Seiten

Posts mit dem Label Markus Lanz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Markus Lanz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 3. November 2023

> Herzensbildung < - Am 31.10. 2023 wurde dieses Wort im Deutschen Fernsehen genannt! - ein einmaliges Versehen ?

Am Abend vor Allerheiligen saß eine traute Runde bei Markus Lanz zusammen: Der Historiker und Publizist Michael Wolffsohn, die gerade vom Medium-Magazin zur Politik-Journalistin des Jahres gekürte Iran-Expertin Gilda Sahebi und der FDP-Vize Johannes Gogel.
Im weitesten Sinne ging es um den Antisemitismus in Deutschland sowie u.a. um die Rolle der Palästinenser und Muslime in Deutschland und ihr Verhältnis zur Hamas.

In 41.45´ fielen folgende Sätze, geäußert von Michael Wolffsohn (https://bit.ly/3FLyz7A):
Ich hab´ nichts gegen Bildung, können Sie sich ja vorstellen, mein Beruf als Hochschullehrer, aber ob Bildung wirklich den Menschen in Bezug auf sein menschliches Verhalten verbessert, ich bin da sehr skeptisch.
Nehmen Sie nur mal das deutsche Beispiel: März 1933, die halbfreien Wahlen im Dritten Reich: 44 Prozent knapp für die Nationalsozialisten; die ersten, die umgefallen sind, waren die deutschen Hochschullehrer!
Waren die gebildet?
Natürlich waren sie gebildet.
Hatten sie Herzensbildung?
Die meisten eben nicht, das heißt also mit Bildung, gegen die ich verständlicherweise nichts habe, werden wir als Allheilmittel nicht weiterkommen.
(…)
Lanz: Wie dann?

Wolffsohn: Ich bin in Bezug auf die normative Kraft der Bildung sehr skeptisch.
Ich will ein ganz banales Beispiel nehmen: Im Straßenverkehr ist es jedermann klar, bei uns ist Rechtsverkehr, in Großbritannien immer noch Linksverkehr. Wer diese Regel bricht, ob bei uns oder in Großbritannien, der muss mit einer Verwarnung, Strafe oder was auch immer rechnen, Der Regelkonsens muss a) da sein und er muss b) durchgesetzt werden, wenn sie dann noch die Bildungsarbeit leisten, bravo, hab ich nichts dagegen, sind meine Kollegen und ich auch beschäftigt, aber in erster Linie kommt es darauf an, die Regeln durchzusetzen, und das ist nicht nur eine Aufgabe der Politik, sondern das ist auch die Aufgabe von Erziehern in Schulen, in Universitäten und nicht zuletzt der Medien, von allen!
In seiner folgenden Wortmeldung nimmt Johannes Gogel das Wort „Bildung“ zwar noch einmal in den Mund - ich zitiere die Passage noch abschließend , aber vermutlich ist ihm auch nicht ansatzweise bewusst, dass ein himmelweiter Unterschied zwischen Herzensbildung und Bildung besteht. Letztere kann trotz ihres Bildungsauftrags problemlos menschliche Monster und moralische Hasenfüße produzieren.

Erschütternd für mich vor allem ist, dass M. Wolffsohn von Herzensbildung spricht, dann aber glaubt, mit Hilfe von Regeln die Probleme des menschlichen Miteinander lösen zu können - eigentlich unfassbar, wie er unmittelbar darauf auf diese Ebene alles reduziert.
Auch Markus Lanz hat im Folgenden nicht erkannt, dass eine Sternstunde seiner Sendung hätte anstehen können, wenn angesprochen worden wäre, wie sehr Herzensbildung ein Schlüssel zu einem menschlichen Miteinander sein kann.

Was ist Herzensbildung?
Woran erkennt man Menschen mit Herzensbildung?
Lässt sich für sie ein Curriculum, ein Lehrplan schreiben?

Auf die Fragen und Antworten rund um dieses Thema möchte ich in einem folgenden Beitrag eingehen; es ist ja zentral für die Zukunft unseres Landes und der Erde.

Hier zum Abschluss noch die sich unmittelbar anschließende Wortmeldung von Johannes Gogel:
So und damit sind wir doch vielleicht an dem Punkt, wo ich glaube, wo wir in diesem Land hinmüssen in der Debatte, zu begreifen, dass das Problem so groß ist (Israel-Hass und Antisemitismus), dass es nicht den einen Hebel gibt, der es löst, dass wir Dinge kombinieren müssen. Ich glaube, dass Bildung ein Faktor ist, weil mein Eindruck ist, dass es helfen würde, dass Leute nicht mehr verhetzt werden und bullshit erzählen und dann für Hass empfänglich sind, wenn sie in Deutschland genauso wie sie nicht ohne Grundkenntnis von Lesen., Schreiben, Rechnen die Schule verlassen, zumindest ein paar Grundkenntnisse über den Nah-Ost-Konflikt haben, weil der ist zum Katalysator geworden, Israel-Hass zu propagieren und darüber Antisemitismus zu propagieren. 
Wie sehr Menschen wie ein Johannes Gogel auf die übliche Weise an zentralen Punkten vorbeireden und dennoch glauben, dass sie Lösungen kreieren können - als ob durch Information (natürlich macht sie in gewissem Rahmen Sinn) seit Jahrhunderten vorhandener Hass und fehlendes Verstehen auch nur ansatzweise behoben werden könnten.



PS: 

In der Folgesendung des kommenden Tages findet sich ein Statement der jüdischen Autorin Deborah Feldman, beginnend bei Minute 13.01 auf https://bit.ly/3StBDfY das ich sehr bemerkenswert finde auch für meinen Folgebeitrag über Herzensbildung. Vielleicht ist unsere Zeit reif für ihre gedankliche Position, die sehr viel in der Tat mit Herzensbildung zu tun hat. Letztere schiebt eben keine Pluspunkte mehr in das eine oder andere Feld, um irgendeine Position zu verstärken, verstärkt eben keine dualistischen Positionen mehr, sondern versucht den Weg des Friedens, den, wie es der Anthroposoph Rudolf Steiner sehen würde, dritten Weg zu gehen, den Weg zwischen pro Juden versus pro Palästinenser.
Herzensbildung kann auf Bildung nicht verzichten, kann nicht verzichten auf das Wissen um politische Logik und die politische Realität und wie Moral einvernommen wird von jeder der dualistischen Seiten, als ob es beispielsweise Werte gäbe, die der Westen für sich reklamieren könnte (das Gerede von westlichen Werten ist Dualismus im Quadrat). Manche mögen glauben, wer Herzensbildung in sich bildet, schläft hinein unter die große Friedensglocke und alles wird gut. Nein, es wird sich zeigen, dass Herzensbildung mit viel innerem Kampf und Leid verbunden ist; wer den Kampf zwischen Menschen per Herzensbildung überwinden will, gerät ein Stückweit auch in die Hölle, in die eigene zu überholender Positionen und jene, die ständig im Außen produziert wird, weil für viele Kräfte eben die Hölle himmlisch ist.



Sonntag, 10. April 2022

Ich fordere: Impfpflicht für Geimpfte - oder: Wie konnte Markus Thomas Theodor Söder als nahezu Überimpfter sich infizieren? - Und: Hoffentlich überleben wir den Herbst ...

Nach Aussagen unseres Krankheitsministers und anderer Angstkomplizen werden wir ziemlich sicher den Herbst nicht überleben. Schuld sind natürlich die Ungeimpften.

Gut, da sind die üblichen Panikanheizer doch etwas überspitzt wiedergegeben (wir haben eine kleine Chance), aber es ist schon unglaublich, wie der Herbst mit Hilfe aller möglichen medialen Rohre angstbesetzt wird:

Da rollt die Viruslawine wieder an und wieder werden wir nichts dazugelernt haben ...

Und das womöglich nur, weil eines der vielen möglichen Impfgesetze nicht durchgegangen ist. 
Irgendwie ist es wie ehemals zu Hause bei Papa und Mama: Du wirst schon sehen, was du davon hast, mach nur so weiter. Aber komm dann nicht her und jammere rum, wir haben dich gewarnt ...

Ich meine, ganz offensichtlich wird ja mittlerweile, dass das Paul-Unehrlich-Institut die Impfschäden nicht wirklich erfasst, auch nicht, wie viele Geimpfte dennoch Corona bekommen haben. Das Beispiel von Markus Thomas Theodor Söder gibt doch eigentlich schon zu denken. Der ist doch sicherlich von hinten und vorne verimpft - und dennoch ...

Seltsam nur, dass in den Medien nicht in Bezug auf diese angesprochenen Aspekte nachgehakt wird oder einer der Oberangstmacher dieser Republik, Markus Lanz, mal ein Wort darüber verliert ...

Ach übrigens: Oliver Welke von der heuteshow ist keinen Deut besser. Menschen, die ihrem Körper mehr vertrauen als der Spritze sind für ihn Idioten. Mich wundert nur, dass unter dem Siegel einer Kabarettsendung einer wie er einen Freibrief erhält, seine Meinung unverdünnt jede Woche von sich zu geben. Dabei ist das ZDF doch für seine Ausgewogenheit bekannt ... räusperräusper

Angst essen Seele auf ... Fassbinder lässt grüßen ... Man möchte fast meinen, Ziel oben erwähnter Menschen ist eine allgemeine Seelenlosigkeit.

Seelenlose Wesen lassen sich besser durch ihr Leben dirigieren ... Und zugleich lässt sich bestens verschleiern, dass man zu der eigenen kein sonderlich gutes Verhältnis hat ...

Montag, 7. März 2022

Krieg auch in Deutschland! - Über für mich erbärmliche Artilleristen wie Lauterbach, Wieler, Lanz und Co.

Mancher mag das überzogen finden, aber ich finde das auch eine Art Krieg:

Gestern schrieb mir eine Freundin, die seit vielen, vielen Jahren mit Herz und Seele in der Behindertenbetreuung tätig ist, dass ihr Chef sie nächste Woche dem Gesundheitsamt melden muss, das dann wohl ein Betreuungsverbot erteilt, was wohl die Kündigung durch den Arbeitgeber zur Folge hat und einen Bußgeldbescheid bis zu 2500 Euro.

Meine Freundin hat ziemlich sicher noch niemanden infiziert. Ich ziemlich sicher auch nicht. Aber wir Ungeimpfte müssen eben ausgemerzt werden. Klingt drastisch. Ich empfinde es auch so.

Für mich ist das auch eine Art Krieg, den Leute wie Lauterbach und Co. führen. Ein Viertel der Bevölkerung wird immer und immer wieder als verantwortungslos hingestellt und als ein Klotz am Bein der Gesellschaft. Ich vermute aber, dass wir uns sehr bewusst und vorsichtig verhalten, vorsichtiger als viele andere und dass von uns eine relativ geringe Gefahr ausgeht.

Übrigens hat sich Lauterbach endlich wieder erfolgreich zu Wort melden können und vor der künftigen Sommerwelle gewarnt. Diese Warnung bringt ihm auch garantiert eine Einladung zu Markus Lanz (ZDF) ein, einem der zuverlässigsten Angstmultiplikatoren Deutschlands.

Ja, Hauptsache Angst!

Seit zwei Jahren permanentes Angstschüren!

Das erzeugt Krieg in der Seele.
Auch in der Volksseele.

Schlimm, wenn Menschen die Angst ihres Inneren nach außen tragen. - Wenn sie dafür eine Plattform erhalten.

Mittwoch, 17. Januar 2018

Markus Lanz und sein penetrantes Penetrieren!

Vorab sei gesagt, dass ich lange Zeit gern seine Sendungen angesehen habe, weil immer wieder hochinteressante Menschen eingeladen waren, von denen man zum Teil viel lernen konnte und die deutlich gemacht haben, wie groß die Vielfalt unter uns Menschen ist, wie unterschiedlich die Begabungen, was alles man mit Willen erreichen kann und wie sinnvoll manche unvorhergesehenen Wendungen im Leben sind, die man - oft waren es ja Unglücksfälle - niemandem wünscht, die aber oft den Eindruck vermittelten, jetzt erst sei jemand an seine wirkliche Lebensaufgabe herangekommen, jetzt erst habe er seine eigentlichen Fähigkeiten entdeckt. Weg ist dann der äußere Schein, die Oberflächlichkeit des einstmaligen Lebens, nun erst wird der Mensch im Sinne von Angelus Silesius wesentlich. - Immer wieder gab es da eindrucksvollste Gespräche; es zeigte sich, wie sensibel Lanz fragen kann, wie einfühlsam - diese Seite hat er auch.

Umso bedauerlicher finde ich, dass in letzter Zeit sich manche Gesichter ständig wiederholen, so, als ob seiner Crew die Lust ausgehe, so intensiv wie früher nach interessanten Menschen zu fahnden (ich meine, es reicht mir, wenn ich Stoiber alle drei Jahre sehe und nicht dreimal im Jahr, Norbert Blüm reicht auch alle zwei Jahre, desgleichen ein Jürgen Trittin, Jens Spahn und ein gewisser selbstverliebter Polit-Dampfplauderer namens Albrecht von Lucke.)

Bedauerlicher aber noch ist eine Marotte, die so extrem bei keinem anderen Talker zu finden ist: Menschen damit zu quälen, sie auf eine bestimmte Lebensoption festlegen zu wollen. Extrem war das bei Markus Söder der Fall, den er immer wieder damit konfrontierte zuzugeben, dass er doch Ministerprädident werden wolle (eine typische Lanz´sche Eingangsfrage: Geben Sie zu, dass Macht toll ist, Herr Söder?) Das war nicht mehr nur peinlich, was sich Lanz da erlaubte, wenn er das achte Mal nachstichelte, nachbohrte, das neunte Mal, das zehnte Mal, das war krankhaft. 
Gestern bei Cem Özdemir war es vergleichsweise harmlos, ihm mehrfach zu unterstellen, er habe Interesse daran, Ministerpräsident von Baden Württemberg zu werden, da gab es noch andere Beispiele wesentlich penetranteren Nachfragens, z.B. bei Olaf Scholz hinsichtlich einer möglichen Kanzlerkandidatur oder bei Jens Spahn hinsichtlich einer Nachfolge von Angela Merkel  Dass es bei Letzterem nicht so ausuferte wie bei Söder, lag nur daran, dass Lanz bei Spahn spürbar vorsichtiger war, denn der konnte ihm geschwind auch mal ordentlich über den Mund fahren.

Warum macht das Markus Lanz - es geht ihm dabei ja nicht um eine gute Sache, also um das Offenlegen eines interessanten Tatbestandes (um den der Zuschauer in der Regel eh weiß), denn niemand der Gefragten hat jemals zugegeben, was Lanz so penetrant hören wollte. - Warum also macht er das?

Offensichtlich ist, dass er sich ein Stück weit weidet daran, dass seine Gegenüber sich mit ihren Antworten winden und quälen. Insofern trägt das Verhalten von Lanz, wie oben angesprochen, krankhafte Züge; mit Sadismus, und das ist dieses Verhalten, wenn auch auf intellektueller Basis, ist nicht zu spaßen - zumindest aus Sicht der Opfer. Und Zuschauer wie ich sind auch angewidert.

Ein weiterer Punkt ist, dass dieses Verhalten nicht nur egoistisch-sadistisch ist, denn in erster Linie befriedigt er damit sich selbst, sondern er führt den Gegenüber auch vor, vor einem breiten Publikum, dem Saalpublikum und den immerhin wenigen Hundertausend, die noch um diese Uhrzeit an den Bildschirmen sind.

Vielleicht möchte er auch ein wenig der investigative Talker sein und zum anderen dem Image entgegenarbeiten, er sei das liebe Muttersöhnchen Markus, das nicht auch hart nachfragen könne.

Nur hat dieses Verhalten nicht mit einem klaren Fragen á la Marietta Slomka zu tun; der geht es spürbar um die Sache, Lanz geht es um sich und die öffentliche Vorführung seines Opfers.

Ich frage mich: Hat denn der Mann keine PR-Berater? Hat das ZDF nicht Leute, die ihm offen die Meinung sagen können? 

Und ich frage mich, warum er nicht mehr einfache Leute aus dem sogenannten Volk einlädt, jene, die kein Sprachrohr haben, um das, was sie bewegt, mitzuteilen, den Straßenbauarbeiter aus Düsseldorf, die Näherin von der Schwäbischen Alb, den Bademeister aus Jena, die Lehrerin aus der Berliner Brennpunktschule, den Bandarbeiter aus Ingolstadt, die Leiharbeiterin aus Kiel . . . Einmal in der Woche einen Namenlosen, eine Namenlose, das wär´ doch was! Statt Leute, von denen wir eh wissen, dass sie ein übergroßes Ego haben, nutzlos zu löchern.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Markus Lanz, Oliver Welke und die Arroganz des überlegenen Bewusstseins und der einzig wahren Moral oder: Wenn das Volk zum Problem wird.

Gestern habe ich um 23.30 Uhr Markus Lanz angeschaut und wieder das Übliche gehört. Der gute Mann - ich mag übrigens seine Sendung, weil ich durch sie schon viele interessante Menschen kennengelernt habe - gibt ja mittlerweile selbst schon die Antworten anstelle seiner Gäste in Bezug auf Vorkommnisse wie am Montag anlässlich der Einheitsfeiern in Dresden, als Bürger Politiker wie Merkel, Gauck und Lammert anpöbelten, mit Trillerpfeifen akustisch traktierten und zu einem Spießrutenlaufen zwingen wollten, was ihnen allerdings nicht gelang, denn, wie man den Nachrichten entnehmen konnte, alle drei Genannten winkten und lächelten und waren offensichtlich ganz unbedeindruckt (zumindest taten sie so, aufrichtig wie so oft).

Ich habe mir in der Mediathek die Statements von Lanz, an deren Ende er natürlich immer noch eine Frage an Bruno Jonas oder Tilman Steffen, zwei seiner Gäste, anhängt, nochmal angehört. In ihrer Hohlheit und Oberflächlichkeit sind sie mittlerweile auf dem Niveau von Politikern angekommen.

Mein lieber Lanz!

Ich finde, Menschen - und Politiker sind das ja manchmal auch - mit "Lügenpack", "pfui, ihr Stinker" und "veripsst euch", zu traktieren, richtig daneben. Und mir wird bei manchen Parolen rechtsradikaler Natur auch echt bange.

Aber was ich einfach nicht vergessen kann, ist, dass diese Menschen spüren, wie wenig, wie wenig bis gar nicht Merkel und Co sie wirklich interessiert. Nur, wenn irgendwo etwas ganz Eklatantes passiert, dann betonen Merkel, Gabriel, Steinmeier und Co, dass man Veränderungen vornehmen müsse.

Ansonsten spüren diese Menschen doch ganz genau, dass sie wie politische Nieten sind, willkommen, wenn sie an den richtigen Stellen ihr Häkchen machen, ansonsten Luft.

Und dass sie nun bei solchen Gelegenheiten ihrem Nietendasein Luft machen, das verstehe ich.
Wann fühlen sie sich denn sonst gehört??

Was tut denn die Merkel wirklich angesichts des auf uns zukommenden Rentendesasters, das seit vielen, vielen Jahren absehbar ist, was tut sie gegen den immer größer werdenden Rand der Gesellschaft, der immer wieder mal angesichts von Armutsberichten angesprochen wird? Was tut sie gegen die systematische Aushöhlung der Mittelschicht?

Das interessiert sie nicht.
Und nun sagt sie in Dresden: Wir müssen miteinander reden!
Auf einmal will sie reden! Hört, hört!

Wo redet sie denn in ihrem Herzen mit den Menschen, die dort brüllen???
Die spüren genau, dass sie nicht mit ihnen redet, stattdessen mit Erdogan und Junker und anderen, um das Flüchtlingsdesaster zu vertuschen oder die Griechenlandpleite zu kaschieren.

Ehrlich gesagt kann ich das nicht mehr ab, mit welcher Arroganz auch ein Oliver Welke über diese Leute in der Heute Show redet und wie menschenverachtend und despektierlich von allen Seiten über AfD-Wähler gesprochen wird. Als ob die Dreck wären, den man am liebsten zusammenfegt und in der Mülltonne entsorgt.

Ich finde diese Arroganz, diese scheinheilige Moral, besser zu sein als die anderen, schrecklich!
Schrecklich!

Es gibt immer Menschen, die Veränderungen blockieren, und es wird sie immer geben.
Und ich verstehe jeden und jede, denen es Angst macht, wenn sie Menschen begegnen, die undifferenzierte Parolen gegen Flüchtlinge skandieren oder gar tätlich werden.

Aber Lanz, Welke und wie sie alle heißen geben Schulbeispiele dafür, wie man mit ihnen nicht umgehen sollte.

Und wie Sie, werter Herr Lanz, das Wort Demokratie in den Mund nehmen, die durch diese Aussätzigen gefährdet wird, das erstaunt mich schon angesichts des IQs, den ich Ihnen unterstelle:

Wo bitte, haben wir Demokratie?
Wie einsam sind denn die Merkelchen Entscheidungen?
Und auf welche Weise paukt ein Gabriel Ceta durch und die SPD nickt es ab?

Wo bitte haben wir Demokratie wirklich noch, wenn die Ränder der Gesellschaft immer größer werden und verarmen und alle schauen zu . . .
Was ändern Wahlen daran?

Ich kann diese Scheinheiligkeit und Arroganz nicht mehr ab.

Fragt euch lieber mal, wie ihr mit eurer Dünkelhaftigkeit diese Probleme verstärkt, aber gewiss nicht zur Lösung beitragt.

Donnerstag, 28. April 2011

... den Rollstuhl im Kopf ...

Gestern Abend habe ich eine beeindruckende Sendung bei Markus Lanz gesehen. Da waren die Aussagen von Liedermacher und Schauspieler Rainhard Fendrich und von NDR-Talkshow-Gastgeber und Buchautor Hubertus Meyer-Burckhardt schon hochinteressant, auch die des Aussteigers und Ex-Mulitimillionärs Hermann Ricker ...
Überwältigend aber fand ich Worte und Einstellungen einer Frau namens Nina Wortmann. Querschnittgelähmt seit einem Autounfall, vermittelte sie den Eindruck, sie stehe mehr im Leben als viele so genannte Nicht-Behinderte.
Was ihr so treffend gelang, war, zu formulieren, dass für diese so genannten Nicht-Behinderten gilt: 

"Die meisten haben diesen Rollstuhl heutzutage im Kopf."
Und worauf sie sich unmittelbar zuvor bezog, war die Alternative, die sie auch gehabt hätte, nämlich den ganzen Tag vor dem Fernseher zu sitzen oder die Zeit mit Computerspielen zu verbringen. Stattdessen kämpfte sie um ihre Beweglichkeit, um das teilweise Wiedererwachen ihres Körpers - ihrer Mutter, glaube ich, verdankt sie unendlich viel, die als Physiotherapeutin schon ab dem ersten Tag mit ihr trainierte, auch gegen die Widerstände ihrer Tochter.
"Die meisten haben diesen Rollstuhl heutzutage im Kopf."
Genau so ist es. Viele verbringen ihre Zeit vor dem Computer und vor dem Fernseher, obwohl sie nicht behindert sind.
Genau so aber ist es genau nicht: DIESE Menschen sind behindert: Sie haben ihren Rollstuhl im Kopf, ja, auch im Herzen, denn das ruft nach Leben!
Oder, wie es Nina Wortmann, Ehefrau, Mutter und Model, formulierte:
Ich will leben
Ich will atmen,
Ich will lachen...
Ja, das muss man wollen!
Was daran hindert?
Hierzu zitierte Markus Lanz eine Aussage Meyer-Burckhardts, die ich aufschlussreich und richtig wichtig finde:

Wir haben Angst vor Dingen, glauben wir.
In Wahrheit haben wir Angst vor der Vorstellung, die wir von diesen Dingen haben.
Ein besonderer Satz, eine bemerkenswerte Wahrheit:
Es ist nicht die Realität, die uns nicht ins Leben gehen lässt, die uns Angst haben lässt, die uns behindert; sondern es ist unsere Vorstellung von dieser Realität ... die so, wie wir sie haben, nur für uns so existiert ... !

PS. Diese Sendung kann man bekanntlich in der ZDF-Mediathek (ein bisschen warten, dann läuft die Wiedergabe an) anschauen und diese Sequenz mit Nina Wortmann und dem anschließenden Zitat findet sich zwischen Minute 50.20 und 52.00 ... man kann das ja erfreulich genau einstellen. Ich persönlich fand aber schon weit vorher - eigentlich von Beginn an - auch die Worte von Rainhard Fendrich über die Bedeutung, sich selbst vergeben zu können ("Wer nicht lernt aus seinen Fehlern, ist verflucht, sie ein Leben lang zu wiederholen"), über die Bedeutung, die putzen für ihn hat, den Zusammenhang von Drogengenuss und Kreativität, die sich nicht künstlich erzeugen lässt ("Wenn man wüsste, wie es einem nachher geht, würde niemand damit anfangen") absolut bemerkenswert.
Eine phaszinierende Runde, jeder Einzelne, dazu ein einfühlsamer und humoriger Moderator ... Fernseh-Zeit, die sich für mich gelohnt hat!