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Sonntag, 16. März 2008

Wess` Geistes Kind

Peter Handke in einer Fernsehsendung:


"Das ewige Licht gibt es eh´ nicht."

Phönix, 16.3. 2008


Handke
, Autor des bekannten, durch Wim Wenders 1971/72 verfilmten Romans Die Angst des Tormanns beim Elfmeter, schätzt Franz Kafka (1883-1924) und spricht davon, dass dieser eine Instanz in ihm sei.

In Kafkas Türhüterlegende, in der ein Mann ein Großteil seines Lebens vor einer Tür sitzt und nicht hineinkommt, weil sie von einem Türhüter bewacht wird, der ihn nicht hineinlässt, heißt es am Schluss über den Mann:

Schließlich wird sein Augenlicht schwach und er weiß nicht, ob es um ihn wirklich dunkler wird oder ob ihn nur seine Augen täuschen. Wohl aber erkennt er jetzt im Dunkel einen Glanz, der unverlöschlich aus der Türe des Gesetzes bricht. Nun lebt er nicht mehr lange. Vor seinem Tode sammeln sich in seinem Kopfe alle Erfahrungen der ganzen Zeit zu einer Frage die er bisher an den Türhüter noch nicht gestellt hat. Er winkt ihm zu, da er seinen erstarrenden Körper nicht mehr aufrichten kann. Der Türhüter muss sich tief zu ihm hinunterneigen, denn die Größenunterschiede haben sich sehr zuungunsten des Mannes verändert. „Was willst du denn jetzt noch wissen“, fragt der Türhüter, „Du bist unersättlich.“ „Alle streben doch nach dem Gesetz“, sagt der Mann, „wieso kommt es, dass in den vielen Jahren niemand außer mir Einlass verlangt hat.“ Der Türhüter erkennt, dass der Mann schon am Ende ist und um sein vergehendes Gehör noch zu erreichen, brüllt er ihn an: „Hier konnte niemand sonst Einlass erhalten, denn dieser Eingang war nur für Dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schließe ihn."

So viel zum Thema ewiges bzw. unverlöschliches Licht, das es doch laut Peter Handke gar nicht gibt ...
Ob unser zeitgenössischer Schriftsteller seine Instanz Kafka versteht?
Ob er versteht, dass er der Mann vor der Tür und womöglich zugleich der Türhüter ist?
Ob er versteht, dass er sich womöglich selbst vom Licht fernhält?
Mit Licht meinen die Heiligen Schriften der Menschheit immer zugleich Bewusstsein.
"Es werde Licht!" - Immer ist damit auch Bewusstwerdung gemeint!
Zu jeder Zeit kann uns ein Licht aufgehen ...


Sonntag, 9. März 2008

Danke, Miriam,

... für Dein Geschenk,
einfach so mit einem Lächeln überreicht ...
Ich finde sie so goldig, die zwei Delphine.

Einer meiner Seelentiere ist ein Delphin, er heißt Helian.
Jetzt müsste ich nur noch wissen, wer der zweite ist :-))
Ob Helian eine Freundin hat? -
Er hat mir noch gar nichts davon gesagt ... vielleicht tut er´s auf diesem Wege :-))


Donnerstag, 6. März 2008

Krishnamurti: Bedingungen ganzheitlicher Entwicklung


Uns geht es um die ganzheitliche Entwicklung jedes Men­schen, darum, ihm zu helfen, seine eigenen höchsten und voll­sten Fähigkeiten zu verwirklichen - nicht irgendeine eingebil­dete Fähigkeit, die der Erzieher als ein Konzept oder Ideal vor Augen hat. Jeder Geist des Vergleichens verhindert dieses volle Aufblühen des Individuums, sei er nun Wissenschaftler oder Gärtner. Wenn es keinen Vergleich gibt, dann steht die höchste Befähigung des Gärtners auf der gleichen Stufe wie die höchste Befähigung des Wissenschaftlers: aber wenn der Vergleich hin­einkommt, dann kommt es zu den Herabsetzungen und neidi­schen Reaktionen, die zu Konflikten zwischen den Menschen führen. Wie das Leid, so ist auch die Liebe nicht vergleichend; sie kann nicht mit der größeren oder der geringeren verglichen werden. Leid ist Leid und Liebe ist Liebe, bei den Reichen wie bei den Armen.
aus Jiddu Krishnamurti, Vollkommene Freiheit.

Mittwoch, 5. März 2008

Die Wirklichkeit Circes - damals wie heute ...

Es ist, als ob die Gruppe Ärzte mit ihrem Song Männer sind Schweine geradewegs der Insel Circes und deren Schweine-Koben dort entkommen sei, denn eine der Spezialitäten Circes war es - und dies gelang ihr auch: Männer zu Schweinen zu machen.
Der Qualität dieses Songs ist unschwer zu entnehmen, dass ihr dies auch noch heute gelingt; hier ein kleiner Auszug:

Männer sind Schweine
Frage nicht nach Sonnenschein
Ausnahmen gibt's leider keine
In jedem Mann steckt doch immer ein Schwein
Männer sind Säue
Glaube ihnen nicht ein Wort
...
Circe becircte in der Tat alle männlichen Besucher, die auf ihrer Insel Aiaia landeten und verwandelte sie bevorzugt in Schweine.
Odysseus entging diesem Schicksal nur knapp und das nur dank der Hilfe des Gottes Hermes, der ihn vorwarnte und Mittel an die Hand gab, Circes Zauber zu besiegen und seine Kameraden zu befreien.

Circe, die Tochter des Sonnengottes Helios, steht für jenen Typ Frau, auf den Männer gern in Scharen hereinfallen und im Grunde gar nicht merken, dass sie seelisch zu Schweinen degenerieren. - So wirkungsvoll ist der Zauber der Circe. - Circe stand im Übrigen die ganze Palette an Tieren zur Verfügung, wenn es um eine Verwandlung ging.

Zum einen stellt sich die Frage, warum Männer auf diesen Zauber hereinfallen, den Zauber einer Frau, die ja spürbar nicht Liebe sucht, sondern deren Ziel bis zur Degeneration und lächerlichen Preisgabe des Männlichen gehen kann, verbunden mit der Inszenierung ihres Selbst; zum anderen gilt es zu enttarnen, wie und warum sich weltweit nicht wenige Frauen immer wieder diesem Circe-Muster zwanghaft zur Verfügung stellen. Man kann beim Betreten und anschließenden Verhalten von Paaren in Lokalen zum Beispiel die interessantesten Studien treiben; manchesmal inszenieren sich beide (bestens zu studieren im Rahmen dieses Liedes - in einem Liebeslied weniger aufeinander Bezug zu nehmen und mehr auf die Selbstdarstellung zu achten, geht kaum) und suchen am wenigsten den Bezug zu dem Partner, mit dem sie eigentlich gekommen sind.
Wenn eine Circe ein Lokal betritt und das Klappern ihrer Absätze zu hören ist, fahren 80 Prozent aller Männerköpfe herum, auch von denen, die mit Frau oder Partnerin da sind - vielleicht gerade von denen :-(
Zurecht mag man sich da fragen, wie es um die meisten Beziehungen bestellt ist. Ein Mann, der seine Frau wertschätzt, fährt nicht auf eine Circe ab. 

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch der verlorene Sohn im gleichnamigen Gleichnis der Bibel Vergleichbares erleben muss. Denn als er sein Vermögen, so entnehmen wir der Bibel, mit Prassen auf den Kopf gehauen hatte - wer weiß, vielleicht war auch hier eine Circe im Spiel, musste er sich als Schweinehirte verdingen und begehrte zu essen, was die Schweine fraßen. Hier ist der verlorene Sohn ebenso wie die Kameraden des Odysseus zwar nicht auf den Hund, aber aufs Schwein gekommen.
 
Das Schicksal von Odysseus ist das eines Mannes, der zurück möchte in die Heimat und anhand dessen, was ihm widerfährt, will es scheinen, als ob es ein Schicksal gäbe, einzig dazu geschaffen zu verhindern, dass Helden zurück in ihre Heimat finden.


Homers großer Gesang, die Odyssee, zeichnet stationenhaft die möglichen Gefahren beispielhaft nach; sie können, ja sollen eine Warnung sein für all die, welche wirklich ihre Heimat finden möchten.
Odysseus – übrigens der erste Kriegsdienstverweigerer der Geschichte; allerdings wurde er als solcher nicht anerkannt (er spielte nämlich den Verrückten, nur wurde er duchschaut) und musste mit nach Troja –
wäre ja fast schon bei den Lotophagen hängen geblieben und kein Stück weiter gekommen.

Doch das ist eine andere Geschichte, eine echte Sucht-Geschichte.

Bildqquelle: Mit freundlicher Erlaubnis von Martin Boss, dem Leiter des AERIA-Projekts

Donnerstag, 28. Februar 2008

Hölderlins ´Unerkannte´ ist seine Walküre


Friedrich Hölderlin (1770-1843) suchte seine Walküre und er glaubte sie in der Frau des Frankfurter Bankiers Jakob Gontard gefunden zu haben, dessen Kinder er als Hauslehrer unterrichtete. Doch als jener von des Hauslehrers Liebe zu seiner Frau Susette erfuhr, musste Hölderlin sehr schnell diese Stelle aufgeben.
In seinem Briefroman Hyperion hat er Susette Gontards in der Gestalt Diotimas gedacht, ebenso in einigen ergreifend geschriebenen und zum Teil mit Diotima überschriebenen Gedichten.

Wir verdanken dieser Liebe innige Worte, denn Hölderlin wusste um das ganz tiefe Geheimnis ihrer Beziehung, wenn er schreibt:


Eh ich Dir die Hand gegeben,
Hab ich ferne Dich gekannt.

Das Bewusstsein um jenes ferne Kennen der wahren, großen Liebe finden wir bei Schiller, bei Goethe, bei Novalis und seiner blauen Blume, bei E.T.A. Hoffmann, Hermann Hesse, Ödon von Horváth und einigen anderen ebenfalls wiedergegeben. Wir werden deren Ausgestaltungen über die Tiefen der Liebe peu à peu hier im Blog zur Sprache bringen.

Nach seinem letzten Treffen mit Susette-Diotima trieb Hölderlin unaufhaltsam dem Wahnsinn zu und ein gnädiges Geschick hat Sorge getragen, dass ihm der Tübinger Tischler Ernst Zimmer 36 Jahre lang - so lange lebte der aus Lauffen am Neckar stammende Dichter in geistiger Verwirrung - Unterschlupf und Pflege gewährte in jenem Hölderlinturm am Neckarufer, den man noch heute besichtigen kann.
Hölderlins hymnischer Stil ist in der deutschen Lyrik einmalig geblieben und die abendländische Literatur verehrt ihn als einen ihrer Größten.

Der studierte Theologe, der nie Pfarrer werden, sondern Dichter sein wollte und Hofmeister sein musste, wusste, dass ihm in Susette Gontard jene Frau begegnet war, die seiner Walküre gleicht.
Eine Vereinigung zweier solcher Seelen ist die wahre Ehe, von der es in der Bibel heißt:


Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.

Es ist dies die Ehe, für welche gilt: Wie im Himmel so auf Erden.
In der nordischen Mythologie sind Walküren Göttinnen angeblich eher niederen Ranges, welche die auf dem Schlachtfeld gefallenen Helden mitsamt ihrer Rüstung ins Reich der Toten führen. Insgeheim sind sie, die Walküren, weit mehr.
Hölderlin, dieser so sensitive Mensch, wusste um die Bedeutung von ihnen, sonst hätte er nicht in An die Unerkannte geschrieben, dass jene Unerkannte im Kampfe uns besänftigend den Harnisch löst. Das ist ein Bild der Walkürensprache. Walküren verkörpern das ganzheitliche, wahre Selbst in uns, dessen sich die meisten Menschen nicht mehr bewusst sind. - Es existiert außerhalb von Raum und Zeit.


Einige seiner Verse, die er seiner Diotima widmete, weisen auf jenes innere Wissen hin:

Ach! an deine stille Schöne,
Selig holdes Angesicht!
Herz! an deine Himmelstöne
ist gewohnt das meine nicht;
Aber deine Melodien
Heitern mählig mir den Sinn,
Dass die trüben Träume fliehen,
Und ich selbst ein andrer bin;
Bin ich dazu dann erkoren?
Ich zu Deiner hohen Ruh,
So zu Licht und Lust geboren,
Götterglückliche! wie du? -

Samstag, 23. Februar 2008

Friedrich Hölderlin: "An die Unerkannte"























Kennst du sie, die selig, wie die Sterne,
Von des Lebens dunkler Woge ferne
Wandellos in stiller Schöne lebt,
Die des Herzens löwenkühne Siege,
Des Gedankens fesselfreie Flüge
Wie der Tag den Adler, überschwebt?

〔. . .〕


Die, wenn uns des Lebens Leere tötet,
Magisch uns die welken Schläfen rötet,
Uns mit Hoffnungen das Herz verjüngt,
Die den Dulder, den der Sturm zertrümmert,
Den sein fernes Ithaka bekümmert
In Alcinous Gefilde bringt?

〔. . .〕

Die der Kindheit Wiederkehr beschleunigt,
Die den Halbgott, unsern Geist, vereinigt
Mit den Göttern, die er kühn verstößt,
Die des Schicksals ehrne Schlüsse mildert,
Und im Kampfe, wenn das Herz verwildert,
Uns besänftigend den Harnisch löst?

〔. . .〕

Die das Eine, das im Raum der Sterne,
Das du suchst in aller Zeiten Ferne
Unter Stürmen, auf verwegner Fahrt,
Das kein sterblicher Verstand ersonnen,
Keine, keine Tugend noch gewonnen,
Die des Friedens goldne Frucht bewahrt?

Friedrich Hölderlin (1770-1843)
(insel tb, 19)

Samstag, 16. Februar 2008

G8 - eine Fehlentwicklung auf Kosten der Kinder

Wie konnte es zu der Schulzeitverkürzung hin zu einem achtjährigen Gymnasium kommen?

I
Da war zunächst einmal das Vorgehen einer Kultusministerin namens Schavan, die das achtjährige Gymnasium durch die Hintertüre einführte, ohne dass jemals in Baden Württemberg eine wirklich öffentliche Diskussion über die Schulzeitverkürzung geführt wurde.

Hallo Frau Schavan , Ihre vielen inneren Kinder, die wohl zum Teil nie eine wirkliche Kindheit hatten und die Sie dieses Los deshalb allen Kindern aufbürden ließen, lassen grüßen!
Sie hocken nun in Berlin, und mit dem Bären, den Sie den Baden-Württembergern aufgebunden haben, lassen Sie diese nun allein. --- Ich mag Ihr intellektuelles Gerede nicht mehr hören ...


II
Und da gibt es ein bestimmtes Verhältnis zur Zeit in unserer Gesellschaft, demzufolge es galt, Jugendliche schneller als bisher markttauglich, der Wirtschaft verfügbar zu machen, denn: unsere Jugendlichen waren zu alt, verglichen mit anderen Ländern, bevor sie der Marktwirtschaft und der Forschung zur Verfügung standen.
Übrigens: Michael Endes graue Herren lassen grüßen. Wer hätte gedacht, dass Literatur so intensiv die Wirklichkeit spiegeln kann.
Mit 65 sind nunmal die Menschen verbraucht, so der offensichtliche Konsens ... Je früher sie im Beruf tätig sind, desto länger sind sie brauchbar.
Man muss das Eisen schmieden, bevor es alt wird ...

Ein Jahr später als der internationale Schnitt: das geht nicht.
Also: schneller zum Abitur ... das geht schon ... (Es lebe die Zeitsparkasse!)
Darüber entschieden haben Männer und Frauen mit verkümmerten inneren Kindern.
Was ist schon Kindheit ...
Mit der gehen wir genauso um, wie mit der Natur ... letztere haben wir schon geschafft, da werden wir doch nicht an der Kindheit scheitern ...
Dieses ganze Natürliche wie Natur, Kindheit, überhaupt Leben ... das kriegen wir schon in den Griff ...

Heute sieht, wer hinschauen will, die fatalen Folgen der Schulzeitverkürzung für Kinder und Jugendliche.
Alle am Schulbetrieb Beteiligten sind in eine Art Stress gekommen, der nicht offen zutage tritt, aber klammheimlich die Schule durchzieht. Eigentlich sollte sie einmal menschlicher werden. Nun ist die Menschlichkeit der Zeit, dem Markt und unserer wirtschaftlichen Konkurrenzfähigkeit zum Opfer gefallen.
Weder Kindheit noch wirkliches Lebensglück haben eben eine Lobby in unserer Gesellschaft.

Die Lehrpläne können gar nicht so entrümpelt werden, dass bei unserem curricularen System ohne zusätzlichen Stress ein Jahr eingespart werden könnte. Dies ist vor allem auch deshalb unmöglich, weil im Laufe der letzten Jahre die Schule immer mehr Aufgaben übernehmen musste:
- Sie muss erzieherische Defizite in einer Gesellschaft auffangen, in der auch Erwachsene in der familiären Erziehung immer mehr ihr Ego auf Kosten ihrer Kinder leben, u.a., weil sie ihre Art von Lebensstandard halten wollen - je stärker das Ego wird, desto kälter wird das Herz (Kinder spüren das, Erwachsene oft nicht mehr);
- sie soll Kinder in die Lage versetzen, mit dem sich ständig verändernden Medienkonsum klarzukommen;
- sie muss die angemessene und gekonnte Verwendung des Computers vorbereiten, u.a. den Kindern lernen, mit Programmen zu arbeiten;
- mehr als früher wird das Gymnasium berufsorientiert ausgerichtet mit Folgen für die Lehrplangestaltung vor allem in Klasse 9 und 10 und
- sie soll einen Werteverfall kompensieren, der durch die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft, durch einen Verlust der ethisch-religiösen Kompetenz der Kirchen und zunehmende Gewalt in den Medien und öffentlichen Bereichen unübersehbar ist.

Zu all dem hat sie gerade im Rahmen von G 8 überhaupt keine Zeit mehr. Aber obiges und noch mehr muss in den Lehrplan hinein! Und das, wo dessen Inhalt ohnehin gekürzt werden muss. Also muss gedrückt und gestopft und gepresst und gestaucht werden. Dadurch geht noch mehr Sinn verloren; Kinder können im Grunde noch weniger verstehen, was sie alles so lernend futtern sollen. Je mehr gekürzt wird, desto mehr leidet das notwendige Hintergrundwissen darunter. Aber es gibt keinen Vordergrund ohne Hintergrund. Ohne die notwendige Basis steht alles Wissen sinnlos in einem sinnlosen Raum.
Die natürliche Reaktion bei vielen wie bei einer Überfütterung: nach der Klassenarbeit kommt alles wieder rückwärts raus. Drin bleibt wenig... fragen Sie mal Kinder nach einem Jahr, was sie noch über irgendwelche chemischen Formeln, über die Darmausgänge bei Würmern oder Taifune in Hinterindien wissen ...
Was eigentlich ein zentrales Ziel unseres Lebens sein sollte, nämlich in der Gegenwart zu leben, das vertreibt die Schule: anstatt Schulgegenwart zu gestalten, sind die meisten Jugendlichen froh über jede Form von schulfreier Zeit.
Was also fehlt der Schule, damit sie ein Ort der Begegnung mit sich selbst, mit dem Nächsten und mit bewusst gelebter Zeit wird?
Momentan ist es der Kultusbürokratie noch nicht gänzlich gelungen, die Schule zu entmenschlichen; aber sie arbeitet systematisch daran.
Dass dies nicht so schnell gelingt, liegt an dem starken Lebenswillen der Kinder und ihrem Wunsch, gesund zu bleiben ...

An das, was sich die Kultusbürokratie an Dilettantismus bei der Einführung des G8 geleistet hat, will ich hier keinen Platz verschwenden.

Die wirklich Leidtragenden dieser ganzen Entwicklung sind die Kinder ...

Es ist, als ob das, was sie in Wirklichkeit benötigen, am wenigsten eine Rolle spielt ...

Sie haben keine Lobby, also Menschen mit Herz, die wissen, was Kindsein bedeutet ...

Was tun?