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Samstag, 26. Juni 2010

Wahre Religion ist die Gemeinschaft von Kindern ...

Ich glaube, dass ein Grund, warum viele sich selbst nicht begegnen, ist, dass sie sich auf der Ebene des Erwachsenen suchen; aber mehr Menschen, als man glaubt, sind in Wirklichkeit keine Erwachsenen, weil sie nie wirklich Verantwortung für sich übernommen haben. Man erkennt sie auch daran, dass sie viel "Schuld" auf die Politiker schieben, den Chef, auf das Wetter, den lieben Gott; doch dieser Gott sind in Wirklichkeit oft sie selbst, weil er nicht mehr ist als ihr eigenes begrenztes Bewusstsein.
Deshalb eben das Gebot: Du sollst Dir kein Bildnis machen ...

Wie will sich jemand auf einer Ebene finden, auf der er gar nicht vorhanden ist? Höchstens eben in seiner Einbildung ...

Es ist wichtig, sich auf die Ebene der Kinder in uns und um uns zu begeben, denn nur, wer ihnen begegnet, kann auch dem göttlichen Kind in uns begegnen, dem Christusgeist, Atman oder wie man es immer nennt.

Der Erwachsene kann nur reifen, wenn die Kinder heilen.

Wahre Religiosität ist eine Gemeinschaft von Kindern, die in Gott wachsen wollen; in diesem Sinne werden sie wahrhaft er-wachsen.


Sonntag, 20. Juni 2010

Erwachsene braucht das Land! – Wenn Mütter ihre Söhne und Väter ihre Töchter missbrauchen. – Woran man Nicht-Erwachsene erkennt!


Im Grunde kennt jeder vergleichbare Fälle aus seinem Bekannten- oder auch Freundeskreis, ja vielleicht von sich ...

Da heiraten zwei und wie es der Zufall will, ist doch tatsächlich im elterlichen Haus eine Wohnung frei.
Klar ist der jungverheiratete Ehemann immer sehr freundlich zur Schwiegermutter und klar kennt die Mutter immer die Geschäfte, wo man die Möbel kauft und die Bettwäsche und klar ist auch immer genau die richtige Farbe auf Lager, die die Mutter auch hat oder zumindest gut findet ...

Und klar macht der Typ mit Ohrring im Ohr die Tochter nicht glücklich; der Vater wusste es von vornherein (zumal er selbst nie Ohrringe trug ...).

Wir wissen, wie es ist, wenn Bäume zu nahe aufeinander stehen ... meistens wächst eine Seite nicht gescheit ... klar, sie geben sich Schutz ... bestenfalls pfeift kein Wind mehr durch ... :-(

Warum gibt es in der Tat so viele Menschen, die nicht erwachsen geworden sind und es vielleicht auch nie werden? Und woran erkennt man sie?

Es gibt sie, weil viele Eltern ihre Kinder in Abhängigkeit halten wollen: Wenn sie die lieben Kleinen schon aufziehen, dann sollen sie gefälligst bei Fuß bleiben, um sie im Alter zu pflegen.

Es gibt sie aber vor allem, weil zu viele Väter ihre Töchter als Frau missbrauchen und Mütter ihre Söhne dem eigenen Mann vor die Nase setzen und als Mann missbrauchen. Dieser Missbrauch geschieht meist nicht körperlich, aber es ist ein seelischer, ein energetischer Missbrauch, und ich behaupte, er kommt häufiger vor, als wir denken. Dabei gibt es natürlich viele Schattierungen und Abstufungen.
Ich glaube, dass diesem Thema bisher viel zu wenig Beachtung geschenkt worden ist.
Zu viele "Erwachsene" kompensieren das Unglück bzw. die Langeweile ihrer Beziehung mit dem Glück ihrer Kinder, die Mutter mit dem des Sohnes, der Vater mit dem der Tochter.
Dadurch können diese Jugendlichen auch keine Erwachsenen werden; die Eltern nehmen ihnen die Kraft zur Reife.
Eines von mehreren Beispielen habe ich hier aufgezeigt.

Woran man sie erkennt, die Nicht-Erwachsenen:

1. Sie suchen gern und bevorzugt die Schuld bei anderen.
- Gern ist auch das Leben an sich eine Fehlkonstruktion.
- Die Politiker sind an allem schuld, die Ärzte, der Chef ist eh ein Arsch ...

2. Nicht-Erwachsene jammern gern und viel.

3. Nicht-Erwachsene verschweigen gern ihr Alter.

4. Ihr Geburtstag ist ihnen gar nicht wichtig (sie selber sich ja auch nicht).

5. Wenn sie etwas tun, weiß es die ganze Welt ...

6. Man hat immer einen Ersatz-Erwachsenen, z.B. den Chef, den Pfarrer, den lieben Gott, Udo Jürgens, das Bankkonto, den Rundum-Rechtsschutz ...

7. Der Vater sagt von seiner Tochter: Sie ist mein ein und alles.
Die Mutter sagt/denkt es von ihrem Sohn.

8. So stumpf, wie die Augen für den Ehepartner sind, so glänzend sind sie für das Kind.

9. Das Glück von anderen torpediert ein Nicht-Erwachsener, wo es geht. Oft geschieht das unbewusst. Ist es bewusst, dann ist es unsäglich liederlich und niederträchtig.

Kennen Sie nicht auch Menschen, denen Sie voller Freude etwas erzählen und die Sie mit womöglich nur einer Aussage auf den so genannten Boden der Tatsache zurückbringen ... ach ja, sagen Sie dann, so habe ich das noch gar nicht gesehen ... über ihre Freude spricht dann niemand mehr ... Sie auch nicht ... Freude am Leben ... was für ein Luxus ... und wie gefährlich ... wie konnte ich nur ... bin ich kindisch, naiv ...
Nein, Sie waren nicht naiv, ihr inneres Kind sonnte sich in Glück ... und wirklich gesund leben und sich sonnen kann das nur, wenn auch der innere Erwachsene gesund ist!
Menschen, die Glück, auch unser Glück nicht ertragen, sind in höchstem Maße toxisch; bei mir war es leider die eigene Mutter.

PS: Man kann das Nicht-Erwachsensein auch gekonnt kaschieren durch diverse Süchte: durch Sexsucht, Sportsucht, Arbeitssucht, Fernsehsucht, Computersucht, Freßsucht (wenn man schon nicht zu sich steht, dann so, dass man sich kaum erkennt) ...

Über einen, der ganz arbeitswütig-süchtig schrieb, weil er sich seine große Vaterwunde von der Seele schreiben wollte, habe ich hier geschrieben; es ist ein menschlich erschütterndes Dokument; mich jedenfalls erschüttert es jedes Mal ...

PPS:  Gute Sätze zum Thema habe ich bei Regenfrau gefunden:

Teilweise geholfen hat mir das Buch: erwachsen – von Ashley Davis Prend,
dort las ich einen Auszug von Frank Pittmann:

Das Erwachsenenalter ist befreiend. Erwachsene könnnen sich selbst definieren und müssen sich nicht von denen definieren lassen, denen sie gefallen oder nicht gefallen wollen. Wenn wir erst frei sind, aus eigenem Antrieb, die richtigen Dinge zu tun, dann werden wir diese wahrscheinlich auch tun. Und wenn wir wissen, dass wir das tun, dann hat das viel mehr Kraft, uns glücklich zu machen.

Das Erwachsenenalter ist angenehm. Erwachsene sind geworden, was sie werden wollten. Der schreckliche Kampf mit Veränderungsprozessen in Körper und Seele ist vorüber. Die Angst und Verzweiflung sind fort. Wir sind angekommen. Wir sind in der Welt daheim. Wir können uns entspannen und vor der Schlafenszeit ins Bett gehen, ohne Angst haben zu müssen, etwas zu versäumen.

Sonntag, 6. Juni 2010

Über den Segen des Todes - es gibt den Tod, solange die Menschen ihn umbringen wollen!

Ich könnte auch schreiben:
Es gibt ihn, solange die Menschen seiner bedürfen.

Zeit heilt Wunden, pflegt man zu sagen. Und wer ein großes Unglück erlebt hat, weiß dankbar zu schätzen, dass in der Tat der zeitliche Abstand zu jenem schmerzvollen Geschehen zur Linderung der Schmerzen beiträgt.

Wenn man es genauer formulieren würde, müsste man schreiben:
Schlaf heilt Wunden.

Unsere Erfahrungen in Bezug auf körperliche Schmerzen zeigen uns, was wir für den seelischen oft schwerer nachvollziehen können:
Wer einmal einen Zahn gezogen bekam oder operiert wurde und Schmerzen hat, weiß, wie dankbar man fürs Einschlafen ist, denn meistens, wenn man aufwacht, ist der Schmerz geringer.
Unsere Wunden heilen, wenn die Helfer des Unbewussten ohne Einwirkung des Verstandes ihre Arbeit leisten können.
Wie dankbar sind wir manchmal schon gewesen, wenn wir einschlafen durften.

Das Einschlafen aber ist der kleine Bruder des Todes.
Warum sind wir nicht dankbar auch für ihn?
Die Antwort ist bekanntlich einfach:
In Bezug auf das Einschlafen haben wir ein Bewusstsein davon, dass wir wieder aufwachen werden - genau an der Stelle, an der wir eingeschlafen sind.
Deshalb macht uns das Einschlafen keinen Kummer.
Dieses Bewusstsein aber haben wir von dem Tod nicht.

Viele Menschen unseres Kulturkreises haben kein Bewusstsein davon, dass sie wieder aufwachen werden als Mensch mit Fleisch und Blut. Sie denken, der Tod sei etwas Endgültiges. Jedenfalls hat sich dieses Denken erfolgreich durchgesetzt und maßgeblich beigetragen dazu hat die römische Kirche, indem sie radikal allen abweichenden "Tendenzen mit dem Beschluss des Konzils zu Konstantinopel 553 unter Kaiser JustinianI. offiziell ein Ende (setzte). Darin wurde festgelegt:

´Wer eine fabelhafte Präexistenz der Seele lehrt, der sei verflucht.´ {...} Das hinderte aber nicht, dass sich einzelne immer wieder zu der verbotenen Idee bekannten, ja dass selbst Dante die Wiederverkörperung unter besonderen Umständen für möglich hielt."
(aus J. Hemleben: "Jenseits. Ideen der Menschheit über das Leben nach dem Tod")

Seit dem Konzilsbeschluss jedenfalls glauben die meisten das, was sie glauben sollen. Doch ist die Liste der Menschen im deutschen Sprachraum lang, die sich trotz angedrohter Verfluchung - antichristlicher kann eine Kirchenführung kaum formulieren - nie davon abhalten ließen, an die Wiederkehr der Seele zu glauben, und das, obwohl sich deren Gegner nach Kräften bemühten und bemühen, die Befürworter zu verunglimpfen. 
Zu denen, die sich nicht beirren ließen. gehören Goethe, Wilhelm Busch, Heinrich Heine, Lessing, Novalis, Kant, Kleist, Schiller und andere mehr.
Im Übrigen weisen die bei uns vorhandenen Bilder wie die des Sensenmannes und des Schnitters - so gruselig sie fälschlicherweise auf uns wirken - darauf hin, dass unsere Leben wie auch das Getreide geschnitten werden, dass aber im nächsten Jahr, je nachdem, wie wir gesät haben, neue Ähren sich zeigen werden.
Gäbe es eine Ernte ohne den Schnitter? Ohne die Sense?
Auch im Winter scheint die Natur tot. Dabei erholt sie sich nur.

Eigentlich dürfen wir dem "Tod" dankbar sein.
Anstatt ihn um die Ecke bringen oder diskriminieren zu wollen, sollten wir ihn feiern.
Schließlich liegt es an uns, ob und wie viel wir ernten.

Wir bedürfen nach einem Leben der Erholung. Nur scheinbar sind wir tot, denn wir setzen unser Leben nur auf einer immateriellen Ebene fort. Und manche, die glauben, es käme der Himmel, werden zur Kenntnis nehmen müssen, dass sie genau das Bewusstsein mitnehmen, das sie hier auf der Erde hatten.
Es kann sein, dass ihr Bewusstsein nicht reicht, um im Leben nach dem Leben dies überhaupt zu bemerken.
Lebten sie bewusst-los, sind sie auch tot im Tod; genau das ist die Hölle. Sie ist nichts anderes als ein schrecklicher Grauzustand der Seele.
Es ist, wie wenn jemand durch die Nacht tappt und nichts sieht.
Aber auch hier gibt es Abstufungen - die christliche Mystik unterscheidet nicht von ungefähr zwischen Hölle und Fegefeuer -, so wie es nicht nur einen Himmel gibt, sondern sieben. Und auch diese sind jeweils siebenfach unterteilt.
Ich vermute, wir wären erstaunt, wenn wir wüssten, wie viele Seelen sich an dem Ort. den wir Hölle nennen, befinden, die hier berühmte Entertainer, Stars, Politiker und Kardinäle waren.

Als meine Mutter nach langem Leiden starb, habe ich mich gefreut, dass sie sterben durfte. Wie wir aus der ein oder anderen Kultur wissen, dass Menschen anlässlich des Todes weiße Kleider anziehen, so hätte ich das am liebsten auch getan als Ausdruck der Freude, dass meine Mutter sich nun erholen darf.
Am liebsten hätte ich auch den pflichtgemäß Trauernden und den künstlich Zerknitterten gesagt: Ihr dürft euch freuen. Meine Mutter schläft; und dieser Schlaf ist ihr großer Wohltäter.

PS: Vielleicht ist es bezeichnend, dass wir in unserem Kulturkreis glauben, der Tod sei männlich.
Vielleicht ist er, der Tod, in Wahrheit eine liebevolle Frau und vielleicht leidet sie vor allem unter der Ablehnung und dem Hass der Menschen.

Und dennoch tut sie in Liebe ihre Pflicht.