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Freitag, 2. Oktober 2026

Das Ende des Parteien-(Un)Wesens ist angesagt. Stattdessen sind neue Ideen gefragt, wie ein zeitgemäßes menschliches Miteinander möglich ist.

Die Altparteien haben spürbar eine Riesenangst vor der AfD, weil sie im Grunde doch wissen, dass deren Erfolge nicht mit deren Programm zusammenhängen, sondern weil die Menschen in Deutschland mit der Wahl der AfD für ihren Unmut ein Ventil suchen und momentan kein anderes finden. Sie haben einfach genug davon, dass die Alt-Parteien unfähig sind, echte Reformen zu verwirklichen und eine wirklich tragfähige Zukunft für die Menschen Deutschlands zu gestalten. Es ist doch offensichtlich, dass in den Parteien nicht die Köpfe versammelt sind (und im Übrigen erst recht nicht in der AfD), die in der Lage sind, unkonventionell und ohne Rücksicht auf Pöstchen und überkommene Privilegien Ideen zu verwirklichen, die es in Deutschland seit jeher gibt, seit einem Meister Eckhart, einem Jakob Böhme, seit Köpfen wie Herder, Goethe, Schiller, Fichte, Hegel, Schelling, Novalis, Brentano und einigen anderen.

Worum ging es ihnen? Es ging ihnen darum, wie Geist - und damit ist nicht die Intelligenz gemeint, wie sie in Intelligenztests erfasst und auf eine geistlose Weise in den Schulen gelehrt wird - es ging ihnen darum, wie wahrer Geist, ja, göttlicher Geist mit unserer Realität verknüpft werden kann.

Wie formulierte es der große Albert Schweitzer:

Finden sich Menschen, die sich gegen den Geist der Gedankenlosigkeit auflehnen und als Persönlichkeit lauter und tief genug sind, dass die Ideale ethischen Fortschritts als Kraft von ihnen ausgehen können, so hebt ein Wirken des Geistes an, das vermögend ist, eine neue Gesinnung in der Menschheit hervorzubringen.
Für mich war interessant, kürzlich auf Zeilen aufmerksam geworden zu sein, die schon vor etwas mehr als 100 Jahren - genauer gesagt: 1919/1920 - die Auflösung des Parteienwesens forderten, weil sonst kein wirklicher menschlicher Fortschritt möglich ist:
Es ist eine brennende Frage der Gegenwart, daß Mittel und Wege gefunden werden, an die Stelle der Parteimeinungen diese unabhängigen Ideenbildungen zu setzen, die Kristallisationskerne abgeben können für den Zusammenschluß von Menschen von allen Parteiseiten her. Von solchen Menschen, die in der Lage sind, zu erkennen, daß die bestehenden Parteien sich überlebt haben, und daß die sozialen Zustände der Gegenwart ein vollgültiger Beweis für diese Überlebtheit sind. (…)
Es genügt heute nicht, bloß zu wissen, was an die Stelle des bisherigen an Einrichtungen treten soll; es ist notwendig, daran zu arbeiten, die neuen Ideenbildungen in eine solche Richtung zu bringen, daß sie die Auflösung des alten Parteiwesens so schnell als möglich bewirken und zum Streben der Menschen nach neuen Zielen führen. Wer dazu nicht den Mut hat, der kann nichts beitragen zur Gesundung des sozialen Lebens; und wer den Aberglauben hat, solches Streben sei eine Utopie, der baut auf einen Boden, der im Einsinken ist. (Rudolf Steiner in der GA24, S 65f)

Für Steiner bestand die Lösung in dem, was er die "Dreigliederung des sozialen Organismus" nannte. Wer Einblick nehmen möchte, was er darunter verstand - und ich finde seine Gedanken auch für die heutige Zeit noch wertvoll, hier: https://anthrowiki.at/Dreigliederung_des_sozialen_Organismus

In einem gestern, also am 1. Oktober veröffentlichten Video konstatiert der Anthroposoph Michael Birnthaler, dessen Engagement ich sehr respektiere, dass Deutschland spirituell in einer Sackgasse sei. Hier irrt er gewaltig, und er irrt, da er nicht wahrnehmen möchte, dass die Anthroposophie in einer Sackgasse ist, weil die federführenden Kräfte immer noch ihre alten ahrimanischen und karmischen Muster im Kreise drehen und nicht erkennen wollen, dass auf der geistig-seelischen Ebene - auch wenn es im Außen noch nicht so sichtbar ist - im deutschsprachigen Raum unglaublich viel sich verändert. Typisch für dieses veraltete Verhaftetsein in Themen, die nicht ansprechen, was die Zeit erfordert, sei hier ein Zweig-Vortrag genannt, zu dem ich kürzlich eingeladen wurde, über "Das Vierfache Böse - Wirksamkeiten in Gegenwart und Zukunft - seine Überwindung". Auf Wunsch des Referenten findet im Übrigen der Vortrag nur für Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft statt.

Ich finde es richtig und sinnvoll, sich mit der Realität des Bösen auseinanderzusetzen, aber in unserer Zeit ist es für mich momentan eindeutig wichtiger, darum zu wissen, was die Plejader bereits 2021 in Band 6 der "Lichtbotschaften von den Plejaden" mitteilten:

Mit jedem Tag verlassen unterirdische Gruppen negativer außerirdischer Zivilisationen den Planeten Erde, eine nach der anderen, weil der Planet Erde seit der Öffnung neuer Lichtportale eine enorme Menge feinstofflicher Frequenzen der Liebe und des Positiven in sich aufnimmt. Deshalb haben vor allem die im Inneren der Erde befindlichen Zivilisationen diesen Planeten größtenteils verlassen müssen. Diese gewaltige Lichtrevolution, die sich gerade auf der Erde abspielt, lässt einzig und allein den Wesen Raum, die zu den Lichtfrequenzen der neuen Zeit passen. (...) 
Die um den Planeten Erde herum und in seinem Inneren vorkommenden dunklen Energiefelder sind größtenteils bereits in Licht umgewandelt. Langsam haben die hier in menschlichen Körpern lebenden dunklen Wesen nicht mehr, wovon sie noch zehren könnten. Die Welt wird Ihnen zu licht!

Und an anderer Stelle teilten die Plejader mit, dass jeden Tag tausende von Menschen ihre Herzen öffnen. 

Das mögen wir noch nicht wahrnehmen, aber für mich ist entscheidend, dass wir uns nicht verunsichern lassen. Wichtig ist, dass wir Ideen, die uns in den Sinn kommen, ernst nehmen und Ideen unterstützen, die jenseits alles Parteiengeschacheres unsere Wirklichkeit verändern können, betreffe es das Lernen in der Schule, ein gemeinschaftliches Miteinander über Generationengrenzen hinweg … was auch immer. Das ist wichtiger, als sich durch die Beschäftigung mit dem vierfach Bösen in den anthroposophischen Keller ziehen zu lassen.

Steiner, dem ich viel verdanke und sehr schätze (und deshalb der Anthroposophischen Gesellschaft gewiss nicht beitrete), hat meines Erachtens diese - um es mit den Plejadern zu formulieren - explosionsartige Ausdehnung des Lichtes auf der Erde und in den Menschen nicht vorausgesehen.

Es ist wichtig, dass wir dem Licht vertrauen und unseren Ideen - und dem Parteien-(Un)Wesen tschüss sagen!

 


Samstag, 13. Dezember 2025

Wahre Weiblichkeit und die Ängste einer dekadenten Männlichkeit, wie sie zunehmend deutlicher zutage treten.

Wahre Weiblichkeit steht in Zusammenhang mit der Finsternis, die existierte, bevor Gott in der Schöpfungsgeschichte sprach: „Es werde Licht.“

Diese erste göttliche Aussage war sodann die Geburt des Lichtes, das in Zusammenhang steht mit dem Göttlich-Männlichen (von dem auf unserer Erde kaum mehr eine Vorstellung vorhanden ist).


Es heißt zu Beginn der Schöpfungsgeschichte:



Rudolf Steiner formuliert in seiner GA 93 (S. 36):
Das ursprüngliche Geschlecht ist das Weibliche.“, um bei anderer Gelegenheit zu äußern:
“In Wahrheit ist das Männliche und das Weibliche nur ein Spezialfall für eine viel höhere Zweiheit. (GA 89, S. 289).
Damit nimmt er u.a. Bezug auf obige Stelle der Genesis. Die wenigsten vermuten, dass wir schon hier zu Beginn der Bibel Ursprünge der männlich-weiblichen Polarität finden und damit eine große noch so wenig verstandene Wahrheit in Bezug auf die Wirklichkeit unseres Lebens.

Wenn Maria Magdalena in Tom Kenyons Das Manuskript der Magdalena feststellt - ich habe dies in dem hier verlinkten Video angesprochen:
Aus der von Sonnenlicht durchfluteten Perspektive des männlichen Prinzips trägt das weibliche Prinzip einen dunklen, feuchten, gefährlichen Abgrund in sich. Das solare Prinzip fühlt sich von der Dunkelheit des lunaren Prinzips bedroht.
so bezieht sie sich mit dieser Aussage auch auf die Angst vieler Männer vor einer Weiblichkeit, der sie sich - meist unbewusst - nicht gewachsen fühlen. Welcher Mann gibt gern zu, dass er sich fürchtet vor der Dunkelheit, vor dem Feuchten und einer Furcht, die sich zum Teil auch äußert in der klammheimlichen Angst vieler Männer vor der Vagina.

Die Gründe für die männliche Angst - dabei dürfen doch ausgerechnet Männer eigentlich nicht ängstlich sein, räusper, räisper - liegen in dem Verlust um das Wissen, dass sie aus der Finsternis geboren sind. Weil sie darum nicht mehr wissen, tritt ihnen diese Finsternis furchterregend gegenüber; sie fangen mit ihr nichts an, zumal sie doch strahlendes Licht sind, zumindest sich so vorkommen.
In dieser Angst liegt auch die Ursache für die Machtgier und Kontrollwut des dekadenten Männlichen in unserer Zeit. Ein Putin macht ein ganzes Land, Russland, zu einem Gefängnis, in dem er der Gefängnisaufseher ist. Insassen, die nicht spuren, fliegen gegebenfalls aus dem Fenster, werden vergiftet oder finden sich in Arbeitslagern wieder. Staaten, die Formen der Freiheit kennen, werden bekämpft. Dasselbe Spiel treibt ein Trump ungleich dilettantischer in den USA. Außenpolitisch spielt er den Friedensengel - sieht man einmal von Venezuela ab; nach innen soll seine Art von Frieden, wenn es nach ihm geht, allerdings nur Totenstille bedeuten für alle, die ihn durchschauen und kritisieren, es sei denn, sie schleimen ihn an, dann dürfen sie reden. In Variationen findet sich dieses männlich tödliche Spiel meist in etwas abgeschwächter Form auf der ganzen Welt (Erdogan, Orban, Kim Jong-un, Xi Jinpin …).

Unter anderem in der Sexualmagie der Isis, in die Maria Magdalena eingeweiht war und die sie mit Jesus bis zu dessen Tod praktizierte, auch um seinen Ka-Leib, seinen Ätherleib zu stärken für die große Herausforderung seines Lebens, finden wir nicht von ungefähr eine schwarze - die weibliche lunare - Schlange links der Wirbelsäule und auf der rechten Seite die goldene, solare (siehe Video - 28. November).
Frauen, die obigen Hintergrund nicht blicken, sind gegebenenfalls entsetzt über die Tatsache, dass ausgerechnet dem Weiblichen schwarz zugeordnet wird, und Männer fühlen sich dann bestätigt, dass dem Männlichen das Gold zukommt.
Doch die Finsternis - im Hebräischen wird sie mit Tohuwabohu (tōhū wā-ḇōhū - wüst und leer) bezeichnet, die Griechen nannten sie dann Chaos - ist so wertvoll wie das Licht.

Wir leben in einer Zeit, in der das dekadente Männliche für viele Menschen immer offensichtlicher sein wahres Gesicht zeigt und durchschaut wird. Damit einher geht, dass bei zunehmend mehr Menschen sowohl die schwarze als auch die goldene Schlange entlang ihrer Wirbelsäule aufsteigen und wenn dies mit einer charakterlichen und moralischen Läuterung, einer Reinigung ihres Astral- und Ätherleibes einhergeht, wird es diesmal nicht enden wie in Atlantis, sondern es wird die Geburt eines neuen Bewusstseins stattfinden, das die "Offenbarung des Johannes" in deren 21. Kapitel das „Neue Jerusalem“ nennt.

Der Grund, warum ich in meinem 2. Video zum Thema der Spirituellen Sexualität, das ich in den nächsten Tagen fertigstellen zu können hoffe, von wahrer Weiblichkeit spreche und nicht nur von Weiblichkeit, liegt darin, dass unsere Erde nicht nur überladen ist mit einer dekadenten Männlichkeit, sondern auch um wahre Weiblichkeit kaum mehr weiß.
Wahre Weiblichkeit ist eine Weise göttlichen Seins, wie sie in diesen Tagen zunehmend auf unsere Erde zurückkehrt; nie hatte sie die Erde wirklich verlassen - Wesen wie Hathor, Isis und Maria waren immer anwesend gewesen -, doch sie war aus dem Bewusstsein vieler Menschen entschwunden und Frauen, die in der Politik tätig sind, dokumentieren gerade heute die Degeneration des Weiblichen, indem sie glauben, weiblich sein bedeute, männlich dekadentes Verhalten besonders perfekt zu praktizieren (man nehme beispielsweise die sich in ihrer stimmlichen Wirklichkeit verbergende seelische Verfassung einer Alice Weidel wahr oder den Tonfall einer Julia Klöckner, mit dem sie ihr Amt führt ...)

Doch wir dürfen in unseren Tagen eine Rückkehr des Madonnenbewusstseins erleben, wie es Raphael mit seiner Sixtinischen Madonna ankündigte und Goethe mit seinem Verweis am Ende des "Faust“ auf das Ewig-Weibliche.

Diesem Weiblichen dürfen wir in der Dunkelheit der Weihnachtstage gerade in diesem Jahr besonders intensiv begegnen.

Montag, 7. Juli 2025

Die erste Reue der Sophia und Psalm 69 - „Und meine Stimme drang nicht durch die Finsternis“.

Vor allem für jene, die eher zufällig reinklicken:
Um die Bedeutung der ersten Reue und des nachfolgenden Psalmes zu verstehen, ist es sinnvoll, den vorausgehenden Beitrag vom 6. 7. gelesen zu haben.

Vorausschicken möchte ich noch, dass die vorliegende Ausgabe, aus der ich zitiere, aus dem Englischen übersetzt ist; sicherlich eine anstrengende Aufgabe, der mit Respekt zu begegnen ist. Allerdings finde ich manche Begriffe nicht so glücklich gewählt und für manche Fremdwörter hätte man meines Erachtens auch deutsche Worte wählen können. Das Wort „Emanationen“ lässt sich allerdings beispielsweise mit einem deutschen Wort kaum erfassen: Emanationen sind grundsätzlich Äußerungen jedweder möglichen Art, ob auf akustischer, optischer oder seelisch-geistiger Ebene.
 In der Philosophie bezeichnen Emanationen Dinge, die aus einem unveränderlich göttlichen Ursprung hervorgehen. Es sind in gewisser Weise Ausströmungen …
 So viel zu diesem Wort, das in den Reuen doch häufig vorkommt, aber nicht unbedingt in seiner Bedeutung sehr geläufig ist.

Aus unserer Schulzeit wissen wir, dass Lehrer in der Regel genau wussten, wie etwas vorzutragen ist, und meist wollten sie auf eine Frage hin eine bestimmte Antwort hören - und nur die. Dabei entging ihnen nicht selten, dass sie Antworten nicht akzeptierten, weil ein Schüler etwas auf seine eigene ganz wertvolle Art vortrug oder seine Antwort etwas enthielt, was auf besondere Weise den vorgegebenen Rahmen sprengte.

Deshalb gilt es im Hinblick auf die Psalmen, aber auch im Hinblick auf die Aussagen der Sophia, sich hineinzuversetzen in die Seele dessen, der etwas aussagen möchte. Es geht also nicht darum, was man selbst denkt, sondern um die Bereitschaft zu tiefem Verstehen eines anderen!
In einem zweiten Schritt - nachdem wir ein offenes Verstehen vorgenommen haben - können wir durchaus wahrnehmen, was uns ganz persönlich an den Aussagen auffällt, Unerwartetes, Merkwürdiges, Seltsames …


Wir kommen zum Beginn:


In der „Pistis Sophia“ ist vorausgehend zu lesen, dass Sophia von den Kräften des Selbstwillens umringt und gepeinigt wurde und die Lichtkraft des Löwengesichtes, einer stark negativen Kraft der astralen Ebene, die Lichtkräfte der Sophia verzehrte, was deshalb auch möglich war, weil Sophia aus dem 13. Äon in die Ebene des Chaos abgeglitten war.
Jesus lässt nun die Jüngerinnen und Jünger wissen und in der „Pistis Sophia“ heißt es:

Pistis Sophia [also die Wesenheit Glaube-Weisheit] schrie laut auf und rief das Licht der Lichter, welches sie von Anfang an gesehen hatte und an das sie geglaubt hatte, und sie äußerte diese Reue, indem sie sprach:

1  Oh Licht der Lichter, an das ich von Anfang an geglaubt habe, höre nun, o Licht, meine Reue. Rette mich, denn böse Gedanken sind in mich eingezogen.

2  Ich blickte, oh Licht, in die Bereiche unten und sah dort ein Licht. Und ich dachte: Ich werde in diese Region gehen, so dass ich dieses Licht erwerben kann. Und so ging ich, und ich fand mich unten in der Finsternis des Chaos wieder, und nicht mehr konnte ich nach oben gehen und in meine Region zurückkehren, denn ich wurde belagert von allen Emanationen des Selbst-Willens, und die löwengesichtige Kraft ergriff das Licht, das in mir war.

3  Und obwohl ich um Hilfe schrie, drang meine Stimme nicht durch die Finsternis. Und ich starrte in die Höhe, so dass das Licht, an das ich geglaubt hatte, mir zu Hilfe kommen möge.

4   Doch als ich in die Höhe schaute, sah ich alle Archonten der Äonen– wie zahlreich sie waren – auf mich herabblicken und über mich triumphieren. Und obwohl ich ihnen nichts getan hatte, verachteten sie mich ohne Grund! Und als die Emanationen von Selbst-Willen die Archonten der Äonen sahen, wie sie über mich triumphierten, wussten sie, dass die Archonten der Äonen mir nicht zu Hilfe kommen würden, und so wurden diese Emanationen darin bestärkt, mich mit Gewalt zu peinigen. Und das Licht, das ich gar nicht von ihnen erhalten hatte, ergriffen sie von mir.

5  Und nun, oh Licht der Wahrheit, du musst wissen, dass es aus Unwissenheit war, dass ich dieses getan habe, in dem Glauben, dass die Lichtkraft mit dem Löwengesicht von dir käme; und die Sünde, die ich begangen habe, liegt offen vor dir.

6  Lass mich nicht mehr im Mangel sein, oh Herr, denn ich habe an dein Licht geglaubt von Anfang an. Oh Herr, Licht der Kräfte, lass mich nicht mehr ohne mein Licht sein.

7  Denn es ist aufgrund deiner Initiative und wegen deines Lichtes, dass ich in dieses Elend gefallen bin, und ich bin mit Scham bedeckt.

8  Und wegen der Nachahmung deines Lichtes bin ich von meinen Brüdern, den Unsichtbaren, und den großen Emanationen von Barbelo eine Fremde geworden.

[Mit den Unsichtbaren sind u.a. die 24 Ältesten der „Offenbarung des Johannes“ angesprochen. 
Barbelo ist die männliche Form der kreativen Energie, 
notwendig für die Erschaffung von Lebensformen in dieser Welt.]

9  Dies ist mir geschehen, oh Licht, weil ich nach deinem Wohnort strebte, und der Zorn von Selbst-Willen ist über mich gekommen, er, der deinem Befehl nicht gehorcht hat, von den Emanationen seiner Kraft zu emanieren, denn ich war in seinem Äon und vollzog nicht mehr sein Mysterium.

10  Und alle Archonten der Äonen [der niederen Welten] höhnten über mich.

11  Und ich war in jener Region, seufzend und sehnsüchtig nach dem Licht, das ich in der Höhe gesehen hatte.

12  Und die Wächter an den Toren der Äonen verfolgten mich, und alle, die in ihrem Mysterium blieben, höhnten über mich.

13  Doch ich blickte zu dir in die Höhe, oh Licht, und bewahrte meinen Glauben an dich. Doch nun, oh Licht der Lichter, bin ich bedrückt in der Finsternis des Chaos. Wenn du nun kommen willst und mich retten, ist deine Barmherzigkeit groß! Höre mich in Wahrheit und errette mich.

14  Hebe mich aus der Materie dieser Finsternis, so dass ich nicht mehr in ihr untergetaucht bin, und so dass ich vor den Emanationen von Gott Selbst-Wille gerettet werde, die mich heftig bedrängen, und vor ihren Bosheiten.

15  Erlaube dieser Finsternis nicht, mich zu überschwemmen, und erlaube dieser löwengesichtigen Kraft nicht, meine ganze Kraft vollständig zu verschlingen, und erlaube diesem Chaos nicht, meine Kraft auszulöschen.

16  Höre mich, oh Licht, in deiner kostbaren Gnade; blicke herab auf mich in der großen Barmherzigkeit deines Lichtes.

17  Wende dein Gesicht nicht von mir ab, denn ich bin in großen Qualen.

18  Neige eilig dein Ohr mir zu und rette meine Kraft.

19  Rette mich vor den Archonten, die mich hassen, denn du kennst meine Not und meine Qual, und die Qual meiner Kraft, die sie von mir genommen haben. Diejenigen, die mich inmitten all dieses Bösen eingekerkert haben, sind dir bekannt; handle mit ihnen nach deinem Willen.

20  Meine Kraft schaute aus der Mitte des Chaos und aus der Mitte der Finsternis, und ich wartete auf meinen Gepaarten, dass er komme und für mich kämpfe, aber er kam nicht. Ich wartete darauf, dass er komme und seine Kraft zu mir ausstrecke, aber ich fand ihn nicht.

21  Und als ich nach dem Lichte suchte, wurde mir nur Finsternis gegeben; und als ich nach meiner Kraft suchte, gaben sie mir Materie.

22  Deshalb, oh Licht der Lichter, lass nun die Finsternis und die Materie, mit der mich die Emanationen von Selbst-Willen belagert haben, ihnen zu Fallschlingen werden, und lass sie sich darin verwickeln. Lass dieses auf sie selbst zurückfallen, so dass sie stolpern werden und nicht in die Region ihres Selbst-Willen gehen können.

23  Lass sie in der Finsternis bleiben und das Licht nicht sehen. Lass sie für immer nur das Chaos kennen, und lass sie nicht in die Höhe blicken.

24  Bring deine eigene Rache über sie, und möge dein Urteil sie erfassen.

25  Lass sie nicht mehr in die Region ihres Gottes Selbst-Wille zurückkehren, und lass deine Emanationen nicht mehr in ihre Regionen reichen. Denn profan und willkürlich ist ihr Gott, der glaubte, er selbst hätte diese Gemeinheit vollbracht, ohne zu erkennen, dass, wenn ich nicht auf deinen Befehl gedemütigt worden wäre, er keine Macht über mich hätte.

26  Doch als du mich nach deinem Befehl demütigtest, jagten sie mich umso mehr, und ihre Emanationen fügten meiner Schmach noch Schmerz hinzu.

27  Und sie haben meine Lichtkraft genommen und haben begonnen, mich anzugreifen, um mir das ganze Licht, das in mir ist, zu entreißen. Weil sie mich nun hierhin gepflanzt haben, lass sie nicht in das Dreizehnte Äon, die Region der Rechtschaffenheit aufsteigen.

28  Und zähle sie nicht mit dem Los derer, die sich und ihr Licht reinigen, und lass sie nicht mit jenen gezählt werden, die bereitwillig bereuen, um rasch die Mysterien des Lichtes zu empfangen.

29  Denn sie haben mir mein Licht genommen und meine Kraft in mir hat zu schwinden begonnen. Ich bin meines Lichtes beraubt.

30  Darum nun, oh Licht, das in dir ist und das in mir ist, ich preise, oh Licht, deinen Namen in Herrlichkeit!

31  Mögest du meinen Lobpreis schön finden, oh Licht, so schön wie ein außergewöhnliches Mysterium, das die Tore des Lichtes öffnet, und das jene, die bereuen, sprechen werden, und dessen Licht sie reinigen wird.

32  Und nun lass alle Materie frohlocken; lass alles nach dem Lichte streben, damit die Kraft der Seele, die in dir ist, lebe.

33  Denn das Licht hat die Materie erhört, und es wird keine Substanz ohne ihre Reinigung lassen.

34  Lass alle Seelen und die Substanz des materiellen Selbst den Herrn aller Äonen preisen, und lass die Substanz und alles in ihr Lob bekunden.

35   Denn Gott wird ihre Seele aus aller Materie [aus dem Körper des Fleisches] retten, und eine Stadt soll im Licht errichtet werden, und alle Seelen, die gerettet werden, sollen diese Stadt bewohnen und sie erben.

36  Und die Seelen jener, die die Mysterien annehmen, werden in jener Region leben, und jene, die die Mysterien in seinem Namen annehmen, werden darin wohnen.



Nun geschah es, nachdem Jesus diese Worte zu seinem Jüngern gesprochen hatte, dass er zu ihnen sagte, „Dies ist das Loblied, welches Pistis Sophia in ihrer ersten Reue sang, da sie Reue für ihre Sünde empfand und alles berichtete, was ihr widerfahren war.
 Maria [ = Maria Magdalena] kam vor und sprach, „Mein Herr, mein Licht-Einwohner hat Ohren, und ich höre mit meiner Lichtkraft, und dein Geist, der mit mir ist, hat mich klar gemacht. So neige dein Ohr, damit ich von der Reue rede, welche die Pistis Sophia gegeben hat, indem sie von ihrer Sünde und allem, was ihr widerfahren war, berichtete. Deine Lichtkraft hat einmal darüber prophezeit durch den Propheten David im 69. Psalm:

1  Rette mich, oh Gott, denn die Wasser reichen bis an meine Seele.

2  Ich bin in die schlammigen Tiefen gesunken mit nichts, worauf ich stehen kann, und die Kraft hat mich verlassen. Ich bin in tiefe Wasser geraten und der Strudel reißt mich fort.

3  Ich bin erschöpft vom Weinen, meine Kehle ist ausgetrocknet, meine Augen versagen, während ich auf meinen Gott warte.

4  Jene, die mich ohne Grund hassen, sind zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf; jene, die mich vernichten wollen, sind mächtig, meine trügerischen Feinde, und was ich von ihnen nicht genommen habe, das zwingen sie mich, ihnen zurückzugeben.

5  Oh Gott, du selbst kennst meine Torheit, und meine Sünden sind vor dir nicht verborgen.

6  Jene, die auf dich hoffen, mein Herr, Gott der Heerscharen, lass sie durch mich nicht beschämt werden; lass die, die dich suchen, nicht durch mich in Schande geraten, oh Gott Israels.

7  Es ist wegen dir, dass ich Demütigung erlitten habe; Erniedrigung hat mein Gesicht bedeckt.

8  Ich bin meinen Verwandten ein Fremder geworden, und ein Ausländer für meiner Mutter Kinder.

9  Weil sie auf dein Haus eifersüchtig waren, verschlingen sie mich und die Missgunst derer, die dich verachten, ist auf mich gefallen.

10  Und mit dem Fasten meiner Seele habe ich weiterhin geweint, und es wurde mir nur zum Vorwurf.

11  Ich mache Säcke zu meiner Kleidung, und ich wurde für Sie ein Spottwort.

12  Jene, die an den Toren sitzen, sie reden über mich, und Trunkenbolde erfinden Lieder über mich.

13  Mögen meine Gebete an dich, YHWH, zu einer günstigen Zeit kommen. Oh Gott, im Überfluss deiner Gnade, antworte mir mit der Wahrheit deiner Erlösung.

14  Rette mich aus dem Morast, und lass mich nicht versinken; lass mich gerettet werden vor jenen, die mich hassen, und vor den Tiefen der Wasser.

15  Lass nicht die Flut mich wegreißen, noch lass die Tiefe mich schlucken, und lass nicht die Grube ihren Mund über mir schließen.

16  Antworte mir, YHWH, denn süß ist deine Gnade; in deiner großen Barmherzigkeit wende dich zu mir.

17  Und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Diener, denn ich bin betrübt. Antworte mir geschwind.

18  Komm zu meiner Seele und erlöse sie. Wegen meiner Feinde, befreie mich.

19  Denn du kennst meinen Vorwurf, meine Schande und meine Erniedrigung; alle meine Widersacher sind vor dir.

20  Vorwurf hat mein Herz gebrochen, und meine Wunde ist verheerend. Ich hoffte auf Trost, aber da war keiner, und auf jemanden, der mich trösten würde, aber ich fand niemanden.

21  Sie gaben mir Gift [oder Galle] zur Nahrung und in meinem Durst gaben sie mir Essig zu trinken
[wie Jesus anlässlich seiner Kreuzigung]

22  Lass den Tisch vor ihnen zur Schlinge werden, und lass Ihnen den Frieden zur Falle werden.

23  Möge ihr Rückgrat ewig krumm werden.

24  Gieße über sie deinen Zorn aus, lass das Feuer deiner Wut sie schlagen.

25  Verwüste ihr Lager, lass keinen Bewohner in ihren Zelten übrig.

26  Denn sie belagern denjenigen, den du niedergeworfen hast, und fügen der Wunde weiteren Schmerz zu.

27  Bringe Grausamkeit über ihre Grausamkeit, und gewähre ihnen nicht deine Rechtschaffenheit.

28  Radiere sie aus dem Buch der Lebendigen aus, und mit den Rechtschaffenen schreibe sie nicht ein.

29  Doch ich bin betrübt und elend; lass deine Erlösung, oh Gott, kommen, um mich zu stärken.

30  Ich werde den Namen Gottes im Gesang lobpreisen, und ich werde ihn im Dankgebet erhöhen.

31  Und es wird für Gott erfreulicher sein, als ein junger Stier mit Hörnern und gespaltenen Hufen.

32  Der Betrübte wird es sehen und sich freuen; ihr, die ihr Gott sucht, lasst eure Herzen aufleben.

33  Denn Gott hört den Betrübten und verachtet nicht die Gefangenen.

34  Lasst Himmel und Erde ihn preisen, die Meere und alles, was sich darin bewegt.

35  Denn Gott wird Zion retten und wird die Städte Judahs bauen, und sie werden darin siedeln und sie erben.

36  Und der Same seiner Diener wird sie erben, und die seinen Namen lieben werden es sein, die darin wohnen.


PS   Die dreizehn Reuen samt zugehören Psalmen umfassen in der von J.J. und Desiree Hurtak herausgegebenen „Pistis Sophia“ über 100 Seiten, ganz einfach deshalb, weil immer wieder inhaltlich wertvolle Ergänzungen und Kommentare von Seiten der Herausgeber eingeflossen sind. Wer sich also intensiv mit der Thematik auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich den Kauf des Buches, das einschließlich des Glossars ingesamt über 900 Seiten umfasst und natürlich weitere wertvolle Inhalte enthält.
> https://shop.schluesseldesenoch.org/literatur/buecher

Dass ich mir erlaubt habe und erlauben werde, so ausführlich aus dem Buch zu zitieren, mag formaljuristisch nicht in Ordnung sein.

Ich respektiere geistiges Eigentum, aber ich halte es auch für wichtig und glaube, dass es im Sinne der Geistigen Welt ist, dass möglichst viele Menschen mit den hier veröffentlichten geistigen Inhalten bekannt werden. Denn Reue ist Voraussetzung, um zum wahren Licht zu gelangen und das wahre göttliche vom luziferischen unterscheiden zu lernen, eine Fähigkeit, die gerade viele Esoteriker vermissen lassen.




Sonntag, 30. März 2025

Über den Prozess der "Einweihung in das Licht"

Der Prozess der „Einweihung in das Licht“ beginnt nur dann, wenn wir anfangen, das Leben, wie es sich aus der Sicht unserer fünf Sinne präsentiert, zu hinterfragen. Blicken wir hinaus in das größere evolutionäre Reich, erleben wir die erste Phase unseres Initiationsprozesses. Wir erkennen, dass wir hier in diesem Schulhaus „Erde“ als Verwalter und Betreuer eingesetzt sind, dass wir aber hier sind um herauszufinden, wer wir wirklich sind. Wir entdecken, dass wir die Bewohner eines weiten und Ehrfurcht gebietenden evoluierenden Universums sind und dass wir in uns einen Göttlichen Funken tragen. Mit dem Beginn unseres Erwachens verstehen wir die Kraft der Aliyah Jacob – der Jakobsleiter. "Die Schlüssel des Enoch" (Schlüssel 104:43) verweisen auf unsere wahre Identität als eine multidimensionale Entwicklung: 
„… Zu diesem Zweck muß der physische Körper in das Licht eingeweiht werden, ehe er den Überselbst-Körper aus Licht, der die wahre ICH-BIN-Identität ist, empfangen, kann.“
Staunend schauen wir in das unendlich weite und Ehrfurcht gebietende Universum und beginnen zu erkennen, dass sich hinter diesem Universum „Membranen“ göttlicher Lichtwelten befinden – Codes hinter Codes, Emanationen hinter Emanationen und LICHT hinter dem Licht.

***1*** Der erste Schritt auf dem Weg zur Einweihung
aus J.J. Hurtak und Desiree Hurtak, "Überselbst Erweckung. Ein Wegweiser durch die Schule der Seele."

Dienstag, 11. März 2025

* Der gegenwärtige Erdenzyklus: Ergebnis einer gefallenen Gedankenform – Frieden und Glück bedürfen einer anderen Dimension, einer neuen Lichtregion – Die Wiedergeburt des Lichts: Sterben des Todes

Auszug aus J.J. Hurtaks „Das Buch des Wissens: Die Schlüssel des Enoch“, Schlüssel 112, 43ff

(…) die Entwicklung der Spezies Mensch auf diesem Planeten (kann sich) nur bis zu einem gewissen Grad entfalten, weil der gegenwärtige Edenzyklus als Ergebnis einer gefallenen Gedankenform geschaffen wurde und deshalb die Erlösende Gedankenform einer neuen Lichtregion benötigt, die um den Planeten gelegt werden soll, wenn Christus den Planeten dem Vater darbringen wird. 

44 So befindet sich der Erdenmensch gegenwärtig in einer gefallenen Lichtdimension, die das Reich räumlicher Dunkelheit ist. Unsere chemische Entwicklung wird sich in dieser Phase planetarer Evolution nicht weit entfalten. 

45 Wir brauchen eine höhere Lichtwertigkeit, eine höhere Licht-Neuprogrammierung, die von Vater-Systemen zu Sohn-Systemen und von Sohn-Systemen zu Shekinah-Systemen [Systemen des Heiligen Geistes] synchronisiert ist.

46 Und deshalb erkennen die „Kinder des Lichts“, daß es töricht ist, in Begriffen von normativen Werten zu sprechen, denn ihre Seele weiß um die Vergänglichkeit von Frieden und Glück in dieser Welt. Denn diese Welt bleibt immerfort im Chaos und das Kind Gottes sieht, daß vollkommene Harmonie in dieser Dimension nicht erreicht werden kann; und nur, indem es zum inneren Licht erwacht, wird sein Licht, das in der Welt, aber nicht von dieser Welt ist, vollkommen in die Himmel des Ewigen Tages verklärt werden. 

47 Daher heißt es im 1. Thessalonicher: “Ihr seid alle Söhne des Lichts und Söhne des Tages.“
(…)

49 (…) die Mehrheit der Menschheit (verkörpert sich) wieder und wieder in dieses biochemische Plasma (…), nur um dazusitzen und auf ihren Nabel zu schauen und sich zu wundern, warum Gewalt über die Friedfertigen und Gerechten hereinbrechen muss. 

50 Diese planetare Knechtschaft muss über ihr Lichtfeld hinausgehen, andernfalls läßt sie zu, daß sich Materie-Energie einfach wieder in das gleiche chemische Relativitätsmuster zurückverkörpert.

51 Enoch sagt in diesem Schlüssel, daß es ein größeres Lichtfeld gibt, an dem ihr euch erfreuen könnt. Und bis ihr euch an jenem größeren Licht-Kontinuum erfreuen könnt, das unendliche Variationen zuläßt, werdet ihr zum willfährigen Diener dessen, was die irdische Gesellschaft für Sicherheit und Frieden hält.

52 Der aufgestiegene Meister Paulus sagt uns in Thess. 5,6-11: 
“So laßt uns denn nicht schlafen wie die anderen (nämlich jene Menschen, die denken, daß das alles ist, und die weiterschlafen trotz dem, was ihnen ihre innere Stimme sagt), sondern laßt uns wachen und nüchtern bleiben.
53 „Denn die da schlafen, sind gewohnt, bei Nacht zu schlafen, und die da trunken sind, die sind gewöhnlich des Nachts betrunken. 
54 „Wir aber, die wir dem Tag gehören, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Brustschild des Glaubens und der Liebe und als Helm die Hoffnung auf die Erlösung. Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zur Erlangung der Erlösung durch unseren Herrn Jesus Christus, 
55 “ der für uns gestorben ist, damit wir, ob wir wachen oder schlafen, mit ihm zusammen leben sollen.“
(…)

59 Der Mensch bewohnt eine Welt, die den Schwerpunkt auf den physischen Körper legt und seine Aufmerksamkeit auf die chemische Hülle zu lenken versucht, die sie für den Sitz ihrer Intelligenz hält, und doch ist sie nur die niedrigste Inkarnation der Verkörperung des Geistes. 

60 Das Gotteskind legt den Brustschild des Glaubens an, denn es durchwandert diese Welt, die die Beweise höherer Wahrheiten nicht annehmen will und die es angreifen wird, wenn es versucht, ihr Bewußtsein und das Bewußtsein der Masssen dieser Welt zu heben.
(…) 

63 Je mehr ihr die Gaben des Geistes ausgießt, desto mehr erweckt der Geist eure geistigen Kräfte, so daß ihr nicht im Bewußtsein des Todes schlafen müßt, welches vor der Wiedergeburt des Lichts gilt. 

64 Paulus lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass die alten Bruderschaften nachts arbeiteten und studierten, wenn die Sonneneinflüsse auf das Gehirn geringer sind und die Lichteinflüsse der ´höheren Stern´-Illumination erkannt werden können und es dem Geist ermöglichen, mit dem „Licht“ der Merkabah [geistiges Lichtfahrzeug] durch die Erzeugung von Brenngeometrien und der Benutzung heiliger Mantren zu kommunizieren, um Wellenfaktoren in der Aussendung von Gedanken-Signalen zu modulieren.
(…)

84 Die Bruderschaft des Lichts lehrt das „lebendige Licht der Liebe“, das mit Agape arbeitet, dem heiligen Kuß auf das dritte Auge, der das notwendige Siegel ist für das Öffnen des Samenkristalls aus Licht für die Ferngedanken-Kommunikation. 

85 Wenn die Brüder der höheren Lichtwellenlänge aufrichtig wandeln und das Licht ausstrahlen, werden sie die Prophezeiungen im Namen des Vaters nicht verwerfen, denn sie werden das fortdauernde Haus der Prophetie verstehen, das weiter bestehen wird, weil sich das Universum immerfort selbst in den Lichtkanälen erneuert.
(…)

93 Wenn ihr die Treue und die Liebe des lebendigen Jod-He-Wod-He, JHWH, annehmt, der jenseits aller unendlichen Systeme west, werdet ihr in eine Lichtschwelle hineingeführt, wo ihr diese anderen Ebenen, anderen Reiche von Licht sehen, wahrnehmen und an ihnen Anteil haben könnt.

Montag, 4. Dezember 2023

GEBET FÜR DIE NEUE ZEIT

 GEBET FÜR DIE NEUE ZEIT

von Silvia Szödy

Mein Gott, der Du alles bist, Großer Geist der Schöpfung,
Lass mich gewahr sein Deiner Liebe, in jedem Augenblick und wo immer ich bin,
segne mich in Trauer und Angst und verwandle sie in Licht und Liebe,
lass mich meine Verbundenheit fühlen mit der Mutter Erde bei jedem Atemzug,
halte mein Herz offen für das Leben und die Wunder der Welt,
segne mich mit göttlichem Vertrauen in dem Prozess der Veränderung,
erfülle mich mit Liebe und Geduld, wenn ich das menschliche Drama schaue,
lass mich unbeirrbar Liebe fühlen für alles, was ist und was geschieht,
segne meine Visionen von einer geheilten Erde und Menschheit mit göttlicher Kraft
und lass mich zu jeder Zeit Deiner göttlichen Führung gewahr sein.


Samstag, 23. September 2023

Ich bin die Liebe – du bist das Licht

 Erinnerung

von Silvia Szödy



Geboren bist du aus der Welle des Licht’s,

siehst du denn in dir dein Leuchten nicht?


Ich halt’ dich im Arme von Anbeginn,

fühlst du nicht die Liebe, so tief in dir drin? 


Ja, kannst du denn hören den göttlichen Ton?

Es ist Heiliger Geist, Gottvater und Sohn!


Von Anbeginn an bist du mein und ich dein,

es war niemals anders, es wird immer so sein.


Ja, du bist das Licht, auch wenn du vergisst,

und ich bin die Liebe, die du so vermisst.


Geboren bist du aus der Welle des Licht’s,

gezeugt aus der Liebe, dies bleibt, wie es ist!


Ja, du bist selbst Liebe und du bist auch Licht,

lass’ leuchten dein Herz und erinnere dich.


Donnerstag, 25. August 2022

Der Himmel ist los!

Momentan kann man schon irritiert sein. Gewöhnlich spricht man ja davon, dass die Hölle los sei oder der Teufel; aber zur Zeit kann man mit Fug und Recht sagen, der Himmel sei los: Der Licht- und Energieeinfall ist übergroß und wer einen Wunsch frei hat, wünsche sich bei Bedarf von seiner geistigen Führung einen Adapter, um den Licht- und Energieeinfall bewerkstelligen zu können.

In der Tat empfiehlt es sich, mit dieser Bitte an die eigene geistige Führung heranzutreten.

Das Ganze könnte noch bis Oktober währen.

Niemand wundere sich über merkwürdige Reaktionen von Menschen (manchmal legen sie etwas offen, was niemand gern sehen will, aber was  schon lange an die Oberfläche wollte); uralte Kisten werden aus den letzten Winkeln der Seele befördert.
Ungewöhnliche Krankheitssymptome sind keine Seltenheit. 

Empfehlenswert ist Aconitum D12 (5 - 6 Globuli bei Bedarf) und Trinken von viel Wasser (Tee mag auch gut sein, aber wirklich gut ist Wasser pur).

Ich habe im Folgenden
aus Boerickes Handbuch der homöopathischen materia medica zwei Seiten zu Aconitum napellus (Eisenhut) eingescannt.

Obwohl viele Menschen unter den derzeitigen kosmischen Einwirkungen leiden, ist das Geschehen mehr als erfreulich - es besteht die berechtigte Möglichkeit, dem Himmel dafür zu danken :-)





Dienstag, 15. März 2022

Nur weil ein Mann meint, Gott spielen zu müssen: "Damit kein Licht uns liebe"

Zur Situation der Menschen in der Ukraine fällt mir ein Gedicht von Rose Ausländer ein:

Damit kein Licht uns liebe

Sie kamen
mit scharfen Fahnen und Pistolen 
schossen alle Sterne und den Mond ab
 damit kein Licht uns bliebe
damit kein Licht uns liebe
Da begruben wir die Sonne
Es war eine unendliche Sonnenfinsternis


PS. Noch wenigen Wochen hätte ich es nicht für möglich gehalten, was da vor den Augen der Weltöffentlichkeit geschieht.
Nur weil ein Mann glaubt, Gott spielen zu müssen ...

Nur weil EIN Mann glaubt, Gott spielen zu müssen ...
Nur weil ein MANN glaubt, Gott spielen zu müssen ...

Der Mensch ist kein Mann, sondern er ist Mann-Frau.
Wenn er nur Mann ist, dann ist er eigentlich kein Mensch.


Nach außen hin ist der Mann ein Mensch
Nach außen hin ist die Frau ein Mensch.

Eigentlich aber sind beide nur Mensch, wenn sie Mann-Frau sind, denn der Mensch ist so angelegt, er wurde geschaffen als Mann-Frau.
Die fatale Übersetzung der Schöpfungsgeschichte durch Luther lautete: Und Gott schuf sie, einen Mann und eine Frau.

Das aber steht so nicht im Original, da fehlt das „und“: Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, und er ist eben nicht Herr Gott oder Frau Gott, sondern er ist Mann-Frau oder männlich-weiblich. So ist Gott, so ist der Mensch.

Dass fast das ganze Abendland, wenn an Gott gedacht wird, an einen Mann denkt, das hat die Kirche installiert in die Köpfe der Menschen. 

Auch dass wir unterscheiden in Monotheismus und Polytheismus, das ist eine Installation der Kirchen, welche die Religionswissenschaft übernommen hat, denn auch das Christentum ist polytheistisch. Wenn die Menschen sehen würden, was allein die Erzengel - zur Zeit ganz besonders - für die Menschen leisten, würde es auch hochachtungsvoll von Göttern sprechen, natürlich im Bewusstsein der Bedeutung Christi, aber der Himmel wäre nicht so schrecklich entleert, was er eben in Wirklichkeit nicht ist.

Für die Erde würde Obiges - der Mensch als männlich-weibliches Wesen - im Extrem bedeuten, dass Menschen, die sich nur männlich aufführen oder nur weiblich, keine Menschen sind.

Aber gedanklich möchte das niemand wirklich durchdenken. Das Ergebnis wäre eine Entvölkerung der Erde von Menschen oder anders ausgedrückt gäbe es drei Kategorien von menschenartigen Lebewesen: Es gäbe Männer, Frauen und Menschen.

Wenn ich von dem, der Gott spielt, also Putin, spreche, dann IST er in diesem Sinne weder Gott noch Mensch. Das aber würde alle aufbringen gegen mich, die für Putin menschliches Gedankengut in die Waagschale werfen.

Die Wahrheit ist ja: Er ist weder Gott noch Mann oder Frau.

Denn ein wirklicher Mann ist in Wahrheit auch Frau.

Für mich spielt er eine Rolle, die ich mit den Worten einer von mir geschätzten Frau ausdrücke: Der letzte Walzer des Tyrannen.

Vielleicht ist es der letzte Walzer des letzten Tyrannen, weil der Menschheit die Augen aufgehen und sie kapiert, was Männer dieses Schlages anrichten.

Sonntag, 22. August 2021

Albert Steffen: Nur, dass Du wie ein Spiegel wirst ...

Von drüben tönt ein Ruf zu mir:
Dem Feind der Liebe und des Lichts
Ins Auge schauen! Weiter nichts
Verlangt der Engel jetzt von dir!

Nur, dass du wie ein Spiegel wirst,
Darin der Dämon sich erkennt, 
In deiner Läuterung verbrennt, 
Das Böse in sich selbst zerbirst.

Der Herr des Schicksals fordert nicht,
Dass du die Hand als Richter hebst,
Nur, dass du in der Wahrheit lebst:
Der Geist ist selber das Gericht.

Gerade im esoterischen Bereich gibt es Menschen, die ich die "Licht-und-Liebe-Fraktion" nenne.

Für sie ist immer alles Licht und Liebe. In der Regel enden alle schriftlichen Äußerungen mit "Licht und Liebe", manchmal auch mit "LuL", wobei den Licht-und-Liebe-Spendern gar nicht auffällt, wie pervers es ist, gerade Licht und Liebe abkürzen und ganz offensichtlich auf Buchstaben reduzieren zu wollen (eigentlich sollten diese Worte ohnehin jeden Buchstaben wert sein ...).

Wie sehr solche Menschen die eigene Entwicklung stornieren, macht dieses Gedicht von Albert Steffen deutlich. Tatsächlich geht es nämlich darum, dem Feind der Liebe und des Lichts in die Augen zu schauen, ihn wahr-zu-nehmen. Nur das bringt mit sich, dass man ihm zum Spiegel wird, der es ihm ermöglicht, erlöst zu werden. Denn nichts Anderes und vielleicht nichts Größeres gibt es, was wir Menschen tun können, als das Böse - das auch das Böse in uns ist - zu erlösen. Wir erlösen es im Außen und in uns.

Auf diese Weise könnte zum Beispiel Corona erlöst werden ...

Der Virus würde an sich selbst zerbersten.


Donnerstag, 26. November 2015

Ein bisschen Einstein darf sein!

Am Ende eines Spektrum-Artikels zu Einstein las ich folgende Zeilen:

Jahre später fragte sein jüngerer Sohn Eduard, warum er so berühmt sei.
Um seine fundamentale Erkenntnis, dass sich die Schwerkraft als Krümmung der Raumzeit deuten ließ, zu erklären, nutzte Einstein ein einfaches Bild:

"Wenn ein blinder Käfer über die Oberfläche einer Kugel krabbelt, merkt er nicht, dass der zurückgelegte Weg gekrümmt ist. Ich hingegen hatte das Glück, es zu merken."

Wenn wir nachts in den Himmel schauen, glauben wir auch, dass die Lichtquelle, die wir sehen, an genau dem Fleck sei, wo wir sie sehen.
Welch ein Irrtum. Auch das Licht verläuft ja entlang der Krümmung der Raum-Zeit.

Vielleicht sollten manche Theologen und all die in Glaubensdingen so Allwissenden berücksichtigen, dass das Göttliche Licht, von dem sie sprechen, von ihrer Raum-Zeit gekrümmt wird. Bei manchen gar sehr.

Selten also ist das göttliche Licht da, wo sie es vermuten. Es wäre gut, wenn sie in ihren Botschaften und Predigten das berücksichtigten!

Montag, 7. April 2014

Ich horche immer. Gib ein kleines Zeichen . . .


Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manches Mal
in langer Nacht mit hartem Klopfen störe, -
so ists, weil ich dich selten atmen höre
und weiß: Du bist allein im Saal.
Und wenn du etwas brauchst, ist keiner da,
um deinem Tasten einen Trank zu reichen:
ich horche immer. Gib ein kleines Zeichen.
Ich bin ganz nah.

Nur eine schmale Wand ist zwischen uns,
durch Zufall; denn es könnte sein:
ein Rufen deines oder meines Munds -
und sie bricht ein
ganz ohne Lärm und Laut.

Aus deinen Bildern ist sie aufgebaut.

Und deine Bilder stehn vor dir wie Namen.
Und wenn einmal in mir das Licht entbrennt,
mit welchem meine Tiefe dich erkennt,
vergeudet sichs als Glanz auf ihren Rahmen.

Und meine Sinne, welche schnell erlahmen,
sind ohne Heimat und von dir getrennt.


Rainer Maria Rilke, 22.9.1899, Berlin-Schmargendorf

Sonntag, 1. Dezember 2013

Zum 1. Advent: Lass Treu und Mut aufflammen licht und lichter!




Annette von Droste- Hülshoff hat zum Geistlichen Jahr, so auch zum 1. Advent, Gedichte verfasst, die ihre tiefe Religiosität spiegeln.

Im Folgenden möchte ich die letzten vier Strophen ihres 11-strophigen Gedichtes zum 1. Advent wiedergeben.

Wie das von Reinhold Schneider kürzlich zitierte Gedicht spricht auch dieses hier die Not der Zeit an.

Jede Zeit hat ihre Not.

Die unsere hat sie erfreulicherweise nicht aufgrund einer drohenden Diktatur oder eines Krieges. Sie hat allerdings eine ungewöhnliche, eine ungewöhnlich traurige. Sie muss ankämpfen gegen ein Vergessen des Wertvollsten, was uns als Menschen zu eigen ist:


für ein reines Heiligtum, wie die Droste schreibt. 

Für ein Weihnachten in uns. 

Ihm nähern wir uns. Es ist Advent.

Da bedarf es des Mutes - so sieht es Annette von Droste-Hülshoff -, mit dem Schwert, mit klarem Wort also, einzutreten, damit sich keine Schatten auf Weihnachten legen, auf dieses unschätzbare Gut, was in jedem von uns tief innig leuchten will, damit der Ölzweig, die Botschaft von Standhaftigkeit, Demut und Frieden, seine Wirkung entfalte.

Mit Gottes Hilfe:
Allmächt’ger du,
In dieser Zeit, wo dringend Not,
Dass rein dein Heiligtum sich zeige,
O, lass nicht zu,
Dass Lästerung, die lauernd droht,
Verschütten darf des Hefens Neige
Und, ach, den klaren Trank dazu!
Lass alle Treu’
Und allen standhaft echten Mut
Aufflammen immer licht und lichter!
Kein Opfer sei
Zu groß für ein unschätzbar Gut,
Und deine Scharen mögen dichter
Und dichter treten Reih an Reih.
Doch ihr Gewand
Sei weiß, und auf der Stirne wert
Soll keine Falte düster ragen;
In ihrer Hand,
Und fasst die Linke auch das Schwert,
Die Rechte soll den Ölzweig tragen,
Und aufwärts sei der Blick gewandt.
So wirst du früh
Und spät, so wirst du einst und heut’
Als deine Streiter sie erkennen:
Voll Schweiß und Müh’,
Demütig, standhaft, friedbereit;
So wirst du deine Scharen nennen
Und Segen strömen über sie.

Samstag, 27. Juli 2013

"Der Herr der Ringe": Ende einer Zeit, Ende eines Buches, Wehmut, Lehren und Blick nach vorn.

Selten ist mir ein Buch so schwer zu lesen gefallen.
Woran das lag, ist mir klar: Vergangenheit kann belasten, und diese alte Zeit von Mittelerde enthält viel Grauenvolles, zugleich enthält sie ein wunderbares Licht in der Gestalt Galadriels und viel Lehrreiches.

Ja, der Hass, den es unter lebenden Wesen gibt, ist unendlich groß und er wird auch da sein im neuen Abschnitt der Maya-Zeitrechnung, den wir nun leben. 

Im Roman Tolkiens manifestiert er sich an vielen Stellen, an denen beim Lesen die Luft so dünn wie im Buch wird und die Buchstaben wie klebende dunkle Substanzen sind und man kaum glaubt vorwärtszukommen. An vielen Stellen war das Lesen für mich Kampf.

Unglaublich faszinierend dennoch, wie Tolkien der Bedeutung von Licht und Dunkel gerecht wird, wie sehr deutlich wird, wie schwer Leben ohne Licht ist, wie schwer die Schritte werden, wie niederdrückend Leben ohne die Bewegung der Luft sein kann.

Wie habe ich die Stellen geliebt, wenn die Seele entspannen konnte, weil die Ringträger bei den Elben zu Gast waren oder diese in der Nähe oder Gandalf auftauchte und Rat wusste ...

Kafka hat das in seinem Werk vergleichbar Dunkles abgebildet, aber ohne jede Hoffnung.

In Tolkiens Werk erlischt das glimmende Licht der Hoffnung nie. Immer hofft man darauf, dass Gandalf noch kommt, dass sich noch eine Tür auftut ... und dann kommen sie wirklich, die Adler, und wenden buchstäblich in letzter Sekunde das Blatt, die Schlacht ...

Kafkas Trostlosigkeit ist in dieser Dimension fast einmalig und sein Freund Brod hätte seinen Wunsch respektieren sollen, seine Werke nicht zu veröffentlichen.

Kafka wusste zu gut um die Macht des Dunkels, er wusste jedoch auch um die Macht des Lichts, wie sie in der Türhüterlegende zum Ausdruck kommt.

Frodo, der Ringträger, dem viel zu wenig Ehre nach seiner Heimkehr ins Auenland zuteil wird, zieht am Schluss mit den Elben aufs Meer hinaus. Er und die Elben verlassen ihr Land Lórien und Mittelerde.

Für eine bessere Zeit.

Die nun beginnt. 

Ein Frodo muss heute an seiner Wunde nicht mehr sterben, der neue Held heißt Parzival, vor 800 Jahren angekündigt in Wolfram von Eschenbachs Werk und zwei französischen.
Möge das Bewusstsein für ihn wirklich wach werden. Möge Anfortas überwunden werden.
Beide sind Bewusstseinszustände. Sie leben in unserem Inneren.

Auch die Elben werden wiederkommen und die Naturgeister werden im Bewusstsein der Menschen auferstehen.

Es beginnt eine Zeit, in der die Menschen sich wieder mit Respekt begegnen werden, eine Zeit, in dem man im Anderen das Besondere suchen und finden wird.

Unglaublich, die Leistung des Ringträgers Frodo durchzuhalten, den Ring zu vernichten und dennoch dem diabolischen Saruman Gnade zu erweisen.

Schrecklich dennoch dessen Ende, das der Ringträger nicht verhindern kann, als das Böse in Gestalt Schlangenzunges das Böse in Gestalt Sarumans umbringt und dennoch weiß Frodo und sagt das auch noch vor dessen Tod, den er dann nicht verhindern kann:
Er war einmal ein Großer und von so edler Art, dass wir nicht wagen sollten, die Hand gegen ihn zu erheben.

Bei Tolkien gibt es viele Anklänge an die Bibel, hier genauso, denn wir wissen, bevor Satan zu dem wurde, als  den wir ihn kennen, war er Satanael, ein großer Engel in der Gegenwart Gottes.

Die Silbe El bedeutet vorzugsweise Gott und sie zeichnet Erzengel wie Gabriel und Michael aus. Auch Satanael gehörte zu ihnen.
Vielleicht ist er zurückgekehrt. Auf ewig bleibt er nicht Satan.
Leider findet er einen Nachfolger. Ich fürchte, das wird immer so sein.
Für alle, die in der Zeit leben und über die Erde gehen bzw. das, was ihr folgt ...

Welch eine biblische Größe zeigt jedenfalls Frodo, wie ist der durch all die Kämpfe hindurch gewachsen, immer begleitet von Gandalf, dem weißen weisen Zauberer.


Ja, Kämpfe lassen Wesen und Menschen stark werden. 

Leben ist nicht als Kampf gedacht, schreibt Stuart Wilde, doch wissen wir: In Wahrheit ist es Kampf, den wir nicht vermeiden können, denn es gibt allenthalben Saruman und seine Gehilfen.
Wunderbar aber, wie im Roman, als die Schlacht verloren scheint, die Adler auftauchen, gerufen und mit großer Macht ausgestattet, zu helfen, das Blatt zu wenden.
Ich weiß noch, wie beim Lesen ich nicht fassen konnte, dass doch noch Hilfe auftaucht ...

Das Böse ist immer zum Untergang verurteilt.


Das ist die Botschaft der Märchen und solcher Romane wie dem Herrn der Ringe.


Auch wenn es manchmal so dunkel um uns wie eben auch im Buch ist.


Ich lasse das Buch mit seinen drei Bänden gern zurück, ich werde es gewiss nicht nochmal lesen. (Jedenfalls denke ich das im Moment :-)

Vielleicht aber müssen Menschen wie ich durch diese alte Zeit hindurch, um zu wissen, was alle Vorkämpfer der Geschichte geleistet haben, was wir ihnen danken und wie dankbar wir sein können für jeden elbenhaften, sonnigen Tag.

Mein Eindruck ist, dass die Kinder der neuen Zeit, die ich auch schon unterrichte, das nicht mehr müssen.

Manche jedenfalls nicht.
Noch werden viele von ihren Eltern und Lehrern in die alte Zeit gezogen. In Kämpfe alter Art verwickelt.
Das ist nicht böse, nicht absichtlich böse. 
Solange wir der Vergangenheit Macht geben, wird das geschehen.
Aber das kann sich ändern.

Freitag, 31. Mai 2013

Wenn Licht schweigt (I): Vom Sinn, unter den Bedingungen der Schwerkraft zu leben


Licht schweigt in den merkwürdigsten Örtlichkeiten, die der Kosmos kennt und die u.a. entstehen, wenn massereiche Sterne auf ein Minimum ihrer einstigen Masse zusammenfallen, also kollabieren und sozusagen ihr Leben aushauchen: Man nennt diese schwärzesten aller schwarzen Orte Schwarze Löcher. 
Licht schweigt ziemlich sicher schon in ihrer Umgebung (was niemand genauer weiß, da von dort auch niemand zurückkommen könnte.) – Doch dazu wahrscheinlich erst einige Posts später mehr und damit auch dazu, dass es diese Lichtlosigkeit auch in der Literatur beschrieben gibt –  und zwar ziemlich genau und zutreffend sogar.

Was mich seit langem interessiert, ist die Korrespondenz zwischen naturwissenschaftlich Feststellbarem und dem, was dies auf einer geistigen Ebene bedeuten mag.
Eines der nachvollziehbarsten Beispiele bezieht sich auf das Phänomen des Wassers. Um seine physikalische und biologisch-medizinische Bedeutung für die Erdoberfläche und den menschlichen Körper wissen wir. Was wären die Erde und der menschliche Körper ohne Wasser ...
Goethe sagt angesichts des Staubbachfalls, dass des Menschen Seele dem Wasser gleiche. Vergleichbares finden wir bei Teresa von Avila. Und ich erinnere mich an einen interessanten Artikel in PM, dass das Wasser ein Gedächtnis habe.
Weil Wasser einer seelischen Ebene korrespondiert, vermögen Jesus und der germanische Gott Odhin auf dem Wasser zu wandeln. Sie sind Meister des Wasserelements. So jedenfalls verstehe ich den Sinn dieser Geschichte in der Bibel. Genauer gesagt entspricht Wasser im Übrigen der seelischen Ebene unserer Emotionen.
In früheren Zeiten hat man den Körper unterteilt in 4 Bereiche; das Wasser-Element wurde im Bauchbereich lokalisiert. Der Solar plexus gehört dazu und wir wissen, dass wir unter gewissen Bedingungen einen richtigen Knoten in der Magengrube haben können. Plötzliche Angst kann  unseren solar plexus total verkrampfen.
Angst ist eine Emotion. Aus Angst ging Petrus, als er auch auf dem Wasser laufen wollte, unter. Nichts Anderes vermittelt die Geschichte vom sinkenden Petrus in der Bibel. Wie Petrus geht es jedem, der in seinen Emotionen untergeht, sei es Angst, Verzweiflung, Hass ... 
So ist Wasser eine physikalische Tatsache und  zugleich die Wasserebene ein seelisches Feld

Als weiteres Beispiel können wir die Frage stellen:  Was bedeutet es, dass wir unter den Bedingungen der Schwerkraft leben?

Könnten auch diese Bedingungen einem seelisch-geistigen Sinn korrespondieren?
Sie tun es, ja:
Auf einer körperlich-materiellen Ebene bedeutet es, dass wir zu Boden sinken, wenn wir nicht ständig aktiv der Schwerkraft entgegenwirken. Aufrechtsein erfordert Energie. Wir merken das nur nicht. Uns fällt unsere Kinnlade nicht herunter, weil ständig Muskeln im Einsatz sind. Deren Arbeit aber ist in unser Körpersystem von Beginn an integriert.
Wenn wir total müde sind, fallen uns die Bedingungen der Schwerkraft schon eher auf, dann möchten wir ihr am liebsten nachgeben und zu Boden sinken. Erst da merken wir, dass wir energetischen Aufwand betreiben, um aufrecht zu bleiben. Aufrecht zu bleiben ist eine Leistung. Die müssen wir unter den Gesetzen der Schwerkraft erbringen.
Das gilt auch für unseren seelisch-geistigen Zustand.

Wir müssen eine Leistung erbringen, um in einem aufrechten Zustand zu bleiben, uns nicht total gehen zu lassen, zur seelischen Qualle zu werden, die nur noch im Sessel hängt und gerade noch die Augen auf den Fernseher richten kann und der schon die Augenwendung zur eigenen Frau oder dem Partner zu viel ist.
Manche sind zu faul den Mund zu bewegen.
In diesen Fällen hat die seelisch-geistige Schwerkraft gesiegt.
Unser Leben ist also von vornherein einer Anforderung ausgesetzt. Als Menschen sind wir gefordert, sonst versumpfen wir. Deshalb ist der Planet, den wir als Feld unserer Bewährung und Bewusstseinsentwicklung ausgewählt haben, nicht gerade ein leichter.
Für mich ist das jedoch der Sinn der Bedingungen, unter denen wir leben.
Leben wird von vornherein durch die Schwerkraft eine Herausforderung – physisch und metaphysisch.

Interessant wird es ganz besonders, wenn wir uns die Frage stellen, ob Schwarze Löcher einem seelisch-geistigen Sinn korrespondieren.

Wir wissen heute, dass inmitten unserer Galaxie, der Milchstraße, ein Schwarzes Loch existiert, das, genauso wie alle anderen nicht zu sehen ist. – Schwarze Löcher sind unsichtbar. Man kann nur aufgrund des Verhaltens der Materie in ihrer Umgebung auf ihre Existenz schließen.
Und noch etwas ist interessant: Ab einem bestimmten Punkt, dem man sich ihnen annähert, gibt es kein Entkommen mehr; zu stark ist ihr Sog.

Dazu mehr in einem nächsten Post ...

PS. Seltsam übrigens, dass man auch von Suchtkranken zu wissen glaubt, dass die allermeisten erst ganz nach unten müssen - bis alles kollabiert –, damit in ihnen wirklich die Bereitschaft zu einer Wende vorhanden ist.
Das muss meiner Ansicht allerdings nicht zwangsläufig sein. In dem Moment, wo der Suchtenergie die Quelle abgegraben wird, besteht meines Erachtens zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit zu einem Leben ohne (Sehn-)Sucht.