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Samstag, 13. Dezember 2025

Wahre Weiblichkeit und die Ängste einer dekadenten Männlichkeit, wie sie zunehmend deutlicher zutage treten.

Wahre Weiblichkeit steht in Zusammenhang mit der Finsternis, die existierte, bevor Gott in der Schöpfungsgeschichte sprach: „Es werde Licht.“

Diese erste göttliche Aussage war sodann die Geburt des Lichtes, das in Zusammenhang steht mit dem Göttlich-Männlichen (von dem auf unserer Erde kaum mehr eine Vorstellung vorhanden ist).


Es heißt zu Beginn der Schöpfungsgeschichte:



Rudolf Steiner formuliert in seiner GA 93 (S. 36):
Das ursprüngliche Geschlecht ist das Weibliche.“, um bei anderer Gelegenheit zu äußern:
“In Wahrheit ist das Männliche und das Weibliche nur ein Spezialfall für eine viel höhere Zweiheit. (GA 89, S. 289).
Damit nimmt er u.a. Bezug auf obige Stelle der Genesis. Die wenigsten vermuten, dass wir schon hier zu Beginn der Bibel Ursprünge der männlich-weiblichen Polarität finden und damit eine große noch so wenig verstandene Wahrheit in Bezug auf die Wirklichkeit unseres Lebens.

Wenn Maria Magdalena in Tom Kenyons Das Manuskript der Magdalena feststellt - ich habe dies in dem hier verlinkten Video angesprochen:
Aus der von Sonnenlicht durchfluteten Perspektive des männlichen Prinzips trägt das weibliche Prinzip einen dunklen, feuchten, gefährlichen Abgrund in sich. Das solare Prinzip fühlt sich von der Dunkelheit des lunaren Prinzips bedroht.
so bezieht sie sich mit dieser Aussage auch auf die Angst vieler Männer vor einer Weiblichkeit, der sie sich - meist unbewusst - nicht gewachsen fühlen. Welcher Mann gibt gern zu, dass er sich fürchtet vor der Dunkelheit, vor dem Feuchten und einer Furcht, die sich zum Teil auch äußert in der klammheimlichen Angst vieler Männer vor der Vagina.

Die Gründe für die männliche Angst - dabei dürfen doch ausgerechnet Männer eigentlich nicht ängstlich sein, räusper, räisper - liegen in dem Verlust um das Wissen, dass sie aus der Finsternis geboren sind. Weil sie darum nicht mehr wissen, tritt ihnen diese Finsternis furchterregend gegenüber; sie fangen mit ihr nichts an, zumal sie doch strahlendes Licht sind, zumindest sich so vorkommen.
In dieser Angst liegt auch die Ursache für die Machtgier und Kontrollwut des dekadenten Männlichen in unserer Zeit. Ein Putin macht ein ganzes Land, Russland, zu einem Gefängnis, in dem er der Gefängnisaufseher ist. Insassen, die nicht spuren, fliegen gegebenfalls aus dem Fenster, werden vergiftet oder finden sich in Arbeitslagern wieder. Staaten, die Formen der Freiheit kennen, werden bekämpft. Dasselbe Spiel treibt ein Trump ungleich dilettantischer in den USA. Außenpolitisch spielt er den Friedensengel - sieht man einmal von Venezuela ab; nach innen soll seine Art von Frieden, wenn es nach ihm geht, allerdings nur Totenstille bedeuten für alle, die ihn durchschauen und kritisieren, es sei denn, sie schleimen ihn an, dann dürfen sie reden. In Variationen findet sich dieses männlich tödliche Spiel meist in etwas abgeschwächter Form auf der ganzen Welt (Erdogan, Orban, Kim Jong-un, Xi Jinpin …).

Unter anderem in der Sexualmagie der Isis, in die Maria Magdalena eingeweiht war und die sie mit Jesus bis zu dessen Tod praktizierte, auch um seinen Ka-Leib, seinen Ätherleib zu stärken für die große Herausforderung seines Lebens, finden wir nicht von ungefähr eine schwarze - die weibliche lunare - Schlange links der Wirbelsäule und auf der rechten Seite die goldene, solare (siehe Video - 28. November).
Frauen, die obigen Hintergrund nicht blicken, sind gegebenenfalls entsetzt über die Tatsache, dass ausgerechnet dem Weiblichen schwarz zugeordnet wird, und Männer fühlen sich dann bestätigt, dass dem Männlichen das Gold zukommt.
Doch die Finsternis - im Hebräischen wird sie mit Tohuwabohu (tōhū wā-ḇōhū - wüst und leer) bezeichnet, die Griechen nannten sie dann Chaos - ist so wertvoll wie das Licht.

Wir leben in einer Zeit, in der das dekadente Männliche für viele Menschen immer offensichtlicher sein wahres Gesicht zeigt und durchschaut wird. Damit einher geht, dass bei zunehmend mehr Menschen sowohl die schwarze als auch die goldene Schlange entlang ihrer Wirbelsäule aufsteigen und wenn dies mit einer charakterlichen und moralischen Läuterung, einer Reinigung ihres Astral- und Ätherleibes einhergeht, wird es diesmal nicht enden wie in Atlantis, sondern es wird die Geburt eines neuen Bewusstseins stattfinden, das die "Offenbarung des Johannes" in deren 21. Kapitel das „Neue Jerusalem“ nennt.

Der Grund, warum ich in meinem 2. Video zum Thema der Spirituellen Sexualität, das ich in den nächsten Tagen fertigstellen zu können hoffe, von wahrer Weiblichkeit spreche und nicht nur von Weiblichkeit, liegt darin, dass unsere Erde nicht nur überladen ist mit einer dekadenten Männlichkeit, sondern auch um wahre Weiblichkeit kaum mehr weiß.
Wahre Weiblichkeit ist eine Weise göttlichen Seins, wie sie in diesen Tagen zunehmend auf unsere Erde zurückkehrt; nie hatte sie die Erde wirklich verlassen - Wesen wie Hathor, Isis und Maria waren immer anwesend gewesen -, doch sie war aus dem Bewusstsein vieler Menschen entschwunden und Frauen, die in der Politik tätig sind, dokumentieren gerade heute die Degeneration des Weiblichen, indem sie glauben, weiblich sein bedeute, männlich dekadentes Verhalten besonders perfekt zu praktizieren (man nehme beispielsweise die sich in ihrer stimmlichen Wirklichkeit verbergende seelische Verfassung einer Alice Weidel wahr oder den Tonfall einer Julia Klöckner, mit dem sie ihr Amt führt ...)

Doch wir dürfen in unseren Tagen eine Rückkehr des Madonnenbewusstseins erleben, wie es Raphael mit seiner Sixtinischen Madonna ankündigte und Goethe mit seinem Verweis am Ende des "Faust“ auf das Ewig-Weibliche.

Diesem Weiblichen dürfen wir in der Dunkelheit der Weihnachtstage gerade in diesem Jahr besonders intensiv begegnen.

Samstag, 6. April 2024

Feiere Dein Mann-Sein !




Niemand kann sich im Moment so wirklich vorstellen, dass das ein Mann schreibt oder ein Verlag wie hier eine Art von kleiner Broschüre herausgibt mit dem Titel: "Feiere Dein Mann-Sein".

Männer haben sich ganz klein gemacht, habe ich den Eindruck, sieht man mal von solchen wie einem Trump ab, der ja nun kein Mann ist. Zum Mann-Sein gehört, dass man Frau wertschätzt. Trump aber hasst in Wirklichkeit Frauen, sonst könnte er nicht so mit ihnen umgehen oder das über sie sagen, was er in der Vergangenheit sagte und was ich hier nicht wiederhole. Aber Trumps gibt es viele oder - siehe mein vorletzter Beitrag - Männer wie Paris, denen es nicht um eine wirkliche Helena geht, sondern um Pin-up-Weiblichkeit, Weiblichkeit, der es nur um äußere Sinnlichkeit geht; Richard Wagner im "Tannhäuser" und Joseph von Eichendorff in seinem "Marmorbild" nennen sie "Venus".

Ein wirklicher Mann feiert Weiblichkeit. Er schätzt sie genauso wie seine Männlichkeit. Männer haben einen inneren Kern, und der ist weiblich, genauso wie Frauen einen inneren Kern haben und der ist männlich.

Was mir in unserer Wirklichkeit fehlt, ist, dass Frauen sich zu ihrer Männlichkeit bekennen und damit zu Männern, auch zu denen, die der Heilung bedürfen. Denn die Trumps dieser Erde sind ja auf der Suche und dass Paris nicht wirklich Helena nach Troja führte, liegt doch daran, dass er sich auf ein falsches Schönheitsspiel einließ und von einer der Göttinnen, die verlor, Hera, nur ein ätherisches Bild mit auf den Weg bekam, und nicht die wahre Helena; die liebte in Wirklichkeit, wie wir von Euripides wissen, ihren Menelaos - Helena war in Wirklichkeit ihrem Menelaos treu.

Ich selbst spreche ja von dieser kaputten Männlichkeit, die es in der Tat zuhauf gibt. Aber gleichzeitig sehe ich, dass eine Männlichkeit auf dem Weg ist, die sich neu findet, weil sie ihre göttlichen Wurzeln erkennt; und sie tut sich leichter, wenn Frauen sie unterstützen, weil sie damit ihren eigenen Kern - die Anthroposophen sprechen davon, dass der Ätherleib des Mannes weiblich und der der Frau männlich ist - unterstützen, ja stärken.
So notwendig die Frauenbewegung war; zum Teil hat sie die eigene Weiblichkeit stärken wollen auf Kosten der Männlichkeit. Das ist in gewisser Weise nachvollziehbar, denn wenn man allein sieht, was die katholische Kirche mit der Tatsache, dass sie Weiblichkeit von ihren Ämtern aussperrte, angerichtet hat, dann weiß man um das schreckliche Dilemma, was sich mit dem Patriarchat verbindet. Es hat u.a. zu dem geführt, was die katholische Kirche nun zugrunde richtet.

Doch dieses kaputt Männliche zerfällt im Moment, das zeigt sich überdeutlich in dem grausamen Kriegführen dieser Tage durch gewisse "Männer" - ein schreckliches Aufbäumen.

Es ist gut, wenn sich Männer und Frauen die Hand reichen, aufhören damit, sich gegenseitig niederzumachen - Prozesse, die oft klammheimlich in der Seele stattfinden, gerade auch bei Menschen, die an der Oberfläche ganz anders wirken wollen.

Die Lösung liegt nicht darin, das Geschlechtliche zu verwässern und dem Männlichen und Weiblichen auf gendernde Weise auszuweichen.

Als die Elohim in der biblischen Schöpfungsgeschichte den Menschen kreierten nach ihrem Bild, männlich-weilblich (wie Luther hätte korrekt übersetzen müssen), da verbanden sie damit eine hohe Absicht; zu dieser zurückzufinden, darin besteht unsere Aufgabe. 

Gerade in der Kunst, beispielsweise in Richard Wagners "Tannhäuser", in "Tristan und Isolde" oder in seinem "Parsifal," in Goethes "Faust" oder in Raffaels "Sixtinischer Madonna" finden wir wegweisende Nahrung; das ein oder adere habe ich dazu ja schon veröffentlicht.

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Warum der Mensch tatsächlich Krone der Schöpfung ist - damit verbunden: über Goethe hinausdenken ...

Liebe Leserin, lieber Leser, Facebook hat mal wieder einen Beitrag im Rahmen einer von mir dort initiierten Gruppe (https://bit.ly/3f5njZQ) zensiert, also vom Netz genommen und für den Fall erneuten Verstoßes mir Folgen bis zum Sperren meines Kontos angedroht, da ich gegen Gemeinschaftsstandards mehrfach verstoßen hätte - mir persönlich ist schleierhaft, gegen welche.
Für den ein oder anderen mögen im Folgenden die spirituellen Begrifflichkeiten und Gehalte nicht ganz nachvollziehbar sein - ich bitte in obigem Zusammenhang um Verständnis
Es folgt also der zensierte Beitrag:

>

  • Warum der Mensch wirklich Krone der Schöpfung sein und das Wirken der Hierarchien krönen könnte
  • Warum es gilt, über Goethe hinauszudenken

Selten habe ich so profunde Sätze bei Rudolf Steiner gelesen, die so viel an wertvollem Bewusstsein beinhalten, wie die folgenden:
Der Mensch ist Götter-Ideal und Götter-Ziel. Aber dieses Hinblicken kann nicht der Quell von Überhebung und Hochmut beim Menschen sein. Denn er darf sich ja nur, als von ihm kommend, zurechnen, was er in den Erdenleben mit Selbstbewußtsein aus sich gemacht hat. Und dies ist, in kosmischen Verhältnissen ausgedrückt, wenig gegenüber dem, was als die Grundlage seines Eigenwesens die Götter aus dem Makrokosmos, der sie selber sind, heraus als Mikrokosmos, der er ist, geschaffen haben. 
Die göttlich-geistigen Wesen stehen im Kosmos einander gegenüber. Der sichtbare Ausdruck dieses Gegenüberstehens ist die Gestalt des gestirnten Himmels. Sie wollten, was sie so zusammen sind, in einer Einheit als Mensch schaffen. [Rudolf Steiner, GA26, S. 183ff] 

1. Der Mensch ist nicht nur eine Kreation der Elohim, wie mancher aufgrund des Beginns der Schöpfungsgeschichte annehmen könnte - Luther spricht bekanntlich aus seiner engen Sicht heraus von „Gott“ -, sondern im Grunde aller Hierarchien [https://bit.ly/3zg0kSB]. Der ganze Kosmos ist an unserem Werden, auch an der derzeitigen Bewusstseinsstufe, die man mit dem Wort „Christus“ erfassen kann, beteiligt. Steiner verweist z.B. auf die Bedeutung der Throne in Bezug auf die erste Inkarnation der Erde, die er Saturnzustand nennt und die den Beginn des menschlichen Seins erfasst.
Der Mensch ist ein Ergebnis kosmischen Wollens aller Hierarchien.
Diese Tatsache mag verdeutlichen, wie gigantisch wertvoll menschliches Sein ist.
Sie mag aber auch verdeutlichen, dass der Mensch sich auf sein Menschsein nicht zu viel einbilden sollte; er ist ein Ergebnis von Vorhandenem; allerdings leistet er einen unverzichtbaren Beitrag.

2. Für die Hierarchien ist der Mensch ein Wesen, in dem ihre eigene Entwicklung gipfelt. Dieser Gipfel will erklommen sein. Menschsein darf der Mensch schon auf dem Weg zum Ziel.
Warum das alles möglich ist, liegt an der notwendigen Kreation eines Phänomens, das wir Zeit nennen. Ohne Zeit gäbe es den Menschen nicht.
Zeit ist eine unglaublich wichtige Kreation der Götter (vgl. die Existenz des griechischen Gottes „Kronos“ - übersetzt „Zeit“).

3. Der Mensch verdankt die Qualität seines ideal-göttlichen Wesens nicht sich selbst; „die Grundlage seines Eigenwesens“ sind die neun Hierarchien. Das mag menschlichen Wesen immer bewusst sein. Sie verdanken die Qualität ihres Seins einer kosmischen Vaterschaft aller Wesen.

4. Aufgrund des gestirnten Himmels sind wir in der Lage, das individuelle Sein jeder der neun Hierarchien zu erkennen. In ihrer Göttlichkeit bilden sie eine Einheit, aber sie können eine solche nur sein, weil sie auch als Einzel-Entitäten lokalisierbar sind, wenn man es in einem Raumbegriff formulieren möchte. Den pantheistischen Einheitsbrei gibt es nicht. Er existiert nur für denkfaule lahmgeistige Esoteriker. Wie man ohne Yin nicht das Yang versteht, ohne das Weibliche nicht das Männliche und umgekehrt, so versteht man den Pantheismus nicht ohne ein Bewusstsein seiner ihm inhärenten Vielheit und Vielfalt.

5. Der Mensch wird Mensch, indem ihm etwas zur Verfügung steht, das wir mit einem Pflug vergleichen können.
Wir sind kein kosmisch wildes Kraut, wie es in der Natur wächst. Voraussetzung für unser Sein ist, dass wir das, was wir dank der Hierarchien vorfinden, als Möglichkeit unseres Wesens, den kosmischen Acker also, pflügen. Nur so finden wir Bewusstsein für den Samen und seine Früchte.
Darin besteht unsere Arbeit, unsere Aufgabe: im Pflügen. Wer glaubt, er müsse nur die Blumen ernten, bleibt ein kosmischer Luftikus, verfällt Luzifer.
Mancher mag mit seinem Pflug in der Erde stecken bleiben; Steiner nennt dieses Phänomen „Ahriman“.

6. Der Mensch muss sich ein Verständnis seiner kosmischen Substanz pflügend erarbeiten. Man kann auch den Pflug als Selbstbewusstsein bezeichnen; es ist das Bindeglied zwischen Mikro- und Makrokosmos. Ohne pflügen geht nichts.

Indem er seiner Selbst mehr und mehr bewusst wird, dringt sein Pflug immer tiefenwirksamer, immer verstehender, immer bewusster in den kosmischen Acker ein. In jeder Krume erkennt er Substanzen von Hierarchien, die an dieser Stelle gewirkt haben.

7. Selbstbewusstsein erfordert die Arbeit am inneren Menschen. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat ihn beispielsweise die Bedeutung der Arbeit mit und an seinem inneren Kind erkennen lassen, etwas, was ihn verstehen lässt, warum es wichtig ist, Verletzungen zu heilen, vor allem aber, Verletzungen von Kindern zu vermeiden (hallo Katholische Kirche, hallo …)

8. Der Mensch kann aufgrund der Studien eines Steiner verstehen, dass Kindsein verbunden ist mit dem allnächtlichen Vermögen, im Schlaf aufarbeitend zu den Tagesanfängen zurückzugehen, dass wieder Kind zu werden ebenfalls bedeutet, zwischen den Leben zu den kosmischen Ursprüngen zurückzugehen. Deshalb geht Michael Endes Momo im gleichnamigen Werk rückwärts zu Meister Hora. Es gilt, unter den vielen Quellen, die unser Bewusstsein fördern können, die richtigen auszuwählen, denn falsche Propheten gibt es zuhauf, z.B. Menschen, die nur luziferisches Bewusstsein lehren und in die Irre führen; viele Esoteriker gehören zu ihnen.

9. Das eigene Selbst zu finden ist ein Prozess, der nicht ohne Irren und Verlaufen im Wald vonstatten geht, wie wir es in den Märchen dargestellt finden - durch viele Leben. Nur muss der Mensch irgendwann wirklich den Mut haben, wie Gretel der Hexe ins Kreuz zu treten - zu viele Esoteriker und auf spirituellen Wegen unterwegs Seiende sind zahnlose Tiger, die ihre Unfähigkeit zu handeln mit pseudopazifistischem Spiritualismus kaschieren. Christus brachte in Wahrheit das Schwert, also die Fähigkeit, Wahrheit und Falschheit zu trennen. Ohne die Fähigkeit, das Schwert zu gebrauchen, gibt es keinen Seelenfrieden - „ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ (Matth. 10,34) Das kosmische Pflügen geht ohne Schwerter nicht. Pflugscharen sind auch Schwerter.

10. Der gestirnte Himmel ist eine Kreation unserer Inneren, eine Kreation, die uns nur aufgrund der Arbeit der Hierarchien zur Verfügung steht. Er vermag uns alles zu spiegeln, was unseren geistigen Kosmos ausmacht. Indem wir unseren Pflug, unser Selbstbewusstsein einsetzen, erkennen wir uns in ihm, diesem Himmel. Die Gefahr besteht meines Erachtens darin, dass viele Menschen eigene Sterne in den gestirnten Himmel hineingeheimnisst haben und es weiterhin eifrig tun und sich z.B. etwas einbilden, was in Wahrheit nicht vorhanden ist oder was sie beispielsweise bei Steiner gelesen haben, was nicht aber in ihrem Bewusstsein wirklich vorliegt und immer fremd bleiben könnte. Es entwickeln sich daraus dann die geistigen Drohnen dunkler Kräfte.

Der Mensch hat in wenigen Jahrzehnten den Orbit mit Weltraumschrott vermüllt; über Jahrtausende tat er das mit dem gestirnten Himmel.
Wir dürfen und müssen uns auf ein großes Reinigen einstellen.

11. Es gibt keine Wahrheit, kein kosmisches Bewusstsein ohne tiefe Ehrlichkeit. Zu oft existiert der gestirnte Himmel als esoterische Seifenblase.
Um ihn wirklich zu erfahren, benötigen wir diese Ehrlichkeit und das Bewusstsein und die Hilfe aller Hierarchien.
Wir dürfen ihnen ab und an dafür danken.

Kern und Schale

Wer meine Veröffentlichungen, beispielsweise auf meinem Methusalem-Blog kennt, weiß, wie sehr ich Goethe schätze, auch, weil er ein wirklicher Mensch und ein unverblümter Mann war: beides war in seiner jeweiligen Authentizität Voraussetzung für sein großes Bewusstsein.

Vor der Wiedergabe des obigen Steiner-Zitats habe ich auf meinem Facebook-Account einen seiner Sprüche bzw seiner Gedichte veröffentlicht, überschrieben Ultimatum. Zu lesen war da:

Und so sag' ich zum letzten Male:
"Alles giebt sie reichlich und gern;
Natur hat weder Kern
Noch Schale;
Alles ist sie mit Einemmale;
Du prüfe dich nur allermeist,
Ob du Kern oder Schale seist!"

(...)

Ihr folget falscher Spur,
Denkt nicht, wir scherzen!
Ist nicht der Kern der Natur
Menschen im Herzen?
(aus Goethe, „Ultimatum“ )

Kern, das sind wir selbst, unser Selbst. Schale, das ist der gestirnte Himmel bis an die Grenzen unseres kosmischen Horizonts.

Für die Natur gilt: Sie ist Kern und Schale, alles im allem.

So allerdings formuliert Goethe nicht. Natur hat nicht die Fähigkeit, ein Bewusstsein von Kern und Schale zu haben bzw. sich zu erarbeiten, er schreibt, sie habe weder Kern noch Schale. 
Das zwischen beiden differenzierende Wahrnehmen ist Aufgabe und Fähigkeit des Menschen.

Klar ist für mich, was Goethe bezweckte, indem er den Menschen dem Kern zuweist. Und natürlich hat das eine gewisse Berechtigung. Dennoch aber liegt dem Guten nicht das Steinersche Bewusstsein zugrunde. Tatsächlich sind wir alles, wir sind Schale und damit gestirnter Himmel und wir sind Kern, Selbst. Das eine besteht nicht ohne das andere, kann nicht ohne das andere existieren. Wir brauchen den Spiegel des gestirnten Himmels.

Damit möchte ich mich natürlich nicht über den Altmeister stellen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, wie vorsichtig wir allem gegenüber zu sein und Dinge neu zu denken haben.

Unser Denken darf noch viel beweglicher werden, ja, auch frecher, wagemutiger, risikobereiter.

Gleiches gilt für unsere Gefühle, für unser Wollen.

Dienstag, 30. August 2022

Männlich - weiblich: eine Übersicht

Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, und er schuf ihn, Mann und Frau. So übersetzt Luther, so aber steht es nicht da. Wörtlich übersetzt, muss es heißen, dass er den Menschen schuf, Mann-Frau bzw. männlich-weiblich. Im Original steht kein "und".

Das ist deshalb von Bedeutung, weil das Urwesen des Menschen Männlich-Weibliches enthält Und selbst nachdem die Frau angeblich aus der Rippe, wie Luther übersetzt, geschaffen wird, enthalten wir als Mann und Frau noch Yin und Yang

Die folgende tabellarische Übersicht geht natürlich eher in eine psychologisch-mythologische Richtung und bezieht das Spirituelle nur ansatzweise ein. Aber sich letzterer Seite zuzuwenden, ist mit Begrifflichkeiten meines Erachtens nur schwer möglich, man denke nur daran, dass beispielsweise Rudolf Steiner das Männliche mehr dem Irdischen zuweist, das Weibliche dem Kosmischen, dass Christus die Mutterkräfte (siehe Beiträge in der von mir initiierten Facebook-Gruppe) mit Golgatha erst auf der Erde ermöglichte, die eben auch das Kosmische mit der Erde verbinden, dass es allerdings eine Vaterkraft, eine Vaterenergie gibt, die mit dem Ewigkeitsaspekt verbunden und erst im Zustand des Atman erreichbar ist, wie im Buddhismus das göttliche Entwicklungsstadium des Menschen genannt wird. .
Ich denke aber, wir nähern uns dem Spirituellen anschaulicher, wenn wir des Hermes Trismegistos wie oben so unten berücksichtigen bzw. das wie im Himmel so auf Erden des Vater Unser: die Götter, die Elohim, die das Schöpfungswerk des Menschen gestalten, sind ebenfalls männlich-weiblich angelegt, wobei ich glaube, dass der Mensch nach seiner Erdenreise ein für den Kosmos völlig neues Bewusstsein von Männlichem und Weiblichem sich erarbeitet,

männlich    -    weiblich
  • entschlossen <> hingebungsvoll
  • geben <> nehmen
  • linkshirnig <> rechtshirnig
  • detailorientiert <> ganzheitlich
  • kämpfen <> aus dem Kampf gehen
  • Schwerter <> Pflugscharen
  • sprechen <> hören
  • Strom <> Meer
  • (reißend) strömen <> Raum geben
  • antworten <> fragen
  • hell <> dunkel
  • analytisch <> synthetisch
  • aktiv <> passiv
  • zeugen <> gebären
  • irdisch <> kosmisch
  • Vaterkraft <> Mutterkräfte
  • Phallus <> Höhle
  • Geist <> Natur
  • eingrenzen <> weiten
  • auswählen <> einbeziehen
  • studium speziale <> studium generale
  • immer online <> gerne offline
  • Autobahn <> Serpentinen
  • Satzreihe <> Satzgefüge 
  • offenbarend <> bergend
  • Tag <> Nacht
  • Ordnung <> Chaos
  • Leben <> Tod
  • verteilen <> sammeln
  • losziehen <> hüten
  • Sonne <> Mond
  • Osiris <> Isis
  • Salomon <> Sulamith
  • Wissensbegierde <> Gelassenheit
  • Intellekt <> Intuition
  • Axt <> Schöpfkelle
  • sezierend <> integrierend
  • Struktur <> Transformation
  • Ewigkeit <> Zeit
  • werten <> wertschätzen
  • Macht <> Liebe
  • wer ist der Größte hier? <> sind alle da?
  • Ich bin mir selbst der Nächste <> lasst uns gemeinsam handeln

Wichtig ist, nicht von vornherein eine der beiden Seiten der anderen vorzuziehen.
Auch was einem unsympathisch vorkommt, kann in einer Situation eine notwendige Fähigkeit sein, um Not zu wenden. Es gibt beispielsweise Situationen, wo man das Gefühl hat bzw. es der Realität entspricht, dass alle etwas von einem wollen; dann ist es notwendig, sich selbst der Nächste zu sein und nicht das offene Haus zu geben, sondern die Türe zuzumachen. Manche Eigenschaften gehen ineinander über, andere sind wie Feuer und Wasser.
Wichtig ist, dass man diese Eigenschaften zu eigenen Fähigkeiten macht, die einem zur Verfügung stehen - je nach Bedarf. Manchmal beziehen wir eine Doppelhaushälfte, leben sozusagen nur eine Seite; gerne auch sind wir unser Dom - ein großes Haus.
Manche Aufteilungen sind nur bedingt stimmig. Das Weibliche beispielsweise beinhaltet eigentlich beides, Leben und Tod. Wenn man auf einer differenzierenden Ebene beides aufteilen möchte, repräsentiert das Männliche eher das Leben, das Weibliche das Loslassen, den Tod, das Chaos.
Betrachte bitte Obiges als Vorschlag, als gedankliche Anregungen, als Voraussetzung für die weitere Arbeit an dem Thema, an uns selbst …
PS. Wie sehr sich Männlich-Weibliches sogar nicht nur in der Grammatik (Aktiv - Passiv), sondern auch in der Syntax, in den Satzstrukturen widerspiegelt, möchte ich in einem folgenden Beitrag noch verdeutlichen.

Montag, 11. Juni 2018

Die Scheinheiligkeit der #MeeToo-Debatte: Frauen sollten Stellung nehmen zu den Sex-sells-Frauen, die ihre Geschlechtsgenossinnen und sich selbst zu Lustobjekten degradieren.

Ich kann die Vehemenz, mit der die #MeToo-Lawine die Männerwelt wie die Gesellschaften Europas überhaupt überrollt hat, nachvollziehen. Warum Frauen sich noch nicht früher geoutet haben? Die Staumauer musste brechen, hinter der sich so lange so viel Leid gesammelt hat. Als sie brach, wurde die Männerwelt überflutet und vor allem - erfreulicherweise - einige Übeltäter.

So weit so gut.

Allerdings traut sich absolut niemand anzusprechen [mittlerweile habe ich von Sylvia und Wiebke gelesen, dass sie es taten - siehe Fb-Kommentar], dass Frauen selbst ein Gutteil dazu beitragen, dass sie als Lustobjekte missbraucht werden - Details dieses Missbrauchs sind genügend durch die Presse und die Medien gegangen. Manches, was man lesen  musste, war in seiner Widerlichkeit einfach erschütternd.

Was mich mittlerweile, nachdem die ersten Wogen sich geglättet haben, doch etwas erstaunt zurücklässt, ist nicht, dass Männer das folgende Thema nicht ansprechen - Männer trauen sich so schnell nichts mehr, weil sie sofort als frauenfeindlich kastriert werden, ob es nun berechtigt ist, was sie sagen oder nicht -, sondern dass kaum eine Frau - schon gar nicht öffentlich - den Mut hat zu sagen, dass Frauen darauf schauen sollten, was sie selbst zu dem #MeeToo-Dilemma beigetragen haben.

Ich finde diesen Beitrag nicht  unerheblich, wobei ich mich leider bemüßigt fühlen muss zu beteuern, dass ich natürlich finde, dass den entsprechenden Männern der Prozess gemacht wird - und obwohl ich kein Freund des öffentlichen Prangers bin, scheint er mir in diesem Fall doch notwendig. Wenn ich das nicht in aller Glaubwürdigkeit beteuern würde und eine öffentliche Person wäre, könnte ich mich sicherlich vor einem gigantischen Shitstorm kaum retten  (wahrscheinlich käme er auch trotz der Beteuerung, denn dieses Land und viele Leute brauchen mittlerweile diese Shitstorms).

Ich erinnere mich, dass ich vor fünfunddreißig Jahren mit meiner damaligen Freundin auf der Peloponnes durch das griechische Kalamata gelaufen bin, als auf einmal ein Alter in einer Kneipe aufbrüllte, weil er meine Freundin in ihrem kurzen Minirock gesehen hatte. Heute würde man den Alten eher in die Klapse einliefern als sich Gedanken darüber zu machen, ob sein Aufbegehren berechtigt sei (was zu denken eh niemand mehr in den Sinn kommt).

Warum ich auf dieses Thema komme und auf die Idee zu diesem Post: Zufällig las ich einen Tweet von Victoria Reith, der hinwies auf eine Sendung des DLF über #MeeToo in Schweden; nicht nur per Film, sondern auch mittels fünf Artikeln wird  aufgezeigt, wie die Schweden damit umgehen; eine bemerkenswerte und ausgesprochhen aufschlussreiche Untersuchung

Und ich erinnerte mich, erst gestern auf inTouch gelesen zu haben:
Vanessa Mai (26) etwa bewirbt ihr Album „Schlager“ mit heißen Foto-Aufnahmen und gibt auf der Bühne Vollgas. Lasziv geht sie im knappen Body vor den Zuschauern in die Hocke oder hält sich einen LED-Stab vor den Schritt.
Sogar Michelle (46), die viele Jahre wie abgetaucht erschien, rief sich mit ihrem Hingucker-Albumcover und einem Glitzer-Jumpsuit bei Auftritten zurück ins Gedächtnis ihrer Fans. „Für mich gibt es keine Tabus. Ich finde, jeder Mensch soll das tun, was ihn glücklich macht“, sagte sie kürzlich in einem Interview. Und selbst die sonst eher konservativ gekleidete Linda Hesse (31) zog sich gerade für die Juni-Ausgabe des Männermagazins „Playboy“ aus.
Wobei zunächst auf Helene Fischer (SKANDALAUFTRITT LÖST RIESENWELLE AUS) eingegangen wird, über die ich allerdings schon in zwei Posts geschrieben habe, mehr Aufmerksamkeit ist sie nicht wert. Sie ist für mich die deutsche Sex-sells-Vorzeige-Protagonistin mit ach so gut-bürgerlichem Wohnzimmer-Touch; mittlerweile empfinde ich einfach nur Ekel vor ihrer gerissenen Scheinheiligkeit, wenn sie kürzlich auf ihre ach so unbedarfte Weise gesteht, dass sie auf ihrem berühmten Foto doch ein Höschen angehabt habe: so ein Ausspruch mag schon wenigstens 1000 zusätzlich verkaufter Songs bringen.

All das rechfertigt kein entsprechendes Männerverhalten, aber die Frage sei erlaubt, inwieweit das mittlerweile oben angesprochene jahrzehntelange Berieseln mit entsprechenden Bildern nicht zwangsläufig seine Wirkung erzielen muss gerade bei den Männern, die diesbezüglich labil sind. Gern wird argumentiert, dass doch dafür nicht Frauen verantwortlich gemacht werden können - aber so einfach ist die Sache nicht, finde ich. Frauen tragen einen Gutteil zu der öffentlichen Verkommenheit von Sexualität und deren Folgen bei.
Und ich formuliere das auf dem Hintergrund des Eindrucks, dessen man sich nicht mehr erwehren kann, dass in den letzten Jahren Sexualität auf eine dramatische Weise in diesem Land und den gesamten Indurstrienationen verkommt, ein Verkommen, zu dem, wie gesagt, eben auch Frauen erheblich beitragen, wobei keineswegs unterschlagen sein soll, dass die entsprechenden Marketing-Projekte meist von Männern durchgezogen werden. Es geht mir auch nicht um eine Zuweisung von Schuld, es geht um eine ehrliche gesellschaftliche Debatte und das #MeToo auch einschließen muss: auch das weibliche Geschlecht trägt erheblich zu dem #MeToo-Dilemma bei.

Dass sich in einigen Jahren Männer und Frauen mittels Roboter befriedigen werden, ist offensichtlich, wobei die Entwicklung der entsprechenden Aggregate, obwohl schon vorhanden, noch etwas unbemerkt von der Öffentlichkeit vor sich geht - ich bin gespannt, wann es den ersten Spielfilm gibt, in dem eine entsprechende Szene vorkommt. Ich bin ebenfalls gespannt, wann als Argument pro entsprechende Aggregate auftaucht, dass sie die Frauenwelt sicherer machen; das wäre ein Argument auf Puff-Niveau (damals und noch heute wird ja entsprechend auch hinsichtlich der Legitimation von Prostitution argumentiert).

Dass ein Teil der Menschheit auf eine dramatische Weise verkommt, ist für mich offensichtlich. Die Frage ist, wie Menschen, die ahnen oder wissen, warum wir Menschen sind und wohin wir uns entwickeln mögen oder sollten, sich zu all dem stellen.

Ich sehe nicht, dass das geschieht und setze dabei nicht auf die Kirchen, weil ich mir vorstelle, dass der Papst zwar gegen diese Entwicklung wettern mag, aber im Vatikan es dann schon längst entsprechende Befriedigungsinstrumentarien in dem ein oder anderen Kardinalszimmer gibt - hoffentlich wenigstens ohne das Wissen des Papstes (Päpste haben in der Vergangenheit allerdings schon zu ganz anderen Dingen geschwiegen).

Ich finde es notwendig, sich darauf zu besinnen, dass es die Zweigeschlechtlichkeit nicht schon immer gab - nimmt man jedenfalls die biblische Schöpfungsgeschichte und eine Übersetzung, frei von Lutherfehlern ernst - und worin die Bedeutung der Sexualität liegt. Ich fürchte, wer nicht in sein Bewusstsein sehr bewusst die Bedeutung von Gegensätzen aufnimmt und in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Zweigeschlechtlichkeit und Sexualität und - ja, das gibt es noch - Liebe, wird nicht verstehen, dass Goethes Ewig-Weibliches sich nicht auf Sexualität bezieht, sondern darauf, dass das, was in uns als Ur-Seele den Weg sucht zum 7. Schöpfungstag mit diesem Ewig-Weiblichen angesprochen ist, und warum es auf der anderen Seite das Männliche, den Vater gibt. Mit einer Dominanz des Männlichen hat das nichts zu tun, zumal unsere abendländischen Bewusstseinsvorfahren, die Griechen, nicht von ungefähr ein weibliches Wesen als Ursprung des Lebens benannten: ihre große Göttin Gaia.

Jedenfalls: eine ehrliche öffentliche Debatte wäre wünschenswert, wobei ich es begrüßen würde, wenn Männer nicht die besonders Geknickten spielen müssten, ehrlich auch mal Männliches sagen dürften, das nicht gleich irgendwelche Feministinnen auf die höchsten Höhen von Yggdrasil, der Weltenesche bringt (die bekanntlich über alle Himmel hinausreicht),  und Frauen auch Meinungen zu äußern wagen, die nicht deutlichst feministisch angehaucht sein müssen, weil sonst von links oder grün gleich irgendwelche Totschlagargumente kommen (sorry, ich mag die Parteien nicht mehr, das gilt für die Linken und Grünen genauso wie für die AfD und ihre Mehr-oder-weniger-Gesinnungsgenossen aus der CSU und der sonstigen Parteienlandschaft, die niemand mehr so recht ernst nehmen kann).

Samstag, 29. April 2017

Kennst Du Anaxagoras? - Es wird Zeit, die Mär zu beenden, dass der Mensch vom Affen abstamme!

Aus der erhellenden Sicht des Anaxagoras und der Schöpfungsgeschichte ergibt sich, wie der Mensch mit Tieren, vor allem denen höherer Ordnung – sie stammen aus der Entwicklungslinie des Menschen (!) – umgehen sollte, denn im Tier tötet er auch immer einen Teil von sich.
Himmelswiese
Namen sind auch für Sternenkinder von Bedeutung.
 
Dieses Wissen tritt in den Kindern unserer Zeit immer mehr zutage. Viele lehnen es intuitiv ab, Fleisch zu essen. Dennoch ist, selbiges zu sich zu nehmen, meines Erachtens kein moralisches oder ethisch minderwertiges Verhalten. – Dazu später mehr. Zunächst einmal zum ersten und bekannten Atheisten: Anaxagoras.


Wer weiterlesen möchte: hier.


Dienstag, 14. April 2015

Schmetterlingsflügel sehen aus wie Harfen - beide erinnern uns an unser ursprüngliches Sein!

Vorhin las ich den Gedanken, dass Musik nicht nur von Instrumenten komme, sondern dass echte Musik jene sei, welche die Saiten des Geistes zum Klingen bringe und dass klares, reines Denken dem Klang einer Harfe gleiche.

Ich glaube, jeder liebt Harfenmusik, die so wunderbar perlen kann, einem Perlenkranz von Tönen vergleichbar, der auf den Hörer niederregnet.

Es ist schon seltsam, dass Menschen, die Harfen spielen, immer sehr anmutig aussehen. Wirklich, Harfenmusik ist himmlische Musik.

Klar gibt es Witze über Engel, die auf Wolken sitzen und Harfen spielen und fast jeder kennt die Geschichte des bayrischen Schriftstellers Ludwig Thoma vom Dienstmann 172, Aloisius Hingerl, der nach seinem Ableben eine Harfe und eine Wolke zugeteilt bekam, aber aufgrund seines Fluchens und der Tatsache, dass er sein Manna, sein Bier also und seinen Schmaizla so vermisste, nicht im Himmel zu gebrauchen war und deshalb von Gott, weil dieser Job bedingte, dass er immer wieder aus dem Himmel flüchten konnte, dazu ausersehen wurde, der bayrischen Staatsregierung die göttlichen Ratschläge zu überbringen. Allerdings endete bekanntlich bereits Aloisius´ erste Mission im Hofbräuhaus. Dass die bayrische Regierung seitdem auf die göttlichen Eingebungen wartet - für diesen Schluss-Satz seiner köstlichen Geschichte wurde Ludwig Thoma 1911 übrigens zu einer Geldstrafe verdonnert.

So viel hat sich in Bayern also noch nicht verändert.

Zurück aber zur Harfenmusik, zur Harfe und der Tatsache, dass mir vorhin bei oben zitierten Sätzen in den Sinn kam, dass Schmetterlingsflügel wie Harfen aussehen. Ihre Formen haben mich jedenfalls in meinen Gedanken, als ich so am Tisch saß und über die Sätze und überhaupt ins Sinnieren kam, an Harfen erinnert.

Wir wissen, dass der Schmetterling eines der Symbole für die menschliche Seele ist. So kostbar, so schön, so unberührbar wie Schmetterlinge sind im Grunde menschliche Seelen. Die Verwandtschaft von Schmetterlingen und der Seelensymbolik zeigt, wie behutsam wir mit allem Seelischen umgehen sollten, wie vorsichtig und zartfühlend mit unserer eigenen und denen unserer Nächsten.

Und noch etwas kam mir in den Sinn:

Wir Menschen sind ja als Yin-Yang-Wesen geschaffen, männlich-weiblich zugleich, wie es, präzise übersetzt im hebräischen Urtext heißt.

Schmetterlinge haben im Grunde zwei Harfenflügel, die diese beiden eben angesprochenen Seiten zeigen und sie zum Ausdruck bringen.

Vielleicht mag daher kommen, wie versonnen wir gerne sind, wenn wir Harfenmusik hören oder Schmetterlinge sehen. Nur Weniges gibt, es, was so viele Menschen gleichermaßen so friedlich stimmt.

Schmetterlinge und Harfen erinnern uns an unser ursprüngliches Sein.






Dienstag, 1. Oktober 2013

Sieh, dass es gut ist! – Steine für unser Lebenshaus.


Zufällig lese ich gleichzeitig in einer 9. Klasse Markus Zusaks Der Joker und in Ethik in Klasse 8 die Schöpfungsgeschichte aus dem 1. Buch Mose im Rahmen der Unterrichtseinheit Judentum.

Im Joker hat Ed gerade zwei Asse und damit 6 Aufgaben gemeistert. Er kann nicht schlafen, überlegt sich in der Küche, ob er mit einer Stechmücke mitsummt, dann geht er in sein Zimmer zurück:

Ich ziehe die Schublade heraus und lege mir die Karten auf die Hand. Das gelbe Licht des Zimmers kauert neben mir, während ich mir glücklich die Geschichten dieser Karten ins Gedächtnis rufe. Ich bin tief berührt, als ich an Milla und die Edgar Street denke, und ich wünsche Sophie ein wunderbares Leben. Ich lache über Vater O´Reilly, die Henry Street und den Tag der offenen Kirche. Dann denke ich an Angie Caruso, für die ich gerne mehr getan hätte. Und an diese verdammten Rose-Brüder.

Als wir diese Passage im Unterricht lasen, wurde mir schlagartig die Korrespondenz zu der Schöpfungsgeschichte bewusst, wenn es dort immer wieder nach der Arbeit eines Schöpfungstages heißt:

Und Gott sah, dass es gut war.

Genau das macht Ed. Auf seine Weise. 
Wie wichtig ist das.
Wenn etwas gut ist, weil es gut ist, es noch einmal sich zurückzuholen und sich zu freuen.

Ich glaube, dass es meine Klasse, als ich den Zusammenhang zwischen der Schöpfungsgeschichte und dem Joker angesprochen habe, wirklich auch kapiert hat. Weil es richtig aus meinem Inneren kam.

Das Gute nochmal auf die Gold-Waage der Erinnerung zu legen, macht das Gute erst gut, gibt ihm erst wirklich die Kraft zu innerer Verwandlung. Es sind die Steine, aus der wir unser Lebenshaus bauen, wenn es aus wirklichen Steinen und nicht aus Gebrösel sein soll.
Die Steine halten bis zum nächsten Leben :-) 
Am Anfang von Momo ist es auch so, im Amphitheater finden sich Steine aus früheren Leben ... gute Steine :-))
(jetzt lacht Michael Ende gerade ...)

Schon lange bin ich der Meinung, dass es eine hohe Korrespondenz zwischen Geschichten in der Bibel und unserem Leben gibt.

  • Wie kommen wir in den Teich Bethesda, wenn wir krank sind?
  • Warum sollten auch wir den Tempel, das heißt, unser Seelenhaus reinigen?
  • Warum sollten wir auch unsere Eltern verlassen, wie der 12-jährige Jesus es tat?
  • Vor welchem Ninive fliehen wir und wundern uns, dass es um uns und in uns so dunkel ist, wie eben im Bauch des Wals - Jona lässt grüßen.

Jedenfalls mache ich das in Zukunft bewusster: Ich sehe, was gut ist. 

Manchmal macht es pling und es ist soweit: Man spürt, jetzt hab ich´s wirklich kapiert. Jetzt mach´ ich´s wirklich.
Dafür bin ich jetzt dankbar.
Das ist gut :-)) !

Mittwoch, 25. Juni 2008

Adam und Eva: Zwei Herzen ~ eine große Seele


Zunächst gilt es, einen weit verbreiteten Irrtum auszuräumen:
Adam und Eva waren nicht die ersten Menschen. Sonst hätte ihr Sohn Kain im Gespräch mit Gott nicht die Angst bekundet, er würde von Menschen, die ihn finden, auf Grund seiner Tat, eben dass er seinen Bruder Abel erschlug, genauso totgeschlagen.
Im Übrigen nahm Kain sich eine Frau, nachdem er seine Familie verlassen hatte, was kaum hätte möglich sein können, wenn seine Eltern die ersten und einzigen Menschen gewesen wären.
Meines Erachtens zeigt Mose anhand dieses ersten, in der Bibel erwähnten Ur-Paares auf, wie die Entwicklung bei vielen, vielleicht allen Menschen vonstatten ging:
1. Die Menschen wurden als geistiges Wesen geboren entsprechend dem göttlichen Vor-Bild;
damals waren sie männlich-weiblich zugleich (vgl. Post vom 11. Juni)
2. In der göttlichen Liebe entwickelten sie einen physischen, materiellen Körper;
auch hier waren sie zunächst männlich-weiblich als Adam, als Wesen Mensch (vgl. Post vom 14. Juni)
3. Der nun folgende Schritt ist in Wahrheit keine Spaltung, keine Teilung, es ist die Spiegelung des Menschen in sich: Im Weib tritt sich der Mann gegenüber, und im Mann tritt sich das Weib gegenüber.
In 1. Mose 2, 18ff heißt es:

18 Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei (wörtlich: ich will ihm eine Hilfe schaffen als sein Gegenüber). […]
21 Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. 22 Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. 23 Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. 24 Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch. 25 Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und schämten sich nicht.

Warum Luther das hebräische Wort tsäla mit Rippe übersetzt hat, wird sein Geheimnis bleiben; jedenfalls heißt es genauso Seite.
Gott nahm eine Seite aus dem menschlichen Wesen Adam und formte daraus das Weib. Den Namen Eva, übersetzt die Belebte, finden wir zum ersten Mal in der Bibel erst, nachdem beide das Paradies verlassen haben. Da nennt Adam sein Weib Eva! Vorher ist von dem Weib die Rede.
Ich spreche bewusst nicht von einer Teilung des Wesens Mensch; kein lebender Mensch ist ein geteiltes Wesen, es sei denn, er reduziert sich selbst, weil er nur einen Teilaspekt seines Selbst lebt. Für mich war die Herausnahme der weiblichen Seite aus dem ursprünglich androgynen Wesen Mensch ein Akt des Bewusstseins, nicht der Teilung.
In diesem göttlichen Vorgang, der oben angesprochen wird – Gott tut dies in der Bibel, damit ist dies ein göttlicher Akt – tritt dem Wesen Mensch eine Seite von ihm selbst gegenüber, die er in der Folge ganz bewusst wahrnimmt; vielleicht ist dies sogar Voraussetzung für unsere Reise über die Erde, zu der wir nicht verdammt wurden, sondern die eine Bewusstseins-Reise ist.
Ich halte die biblische Formulierung, dass Gott Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben und dann im Grunde verflucht hat, für eine Fälschung ("ich will Feinschaft setzen zwischen dir und dem Weibe ... unter Mühen sollst du Kinder gebären ... verflucht sei der Acker um deinetwillen!"). Und die Mär von der Erbsünde gibt es in der Bibel ohnehin nicht in der Form, wie sie über Jahrhunderte von der Kirche verkauft wurde. Ein Gott der Liebe verdammt doch nicht seine Kinder, ein Gott der Liebe wertet - für mich ist das so - auch nicht; er lässt seinen Kindern die Freiheit zu tun, was sie wollen.
Der Sündenfall war kein Sündenfall, die Vertreibung aus dem Paradies war keine Vertreibung. Wie sonst könnten wir immer einmal wieder den Himmel auf Erden erleben … Wo ist er, wenn er wirklich ist? Doch in uns! Und wenn er in uns ist, ist er auch um uns.
In einem der schönsten Hymnen auf die Liebe, dem Hohelied der Liebe Salomos heißt es:

Nachts auf meinem Lager suchte ich den, den meine Seele liebt
denn
Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter den Rosen weidet.

Diese Seite, die Gott herausnahm, diese ist es, die wir in Wahrheit ersehnen; in ihr spiegeln wir uns selbst, denn all das, was sie hat, haben auch wir; und all das, was ich bin, ist auch mit ihr.
Dies erkennend, wird uns Ganzheitlichkeit zuteil, eine Ganzheitlichkeit, die wir in Wahrheit nie verloren haben, denn wir waren und sind immer verbunden mit dem Wesen, das zu uns gehört.
Dass uns in der Dualseele ein anderes Geschlecht gegenübertritt, sollte uns nicht irritieren; auf der geistigen Ebene hat es schon immer zu uns gehört und gehört zu uns. Das scheinbar andersgeschlechtliche Wesen ist in Wahrheit Ausdruck tiefster Zusammengehörigkeit.
Sie werden ein Fleisch sein, heißt es in der Bibel.
Immer wieder finden wir auch in der Literatur Hinweise auf jenes Geschehen damals, u.a. in Ödön von Horvaths Schauspiel Der jüngste Tag.
Dort bringt der verheiratete Stationsvorsteher Hudetz Anna, die Tochter des Gastwirts um, derentwegen er vergaß, ein Signal umzustellen, so dass mit schlimmen Folgen ein Personenzug verunglückte. Als eines Abends der Stationsvorstand noch einmal die Unglücksstelle aufsucht, begegnet ihm als Geist nicht nur der tödlich verunglückte Lokomotivführer Pokorny, sondern im Anschluss auch Anna.
In unserem Zusammenhang ist bemerkenswert, was sie sagt:

ANNA lässt Hudetz nicht aus den Augen: Erinnerst du dich, dass ich dich beim Viadukt gefragt hab:"Erkennst Du mich wieder?"
HUDETZ leise: Ja.
ANNA: Du hast mich wiedererkannt.
HUDETZ unsicher: Das weiß ich nicht.
ANNA: Aber ich. Denn Du hast mich genauso umarmt wie damals.
HUDETZ: Wie wann?
ANNA: Wie damals, da wir fortgingen. Der Himmel war wie ein strenger Engel, wir hörten die Worte und hatten Angst, sie zu verstehen – oh, so Angst – es waren schwere Zeiten, erinnerst Du Dich?? Im Schweiße unseres Angesichts ------
HUDETZ unterbricht sie: Du warst schuld! Wer hat denn zu mir gesagt: "Nimm! Nimm!"?
ANNA: Ich.
HUDETZ: Und was hab ich getan?
ANNA lächelt: Oh, wie oft hast Du mich schon erschlagen, und wie oft wirst Du mich noch erschlagen – es tut mir schon gar nicht mehr weh - -
HUDETZ: Tut´s Dir wohl?
ANNA schrickt zusammen und starrt ihn entsetzt an. Jetzt läutet wieder das Signal …

Die getrennte und doch gemeinsame Geschichte zweier Wesen, die zusammengehören, ist oft weit weniger romantisch, als viele denken, und Horváth kommt der Realität sehr sehr nahe. Dieser leider zu früh verstorbene Autor - er wurde in Paris von einem Baum erschlagen als er zu Fuß nach Hause ging, weil ihm ein Unglück vorausgesagt worden war - lässt Anna in ihrer Aussage, wie oft Hudetz sie schon erschlagen habe, Bezug nehmen auf Ereignisse vergangener Leben.
Viele, die denken, sie hätten ihr Dual gefunden, haben das allerdings nicht … sie haben wirklich nur einen Teil von sich gefunden.
Davon ein andermal mehr, auch davon, dass wenn sich zwei in Liebe begegnen, die zusammengehören, etwas geschieht, was der Hochzeit von Himmel und Erde gleicht.

Sonntag, 15. Juni 2008

Der Mensch als Mikrokosmos, als Ordnung der Liebe.

Es gibt wenige Stellen in der Bibel, die für mich eine so hohe symbolische Bedeutung haben wie jene, als Gott der Gestalt, die er aus dem Stoff der Erde formte, seinen Atem einhauchte.
Diese Gestalt, aus Erde geformt, auch wenn sie aussah wie ein Mensch, wie Ganymed persönlich, wäre eine leere, geistlose Stoffansammlung, ein atomares Konglomerat geblieben, wenn nicht Gott seinen Atem eingehaucht
hätte.

"Und Gott, der Herr, machte den Menschen aus einem Erdenkloß und blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase.
Und also ward der Mensch eine lebendige Seele."

So heißt es in der Lutherbibel.
Wohin fließt dieser Odem, dieser Atem, dieser Geist?
Er fließt in alle Zellen. Kein Elementarteilchen, kein Molekül, kein Atom, das nicht be-leb-t worden wäre. Belebt in und durch Liebe. Dadurch wird aus der Anhäufung von Zellen eine Ordnung der Liebe.
Nun ist der Erdenstaub, der Lehm, der Kloß ein Mensch.
Ein Mikrokosmos der Liebe.Nun ist er ADAM, das Wesen Mensch.
Der Name Adam leitet sich etymologisch ab von dem hebräischen Wort Adamah: Erde, Ackerboden.

In Adam ist auch die Erde beseelt.
Beseelt in Liebe von Liebe mit Liebe.
Das Sein und Tätigsein Gottes ist reine Liebe.

Im Anfang ist deshalb das Sein des Menschen und auch sein Tätigsein reine Liebe.
Es gehört für mich ganz grundsätzlich zum Wesen Gottes, dass Gott das tut, was die Bibel hier besonders hervorhebt, indem gesondert darauf verwiesen wird, dass Gott seinem Werk seinen Atem einhaucht.
Mit und in allem, was Gott tut, ist das so.
Mit und in allem ist das so, wenn der Mensch in Liebe tätig ist.
Dieses göttliche Wirken wird in der Bibel nachdrücklich erwähnt, damit dem Menschen ein Licht aufgehe – für sein eigenes Sein, für sein Tätigsein.
Sein ursprüngliches Tätigsein ist in Vergessenheit geraten. Ganz besonders schmerzt dies in der Bildung. Ich gehe darauf in einem späteren Post ein.
Womöglich alles, was in der Bibel geschieht, geschieht nicht einmalig, sondern geschieht immer wieder.
Unser Tätigsein in Liebe kann immer wieder ein Einhauchen sein, damit die Dinge, die wir schaffen eine Seele, eine Ordnung der Liebe erhalten.
Es werde Licht kann ein immer wiederkehrender Prozess der Schöpfung sein, damit aus einem Chaos (die Erde war wüst und leer heißt es in der Bibel) eine Ordnung werde (die Symbolik der Zahl 7).
Die Formulierung aus der Schöpfungsgeschichte wüst und leer lautet im Hebräischen: Tohuwabohu.
Und Kosmos bedeutet übersetzt aus dem Griechischen Ordnung, Schmuck.
So führt alles Lichtwerden als Bewusstseinsprozess, als ein bewusster Prozess vom Chaos, von dem Tohuwabohu zum Kosmos:
Zum Makrokosmos, unserem großen Kosmos, wie auch zum Mikrokosmos, dem Menschen (siehe auch Post vom 14. Juni).
Genauso führt jedes Menschen Weg mit seinem Kreuz nach Golgatha. Es ist der Weg des Menschen, sein Ego zu kreuzigen, damit das wahre Selbst auferstehen kann. Unser Kreuz ist unser Ego. In Wahrheit hängen wir an ihm. Wenn Jesus das nicht mit seinem Kreuzesweg und seinem Tod auf Golgatha so deutlich gemacht hätte, wäre uns das wohl kaum bewusst. - Noch immer ist es vielen unbewusst, im Unbewussten.
Der Weg Jesu ist der Weg jedes Menschen, deshalb sagt Jesus: "Ich bin der Weg".
So sind diese Ereignisse einmalig, außerordentlich.
Und ihre Einmaligkeit erweist sich in jedem Menschen, wenn er sie auch tut.
Denn jeder Mensch ist einmalig.
Gott hat keinen Menschen zweimal geschaffen.
Ich, Du, jeder Mensch ist ein einmaliger göttlicher Liebesakt.
Wie sollte Gott ein einziges dieser jeweils einmaligen Geschehnisse in Liebe jemals vergessen?
Allem, was wir in Liebe tun, hauchen wir unseren ursprünglichen göttlichen Atem der Liebe ein.
Deshalb atmen die großen Werke der Kunst einen Geist, der uns beseelt. In den Werken Leonardo da Vincis, in denen Michelangelos, Beethovens, Goethes und vieler anderer spüren wir den Atem der großen Seelen dieser Künstler. Zugleich mit ihrem Schreiben, Malen, Gestalten haben sie ihren Atem mit hineingegeben, das Wesen ihres Selbst. Das ist es, was uns beseelt, wenn wir sie lesen, hören, sehen.
Deshalb auch atmet das Tätigsein einer Mutter, die ihr Kind, so gut sie es vermag, in Liebe erzieht, einen Geist aus, der ihr Kind beseelt.
Deshalb kann alles, was wir in Liebe tun, andere beseelen – und uns selbst, immer wieder.

Werke in Liebe sind Atemzüge der Liebe.