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Mittwoch, 17. Juli 2024

Unsere Gedanken sind der Leichnam des Geistigen, das wir verloren beziehungsweise beerdigt haben, als wir inkarnierten.

Es gibt nur wenige Vorträge Rudolf Steiners, die mich so sehr beeindruckt haben wie der sechste aus der GA 210, überschrieben „Über den Durchgang der menschlichen Geist-Seelenwesenheit durch die physisch-sinnliche Organisation“.

In diesem Vortrag, der inhaltlich wesentlich spektakulärer ist als die Überschrift klingt, macht Steiner darauf aufmerksam, dass, wenn wir die vorgeburtliche Welt verlassen, im Grunde genommen das Geistige in uns stirbt und – wie es auch ist, wenn wir hier sterben – ein Leichnam vorhanden ist, der nicht einfach verschwindet, sondern der sich uns zeigt, wenn wir auf unsere Gedankenwelt blicken. Steiner sagt: „Die Gedankenwelt ist der Leichnam unseres Geistig-Seelischen.“

Wir streben hier als Menschen, die sich seelisch geistig entwickeln wollen, ein Denken an, dass Steiner als sinnlichkeitsfreies Denken bezeichnet, an anderer Stelle spricht er auch vom Herzdenken [Erläuterungen hierzu auf Wortbrunnen https://t1p.de/7bshq ]. Dieses Denken hat nichts mehr zu tun mit dem Leichnam, der die Gedankenwelt des mehr materialistisch orientierten Menschen entspricht.
Wenn der Mensch sich um sinnlichkeitsfreies Denken, das im Herzen seinen Raum hat (wie Aristoteles noch wusste, wenn er auch ein ganz anderes Denken initiierte), bemüht, dann kehrt er im Grunde zurück zu jener Geistigkeit, die er verlassen hat vor der Geburt, und diese Rückkehr, die als Entwicklungsschritt ein großer Schritt vorwärts ist, gelingt, weil sein Denken kosmisch werden kann. 
Michael - früher Erzengel, mittlerweile Archai - verwaltet dieses kosmische Denken und vermittelt es auch den Menschen, die es ergreifen wollen; man kann es als Weltendenken bezeichnen. Dann ist der Weltenäther Träger dieser Gedanken und der Mensch trägt mit seinen Gedanken im Verein mit vielen Wesen der übersinnlichen Welt zur Entwicklung der Weltenseele bei.

Ich zitiere jene Stelle, die ich oben schon angesprochen habe, im folgenden ausführlicher; sie beginnt mit dem Hinweis, dass wir ursprünglich geistige All-Wesen waren, bevor wir uns hineinzwängten in die Enge irdischen Seins und nun zumeist annehmen, wie man heute noch bei professoralen Gehirnforschern wie Gerald Hüther und anderen irrtümlich lesen kann, dass unser Denken und unser kreatives Sein unseren Gehirnwindungen entspringt (die bekanntlich nur uns unser Denken spiegeln und und somit bewusst werden lassen können, dass wir denken, doch nicht die Quelle unseres Denkens sind). 

Hier nun der Auszug aus der GA 210, 95f:
Wir haben also zunächst das geistige Element, das da lebt im All, das sich gewissermaßen hineinbegibt in die enge Wohnung des menschlichen Leibes, sich namentlich durch das Nervensystem, durch das Gehirn entfaltet und sich dabei metamorphosieren muß. Dabei gliedert es sich in zwei Regionen. Man kann wirklich davon sprechen, daß das, was der Mensch vor der Konzeption in der geistig-seelischen Welt ist, beim Übergehen in die physische Leiblichkeit stirbt. Die Geburt in der physischen Leiblichkeit ist ein Absterben für das geistig-seelische Leben des Menschen. Beim Absterben bleibt immer ein Leichnam übrig. Wie, wenn der Mensch für die Erde stirbt, der Leichnam übrigbleibt, so bleibt auch ein Leichnam übrig, wenn das Geistig-Seelische, indem es durch die Konzeption zur Erde hingeht - wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf -, für das Himmlische abstirbt. Von dem, was nun da als ein Leichnam übrigbleibt, von dem leben wir eigentlich gedanklich unser ganzes Erdenleben hindurch. Der Leichnam ist nämlich die Gedankenwelt; das Tote, das ist diese Schattenwelt. So daß wir sagen können: Indem das Geistige des Menschen durch die Konzeption ins Erdenleben heruntersteigt, stirbt es für die geistig-seelische Welt ab und läßt diesen Leichnam zurück.
Geradeso wie der Leichnam des physischen Menschen in die irdischen Elemente sich auflöst, so löst sich für die geistige Welt das Geistig-Seelische auf und wird zu der Kraft, die in den physischen Gedanken entfaltet wird. Die Gedankenwelt ist der Leichnam unseres Geistig-Seelischen. So, wie die Erde den Leichnam verarbeitet, wenn wir ihn in die Erde legen, oder wie ihn das Feuer verarbeitet, wenn wir ihn verbrennen, so verarbeiten wir unser ganzes Leben hindurch den Leichnam unseres Geistig-Seelischen in unserer physischen Gedankenwelt. Also die physische Gedankenwelt ist im Grunde genommen das fortgehende Tote dessen, was als Wirkliches, als geistiges Leben vorhanden ist, bevor der Mensch in die physische Irdischheit heruntersteigt.

PS Am Ende des oben erwähnten Vortrags findet sich ein Hinweis zu zwei Entwicklungsströmungen, die die Menschheit geprägt haben; Steiner bezeichnet die eine als zum Heidentum gehörig - die Griechen sind hier ein leuchtendes Beispiel –; die andere ist geprägt durch Judentum, Jahve und das Alte Testament. Aus den beiden heraus sollte sich ein neues Christusbewusstsein entwickeln und natürlich hätte er sich gewünscht, dass in seiner Nachfolge die Anthroposophie diese Aufgabe leistet … Gegebenenfalls schreibe ich in den nächsten Tagen dazu einen Beitrag.

Samstag, 19. Oktober 2019

"Du bist mein Haus an allen Straßen der Welt, in jeder Senke, auf jedem Hügel." - aus Gertrud Kolmars "Der Engel im Walde"

Der Engel im Walde

Gib mir deine Hand, die liebe Hand, und komm mit mir;
Denn wir wollen hinweggehen von den Menschen.
Sie sind klein und böse, und ihre kleine Bosheit haßt und
peinigt uns.
Ihre hämischen Augen schleichen um unser Gesicht, und ihr
gieriges Ohr betastet das Wort unseres Mundes.
Sie sammeln Bilsenkraut . . .
So laß uns fliehn

Zu den sinnenden Feldern, die freundlich mit Blumen und
Gras unsere wandernden Füße trösten,
An den Strom, der auf seinem Rücken geduldig wuchtende
Bürden, schwere, güterstrotzende Schiffe, trägt,
Zu den Tieren des Waldes, die nicht übelreden.
Komm.
Herbstnebel schleiert und feuchtet das Moos mit dumpf
smaragdenem Leuchten.
Buchenlaub rollt, Reichtum goldbronzener Münzen.
Vor unseren Schritten springt, rote zitternde Flamme, das
Eichhorn auf.
Schwarze gewundene Erlen züngeln am Pfuhl empor in
kupfriges Abendglasten.

Komm.
Denn die Sonne ist nieder in ihre Höhle gekrochen und ihr
warmer rötlicher Atem verschwebt.
Nun tut ein Gewölb sich auf.
Unter seinem graublauen Bogen zwischen bekrönten Säulen
der Bäume wird der Engel stehn,
Hoch und schmal, ohne Schwingen.
Sein Antlitz ist Leid.
Und sein Gewand hat die Bleiche eisig blinkender Sterne in
Winternächten.

Der Seiende,
Der nicht sagt, nicht soll, der nur ist,
Der keinen Fluch weiß noch Segen bringt und nicht in Städte
hinwallt zu dem, was stirbt:
Er schaut uns nicht
In seinem silbernen Schweigen.
Wir aber schauen ihn,
Weil wir zu zweit und verlassen sind.

Vielleicht
Weht ein braunes, verwelktes Blatt an seine Schulter, entgleitet;
Das wollen wir aufheben und verwahren, ehe wir weiterziehn.

Komm, mein Freund, mit mir, komm.
Die Treppe in meines Vaters Hause ist dunkel und krumm
und eng, und die Stufen sind abgetreten;
Aber jetzt ist es das Haus der Waise und fremde Leute wohnen
darin.
Nimm mich fort.
Schwer fügt der alte rostige Schlüssel im Tor sich meinen
schwachen Händen.
Nun knarrt es zu.
Nun sieh mich an in der Finsternis, du, von heut meine Heimat.
Denn deine Arme sollen mir bergende Mauern baun,
Und dein Herz wird mir Kammer sein und dein Auge mein
Fenster, durch das der Morgen scheint.
Und es türmt sich die Stirn, da du schreitest.
Du bist mein Haus an allen Straßen der Welt, in jeder Senke,
auf jedem Hügel.
Du Dach, du wirst ermattet mit mir unter glühendem Mittag
lechzen, mit mir erschauern, wenn Schneesturm peitscht.
Wir werden dürsten und hungern, zusammen erdulden,
Zusammen einst an staubigem Wegesrande sinken und
weinen . . .
(aus "Welten", dem letzten Zyklus der Gertrud Kolmar")

Donnerstag, 15. August 2019

Mutterschaft als Seelenweg: Gertrud Kolmars "Wappen von Juliusburg"

 

Wappen von Juliusburg

In Rot über silberner Burg ein golden
beschwingtes Engelsköpfchen.

Dein Kind ist's, Mutter! Und dein Herz laß klopfen,
Und scheuch' ihm ersten Schlaf mit seinem Schlag,
Wirf ihm ins Haupt den scharlachroten Tropfen,
Erzwing' die Leuchte seinem Lebenstag!
Stürz' deine Kniee auf die Silberstufen,
Die himmelan in steilen Türmen gehn.
Dein Auge zittre! Gott, den du gerufen,
Er reißt dich auf und läßt in dir sich sehn.

Die Hände leer! Kein Nehmen mehr und Schenken;
Denn was dir kommt, das will dich arm und scheu.
An deinem Bett kein Brau'n von Liebestränken
Noch Bettlergreinen kraftlos dürft'ger Reu',
Kein Denken, scharrend gleich geschäft'gen Hennen,
Das ängstlich sich um kleine Speise müht:
Nackt sei dein Leib und innig dein Erkennen
Der Lust, die funkelt, und der Qual, die glüht.

Heut bist du ewig, weise und erhaben,
In dir ist sel'ge Wahrheit ausgesagt,
Für dich hast du das Rätselspiel begraben,
Das vor des Todes Unbedingtsein zagt.
Die Wände zucken blau und voll Kometen,
Das Fenster flammt. Zum Berge wächst das Spind
Und neigt sich fromm dem Säugling des Propheten,
Um dessen Wiege Leu und Otter sind.


Vom Herbst 1927 an schrieb Gertrud Kolmar (1894-1943) an ihrem Zyklus "Das Preußische Wappenbuch". – Die Firma Kaffee Hag hatte Werbemarken herausgegeben, die seit 1913 in deutschen Haushalten stark verbreitet waren. Gertrud Kolmar nahm sie zum Anlass, einen Gedichtzyklus mit 53 Gedichten entsprechend der Anzahl der Wappen zu schreiben. Die Gedichte nehmen die Pictura auf (die Autorin beschreibt kurz mit eigenen Worten die Darstellung der Wappen), gestalten aber sehr oft einen persönlichen Inhalt mit eigenwilligen Mythen und Bildern und einer oft auch eigenwilligen Wortwahl. - Das ´Preußische Wappenbuch´ zeigt die Dichterin auf dem Weg zu einer der Großen ihrer Zunft, die in Deutschland in Vergessenheit geriet. Reclams Dichterlexikon kennt sie ebenso wenig wie die bekannte Gedichtanthologie echtermeyer/wiese.

Eines dieser Wappengedichte zeigt, wie so oft bei Gertrud Kolmar, ein Kind im Mittelpunkt, ihr Kind, das sie auf Betreiben der Eltern abtreiben musste und das sie ein Leben lang begleiten wird. Selten wird so deutlich wie bei dieser Frau, wie folgenreich eine Abtreibung sein kann, weil man einen so wertvollen Teil von sich verliert. – Gertrud Kolmar spricht eine Mutter an, die sie doch so gern selbst gewesen wäre. Dies wissend, ahnt man, wie sehr ihr diese Verse aus dem Herzen kommen und dass die Sprach- und Glaubensmacht der letzten Strophe kein Zufall ist. Sie bezieht sich auf die prophetischen Worte Jesajas (11, 6-9):

„Da wird ein kleiner Knabe Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben. Kühe und Bären werden zusammen weiden, dass ihre Jungen beieinander liegen; und Löwen werden Stroh essen wie die Ochsen. Und ein Säugling wird spielen am Loch der Otter, und ein kleines Kind wird seine Hand ausstrecken zur Höhle der Natter. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land ist voll Erkenntnis des Herrn, wie Wasser das Meer bedeckt.”

Diese Christusvision möge sich erfüllen, auch wenn diese wunderbare Frau und deutsche Jüdin in Auschwitz sterben musste.

Dienstag, 6. August 2019

Eine tief verletzte Mutter, Gertrud Kolmar: ... weil deine Augen vor mir zugefallen, / Dass du mich nicht mehr siehst.

"Du gehst" ist eines jener Gedichte, das den Tod ihres Kindes, das nie leben durfte, verarbeitet.
Gertrud Kolmar starb auf dem Weg oder unmittelbar nach ihrer Ankunft in Auschwitz.
Leider ist diese Frau so unbekannt geblieben . . . dabei sind ihre Gedichte unvergesslich . . .

Du gehst die Treppen, gehst hinab, mein Knabe,
Durch Holz und Stein und Kalk.
Ich bleibe tief in Nächten, meinem Grabe,
Und möchte wie der dumpfe Schwalk
Verschwimmend fern im Schattenmeer ertrinken,
Ein fahler Vogelgeist,
Daß über dich die großen Flügel sinken,
Von denen du nichts weißt.

Doch spür' ich, meine Füße sind gekettet,
Weil du entfliehen mußt,
Kein wehes Wort, kein armer Blick dich rettet
Vor jenes Weibes nackter Brust,
Die Sphinx dich hält mit blutgefärbten Krallen,
Der Tierleib, dem du kniest,
Weil deine Augen vor mir zugefallen,
Daß du mich nicht mehr siehst.

Ich hab' dir meine weiße Milch gegeben;
Du wärest schwach und klein.
Nun bin ich falb. Gemalte Lippen schweben
Wie Falter um den bunten Wein,
Nun ward dein junger Schlaf mir fortgetragen
Und meiner Hand dein Haar,
Weil stumm die Flamme in dir aufgeschlagen,
Die dich aus mir gebar.

Ich kann ins Dunkel schweigen diese Wunde:
Kein Schelten noch Geklag.
Und nur die weiche Schwärze später Stunde
Will ich hinnehmen an den Tag,
Mit Trauer zu verhüllen meine Herbe
Und weil ich ohne Schrei
Zuweilen, wenn du schwärmtest, einsam sterbe,
Auf daß dein Leben fröhlich sei . . .

mehr von ihr: hier

Dienstag, 19. Juni 2018

Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm in unermüdlichem Einsatz für sich selbst - Christus überlebt trotz Kirche.

Es gibt durchaus Facebook-Seiten kirchlicher Führungspersönlichkeiten, die rücken die Sache, um die es geht, in den Vordergrund. Nicht so der Evangelische Ratsvorsitzende. Kaum ein Post, der nicht mit einem telegenen Bild von ihm aufmacht und ihn in der Folge mehrfach zeigt. Seine Seite ist die Super-Illu Bedford-Strohm.

Gestern hatte ich mir erlaubt - ich weiß gar nicht mehr, warum ich auf seine Seite geraten war - unter einem Post zu kommentieren: "Ging es auch um Gott?" - Wem dankte da nämlich im Rahmen eines Festgottesdienstes (Post vom 17. Juni) nicht Bedford-Strohm alles, all den Festvorbereitern ebenso wie der Pfarrerin, die das Ganze koordiniert hatte und er dankte auch für all das Zusammenhelfen bezüglich der Renovierung der Kirche.

Eigentlich, so denkt der naive Laie, dankt man doch in der Kirche Gott - zumindest auch Gott. In meiner Kindheit, als ich ständig in die Kirche musste, war es noch so. Da war eigentlich klar: Gott steht im Mittelpunkt. Bei Bedford-Strohm wird er mit keinem Wort erwähnt. Und das gilt für viele seiner Posts, vermutlich für die allermeisten. Und was gerade in diesem Zusammenhang auffällt, sind im Rahmen dieses Post´ Formulierungen wie "auch von mir", "Für mich war es wieder", "mich auf einem ´heißen Stuhl´", "nehme ich wieder große Dankbarkeit über viel herzliche Gastfreundschaft und geschwisterliche Gemeinschaft mit nach Haus" - Bedford-Strohm nimmt Dankbarkeit mit nach Hause, na, da gehört sie wohl hin. Da wird sie dann facegebooked. Und damit auch Gott genug! Der hat schon auf seinen Sohn verzichtet, jetzt kann er auch auf den Dank verzichten. Nicht, dass man aufgrund des Betrachtens von einem Beitrag zum Beckmesser werden sollte, aber schauen Sie selbst die Beiträge des Gottesmannes durch: kaum eine Spur von Gott - viele viele Spuren von Bedford-Strohm!
Es gibt einen Narzissmus speziell religiöser Art: Da ist der Predigende auf einmal so wichtig, da ist die Leistung des Chores so wichtig, da ist alles so wichtig, nur Gott wird am Schluss mit einem Vater unser abgespeist. Das darf genügen.

Ein weiteres Merkmal seiner Facebook-Seite ist: Ständig geht es um Superlative, in die der Herr Ratsvorsitzende ganz zufällig eingebunden ist. Da ist er zu Besuch bei Deutschlands größtem Privatradiosender, wo man seine Schwäche für Mokka-Buttercremetorte kennt (die Bildergalerie täuscht; wenn man die Bilder anklickt, ist kein Bild ohne ihn!); dabei ist er – nur ganz am Rande bemerkt er in diesem Zusammenhang, dass er Außerplanmäßiger Professor an der Theologischen Fakultät Stellenbosch bei Kapstadt ist - gerade noch im Ökumenischen Zentrum in Genf gewesen, wo es ihm "eine echte Freude (war), unsere deutsche Bewerbung den 150 Mitgliedern des Zentralausschusses zu präsentieren". Vor Genf war es die Evangelische Akademie in Tutzing, wo Markus Beckedahl, einer der bekanntesten Kenner des Internets und der digitalen Kommunikationswelten in Deutschland vor  Evangelischen Unternehmern, "die ich gestern in die Evangelische Akademie Tutzing eingeladen hatte", sprach.

Ein weiterer Post beginnt:  "Was ich am Nachmittag beim Integrationsgipfel in Berlin schon sehr stark gespürt habe, ist mir am Abend in Hamburg noch einmal sehr eindrücklich vor Augen getreten. Anlässlich einer Preisverleihung im Körber-Forum (ich habe den Hildegard-Hamm-Brücher-Preis für Demokratie des Fördervereins Demokratisch Handeln bekommen) wurden auch Demokratie-Projekte von Schülerinnen und Schulen ausgezeichnet ..."  [gewiss, die Preisverleihung steht in Klammern, aber Klammern sind nunmal des Lesers liebstes Kind ... das weiß ein Bedford-Strohm].

Ja wirklich, so beginnt ein weiterer Post, "Beim Integrationsgipfel der Bundeskanzlerin waren gestern viele Menschen zusammen...".

Doch wer glaubt, er gebe sich nur mit Bundeskanzler-Niveau ab, nein,  er besucht auch einfache Landtagsabgeordnete, schließlich ist er nicht nur Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche ganz Deutschlands, sondern auch Evangelischer Landesbischof Bayerns.

Irgendwie dämmert da dem Bürger des Christlichen Abendlandes, warum Jesus sich wie ein Berseker um die einfachen Leute bemühte; er musste ein Polster schaffen für Leute wie Bedford-Strohm. Der spricht zwar in einem Video davon, wie sehr ihm die Minderprivilegierten am Herzen liegen, aber auf seiner Fb-Seite spiegelt sich von dieser Einstellung kaum etwas bis nichts.

Ich meine: Keine Frage, dass Bedford auch, gespickt mit vielen Fotos, eine Tafel besuchen wird (wenn er das nicht schon tat) und ich bin überzeugt, dass er dort salbungsvoll über Jesu Verhältnis zu Geld und Macht und Reichtum reden wird bzw. redete, aber bitte: Irgendjemand muss auch die Macht und den Reichtum bedienen [und Bedford-Strohm opfert sich da ganz, ganz ungern, wie man all den Bildern unschwer entnimmt]; die Leute, die Reichen, die Mächtigen, die Angesagten dürfen dem Reich Gottes doch nicht verloren gehen, zumal das die eigentliche Klientel der Kirchen ist. Schließlich hat die Katholische Kirche Deutschlands ein Vermögen von über 200 Milliarden und das der Evangelischen Kirche dürfte nicht so viel kleiner sein, ein Vermögen, das beide sicher horten, gerade in Zeiten, wo es neuesten Zahlen zufolge 68,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht gibt; das sind unsichere Zeiten, da muss man sein Geld zusammenhalten. Da kann Jesus lange sagen: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelör geht, als dass ein Reicher ins Reich Gottes kommt.

Dass unsere christlichen Kirchen als allererste nicht in den Himmel kommen, müsste eigentlich auf dem Hintergrund des Jesus-Wortes klar sein. Aber der hat halt einfach nicht geblickt, wie dramatisch sich die Vermögensverhältnisse bis heute geändert haben und dass die Verantwortung der Kirchen für die Seelen der Menschen bedeutet, sich auch für das Geld dieser Seelen verantwortlich zu fühlen - am besten doch hautsächlich für Letzteres. Vielleicht laden ja Kirchenführer wie Bedfort-Strohm Jesus zu einem Integrationsgipfel ein - serviert wird trockenes Brot und gepökelter Fisch, man weiß schließlich, was Jesus schmeckt!! -, aber ich vermute, Jesus wird Bedford-Strohm und anderen nicht die Füße waschen, sondern den Kopf und sie wie weiland die Wechsler und andere Geld- und Ego-Gierigen aus seinem Tempel jagen.

Bedford-Strohm und andere haben - so glaube ich, sonst könnte Ersterer nie eine so ich-fixierte Seite gestalten - nie mit dem Herzen diese erste Stufe eines ehemals christlichen Einweihungsweges, wie sie die Fußwaschung darstellt, verstanden.

Noch ein Nachtrag:
Offensichtlich hatte Herr Bedford-Strohm zur Kenntnis genommen, dass da "jemand"anlässlich seines Facebook-Post zum Festgottesdienst gefragt hatte, ob es auch um Gott gegangen sei (wieder im Übrigen ein Premium-Bedfort-Strohm-Bild; zum Thema Klima und Kreuz hätte er sich schon mal um ein inhaltsbezogenes Bild bemühen können, zumal ihm ja in München drei persönliche Referenten und drei Sekretärinnen zur Verfügung stehen - ich hoffe, dass die nicht auch der Steuerzahler bezahlen muss wie den Landesbischof B.-Strohm, Grundgehalt immerhin ca. 11 000 Euro + persönlicher Fahrer + Dienstwagen + Aufwandsentschädigungen). - Jedenfalls übermittelte er seine Antwort an den jemand, also mich, der da gefragt  hatte, mit Verweis auf ein Interview, das er der  MAINPOST gab, wobei ihm offensichtlich nicht einmal klar ist, dass dieses Interview, auf das er auf diesem Weg gleich in seiner telegen-geschmeidigen Manier hinweist, eine Riesenohrfeige für den Sohn Gottes beinhaltet. [leider hat die MAINPOST nach Erscheinen dieses Post ihren Artikel auf kostenpflichtig geschaltet]

Vorausschicken sollte man vielleicht, dass Bedford-Strohm und Erzbischof Kardinal Reinhard Marx 2016 zur gemeinsamen Pilgerfahrt nach Jerusalem reisten. Auf dem Tempelberg nahmen beide ihre christlichen Kreuze aus „Respekt gegenüber dem muslimischen Gastgeber, der das so gewünscht habe“ ab. In Deutschland löste dieses Verhalten eine heftige öffentliche Diskussion aus.

In diesem Interview wird nun Bedford-Strohm auch nach seiner Kreuzabnahme, die für mich in Wirklichkeit eine Kreuzesverleugnung ist, auf dem  Tempelberg gefragt und er antwortet, "Er habe das Kreuz seinerzeit abgenommen, weil sowohl am Tempelberg mit der Moschee als auch an der Klagemauer eine aufgeheizte Situation geherrscht habe."

Und in einem weiteren Satz, der im Grunde jeden Christen niederschmettern muss, sagt der Kirchenführer, "Das Tragen des Kreuzes sei üblicherweise kein Problem." - Üblicherweise? - Irgendwie wird mir bei dieser Formulierung übel.

Ich gebe im Folgenden wieder, was ich einer Frau auf Facebook antwortete, die in einem Kommentar verlauten ließ: Mal sehen, ob Johannes Klinkmüller, der die Frage gestellt hatte, das [gemeint ist der MAINPOST-Artikel] auch liest und damit seine Frage positiv beantwortet sieht!

Ich habe ihr geantwortet:
Ja, Gertrud Müller (Name geändert), Johannes Klinkmüller hat das gelesen und empfindet Ihr Nachhaken als reine Rhetorik. Wo macht der Zeitungsartikel Gott als Mittelpunkt deutlich? Im Gegenteil, Bedfort-Strohm verleugnet auf eine unglaubliche Weise Gott und Christus. In dem Artikel ist zu lesen: „Er habe das Kreuz seinerzeit abgenommen, weil sowohl am Tempelberg mit der Moschee als auch an der Klagemauer eine aufgeheizte Situation geherrscht habe.”
Gott sei Dank hat Jesus nicht das Herz eines Bedfort-Strohm gehabt; vor 2000 Jahren war die Stimmung unvergleichlich aufgeheizter („Kreuziget ihn!”).
Und dann folgt noch solch ein Satz, der für Christus kaum deprimierender sein kann:”Das Tragen des Kreuzes sei üblicherweise kein Problem.” - Was für eine ätzende Aussage! Üblicherweise kann ein Ratsvorsitzender das Kreuz schon tragen …
Gut, dass mir das alles durch Ihr Engagement für Bedford-Strohm aufgefallen ist. Ich werde an anderer Stelle darauf gründlicher eingehen: Durch die Welt reisen und die Kirche repräsentieren und bei Gelegenheit das Kreuz in den Säckel stecken. Gerade das macht ja das Christentum gegenüber dem Judentum und dem Islam aus, dass es einen Sohn gibt und dass er am Kreuz stirbt. Gerade in Jerusalem hätte Bedford-Strohm das bekennen müssen! Sein Verhalten damals und seine Aussagen hier zeigen, dass er die Bedeutung des Kreuzes wirklich nicht verstanden hat, sonst hätte er nicht damals so handeln und heute noch sprechen können.
Über vielfach fehlendenden Gottesbezug schreibe ich an anderer Stelle. Jesus ist nicht als Super-Christ durch die Welt gereist. Er hat sich dem Menschen ohn Ansehen der Person zugewandt. Aber bestimmt hat Bedford-Strohm auch schon medienwirksam eine Tafel besucht …

Dieser Mann hat das Jesus-Wort nie verstanden: "Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert." - Vielleicht, mag der ein oder andere sagen, hat er es auch nicht verstehen wollen.
Klar und eindeutig kommt hier zum Ausdruck, dass der Sohn Gottes zu einer kompromisslosen Entscheidung herausfordert, nicht zu Tempelbergentscheidungen eines Bedfort-Strohm. Das geistige Schwert trennt kompromisslos Falsches von Wahrem.

"Wer mich bekennet vor den Menschen,den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater."

Für mich fällt dieses weichgespülte Christentum à la Bedford-Strohm unter das Verhalten der Lauen, von denen in der Offenbarung des Johannes in Bezug auf die Gemeinde zu Laodicea die Rede ist. Das wird jene Zeit sein, die auch in Matthäus 24 angesprochen ist, in der es auf der Erde infernalisch zugeht. Ein wenig kündigt sie sich schon an, finde ich. - Da werden nicht viele sich als wirkliche Christen erweisen, so weiß die Bibel.

Was diese christlichen Weichspüler betrifft: Ihr Christentum ist nicht Fisch, nicht Fleisch, wie der Volksmund sagt.
Über die Lauen aber heißt es in der Offenbarung, dass sie ausgespien werden. - Die Bibel ist da klar und eindeutig. 

Samstag, 29. April 2017

Kennst Du Anaxagoras? - Es wird Zeit, die Mär zu beenden, dass der Mensch vom Affen abstamme!

Aus der erhellenden Sicht des Anaxagoras und der Schöpfungsgeschichte ergibt sich, wie der Mensch mit Tieren, vor allem denen höherer Ordnung – sie stammen aus der Entwicklungslinie des Menschen (!) – umgehen sollte, denn im Tier tötet er auch immer einen Teil von sich.
Himmelswiese
Namen sind auch für Sternenkinder von Bedeutung.
 
Dieses Wissen tritt in den Kindern unserer Zeit immer mehr zutage. Viele lehnen es intuitiv ab, Fleisch zu essen. Dennoch ist, selbiges zu sich zu nehmen, meines Erachtens kein moralisches oder ethisch minderwertiges Verhalten. – Dazu später mehr. Zunächst einmal zum ersten und bekannten Atheisten: Anaxagoras.


Wer weiterlesen möchte: hier.