden sind, über die soziale Dreigliederung oder den Bau des Goetheanums oder die Weihnachtstagung. Anthroposophen bleiben jedoch an entscheidender Stelle verklemmt und Mephisto lacht sich eins und freut sich über die üblichen Vorträge. Und es mag kein Zufall sein, dass in dem im Rudolf-Steiner-Verlag erschienenen "Stichwort Sexualität" mit seinen über 100 Auszügen zum Thema Sexualität im Werk Steiners ausgerechnet jener von mir oben zitierte fehlt, der für mich am deutlichsten die Beziehung zwischen dem Sexuellen und dem Christusbewusstsein herstellt.
Es geht ja nicht um eine neuerliche sexuelle Revolution und dass alle Anthroposophen Sexmonster werden.
Es geht um jene von Maria Magdalena in ihrem von Tom Kenyon und Judi Sion veröffentlichten "Manuskript" so bezeichnete Alchemie des Horus, also jenem Bewusstsein, das aus der Vereinigung von Osiris und Isis hervorgeht und in der altägyptischen Mystik Horus genannt ist.
Steiner schreibt dazu:
Dieses Zusammengehen des väterlichen Geistes mit der mütterlichen Materie wurde in Ägypten als das Zusammengehen von Osiris und Isis beschrieben. Was da entstand, war Horus. (GA 93a, S. 142) 
Und an anderer Stelle des Weiteren: 
Dieser Mensch, der nicht der äußere, physische Mensch ist, sondern der Mensch, der zum geistigen Licht aufzustreben immerfort den Ansporn hat, immer von den verborgenen Isis-Kräften getrieben wird, ist es, der wie der irdische Sohn des nicht in der irdischen Welt aufgegangenen, sondern in den geistigen Welten verborgen gebliebenen Osiris erscheint. Dieser unsichtbare Mensch, der Mensch des Strebens nach dem Höheren Selbst, wurde von der ägyptischen Seele als Horus empfunden, als der nachgeborene Sohn des Osiris. (GA 60, S. 360f)
Dieses Aufstreben kann durch eine der Sexualmagie der Isis verwandte körperliche Liebe zwischen zwei Liebenden, wie sie Magdalena in ihrem "Manuskript" und ich in meinen beiden Videos zur spirituellen Sexualität auf YouTube anspreche, geschehen, wenn und weil sich durch Verwandlung des Ätherkörpers in der Liebe Bewusstsein entwickelt.  Aber Magdalena sagt auch, "dass die alchemistischen Praktiken des Horus sowohl für Menschen, die ihren Weg alleine gehen, als auch für Menschen in Partnerschaft geeignet seien. Der Hauptunterschied besteht darin, dass ein Mensch, der alleine praktiziert, die Energie und Ekstase aus sich selbst heraus erschaffen muss, während diejenigen, die sich in heiligen tantrischen Beziehungen befinden, diese Energie in Ekstase spontan aus dem sexuellen Akt gewinnen. " (Tom Kenyon et al., S. 50)
Für die Verwandlung des Ätherkörpers finden sich in Tom Kenyons und Judi Sions Buch einige Übungen.

Das oben angesprochene Thema ist für mich auch deshalb so wichtig, weil es Anthroposophen sein müssten, die zunächst an ihren Schulen einen inhaltlich neu gestalteten Sexualkundeunterricht ein- und durchführen müssten. Wie sonst sollen unsere Jugendlichen zu einem Bewusstsein für ihren Ätherkörper und der Bedeutung körperlicher Liebe gelangen, die diese so wertvoll und heilig macht.
Im Grunde sind es Anthroposophen, die wider mögliches besseres Wissen diesen Zugang für unsere Jugendlichen versperrt sein lassen. Abgesehen davon, dass sie meiner Wahrnehmung und Erfahrung nach sich selbst erfolgreich blockieren.

In dieser Zeit des Aufwachens sind Änderungen Gott sei Dank möglich, ja wahrscheinlich.

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Wenn sich der Magnetische Boden der Frau öffnet ... – Was spirituelle Sexualität ermöglicht .

Wenn Mann und Frau sich in Liebe vereinen, bringt das die Frau dazu, ihren Magnetischen Boden zu öffnen. Was wir im „Manuskript der Magdalena“ lesen können, vermittelt auch dieses Video. Wir lesen und hören weiterhin, dass im Herzen, im Verstand und in der Körperweisheit des Weiblichen einige der größten Geheimnisse und Kräfte ruhen, die darauf warten entdeckt zu werden. Und sie offenbaren sich alle durch die gegenseitige Berührung!
Zugleich erfahren wir, dass das solare Prinzip - damit auch der Mann - sich von dem lunaren Prinzip bedroht fühlt. Und das, wo doch die männliche Schlange, die entlang unserer Wirbelsäule aufsteigen will, golden ist, die weibliche aber, links der Wirbelsäule, schwarz. Offensichtlich hat Nacht Macht …

Mit Maria Magdalena sind wir in der Lage, einen neuen Blick auf die Bedeutung der Sexualität im Leben der Menschen zu werfen. Wir erfahren, dass wir durch sie auf ungeahnte Weise unser Bewusstsein entwickeln können. Und erstaunlich ist, dass Rudolf Steiner das bestätigt und als Ziel dieser Entwicklung Christus benennt. Erstaunlich deshalb, weil in der gesamten anthroposophischen Bewegung darüber nicht gesprochen wird. Seltsam …

Mit diesem Video möchte ich auch Menschen ansprechen, die alleine leben oder in einer Beziehung, in der Sexualität keine große Bedeutung hat. Denn mit Hilfe der Übungen, auf die ich im ersten Video zum Thema der Spirituellen Sexualität hingewiesen habe, sind wir in der Lage, die beiden Schlangen rechts und links unserer Wirbelsäule zu veranlassen, sich weiter nach oben zu bewegen, damit die Kraft unseres Ätherleibes zu stärken und uns immer tiefer unserem inneren Heiligtum zu nähern, dem Christus in uns.


Mittwoch, 26. November 2025

Bewusstseinsentwicklung mittels spiritueller Sexualität

Mit Tom Kenyons und Judi Sions „Manuskript der Magdalena“ ist endgültig das Ende kirchlicher Kontrolle über das Bewusstsein der Menschen besiegelt. Jeder soll wissen: Spirituelle Sexualität dient der seelisch-geistigen Entwicklung des Menschen und wer alleine lebt, kann genauso mit den Übungen im Rahmen der Alchemie des Horus höchstes Bewusstsein erlangen.
In dem unten verlinkten ersten Video zur spirituellen Sexualität bin ich noch nicht zu detaillierteren Informationen zu Isis, Osiris und Horus gekommen. Isis repräsentiert die kosmisch göttliche Mutter, die doch so viele, die monieren, dass immer nur von Gott Vater gesprochen werde, vermissen. Und Horus steht für den Christus, der sich in uns entwickeln will; dazu in einem demnächst folgenden zweiten Video mehr. Hinweise zur lunaren und solaren Schlange, die in ihrem Aufstieg entlang unserer Wirbelsäule, diese in den Chakren kreuzend, die Entwicklung hin zu Christus ermöglich, finden sich allerdings bereits ausführlich in dem vorliegenden Video.
In ihm geht es vor allem auch um die Tiefe wahrer Weiblichkeit, auf die auch Rudolf Steiner - im übrigen nicht nur in der hier zitierten Passage - verweist (mehr dazu in Bälde in Video II), die Frauen endlich in sich entdecken mögen, und um eine Annäherung an die Sexualmagie, die Maria Magdalena und Jeshua lebten.
Magdalena formuliert, dass sie ein Brunnen für Jesus gewesen sei. Ohne diesen Brunnen trocknet das Männliche hoffnungslos aus. Das Ende dieser Hoffart dekadenter Männlichkeit, zu glauben, dass das Männliche in der Macht und Kontrolle über das Weibliche Wirklichkeit gestalten könne, erleben wir gerade; es vertrocknet. Was aber noch fehlt, ist ein Bewusstsein vor allem von Frauen über die Tiefe und Bedeutung ihrer Weiblichkeit und ein Bewusstsein der Männer für wahre Männlichkeit, die angewiesen ist auf den Brunnen wahrer Weiblichkeit. Zu Informationen und gedanklichen Anregungen hierzu möge dieses Video dienen.
Am Ende des Videos habe ich auf die klammheimliche Angst von Männern vor dem Dunklen, Feuchten und der weiblichen Vagina andeutend verwiesen; im folgenden Video werde ich noch näher darauf eingehen. Zu dem Material, das ich erwähnt habe, führt, wer sich vorweg schon informieren möchte, folgender Link:

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Der kosmische Ursprung unserer Sexualkraft – ihr Zusammenhang mit dem Vogelflug – das vulgär verwendete Wort "vögeln" verweist auf die Entfremdung des Menschen von seinen kosmischen Wurzeln


(..) es wäre eine vollständige Verkennung der okkulten Wahrheiten, wenn man in den Fortpflanzungskräften an sich etwas Niedriges sehen wollte. Nur wenn der Mensch diese Kräfte mißbraucht, wenn er sie in den Dienst seiner Leidenschaften und Triebe zwingt, liegt etwas Verderbliches in diesen Kräften, nicht aber, wenn er sie durch die Einsicht adelt, daß göttliche Geisteskraft in ihnen liegt. Dann wird er diese Kräfte in den Dienst der Erdenentwickelung stellen und die Absichten der charakterisierten höheren Wesenheiten durch seine Fortpflanzungskräfte ausführen. Veredelung dieses ganzen Gebietes und Stellung desselben unter göttliche Gesetze ist das, was die Geheimwissenschaft lehrt, nicht aber Ertötung desselben. Die letztere kann nur die Folge äußerlich aufgefaßter und zum mißverständlichen Asketismus verzerrter okkulter Grundsätze sein. (Rudolf Steiner in der GA 11, S. 125)

Die sexuelle Begierde war ursprünglich eine kosmische Kraft. Der früheren Erde strömte sie von der Sonne zu und umfloss sie; es war jene Kraft, die heute die Fortpflanzung im Inneren des Menschen ausmacht.
Der Frühlingszug der Vögel ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine Art Brautzug. Bei diesen Wesen ist das Geschlechtliche noch in der Umwelt, und die kosmische Kraft ist die dirigierende Macht, die den Zug von außen lenkt und leitet, während bei den anderen Wesen diese Kraft eingezogen ist in die einzelnen Leiber. Dieselben Kräfte, die im Innern des Menschen, in seinem Leibe wirken, wirken auch im äußeren Makrokosmos. Dieselbe Kraft, die Mensch und Mensch zusammenführt, die im Leibe des Menschen als Geschlechtskraft wirkt, wirkt bei der Vogelspezies nicht im Innern der Wesen, sondern von außen und drückt sich in dem äußeren Zuge der Vögel um den Planeten aus. So wandern die Kräfte, die außen sind, in das Innere der Wesenheiten hinein, um im Menschen die Möglichkeit zu finden, wiederum hinauszuwirken, wenn er die Fähigkeit erobert haben wird, wieder eins zu werden mit dem ganzen Kosmos, dem Außerirdischen.

Wir können den Flug der Vögel sehr bewusst auf neue Weise wahrnehmen:

Auf wunderbaren Bahnen ziehen die Vögel mit der einbrechenden kalten Herbsteszeit vom äußersten Norden nach dem wärmeren Süden, manchmal Hunderte von Meilen, und gelangen im Frühling zurück auf anderen Wegen. Wir haben gesagt, daß die Vögel ein Geschlecht sind, das auf einer früheren Stufe der Entwickelung stehengeblieben ist. Sie wissen, daß der eigentliche Fortschritt auf der Erde erst begann in dem Zeitpunkt, als sich der Mond von der Erde abtrennte. Früher, als die Erde noch mit dem jetzigen Monde zusammen einen Himmelskörper bildete, dem sogenannten Erden-Mond oder die Mond-Erde, da bewegte sich dieser Körper um die Sonne in einer bestimmten Bahn und in einer gewissen Zeit, indem er ihr stets eine Seite zuwendete. In dieser Zeit wanderten alle Lebewesen einmal um den Mond herum, um einmal die Sonneneinwirkung zu empfangen. Jener Zug um den Planeten hat sich heute noch erhalten im Vogelflug, weil die Vögel damals, bevor das Ich in die Erdenentwickelung eintrat, sich abgespalten haben von der fortschreitenden Entwickelung auf der Erde. (GA 101, S. 61f)

Das leider sehr vulgär verwendete Wort "vögeln" ist in Wahrheit überhaupt nicht vulgär, denn es verweist auf den Zusammenhang zwischen der sich im Vogelflug zeigenden kosmischen Sexualkraft und der entsprechenden menschlichen Aktivität. Dieser Zusammenhang ist eigentlich in keiner Weise vulgär.  
Seine heutige Verwendung zeigt in Wirklichkeit deutlich auf, wie sehr sich der Mensch von seinen kosmischen Wurzeln entfernt hat, sich selbst und seine Ursprünge nicht mehr kennt. Es zeigt sich in diesem Missbrauch auch die Wirkungsweise der Gegenkräfte, wie sie gegen das wahre Menschliche arbeiten. Unsere große Natürlichkeit ist ins Vulgäre abgedriftet, diese wertvolle Kraft im Menschen wurde unserem Innersten entfremdet; wir wurden unserer wahren Wirklichkeit fremd.
Heute machen sich Menschen wieder auf, die Wirklichkeiten unserer Seele zurückzuholen, eben auch die spirituelle Dimension unserer Sexualität. Dies geschieht unter anderem mit großem Beistand von Maria Magdalena, der großen Geliebten und Frau von Jesus (siehe vorausgehende Beiträge und "Das Manuskript der Magdalena" von Tom Kenyon und Judi Sion)



Sonntag, 5. Oktober 2025

Lebendige Wasser. – Die Symbolik des Brunnens bei Maria Magdalena, Hofmannsthal, Rilke, Baudelaire und C.F. Meyer.

 Mich hat ungeheuer beeindruckt, wie sehr eine Frau in der Lage ist, ohne Wenn und Aber zu ihrer Weiblichkeit zu stehen, spürbar ohne Angst, jemand könne diese untergraben, weil sie zutiefst von dem Wert wahrer Weiblichkeit überzeugt ist, wie sie in ihr selbst ist. Solche Weiblichkeit muss nicht kämpfen. Das ist ja auch der Grund, der fast immer hinter oft aggressiven Emanzipationsbemühungen steht: dass Frauen, die um die Stellung der Frau in der Gesellschaft kämpfen, eigentlich den Kampf um Weiblichkeit in sich noch nicht zu Ende gekämpft haben, ja manchmal erst am Anfang dieses Kampfes im eigenen Inneren stehen. Daher rührt für mich auch jene Verbissenheit, die vielfach im Rahmen entsprechender Auseinandersetzungen zu finden ist.

(..) in jenen vielen Nächten, wenn Jeshua und ich allein waren, kam er zu meinem Brunnen, um aus mir die Kräfte der Isis zu schöpfen, um sich aufzubauen und zu stärken.
Aus meiner jetzigen Sicht finde ich es äußerst tragisch, dass die Geheimnisse und die Heiligkeit unserer Sexualität von der Kirche, von den Kirchenvätern, als Böse verteufelt wurden. Fast 2000 Jahre lang wurde einer der kraftvollsten und schnellsten Wege zu Gottes Erkenntnis als falsch hingestellt (…) Die Wahrheit und die Kraft von Jeshuas Lehren wurden von der Kirche verdreht. Die Geheimnisse der Erhöhung des Bewusstseins durch heilige Sexualität, so wie Jeshua und ich sie praktizierten, wurden von der Kirche unterschlagen. Mir ist klar, dass nur eine Handvoll Menschen meine Geschichte verstehen wird, doch das genügt.
Die Kirche behauptet, dass ich eine Hure war, doch ich sage euch jetzt, dass die Kirche die Hure ist, denn sie will euch weismachen, dass Frauen verdorben sind und dass die sexuelle Leidenschaft zwischen einem Mann und einer Frau böse ist. Doch genau hier, in der magischen Anziehungskraft der Leidenschaft, entsteht die Grundlage für die Himmelfahrt.

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;

Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.


Römische Fontäne


Borghese

Zwei Becken, eins das andere übersteigend
aus einem alten runden Marmorrand,
und aus dem oberen Wasser leis sich neigend
zum Wasser, welches unten wartend stand,

dem leise redenden entgegenschweigend
und heimlich, gleichsam in der hohlen Hand,
ihm Himmel hinter Grün und Dunkel zeigend
wie einen unbekannten Gegenstand;

sich selber ruhig in der schönen Schale
verbreitend ohne Heimweh, Kreis aus Kreis,
nur manchmal träumerisch und tropfenweis

sich niederlassend an den Moosbehängen
zum letzten Spiegel, der sein Becken leis
von unten lächeln macht mit Übergängen.