In einer Meldung von agrarheute.com findet sich folgende erfreuliche Meldung aus dem Koalitionsvertrag der neuen Regierung:
"Die Landwirtschaft in Baden-Württemberg soll künftig gentechnikfrei sein. Ackerbau und Viehzucht sollen ohne gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere auskommen."
Selbst der verkappt industriehörige und auf einen kaputten Wachstumsbegriff fixierte bayrische Umweltminister Söder zeichnet Anfang Mai gentechnikfreie Kommunen Bayerns aus.
Hinweisen möchte ich auch
* auf einen Film des NABU zu 15 Jahren gentechnisch verändertem Soja-Anbau in Lateinamerika, in dem in diesem Zusammenhang berichtet wird von schweren Krankheiten, erhöhter Kindersterblichkeit und Unfruchtbarkeit, Fakten, die bisher verborgen blieben und
* auf die Seite www.keine-gentechnik.de/ und dem dortigen Informationsdienst Gentechnik - gut, dass es Menschen gibt, die uns informieren und sich engagieren.
* Vielleicht interessiert den ein oder anderen ein Video, das aufzeigt, wie Pflanzen sich auf natürliche Weise schützen, ein Abwehrsystem, das wir mit Spritzen und Genmanipulation mehr als gefährden.
** Auf diesem Hintergrund finde ich den in meinem letzten Post erwähnten Film von Bertram Verhaag umso wichtiger, zu dem es unter anderem diesen aufschlussreichen Trailer gibt.
Politik und Gesellschaft, Idee und Wirklichkeit, Ethik und Religion, Spiritualität und Mythologie, Literatur und Kunst: Das sind die Felder, die mich immer wieder zu Beiträgen bewegen.
Seiten
Samstag, 14. Mai 2011
Freitag, 13. Mai 2011
"Gekaufte Wahrheit". - Ein dringend notwendiger Film von Bertram Verhaag.
Amazing film, folks were blown away.
Big crowd, we ran out of seats.
Thank you so much for letting us screen the film”
Thank you so much for letting us screen the film”
So veröffentlicht Film council Greater Columbus, OHIO
Wissenschaftler sorgen sich über genmanipulierte Nahrung ohne Sicherheitstests, die eilig in unsere Ernährung eingebracht werden und uns zu Teilnehmenrn eines riesigen Experiments machen.
Offizielle Statistiken zeigen, dass sich in den USA seit Einführung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln in den letzten 10 Jahren der Anteil an nahrungsbezogenen Krankheiten verdoppelt hat.
Es sind solche Sätze aus diesem Film mit dem Untertitel Gentechnik im Magnetfeld des Geldes, die einen aufschrecken lassen, denn sie lassen Brisanz und Dramatik des Geschehens, das klammheimlich sich abspielt, deutlich werden. Offensichtlich bemüht sich die US-Regierung den Export gentechnisch veränderter Nahrung zu steigern, um Wettbewerbsvorteile zu erhalten in der Annahme, dass da einmal ein Markt boomt, wenn die Infiltration manipulierter Nahrung sich durchsetzt haben wird, weltweit.
Dass amerikanisches Geld skrupellos und unmoralisch eingesetzt wird, wenn es um Macht und Einfluss geht, ist nichts Neues. Niemand möge sich der Illusion hingeben, er sei nicht bereits seit längerer Zeit Teilnehmer dieses oben angesprochenen Exeriments.
Es ist dem Filmemacher Bertram Verhaag und seinem Team zu verdanken, dass hier auf ein übles überdimensionales Bubenstück aufmerksam gemacht wird, das angesichts weltweiter Katastrophen in den Hintergrund rückte.
Eine schleichende Katastrophe tut nicht weh, dieser Film aber geht an die Schmerzgrenze zumindest für den, der als Bürger noch ein gewisses Maß an Selbstbestimmung für sich reklamieren möchte. Und das ist gut so und notwendig, damit vielleicht eine Not, die ebenso, wie die Atomkraft auf dem Rücken künftiger Generationen ausgetragen wird, noch gewendet werden kann.
Von wem? –
Von uns!
Freie Forschung – was war das nochmal gleich?
Es geht aber im Grunde um weit mehr; das macht der Inhalt des Filmes deutlich:
Im Frühjahr 2001 macht NATURE etwas, was es zuvor noch nie getan hat. Zum ersten Mal in seiner 137-jährigen Geschichte zieht das weltweit wichtigste Wissenschaftsmagazin einen Artikel zurück. Das ist merkwürdig und sehr besorgniserregend.
Damit zusammenhängt:
Zwei führende Molekularbiologen in Schottland und Kalifornien veröffentlichten kritische Ergebnisse ihrer Forschung zu gentechnisch veränderter Nahrung (GM-Food). Sie verloren ihre Arbeit und wurden darüber hinaus persönlich ruiniert durch Streichung der Forschungsmittel und Zerstörung ihres wissenschaftlichen Rufs.
Der Film erzählt aber auch die Geschichte ihres persönlichen Mutes und ihres Verantwortungsgefühls der Öffentlichkeit gegenüber, die bereits jahrelang GM-Food konsumiert.
Aussagen von Wissenschaftlern selbst belegen, dass 95% der Forscher im Bereich Gentechnik von der Industrie bezahlt werden. Nur 5% der Forscher sind unabhängig. Die große Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie ist offensichtlich. Kann die Öffentlichkeit – können wir alle – den Wissenschaftlern noch trauen? (zitiert nach www.gekaufte Wahrheit.de)
Der Film, seit März in den Kinos, lief schon mehrfach in Berlin, aber auch in Dortmund, Magdeburg, Bremen, Kiel Mainz, Regensburg, Ulm und vielen anderen Städten.
Am kommenden Sonntag, 15. Mai läuft er um 11 Uhr in München, im City-Kino.
Es ist eine Matinée-Vorstellung mit anschließender Diskussion und Bertram Verhaag wird anwesend sein.
Weitere Termine, u.a. in Göttingen, Bamberg, Überlingen, Münster, Mannheim, Konstanz ..., sind hier mittels des Buttons Kinos einzusehen.
Glauben zu können setzt voraus, in Kontakt mit seinem Körper zu sein ...
"Starke Menschen haben einen Glauben, und Leute, die einen Glauben haben, sind stark. Man kann beides nicht voneinander trennen, denn eins spiegelt das andere. Der Glaube eines Menschen ist ein Ausdruck seiner ihm als Lebewesen innewohnenden Vitalität, genau wie seine Vitalität ein Maßstab für sein Vertrauen zum Leben ist. [. . .]
Egoismus und Glaube sind einander diametral entgegengesetzt. Einem Egoisten geht es nur um seine Vorstellung; einem Mann des Glaubens geht es ums Leben [. . .]
Man kann nur wenige Menschen als totale Egoisten bezeichnen, aber in unserer Gesellschaft sind mehr Menschen auf der Seite des Ichs zu finden als auf der Seite des Glaubens. Unsere Kultur, unsere Erziehung und unsere gesellschaftlichen Einrichtungen begünstigen die Ich-Position. Der größte Teil der Werbung arbeitet mit Appellen an das Ich. Die Schulbildung fördert die Ich-Position durch ihre starke (und nach meiner Ansicht übertriebene) Betonung des abstrakten Denkens. Das abstrakte Denken trennt meistens das Individuum von seiner Umwelt, sowohl der menschlichen als auch der naturgegebenen. Es hat natürlich dem Menschen die unermessliche Macht gegeben, die er besitzt, aber das ist auf Kosten seines Glaubens geschehen [. . .]
Ich bin sicher, wir alle haben schon gesehen und sind beeindruckt gewesen davon, wie weit der Jungvogel Schnabel und Körper aufmacht, um das von der Mutter Angebotene zu empfangen.
Ein Säugling öffnet sich und sucht in der gleichen Weise nach der Brust, um sie zu empfangen. Es ist nicht nur der Mund, der sich öffnet, sondern die Kehle und der Körper, nicht nur die Lippen und Hände greifen aus, sondern das ganze Sein des Kindes. Das Sich-Öffnen und das Ausgreifen beginnt als eine Welle der Erregung im Mittelpunkt des Körpers, die aufwärts durch die Brust und hinaus durch die Arme, die Kehle, den Mund und die Augen strömt. Das begleitende Gefühl kann man beschreiben als ein Ausgreifen vom Herzen aus oder ein Sich-Öffnen, das bis ins Herz hineinreicht und das Herz einbezieht. Der Säugling öffnet sich und greift mit Liebe aus und kann die Liebe in sich hineinnehmen, die ihm angeboten wird.
Wer nicht in Kontakt mit seinem Körper ist, weiß nicht, dass er verschlossen ist. Er spricht von Liebe, er macht sogar einige Liebesgesten, aber da er nicht mit dem Herzen bei seinen Worten oder Taten ist, können sie nicht überzeugen. Er weiß, wie wichtig Liebe ist, daher versucht er, auf indirektem Weg die Liebe zu bekommen, die er braucht. Er wird versuchen, anderen zu helfen, ohne zu erkennen, dass er seine eigenen Bedürfnisse auf sie projiziert. Da er auch sich selber verschlossen ist, verlegt er sein Problem in die Außenwelt, außerhalb seiner selbst [. . .] Da er verschlossen ist, berührt es ihn nicht, wie andere auf ihn reagieren; dadurch wird er nie das Gefühl los, die anderen täten nie genug [. . .]
Wenn jemand mit seinem Körper in Fühlung kommt, eröffnet sich ihm eine neue Art, sich selber zu verstehen, die sich allmählich in Selbstannahme verwandelt."
Dies sind Worte des 2008 im Alter von 98 Jahren verstorbenen Alexander Lowen, dem Begründer der Bioenergetik. Seine Sicht auf die Bedeutung des Körpers für unsere seelische Entwicklung hat mich in einer Phase meines Lebens sehr geprägt.
Wer an einem umfassenderen Auszug, im Rahmen dessen sich auch obige Worte finden, interessiert ist, findet ihn hier
Samstag, 30. April 2011
Warum Adel verpflichtet und Royales fasziniert
Die folgenden Ausführungen erklären, warum viele Menschen unbewusst sich zu royalem Glanz hingezogen fühlen. Freilich ist er nur ein Abglanz, aber einer, der unsere Seele erinnert an etwas, was tief in ihr schlummert und uns bewusst werden will.
Manche lächeln huldvoll herablassend angesichts derer, die von einer Hochzeit wie der des englischen Thronfolgerpaares heimlich oder offen fasziniert, berührt oder einfach innerlich bewegt sind.
Diese seelische Geste des huldvoll herablassenden Besserwissens ist eine des dürren Intellekts oder, wie Ricarda Huch es formulierte: Da raschelt der Gehirnstrohsack.
Urbild eines seelischen Adels
Manche lächeln huldvoll herablassend angesichts derer, die von einer Hochzeit wie der des englischen Thronfolgerpaares heimlich oder offen fasziniert, berührt oder einfach innerlich bewegt sind.
Diese seelische Geste des huldvoll herablassenden Besserwissens ist eine des dürren Intellekts oder, wie Ricarda Huch es formulierte: Da raschelt der Gehirnstrohsack.
Urbild eines seelischen Adels
Die seelisch-geistige Wirklichkeit der Menschen lässt uns eine andere Sicht einnehmen . . .
Fortsetzung auf FreieWelt.net mit einer erweiterten Fassung des ursprünglich hier veröffentlichten Threads.
Fortsetzung auf FreieWelt.net mit einer erweiterten Fassung des ursprünglich hier veröffentlichten Threads.
Donnerstag, 28. April 2011
... den Rollstuhl im Kopf ...
Gestern Abend habe ich eine beeindruckende Sendung bei Markus Lanz gesehen. Da waren die Aussagen von Liedermacher und Schauspieler Rainhard Fendrich und von NDR-Talkshow-Gastgeber und Buchautor Hubertus Meyer-Burckhardt schon hochinteressant, auch die des Aussteigers und Ex-Mulitimillionärs Hermann Ricker ...
Überwältigend aber fand ich Worte und Einstellungen einer Frau namens Nina Wortmann. Querschnittgelähmt seit einem Autounfall, vermittelte sie den Eindruck, sie stehe mehr im Leben als viele so genannte Nicht-Behinderte.
Was ihr so treffend gelang, war, zu formulieren, dass für diese so genannten Nicht-Behinderten gilt:
"Die meisten haben diesen Rollstuhl heutzutage im Kopf."
Und worauf sie sich unmittelbar zuvor bezog, war die Alternative, die sie auch gehabt hätte, nämlich den ganzen Tag vor dem Fernseher zu sitzen oder die Zeit mit Computerspielen zu verbringen. Stattdessen kämpfte sie um ihre Beweglichkeit, um das teilweise Wiedererwachen ihres Körpers - ihrer Mutter, glaube ich, verdankt sie unendlich viel, die als Physiotherapeutin schon ab dem ersten Tag mit ihr trainierte, auch gegen die Widerstände ihrer Tochter.
"Die meisten haben diesen Rollstuhl heutzutage im Kopf."
Genau so ist es. Viele verbringen ihre Zeit vor dem Computer und vor dem Fernseher, obwohl sie nicht behindert sind.
Genau so aber ist es genau nicht: DIESE Menschen sind behindert: Sie haben ihren Rollstuhl im Kopf, ja, auch im Herzen, denn das ruft nach Leben!
Oder, wie es Nina Wortmann, Ehefrau, Mutter und Model, formulierte:
Ich will leben
Ich will atmen,
Ich will lachen...
Ja, das muss man wollen!
Was daran hindert?
Hierzu zitierte Markus Lanz eine Aussage Meyer-Burckhardts, die ich aufschlussreich und richtig wichtig finde:
Überwältigend aber fand ich Worte und Einstellungen einer Frau namens Nina Wortmann. Querschnittgelähmt seit einem Autounfall, vermittelte sie den Eindruck, sie stehe mehr im Leben als viele so genannte Nicht-Behinderte.
Was ihr so treffend gelang, war, zu formulieren, dass für diese so genannten Nicht-Behinderten gilt:
"Die meisten haben diesen Rollstuhl heutzutage im Kopf."
Und worauf sie sich unmittelbar zuvor bezog, war die Alternative, die sie auch gehabt hätte, nämlich den ganzen Tag vor dem Fernseher zu sitzen oder die Zeit mit Computerspielen zu verbringen. Stattdessen kämpfte sie um ihre Beweglichkeit, um das teilweise Wiedererwachen ihres Körpers - ihrer Mutter, glaube ich, verdankt sie unendlich viel, die als Physiotherapeutin schon ab dem ersten Tag mit ihr trainierte, auch gegen die Widerstände ihrer Tochter.
"Die meisten haben diesen Rollstuhl heutzutage im Kopf."
Genau so ist es. Viele verbringen ihre Zeit vor dem Computer und vor dem Fernseher, obwohl sie nicht behindert sind.
Genau so aber ist es genau nicht: DIESE Menschen sind behindert: Sie haben ihren Rollstuhl im Kopf, ja, auch im Herzen, denn das ruft nach Leben!
Oder, wie es Nina Wortmann, Ehefrau, Mutter und Model, formulierte:
Ich will leben
Ich will atmen,
Ich will lachen...
Ja, das muss man wollen!
Was daran hindert?
Hierzu zitierte Markus Lanz eine Aussage Meyer-Burckhardts, die ich aufschlussreich und richtig wichtig finde:
Wir haben Angst vor Dingen, glauben wir.
In Wahrheit haben wir Angst vor der Vorstellung, die wir von diesen Dingen haben.
Ein besonderer Satz, eine bemerkenswerte Wahrheit:
Es ist nicht die Realität, die uns nicht ins Leben gehen lässt, die uns Angst haben lässt, die uns behindert; sondern es ist unsere Vorstellung von dieser Realität ... die so, wie wir sie haben, nur für uns so existiert ... !
PS. Diese Sendung kann man bekanntlich in der ZDF-Mediathek (ein bisschen warten, dann läuft die Wiedergabe an) anschauen und diese Sequenz mit Nina Wortmann und dem anschließenden Zitat findet sich zwischen Minute 50.20 und 52.00 ... man kann das ja erfreulich genau einstellen. Ich persönlich fand aber schon weit vorher - eigentlich von Beginn an - auch die Worte von Rainhard Fendrich über die Bedeutung, sich selbst vergeben zu können ("Wer nicht lernt aus seinen Fehlern, ist verflucht, sie ein Leben lang zu wiederholen"), über die Bedeutung, die putzen für ihn hat, den Zusammenhang von Drogengenuss und Kreativität, die sich nicht künstlich erzeugen lässt ("Wenn man wüsste, wie es einem nachher geht, würde niemand damit anfangen") absolut bemerkenswert.
Eine phaszinierende Runde, jeder Einzelne, dazu ein einfühlsamer und humoriger Moderator ... Fernseh-Zeit, die sich für mich gelohnt hat!
Sonntag, 24. April 2011
"Euch ist der Meister nah,/Euch ist er da!" - Ostersonntag
Christ ist erstanden,
Aus der Verwesung Schoß;
Reißet von Banden
Freudig euch los!
Tätig ihn Preisenden,
Liebe Beweisenden,
Wonne Verheißenden,
Euch ist der Meister nah,
Euch ist er da!
aus dem Faust I, Szene Nacht
Sonntag, 17. April 2011
Darf ich Sie um die Hand Ihrer Tochter bitten? – Ein Brauch, wichtiger denn je!
Kürzlich im Radio ein kleines Feature zu dem Thema Heirat und Tradition gehört und zu der Tatsache, dass höchstens noch jede fünfte Frau - wenn ich mich recht entsinne - Wert darauf legt oder sich gar geehrt fühlt, wenn ihr Zukünftiger den Schwiegervater in spe um die Hand seiner Tochter bittet.
Ja, manche Frauen lehnen das kategorisch ab. Zu was hat man sich zu eigenem Selbstbewusstsein entwickelt, wenn da der Zukünftige etwas tut, was ohnehin keine Bedeutung hat ... Schließlich ist die eigene Entscheidung gefallen, und die ist entscheidend, nicht was der Herr Vater sagt ...
Nun, so einfach ist die Sache nicht ...
Sie ist nur scheinbar ohne Bedeutung.
Wir wissen, dass erst im 19. Jahrhundert sich so etwas wie eine Heirat aus Liebe entwickelt hat. Dass es in fernen Zeiten ganz anders war, darüber habe ich an anderer Stelle geschrieben.
Aber wenn wir in unsere Geschichte zurückblicken, dann wissen wir, dass es noch im Mittelalter die Muntehe gab; der Mann zahlte einen Muntschatz, damit seine Zukünftige ihre Sippe verließ und zu seiner Sippe wechselte. Dann gab es noch die Friedelehe und die Kebsehe, nachzulesen und kurz, aber kenntnisreich zusammengefasst von Angelique Schnabel. Jedenfalls, von Liebesheirat keine Spur!
Heirat hatte also sehr viel mit einem Vertrag zu tun und quasi einem Handschlag, der diesen besiegelte. Daher auch mag die Redewendung "Um die Hand anhalten" kommen. Die Verlobung wurde im Übrigen von der Kanzel bekannt gegeben und mittels einer großen Polterei, mit Hilfe deren Unheil und böse Geister möglichst für alle Zeiten von den zukünftigen Eheleuten ferngehalten werden sollten, eingeleitet, ein Brauch, den wir ja auch von Sylvester kennen.
Um die Ehe ist es still geworden. Zu viele werden geschieden und für manche traditionell denkenden Menschen hat die Möglichkeit, dass gleichgeschlechtliche Menschen sich heute ehelichen können, nicht zu deren Attraktivität beigetragen.
Dennoch ist sie nach wie vor für einige etwas Besonderes, ja, für manche nach wie vor ein Sakrament.
Doch zurück zu diesem Brauch, dass der zukünftige Ehemann den Vater der Braut um die Hand seiner Tochter bittet.
Ich glaube, es geht um viel mehr und ich bin der Auffassung, dass es sehr wichtig ist, dass der zukünftige Ehemann ganz bewusst dem Vater der Braut in die Augen schaut und ihn fragt, ob er die Hand seiner Tochter loslässt, zu treuen neuen Händen! - Falls es diesen Vater gibt und die Braut ihn öfter als einmal im Jahr sieht - leider sind ja viele Familien heute zerrüttet - ist dieses Ereignis so wichtig!
Es geht um Muttersöhnchen und Vatertöchterchen.
Manche werden das Märchen Eisenhans und das faszinierende Buch von Robert Bly Eisenhans. Ein Buch über Männer kennen.
Darin - und in dem Märchen - geht es um eine der gravierendsten Aufgaben im Leben eines Mannes: sich von der Mutter zu lösen. Denn mehr Mütter, als einem lieb sein kann, halten ihren Jungen fest, energetisch, nicht faktisch (heiraten darf er schon, wenn er nur in Wirklichkeit der Mutter treu bleibt). An anderer Stelle habe ich davon erzählt, wie sehr eine Frau um ihre Ehe kämpfte und um die Liebe ihres Mannes, wie sehr sie verzweifelte und dass es sie sogar in Selbstmordversuche trieb, worauf das ganze Dorf lästerte und sich auch ihre Kinder von ihr zurückzogen. Kaum aber war sie ausgezogen aus dem gemeinsamen Haus übernahm wer die Regentschaft dort? Seine Mutter!
Die Frau des Mannes hatte vermutlich nie eine Chance gegen Frau Mutter, sie hat deren Allmacht immer gespürt, deren Macht über ihren Mann, der nie IHR Mann war.
Dieser, ihr Mann, hatte leider nie den Schlüssel zum Käfig des Wilden Mannes unter dem Kopfkissen der Mutter entwendet, wie es das Eisenhans-Märchen beschreibt.
So bleibt dieser Mann ewig ein Muttersöhnchen.
Und es gibt mehr Muttersöhnchen als wir ahnen.
Genauso gibt es auch genug Vatertöchterchen.
Anhand eines Beispieles habe ich das deutlich gemacht.
Mehr Väter, als deren Frauen lieb sein kann, ziehen diesen die eigene Tochter vor; das muss nach außen nicht sichtbar sein; es kann in erster Linie ein energetischer Prozess sein; doch die Frauen dieser Männer altern schneller als ihnen lieb ist, denn die Liebe, die jung hält, bekommt die Tochter.
Es steckt mehr Elend hinter dieser Tatsache, als wir ahnen.
Verstehst Du nun, liebe Leserin, lieber Leser, warum ich der Ansicht bin, dass obiger Brauch so wichtig ist?!
Wenn der zukünftige Ehemann dem Vater der Tochter gegenübertritt, dann muss er ihm ganz bewusst in die Augen schauen, und er muss die Tochter aus der Hand des Vaters wollen und der Vater muss die Hand der Tochter loslassen. Denn diese Hand hält nun für alle Zeiten ein anderer in seiner Hand.
Der Vater ist der erste Mann im Leben jeder Frau. Von ihm lernt sie so viel und beobachtet ihn so genau, über viele Jahre; er prägt ihr Bild von einem Mann.
Nun aber tritt der Vater zurück; er hat zurückzutreten.
Deshalb ist dieser Brauch so wertvoll. Er besiegelt diese Tatsache.
Damit es eine Tatsache ist!
Ja, manche Frauen lehnen das kategorisch ab. Zu was hat man sich zu eigenem Selbstbewusstsein entwickelt, wenn da der Zukünftige etwas tut, was ohnehin keine Bedeutung hat ... Schließlich ist die eigene Entscheidung gefallen, und die ist entscheidend, nicht was der Herr Vater sagt ...
Nun, so einfach ist die Sache nicht ...
Sie ist nur scheinbar ohne Bedeutung.
Wir wissen, dass erst im 19. Jahrhundert sich so etwas wie eine Heirat aus Liebe entwickelt hat. Dass es in fernen Zeiten ganz anders war, darüber habe ich an anderer Stelle geschrieben.
Aber wenn wir in unsere Geschichte zurückblicken, dann wissen wir, dass es noch im Mittelalter die Muntehe gab; der Mann zahlte einen Muntschatz, damit seine Zukünftige ihre Sippe verließ und zu seiner Sippe wechselte. Dann gab es noch die Friedelehe und die Kebsehe, nachzulesen und kurz, aber kenntnisreich zusammengefasst von Angelique Schnabel. Jedenfalls, von Liebesheirat keine Spur!
Heirat hatte also sehr viel mit einem Vertrag zu tun und quasi einem Handschlag, der diesen besiegelte. Daher auch mag die Redewendung "Um die Hand anhalten" kommen. Die Verlobung wurde im Übrigen von der Kanzel bekannt gegeben und mittels einer großen Polterei, mit Hilfe deren Unheil und böse Geister möglichst für alle Zeiten von den zukünftigen Eheleuten ferngehalten werden sollten, eingeleitet, ein Brauch, den wir ja auch von Sylvester kennen.
Um die Ehe ist es still geworden. Zu viele werden geschieden und für manche traditionell denkenden Menschen hat die Möglichkeit, dass gleichgeschlechtliche Menschen sich heute ehelichen können, nicht zu deren Attraktivität beigetragen.
Dennoch ist sie nach wie vor für einige etwas Besonderes, ja, für manche nach wie vor ein Sakrament.
Doch zurück zu diesem Brauch, dass der zukünftige Ehemann den Vater der Braut um die Hand seiner Tochter bittet.
Ich glaube, es geht um viel mehr und ich bin der Auffassung, dass es sehr wichtig ist, dass der zukünftige Ehemann ganz bewusst dem Vater der Braut in die Augen schaut und ihn fragt, ob er die Hand seiner Tochter loslässt, zu treuen neuen Händen! - Falls es diesen Vater gibt und die Braut ihn öfter als einmal im Jahr sieht - leider sind ja viele Familien heute zerrüttet - ist dieses Ereignis so wichtig!
Es geht um Muttersöhnchen und Vatertöchterchen.
Manche werden das Märchen Eisenhans und das faszinierende Buch von Robert Bly Eisenhans. Ein Buch über Männer kennen.
Darin - und in dem Märchen - geht es um eine der gravierendsten Aufgaben im Leben eines Mannes: sich von der Mutter zu lösen. Denn mehr Mütter, als einem lieb sein kann, halten ihren Jungen fest, energetisch, nicht faktisch (heiraten darf er schon, wenn er nur in Wirklichkeit der Mutter treu bleibt). An anderer Stelle habe ich davon erzählt, wie sehr eine Frau um ihre Ehe kämpfte und um die Liebe ihres Mannes, wie sehr sie verzweifelte und dass es sie sogar in Selbstmordversuche trieb, worauf das ganze Dorf lästerte und sich auch ihre Kinder von ihr zurückzogen. Kaum aber war sie ausgezogen aus dem gemeinsamen Haus übernahm wer die Regentschaft dort? Seine Mutter!
Die Frau des Mannes hatte vermutlich nie eine Chance gegen Frau Mutter, sie hat deren Allmacht immer gespürt, deren Macht über ihren Mann, der nie IHR Mann war.
Dieser, ihr Mann, hatte leider nie den Schlüssel zum Käfig des Wilden Mannes unter dem Kopfkissen der Mutter entwendet, wie es das Eisenhans-Märchen beschreibt.
So bleibt dieser Mann ewig ein Muttersöhnchen.
Und es gibt mehr Muttersöhnchen als wir ahnen.
Genauso gibt es auch genug Vatertöchterchen.
Anhand eines Beispieles habe ich das deutlich gemacht.
Mehr Väter, als deren Frauen lieb sein kann, ziehen diesen die eigene Tochter vor; das muss nach außen nicht sichtbar sein; es kann in erster Linie ein energetischer Prozess sein; doch die Frauen dieser Männer altern schneller als ihnen lieb ist, denn die Liebe, die jung hält, bekommt die Tochter.
Es steckt mehr Elend hinter dieser Tatsache, als wir ahnen.
Verstehst Du nun, liebe Leserin, lieber Leser, warum ich der Ansicht bin, dass obiger Brauch so wichtig ist?!
Wenn der zukünftige Ehemann dem Vater der Tochter gegenübertritt, dann muss er ihm ganz bewusst in die Augen schauen, und er muss die Tochter aus der Hand des Vaters wollen und der Vater muss die Hand der Tochter loslassen. Denn diese Hand hält nun für alle Zeiten ein anderer in seiner Hand.
Der Vater ist der erste Mann im Leben jeder Frau. Von ihm lernt sie so viel und beobachtet ihn so genau, über viele Jahre; er prägt ihr Bild von einem Mann.
Nun aber tritt der Vater zurück; er hat zurückzutreten.
Deshalb ist dieser Brauch so wertvoll. Er besiegelt diese Tatsache.
Damit es eine Tatsache ist!
Abonnieren
Posts (Atom)