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Samstag, 11. Oktober 2014

Auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen

Wenn ich selig bin
liege ich in den Armen
wie an der Mutterbrust
still und gestillt
wie damals
als ich selig war

- wenn es so war

Wenn ich selig bin
schweigt jede Sucht
jedes Suchen
keine Fata Morgana
kein falscher Genuss
kein eitles Geschwätz
Stille um mich
die Stille des Haines der Götter
versammelt um meine Wiege
deren Zeichen eine Harfe ist

Wenn ich selig bin
verstehe ich den Stall
damals in Bethlehem
ich verstehe das große Schweigen
zu Ehren der Ehrfurcht
die keine Furcht mehr ist
kein Selbstmitleid mehr
aus Furcht dass niemand da ist
der die Hand mir hält
wenn ich sterbe

Wenn ich selig bin
höre ich die Steine atmen
ich höre sie flüstern
Ich höre das Rauschen der Bäume
die glücklich sind 
über den Wind in ihren Armen
Hörst Du frage ich mich
die Ebbe der Welt
das Kommen der Flut

Wenn ich selig bin
trinke ich Nektar
auf der Hochzeit
von Himmel und Erde
und Gaia hält wieder
Uranos in den Armen
der keine Angst mehr haben muss
vor der Sichel des Kronos
denn die Zeit ist erlöst

Meine Zeit 
selige Zeit




Sonntag, 11. März 2012

♫ ♬ Auf dem wehenden Banner Phantasiens gelesen ♫ ♬ Über das Leben nach dem Leben

             
                 

Manchmal ist es gut zu wissen, dass Menschen,
die uns auf der Erde verlassen,
in einer anderen Welt wie ein Neugeborenes
begrüßt werden.
Was bei uns so oft fehlt, dass Kindern
Vertrauen ins Leben vermittelt wird
und wirkliches Willkommen,
das ist dort immer vorhanden.

Jedem Sterbenden ist ein Sterbeengel zuteil,
ein liebevoller Freund und Helfer,
dem er sich anvertraut und der ihn weich bettet
auf seiner Energie der Liebe.

Neugeboren hinein in das Leben nach dem Leben, denn
Tod, das ist eine Erfindung der Menschen,
menschlichen Bewusstseins.
Aus einer anderen Perspektive wechseln wir nur den Raum.
Für das Göttliche sind beide Räume vielleicht nicht einmal
durch Türen abgetrennt,
und wenn es Tresortüren sind, dann sind es Tresortüren
unseres menschelnden Bewusstseins.

Die Neugeborenen bitten die auf der Erde Verweilenden
herzlich
nicht zu trauern, sie fühlen sich ja nicht tot,
sie sind noch eine ganze Weile, 
manchmal Monate, 

bei den auf der Erde Verweilenden,
in deren Nähe, und wünschen
so sehr, dass sie sich freuen mit ihnen über ihre neue
Stätte eines neuen Bewusstseins – 
neu, nicht 

weil der Ort neu wäre, sondern weil
ihr Bewusstsein angereichert ist mit Jahren des Lebens
und der Erfahrungen, 
die nur die Erde erlaubt –
weshalb sie wiederkehren.

Bevor sie wieder zur Erde kommen, 

werden sie manchen, den sie dort verlassen haben
begrüßen, wenn er kommt, 

wie der Vater
im Gleichnis den Sohn begrüßt.
Manche sind hier auf der Erde in Wirklichkeit 

– wie es jener Vater im biblischen Gleichnis formuliert – 
tot, ohne lebend lebendiges Bewusstsein,
andere leben auch hier auf der Erde 

oder beginnen zu leben, weil
ihr Bewusstsein beide Räume zu verbinden
beginnt oder mehr und mehr sie verbindet.

Sicherlich gibt es Menschen, die sich von
der Erde nicht lösen können, wenn sie sterben;
wir nehmen sie als Geister wahr oder fühlen
sie in einem Haus, in das wir kommen.
Das ist eine andere, eine traurige Geschichte. 

Sicherlich gibt es "Verstorbene", 
die Menschen auf der Erde belästigen, 
besetzen, 
wir kennen entsprechende Zeugnisse. 
Manche mögen auch sein, 
wo sie nicht glaubten, 
dass sie sein würden 
im Leben nach dem Leben.

Wenn es gut geht aber begleiten sie, 
die auf neue Weise leben.
eine Mutter den Sohn, 
ein Vater die Tochter, 
eine Frau ihren Mann, 
ein Mann seine Frau,
sanft und zart, 
nie als Ratschläger, 
immer als Ratgeber. 
Nie als Besitzende, 
immer als Wirkende im Sinne der Liebe. 
Es ist ein Irrtum zu glauben, 
das Leben nach dem Leben hielte keine Aufgaben bereit.

Unsere Aufgabe im Hier und Jetzt ist es, 

den Himmel auf die Erde
zu bringen,
wir tun das 

mit jedem Gebet, das mit dem Herzen
gebetet wird, 
mit jedem Vater unser, 
mit jedem Ave Maria, 
mit jedem liebevollen Gedanken, 
mit jeder liebevollen Tat, 
mit allem, was sich um Liebe bemüht. 
Schon unser Bemühen ist so wertvoll.

Menschen, die das Göttliche negieren,
zementieren die Türen zu und das Licht, das
sie zu sehen glauben, ist das Neonlicht ihres
Verstandes.
Es hat keine Wärme. Es ist das kalte Licht
Luzifers.

Wir aber hoffen und glauben an das warme Licht,
das die zarten Pflanzen des Göttlichen in uns und um uns
wachsen lässt.

Gerade der Frühling will uns diese wärmenden Strahlen
bewusst werden lassen.


               ♨

Sonntag, 2. Oktober 2011

Auf dem wehenden Banner Phantasiens gelesen

        
               
Über der Erde
in himmlischen Auen
sehe ich einen Altar bereitet
mit himmlischen Früchten
geerntet auf irdischen Feldern
Ein mächtiger Altar
drei Stufen führen
zu ihm hinauf
Seine Decke kunstvoll geflochten aus Weizenhalmen
verziert mit Trauben aus allen Kontinenten
Auf ihm bereitet Äpfel und Birnen in üppiger Fülle
duftend bis auf die Erde 
Von der Erde kommend eine Prozession vieler Menschen
seit Tagen unterwegs
hinauf zum Altar
in Gedanken ehrend und dankend und bringend
weitere Früchte des Feldes und Blumen die immer
himmlischer leuchten 
Manche auf der Erde wissen noch zu deuten
den Segen so vieler sonniger Tage
die ihre Bedeutung haben bis heute hin
Etwas Besonderes muss geschehen sein
ahnen manche Menschen
Ein besonderer Segen muss den Menschen
zuteil worden sein
aufgeschrieben im Buch allen Lebens 
Selten noch war zum Erntedankfest hin
die Erde so festlich geschmückt
verlor der Himmel über Tage keine Träne über uns
lächelte und zeigte eine Freude
die mancher und manchen die sehen
wollen und können
überirdisch erschien  
Der Himmel blaut bis in alle Weiten
und spricht zu denen die noch wissen
um den Zug der Vögel
spricht zu allen Menschen die
guten Willens sind 
Am Abend wenn die Sonne untergeht
stehen die Engel wie ausgebreitete Flügel
zu beiden Seiten der Sonne und
jubeln ihr großes Hallelujah und wer möchte
kann es hören
Zum Dank neigt sich die Erde bis in die Nacht hinein
Wie ein Saum liegen die Töne auf Äckern und Feldern
die Dank sagen und friedvoll
in ihren langen und tiefen Schlaf gehen 
Über allem sehe ich in den Weiten des Himmels
und zugleich so nah
ein Gesicht
ein weibliches
das Lächeln von Gäa seit alters her
unser Ewig-Weibliches
die Himmelskönigin
Ihr Lächeln ist es das auch die Sonne vor Freude fast
taumeln macht und des Nachts
in diesen Tagen die Sterne wunderbar funkeln lässt

Ihr Gesicht verblasst nicht
immer ist es da und möchte zu allem
was Menschen tun
lächeln können


              

Sonntag, 7. August 2011

Auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen

   
               


Ein Kinderzimmer voller Licht gesehen

Farben aus Gold und Weiß

mit Legierungen von Rot und Gelb

Kinder die spielen und sich freuen

innere Kinder von Erwachsenen

Erwachsene die Freude zulassen

aus Freude an der Freude


Wolken aus Freude wie Kaskaden von Licht


Blitze von Licht und Freude

Ein innerer Kinderspielplatz der Sanftmut

für innere Kinder von Erwachsenen


Kinderzimmer des Friedens

Kindergärten der Güte

Kinderzimmer und Kinderspielplätze der Zukunft

manchmal schon in unserer Gegenwart


für eine Welt voller

Menschlichkeit



                



Donnerstag, 28. Juli 2011

Auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen

Manchmal perlt der Sommer über die Felder
die Falken stehen rüttelnd in der Luft
so oft ich kann bin ich unterwegs
ich höre die Lerchen ohne sie zu sehen

Welch ungeheure Kraft von den Pferden ausgeht
selbst wenn sie stehen sind sie unwiderstehlich stark
Reitende Frauen Bauern auf Traktoren
immer derselbe kläffende Köter 
der auf mich zustürzt
wenn ich durch das Gestüt laufe
er tut es aus Angst
Sind Sie aber mutig sagt heute die Frau
Ich glaube er liebt mich sage ich nur
Angst essen Liebe auf

Menschen sind auch so
sie können ihre Liebe nicht zeigen
deshalb schimpfen sie bellen gucken unzufrieden
Selten dass man einen wirklich glücklichen Menschen sieht


Pferde lachen auch nicht
Wenn sie weinen
tun sie es lautlos
wie so viele Menschen



Dienstag, 14. Juni 2011

auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen



An Pfingsten am Fuße meiner Linde gesessen
und ihr liebes Geheimnis genossen
denn es sind zwei
untrennbar miteinander verwachsen
Wie alle meine Lieblingsbäume hat sie einen Namen
ich nenne sie Born
Über mir das hundertfältige Summen der Bienen
ein fruchtbringendes Treiben bis in den späten Abend
und dann der nahende Vollmond vor meinen Augen
mit seinem Hof den er nur selten zeigt
Wolke um Wolke wandelt er dahin
wie die Tage des Lebens die nachts
uns fragen wie fruchtbringend der Tag war
Ich denke an die Bienen 
und an unsere Lebens-Linde in der auch wir arbeiten
um wiederzukehren für einen neuen Sommer
für einen neuen Lebensring
bis wir selbst Linde sind
und lind und sanft und tausendfach 
summen und duften und blühen


Mittwoch, 23. Februar 2011

Auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen

     
        ♨


In Phantasien 
kannst Du raumgreifend schreiten.
Mit zwei, drei Schritten bist Du
über ein Tal hinweg.
Gegenüber den Abhang hinauf,
auf die Obstbäume aufpassen,
keine Vögel erschrecken, keinen Igel übersehen.


Du stehst oben und wanderst weiter.
Bald bist Du im Voralpenland
doch Du machst keine Pause;
heute Abend noch gegen das Matterhorn lehnen,
mit dem Herrn des Berges sprechen,
der dich begrüßt und führt in ferne Weiten
zurück, wo alles begann.


Über Nacht den Kopf in den Schnee betten,
Du hörst leise den Chor der Zwerge
aus dem Berginnern singen.
Sie freuen sich über Deinen Besuch
und bitten Dich um eine Melodie
aus Deinem Herzen.
Dann schlafen auch sie glücklich ein.


Am Morgen geht es weiter.
Mit einem Fuß im Gardasee
mit dem anderen im Lago Maggiore stehen.
Auf Venedig verzichten,
schon winkt Rom und das Colosseum.
Ankommen in der Ewigen Stadt
und daheim sein wie einst
als Du dort wohntest.
Wie vertraut alles ist.
Von Hügel zu Hügel springen,
siebenmal.
Aus dem Tiber trinken wie einst.


Neapel und den Golf von Amalfi 
im Vorübergehen grüßen.
Auf Sizilien Empedokles vermissen,
einst Dein Bruder,
weiter nach Karthago, wo es stand.
Hannibal lässt Dich grüßen,
besucht Freunde jenseits der Zeit.
Und dann doch Heimweh bekommen.
Noch einmal zu Franz und in
den Straßen von Assisi laufen,
ganz vorsichtig, die Bewohner 
fürchten das kleinste Erdbeben.


Ein Ruhehalt noch im Bodensee,
sich hineinlegen und den Rhein trinken.
Von oben den Rheinfall bewundern,
den südlichen Schwarzwald streifen
und wieder zu Hause sein und
Phantasien danken für alles
was es gewährt.
Die Fülle im Herzen bewahren,
bald wieder unterwegs sein wollen.
Mit bekanntem Ziel.


         ♨

Freitag, 28. Januar 2011

auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen

              

                     


Manchmal ist Liebe einfach
ein leises Weinen meiner Seele.
Unsere Seele will frei
von Sehnsucht sein.


Sehnsucht ist eine Sucht;
immer sucht sie Ersatz
für etwas, was nicht da ist,
doch aber da sein sollte.


Es scheint, als wollten wir diese Sucht;
sie scheint uns wichtiger als unser Sehnen.
Wir sind süchtig nach einem yin, nach yang
nach einem Südpol für unsere Liebe.


Wahr ist, dass unsere Sucht Schein,
Unser Sehnen aber das Sein unserer Seele ist.
Es ist, was uns an unsere Heimat bindet,
Damit wir nicht uns und Gott verloren gehen.
  

Ein Sehnen darf immer in uns sein.
Ohne Sucht. Es endet erst,
wenn sich Erde und Himmel
in uns vereinen.


Wenn in den Birken die Blätter rauschen
wird es so sein.
Du wirst da sein.
Und unsere Birken werden wie Äolsharfen sein.

Ich werde daheim sein.



                        



Dienstag, 16. November 2010

auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen

                   
                 
Wenn im Dunkel die Dohle schreit
und die Eule wissend ihre Schwingen breitet
gleitet der Falter der Nacht auf der Suche
nach den Schätzen verlorener Seligkeit
von Strauch zu Strauch
von Busch zu Busch 
Fröstelnd rascheln die Blätter des Holunders
der Himbeergeist tanzt beschwörend in der Nacht 
und bittet alle die warmen Herzens
vorüberkommen 
ein gutes Wort einzulegen
bei den Wächtern der Mondstrahlen
dass sie der Nacht Macht gäben
damit sich befreie alles
was verstrickt ist
in den Netzen der großen Spinne
                   ♨

Sonntag, 7. November 2010

auf dem wehenden Banner Phantasiens gesehen

              

         ♨ 

Wenn sein Bruder
der blaue Hahn der Nacht
die Schalen der aus Einsamkeit geborenen 
Bilder der Vergangenheit 
wegpickt
und sein Krähen in Wellen 
durch das Geäst des Kosmos dringt
wachen alle Schneewittchen in uns auf                               
die Eule räkelt sich 
Yggdrasil lächelt
mein Reh nimmt einen tiefen Schluck
aus seinen Brunnen und 
tritt in die Lichtung
sacht 
und sicher
denn das Einhorn wacht

             

Freitag, 22. Oktober 2010

Masaharu Taniguchi: Unsere Worte sind in Wahrheit reale Gebete. Sie beinflussen den Tag des Gerichts.

Ich werde jene Szene nie vergessen, als ich vor Jahren in Stuttgart zu einem Kirchenkonzert ging und in der ersten Reihe ein Mann saß, der ostentativ seine Hände in Kopfhöhe gefaltet hielt und ganz offensichtlich allen bekanntgab: Ich bete.
Beten ist keine Demonstration. Für mich ist es das nie gewesen. Es hat sehr viel gemein mit einer Stufe des Achtfachen Pfades im Buddhismus, die sich nennt: Rechte Achtsamkeit.
Wenn Paulus seinen Thessalonichern zuruft: Betet ohne Unterlass, dann meint er das für mich im Sinne dieser Anweisung: Seid immer achtsam.
Die Worte Masaharu Taniguchis aus Die geistige Heilkraft in uns geben genau meine Auffassung wieder; auch diese hier, wie schon jene des vorletzten Posts, sind mir aus dem Herzen gesprochen:

In gewissem Sinne ist jedes Reden ein Beten. Man darf nicht denken, dass zum Beten Niederknien, Händefalten oder andere Zeremonien gehören. Jesus sagte, dass der Mensch über jedes törichte Wort, das er spricht, am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen muss. Wie viele Menschen hören und führen heutzutage unnötiges Gerede. Wenn der Tag des Gerichts kommt, das heißt, wenn sich in der Praxis des Lebens das Gesprochene auswirkt, denn es gibt nichts, das sich nicht irgendwie auswirkt. Als Jesus uns über die Macht der Worte belehrte, sich in der Welt der Tatsachen auszuwirken, da sagte er: "Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen", und weiter: "Die Worte, die ich euch sage, sind Geist und sie sind Leben."
Was wir hören und sprechen erzeugt nicht nur Schwingungen, welche in die Gehirnzellen eindringen. Darüber hinaus entstehen Ätherwellen, die sich über das Universum ausbreiten. Sie beeinflussen das Gedankenleben anderer und jene geheimnisvolle Kraft, welche den Ablauf des Geschehens bestimmt. Sie ziehen an, was ihnen ähnlich, und stoßen ab, was ihnen ungleich ist.
Bei der Diskussion über praktische Methoden zu beten, kann man das dringendste Problem in die Form folgender Fragen kleiden:
  • Was sprichst Du jeden Tag?
  • Sprichst Du schlecht über andere?
  • Sprichst Du freundlich über andere?
  • Bist Du ein Pessimist?
  • Bist Du ein Optimist?
  • Sprichst Du über Alltäglichkeiten?
  • Sprichst Du über das Gewinnen von Reichtum oder über geistige Fortschritte?
Die Antworten sind entscheidend für den Gang Deines Lebenslaufes und Dein weiteres Schicksal. Der Mensch erntet die Früchte der von ihm gesprochenen Worte. Daher können wir sagen, dass unsere Worte in Wahrheit reale Gebete sind.
Scharfe Worte der Kritik über andere schädigen nicht allein diese, sie schlagen auch zurück auf unser eigenes Leben und unsere Gesundheit. Liebevolle Worte aber, welche die erregenden Gemütswallungen anderer besänftigen, sind nicht nur für diese beglückend, sondern sie fördern auch die eigene Gesundheit und das eigene Lebensglück.

Manchmal wird einem durch das bewusste Schreiben, das bewusste Abschreiben solcher Sätze etwas bewusst.
So ging es mir gerade:
Lange war für mich eine Frage, was mit dem Gericht, mit dem Jüngsten Gericht, von dem in der Bibel gesprochen wird, gemeint sein könnte.
Taniguchi hält eine überraschende Antwort bereit, wenn er von dem Tag des Gerichts spricht, der m.E. identisch mit dem Jüngsten Gericht sein könnte: Es ist jener Tag, an dem wir ernten, was wir gesät haben.
Und es mag wohl sein: Jeden Tag ernten wir, was wir vor Jahren, vor Monaten, Wochen, vorgestern oder gestern gesät haben, je nachdem, wann jeweils die Samen reifen, im Guten oder Schlechten.
Deshalb wohl auch das so kryptische Attribut Jüngstes Gericht.
Es ist immer das, was uns als Nächtes erreicht. Jeden Tag also gehen unsere Samen der Vergangenheit in unserem Leben auf. Das Nächste, was wir uns selbst zuteil werden lassen durch unser Säen in der Vergangenheit ist immer das Jüngste.
Auf diesem Hintergrund gewinnen die Paulus-Worte, ohne Unterlass zu beten, vor allem, wenn sie so verstanden werden, wie es Taniguchi formuliert, eine existentielle, lebensentscheidende Bedeutung.
Mit jedem Tag und dem, was wir denken und tun, bestimmen wir auch unsere Zukunft.
Erfreulich, dass Menschen so sehr ihr Leben selbst in Händen halten!
Offensichtlich ist tatsächlich jeder seines (Un-)Glückes Schmied.