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Sonntag, 31. Oktober 2021

„Keine Hierarchie / Von Heiligen auf goldnen Stühlen / Sitzend / Kein Niedersturz / Verdammter Seelen / 
Nur / Nur Liebe“ - Gedanken einer großen Dichterin zu Allerheiligen und Allerseelen und dem Leben nach dem Tode.


Glauben Sie fragte man mich 

An ein Leben nach dem Tode 

Und ich antwortete: ja 

Aber dann wusste ich 
Keine Antwort zu geben 

Wie das aussehen sollte 

Wie ich selber
Aussehen sollte 

Dort 

Ich wusste nur eines 

Keine Hierarchie 

Von Heiligen auf goldenen Stühlen 
Sitzend 

Kein Niedersturz 

Verdammter Seelen 

Nur 
Nur Liebe frei gewordene 

Niemals aufgezehrte 

Mich überflutend 


Kein Schutzmantel starr aus Gold

Mit Edelsteinen besetzt

Ein spinnenwebenleichtes Gewand

Ein Hauch

Mir um die Schultern

Liebkosung schöne Bewegung

Wie einst von tyrrhenischen Wellen ...

Wortfetzen

Komm du komm 



Schmerzweb mit Tränen besetzt

Berg- und Talfahrt

Und deine Hand

Wieder in meiner

So lagen wir lasest du vor

Schlief ich ein

Wachte auf

Schlief ein

Wache auf

Deine Stimme empfängt mich

Entlässt mich und immer

So fort 


Mehr also, fragen die Frager 

Erwarten Sie nicht nach dem Tode? 
Und ich antwortete 

Weniger nicht.

(Marie Luise Kaschnitz, „Ein Leben nach dem Tode“)



Vor wenigen Tagen starb meine ältere Schwester Gabriele und ich bin froh und dankbar, dass sie gehen durfte. Sie war ein tapfere Kämpferin gewesen, die es sich wahrlich verdient hatte, Ruhe zu finden, wenn ich allein an die 33 Vollnarkosen denke, die sie wegen einer misslungenen Hüftoperation und anderen Leiden über sich hat ergehen lassen müssen.
Ich habe nie ein Jammern von ihren Lippen gehört und im Nachhinein mutet mich das fast unfassbar an. In einem den Trauergottesdienst vorbereitenden Gespräch mit der Pfarrerin ihrer Konfession, in dem die Frage nach der Bedeutung des Leidens von jener gestellt wurde, sagte ich, dass ich das nur im Zusammenhang vieler Leben, die wir leben, sehen könne. Am Ende der Gesamtheit unserer physischen Leben wird sich für mich, wenn es gutgeht, jenes Wort aus dem 21. Kapitel der Offenbarung des Johannes bewahrheiten, wenn es heißt: 
Gott wird ihnen alle Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen; denn was einmal war, ist für immer vorbei.
Aber dann wusste ich keine Antwort zu geben
Ich finde, es tut gut, wenn jemand nicht zu verschleiern sucht, dass er keine Ahnung von etwas hat. Marie Luise Kaschnitz - jene 1901 in Karlsruhe geborene und 1974 in Rom verstorbene große Dichterin, die ich in eine Reihe stelle mit Autorinnen wie Annette von Droste-Hülshoff, Ricarda Huch, Gertrud Kolmar und Ingeborg Bachmann und die in diesem Gedicht vermutlich den Tod ihres 1958 verstorbenen Mannes Guido Kaschnitz von Weinberg verarbeitete - tut das ebenfalls nicht; ihre Worte
Aber dann wusste ich 
Keine Antwort zu geben 

Wie das aussehen sollte 
können kaum ehrlicher sein und manche Esoteriker, die ihre gedanklichen Spekulationen als Wahrheiten ausgeben, könnten sich eine dicke Scheibe abschneiden.
Für mich war vor vielen Jahren die Lektüre von Anthony Borgias „Das Leben in der Unsichtbaren Welt“ eine erste absolut Aufsehen erregende Begegnung mit der Thematik, wie es im sogenannten Jenseits - manches scheint dort viel umfassender lebendig zu sein als in unserer Realität - aussehen könnte und ich habe auf meinem Blog Wortbrunnen Auszüge aus einem Vortrag Rudolf Steiners reingestellt (https://bit.ly/3GDiC2o), der beleuchtet, wie tatsächlich lebendig die sogenannten Toten sind und dass wir uns einen großen Gefallen tun, wenn wir zur Kenntnis nehmen, dass einige ständig um uns sind und manches, was wir als zufälligen Einfall werten, in Wahrheit aus ihrem „Munde“ kommt. Mancher mag das belächeln, für mich allerdings weiß ich, dass wenn man zur Kenntnis nimmt, woher mancher Geistesblitz kommt und diese Herkunft mental auch akzeptiert, man sich eine Quelle umfassender erschließt, die zu unserem Vorteil intensiv sprudeln kann; dabei ist nicht einmal jener Dämon, den Platon im Zusammenhang mit dem Leben des Sokrates erwähnt und der ebenfalls eine sehr vorteilhafte Bedeutung für uns haben kann, einbezogen, der in den kommenden Krisenzeiten der Menschheit, in denen wir wieder leben werden, uns eine fast unerlässliche Hilfe sein wird - zumindest sein kann). 
Die Beziehung zu den Toten wird ja auch in einem für mich fast existentiellen Buch zur Nahtod-Thematik, nämlich Raymond Moodys Leben nach dem Tod angesprochen (https://bit.ly/3w0HbRY). Jene Toten, die erscheinen, um Sterbende abzuholen, sind auch sehr oft jene, die uns jetzt schon begleiten.
Kein Niedersturz verdammter Seelen
Es mag - und ich vermute auch, dass es so sein kann - Seelen geben, die, alle Zeiten überdauernd, sich der Liebe verweigern. Ein Gedanke, den man sich nicht vorstellen mag. Deshalb wohl kommen jene Zeilen der Kaschnitz so wohltuend bei mir an,
Kein Niedersturz 

Verdammter Seelen 

Nur 
Nur Liebe frei gewordene 

Niemals aufgezehrte 

Mich überflutend

die sich dem Jahrhunderte währenden Trommelfeuer der Kirchen des Christlichen Abendlandes und Religionen wie dem Islam und deren angstmachenden Aussagen, die sehr bewusst den Hintergrund der großen Weltbühne mit jenem Popanz eines großen Weltgerichtes drohgebärdend und furchteinflößend wackeln lassen, widersetzen. 
>Ge-richt-e< geben >Richt-ung<; nicht von ungefähr offenbart ihre Bedeutung sich in der gemeinsamen etymologischen Grundlage beider Worte, sich ableitend aus dem gemeingermanischen Adjektiv >reht<, unter anderem mit der Bedeutung aufrichten, sich recken, geraderichten. Darin besteht der Sinn von Gerichten, dass sie etwas, was sich verbogen hat, neu ausrichten, und wir begegnen ihnen in vielerlei Varianten, sei es im Rahmen des Kamaloka, durch welche die Seele eine neue Ausrichtung erfährt (https://bit.ly/3GyvAP3), oder dem aktuellen Gericht unseres Gewissens, wenn wir dessen Bedeutung zu nutzen die Kraft und den Mut haben und in der Lage sind, uns selbst neu zu justieren. 

Gerichte haben ja in ursprünglicher Bedeutung nichts mit Verurteilungen zu tun, sondern erfassen den Tatbestand des von uns Geleisteten und wollen im Sinne des biblischen Wortes metanoia, das Luther leider mit Buße übersetzte, uns die Möglichkeit bieten, in diesem Moment unser Sein in eine neue Richtung auszurichten, falls notwendig [metanoia bedeutet, den Sinn zu wenden]. 
Im Grunde blitzt hier eine Institution unseres eigenen Inneren auf, die wir als Menschen nach außen verlagert haben, wie es auch Franz Kafka, literarisch so bemerkenswert, in seiner Türhüterlegendespiegelt (https://bit.ly/3GFWKDI). Doch ist der Türhüter nichts anderes als ein verborgener Teil unseres Selbst, der sogenannte Hüter der Schwelle.
Unser Umgang mit einem Urstrom namens Liebe

Manche retten sich vor ihr in Seitenarme und dümpeln in Kehrwassern der Liebe vor sich hin (oft sind es gerade jene, die sehr viel über Liebe erzählen und Kennerschaft vermitteln wollen …), manche bauen auch ein Wehr und lassen nur per Schleuse durch, was sie gestatten (und das ist meist recht wenig), während das eigentlich frei strömen wollende Wasser an einer verzementierten Stelle sich flussabwärts durch jene hindurchquält.
In der Flut der Liebe zu strömen, will erübt sein; man kann auch recht besinnungslos in ihr dahintreiben.
Möglich aber ist, bewusst eine Liebeswelle zu sein und Teil des großen Liebesganzen.
Dass das viel mit dem sogenannten Tod zu tun hat, darauf verweist der Bruder aller Liebenden, der, damit Menschen die Liebe erleben können, sein Leben opferte.
Ein überwiegender Teil der Menschheit hat das (noch) nicht begriffen.
Warum mich obiges Gedicht der Kaschnitz so berührt, ist, weil sie keine der fromm und hehr dahersalbadernden Pseudo-Heiligen ist. Ja, sie sieht den Menschen als Esel, wie er als solcher ein Drehkreuz selbst im Kreis bewegt, um an das Wasser (des Lebens) heranzukommen, es an die Oberfläche zu befördern - wahrlich kein Leben in Saus und Braus:
Die Gärten untergepflügt

Die Wälder zermahlen

Auf dem Nacktfels die Hütte gebaut

Umzäunt mit geschütteten Steinen

Eine Cactusfeige gesetzt

Einen Brunnen gegraben

Mich selbst

Ans Drehkreuz gespannt

Da geh ich rundum

Schöpfe mein brackiges Lebenswasser

Schreie den Eselsschrei

Hinauf zu den Sternen.
Obwohl solche Schreie qualvoll durch die Nacht des Lebens schallen können, sehe ich sie als ein positives Zeichen, weil sich aus dem Inneren etwas herauslösen will. Wie eindrucksvoll hat Edvard Munch einen dieser Schreie zur Darstellung gebracht (https://bit.ly/3kc3tvx) für eine Zeit - literarisch ist es der Expressionismus -, die mit dem Gedicht eines Jakob von Hoddis („Weltende“, 1911) wie ein Fanal in dessen erster Strophe beginnt:
Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
In allen Lüften hallt Geschrei: Das gilt auch für heute und auch heute steigt von neuem wieder das Wasser - und zwar tatsächlich -, den Schreienden zugleich auch im übertragenen Sinne bis zum Hals stehend. Möge die Menschheit die derzeitige Prüfung bestehen; das kann nur sein, wenn sie ihr Vertrauen dem einzig Vertrauenswürdigen anvertraut. Nicht wenige schrecken davor zurück und unterstützen eine geistlose, materialistische Ausrichtung - sie scheint ja auch so viel sicherer als ein geistiger Schutz (ich nenne nicht jenes Wort, um das es hinsichtlich einer Ausrichtung geht - wie schön ist doch ein Artikel in dieser Zeit, in dem es mal nicht vorkommen darf).
Und lass, solang ein Leben währen kann, / Die Liebe währen.
Einen bemerkenswerten Abschluss der angesprochenen Thematik findet sich mittels eines Sonetts unserer Autorin; es gehört zu jenen Gedichten, die mich sehr berühren; überschrieben ist es mit „Ewigkeit“:
Sie sagen, dass wir uns im Tode nicht vermissen
Und nicht begehren. Dass wir, hingegeben
Der Ewigkeit, mit andern Sinnen leben
Und also nicht mehr voneinander wissen,

Und Lust und Angst und Sehnsucht nicht verstehen,
Die zwischen uns ein Leben lang gebrannt,
Und so wie Fremde uns vorübergehen,
Gleichgültig Aug dem Auge, Hand der Hand.

Wie rührt mich schon das kleine Licht der Sphären,
Das wir ermessen können, eisig an,
Und treibt mich dir ans Herz in wilder Klage.

O halt uns, Welt, im süßen Licht der Tage,
Und lass, solang ein Leben währen kann,
Die Liebe währen.
Mich berührt, wie sehr Marie Luise Kaschnitz die Liebe als Anker sehen kann. Mich berührt auch, dass sie nicht über dieses Leben hinauszusehen vermochte. 
In diesem aktuellen Moment vermag sie es sicherlich, lebend in jenem großen Weltinnenraum, wie auch meine Schwester Gabriele.
Und heute und jetzt mögen beide um das Paulus-Wort wissen, das jener der Gemeinde zu Korinth schrieb: 
Die Liebe wird niemals vergehen.
Das bedeutet auch, dass sie nie entstand und immer schon besteht.
Wenn wir darum wissen dürfen, muss nicht mehr Klage sein, noch Geschrei, noch Leid … Und Gott wird abwischen alle unsere Tränen … Er wird das ganz persönlich tun … auf einer geistigen Ebene … falls wir ihr vertrauen. - Selbstverständlich ist das nicht.

PS. Das Foto zeigt "Bruder Tod. Menschengruppe", eine von Christiane Weiel gefertigte Holzplastik, zu finden auf dem Franziskus-Weg in der Rhön (https://www.franziskusweg.de)

Samstag, 16. Oktober 2021

Kinder als Corona-Impfung-Versuchskaninchen - für mich eine Schande und jede einzelne Kinder-Impfung ist eine Schandtat!

 Auch wenn der Artikel nur ansatzweise angezeigt wird, macht der Auszug doch deutlich, wie fragwürdig, ja in meinen Augen absolut verantwortungslos der Umgang mit der Gesundheit von unseren Kinder ist.

Wie dünn ist das Eis, auf dem sich für mich im Grunde alle Geimpften bewegen, denen womöglich in regelmäßigen Abständen eine jährliche Auffrisch-Impfung empfohlen werden wird mit Folgen, die womöglich erst in vielen Jahren sich zeigen, denn weder ist Corona einer Grippe vergleichbar noch ist die Corona-Impfung in meinen Augen einer Grippe-Schutzimpfung vergleichbar (ich hatte noch nie eine Grippe - trotz ungeimpften Daseins und obwohl es nach Aussagen Spahns, Lauterbachs und Wielers für die Zukunft im Grunde unmöglich ist, hatte ich, wie viele andere auch, keine (mir bewusste) Corona-Infektion - und für sehr viele, ja die meisten Ungeimpften, behaupte ich, wird das auch so bleiben, obwohl es doch nicht sein darf.




Dienstag, 5. Oktober 2021

Prof. Dr. Teuchert-Noodt über die digitale Revolution und die Entfremdung schulischen Lernens von kindgemäßem Lernen



Den ein oder anderen Handy-Freak mag obiger You-Tube-Beitrag nicht sonderlich erfreuen, Professor Teuchert-Noodt allerdings wendet sich natürlich nicht generell gegen die Verwendung von Smartphones und Tablets, sondern gegen deren Verwendung im Rahmen der Erziehung, der Schule. 

Der Beitrag ist allerdings sehr (zu) fachwissenschaftlich und ausgesprochen abstrakt gehalten und ich persönlich habe auch Schwierigkeiten mit der Tatsache, dass Versuche an Tieren wie selbstverständlich einbezogen werden; 
das unten verlinkte Interview zu lesen ist für Otto Normalverbraucher wie mich zielführender und sehr zu empfehlen.

Vergessen wir nicht, die Reizüberflutung in der Schule nimmt zunehmend zu: Nicht wenige Schulen verwenden elektronische Tafeln (die Aufrüstung ist in vollem Gange - https://bit.ly/3Fcay87), mittels deren alle Tafelanschriebe gespeichert werden und alles aus dem Internet auf der Tafel eingeblendet werden und auch der Lehrer beispielsweise zu Hause vorbereitete Aufschriebe auf diese Weise einbringen kann. 
Die Möglichkeiten klingen verlockend, aber sie führen dazu, dass zunehmend fremdes Gedankengut in immer abstrakterer Form die Innenwelt der Kinder überflutet, wobei die Bilderflut suggeriert, dass alles doch wenig abstrakt, weil bildgeprägt sei; doch die Flut der Bilder macht diese inkommensurabel, auf Deutsch: ungenießbar.
Die Seele wird ihrer selbst entfremdet, das Herz, Herzwissen und -weisheit spielen noch weniger eine Rolle als bisher.
Zum anderen wird immer weniger mit den Kindern zusammen durch den Lehrer an der Tafel selbst entwickelt werden, zumal, wie gesagt, auch der Lehrer selbst auf digitalisierte Aufschriebe zurückgreifen kann. 
Für diesen ist der Zugriff auf in der Medienwelt Vorgestanztes zudem sehr verlockend. 

Die Tafel mit Kreide also hat zunehmend ausgedient; Kinder und Jugendliche tun sich allerdings im Umgang mit dem digitalen Stift schwer. Sie selbst sind eh mit ihren Tablets beschäftigt, mit denen die Klassen ausgerüstet werden. Damit fällt auch das persönliche Schreiben weg. Im Grunde wird auch das Sprechen reduziert, wenn man weiß, wie die digitale Welt Menschen in Beschlag nimmt. Der Austausch geht gern dann auch über das Weiterreichen von Links ...

Ich möchte - das ist ein ganz anderer Aspekt - nicht wissen, welche gesundheitlichen Folgen die massive Bestrahlung der Lehrer durch E-Tafeln hat, da sie Vormittage lang direkt vor diesen elektronischen Power-Tafeln stehen und von weiteren Endgeräten (Computer, Lesegerät, Beamer von oben) umgeben sind; in 10 bis 20 Jahren wissen wir mehr - ich vermute, für die Gesundheit nicht weniger Lehrer wird es dann zu spät sein. Dass Tablets und E-Tafeln auch den Schülern nicht guttun - wen interessiert das noch im Rahmen des digitalen Hypes.

Irgendwann wird man wieder erkennen, dass Lernen bedeutet, von Grund auf etwas zu verstehen und gemeinsam darüber zu sprechen, viel zu sprechen ...

PS Hier findet sich das oben angesprochene aufschlussreiche Interview zu dem Thema mit der Neurowissenschaftlerin: https://www.diagnose-funk.org/.../artikel/detail&newsid=1543

Mittwoch, 29. September 2021

Digitale Kommunikation in Corona-Zeiten - noch ist das Feld der Bewährung uns nicht entzogen.

Den folgenden Post habe ich auf einem anthroposophischen Forum veröffentlicht und damit er für Nicht-Anthroposophen verständlich ist, möchte ich vorausschicken, dass es im Rahmen der Geisteswissenschaft von Rudolf Steiner zwei dunkle Kräfte gibt: Luzifer, der die Menschen versucht in eine falsche Geistigkeit zu ziehen (wie wir sie beispielsweise im Rahmen gewisser esoterischer Spielarten finden - Shaumbra, Reiki etc.) und Ahriman, der Menschen versucht, von allem Geistigen abzuziehen und an Mammon, sprich alles Materielle zu binden (zu diesem Materiellen zählt auch alles, was wir der digitalen Welt zurechnen - der Suchtfaktor, der sich im Bezug auf Digitales bei vielen Menschen zeigt, ist auf diesem Hintergrund kein Zufall). 
Steiner ist nun allerdings der Ansicht, dass man sich diesen Kräften nicht klostermäßig entziehen, sondern sie in sich überwinden und mit ihnen seelisch-geistig klarkommen sollte, um sie für eine umfassende innere Freiheit des Menschen zu nutzen. In der vorchristlichen Zeit ist es ein Odysseus, der zwischen diesen beiden Kräften, die bei Homer als Scylla und Charybde auftauchen, hindurch muss (und nur scheinbar an ihnen scheitert ...).

Inhaltlich geht es im Folgenden um fundamentale Mängel einer digitalen Kommunikation, hier nun der Post (mit der ein oder anderen inhaltlichen Erläuterung):

Als geisteswissenschaftlich Orientierte wissen wir, dass wir im Rahmen von Aktivitäten in der digitalen Welt im Reich Ahrimans vor Anker gehen. Keine Frage, dass sich hier auch gern Luzifer aufbläht, v.a. dann, wenn der ein oder andere (Anthroposoph) seine Heiligkeit, sein Allwissen und den Steiner-Alias auf bestimmte Weise durchschimmern lässt; aber vorwiegend treibt hier doch Ahriman sein Spiel, indem er Menschen in diese digitale Welt hineinbindet. Keine Frage, dass diese Welt ein riesiges positives Potential hat, aber eben auch ein Suchtfaktor ohnegleichen ist, ein Zeiträuber, der der menschlich wertvollen Zeit den Sinn entzieht und Digitales zum Selbstzweck macht.
Und das nicht zu knapp.

Viel zu wenig bewusst scheint mir, dass in Bezug auf das, was ein kommunikatives Gegenüber uns vermitteln will, in der digitalen Welt ein Korrektiv fehlt, das in der Gesicht-zu-Gesicht-Kommunikation unverzichtbar ist: 

Wie anders können dieselben Sätze wirken, wenn wir ein Schmunzeln im Gesicht des Gegenüber wahrnehmen oder einen harten Zug, der ein dogmatisches Wesen suggeriert (ob zu Recht oder zu Unrecht ist ohnehin noch einmal die Frage - mancher Anschein ist ein Schein).
Desgleichen nehmen wir eine Stimme - von Stimmungen einmal ganz abgesehen - nicht wahr.
Grundsätzlich wirken Stimmen ja in höchst unterschiedlicher Weise auf uns (von den Duft- bzw. Geruchsspuren in der Luft, die von dem anderen kommen und uns beeinflussen, wollen wir hier nicht reden), und wie sehr eine Stimme der Gradmesser für Wahrheit oder Unwahrheit sein kann, mag dem ein oder anderen das Buch von Jacques Lusseyran („Das wiedergefunden Licht“) bestens verdeutlicht haben. Man mag auch an die Stimme Sarumans aus „Der Herr der Ringe“ denken, der Menschen per Gesäusel fast spielend in sein Reich lockte, obwohl er doch eigentlich offensichtlich ein Bösewicht par excellence war (https://bit.ly/3CL4bGO).
Und natürlich beeinflussen uns auch Körperhaltung, Kleidung, Frisur, Make up, Brille und anderes mehr. All das wirkt auf uns, je mehr, je weniger wir uns über den möglichen Grad der Beeinflussung bisher Rechenschaft gegeben haben, damit beschäftigt haben.
Nicht angesprochen ist, dass auch Erinnerungen an vergleichbares Geschehen und Situationen auf uns Einfluss nehmen oder Erinnerungen an eine Person, die mit der uns gegenübersitzenden eine gewisse Verwandtschaft - auf welchem Gebiet auch immer - aufweist (von dem Bereich karmischer Verbindungen einmal ganz zu schweigen, die sich gerade in der digitalen Welt schlagartig inszenieren können).
In der digitalen Welt bleibt oben Angesprochenes weitgehend ausgespart. Menschen schreiben einander, ohne dass das Fehlen oben angesprochener Bereiche wirklich bewusst ist

Diese Bereiche aber sind als Leer-Raum vorhanden
Und dieser Leer-Raum hat Sogwirkung, er will ausgefüllt sein.
Und womit wird er ausgefüllt?

Mit unseren Vorstellungen von dem Gegenüber. Von dem Bild, das wir uns von ihm machen. Womöglich ein für allemal (
https://bit.ly/3F2OXik).
Wir kennen seine Stimme nicht, aber ein unhörbarer Klang schwingt mit, ein Klang, den wir dem Schreibenden geben.
Ein Timbre schwingt mit, eine seelische Stimmung; sie ist nicht die seine, sie stammt von uns.
Gleiches gilt für Aussehen und all die Felder, die ich oben angesprochen habe, die sich oft über ein passfotoartiges Bild vermitteln, ein einziges, das in uns gewisse Vorstellungen über den Gegenüber auslöst, wiewohl wir die Erfahrung gemacht haben, wenn wir auf einen Account gegangen sind, dass ein zweites oder drittes Bild einen ganz anderen Eindruck auslösen können.
Die Folge ist, dass wir auf Kommentare von - sagen wir - Forumsmitgliedern Reaktionen erleben, die in der Vergangenheit den ein oder anderen nur den Kopf haben schütteln lassen. Warum diese Bissigkeit, diese Härte, der fast ruppige Ton, hat sicherlich schon mancher angesichts eines Antwort-Kommentars gedacht.
Voraus gehen Wertungen und das Einschalten, ja Einrasten eigener Befindlichkeiten, die bewirken, dass auf eine bestimmte Weise auf den anderen reagiert wird.
Und das hat weitere Folgen; denn mancher befindet sich in einem Cluster, einem Bildnis, aus dem er für alle Forumszeiten in Bezug auf einen anderen möglicherweise nicht mehr herauskommt, es sei denn, jener kommentiert im Rahmen eines Kommentars auf eine Weise, die den Gegenüber erkennen lassen: Hoppla, ist ja doch ganz sympathisch …

Die Diskussionen zum Thema Corona haben dieses Verhalten potenziert. Was hier im Rahmen auch dieses Forums abgelaufen ist, war für mich zum Teil beschämend. Und es bleibt es weiterhin (wenn auch momentan in stark reduzierter Form), denn die Corona-Wesenheit lässt nicht locker und gibt ihr diesbezügliches Vermögen an die Impf-Wesenheit weiter, die in der Lage ist, selbst Familienmitglieder massiv sich zerstreiten zu lassen, von Gruppenmitgliedern ganz zu schweigen [anmerken möchte ich, dass nach geisteswissenschaftlicher Auffassung geistige Wesenheiten allem Geschehen zugrunde liegen, sei es ein virales Geschehen oder ein kollektives Geschehen wie das weltweite Impfen].

Dabei bietet das digitale Feld die Möglichkeit, Ahriman im eigenen Revier - fast möchte ich sagen - vernichtend zu schlagen, desgleichen auch Luzifer.
Wie bitter muss es Ahriman aufstoßen, wenn in diesem, seinem Bezirk Menschen jenen dazu nutzen, um das Ahriman-Revier, das doch allem Materiellen vorbehalten ist, mit Geist zu füllen, mit dem Anliegen, per digitaler Welt den Geist zu den Menschen und um die Erde zu tragen. Wie sehr mag es luziferische Wesen anstinken, wenn Menschen Gegenpositionen nicht dazu nutzen, den intellektuell-geistig-seelischen Ego-Säbel zu ziehen, sondern suchen, einen gemeinsamen Nenner zu finden oder aber die Gelegenheit nutzen, den Anderen zu verstehen!
Wie sehr muss es der Corona- und der Impf-Wesenheit zu schaffen machen, wenn ihre geistigen Ursachen angesprochen, ja aufgedeckt, wenn sie geistig entmachtet werden!
Wenig, viel zu wenig wurde aus meiner Sicht bisher diese Möglichkeit - gerade unter Anthroposophen - genutzt. [nicht nur aus anthroposophischer, sondern auch aus buddhistischer oder auch christlicher Sicht liegen allem Geschehen geistige Ursachen zugrunde; im Dhammapada, den gesammelten Buddhaworten,heißt es: "
Alle Dinge entstehen im Geist, / Sind unseres mächtigen Geistes Schöpfung." Sie aufzuzeigen sollte ein Anliegen der anthroposophischen Bewegung sein - meines Erachtens versagt sie hier kläglich.]

Die digitale Welt beinhaltet die Möglichkeit, in ganz positiver Weise die Seele in den Buchstaben des Anderen zu spüren, sein Denken, sein Fühlen, sein Wollen. Sie bietet auf einmalige Weise die Möglichkeit, Ahriman zu entmachten und das geschriebene Wort zum Träger des Geistes zu machen.
Wenn wir dagegen an die Fülle von hässlichen Kommentaren, wie wir sie auch in dieser Gruppe erlebt haben, denken, können wir darüber nachdenken, welche Möglichkeiten wir hier haben verstreichen lassen.
Das zu bereuen ist ganz nett: die eigentliche Aufgabe ist, das eigene Verhalten zu überprüfen und ggf. zu ändern. Es könnte eine notwendige Übung sein für künftige Zeiten, in deren Rahmen Corona uns wie eine Übungsmöglichkeit zu der eigentlichen Prüfung vorkommen könnte - vergessen wir nicht: wir üben auch für künftige Leben.

PS Anmerken möchte ich, dass ich auch zahlreiche Beispiele - auch hier in unserer Gruppe - erlebt habe, in deren Rahmen der Zugang zur Seele eines Anderen gesucht wurde, die auf Verstehen ausgerichtet waren, auf Mitgefühl und Geschwisterlichkeit.

Es geht ja nicht um ein zwanghaftes Verstehen-Wollen auf Kosten von Klarheit und Wahrheit. Unstimmigkeiten müssen angesprochen sein, (subjektive) Unwahrheiten wollen benannt sein, damit nichts im Dunkeln herumkokeln kann.
Wo wir versagt haben, war immer auch ein Feld der Bewährung. Und solche Felder könnten wir noch mehr nutzen, sie dienen ja nicht nur dem Anderen, indem wir seiner Seele dienen, sondern auch unserer Entwicklung.
Corona und Impfungen: sie sind noch nicht vorbei.

Digitale Kommunikation in Corona-Zeiten - noch ist das Feld der Bewährung uns nicht entzogen.

Freitag, 24. September 2021

Das Sakrament des Impfens - nur der kleine Piks kann die Erlösung bringen. - Die verordnete Heilslehre.

Impfung erscheint wie eine Art Heilige Kommunion, die der Gläubige nicht wirklich versteht, aber über sich ergehen lässt und die ihm die Erlösung bringt.

Die folgenden knapp 15 Minuten sind mehr als aufschlussreich: Der promovierte Politikwissenschaftler, Psychologe und Publizist Alexander Meschnig über die Corona-Impfung ("Die Corona-Impfung als Kommunion").

 


Mittwoch, 8. September 2021

Impfgegner sind offensichtlich bildungsfern und gehören dem Umfeld der Corona-Leugner an. - Die versteckten Diffamierungen werden immer massiver

Ich übernehme nach wie vor die Verantwortung für meine Gesundheit. Es gehört zu der gängigen Sprachregelung, dass man dann in erster Linie ein Gegner ist, ein Gegner der Impfung. Ich aber sage: Ich bin ein Befürworter, ein Befürworter meiner Gesundheit, verantwortlich für sie.

Meinem Wesen nach bin ich kein Gegner. Ich werde aber von dem gängigen Polit-Mainstream dazu gemacht. Die Verantwortung dafür haben Spahn, Merkel, Wieler und Co. zu tragen - vergelt´s Gott.

Auf t-online ist zu lesen, was der Chef des Robert-Koch-Insttutes zu den Impf-Gegnern geäußert hat:

"Nach Wielers Angaben gibt es keine genauen Erkenntnisse darüber, welche Menschen sich nicht impfen lassen wollten. Sie gehörten offensichtlich teilweise bildungsferne Schichten an und zählten zum Umfeld der Corona-Leugner. Die Informationskampagnen müssten in Sprache und Form so gestaltet werden, dass sie alle Menschen erreichen."

Es wird immer diskriminierender, wie mit der Meinungsfreiheit in diesem Land umgegangen wird

Sonntag, 5. September 2021

Was ist nur mit Deutschland los?

In der Vorwoche waren es noch 65 Prozent - dem neuesten Politbarometer zufolge trauen 70 Prozent der Deutschen Olaf Scholz die Kanzlerschaft zu, einem Mann, der zu nichts, aber auch gar nichts eine klare Aussage macht, der sich öffentlich und fast stolz der Merkel-Raute bedient, der Raute einer Frau, die 16 Jahre lange diese Republik gelähmt hat, die alle Entwicklungen verschlafen hat, nur nach demoskopischen Werten regiert und ihre Entscheidungen gefällt hat und deren größte politische Entscheidung neben dem Ausstieg aus der Atomenergie (so ziemlich das einzig Wertvolle für mich, was sie wirklich zustande gebracht hat), ihr "Wir schaffen das" der Flüchtlingskrise mitnichten ein Verdienst von ihr war, denn als sie sich entschied, die Flüchtlinge aufzunehmen, hatte sie in Wahrheit keine Alternative mehr, weil sie mit anderen europäischen Regierungschefs zusammen der Entwicklung auf dem Balkan wie üblich tatenlos zugesehen hat (und es heute wieder tut - in den Lagern auf Griechenland herrscht ein namenloses Elend). Ihr waren in ihrer Amtszeit die 4 Millionen Deutschen, die an der Armutsgrenze leben, gleichgültig; ihre größte Fähigkeit war, Banken zu retten. In ihrer Amtszeit war es besser, in Deutschland eine Bank denn ein Mensch zu sein.

Meines Wissens hat Olaf Scholz noch nie einen Fehler zugegeben, und ich finde, man sollte endlich mal in sein Gesicht genauer hineinschauen, wieviel Verschlagenheit und Berechnung und persönliche Kälte einen da anschauen. Dieser Mann verkörpert kein einziges Ideal und er wird die gleiche indifferente Politik einer Angela Merkel weitermachen - und den wählen 70 Prozent?!

Weil es keine Alternative gibt?

Weil er das kleinste Übel ist?

Was ist mit diesem Land los?