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Donnerstag, 24. April 2025

Papst Franziskus: der scheinheilige Fürsprecher der Armen und Entrechteten!

Ich möchte gar nicht sagen, dass Franziskus als Mensch nicht wirklich ein Herz für Arme und Entrechtete hatte. Aber ihm war bewusst, dass er für eine Institution arbeitete, die über zig Jahrhunderte die Menschen abhängig machte von ihrer Macht, abhängig davon, ob sie Segen sprach oder nicht, sie seelisch-geistig entrechtete und der auch an der Armut der Menschen gelegen war, weil Arme willfährig sind.

Weltweit besitzen die Kirchen zig Milliarden an Vermögen, aber noch heute sammeln sie von armen Menschen Kollekte ein und bitten um Spenden für Notleidende, während sie einem Kardinal zwischen 10000 und 13000 Euro Gehalt zahlen, unabhängig davon, dass jenen ein Fahrzeug und Fahrer gestellt wird und sie oft fürstlich und verbilligt wohnen.

Es wird Zeit, dass die Kirche entmachtet wird und die Menschheit bereit ist, ihre Verlogenheit wahrzunehmen. Dann können vor allem die sogenannten Gläubigen wirklich zu ihrer eigenen Macht finden, jener, die aus ihrem eigenen Inneren kommt.

Wie kann man eine Institution ernst nehmen, die jenen Teil der Menschheit, der von Gott geschaffen wurde, das Weib, die Frau, ganz besonders entrechtete und ins Abseits stellte? Eigentlich kann gar nicht offensichtlicher sein, dass die Kirche sich gegen Gottes Schöpfung stellt, aber so tut, als sei sie dessen Stellvertretung.

Wie kann es sein, dass die Menschheit die Tatsache, dass die Kirche den Willen Gottes mit Füßen tritt, so lange hingenommen hat und es noch fürderhin tut? - 
Es ist die Macht der Scheinheiligkeit. Noch ist sie stärker als wahre aus dem Herzen kommende Heiligkeit ...

Donnerstag, 7. September 2017

Glaubt mit Vernunft! – Benedikts Regensburger Rede wird immer bedeutsamer.

Mit Benedikts Rede verhält es sich wie mit gutem Wein: je älter, desto besser, desto mehr treten ihr Wahrheitsgehalt und ihre Bedeutung zu Tage. Ja, sie wird immer aktueller. Am 12. September jährt sie sich zum elften Mal, und da Benedikt vielleicht nicht mehr allzu lange unter uns weilt, seien an dieser Stelle die Gedanken gewürdigt, die der emeritierte Papst zu Recht in den Mittelpunkt gerückt sehen wollte.
Dass dies zunächst misslang, ist den Reaktionen auf seine Rede, dem fast weltweiten Hype seitens des orthodoxen Islam geschuldet, der sich aus zahlreichen islamischen Staaten fulminant Stimme verlieh; u.a. erklärte der stellvertretende Parteivorsitzende der regierenden türkischen AKP, Salih Kapusuz, der Papst sei durch seine Worte „in derselben Kategorie mit Führern wie Hitler und Mussolini in die Geschichte eingegangen“.

Wer weiterlesen möchte: hier

Sonntag, 4. April 2010

Osterlachen, ein leider verpönter Brauch, den auch Benedikt XVI. schön fand

Vor allem das Kartenspielen waren eines Dorfpfarrers große Leidenschaften. Wieder einmal – bei seinen Fähigkeiten sicher äußerst unglücklich und unverdient – hatte er im Kartenspiel verloren. Die Getränkekosten seiner Mitspieler weigerte er sich zu übernehmen. Also schlossen diese mit ihm eine Wette ab.

Wenn er bei der Osterpredigt nächste Woche dreimal das Wort „Trumpf“ ausspräche, sei die Schuld beglichen.
Die Woche verstreicht, die im Geheimen abgesprochene Wette spricht sich herum, die Kirche am Ostersonntag ist bis auf den letzten Platz gefüllt.
Gebannte Erwartung.
Mit dreifachem Paukenschlag beginnt die Predigt mit den ersten Worten des Pfarrers:
„’Trumpf – Trumpf – Trumpf!’ schallt es nachts dumpf aus Wirtshaushöhlen. Doch an Ostern heißt es nicht Trumpf. Hell ertönt die Stimme des Auferstanden: ‚Triumph!’“

Wenn Sie über diese Geschichte eines Pfarrers, erzählt von einem Pfarrer in seiner Osterpredigt, lachen müssten, dann wäre auch der Brauch des Osterlachens wieder auferstanden.
Über ihn lesen wir in Wikipedia, dass er noch vom 14. bis zum 19. Jahrhundert in Bayern fester Bestandteil des christlichen Brauchtums war.

Zu diesem Brauch gehörte es (insbesondere im Spätmittelalter), in der Osterpredigt eine Geschichte zu erzählen, die die Gemeinde zum Lachen brachte. Diese Geschichten wurden als Ostermärchen oder Ostermärlein bezeichnet.
Der Grundgedanke des Osterlachens war, die Osterfreude zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig symbolisiert das Osterlachen die Überlegenheit und den Sieg über den Tod, der sich an Christus "verschluckt" hat und der Lächerlichkeit preisgegeben ist.
In einem Beitrag von Karl Veitschegger für kirche:konkret heißt es allerdings:
Noch 1906 soll in Reischach, Landkreis Altötting, ein Pfarrer mit Witzen und Anekdoten bei der Osterpredigt das ganze Kirchenschiff zum Lachen gebracht haben. Er war mutmaßlich der letzte, der die mittelalterliche Tradition des „risus paschalis“, des „Osterlachens“ praktizierte. Unter seinem Nachfolger siegte auch in dieser Gemeinde der liturgische Ernst. Freilich trieben es die Prediger im Mittelalter beim Ostergottesdienst manchmal recht bunt. Sie erzählten nicht nur harmlose Scherze und Schmunzelgeschichten, sondern machten die Kanzel häufig zur Bühne, wo sie ihr komödiantisches Talent voll auslebten. Grimassen schneidend, Haare raufend, Zunge zeigend, mit Händen und Füßen gestikulierend gaben sie den Sieg Christi über Hölle, Tod und Teufel wie einen Bauernschwank zum Besten. Das Kirchenvolk brüllte auf, klopfte sich auf die Schenkel und rief nach Zugabe. Da ließ sich der eine oder andere Prediger dazu hinreißen, plötzlich wie eine Henne zu gackern, um dann aus der Kutte ein angeblich von ihm gelegtes Ei hervorzuzaubern. Welch Gegröle und Gekreische im weihrauchschwangeren Gotteshaus! Christus ist auferstanden, der Teufel hat nichts mehr zu lachen und die Erlösten können sich vor Lachen kaum mehr halten!“

Martin Luther (1483–1546) lehnte diesen Brauch dann als „närrisch lächerliches Geschwätz“ ab; offensichtlich war es gar zu Obszönitäten gekommen.

„Im 18. und 19. Jahrhundert konnte sich Lustiges nur noch sehr entschärft in der Liturgie halten: das „Ostermärlein“. Harmlose Geschichtchen. Artiges Schmunzeln statt herzhaftem Lachen. Im 20. Jahrhundert wurde den Gottesdienstteilnehmern schließlich das (absichtliche) Lachen ganz abgewöhnt. Manche Seelsorger bedauern das. Sie wissen zwar um die destruktive und asoziale Seite des Lachens (z. B. wenn ein Schwächerer ausgelacht oder Heiliges entehrt wird), sie wissen aber auch, dass das laute Lachen etwas Befreiendes an sich hat, ja Ausdruck positiver Aggression sein kann, die vielem, was nur vordergründig groß und wichtig erscheint, die Maske herunterreißt. Ein solches Lachen erhöht die Niedrigen und wirft die Mächtigen vom Thron - wie das Jauchzen der jungen Maria (Lk 1,46-55). Der Brauch des „risus paschalis“ lässt sich kaum wiederbeleben. Aber, so fragen sich viele in der Kirche, ist deshalb den Christen das Lachen für immer vergangen? – Zumindest für den Himmel verspricht Jesus: „Ihr werdet lachen!“ (Lk 6,21)

Übrigens schrieb Papst Benedikt XVI, weiland noch als Joseph Ratzinger in "Schauen auf den Durchbohrten. Versuche zu einer spirituellen Christologie":

Zur barocken Liturgie gehörte einst der risus paschalis, das österliche Lachen. Die Osterpredigt musste eine Geschichte enthalten, die zum Lachen reizte, so dass die Kirche von fröhlichem Gelächter widerhallte. Das mag eine etwas oberflächliche und vordergründige Form christlicher Freude sein. Aber ist es nicht eigentlich doch etwas Schönes und Angemessenes, dass Lachen zum liturgischen Symbol geworden war?“

Wollen wir wünschen, dass erneut Zeiten kommen mögen, wo der Kirche wieder zum Lachen ist. Von Herzen.

Sonntag, 20. April 2008

Gesucht: Lebendige Schutzschilde für die Liebe

Benedikt XVI´ Vorgänger, Johannes Paul II, wollte als lebendiges Schutzschild in den Irak, um das Ausbrechen des Krieges zu verhindern. Seine Krankheit hat das nicht mehr zugelassen.
Verhindern wollte er, dass es Kriegstreibern wie Georg Bush gelingt, den Hass auf der Erde, den ein Krieg immer mit sich bringt, zu vermehren. Doch diese Prediger kriegerischer Notdurft waren zu nahezu jeder Lüge bereit, um den Menschen zu suggerieren, dass ein Krieg unumgänglich sei. Heute wissen wir, dass es ein mediales Gespinst von Unwahrheiten war, das sie skrupellos aufgebaut haben. Keiner ihrer Kriegsgründe hat sich als wahr erwiesen.
Papst Johannes Paul II wusste um den Zustand der Liebe auf der Erde.
Erst heute wird klar, dass die Worte von Eduard Mörike (1804-1875) über die Liebe visionär waren; sie beschreiben die Realität 2008:

Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht;
Dies edle Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,
Mit Tränen netzet sie der Füße Wunden.

Mörikes persönliche Tragödie repräsentiert zugleich eine Tragik der Menschheit:
Der schwäbische Dichter begegnet in den Osterferien des Jahres 1823 in einem Ludwigsburger Gasthof Maria Meyer, einem Mädchen, außergewöhnlich in seiner Schönheit und Bildung. Diese seine erste Liebe besitzt eine ausnehmend lebendige, fast schwärmerische Religiosität. Ungewöhnlich für eine Frau damals: Sie ist wohnsitzlos und zieht über Land. In einem seiner Romane, in Maler Nolten, nennt Mörike sie Peregrina, übersetzt die Fremde!
Mörike, den diese heimatlose Vagantin in seinem tiefsten Inneren berührt, trennt sich dennoch von ihr, allerdings unter äußersten Qualen.
Als sie ihn wieder aufsuchen will, lässt sich der zukünftige Pfarrer verleugnen.
Die Liebe - heimatlos? Eine Fremde? Verleugnet?
Heute lässt sich nicht mehr übersehen, dass der damals weltöffentlich sichtbare körperliche Verfall von Johannes Paul II, derentwegen er nicht für die Liebe aktiv sich einsetzen konnte, stellvertretend für das Siechtum der Menschheit steht, ihre Bereitschaft, die Liebe zu verleugnen und ihre Unfähigkeit, für die Liebe und in Liebe tätig zu sein:

ihr Heimat zu geben,Heimat der Liebe zu sein.

Wie würde die Erde aussehen, wenn der Liebe 2 Billionen Euro - so viel kostete der Irak-Krieg bisher - zur Verfügung stünden?Hoffentlich ergeht es uns und der Menschheit nicht so wie Mörike in der Schlussstrophe seines Gedichtes:

Ach, Peregrinen hab ich so gefunden!
Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Glut,
Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wut,
Und wilde Kränze in das Haar gewunden.
War´s möglich, solche Schönheit zu verlassen?
- So kehrt nur reizender das alte Glück!
O komm, in diese Arme dich zu fassen!
Doch weh! o weh! was soll mir dieser Blick?
Sie küsst mich zwischen Lieben noch und Hassen,Sie kehrt sich ab, und kehrt nie mehr zurück.
Die Liebe: verloren!
Wie eine Schnecke ihres Hauses bedarf, so bedarf der Mensch der Liebe.
Sie sollte nicht nur in uns sein, sondern uns umgeben wie die Schnecke ihr Haus.
Eine Schnecke kann ohne Haus nicht leben.
Ein Mensch ohne Liebe existiert, aber er lebt nicht.