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Dienstag, 28. Oktober 2025

Sprich mit deinem Körper! – Ab und zu ist es noch notwendig, Fleisch zu essen!

Dies sind Informationen des Kollektivs der Plejadier der 9. Dimension aus Tom Kenyons und Wendy Kennedys Buch „Lebe in deinem eigenen Licht. Lehren der Plejadier, der Hathoren und der Magdalena von Arcturus“:
Wir möchten euch ermutigen, mit eurem Körper zu reden. Er liebt das! Die meisten von euch sprechen ihren Körper nicht auf positive Weise an. Ihr sagt eher Dinge wie:„Ich bin dick, ich bin hässlich, ich bin zu klein, zu groß, zu krank“ usw. Diese alten Programmierungen dienen euch nicht mehr. Euer Körper liebt es, von euch neue Anweisungen zu erhalten. Ihr könnt euch das so vorstellen: Jede eurer Zellen ist ein Teil eurer Gesamtheit und hat ein einzigartiges Bewusstsein. Gefällt es euch nicht auch, Wertschätzung und Anerkennung zu erfahren? Versucht einmal, ins Gespräch zu kommen. Folgt dabei eurer eigenen inneren Führung. Sie wird euch den Weg weisen. (…)
Was die Art und die Qualität eurer Nahrungsmittel betrifft – biologisch oder konventionell angebaut, roh oder gekocht, mit tierischen Produkten oder vegan –, so kommt das ganz auf das Individuum an. Idealerweise sollt ihr frisches, biologisch angebautes Obst und Gemüse und Produkte von liebevoll gehaltenen Tieren zu euch nehmen. Manche von euch haben jedoch gesehen, wie die Tiere auf eurem Planeten abgeschlachtet werden, und meinen, man solle unter allen Umständen auf alle tierischen Produkte verzichten. Nun, wir sagen euch, diese Haltung beruht oft auf Bewertungen. Manche von euch werden in diesem Punkt anderer Meinung sein, und das ist in Ordnung. Wir bieten euch nur eine weitere Sichtweise an.
Auf einer rein körperlichen Ebene ist es für euch immer noch ab und zu notwendig, Fleisch zu euch zu nehmen. Ihr braucht die Proteine und Mineralien und auch manche der komplexen Molekülketten, die ihr nur aus tierischen Produkten aufnehmen könnt, um eure Zellstrukturen neu zu kalibrieren.
Unabhängig davon, ob ihr Pflanzen oder Fleisch esst, empfehlen wir euch, es mit Achtung vor der Natur zu tun. Seid euch der Kostbarkeit des Lebens bewusst, welches ihr zu euch nehmt, und dankt ihm für seine Existenz. Ihr nehmt die Lebenskraft eines anderen Bewusstseins auf.
Zu viel von irgendetwas ist ungesund, selbst bei gesunden Lebensmitteln. Es geht um Ausgewogenheit und Mäßigung. Darauf solltet ihr euch aus unserer Sicht konzentrieren.

Donnerstag, 28. Mai 2020

Warum Schlachthöfe und Großstädte Hotspots des Corona-Virus sind. - Betrachtungen eines Landarztes

Womöglich hat alles auch mit unserer Einstellung gegenüber Fleisch und Leben zu tun . . . Der Virus hat kein Bewusstsein, aber die Menschen, die ihm den Boden bereiteten und jene, die tatenlos zusahen, dass Städte zu Zentren minderwertigen Lebens wurden. Dass es überhaupt so viel minderwertiges Leben gibt - unter Menschen und Tieren . . .
Was auf Schlachthöfen geschieht, ist seit vielen, vielen Jahren bekannt ("liebe" verantwortliche Politiker).
Und viele Großstädte sind Schlachthöfe menschenwürdigen Lebens (auch da hätte man gegensteuern können, ja müssen . . .).
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Hier ein Bericht aus der Praxis eines Landarztes (kopiert aus Facebook):
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> Die sogenannte „zweite Welle“ <
Betrachtungen eines Landarztes {Hausarzt Dr. Thomas Fein, Greetsiel, Ostfriesland).
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Zur Zeit wird im Rahmen der Corona Problematik von Politikern und „Experten“ auf die Wahrscheinlichkeit und Gefährlichkeit einer „zweiten Welle“ hingewiesen.
Ich möchte diese Fragestellung mal aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive betrachten, nämlich der Perspektive eines Landarztes.
Ich bin seit 1986 approbierter Arzt und seit 1991 in einer relativ großen Landarztpraxis in Ostfriesland tätig. Der Weg zu den meisten Fachärzten ist weit, so dass praktisch alle Patienten speziell mit Infekten der oberen Atemwege primär die Hausarztpraxis
aufsuchen und nicht HNO Ärzte und/oder Lungenfachärzte konsultieren. Dies ermöglicht mir eine sehr genaue Beobachtung der Abläufe von Infektionskrankheiten.Ich habe mir im Laufe meiner Praxistätigkeit angewöhnt, genau zu beobachten. Ichbeobachte,wie Patienten auf mich wirken, wie sie sich bewegen, die Mimik ect.
Ich höre zu, wenn Patienten von ihren Beschwerden erzählen. Als Homöopath hört man da ja auch noch mal anders zu, als in vielen Bereichen der konventionellen Medizin. Und ich habe gelernt, Krankheitsverläufe zu beobachten, auch den Verlauf von Infektionskrankheiten.
Vorab möchte ich kurz Eingehen auf den Unterschied zwischen Virologen (z.B. Herrn Drosten, Herrn Streek) und mir. Herr Drosten ist ein Virologe, der sich mit dem Virus beschäftigt (und davon sicher sehr viel versteht), der an seinem Computer Modelle der Virusverbreitung erarbeitet, die nach seinen eigenen Aussagen auf „Annahmen“, „Vermutungen“ basieren, bei denen es „Stellschrauben“ gibt, die hochempfindlich sind.
Herr Streek erforscht nach eigenen Angaben, was das Virus mit dem Menschen macht.Von all diesen Dingen verstehe ich nichts. Sie haben aber auch für mich als Arzt in der Primärversorgung keine Bedeutung.
Seit 29 Jahren meiner Praxistätigkeit beobachte in in jedem Jahr eine Häufung von Infekten der oberen Atemwege, im Allgemeinen
als „Grippewelle“ bezeichnet. Diese Welle beginnt regelhaft im November/Dezember, hat ihren Höhepunkt Ende Januar bis in den Februar, ebbt im Laufe des März langsam ab und ist Ende April vorbei. Immer, jedes Jahr. Experten erklären mir, dass daran verschiedene Viren beteiligt sind, unter anderem Influenza, Adeno, Rhino und Corona Viren. Auch das hat für mich keine Bedeutung, da Virusinfekte rein symptomatisch behandelt werden. Hohes Fieber wird ggf. gesenkt, Kopf und Gliederschmerzen analgetisch behandelt und die Patienten bekommen die Anweisung, sich zu schonen und zu Hause zu bleiben, auch um andere nicht zu infizieren. Dazu gehört auch ggf. die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit. Für mich ist es nur wichtig, zwischen viralen und bakteriellen Infekten zu unterscheiden, um ggf. die Notwendigkeit einer Antibiotikatherapie bei schweren bakteriellen Infekten abzuwägen. Im Wesentlichen verlaufen diese „Grippewellen“ immer gleich mit einer Ausnahme: Im Winter 2017/2018 kamen wir in der Praxis an die Gren ze unserer Leistungsfähigkeit. Diese Welle war die schwerste, die ich im Rahmen meiner kassenärztlichen Tätigkeit je erlebt habe. Es gab viele Komplikationen, vor allem kardialer Art. Ein Patient war morgens mit Erkältungssymptomen in der Praxis, wurde von mir symptomatisch versorgt und erlag am Nachmittag einem Herzinfarkt, obwohl das EKG am Morgen unauffällig war.
​
Ein weiterer Patient hatte mehr Glück und überlebte seinen Infarkt. Ein dritter Patient hatte einen Herzstillstand, konnte aber erfolgreich reanimiert werden. In der Fachpresse fanden sich viele Berichte von Herzinfarkten bei Männern im Rahmen der „Grippe“.
Es gab Lungenkomplikationen, etliche Patienten mussten stationär versorgt werden. Aber auch diese Welle war im April vorbei.In diesem Jahr ist in meiner Praxis eigentlich alles wie immer. Im Januar und Februar waren einige Patienten zum Teil über 3 - 4
Wochen krank, teilweise mit hohem Fieber, darunter auch etliche Kinder aller Altersgruppen. Bei einigen dieser Patienten habe ich
Wochen nach der Erkrankung eine Corona Antikörperbestimmung machen lassen. Alle Tests waren negativ. Das heißt , dass sie höchstwahrscheinlich eine Influenza hatten.
Ich warte hier immer noch auf die erste Corona Welle.
Ich habe in den 29 Jahren meiner kassenärztlichen Tätigkeit noch nie eine zweite Welle erlebt. Manchmal gibt es so etwas wie eine Sommergrippe im Juni/Juli mit sehr mildem Verlauf. Eine zweite (und dritte) Welle wurde meines Wissens bislang nur im Rahmen der „Spanischen Grippe“ 1918 bis 1920 beschrieben. Da zu diesem Zeitpunkt Viren noch nicht bekannt waren, ist naturgemäß auch nicht bekannt, ob es sich dabei tatsächlich um eine „Influenza“ gehandelt hat. Auch der Grund für die zweite und dritte Welle ist meines Wissens nicht bekannt. Was aber sehr gut belegt ist, ist die gesellschaftliche und hygienische Situation in der damaligen Zeit. Eine sehr detaillierte Beschreibung dieser Zustände findet sich bei :
Humphries/Bystrianyk
Die Impf Illusion,
KOPP 2015.
Dort werden katastrophale hygienische Zustände zu dieser Zeit beschrieben: Fäkalienentsorgung in den Hinterhöfen und auf den
Straßen, Kinderarbeit, Mangel an Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser ect. Das Alles mag zu dem damaligen Verlauf der
Spanischen Grippe beigetragen haben. Diese Zeit ist mit der heutigen in keiner Weise vergleichbar.Heute haben wir geregelte Arbeitszeiten, sauberes Trinkwasser, hygienische Abwasserentsorgung, genug zu essen und haben die Freiheit durch gesunde Ernährung und körperliche Betätigung/Bewegung unser Immunsystem fit zu halten.
Der von mir sehr geschätzte Kollege Sucharit Bhakdi wies in einem Interview mit servus TV darauf hin, dass es eine zweite Welle noch nie gegeben habe. Bisher hat kein Politiker oder „Experte“ erklärt, warum sie ausgerechnet diesmal kommen solle.
Ich bin Landarzt. Ich bin einer von denen, die von Angela Merkel und Jens Spahn gelobt wurden, da sie „an der vordersten Front kämpfen“, die das „Bollwerk gegen Covid 19“ sind.
Ich will von diesen Politikern nicht gelobt werden.
Ich verbiete diesen Politikern, mich zu loben.
Sie haben meine Patienten in Angst/Panik versetzt.
Derzeit besteht ein großer Teil der Zeit, die ich mit meinen Patienten verbringe, nicht in der Behandlung von Corona
Patienten (ich habe keine). Ich verbringe die Zeit in der Praxis
damit, meinen Patienten die Angst zu nehmen und sie
zu beruhigen. Und ich erkläre ihnen, dass die „zweite Welle“ nicht kommen wird. Ich habe in meiner Praxis auch eine Corona
Tote: Eine 77 jährige Frau, die sich aus Angst vor dem Virus die Pulsadern aufgeschnitten hat. Ihr konnte ich die Angst wohl nicht
nehmen.
​
Ich habe eine Bitte an die Kollegen: Die nächste „Grippewelle“ wird kommen. Dieses Jahr. Wie jedes Jahr. Wenn Ihr merkt, dass es los geht, behandelt diese Patienten wie immer: symptomatisch,
phytotherapeutisch, homöopathisch. Vielleicht behandelt Ihr sie dann auch mit Heparin zur Vermeidung von Thrombosen, wenn dies bis dahin „state of the art“ ist.Aber bitte, bitte, bitte: Fangt nicht an zu testen! Tut Euch und dem Rest der Welt diesen Gefallen.
Dr. med. Thomas Fein
Facharzt für Allgemeinmedizin Homöopathie

Montag, 28. Oktober 2019

Nachts, / Wenn der orangene Mond sich ganz silbern gewandelt, / Kommen auch andere heimlich und bringen Gold . . . Bildnis eines Räubermädchens


Das Räubermädchen

Nachts,
Wenn der orangene Mond sich ganz silbern gewandelt,
Kommen auch andere heimlich und bringen Gold,
Hänger, klirrendes Springzeug, das um meinen Nacken tollt,
Blühende Steine, die man in dunklen Schächtelchen handelt,
In pfauenblauen und mohnroten Atlas rollt.
 

Alle nehme ich nicht: ich verachte die dummen Türkise;
Demanten sind glitzernd scharf, zu wirklich, ich liebe sie nicht.
Ich halte die graue Perle, ihr sinnendes Licht,
Und das Rätsel Opal - war so im Abend die Wiese ? -
Und den Zitrontopas, der Unheil zerbricht.
 

O grüne Schlangenaugen, heißt ihr smaragden ?
So sind Augen, die sich mit mir gefüllt,
Bis ich sagte »Genug« und mein Mund sie umhüllt,
Wenn Er vertauschte mit mir die Lust seiner Jagden
Und die geströmte Felldecke niederschlug, plump und zerknüllt.
 

Was ist gut ? Ich weiß nicht. Wird Gott mich strafen ?
Was ist böse ? Mich hat keiner Bosheit gelehrt.
Fraun tragen Ketten und Kinder; der Mann trägt ein Schwert,
Und es ist süß, an einer Brust zu schlafen,
Die anders als unsere, hart und zottig bewehrt.
 

Bald,
Wenn wieder große Waffen silbern sich kreuzend blitzen,
Kaufmanns Gewand in gelbe und schwarze Blumen zerfliegt,
Such' ich ein altes Lied zusammen, das schläfert und wiegt;
Aber den Natternzaubrer in Mauerritzen
Hat schon des Kindes grünliches Blinzeln besiegt.


(aus G. Kolmar, Weibliches Bildnis in vier Räumen)

Man muss in der Lyrik eines Georg Heym, eines Hölderlin, eines Rilke der Duineser Elegien, einer Gertrud Kolmar nicht alles verstanden haben. Man nähert sich den Bildern eines schreibenden Gegenüber, seinen Farben, seinen Tieren, seinem Personal. Es gibt kaum etwas Wertvolleres, als mit den Bildern und Worten anderer anders und auf neuen Wegen denken zu lernen. Man befreit sich selbst, sein eigenes Denken und macht es reicher, umfassender, tiefer.

Mittwoch, 16. Oktober 2019

Es gibt Namen, die beflecken / Die Lippen, die sie nennen, / Die Erde mag sie nicht decken ... - Ricarda Huchs "Mein Herz, mein Löwe"!

Mein Herz, mein Löwe, hält seine Beute fest,
Sein Geliebtes fest in seinen Fängen,
Aber Gehaßtes gibt es auch,
Das er niemals entläßt
Bis zum letzten Hauch,
Was immer die Jahre verhängen.
Es gibt Namen, die beflecken
Die Lippen, die sie nennen,
Die Erde mag sie nicht decken,
Die Flamme mag sie nicht brennen.
Der Engel, gesandt, den Verbrecher
Mit der Gnade von Gott zu betauen,
Wendet sich ab voll Grauen
Und wird zum zischenden Rächer.
Und hätte Gott selbst so viel Huld,
Zu waschen die blutrote Schuld,
Bis der Schandfleck verblasste, –
Mein Herz wird hassen, was es haßte,
Mein Herz hält fest seine Beute,
Daß keiner dran künstle und deute,
Daß kein Lügner schminke das Böse,
Verfluchtes vom Fluche löse.
                                  (Ricarda Huch, 1864-1947)

Es gibt eine Vergebens-Esoterik, gern auch aus der Ecke der Licht-und-Liebe-Fraktion, der man mit höchster Vorsicht gegenüberstehen sollte, denn sie wird betrieben von Menschen, die, bevor sie ihre Gefühle wirklich ausgelotet haben, schon vergeben.


Ricarda Huch (1864-1947), wohl einer der weisesten Frauen, die Deutschland je gesehen hat, zudem eine überzeugte Christin, gibt in obigem Gedicht Töne von sich, die so gar nicht passen wollen zu jemandem, der mit dem Buch „Luthers Glaube” ein Werk geschaffen hat, das fast auf jeder Seite eine Offenbarung ist.

Hier in diesem Gedicht geht es ihr um die Verlogenheit, die in dem Schminken des Bösen steckt, um das Umschminken von Bösem in Gutes. Böse bleibt böse. Noch bis in die letzten Zeilen hinein bleibt Ricarda Huch unerbittlich. Selbst gegen göttliches Reinwaschen scheint sie sich zu stellen.


So viel ich weiß, hat Ricarda Huch dieses Gedicht 1947, in ihrem Todesjahr also, geschrieben, sie, die von Thomas Mann 1924 als Erste Frau Deutschlands bezeichnet wurde und die als erste Frau 1926 in die Preußische Akademie der Künste einzog, um sie 1933 konsequent wieder zu verlassen.

Ganz wohl fühle ich persönlich mich angesichts der unerbittlichen Worte, die dem Hass das Wort reden, nicht. Noch in die Zukunft hinein – die Verwendung des Futurs dokumentiert das – legt sie sich fest. Die Rigorosität ihrer Aussage ist unverkennbar. Ich vermute, sie hängt zusammen mit dem, was sie über viele Jahre mit ansehen musste. Das hinterlässt gerade in einer so sensiblen Seele Spuren, und es mag sein, dass sie auch deshalb zu solchen Worten griff, weil sich abzuzeichnen begann, dass sich in Deutschland eine Kultur des Von-nichts-mehr-wissen-Wollens und Hinwegsehens andeutete. 

Mir persönlich ist eine Aussage wie die ihre, auch wenn sie aus christlicher Sicht fragwürdig sein mag, zehnmal lieber als das Gesäusel berufsmäßiger Vergebens- und Vergessenskünstler. 
Ricarda Huchs "Hass" dünkt mir eh viel eher ein gerechter und wahrlich gerechtfertigter Zorn zu sein, der sich gegen jene richtet, die scheinheilig vergeben, in Wirklichkeit aber das Böse - auch in sich - nur schminken.

PS: In meinem Kommentar (ggf. auf "Kommentare" klicken) revidiere ich die Sichtweise des letzten Satzes insofern, als ich Hass nicht mehr in Zorn umdeuten mag, vielmehr für wichtig halte, den Hass als solchen anzunehmen, weil diese Annnahme den Weg freigibt, ihn zu überwinden und den Weg der Heilung zu beschreiten. Insofern ist Ricarda Huchs Gedicht, so belastend auch ihr Hass sein mag, auf dem Weg zur Heilung, denn nur das Sich-Bekennen zu dem, was in einem ist, hilft auf dem Weg zur Wahrheit.

Samstag, 29. April 2017

Kennst Du Anaxagoras? - Es wird Zeit, die Mär zu beenden, dass der Mensch vom Affen abstamme!

Aus der erhellenden Sicht des Anaxagoras und der Schöpfungsgeschichte ergibt sich, wie der Mensch mit Tieren, vor allem denen höherer Ordnung – sie stammen aus der Entwicklungslinie des Menschen (!) – umgehen sollte, denn im Tier tötet er auch immer einen Teil von sich.
Himmelswiese
Namen sind auch für Sternenkinder von Bedeutung.
 
Dieses Wissen tritt in den Kindern unserer Zeit immer mehr zutage. Viele lehnen es intuitiv ab, Fleisch zu essen. Dennoch ist, selbiges zu sich zu nehmen, meines Erachtens kein moralisches oder ethisch minderwertiges Verhalten. – Dazu später mehr. Zunächst einmal zum ersten und bekannten Atheisten: Anaxagoras.


Wer weiterlesen möchte: hier.


Mittwoch, 5. April 2017

"Das macht man nicht!" - Religion und Moral, Ägyptische Totenbücher und ein Krakenversteher namens Richard David Precht.

Anlässlich der Lektüre von Tiere denken mag manchem bewusst werden, wie notwendig die Urkunden der Menschheit sind, seien es die Ägyptischen Totenbücher, der Hymnus Echnatons oder die Zehn Gebote, und wie sehr die Degeneration der Werte in unserem Alltag mit einem Niedergang der Kultur des Religiösen zusammenhängt, einer Ebene, zu der Richard David Precht keinen Zugang hat. Für seine Haltung macht er sich und die Menschheit lieber zum Affen.
 

Natürlich stellt sich die Frage, warum es Precht solch ein Herzensanliegen ist, dass, wie er schreibt, der Mensch, „ein besonderes Tier unter vielen auf andere Weise besonderen Tieren“ ist. Immerhin lässt Precht den Menschen sogar das „optimalste aller Tiere“ sein, ein „Allesfresser mit einer großen Nahrungsbandbreite“, wobei „Nüchtern betrachtet (..) sich aber sowohl ´Tier´ als auch ´Mensch´ nicht eindeutig definieren“ lassen und zudem die Molekulargenetik zeige, dass Menschen biologisch Schimpansen seien . . .
 

wer weiterlesen möchte: hier auf Methusalem


PS: Bitte beteiligt Euch an ÄRZTE GEGEN TIERVERSUCHE
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 Link: DAshttps://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2017/_01/_09
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Mittwoch, 18. November 2015

So viel Liebe: Ein Hund gedenkt jeden Tag in der Kirche seines verstorbenen Frauchens


















Der Südwest-Presse habe ich das Folgende entnommen; und auch, wenn das Geschehen vor zwei Jahren veröffentlicht wurde, es berührt noch heute:

Das Frauchen des 12 Jahre alten Schäferhundes ist bereits vor zwei Monaten gestorben, aber Ciccio trauert noch immer jeden Tag in der Kirche um Elisabetta Lochi.
Wenn die Glocken läuten, trottet der treue Vierbeiner zur Kirche, um der Messe am Altar beizuwohnen.
Sein Frauchen, das nie im dem Dorf, in das sie gezogen war, Anschluss gefunden hatte, kümmerte sich liebevoll um herrenlose Hunde. Ciccio hatte gelernt, vor Läden und vor der Kirche zu warten, wenn sein Frauchen dort war.
Täglich nun ist Ciccio in der Kirche, wo auch seinem Frauchen die letzte Ehre erwiesen worden war.
Auch bei der Kommunionsausteilung ist er vor dem Altar zugegen.
Der Pfarrer und die ganze Dorfgemeinschaft haben ihn ins Herz geschlossen.

Samstag, 28. Februar 2015

Welch ein vermessenes Tun, im Fleische das Fleisch zu versenken. - Pythagoras jedenfalls war Vegetarier!

Im 15. Buch von Ovids Metamorphosen findet sich, was wir uns durchaus in Erinnerung rufen können:

Pytagoras warnte davor, Tiere zu verspeisen! Und immerhin hatte er sein Wissen aus der göttlichen Ebene!
Im Grunde ist seine Aussage klar: Wer Tiere verspeist, ist ein Tier, denn Tiere nur sättigen sich mit Fleisch! Und selbst von ihnen nicht alle!
Wer Fleisch ist, befleckt seine Lippen mit Blut.
Im Goldenen Zeitalter, als die Göttin des Friedens noch unter den Menschen wandelte, lebten sogar die Fische sicher in ihren Gewässern.

Der Auszug beginnt mit dem Hinweis, dass Pythagoras seine Heimat Samos wegen des Tyrannen Polykrates verlassen musste und freiwillig ihr fernblieb, denn er hasste Tyrannengewalt:

In der Stadt, die liegt an Italiens Ende,
Wohnte ein Mann aus Samos, aber von Samos
War er geflohn vor dem Herrn und blieb freiwillig im Banne,
Hassend Tyrannengewalt. Der stieg, ob fern von dem Himmel,
Doch zu den Göttern im Geist und ersah, was ewige Ordnung
Menschlichen Blicken entzog, mit dem Auge der denkenden Seele.
Dann, wie er alles erspäht mit Gedanken und wachender Sorge,
Trug er es vor im versammelten Kreis, und den schweigende Schülern,
Die zuhörten dem Wort mit Verwunderung, lehrt' er des Weltalls
Uranfang und der Ding' Ursachen, und was die Natur sei,
Auch was Gott, von wannen der Schnee, wie Blitz sich erzeuge,
Ob in zerteiltem Gewölk Sturmwind, ob Jupiter donnre,
Was aufschüttre das Land, nach welchem Gesetz die Gestirne
Wandeln, und was sonst dunkel verbleibt. Er rügte die Sitte
Tiere zu speisen zuerst und erschloß zu folgender Rede
Weisheit kündenden Mund, der nicht auch Glauben gefunden:

»Laßt, ihr Sterblichen, ab durch frevlige Speise die Leiber
Euch zu entweihn. Feldfrucht ja ist und die tragenden Äste
Abwärts ziehendes Obst und am Weinstock schwellende Trauben,
Zarte Gewächs' auch sind und andere, welche das Feuer
Mild kann machen und weich; und wird euch nimmer benommen
Labende Milch, noch Seim nach Thymian duftenden Honigs.
Gaben in Fülle beschert die verschwendende Erde zu milder
Nahrung und beut euch Kost, die Blut nicht heischet und Tötung.


Tiere nur sättigen sich mit Fleisch, doch alle mitnichten;
Denn Gras nähret das Roß und das wollige Vieh und die Rinder;
Denen jedoch inwohnt unbändiges Wesen und Wildheit,
Löwen, die zornige Brut, armenische Tiger, mit Bären
Gieriger Wölfe Geschlecht, die freuen sich blutigen Fraßes.
Welch ein vermessenes Tun, im Fleische das Fleisch zu versenken
Und den begehrliche Leib mit verschlungenem Leibe zu mästen
Und mit des Lebenden Tod ein Lebender sich zu erhalten!
Bei so reichlichem Gut, das die Erde, die beste der Mütter,
Zeuget, behagt dir nichts als traurige Stücke zu kauen
Mit unseligem Zahn und zu tun nach Art der Zyklopen?
Weißt du nimmer die Gier des gefräßigen Bauches zu stillen,
Der zum Schlimmen gewöhnt, als wenn du vernichtest den Andern?

Jene verwichene Zeit, die golden wir pflegen zu nennen,
War mit Baumesertrag und dem Boden entsprossenen Pflanzen
Reichlich beglückt und befleckte noch nicht mit Blute die Lippen.
Damals schlugen die Luft mit sicheren Schwingen die Vögel;
Furchtlos irrt' umher im freien Gefilde der Hase;
Nie auch hängte den Fisch leichtgläubiger Wahn an die Angel.
Ohn' auflauernden Trug und nichts argwöhnend von Tücke
War voll Frieden die Welt.

Mittwoch, 9. Januar 2013

Wieso weinen die Sterbenden nie? – Über Max Frischs Fragebogen zum Tod und einen sterbenden US-Soldaten in Vietnam.


Obige Frage findet sich am Ende von Max Frischs Fragebogen zum Tod, der allerdings in der hier verlinkten Form von mir für meinen Ethik-Unterricht leicht abgewandelt worden ist. Er findet sich im Original im Tagebuch 1966 bis 1971 des 1991 verstorbenen Schweizer Autors; dort finden sich auch Fragebögen zum Thema Ehe, Humor, Geld, Freundschaft, Heimat, Eigentum und anderen Themenbereichen mehr.

Max Frisch hat hier eine ganz eigene Form, Fragen zu stellen, gefunden, Fragen, die überraschen, entgeistern, unser lineares Denken auf den Kopf stellen, auch schlagartig nachdenklich stimmen.

Oder wie finden Sie eine Frage wie: Ist die Ehe für Sie noch ein Problem? –

Wie kann Frisch einfach von "noch" sprechen?
Oft ist es so, dass die Fragen voraussetzen, dass man erst andere inhaltliche Punkte abklärt, z.B.: War die Ehe für mich ein Problem? oder Ist es ein Zeichen von Resignation, dass Ehe für mich kein Problem mehr ist ...

Mit den Fragen zum Tod verhält es sich ähnlich:

● Haben Sie Freunde unter den Toten?

● Wenn der Atem aussetzt und der Arzt es bestätigt: Sind Sie sicher, dass man in diesem Moment keine Träume mehr hat?

● Möchten Sie unsterblich sein?

● Wenn Sie einen toten Menschen sehen: Haben Sie dann den Eindruck, dass Sie diesen Menschen gekannt haben?


Was mich nachdenklich stimmte: Tatsächlich kann ich mich nicht daran erinnern, selbst nicht in einem Film einen Sterbenden gesehen zu haben, der weinte.

Worauf ich aber zu sprechen kommen möchte und was mich, als ich ihn las, unendlich tröstete, tatsächlich unendlich tröstete und beruhigte, war jener Bericht bei Raymond A. Moody, der ja aus den vorausgegangenen Posts zu diesem Thema nun kein Unbekannter mehr ist, über einen jungen amerikanischen Soldaten, der in Vietnam "fiel":


Als ich in Vietnam diente, wurde ich verwundet, was dazu führte, dass ich "starb". Die ganze Zeit über erlebte ich jedoch ganz genau alles mit, was mit mir vorging. Als es passierte, dass ich von sechs Maschinengewehrkugeln getroffen wurde, geriet ich überhaupt nicht außer Fassung. Im Herzen fühlte ich mich nach der Verwundung tatsächlich erleichtert. Ich empfand Wohlbehagen. Das Ganze hatte nichts Beängstigendes für mich
In diesem Augenblick, als ich getroffen wurde, erschien auf einmal mein ganzes Leben als Bilderbogen vor mir. Ich sah mich in die Zeit zurückversetzt, als ich noch ein kleines Kind war, und von da an bewegten sich die Bilder weiter durch mein ganzes Leben.
Ich konnte mich wirklich an alles erinnern. Alles stand so klar und lebendig vor mir. Von den frühesten Ereignissen, an die ich mich gerade noch eben erinnern kann, bis herauf zur Gegenwart war alles genauestens aufgezeichnet, und es lief in Windeseile vor mir ab. Das Ganze war überhaupt nicht unangenehm; ich empfand dabei weder Bedauern noch irgendwelche herabsetzenden Gefühle mir selbst gegenüber. Der treffendste Vergleich, der mir dazu einfällt, wäre der mit einer Bilderserie, einer Dia-Reihe vielleicht. Es war etwa so, als ob jemand Dias vor mir projiziert hätte, in außerordentlich raschen Tempo.

Hier endet Moodys Wiedergabe. Er hatte den Bericht des jungen amerikanischen Soldaten in dem Unterkapitel wiedergegeben, in dem er auf eine der 12 Stationen einging (siehe letzter Post), in der es um den Lebensfilm ging; auf diesen sollte hier hingewiesen werden.

Mir ging es um etwas Anderes. Ich dachte an all die vielen Berichte, die ich zu Geschehnissen im Ersten und Zweiten Weltkrieg gelesen hatte, wie schrecklich zum Teil Soldaten - man kann nur sagen - verendet waren, nach einem erfolglosen Sturmangriff liegend zum Teil viele Stunden noch lebend zwischen Stacheldrahtverhauen, wo sie kein Kamerad holen konnte, weil hüben und drüben die Scharfschützen in den Stellungsgräben lauerten. Keiner konnte helfen; viele stöhnten und starben über viele Stunden.

Moodys Wiedergabe lässt mich verlässlich annehmen, dass die allermeisten nicht so grässlich sterben mussten, wie ich es bis dahin angenommen hatte. Die Seele hatte wohl längst den Körper verlassen, der dort zwar noch lag, aber für das Wesen Mensch keine Bedeutung mehr hatte.
Ich könnte hier noch den ein oder anderen Unfallbericht, den Moody zitiert, wiedergeben, im Rahmen dessen "Sterbende" selbst noch das Krachen ihrer Knochen im Ohr haben, aber dennoch über der Unfallstelle schweben und keine Schmerzen empfinden.

Oder eine Frau berichtet, wie sie "stirbt". Sie erzählt, dass sie hört, wie eine Schwester ruft: "Herzstillstand". Sie sieht, wie ihr die Elektroden auf die Brust gesetzt werden, wie sie den Elektroschock erhält, sie hört ihre Knochen krachen und berichtet:
"Als ich sie da unten auf meinen Brustkorb klopfen und meine Arme und Beine reiben sah, dachte ich:´Warum geben sie sich bloß so viel Mühe, wo es mir doch jetzt so gut geht.`"
Das ist Gott sei Dank dank dieser Berichte - Moody hatte allein 150 gesammelt, andere Autoren werden folgen und wesentlich mehr gesammelt haben - eine neue Sicht auf den Tod und auf ein Sterben, das sehr oft nicht so entsetzlich grausam gewesen sein wird, wie wir es bisher angenommen haben; das betrifft auch Menschen, die verbrannten oder auf andere Weise grausam umkamen; es gilt auch für Menschen, die zu Tode gefoltert wurden.

Und was mir auch unglaublich gut tut zu wissen, ist, dass das für mich mit Sicherheit auch Tiere betrifft. Ich gehöre zu denen, die selten Tierfilme ansehen, so schön sie auch partiell sind, weil viele doch Szenen enthalten, wo z.B. ein Löwe eine Antilope reißt. Ich kann das nicht sehen ... Es wird auch die Maus betreffen, die von einer Katze genüsslich zu Tode gequält wird. Selbst wenn der Körper noch zu fliehen sucht: Die Tiere empfinden nichts mehr. Für mich haben höher entwickelte Tiere auch eine Seele - und die Weisheit des Lebens beschützt auch sie, wie sie viele Menschen beschützt hat, die auf tragische Weise starben.

Dafür danke ich dieser Weisheit.

Fortsetzung der Thematik  hier

Sonntag, 25. Oktober 2009

Walzer der Liebe: Bertolt Brechts "Die Liebenden"


Seht jene Kraniche in großen Bogen! a
Die Wolken, welche ihnen beigegeben b
Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen a
Aus einem Leben in ein andres Leben. b
In gleicher Höhe und mit gleicher Eile c
Scheinen sie alle beide nur daneben. b
Dass so der Kranich mit der Wolke teile c
Den schönen Himmel, den sie kurz befliegen, d
Dass also keines länger hier verweile c
Und keines andres sehe als das Wiegen d
Des andern in dem Wind, den beide spüren e
Die jetzt im Fluge beieinander liegen. d
So mag der Wind sie in das Nichts entführen: e
Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben f
So lange kann sie beide nichts berühren. e
So lange kann man sie von jedem Ort vertreiben f
Wo Regen drohen oder Schüsse schallen. g
So unter Sonn und Monds verschiednen Scheiben f
Fliegen sie hin, einander ganz verfallen. g
Wohin, ihr? – Nirgends hin. – Von wem davon? – Von allen. g


Ich habe an anderer Stelle einen Grund genannt, warum ich kein Freund Brechts bin; es gibt noch weitere. Das aber kann mich nicht daran hindern, dieses Gedicht als eines der schönsten Liebesgedichte zu empfinden, die es gibt. Es ist unnachahmlich gut gestaltet. Drei Gründe möchte ich nennen:
Das betrifft einmal seinen Walzertakt: Die Endreime reimen sich im Dreiertakt: aba bcb cbc dcd ede fef gfg gg.
Der Walzer ist der Tanz Liebender. Und wenn die Kraniche, wie es heißt, beieinander liegen, so drehen sie sich doch umeinander, wie es die Reime tun. Wie Glieder einer Kette sich nicht verlieren, so sind die Liebenden unzertrennlich und in die Reimform ist diese Unzertrennlichkeit und zugleich der Herztakt, der Dreierrhythmus des Walzers eingeflochten.
Selten, dass so gekonnt in die äußere Form der Sinn hineingewoben ist.

Dieses Gedicht ist im Jambus geschrieben, einer regelmäßigen Abfolge von unbetonten und betonten Silben: Die Wólken, wélche íhnen beígegében - unbetont, betont, unbetont betont ... Der Jambus gleitet dahin wie der Flug der Vögel.
Und doch gibt es in diesem Gedicht Stellen, in denen der Akzent nach vorn gezogen ist, eine Möglichkeit, die Germanisten Tonversetzung nennen. In deutschen Gedichten kommt dies nicht so häufig vor, hier aber vor allem gleich zu Beginn, denn es wird nicht das "jéne" betont, sondern das "Séht". Ist der Akzent um eine Silbe nach vorn gezogen, so folgen dafür zwei unbetonte; dann geht es normal weiter.
Gekonnter und intensiver kann man den Blick des Lesers gar nicht zum Himmel richten als mit Hilfe dieser Tonversetzung an der auffälligsten Stelle des Gedichtes, der ersten Silbe: Séht!
Seht hin!
Seht hin, Kraniche!
Vögel ohnehin, aber Kraniche ganz besonders, vor allem seit Schillers Die Kraniche des Ibykus, sind Götterboten. In Schillers Ballade nehmen sie die Bitte des sterbenden Sängers auf. Als sein Auge bricht, bittet er die Kraniche, die gerade über ihn hinfliegen, seinen Tod zu rächen und die Mörder zu überführen. Und dies geschieht auf wunderbare Weise.
Kraniche sind auch Vögel des Glücks, vor der Paarung tanzt der Kranich.
Gemeinsam sind sie unverletzlich.
Am Ende seines zauberhaften Märchens vom Zauberspiegel heißt es bei Michael Ende: Wenn zwei zusammen in den Zauberspiegel schauen, werden sie wieder unsterblich.
Unsterblich waren und sind die Liebenden; richtig übersetzt weist uns auch der Beginn des Alten Testamentes darauf hin, warum zwei unzertrennlich zusammengehören.
Der Atheist Brecht, der dennoch die Bibel so schätzte, weiß in seinem Gedicht auch davon zu erzählen:

Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben
So lange kann sie beide nichts berühren.

Dieses Gedicht gibt es in verschiedenen Fassungen, und eine ist jene in Brechts Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagony. In Mahagony organisiert die Schwindlerin Begbick käufliche Liebe. Und inmitten dieses käuflichen Geschehens singt Jenny mit Paul dieses Lied im Wechselgesang; ein aus dem Gewerbe der Liebe erwachtes Mädchen zeigt einem von seinem Gefühl überraschten Mann die Kraniche ... Symbol ungeteilter Liebe, in der sich die beiden vereinen:

Jenny: Sieh jene Kraniche in großem Bogen!
Paul: Die Wolken, welche ihnen beigegeben
Jenny: Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen
Paul: Aus einem Leben in ein andres Leben.
(...)

Das Gedicht ist wohl vor der Oper entstanden. In der dort vorliegenden Fassung ist der Schluss anders gestaltet als oben und er zerstört den wunderbaren Mythos der Liebe, deshalb wollen wir ihn hier nicht einbringen. Heinz Politzer, ein 1978 verstorbener Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, der an der University of California in Berkeley lehrte, hat es so formuliert: 
"Der Dichter war nicht nur ein auf seine Art Frühvollendeter, sondern auch ein früh Zerstörter (...) So zersetzte er mit List und Tücke die Schönheit."

Wir lassen sie bestehen, die vorliegende Fassung des Gedichtes - wie sie sich auch in der bekanntesten deuschen Gedichtsammlung von Echtermeyer/Wiese findet - , wir lassen also diese Fassung des Gedichtes und damit der Liebe bestehen, denn es gibt sie wirklich, die Schönheit, die Liebe, den Walzer des Herzens. 
Und wir wünschen uns, dass sie nicht davonfliegen, die Liebenden, sondern dass sie unter uns bleiben, denn unsere Erde braucht sie.
Dringend.



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Samstag, 7. Juni 2008

Wo bleibt die Liebe, Martin Luther?

Äsop lebte im 6. Jhdt., also nicht lange vor Sokrates, der einen ähnlichen Tod erleiden sollte wie Ersterer.
Äsop war ein griechischer Sklave und soll mit seinen Fabeln den Zorn der Mitbewohner von Delphi erregt haben. Er wurde zum Tode verurteilt und von einem Felsen gestürzt. Der erste Übersetzer der Äsopschen Fabeln ins Deutsche hat dies vor ca. 500 Jahren illustriert, wie oben zu sehen.
Im Folgenden eine der schönsten und zugleich tragischen Fabeln von jenem faszinierenden Sklaven:

Als die Tiere noch alle die gleiche Sprache rede­ten, gewann eine Maus einen Frosch lieb. Da­her lud sie ihn zum Mahle und führte ihn in die Vorratskammer eines Reichen. Da gab es Brot, Käse, Honig, Feigen und alle ändern Leckerbis­sen. „Nun iss nach Herzenslust, lieber Frosch", sagte die Maus. Der ließ sich das nicht zweimal sagen und alle beide schwelgten in auserlese­nen Genüssen. Dann sagte der Frosch: „Nun komm auch einmal zu mir, liebe Maus, und mäste dich an meinen Schätzen! Damit du aber bei deiner Reise durchs Wasser keine Angst bekommst, will ich deinen Fuß an meinen anbin­den." Das tat er auch und sprang in den Teich, wobei er die Maus gefesselt mit sich zog. Als diese nun merkte, dass sie ertrinken musste, sprach sie: „Ich werde von dir getötet werden, aber von einem Stärkeren werde ich gerächt werden." So starb sie. Aber wie sie noch auf dem Wasser dahintrieb, flog ein Habicht über den Teich. Der sah die Maus, schoss herab und er­griff sie und zugleich mit ihr den Frosch. Und er verschlang sie beide.

Unabhängig von aller Lehre, die in dieser Fabel stecken mag: Was mich beeindruckt, ist die Liebe der Maus; sie gewann den Frosch richtig lieb und öffnet ihm ihre Schatzkammer; das tut man, wenn man wirklich liebt. Für die Maus ist es gleichsam ihr Innerstes.
Und sie wünscht dem Frosch: Iss nach Herzenslust.
Man spürt es auf Schritt und Tritt, in allen Buchstaben: Mit Herzens-Lust liebt die Maus den Frosch.
Bei allem Schrecklichen, was dann geschieht:
Dass eine Maus so lieben kann, das fand und finde ich wunderschön.
Nun kommt Martin Luther und ein weit verbreitetets Schulbuch für Schüler der 6. Klasse schreibt, was man gewöhnlich schreibt, wenn man auf Luther hinweist: Luther (1483-1546), der Begründer der evangelischen Kirche, lebte in Wittenberg. Um seine Vorstellungen von einem neuen Christen­tum im Volk zu verbreiten, schrieb Luther Lieder, die im Gottesdienst oder zu Hause gesungen werden konnten (z.B. „Vom Himmel hoch, da komm ich her"). Er übersetzte die Bibel ins Deutsche und schrieb eini­ge Fabeln Äsops für die Menschen seiner Zeit um. Dazu gehört auch die Fabel „Vom Frosch und der Maus":

Eine Maus wollte über ein Wasser und konnte nicht und bat einen Frosch um Rat und Hilfe. Der Frosch war hinterlistig und sagte zu der Maus: „Binde deinen Fuß an meinen Fuß. Dann will ich schwimmen und dich hinüberziehen." Als sie aber in das Wasser kamen, tauchte der Frosch unter und wollte die Maus ertränken. Während sich die Maus wehrt und abmüht, fliegt ein Weihe vorbei, schnappt die Maus und zieht den Frosch mit und frisst sie beide. Lehre: Überlege dir, mit wem du dich einlässt. Die Welt ist voller Falschheit und Untreue. Denn wenn ein Freund den anderen übervor­teilen kann, tut er es. Aber mit Treulosigkeit schadet man sich selbst, so wie es dem Frosche geschehen ist.

Was macht Luther?
* Für mich lässt er das Schönste der Äsop-Fabel weg: die Liebe der Maus!
Warum?
Ausgerechnet jemand, der "seine Vorstellungen von einem neuen Christentum im Volk" verbreiten möchte, lässt die Liebe weg. –
Ehrlich gesagt: Das hat mich total irritiert.
* Wenn die Welt voller Falschheit und Untreue ist, müsste sich Luther nicht auch selbst dazu rechnen?
* Meine Klasse war irritiert, dass sie voller Falschheit und Untreue sein sollte.
* Und was ist das für ein entsetzlicher Virus, den Luther in die Seelen der Menschen pflanzt:
> Wenn ein Freund den anderen übervor­teilen kann, tut er es. <
* Irritiert hat mich auch, dass zwar ein lustiges Bild in jenem Schulbuch neben der Fabel zu sehen war, aber nichts darauf hinwies, wie fragwürdig Luthers Fabelversion ist. Wie schnell hat sich solch ein Virus für ein Leben lang in einer Kinderseele verhakt!
Wie heißt es in Goethes Faust: Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust …
Jener Mann, der solch ein gewaltiges Lied wie Ein feste Burg ist unser Gott schreiben konnte, konnte auch so schmählich das Wunder der Liebe verleugnen und der Freundschaft …