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Freitag, 28. März 2025

Zunehmend mehr Männer verlassen den Brocken. - Die Walpurgisnachtszene: wichtige Passagen und ihre seelisch-geistige Bedeutung - gerade heute!

Die von Goethe 1801 geschriebene Szene „Walpurgisnacht“ zeigt die übergroße Abhängigkeit Fausts von Mephistopheles. Nicht von ungefähr sagt ersterer, unterwegs den Brocken hinauf, in scheinbar großer Ahnungslosigkeit: „Du Geist des Widerspruchs! Nur zu! du magst mich führen.“


Als einziger unter den zahlreichen Interpreten des „Faust“ hat der Anthroposoph Rudolf Steiner darauf verwiesen, dass die Walpurgisnachtszene im Astralen, also auf der seelischen Ebene spielt, dass also der Körper von Faust, den Hexen und diversen anderen Gestalten überwiegend wahrscheinlich in ihren Betten liegen, während ihre Seele in der Walpurgisnacht einen Satansdienst verrichtet bzw. sich auf andere Weise verlustiert. 

Das Video spricht einzelne Abschnitte der Szene an, u.a. die Erscheinung des Mammon, Gott der Hemmnis und der Hindernisse, der verhindert, dass geistig-seelische Entwicklung möglich ist. Wie interessant ist es, dass er gerade in unseren Tagen so offensichtlich sein Regiment führt, indem er von Gestalten wie Donald Trump und Elon Musk so vollständig Besitz ergriffen hat (die Bezeichnung „Mammon“ kommt aus dem Aramäischen und heißt „Besitz“). 

Wenn die sexuelle Energie und Geld von Menschen Besitz ergreift, sind sie für eine seelische Entwicklung verloren.


Aber wie in Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ jener in seelischer Not aufschreit und ruft:„Maria hilf!“, so schreit auch Fausts Seele auf und in einer unglaublich eindrücklichen Vision erscheint ihm sein Gretchen auf dieser seelischen Ebene. 

Gewiss ist es kein Zufall, dass die letzte Szene des „Faust II“ ebenfalls die Bedeutung Marias mit dem Verweis auf das „Ewig-Weibliche“ aufgreift. 

Zunehmend mehr Männer, so glaube ich, feststellen zu können, liefern sich nicht mehr so naiv dieser mephistophelischen Energie, die in jedem Menschen ist, aus. Man kann natürlich, wie es viele Priester in der Katholischen Kirche versucht haben, sich bemühen, sie abzutöten, doch das ist ein hoffnungsloses Unterfangen und wozu das bedauerlicherweise führen kann, das wissen wir heute. 
Es gilt vielmehr, diese Energie zu durchschauen und sie in sich zu erlösen. Auf diesem Weg, der gewiss steinig und beschwerlich ist, erhalten wir als Menschen Unterstützung. Aus diesem Grund habe ich am Ende des Videos drei Passagen aus „Das Buch des Wissens: die Schlüssel des Enoch“ und „SALVATOR MUNDI: Die 76 Heiligen Namen des Kosmischen Christus“ zitiert; sie mögen Anregung geben und hilfreich sein. 

In einem abschließenden Video zu „Faust I“, in dem es auch um die geistig-seelische Errettung Margaretes geht, möchte ich in möglichst naher Zukunft vertiefen, inwieweit „Faust I“ auch noch heute eine tiefgehend spirituelle Bedeutung hat, wobei sich mehr und mehr Männer aus mephistophelischer Umklammerung lösen; dazu mag beigetragen haben (und tut es noch heute), dass Goethes "Faust" ihre Gefährlichkeit so eindrücklich aufzeigt.


Freitag, 14. März 2025

*Unsere Zeit: eine Zeit intensivster Herrschaft des Gottes Mammon. – Wenn Musk/Trump sich ausagiert haben, werden sich Menschen abwenden von plattem Wohl-stand hin zu seelisch-geistigem Wohler-gehen!


Es ist kein Zufall, dass Elon Musk und Donald Trump momentan in den Köpfen so vieler Menschen herumspuken und in ihre Gedankenwelt so massiv eingreifen.
Der eine ist (noch) der reichste Mann der Erde, beschimpft auf X auf übelste Weise Menschen (vor allem, wenn sie nicht rechts sind), entlässt gnadenlos Leute, darunter auch viele, die eine Familie ernähren, zeigt sich zugleich aber immer wieder sehr bewusst mit einem seiner dreizehn Kinder in der Öffentlichkeit, wobei ihm als einem, der absolut autistische Züge aufweist, Werte, auch familiärer Natur, im Zweifel völlig schnuppe sind (und das bei den vielen Familien, die er hat).

Sein Moritz heißt Donald Trump, dessen Lieblingswort „Deal“ ist. Dealmaker zu sein ist sein Lebenselexier.

Warum ist es kein Zufall, dass beide momentan so sehr die Weltbühne beherrschen?
Es wird durch sie vor aller Augen deutlich und auf die Spitze getrieben, was geschieht, wenn Mammon die Welt regiert.

Mammon kennen manche aus John Miltons „Paradise Lost“, wo er ein gefallener Engel ist, der sich gegen Gott auflehnt oder auch aus Michael Endes Kinderbuch „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“, wo Mammon als infernalischer Finanzminister auftaucht.
In Goethes „Faust“ nimmt Faust in der Szene "Walpurgisnacht", mit Mephisto in der Nacht zum 1. Mai auf dem Brocken unterwegs, einen morgenrötlich trüben Schein wahr, worauf Mephisto, nichts anderes als ein Seelenanteil auch von uns, Faust darauf hinweist, dass Mammon den Berg erglühen lässt. Es ist jene Energie, die das Treiben dieser Nacht befeuert und die u.a. vorhanden ist, wenn sich Sexualität und Geldenergie verselbständigen und unkontrolliert in der Seele der Menschen ihr Unwesen treiben.

„Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“
Die Aussage von Jesus in Matthäus 6,24 ist unmissverständlich.

Mammon ist ein aus dem Aramäischen entlehnter Begriff und bedeutet „Besitz“ und dieses Wort macht darauf aufmerksam, worin die Problematik von Besitz und dem schnöden Mammon, einer Formulierung, die selbigen mit Geld identifiziert, besteht:
Besitz ergreift Besitz und vor allem gilt dies für Geld. Deshalb ist die Formulierung der Bibel, dass es leichter sei, dass ein Kamel durch ein Nadelör gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme, so unerbittlich eindeutig: zu viele unterschätzen die Sogwirkung des Geldes und Besitzes und sind weit davon entfernt, um die Freiheit zu wissen, die sich mit Besitzlosigkeit verbindet. Diese wertvolle Freiheit ist heute der Menschheit weitgehend unbekannt.

Mammon ist der Gott der Hemmnis, der Hindernisse, er verhindert den Fortschritt, den geistigen, die seelische Entwicklung. Das wird uns derzeit noch einmal so richtig vor Augen geführt, denn für Elon Musk und Donald Trump, die für Millionen von Menschen auf diesem Planeten stehen, ist nur der etwas wert, der Besitz und Geld vorweist; wer beides nicht vorweisen kann, hat im Grunde keine Lebensqualifikation.
Wie weit sind diese beiden und ihre Millionen Brüder im Geiste von jenem so bedeutsamen Wort Jesu entfernt:„Was ihr getan habt einem unter meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!“
Es bezieht sich auf jene, die heute als gering, als minderbemittelt und damit im Grunde als gesellschaftlich wertlos gelten. Für die Trumps und Musks dieser Welt existieren sie möglichst nicht.

Es wird eine Zeit kommen, und ich vermute, sie könnte schneller kommen, als wir ahnen, weil die Zeit zur Zeit sich zunehmend beschleunigt, wo die Dominanz von Geld zu Ende geht und es u.a. auch keine Börse - die auch symbolisch für ein pervertiertes menschliches Bewusstsein steht - mehr geben wird; eigentlich ist ihre Existenz unfassbar, stehen doch immer wieder Menschen ratlos vor ihr, staunend, wie sie jetzt wieder reagiert, die innerhalb von Minuten Billionen an Euro oder Dollar vernichten kann und die ganz offensichtlich von Kräften geschaffen wurde, die Menschen an eine Form von Abhängigkeit gewöhnen wollten, die sinnlos und menschenunwürdig ist.

Ein Mann, der ständig Tatsachen verdreht und zu den größten öffentlichen Lügnern der Weltgeschichte zählt, der seine Entscheidungen und sein Verhalten von seinen unausgegorenen Emotionen abhängig macht - und aus geistiger Sicht sind Emotionen fast das Gegenteil von Gefühlen - bestimmt momentan auf eine Weise das Geschehen auf der Welt, und die Welt, vor allem das amerikanische Volk, schauen weitgehend nur zu.
Im Grunde ist Donald Trump mit seiner Verlogenheit und seinem exzessiven Egoismus ein Fall für den Psychiater.
Stattdessen benutzt er hemmungslos eine Nation, um sein erratisches Unwesen zu treiben und sein Ego samt entsprechenden Emotionen auszuagieren.

Ich möchte sagen: All das muss offensichtlich so sein, weil anders viele Menschen nicht erkennen, dass, wer auf Wohl-stand setzt, eben steht und stehenbleibt, damit zurückbleibt;
dass es aber in Wirklichkeit nicht um Wohlstand gehen kann, sondern um Wohler-gehen, um Vorwärtsgehen im seelisch-geistigen Bereich.

Mein nächstes Video zu "Faust I", in dessen Mittelpunkt die Walpurgisnachtszene stehen wird, möchte ich überschreiben: „Immer mehr Männer verlassen den Brocken.“
In der Tat glaube ich, im Gegensatz zu dem, was sich so vordergründig anzeigt und abspielt, dass gerade auch Männer, denen ja nach Ansicht des Anthroposophen Steiner die kosmische Tiefe des weiblichen Geschlechtes fehlt und die dem Irdischen sehr zugeneigt sind, seelisch aufwachen. Die momentane Trump-Zeit und das, was in ihrem Rahmen noch geschehen wird, wird dieses Aufwachen maßgeblich befördern. Auch deshalb, weil die Verkommenheit einer überholten Männlichkeit, wie sie viele, nicht nur Trump und Musk zeigen, deutlich zutage tritt.
Kein Wunder, dass sich Gaia, unsere Erde, als weiblich-fühlsames Wesen mit Äußerungen und Reaktionen, die uns Menschen erschrecken werden, zunehmend nicht mehr zurückhalten wird.

Montag, 25. März 2024

Warum Helena gar nie in Troja war.

In der Tat ist diese Tatsache weitgehend unbekannt, vor allem, weil Homer uns in seinem großen Epos, der „Ilias“, in deren Mittelpunkt der Trojanische Krieg steht, eine ganz andere Version, die wir in allen Schulbüchern und Sagensammlungen lesen, übermittelte. - In den griechischen Mysterien wusste man allerdings um die Wahrheit

Dienstag, 14. November 2023

Nur Herzensbildung bewirkt ein Klima, in dem wir Menschen überleben (Teil II)

Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum-
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
So beginnt Goethes "Faust" - genauer gesagt: die Fausthandlung - und mancher mag sich fragen, warum man überhaupt Kinder womöglich aufs Gymnasium schickt, wenn sie doch zu der Erkenntnis des Faust kommen könnten. Zumal der im Gespräch mit seinem Famulus Wagner noch äußert:

Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen,
Wenn es nicht aus der Seele dringt
Und mit urkräftigem Behagen
Die Herzen aller Hörer zwingt.
Sitzt ihr nur immer! leimt zusammen,
Braut ein Ragout von andrer Schmaus
Und blast die kümmerlichen Flammen
Aus eurem Aschenhäuschen 'raus!
Bewundrung von Kindern und Affen,
Wenn euch darnach der Gaumen steht-
Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,
Wenn es euch nicht von Herzen geht.
(…)
Erquickung hast du nicht gewonnen,
Wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt.

Ohne Gefühl, ohne Seele geht doch Faust/Goethe zufolge offensichtlich gar nichts, schon gar nicht ohne Herz.
Wird Faust dem Anspruch selbst gerecht?
Ziemlich am Ende von "Faust II" müssen immerhin Philemon und Baucis, das alte sympathische Pärchen, sterben, weil Faust nicht glaubt, ohne die Parzelle, auf der sie leben, verzichten zu können und Mephisto mitsamt dessen Schergen losschickt mit den bekannten Folgen, dem Tod der beiden Alten.

Dessen ungeachtet:
Wird unsere Bildung den Aussagen des Faust gerecht, was Gefühl, Herz und Bedeutung der Seele als Quelle betrifft?
Ich bin kein Freund von Ironie, weil jene, die sich nicht trauen, die Wahrheit offen zu sagen, mit ihrer Hilfe ihre Unfähigkeit oder fehlende Bereitschaft zu Klarheit und Eindeutigkeit hinter ihr verstecken, hier sei sie mir aber gestattet:

Gut, dass in unserer Schule immer seltener der "Faust" gelesen wird, wo heute doch wichtiger ist, dass Schüler einen Computer oder ein Tablet bedienen sowie mit diversen scheinbar lebenswichtigen Programmen umgehen können. Immer weniger kommen Bildungspolitiker in eine Bredouille, was die Forderung, der Bedeutung von Gefühlen gerecht zu werden, betrifft; nach wie vor steht Wirtschaftswachstum an erster Stelle, und wenn Menschlichkeit und Herz eine Rolle spielen, dann höchstens, wenn sie für das ständige Wachstum notwendig sind, beispielsweise, weil sie, auf die Fahne zu schreiben, verkaufsfördernd ist.

ÜBER DAS VERHÄLTNIS VON TRADITIONELLER BILDUNG ZU HERZENSBILDUNG

Ist es also noch zeitgemäß, Goethe ernst zu nehmen? Sollte man den "Faust" nicht am besten aus dem Bildungskanon entfernen (damit niemand mehr auf dumme Gedanken kommt)? – Wobei man den "Faust" ja lesen kann, um eben gebildet zu sein - das kann doch genügen. Man kann ihn ja zu Kopf, aber nicht zu Herzen nehmen ….

Vor mir liegen zwei Bücher, der Verfasser des einen ist Dietrich Schwanitz und der Titel lautet „Bildung. Alles, was man wissen muß.“ Das klingt etwas zwanghaft und wenn einer sich das ausführliche Inhaltsverzeichnis anschaut – ich habe es auf Wortbrunnen eingescannt > https://bit.ly/49wZfXg < – dann mag in der Tat der ein oder andere Alpträume bekommen – aufgrund seiner ungeheueren Bildungslosigkeit.
Aber ist es nicht zugleich doch durchaus angebracht, das ein oder andere zu wissen, um zu verstehen, wie Menschen früher gelebt haben, warum die griechische Philosophie, unter anderem Platon und Aristoteles, einen so großen Einfluss auf unser Denken und unser Erkennen hatten, warum unsere heutigen Fähigkeiten durchaus eng mit Leonardo da Vincis Wirken zusammenhängen und dem von Galileo Galilei, Kopernikus und Einstein? Ist unser heutiges seelisches Befinden vorstellbar ohne die Werke der bildenden Kunst und der Musik, dem Schaffen Freuds oder auch C.G. Jungs? Reden wir nicht heute wie selbstverständlich mit Jung von dem Schatten und von introvertiert und extrovertiert und ist es nicht gut, dass wir gelernt haben, diesbezüglich zu differenzieren?
Wären wir nicht erheblich anders, wenn es nicht das Wissen darum und die Entwicklung des daraus folgenden Bewusstsein gegeben hätte?

Das Buch von Schwanitz umfasst übrigens 700 Seiten und das von Ernst Peter Fischer mit dem Titel „Die andere Bildung“ immerhin doch auch 450 Seiten. Unsere Welt lässt sich, so Fischer nicht ohne wissenschaftliche Kenntnisse mehr begreifen, wobei allerdings in Deutschland Naturwissenschaft und Bildung seiner Ansicht nach nicht unbedingt zusammengehören. Und im Klappentext heißt es: „Ernst Peter Fischer geht auf originelle, unverkrampfte und überaus unterhaltsamer Weise gegen diese Bildungslücke vor.“
Tatsächlich weisen seine Kapitelüberschriften – unter anderem „Die Aktualität der Alchemie und die Hartnäckigkeit der Astrologie“ (Kap. 4), „Der Kosmos und seine Grenzen“ (Kap. 5), „Eine verschränkte Welt – Die Lektion der Atome“ (Kap. 6) – auf eine bemerkenswerte und durchaus originelle Herangehensweise an den Sinn von Wissen und dessen Aneignung hin.
Zweifelsohne ist man ein ganzes Stück weiter in Sachen Bildung, wenn man eines der beiden Bücher liest, aber die meisten überleben doch ohne ihre Lektüre – und fühlen sich nicht unbedingt ungebildet.
Niemand bestreitet, dass ein gewisses Maß an Bildung sinnvoll ist und der ein oder andere wird ein recht bildungsbürgerliches Buch gelesen haben, das er nicht missen möchte, sei es ein Buch über die faszinierende Malerei der Renaissance, über Tut ench Amun, über das Schaffen eines Beethoven oder was es mit der Quantenphysik auf sich hat.
Nun vertritt allerdings der ein oder andere Forscher die Auffassung, dass sich das Wissen, das es auf unserer Erde gibt, mittlerweile innerhalb von 5 - 7 Jahren verdoppelt, in der Vergangenheit nicht so schnell, aber in den letzten zwei, drei Jahrzehnten doch zunehmend schneller. Ist es dennoch sinnvoll, sich auf die bisher gängige Weise bilden zu wollen? Wenn doch alles heute eh per Computer beziehungsweise Smartphone nachschlagbar ist?
Ist es nicht sind sinnvoller, sich weniger zu bilden, stattdessen zu lernen, Wissen zu verwalten und mit diversen Wissensspeichern umzugehen?

MACHT BILDUNG GLÜCKLICH?

Bildung hat ja, wie wir im ersten Teil zum Thema Herzensbildung entnehmen konnten, nicht unbedingt zu mehr Menschlichkeit geführt. So mag letztendlich jeder selbst entscheiden, welchen Stellenwert er der traditionellen Bildung und dem traditionellen Bildungskanon zumisst.
Die Frage, die hinter allem steht, ist doch schon immer und heute besonders: Macht Bildung glücklich? Bringt sie uns unserem Lebensziel näher? Hat überhaupt, sich Gedanken über sein Lebensziel zu machen, bisher gar nicht zu unserem Bildungskanon gehört? Oder ob es wichtig ist zu wissen, warum wir unter unseren Zeitverhältnis leben? Ist es wichtig zu wissen, ob es Ewigkeit gibt?
Viele werden mit mir der Auffassung sein, dass obige Fragen nur jeder für sich beantworten kann. Die meisten mögen mit mir der Auffassung sein, dass, ein gutes Buch zu lesen, sinnvoller ist, als vor dem Fernseher zu hocken, dass eine Veranstaltung zu besuchen, in der es um naturwissenschaftliche oder geisteswissenschaftliche Themen geht, lohnenswert ist, weil solch ein Besuch Fragen in uns beantworten kann oder neue wichtige aufwirft. Ich persönlich habe es immer für erweiternd empfunden, wenn ich ein Buch, sei es ein naturwissenschaftliches oder ein geisteswissenschaftliches gelesen habe. Diverse Bücher haben mein Leben sehr geprägt und ich möchte sie nicht missen, auch wenn sie einer traditionellen Bildungsrichtung entsprachen.
Aus meiner Sicht ist es zudem unabdingbar, dass wir unseren Geist schulen, unsere Fähigkeit, logisch zu denken, weiterentwickeln, damit wir in der Lage sind, einen Fake von der Wahrheit zu unterscheiden, erkennen können, inwieweit Informationen korrekt sein mögen, jemand ehrlich und aufrichtig spricht.
Es mag jemanden, dessen innere Persönlichkeit stärker auf den Gefühlsbereich ausgerichtet ist, recht schwerfallen, doch gerade für ihn ist es wichtig, auch in letzterem Bereich gewisse Fähigkeiten zu haben bzw. zu entwickeln und zu schulen. Natürlich gilt umgekehrt auch für jemanden, dessen innere Persönlichkeit stärker auf die mentale Ebene ausgerichtet ist, sich um seinen Gefühlsbereich zu kümmern.
Gerade für ihn, aber generell für alle ist es unabdingbar, an den eigenen Gefühlen zu arbeiten, seine Fähigkeiten für Empathie und Mitgefühl weiterzuentwickeln, sich selbst zu erkennen, um auch die Welt und den anderen besser zu erkennen.

ALLE DINGE ENTSTEHEN IM GEIST

Ich halte (traditionelle) Bildung für wichtig. Ich halte es für wichtig zu wissen, was es mit einer materiellen und mit einer geistigen Auffassung von Wirklichkeit auf sich hat und welche Folgen Einseitigkeiten haben. Zugleich halte ich es für unabdingbar, sich darum zu bemühen, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was das Dhammapada, die gesammelten Buddhaworte also, anspricht, wenn es dort heißt:

Alle Dinge entstehen im Geist,
Sind unseres mächtigen Geistes Schöpfung.
(hier dazu mehr: https://bit.ly/3MGY1Pj)

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Gibt es mehrere Inkarnationen?
Warum gibt es einen unbewussten Teil der Seele und einen bewussten?
Warum sind Menschen so unterschiedlich?
Ist Bildung, die den Raum der Seele erfasst und sich um ihn kümmert, wichtig und warum legt unsere Schulbildung so wenig Wert darauf?

Die meisten Menschen in meinem Umfeld beantworten diese Frage mit ja und ich muss gestehen, dass mir Mitbürger, denen die seelisch geistigen Hintergründe ihres eigenen Seins und des Geschehens auf der Erde wichtig sind, immer wichtiger wurden.

Menschen, die sich für den Raum der Seele nicht interessieren, sind gewiss von ihrer menschlichen Existenz her gesehen genauso wertvoll wie andere, die sich um jenen kümmern, doch ist der Weg der Ersteren nicht mehr der meine, weil für das Überleben der Erde jene notwendig sind, die durch ihr inneres seelisches Engagement und den Willen, erkennen zu wollen, was, wie es Faust sagt, die Welt im Innersten zusammenhält, meines Erachtens die Entwicklung der Erde vorwärts treiben und dafür sorgen dass sie nicht im Morast des Werteverfalls und zwanghaft ständigen Wirtschaftswachstums untergeht.

WARUM DREI KREUZE AUF GOLGATHA STEHEN

Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse war, als mir klar wurde, dass es im Rahmen des Lebens, in dem sich die üblichen Dualismen befehden, sei es der Westen versus dem Osten, sei es gut versus böse oder - um es mit Odysseus/Homer zu sagen - Skylla versus Charybde, nie Frieden gibt.
Es wird keinen Frieden geben, so sehr sich auch Politiker um diverse Friedensprogramme bemühen; sie werden in der Welt der Dualität zum Scheitern verurteilt sein. Es ist die Welt der Zwei. Frieden allein gibt es für mich in der Welt der Drei, der Trinität. In ihr geht, um es auf unsere Erdenwelt zu übertragen, um einen Weg des Friedens zwischen dem einen und dem anderen Pol. Es ist der Weg des Mitgefühls für sich und den anderen, es ist der Weg der Freude, der Sanftmut, der Hilfsbereitschaft und Liebe, der Geduld und Güte. Der Grund, warum auf Golgatha drei Kreuze standen und nicht nur eines, besteht genau darin dass das mittlere Kreuz zwischen den beiden anderen steht, die ohne dass Kreuz Christi nie Frieden finden und Auferstehung eines Bewusstseins, das die Welt verändert.

Herzensbildung bedeutet, dass es eine Bildung geben muss, die danach schaut, ob das Herz gefördert wird durch sie, ob es nicht eben nur ein wirtschaftliches Wachstum gibt, sondern ein seelisch geistiges. Politiker, die auf Letzteres nicht achten, haben meines Erachtens nicht verstanden, um was es wirklich geht und was unsere Erde vor dem Verfall rettet. Es ist der Parzival-Weg, den die Menschheit geht, tut sie es nicht, geht sie an sich selbst zu Grunde.
Es tut Not dass mehr und mehr Menschen Bildungspolitiker und Politiker überhaupt fragen, ob sie denn wissen, was mit dieser Art von Herzensbildung gemeint ist. Wissen sie es nicht, sind sie fehl am Platz und sollten einen Einkaufsmarkt oder eine Bankfiliale leiten, nicht aber für Menschen, für ein Volk zuständig sein, vor allem nicht für Kinder.

HERZENSBILDUNG UND MÄRCHEN

Herzensbildung fragt aber dem Wort nach auch danach, wie sich in einzelnen Menschen ein lebensvolles Herz bildet.
Da spielen in der frühen Kindheit Märchen eine überaus wichtige Rolle; manche versuchen sie ja in Misskredit zu bringen, indem sie darauf hinweisen, wie brutal manche Märchen sind. Davon abgesehen, dass die Seele des Kindes oft die Geistessprache der Märchen intuitiv versteht, ist doch, was Erwachsene heute Kinderseelen zumuten, zumeist viel brutaler. Ich habe einmal gelesen, wieviel Tote ein Kind in den Medien gesehen hat, bis es zwölf Jahre alt ist; ich weiß die genaue Zahl nicht mehr (es waren mehrere tausend): jedenfalls war ich total erschüttert.
Wichtig, gerade auch für Jungen, sind Heldensagen, denn sie stärken das Männliche im Heranwachsenden, und diese Männlichkeit bedarf der Vorbilder (vor allem, wenn kein Vater da ist und sei es auch, dass er da ist, aber in Wirklichkeit nicht, weil er nicht wirklich ein Mann ist). Nicht von ungefähr war es ja früher so, dass Jugendliche Karl May verschlungen haben oder die Geschichten um den Häuptling Tecumseh und andere mehr.
Am allerwichtigsten sind natürlich Erwachsene, vor allem Eltern, in denen ein liebevolles Herz schlägt; Kinder suchen sich ja in dieser Hinsicht gegebenenfalls Ersatz-Eltern aus und manche Lehrer, manche Lehrerin erfüllen diese Funktion, manche Oma oder Opa, der Trainer im Sportverein, die Pfarrerin einer Kirchengemeinde. Im Grunde aber kann kein Mensch das lebensvolle Herz eines Vaters oder meiner Mutter ersetzen, und Menschen, die diese missen müssen, haben sich oft selbst die Seelenaufgabe gestellt zu erkennen, dass ihnen diese Liebe fehlt – und damit auch oft Vertrauen ins Leben – und dass sie diese Liebe in ihrem Leben auf ihre Weise finden müssen.

HERZENSTIEFE ENTSTEHT IM VERLAUFE VIELER LEBEN

In seinen vielen Leben wird jeder Mensch mit einer solchen Lebenskonstellation in Sachen Liebe mindestens einmal konfrontiert, meistens mehrfach.
Ein liebevoller Herz entwickelt sich nicht in einem einzigen Leben. Wir nehmen Erfahrungen aus einem früheren Leben in ein nächstes mit und daher können wir auch Menschen kennen, denen wir eine solche Herzenstiefe anspüren, wie sie kaum in einem einzigen Leben gewachsen sein kann. Andererseits gibt es so genannte junge Seelen, die ihr Herz noch nicht so weit entwickelt haben können und denen man das durchaus nachsehen mag: Donald Trump beispielsweise ist meines Erachtens eine solche junge Seele.

EIN HERZ, SO GROß WIE DIE WELT SELBST

Die meisten von uns wissen aus eigener Erfahrung, wie sehr Leid Menschen verändern, ein Herz weich werden lassen kann und zu einem Fühlen und Erfahren führt, was aus großen Schmerzen heraus gewachsen ist.
Herzensbildung ist gewachsen aus und in Mitgefühl und hier gibt es kein Ende der Entwicklung, denn ein mitfühlendes Herz ist so groß wie unsere Welt selbst.
In einem dritten Beitrag möchte ich noch darauf eingehen, welche Bedeutung dem Mut zukommt. Menschen mit wirklichem Herzen sind mutige Menschen; noch gibt es zu wenige auf unserer Erde davon.
Und vergessen wir nicht: Ohne Mut ist wahre Demut nicht möglich. Sie folgt in ihrer Entwicklung dem Mut.
Ohne Demut aber gibt es kein Verständnis des Erhabenen, wahrer Größe und des Ewigen.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass es gewisse Signale gibt, die Hinweise auf eine sich im Leben zunehmend bemerkbar machende Herzensbildung sind. Der ein oder andere mag seine persönlichen Erfahrungen haben. Eine ist jene, die den ein oder anderen spüren lässt, dass das bisherige Zentrum, der Kopf, sich Richtung Herz bewegt, dass Kopfwissen Herzwissen werden will (was auf keinen Fall bedeutet, dass dem logischen und klaren Denken weniger Bedeutung zukommt, im Gegenteil). In der geisteswissenschaftlichen Lehre eines Rudolf Steiner verbindet sich diese Entwicklung mit dem Wirken des ehemaligen Erzerzengel und nunmehrigen Archai Michael. Diesem feurigen Gedankenfürsten des Weltalls, wie ihn Steiner bezeichnet, kommt die Aufgabe zu, das Herz des Menschen zu ermächtigen. Er ist nach Steiner der Fürst der kosmischen Intelligenz, der allein in der Lage ist, den für viele so faszinierenden Intellekt, der in Wirklichkeit tot und geistlos ist, als ein Ergebnis des Wirkens von Ahriman/Satan aufzuzeigen. Beide Wesenheiten sind, gerade was den Intellekt betrifft, größtmögliche Gegenspieler. Dies zu wissen kann ein großes Plus auf dem Weg zum eigenen Herzen sein.
Dazu ein andermal mehr

Freitag, 21. Juli 2023

Die Macht der Sorge. - Von drei zentralen Lebenshemmnissen.

Einmal mehr ist es Goethe, der gegen Ende seines leider viel zu wenig beachteten „Faust II“ darauf verweist, woran selbst Menschen, die doch immerhin schon die Kraft hatten (wenn sie auch nicht ganz erfolgreich waren), in die Tiefen unseres Bewusstseins, in das Reich der Mütter, wie es Goethe nennt, hinabzusteigen und  mit diesem Gang in die Tiefen menschlichen Seins immerhin auf den Spuren eines Odysseus, Herakles oder Orpheus wandeln, noch scheitern.

Faust erhält gegen Ende seines Lebens Besuch von vier Damen, der Schuld, dem Mangel, der Not und der Sorge. Doch nur die Sorge kann in sein Inneres gelangen:

FAUST:
Die Pforte knarrt, und niemand kommt herein.
Ist jemand hier?

SORGE:
Die Frage fordert Ja!

FAUST:
Und du, wer bist denn du?

SORGE:
Bin einmal da.

FAUST:
Entferne dich!

SORGE:
Ich bin am rechten Ort.

FAUST:
Nimm dich in acht und sprich kein Zauberwort.

SORGE:
Würde mich kein Ohr vernehmen,
Müßt' es doch im Herzen dröhnen;
In verwandelter Gestalt
üb' ich grimmige Gewalt.
Auf den Pfaden, auf der Welle,
Ewig ängstlicher Geselle,
Stets gefunden, nie gesucht,
So geschmeichelt wie verflucht.--
Hast du die Sorge nie gekannt?

FAUST:
Ich bin nur durch die Welt gerannt;
Ein jed' Gelüst ergriff ich bei den Haaren,
Was nicht genügte, ließ ich fahren,
Was mir entwischte, ließ ich ziehn.
Ich habe nur begehrt und nur vollbracht
Und abermals gewünscht und so mit Macht
Mein Leben durchgestürmt; erst groß und mächtig,
Nun aber geht es weise, geht bedächtig.
Der Erdenkreis ist mir genug bekannt,
Nach drüben ist die Aussicht uns verrannt;
Tor, wer dorthin die Augen blinzelnd richtet,
Sich über Wolken seinesgleichen dichtet!
Er stehe fest und sehe hier sich um;
Dem Tüchtigen ist diese Welt nicht stumm.
Was braucht er in die Ewigkeit zu schweifen!
Was er erkennt, läßt sich ergreifen.
Er wandle so den Erdentag entlang;
Wenn Geister spuken, geh' er seinen Gang,
Im Weiterschreiten find' er Qual und Glück,
Er, unbefriedigt jeden Augenblick!

SORGE:
Wen ich einmal besitze,
Dem ist alle Welt nichts nütze;
Ewiges Düstre steigt herunter,
Sonne geht nicht auf noch unter,
Bei vollkommnen äußern Sinnen
Wohnen Finsternisse drinnen,
Und er weiß von allen Schätzen
Sich nicht in Besitz zu setzen.
Glück und Unglück wird zur Grille,
Er verhungert in der Fülle;
Sei es Wonne, sei es Plage,
Schieb er's zu dem andern Tage,
Ist der Zukunft nur gewärtig,
Und so wird er niemals fertig.

Faust, dem nach Ende seines Erdenlebens von der Geistigen Welt durch die Anwesenheit hoher Wesen, die seine Seele nach oben tragen, bestätigt wird, wie wertvoll er ist, obwohl er doch kurz zuvor noch am Tode von Philemon und Baucis, dem so sympathischen Pärchen beteiligt war, indem er einmal mehr auf die Mithilfe des Mephistopheles hereinfiel, vermittelt uns - und das ist doch gerade für unsere Corona-Ukraine-Inflations- und politikverdrossene Zeit so wichtig, wie gut es wäre, wenn wir nicht auf die Sorge abfahren.

Tatsächlich gibt es drei große Hemmnisse für unsere seelische Entwicklung, die auch Faust durchlebt hat, die aber leider auf unserer Erde von uns Menschen ausgiebig praktiziert werden:

Anlässlich des zum Tode verurteilten Gretchens und dem Tod des gemeinsamen Kindes schiebt er die Schuld natürlich auf andere - in seinem Fall auf Mephisto.
Er tut sich selbst Leid (Faust wollte vor allem sein Leid, das darin bestand, das Leid eines anderen Menschen ertragen zu müssen,  beseitigen, indem er Gretchen rettet) und
er kann sich der Sorge auch kurz vor seinem Tod nicht verschließen.

Die Schuld immer bei anderen zu suchen und Selbstmitleid sind tödlich für jede seelische Entwicklung.
Wer den „Faust“ ernst nimmt, verjagt zudem die Sorge aus seinem Leben. Sie ist einer der letzten, wenn nicht der letzte Hemmschuh vor einer möglichen Erlösung unserer Seele, für eine Verbindung mit unserem Ewig-Weiblichen, dem Ewigen unserer Seele.
Wer das Christliche um des Christlichen und Biblisches um der Bibel willen ablehnt oder verachtet, mag darüber hinweglesen, dennoch lautet ein mehrfach im Neuen Testament in unterschiedlicher Gestaltung angesprochener Hinweis:“Sorget nicht für den anderen Morgen.“
Für unseren Alltag, unser Leben verweist uns das darauf, dass wir unsere Energien, unsere gedanklichen Energien, die sich in so vielen Lamentationen über den Zustand der Erde äußern, nicht in entsprechende Artikel und Beiträge hineinpulvern sollen. Sich gegenseitig über Gefahren und Bedrohungen zu informieren, ist das eine; das andere ist, dass man zugleich mitvermitteln mag:
Sorge ist ein Mittel geistiger Kräfte, wie sie sich in der Gestalt des Mephisto finden, die Seele von sich selbst abzulenken, abzuschneiden. Mephisto sorgt(!) dafür, dass Gretchens Mutter und Bruder so früh sterben; er ist am Tod von Philemon und Baucis beteiligt und bemüht sich rührend um unsere Sorgen. Nur tut er es sich selbst zuliebe.
Angst spielt dieselbe Rolle!
Im "Faust" kann Mephistopheles nicht verhindern, wie sehr am Ende das Göttlich-Weibliche in der Gestalt des Doctor Marianus und der Mater gloriosa in den Mittelpunkt rückt und dass es heißt:

Alles Vergängliche
Ist nur ein Gleichnis;
Das Unzulängliche,
Hier wird's Ereignis;
Das Unbeschreibliche,
Hier ist's getan;
Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.

Bleibt noch anzumerken, dass Goethe womöglich heute seinen Schluss anders formuliert hätte und nicht nur davon gesprochen hätte, dass das Ewig-Weibliche uns hinanzieht, sondern dass auch wir aktiv auf unser Ewig-Weibliches zugehen mögen.
Wir tun es auch dadurch, dass wir dazu beitragen, in unserer Erdenwirklichkeit die Sorge zu entsorgen.

Sonntag, 2. Juli 2023

"Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, / Bald Helenen in jedem Weibe." - Über männliches Lieben und/oder Begehren.

Im 3. Video zum ersten Teil von Goethes "Faust" möchte ich offenlegen, wie gewisse Kräfte - wir nennen sie Schlange/Luzifer bzw. Satan/Ahriman - aktiv dafür Sorge tragen wollen, dass die Seele des Menschen sich nicht in die Richtung entwickelt, welche die eigentliche Alternative zu ihnen wäre: in Richtung auf das Ewig-Weibliche. In der Gestalt Margaretes offenbart sich, welchen Angriffen das Weibliche ausgesetzt ist und wie sehr es allein dazustehen scheint.
Was es mit der Bedeutung der Geschlechter auf sich hat, ist leider vielen Menschen nicht mehr klar - der ganze Gender-Hokuspokus ist darauf angelegt, die Bedeutung der Geschlechter zu destruieren. Die weltweiten Irritationen und der Kampf, den viele Menschen ausfechten, um zu ihrem Geschlecht stehen zu dürfen, zeigt, welches Chaos in den Seelen derzeit herrscht; doch Chaos ist Voraussetzung für eine neue Ordnung, für ein neues, erweitertes Bewusstsein.

Ein Verständnis für die Bedeutung des Männlichen und Weiblichen ist Voraussetzung für eine gesunde, heilsame seelisch-geistige Entwicklung der Menschen und der Menschheit. Es kommt nicht von ungefähr, dass die oben angesprochenen Kräfte die wahre männliche Kraft in der Gestalt des Faust korrumpieren. Nicht nur in Bezug auf den Faust sondern auch in Bezug auf unsere derzeitige aktuelle Situation ist es notwendig, dass eine starke weibliche Kraft das Männliche unterstützt, seine kosmische Bedeutung wiederzufinden. Gewiss zeigt sich auf unserer Erde, dass auch das Weibliche sehr gefährdet ist und wir werden gewahr, wie sehr nicht wenige Frauen die Achtung vor sich selbst verlieren. Umso wichtiger ist, dass viele Menschen, Frauen, aber auch Männer, die luziferisch-satanischen Attacken durchschauen. Je mehr sie bewusst werden; desto weniger Wirkung können sie entfalten.

Was der Menschheit fehlt, ist die Erkenntnis, dass in allem, was wir tun, ein kosmischer Bezug enthalten ist. Das Ewige kommt allein aus dem Kosmos; das gilt für das Ewig-Weibliche und Ewig-Männliche.
Goethes Faust ist darauf angelegt, Attacken, die ein neues Bewusstsein verhindern wollen, zu offenbaren. Noch am Ende des 2. Teiles wird die Sorge als luziferisch-ahrimanische Angriffsmöglichkeit entlarvt.
Am Ende des ersten Teiles, dem wir mit einem 4. Video gerecht werden wollen, zeigt sich, dass Rettung von einer Seite kommt, mit der heute leider die wenigsten Menschen noch rechnen.

Faust-Leser lassen sich da nicht beirren. Zu eindrücklich gestaltet Goethe, wie sich aus einer persönlich engsten Situation eine himmlische Weite entfalten kann. Faust kann dies im ersten Teil nicht erkennen; zu sehr hat er sich Mephisto ausgeliefert.
Gretchen erkennt sie; wir müssen nicht, wie Margarete, sterben, um sie wahrnehmen zu können. Wir können von Faust lernen, wie wir uns nicht verhalten sollten. Es gilt, was schon zu Beginn des Faust geschrieben steht: Ein jeder sieht, was er im Herzen trägt.“

Was wir dort tragen, darüber entscheiden wir jeden Tag. Wie wichtig es ist, das zu beherzigen, darauf weist Goethes „Faust“ hin.

Samstag, 17. Juni 2023

Faust I(2) "Lass in den Tiefen der Sinnlichkeit / Uns glühende Leidenschaften stillen"!

Vor allem, wenn wir sie nicht zur Kenntnis nehmen, sind wir der Schlange (alias Luzifer) und Satan (alias Ahriman) ausgesetzt; von Freiheit sollten wir dann nicht sprechen.

In seinem "Faust" gestaltet Goethe unsere möglichen Formen der Abhängigkeit und dementsprechend die Gerissenheiten der beiden geistigen Kräfte; zugleich wird im Laufe des Gesamtwerkes deutlich, wie wir mit ihnen umgehen können, denn es ist kein Zufall, dass in "Faust II" Luzifer Faust den Schlüssel zum Reich der Mütter geben muss, selbst aber nicht dahin absteigen kann.
Mit dem "Faust" hat Goethe eine Möglichkeit geschaffen, für unser Leben Entscheidendes wahrzunehmen. Die Faust-Videos wollen dabei eine Hilfe sein.
Letztendlich geht es darum, Luzifer und dem Satan furchtlos zu begegnen und sie in uns zu erlösen. Den Schlüssel dazu finden wir am Fuße des Kreuzes von Golgatha.


Samstag, 13. Mai 2023

Satan, Luzifer, Teufel, Mephisto: (Ur-)Kräfte, die in Goethes "Faust" wirksam sind

Als Kind wuchs ich in einer superchristlichen Familie auf. Und so, wie mir unklar blieb, warum mal von Christus, mal von Jesus, mal von Jesus Christus gesprochen wurde, so blieb mir auch unklar, was es mit dem Teufel und dem Satan auf sich hat, wobei es da auch noch einen Luzifer gab und eine Schlange.
Auf dieses Thema komme ich zwar erst genauer im zweiten meiner geplanten Faust-Videos zu sprechen, aber dass zu Beginn der goetheschen Tragödie "Der Herr" Mephistopheles auf den Faust aufmerksam macht und ihn damit sozusagen jenem ans Messer liefert, könnte doch befremdlich sein, wobei genau dies auch mit Hiob, nachzulesen im "Buch Hiob" des Alten Testamentes, geschieht.
Im Rahmen des geistigen Kosmos finden wir bekanntlich 9 Hierarchien, von den Engeln angefangen über die Elohim und Throne bis zu den Seraphim; der Mensch nun ist die 10. Hierarchie; mit ihm, kommt etwas völlig Neues in den Kosmos: eine Form der Freiheit,  die es bisher so nicht gab  und die es zu erwerben gilt. Dass das Erreichen dieser Freiheit ungeheuer schwer ist und dem Menschen nicht viel mehr als in Ansätzen zur Verfügung steht, steht für mich außer Frage. Um zu ihr zu gelangen muss des Menschen Seele durch eine völlige Gottesferne hindurch, wie wir sie heute noch im Materialismus erleben, um sich in freier Entscheidung dem Göttlichen zuzuwenden, das für den Menschen noch sehr abstrakt ist, weshalb er sich mit diesem Schritt auch sehr schwer tut. In unserer Zeit ringen manche Menschen verstärkt um ein Bewusstsein, was es mit diesem Göttlichen auf sich hat.
Der geistige gesamtkosmische Entwicklungsweg des Menschen entspricht dem Lebensweg des Menschen von der Zeugung bis zum Tod. Der sogenannte Sündenfall steht dabei für die Pubertät der Menschheit.
Goethe nun hat in der Gestalt des Dr. Heinrich Faust einen Menschen dargestellt, der zwar wissen möchte, was die Welt im Innersten zusammenhält und zum Ewig-Weiblichen gelangen möchte - deutlich wird das vor allem im zweiten Teil des Faust - der sich aber dabei verdammt schwertut und im ersten Teil ein sehr unbedarftes Mädchen in Tod und Verderben treibt. Doch die wertvollen Entwicklungsschritte, die Faust im zweiten Teil gelingen, sind nur möglich, weil er sich im ersten auf Mephistopheles einließ, ein  junges Mädchen mit dessen Hilfe meinte, schwängern zu müssen, mit jungen Hexen auf dem Brocken tanzte und anderem mehr.


Samstag, 15. April 2023

"Es war ein König in Thule": Warum Gretchen diesen König für eine beispielhafte Liebe wählt und man in Deutschland sich dem zweiten Teil des Faust endlich zuwenden sollte ...

Für mich ist das Thule-Lied eines der schönsten Liebeslieder und in Goethes Tragödie singt es Gretchen, sich zum Schlafengehen ausziehend, und erfindet es damit zugleich.
Gerade hat sie einen Mann kennengelernt, Faust, der zwar gut und gern an die zwanzig Jahre älter als sie sein mag, aber offensichtlich sagt ihr Herz ja zu ihm.
Sonst könnte sie nicht diese Töne und Worte finden:
Es war ein König in Thule
Gar treu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Einen goldnen Becher gab.
Es ging ihm nichts darüber,
Er leert ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
Sooft er trank daraus.
Und als er kam zu sterben,
Zählt er seine Städt im Reich,
Gönnt alles seinem Erben,
Den Becher nicht zugleich.
Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Vätersaale,
Dort auf dem Schloß am Meer.
Dort stand der alte Zecher,
Trank letzte Lebensglut
Und warf den heiligen Becher
Hinunter in die Flut.
Warum wählt sich Margarete in ihrem Lied einen König - und dann nicht gerade den jüngsten?
Er ist nicht verheiratet, sondern liebt eine Geliebte, die ihn offensichtlich auch liebt und für ihre Liebe ein Symbol findet, einen goldenen Becher.
Für ihren königlichen Geliebten bedeutet er alles; die Liebe zu seiner verstorbenen Liebe ist dem König wichtiger als alles Gut und Geld.
Gretchen wählt ihn, weil dieser Mann eine Reife besitzt, die der Liebe fähig ist.
Bevor er stirbt, übergibt er den Becher dem Meer, der Ewigkeit. Für ihn ist ihrer beider Liebe nicht zu Ende, sondern sie setzt sich fort in Ewigkeit.
Solch eine Liebe wünscht sich Gretchen.
Was sie nicht weiß, ist, dass in ihrer Liebe zu Faust Mephistopheles mitmischt, der Faust mittels eines Hexengebräus präpariert hat, damit er, wie es bei Goethe heißt, Helena in jedem Weibe sähe.
Doch mit Helena hat es eine besondere Bewandtnis, denn wie wir aus den griechischen Mysterien wissen, war Helena gar nicht in Troja, sondern Paris fiel auf ein Bild, ein Eidolon herein, wie es dort heißt.
Männer glauben meist, sie führen Helena nach Hause, in Wirklichkeit aber existiert diese nur in ihrer Phantasie, ein (Abzieht)Bild, wie es in Soldatenspinden, Männerphantasien und diversen Illustrierten zu finden ist, eine seelenlose Realität, die mit wahrer Schönheit nichts zu tun hat.
Was dann folgt, ist, was man oft als Ehe bezeichnet ...
Was es mit der wahren Helena auf sich hat, erzählt Goethes „Faust“ in dessen zweitem Teil und es wird Zeit, dass Menschen des deutschen Kulturbereichs sich ihm widmen, damit Männer nicht mehr ´lieben´ mit ´begehren´ verwechseln und auch Frauen sich um das Ewig-Weibliche kümmern. Schon ein Bemühen darum kann uns der wahren Liebe näher- und nahebringen. Das Lied deutet an, dass die Liebenden dort darum wussten und der erste Teil des „Faust“ deutet ebenfalls an, dass auch Gretchen diese Liebe anstrebte. Leben konnte sie diese Liebe nicht. Im Gegenteil endet dieser Teil der Tragödie mit vier tödlichen Opfern, ihrer Mutter, ihrem Bruder, ihrem Kind (das nie wirklich ein Kind von Faust war) und auch sie wird gerichtet.
Das muss nicht (mehr) sein.
Auch deshalb ist der zweite Teil des „Faust“ empfehlenswert.