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Mittwoch, 19. November 2025

Die höchste Tugend unseres Ätherleibes ist die Liebe. – Er würde vor uns entstehen (gesetzt den Fall, wir könnten ihn sehen), wenn wir das Alphabet vor uns in die Luft sprechen.

Unser Ätherleib, seiner Form nach unserem physischen Körper gleichend, ihn nur ein wenig überragend, wurde in der ägyptischen Alchemie mit Ka-Körper bezeichnet und von Aristoteles Threptikon genannt; Paracelsus nannte ihn Archäus, auch Spiritus vitae bzw. Liquor vitae. In der Bibel, den Sprüchen Salomos (30,1) finden wir ihn als Ben Jake bezeichnet, in der indisch-theosophischen Terminologie als Linga-Sharira. 

Nach Rudolf Steiner ist das Denken eine Tätigkeit des Ätherleibes; durch ihn wird unser physischer Leib im Übrigen erst ein lebendiger, lebensfähiger Leib, deshalb nennt Steiner ihn auch elementarischen bzw. Kräfteleib. 

Die höchste Tugend des Ätherleibes aber ist dem Begründer der Anthroposophie nach die Liebe:
Die Kräfte, die zunächst aus den Tiefen unseres Wesens heraufwirken zu uns aus unserem Ätherleib, sind die Kräfte, die sich dadurch ausdrücken, daß der Mensch lieben kann, lieben auf allen Stufen seines Daseins. (GA 130, S 174)
Für den ein oder anderen mag die Aussage Steiners nahezu unglaublich sein, dass sich, wenn wir das Alphabet in die Luft hineinsprechen könnten, so dass die Buchstaben dort quasi stehenblieben, die Form unseres Ätherleibs abbilden würde, wenn wir ihn denn sehen könnten:
Wenn wir tatsächlich vom a bis zum z gehen könnten in der Lautformulierung, wenn wir dies so zuwege brächten, daß das a stehenbleiben würde bis zum z, und das Ganze würde sich in der Luft abbilden, was wäre denn das? Was wäre das für eine Form?
Das wäre die Form des menschlichen ätherischen Leibes. Der menschliche ätherische Leib würde auf diese Weise zustande kommen. Der menschliche ätherische Leib stünde vor Ihnen, wenn Sie einmal das ganze Alphabet - man müßte es erst richtigstellen, heute ist es nicht ganz richtig so, wie es gewöhnlich aufgestellt wird, aber es kommt ja auf das Prinzip jetzt an -, wenn Sie einmal lautlich das Alphabet von a angefangen bis zum z hinstellen würden, der Mensch stünde vor Ihnen. (GA 279, S. 47)

Montag, 14. Februar 2022

Was Paracelsus (1493-1541) zur Globalisierung gesagt hätte:

Wenn wir über die Schöpfung der natürlichen Dinge – von allem und jedem, was Gott geschaffen hat – recht unterrichtet sind, dann nur, indem ein jedes Land das Eigene erkennt, das in ihm ist und wächst, indem ein jeder Mensch die eigene Erkenntnis seiner selbst hat, auch, indem Handwerke und Gewerbe Kenntnisse überliefern in ihren Gegenständen.

Auf diese Weise lassen sich alle Geschöpfe erkennen, die Gott geschaffen hat, und nichts ist verborgen, das der Mensch nicht wüßte oder wissen könnte.

Nicht, daß alles in Einem wäre, d. h. daß ein Mensch alles weiß, sondern ein jeder weiß das Seine: Wenn sie alle zusammen kommen, dann wird alles bekannt.

Ebenso gilt auch, daß nicht ein Land die Kenntnisse aller Länder hat, aber es hat seine eigene Kenntnis: Wenn alle Länder zusammen genommen werden, dann ist wieder alles bekannt. Und eine jede Stadt, ein jedes Dorf, Gehöft etc. hat sein eigenes Wissen von allen natürlichen Dingen.

Dazu kommen die Handwerke und Gewerbe, bei denen alles Geschaffene nutzbar gemacht wird – das dazu, das hierzu – und so wird alles nutzbar gemacht und bei allem in Erfahrung gebracht, wozu es geschaffen ist. Und das mündet zuletzt darin, daß alles dem Menschen dient und ihm untergeben ist.

[…] der Mensch ist mehr als die Natur. Er ist Natur. Er ist auch Geist. Er ist auch Engel: Er hat die Eigenschaften derer drei. Wandelt er in der Natur, so dient er der Natur, wandelt er im Geist, so dient er dem Geist, wandelt er wie die Engel, so dient er als ein Engel. Das erste gehört dem Leib an, die beiden andern sind der Seele eigen und sind ihr Kleinod. Darum also, weil der Mensch eine Seele hat und damit die zwei, darum schreitet er über die Natur hinaus und kann auch das erforschen, was nicht der Natur angehört, kann etwa die Hölle, den Teufel und dessen Reich erfahren und ergründen. Ebenso kann der Mensch auch den Himmel und dessen Wesen ergründen, nämlich Gott und sein Reich. Denn wer an einen Ort gehen muß, soll zuvor das Wesen des betreffenden Ortes kennen, dann kann er wandern, wohin es ihn verlangt.
[…] er ist darum geschaffen, um von den Wunderwerken Gottes zu reden und auf sie hinzuweisen.

Bei jedem Werk, das Gott geschaffen hat, vermag der Mensch, es nach Wesen und Eigenschaft zu ergründen: Denn nichts ist geschaffen, das der Mensch nicht ergründen könnte, und ist darum geschaffen, auf daß der Mensch nicht müßiggehe, sondern wandle in den Wegen Gottes, d. h. in seinen Werken. Nicht im Laster, nicht in Hurerei, nicht im Spielen, nicht im Saufen, nicht im Stehlen, nicht im Güter-Anhäufen oder Schätze-Sammeln für die Würmer, sondern er soll seinen Geist, sein Licht, seine Engels-Art auf die Betrachtung der Dinge richten, die von Gott sind. 

(´Prologus´ aus "Buch von den Nymphen, Sylphen, Pygmaeen, Salamandern und den übrigen Geistern")

Sonntag, 5. Juni 2011

Paracelsus: Hab Acht auf deine Ratgeber, deinen inwendigen Garten!

Der Leib ist das Haus der Seele, die Seele ist jedoch das Haus der guten und der bösen Geister, die im Menschen wohnen. Ein Beispiel: Es sitzt ein König mitten in seinem Rate und hat viele Ratgeber; die einen sind gut, die anderen böse. So wird ihm Gutes und auch Böses geraten. Diese Ratgeber sind aber gleichsam in ihm selber, sie sind von seinem eigenen Geist. Und so steht die Wahl bei ihm, ob er tun will, was der eine oder was der andere ihm rät. Bei ihm liegt die Freiheit zu folgen, wem er will. So ist auch der Geist, der über der Seele steht, wie ein König im Menschen, mitten im Rat der natürlichen Ordnung, nach welchen der Mensch handeln soll.

Das Zentrum aller Dinge ist der Mensch, er ist der Mittelpunkt von Himmel und Erde.

Hab Acht auf deinen inwendigen Garten (...) und höre auf dich selbst, damit du auch das zu lernen vermagst, was dich niemand lehren kann und worüber sich ein jeglicher verwundern muss.


zitiert nach "Von den Geheimnissen der Natur", München 1990

Mehr zu Paracelsus: hier und hier

Montag, 5. Juli 2010

Paracelsus: Lasset Euch das Gute nicht entgleiten!



Eine Weisheit des Paracelsus:

Nehmet das Gute, bis ihr ein Besseres findet,
und auf der Suche nach einem Besseren
lasset Euch das Gute nicht entgleiten oder verlöschen.
Lasset es stehen in seinem Wert, und folgt ein Besseres,
so rückt jenes hinweg;
kommt jedoch nichts Besseres danach,
so bleibe das bestehende Gute.

Weiteres zu Paracelsus: hier

Dienstag, 18. August 2009

Paracelsus´ Vermächtnis: Ordnung ist Natur - der Gang der Natur ist Glück.



Wer anders ist der Feind der Natur, als der sich klüger dünkt denn sie, obwohl sie unser aller Schule ist.



Wollen wir die Natur in ihrem Wesen betrachten, so müssen alle Dinge in ihrer Ordnung stehen, nach Zahl, Gewicht, Maß und Kreislauf; nichts darf hier oder dort überwiegen (...) Zwei ungleiche Gewichte auf der Waage der Natur brechen ihr Gleichgewicht; entweder ist das eine zu schwer oder das andere zu leicht, oder es taugt die ganze Waage nichts. Die ganze Woche über sich den Bauch füllen, am Freitag und Samstag aber bei Wasser und Brot fasten, oder sich das ganze Jahr an Fleisch satt essen und in der Fastenzeit nichts mehr anrühren, das ist eine ungleiche Belastung der Waage der Natur. Und das gilt nicht allein hierfür, sondern auch für Arbeit und Müßiggang und für alles andere auch ...


Was ist denn Glück anderes, als Ordnung zu halten aus dem Wissen von der Natur?
Was ist das Unglück anderes, als sich der Ordnung der Natur zu widersetzen?
Geht die Natur ihren rechten Gang, so ist das ein Glück.



Das Höchste, was wir Ärzte an uns haben, ist die Kunst; nachfolgend, das dem gleich ist, ist die Liebe (...)
Der höchste Grund der Arznei ist die Liebe. -
Helfen aber, nutz sein, erschließlich, ist des Herzens Amt.
Im Herzen wächst der Arzt, aus Gott geht er, des natürlichen Lichts ist er, der Erfahrenheit.

* mehr von und zu Paracelsus hier und hier :-)