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Montag, 28. Februar 2022

Heute werden Kinder in ihrem Vaterland gekreuzigt!

Bertolt Brecht hat seine Ballade „Kinderkreuzug“ in Polen beginnen und 1939 stattfinden lassen. Erschütternd ist, dass heute, geographisch so nahe, Vergleichbares stattfindet, nur, dass Kinder nicht freiwillig in den Krieg ziehen, sondern in ihrem Vaterland gekreuzigt werden - wie viele andere hätte ich das nicht für möglich gehalten.


Brechts Gedicht beginnt:



In Polen, im Jahr Neununddreißig
War eine blutige Schlacht
Die hatte viele Städte und Dörfer
Zu einer Wildnis gemacht.

Die Schwester verlor den Bruder
Die Frau den Mann im Heer;
Zwischen Feuer und Trümmerstätte
Fand das Kind die Eltern nicht mehr.

Aus Polen ist nichts mehr gekommen
Nicht Brief noch Zeitungsbericht.
Doch in den östlichen Ländern
Läuft eine seltsame Geschicht.

Schnee fiel, als man sich's erzählte
In einer östlichen Stadt
Von einem Kinderkreuzzug
Der in Polen begonnen hat.



Die Quellenlage zu den historischen Kinderkreuzzügen um 1212 ist etwas spärlich- Sie begannen, so Stadtchronisten, im Juli 1212. Damals sollen ca. 7000 bis 25.000 Kinder, aber auch Jugendliche und Erwachsene, von Köln und vom französischen Lothringen aus ins Heilige Land aufgebrochen sein - mehrheitlich unbewaffnet, das Heilige Land sollte friedlich zurückgewonnen werden. Die Kölner Gruppe soll von einem charismatischen Kölner Jungen mit Namen Nikolaus und die französische Gruppe von einem Jungen namens Stephan, auch Stefan von Cloyes, angeführt worden sein.
Heute allerdings ziehen Kinder nicht in das Heilige Land, sondern sie werden vor Ort gekreuzigt. Wenn man in das Gesicht eines Putin blickt, ahnt man, dass ihnen noch Scblimmeres bevorsteht - es sei denn es nimmt ein gütiges Schicksal diesem Mann die Möglichkeit, seine Todesenergien auf Menschen zu richten, aus der Hand.

Brechts Ballade endet:


Wenn ich die Augen schließe
Seh ich sie wandern
Von einem zerschossenen Bauerngehöft
Zu einem zerschossenen andern.

Über ihnen, in den Wolken oben
Seh ich andre Züge, neue, große!
Mühsam wandernd gegen kalte Winde
Heimatlose, Richtungslose

Suchend nach dem Land mit Frieden
Ohne Donner, ohne Feuer
Nicht wie das, aus dem sie kamen
Und der Zug wird ungeheuer.

Und er scheint mir durch den Dämmer
Bald schon gar nicht mehr derselbe:
Andere Gesichtlein seh ich
Spanische, französische, gelbe!

In Polen, in jenem Januar
Wurde ein Hund gefangen
Der hatte um seinen mageren Hals
Eine Tafel aus Pappe hangen.

Darauf stand: Bitte um Hilfe!
Wir wissen den Weg nicht mehr.
Wir sind fünfundfünfzig
Der Hund führt euch her.

Wenn ihr nicht kommen könnt
Jagt ihn weg
Schießt nicht auf ihn
Nur er weiß den Fleck.

Die Schrift war eine Kinderhand.
Bauern haben sie gelesen.
Seitdem sind eineinhalb Jahre um.
Der Hund ist verhungert gewesen.

Donnerstag, 13. August 2020

Raus aus der Virusfalle! - Vorsicht vor den Asuras und dem Sonnendämon Sorat!

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume ein Verbrechen ist,
Weil es ein Schweigen über den Virus einschließt!

So könnte man eine der meist zitierten Zeilen Brechts aus seinem Gedicht An die Nachgeborenen abwandeln.
Aber schon im Original (weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!) lenkt Brechts Jammern von dem, was es wirklich zu tun gilt, ab und was es zu tun gilt, darüber möchte ich heute schreiben, weil ich wahrnehme, dass die Menschheit in eine Virusfalle tappt, die sie als solche überwiegend nicht erkennt, da sie an äußerem Geschehen hängenbleibt, eine Falle, die von geistig und tatsächlich okkulten, also verborgenen Kräften aufgestellt ist, über die die meisten zu wenig informiert sind.
Über diese Kräfte möchte ich zumindest in einem Überblick in der zweiten Hälfte des Beitrages informieren.

Den Untaten Brechts, mit denen er sich auf das 3. Reich bezog, entspricht heute der Virus, und genau das, was er möchte, geschieht fatalerweise, dass nämlich fast nur noch über ihn gesprochen und geschrieben wird; massenweise werden auf You Tube Videos konsumiert, ob denn der Virus so schlimm sei, wie recht viele Virologen und Politiker das sehen, die Medien sind voll von entsprechenden Meldungen und ein nicht gerade geringer Teil privater Gespräche dreht sich um ihn
Das ist verhängnisvoll, und dieses Verhängnis ist existentiell für die Zukunft der Menschheit. Wie ein dunkler Teppich hat sich die Pandemie auf die Seelen gelegt. Viele gehen mit Gedanken an sie zu Bett oder stehen mit ihr auf, nicht nur Infizierte. Immer wieder werden dramatische Bilder gezeigt, obwohl in Deutschland, gemessen an der Gesamtbevölkerung, der Anteil der Infizierten gering ist, und ich sage das auch auf dem Hintergrund,  dass momentan die Fallzahlen wieder zunehmen, was in allen Nachrichtensendungen einen breiten Raum einnimmt (ich bin im Übrigen sehr wohl für das Einhalten von Regeln und in bestimmten Räumlichkeiten und an bestimmten Orten für das Tragen von Masken).

Die Dunkelheit des Teppichs führe ich nicht – entgegen mancher Weltverschwörungsapologeten – auf jene heimlichen Oligarchen der Erde zurück, die tatsächlich deren Wohl und Wehe aus dem Hintergrund steuern mögen, mehr als uns lieb ist. Wenn sie es denn gibt, sind sie aus meiner Sicht ohnehin, ohne es zu wissen (wenn es einige wissen, umso schlimmer), in den Händen kosmischer Kräfte , die die Menschheit völlig aus den Augen verloren hat und die seit dem sogenannten Sündenfall auf dem Schachbrett des Lebens Schwarz darstellen.

Weiß zieht und gewinnt, ist ein alter Schachspielerspruch. Im Moment ist es eindeutig so:

Schwarz zieht und gewinnt (für Besorgte: nein, Schach ist für mich nicht rassistisch)

Dass jene dunklen Kräften des dunklen Teppichs in Form des Virus agieren, wundert nicht, weil für mich die Menschheit in ihrer Gesamtheit, gerade auch aufgrund einer seelisch so reifen Jugend und jungen und endlich eigenwilligen Erwachsenen, wichtige Entwicklungsschritte  zu gehen sich anschickt, um innerlich und äußerlich alte Strukturen über Bord zu werfen. Das betrifft Formen einer überholten Religiosität, überholte pseudodemokratische Strukturen wie das (Ego-)Theater unserer Parteiendemokratie, überholte Institutionen wie die Nato (die Trump und Erdogan ja fast im Alleingang ruinieren, geführt noch dazu durch ein sich gerade selbst zersetzendes Amerika) und die EU, die nie ihren eigenen Ansprüchen genügte, sondern zu 95 Prozent ein Wirtschaftsverein war und ist, der in allem, was er tut, das  Modell des zwanghaften Immer-Wachsen-Müssens abzusichern hat.
Viele wollen das nicht mehr, gerade junge Erwachsene und Jugendliche, weil sie sehen, dass mit all dem die Menschheit innerlich und ökologisch-klimatisch untergeht.

Ein Gespräch über Bäume ist kein Verbrechen, sondern notwendig!

Spätestens seit seinen erfolgreichen Forschungen zur Urpflanze und dem Urtier (bezüglich letzterem kam er nicht mehr zu Potte) hat Goethe manchen bewusst lebenden Menschen vermitteln können, dass es wichtig ist, nach dem „Ur-„, dem Quell aller Erscheinungen zu suchen, der Idee, die physischen und metaphysischen Erscheinungen unseres Lebesn zugrundeliegen (was Goethe innerlich antrieb, zeigt sich im Grunde mehr in seinen naturwissenschaftlichen Studien, denn in seiner Dichtung).
Mittlerweile, so glaube ich bemerkt zu  haben, haben doch einige Menschen erkannt, wie wichtig Ideen sind, weil sie der Treibsatz unserer Entwicklung sind. Und nicht nur das: in den Kämpfen des Lebens brauchen wir, wie weiland Seefahrer sich an Sonne und Polarstern ausrichteten, Orientierungspunkte.
Ideen sind Orientierungspunkte und die weise Ricarda Huch hat dazu auf dem Hintergrund ihrer Zeit ein wunderbares Gedicht geschrieben.

Gern wird in diesem Zusammenhang auf Helmut Schmidts Aussage – Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen – verwiesen, aber der Altkanzler hat schon lange und noch zu Lebzeiten richtiggestellt, dass diese Aussage, wenn er sich recht erinnere, eine pampige Antwort auf eine dusselige Frage eines Interviewers gewesen sei; mehr nicht.

Vele mögen Goethes Sicht ablehnen, weil sie dem Wort Idee misstrauen, aber es meint nichts anders als eine erste Schöpfung auf der geistigen Ebene. Auch der Mensch war eine Idee, wie sie allem Geschaffenen zugrunde liegt, nur Gott als der ungeschaffen Schaffende nicht; jener ist für mich Idee und Wirklichkeit in einem.

Was hat es also mit Bäumen auf sich?
Die Uridee hinter den Bäumen ist der Mensch selbst und es kann hier nicht ausgeführt werden, aber verwiesen sei u.a. auf Yggdrasil, die Weltenesche, die, wie es in der Eddha heißt, über alle Welten reicht. Yggdrasil bedeutet Ich-Träger und sie entspricht dem UrMenschen, der tatsächlich weit größer war, als es unsere Vorstellung erfassen kann, sie  entspricht dem Adam Kadmon der Kabbala, der den Geistmenschen in seiner ursprünglichen Gestalt vor der luziferischen Verführung darstellt  (hier mehr zu diesem Thema). Zu dieser Größe hätte dank Luzifer, vor allem aber auf Grund dessen, was die durch ihn geöffnete Tür in die Seelen der Menschen hineinschwappte, nie mehr zurückgefunden; sie kann es, weil aus den kosmischen Dimensionen, Luzifer überlegen, ein göttliches Bewusstsein auf die Erde kam, das in seiner wahren Dimensionalität zu erkennen vor allem auch die Kirchen verhindern.

Warum ist diese Uridee des Baumes und des Menschen für unsere Zeit so wichtig?

Vor allem  die Jüngeren unter uns sind, wie bereits erwähnt, im Moment dabei, eine neue Entwicklung innerhalb der Menschheit anzustreben.
Jenen dunklen Kräfte aber, die verantwortlich für den schweren Teppich der Pandemie sind, der das seelisch aufblühende, weil sich fortentwickeln wollende Leben der Menschheit ersticken will, ist in der Tat mit dem Virus ein genialer Zugriff auf sie gelungen, wobei es durchaus möglich ist, dass diese Kräfte sich gewaltig verkalkuliert haben, denn auf einmal treten durch die Pandemie Tatsachen zutage, die zeigen, dass die vorhandenen Strukturen, wenn sie in den Händen Uralter unter den Älteren, wie wir sie aus den Märchen kennen – und es sind nicht nur Bolsonaro, Trump und Erdogan -, ein unglaubliches Unheil anrichten, indem sich nämlich offenbart, dass zum Beispiel Jeff Bezos, der Eigentümer von Amazon dank der Pandemie sein persönliches Vermögen innerhalb der ersten 5 Monaten der Krise um ca. 45 Milliarden Dollar auf mittlerweile „knapp“ 160 Milliarden Dollar steigerte, dass unsere großen drei Autokonzerne in den letzten 10 Jahren über 230 Milliarden Euro Gewinn machten und nun mal geschwind aus Steuergeldern (also auch von Steuern wenig Betuchter) 50 Milliarden Unterstützung bekommen (die u.a. auch Aktionäre abschöpfen werden) und dass die Milliardäre in den USA von der Krise mit am meisten profitierten, indem ihr Vermögen innerhalb von 23 Tagen um 282 Milliarden Dollar zunahm.
Während auf der Welt die Menschen scharenweise an Hungers sterben oder medizinisch nicht behandelt werden können. Ein unfassbarer Zustand.
Wie lange will ihn die Gesamtheit der Menschen wirklich noch mitmachen?

Wie viele Milliarden kann z.B. eine Bundesregierung auf einmal locker machen, was sie vorher strikt verweigerte, obwohl in unserem so reichen Land bekanntermaßen Millionen von Menschen, vor allem Älteren, Rentnern und vielen Jugendlichen, die in Armut aufwachsen und  in einer Millionenanzahl hungrig zur Schule gehen, schon lange hätte geholfen werden müssen!
Auf einmal aber ist massenweise Geld da!
Wir erinnern uns: Es war vor Jahren anlässlich der Bankenkrise genauso schlagartig da und es erwies sich schon damals, dass es in Deutschland besser ist, eine Bank als ein Mensch zu sein.
Für die Not der Banken hatte und hat Angela Merkel immer ein offenes Herz.
Ich wage vorauszusagen, dass das Ende unserer Form der Parteiendemokratie absehbar ist, weil Menschen aktiver in diese sogenannte hohe Politik werden eingreifen wollen, anstatt sich, wie bisher, zum Stimmvieh degradieren zu lassen, das alle vier Jahre zur Tränke, sprich, zum Wahllokal vorgelassen wird.

Keine Weltverschwörung, sondern Weltentwicklung

Jahrtausendelang waren die Menschen Marionetten der Götter. Das ist eine sarkastische Umschreibung für die Tatsache, dass die Menschheit in den Kinderschuhen steckte und dann in die Pubertät kam – dafür steht auch der Sündenfall.
Nun ist sie erwachsen geworden – den Türöffner dorthin verkörpert in den Mythen Prometheus.
Doch das Erwachsenwerden der neuzeitlichen Menschheit hatte und hat auf der kosmischen Ebene ja nicht nur Gegner, wie weiland Zeus, sondern ebenso Förderer unter den metaphysischen Kräften. Entscheidend jedoch war das Geschehen auf Golgatha, das völlig neue Bedingungen auf der Erde mit sich brachte und Menschen in die Lage versetzt, sich auf eine Weise zu entwickeln, wie sie weitgehend bis dato nur Mysterienschülern vorbehalten war. Einer wie Pythagoras steht ja beispielhaft dafür: Ihm waren die griechischen Mysterienschulen zu wenig, weshalb er nach Ägypten, wie uns überliefert ist, in zwei der dortigen reiste, um dann selbst eine wissenschaftlich-spirituelle Schule zu gründen, deren Ergebnisse bis heute einzigartige Bewunderung verdienen.
Diese Zeiten aber, als spirituelles Wissen nur wenigen Ausgewählten zugänglich war, sind mit Golgatha vorbei, der Vorhang, der die Menschen von dem Allerheiligsten trennte, zerriss; der Zugang  zu höchstem göttlichen Bewusstsein ist möglich und einige, gerade auch Jugendliche und junge Erwachsene mit einem weltoffenen und doch heimatbewussten Sinn steuern auf dieses Bewusstsein zu.

Nicht nur Kräfte der Erde, auch kosmische Kräfte sind jedoch bestrebt, alles beim Alten zu lassen. Wäre der Virus nicht gekommen, hätte sich aber gezeigt, dass auch unter sogenannten normalen Umständen das alte System menschlichen Beisammenseins, sowohl auf den politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen  und religiösen Ebenen nicht mehr überlebensfähig, weil überholt geweseb wäre. Diese Erkenntnis durfte aber nicht sein; sie hätte eine umfassende Veränderung ausgelöst.

Der Virus war der Schachzug oben angesprochener Kräfte und die Menschheit entscheidet selbst, ob dieser Schachzug sie schachmatt setzt oder ob sie siegreich aus dieser Menschheitsprüfung hervorgeht.

Ich fnde es wichtig, über diese Kräfte informiert zu sein.

Bisher war es so, dass man - unterstützt von den Kirchen - alles sogenannte Böse diffus in Richtung Teufel und Satan geschoben hat. Allerdings sollte man, wenn man sich bewusst entwickeln will, wissen, mit wem man es wirklich zu tun hat. Es gibt ja gar nicht so wenige Menschen, die sich halbwegs auskennen und ihre Kenntnis zu schwarzmagischen Zwecken nutzen und man darf davon ausgehen, dass fast alle Geheimdienste der Erde auf diesem Feld aktiv sind. Ich für meinen Teil möchte dringend raten, sofort den Kontakt zu Menschen abzubrechen, die auf schwarzmagischem Gebiet aktiv sind; nicht von ungefähr war es das entsprechende Treiben der Menschen zu Zeiten der Atlantis, das mit zum Untergang dieses Kontinents führte.
Aber es gibt natürlich einen Graubereich, zu dem ich selbst das Pendeln zähle, denn man weiß nie, wer am anderen Ende der Leitung sitzt und das Pendel ggf. eifrig mitbewegt bzw. den Pendelnden beeinflusst. Vergleichbares gilt ja auch z.B. für Rilke, der Séancen und Geisterbeschwörung liebte und da durchaus, vor allem mittels der Gräfin von Thurn und Taxis, sehr aktiv war, wobei ich glaube, dass ihm das seelisch gar nicht gutgetan hat und ebenfalls Auswirkungen auf den Verlauf seines Lebens, auch auf seine Gesundheit hatte. Auch bei solchen Séancen eben gilt, dass man in deren Rahmen nie weiß, wer am anderen Ende zugange ist; im Grunde kann man ja auf dieser niederen seelisch-geistigen Ebene davon ausgehen, dass das für den ein oder anderen zwar ein willkommenes Abenteuer sein mag, dass es aber sogar den Zugang zu einer hohen Geistigkeit, die wir anstreben sollten und die uns ja auch seit Golgatha möglich ist, verstellt. Was Rilke betrifft, habe ich noch kein Material zu seinen Séancen veröffentlicht, aber der hier verlinkte Beitrag, der auf seine Tätigkeit als Schreibmedium eingeht, zeigt schon auf, dass das eine im Grunde fatale Richtung für ihn war.

Luzifer, Ahriman, Asuras und der Sonnendämon Sorat

In der Esoterik gibt es nur, sieht man generell von sagenumwobenen Gestalten wie Cagliostro oder auch dem Grafen von Saint Germain ab, wenige Autoren, die sich, soweit ich das beurteilen kann, in Richtung kosmisch-geistiger Einflüsse akzeptabel und für den Leser einigermaßen nachvollziehbar sowie fundiert geäußert haben, dazu gehören - aber vor allem die beiden Erstgenannten auch mit Einschränkungen - Éliphas Lévi, Helena Petrovna Blavatsky und Rudolf Steiner. Letzterer hat für mich die überzeugendste Darstellung in Bezug auf die luziferischen und jene Kräfte, denen Luzifer im Grunde in Bezug auf den Menschen die Türe öffnete, gegeben, immer wieder differenziert im Rahmen seines ca. 350 Bände umfassenden Werkes, allerdings nie leicht zu lesen und zu verstehen. Er nennt jene Kräfte, die sich übrigens in der Gestalt des Faustischen Mephisto vereinen, Luzifer und Ahriman, spricht aber auch Asuras und den Sonnendämon Sorat an, der im Moment mittels des Virus sehr aktiv sein könnte, entspricht er doch dem aus der Apokalypse uns bekannten Tier mit den zwei Hörnern, das verschlüsselt auch in der Zahl 666 auftritt. In ihm fasst der Apokalyptiker jene Kräfte zusammen, die das Vaterprinzip überhöhen und die Trinität, vor allem Christus leugnen.
Wir wissen, dass der Islam nur den Vater kennt, Allah also, und sich den Sohn verbietet; nicht von ungefähr ist Jesus ein Prophet und kein Sohn Gottes; zudem bezweifelt der Koran, dass Jesus Christus am Kreuz gestorben sei, das mit der Auferstehung zusammen zentrale Moment des Christentums.
Keine Frage für mich ist, dass man den Islam als Religion toleriert, vor allem auch aller Muslimas und Muslime wegen, die Geschöpfe der Elohim sind, wie wir. Spirituell aber halte ich persönlich es für ein Versagen der christlichen Kirchen - ja, ich halte sie schlicht für feige -, dass sie viel zu wenig die theologischen Unterschiede öffentlich benannt haben. Letztendlich ist der Islam ein Gegenprogramm zum Christentum.
Der Sonnendämon Sorat, der - so wie alle Planeten kosmische Intelligenz verkörpern und zugleich eine dämonische Seite haben - die dämonische Seite der Sonne repräsentiert, baut genau auf diese statische Vaterauffassung, die dem Leben den Sohn und damit Entwicklung verweigert und nicht von ungefähr ist er in unserer und den Folgezeiten der größte Gegner von Christus, wirkend jedoch bereits seit jener Zeit, als die biblische Schöpfungsgeschichte einsetzt, nach Steiner also zu hyperboräischer Zeit, jener Epoche, die Lemurien und Atlantis vorausging.

Wer sich näher mit allem befassen will, mag die verlinkten Seiten studieren (ich persönlich finde es wichtig, über jene Gegenkräfte Bescheid  zu wissen, welche die Entwicklung der Menschheit und unsere individuelle torpedieren).
In Bezug auf Luzifer - uns bestens bekannt seit dem sogenannten Sündenfall - sollte man wissen, wie er in das Leben der Menschheit eingreift und ich zitiere eine von vielen Steiner-Stellen zu ihm:

Luzifer hat seine Hand im Spiele bei allem traditionell Theologischen, bei allem ins Manierhafte, Steife ausartenden Künstlerischen, bei allem Renaissanceartigen; während Ahriman seine Hand im Spiele hat bei allem, was nur äußerliche geistlose Naturwissenschaft ist, die in der Natur nicht den Geist entdecken kann, und bei allem, was äußerlicher Mechanismus im menschlichen Tun ist.

Die luziferischen Engelwesen, die sich aus dem traditionellen Leben durchaus auch jetzt noch gerettet haben bis in die Gegenwart, sie haben alles Interesse daran, den Menschen eigentlich abzuhalten vom Tun. Sie möchten den Menschen wenigstens beim inneren Seelenleben erhalten. Der Mensch ist eine Persönlichkeit geworden. Aber diese Engelwesen möchten den Menschen nicht ausströmen lassen in seinen Taten in das Erlebnis, in die Offenbarung seiner Willensimpulse. Sie möchten ihn in innerlicher Beschaulichkeit erhalten. Sie verführen ihn zur Mystik, sie verführen ihn zur falschen Theosophie. Sie verführen ihn dazu, ein bloß innerliches beschauliches Leben zu führen, zu betrachten, statt zu handeln. Sie machen ihn zu einem Sinnierer, der am liebsten den ganzen Tag sitzen möchte und spinnen möchte über allerlei Welträtsel-Fragen, der aber das, was in seinem Geiste lebt, nicht übertragen möchte in die äußere Wirklichkeit. Sie möchten durch rein äußere Beobachtung entstehen lassen, was äußere Wissenschaft ist. Ebenso möchten diese luziferischen Wesenheiten die Kunst möglichst lebenslos, geistlos in dem Sinne haben, daß in die Form nicht Geist einzieht. Sie möchten immer nur Renaissance haben, das, was in alten Zeiten gelebt hat. Sie geben dem Menschen einen Haß ein gegen jede neue Stilform, die aus dem modernen Menschlichen wirklich hervorgehen kann. Sie möchten die alten Stilformen fortpflanzen, weil diese alten Stilformen noch dem Unirdischen, Überirdischen entlehnt sind.

GA 208, S. 58f

Ahriman, der eine viel niedriggesinntere Macht ist als Luzifer - niemals können die Einflüsse Luzifers so schlimm werden wie die Ahrimans - zieht  Menschen beispielsweise auf übelst okkulte Ebenen, verwickelt die Menschheit in ein rein materielles Leben, ist der Herr der Lüge (auf bestimmten seelischen Ebenen ist die Lüge ein Mord), ist kalt intelligent und hat u.a. in das Leben der Menschheit und gerade von Europa den Wahn des Nationalen gebracht, in dessen Dienst u.a. - vermutlich ohne es zu wissen und als Erster -, Napoleon stand. Steiner schreibt:

Ahriman möchte in seinem Gange aus der Zeit den Raum erobern, er hat Finsternis um sich, in die er Strahlen des eigenen Lichtes sendet; er hat um so stärkeren Frost um sich, je mehr er von seinen Absichten erreicht; er bewegt sich als Welt, die sich ganz in ein Wesen, das eigene, zusammenzieht, in dem er sich selber nur bejaht durch Verneinung der Welt; er bewegt sich, wie wenn er die unheimlichen Kräfte finsterer Höhlen der Erde mit sich führte. Wenn der Mensch in Freiheit wirken will bei Entfaltung des Egoismus, wenn ihm Freiheit wird das stolze Gefühl, sich selber in der Handlung zu offenbaren, dann steht er vor der Gefahr, in Ahrimans Gebiet zu gelangen.

Gefährlicher noch als Ahriman sind die Asuras als

„Wesenheiten, die der achten Sphäre zustreben. Sie wollen die Materie immer mehr verdichten, zusammenpressen, so dass sie nicht wiederum vergeistigt, d. h. ihrem Urzustand zugeführt werden kann. Sie sind der Bodensatz der ganzen Planetenentwicklung, die beim Saturn [so nennt Steiner den ersten großen Zyklus der Erde vor vielen, vielen Milliarden Jahren - JK.] beginnt und durch Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan durchgeht [die genannten bezeichnen ebenfalls Stadien der Erdentwicklung].
Die Asuras bevölkern jetzt schon den Mond und wirken vom Mond auf den Menschen, den sie herabziehen wollen in die achte Sphäre und ihn so der fortschreitenden Entwicklung und deren Ziel - dem Christus - entreißen wollen. Alle der achten Sphäre Zustrebenden werden schließlich auf einem Mond (Jupiter) ihr Dasein finden.“ (GA 266a, S. 205)

„Die Asuras - die bösen - sind Wesenheiten, die wieder um einen Grad höher stehen in ihrem Willen zum Bösen als die ahrimanischen Wesenheiten und um zwei Grade höher als die luziferischen.“ (GA 110, S. 178)

(..)  diese asurischen Geister werden bewirken, daß das, was von ihnen ergriffen ist - und es ist ja des Menschen tiefstes Innerstes, die Bewußtseinsseele mit dem Ich -, daß das Ich sich vereinigt mit der Sinnlichkeit der Erde. Es wird Stück für Stück aus dem Ich herausgerissen werden, und in demselben Maße, wie sich die asurischen Geister in der Bewußtseinsseele festsetzen, in demselben Maße muß der Mensch auf der Erde zurücklassen Stücke seines Daseins. Das wird unwiederbringlich verloren sein, was den asurischen Mächten verfallen ist. Nicht, daß der ganze Mensch ihnen zu verfallen braucht, aber Stücke werden aus dem Geiste des Menschen herausgeschnitten durch die asurischen Mächte. Diese asurischen Mächte kündigen sich in unserem Zeitalter an durch den Geist, der da waltet und den wir nennen könnten den Geist des bloßen Lebens in der Sinnlichkeit und des Vergessens aller wirklichen geistigen Wesenheiten und geistigen Welten. Man könnte sagen: Heute ist es erst mehr theoretisch, daß die asurischen Mächte den Menschen verführen. Heute gaukeln sie ihm vielfach vor, daß sein Ich ein Ergebnis wäre der bloßen physischen Welt. Heute verführen sie ihn zu einer Art theoretischem Materialismus. Aber sie werden im weiteren Verlauf - und das kündigt sich immer mehr an durch die wüsten Leidenschaften der Sinnlichkeit, die immer mehr und mehr auf die Erde herniedersteigen - dem Menschen den Blick umdunkeln gegenüber den geistigen Wesenheiten und geistigen Mächten. Es wird der Mensch nichts wissen und nichts wissen wollen von einer geistigen Welt. Er wird immer mehr und mehr nicht nur lehren, daß die höchsten sittlichen Ideen des Menschen nur höhere Ausgestaltungen der tierischen Triebe sind, er wird nicht nur lehren, daß das menschliche Denken nur eine Umwandlung dessen ist, was auch das Tier hat, er wird nicht nur lehren, daß der Mensch nicht bloß seiner Gestalt nach mit dem Tier verwandt ist, daß er auch seiner ganzen Wesenheit nach vom Tier abstamme, sondern der Mensch wird mit dieser Anschauung Ernst machen und so leben.

Heute lebt ja noch niemand im Sinne des Satzes, daß der Mensch seiner Wesenheit nach vom Tiere abstamme. Aber diese Weltanschauung wird unbedingt kommen, und sie wird im Gefolge haben, daß die Menschen mit dieser Weltanschauung auch wie Tiere leben werden, heruntersinken werden in die bloßen tierischen Triebe und tierischen Leidenschaften. Und in mancherlei von dem, was hier nicht weiter charakterisiert zu werden braucht, was sich jetzt namentlich an den Stätten der großen Städte als wüste Orgien zweckloser Sinnlichkeiten geltend macht, sehen wir schon groteskes Höllenleuchten derjenigen Geister, die wir als die asurischen bezeichnen.“ (GA 107, S. 247ff)

Die Gefährdungen durch Luzifer und Ahriman lassen sich mit jener Prüfung des Odysseus vergleichen, als er zwischen Scylla und Charybde hindurch musste und scheiterte. So scheitern auch wir. Es ist unmöglich, auf der Erde diesen beiden Kräften zu entgehen und das ist auch gut so, sind sie doch der Treibsatz, der uns Menschen vorwärtsgehen lässt, denn aus den Auseinandersetzungen mit diesen beiden Kräften lernen wir. Wir können ihnen nicht entgehen, aber wir können lernen, mit ihnen so umzugehen, dass sie - und das ist das Ziel - in unseren Diensten stehen (ein langer Weg).
Ähnlich könnte es mit den asurischen Kräften und denen des Sonnendämons sein, allerdings haben diese eine Qualität, die Menschen fast über die Grenzen dessen, was sie durchschauen, führen. Viel zu wenig haben wir bisher die Gefährdungen erkannt, die von der Sexualisierung der Gesellschaft ausgehen, wobei es ja hier die unterschiedlichsten Spielarten gibt, sei es, dass man der Sexualität eine Dominanz im Leben einräumt, die den Betreffenden seine im Devachan (siehe auch hier) vorgenommenen Ziele nicht erreichen lässt, Energie in Geschlechter- und Genderkämpfen verschleudert oder sich der Versexualisierung der Gesellschaft willenlos ausliefert.

Aktuell müssen wir erkennen, dass es Covid-19 auf eine Weise gelingt, die Menschen zu vereinnahmen, dass all die Möglichkeiten, die in unserer Zeit liegen und die Menschen selbst erarbeitet haben, verstreichen. Ständig wird ein neues Thema hochgekocht, aktuell geht es um Putins Impf-Vorhaben, das weltweit zu Kopfschütteln führt, wieder zahllose Zeitungsartikel, Blogbeiträge und Ähnliches auslöst und die Energien vieler Menschen in Russland bindet, die zusätzlich zu einer womöglich vorhandenen Angst vor dem Virus  nun auch ggf. vorgehen müssen gegen einen Diktator, der bekanntlich nicht zimperlich ist im Kaltstellen, wenn nicht gar Beseitigen unliebsamer Gegner.

Was tun?

Nah ist
Und schwer zu fassen der Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.

So beginnt Hölderlin seine Patmos-Hymne und er ruft uns ins Bewusstsein, dass das Rettende dann wachsen kann, wenn wir uns retten lassen wollen und zugleich, ganz im Sinne Ricarda Huchs, den Rettungsanker anstreben. Ist das der Fall, dann ist die Decke, jener dunkle Teppich, von dem ich oben sprach, kein Problem, weil einem entsprechenden geistigen Bewusstsein inhärent ist, dass sowohl wir als auch die Menschheit nie auf geradem Wege vorwärtskommen

Für viele mag ein Problem sein, dass sie die Trinität mit der Kirche gleichsetzen und deshalb ablehnen. Sie mögen tunlichst erkennen, dass die Kirche zu den feindlichen Kräften des Christus-Bewusstseins gehört. Sie hält die Menschen immer auf einem Bewusstseinsniveau, das dem der Menschheitsentwicklung nicht entspricht (weshalb auch in diesen Zeiten so viele - auch unbewusst darauf reagierend - austreten) und sie verhindert durch ihr enges Bewusstsein und immer sich wiederholenden Singsang eines in ihren Händen ganz steril gewordenen Gottes einen Zugang zu diesem kosmischen Wesen, das eben aber auch durch seinen Tod DIE Erdengottheit ist, wobei die Begriffe Gott und göttlich für mich viel weniger zielführend sind als die Tatsache, dass es um ein Bewusstsein geht, dass das innere Leben der Menschen verändern kann, ihr äußeres und im Übrigen auch ganz entscheidend, ihr Leben nach dem sogenannten Tod; wer ohne Christusbewusstsein stirbt, tut sich schwer im Jenseits.

Achten wir darauf, lassen wir uns nicht mehr vereinnahmen von den Bildern, die ständig über die Mattscheibe flimmern und jenen stachligen Ball als Krone ausgeben. Die Krone des Lebens  finden wir an anderer Stelle.
Folgen wir nicht den Brechtschen Aussagen, von denen wir wissen, in welchen Diensten sie stehen. Gewiss gilt es, achtsam zu sein gegenüber dem Virus. Richten wir aber unsere Blicke dahin, wo Kräfte herkommen, die unser Leben mit tiefem Sinn erfüllen. Dass das in Virus-Zeiten schwierig ist, ist keine Frage. Aber genau daran kann die Menschheit wachsen oder scheitern. Im Moment droht sie zu scheitern, weil sie auf die Machenschaften Sorats voll hereinfällt.

Goethe wusste darum, dass in solchen Gefährdungen im Grunde ein Schlüssel zu einer entscheidenden Weiterentwicklung liegt. Tragen wir dazu bei, dass Mephistopheles auch hier und heute und in Zukunft Recht behält, wenn er von sich sagt, dass er "Ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute schafft" ist und bleibt und dass es auch für jene oben angesprochenen und nicht zu unterschätzenden, aber zu durchschauenden Kräfte gilt, die uns heute bedrängen. Wir wissen doch:

Nah ist
Und schwer zu fassen der Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen. – Gewiss weiß unsere Seele um die Bedeutung des Vogelflugs.


Dichter, Künstler überhaupt, stehen oft in unmittelbarer Berührung zum urzeitlichen Wissen der Menschheit. Georg Trakl war einer von ihnen, ganz gewiss. Man erkennt es daran, welche Bedeutung der Vogelflug und Vögel überhaupt in seinen Gedichten spielen. Die Zeile in der Überschrift stammt aus Der Herbst des Einsamen. In einem anderen Gedicht, Verfall überschrieben, lesen wir:

Am Abend, wenn die Glocken Frieden läuten
folg ich der Vögel wundervollen Flügen,
die lang geschart, gleich frommen Pilgerzügen
entschwinden in den herbstlich klaren Weiten.

In Verklärter Herbst grüßt Ende der zweiten Strophe ein Vogelzug auf der Reise und der Gesang des Abgeschiedenen beginnt:

Voll Harmonien ist der Flug der Vögel.

Selten, dass so verdichtet bei einem Dichter so viele Hinweise sich finden im Hinblick auf die Bedeutung des Vogelflugs. Auch bei Homer finden wir die ein oder andere Stelle, das ein oder andere Geschehen, aufgrund dessen deutlich wird, dass der Vogelflug als meist mahnendes Zeichen gilt; aus dem Nibelungenlied kennen wir den Falkentraum, Schillers Kraniche des Ibykus sind ein gewaltiger Beleg für die Macht der Vögel und ihre Bedeutung als göttliche Boten; auch Brechts Gedicht Die Liebenden und der Verweis dort auf die Kraniche zählt für mich dazu; nicht zuletzt finden sich auch in der Bibel zahlreiche Verweise und Vergleiche und mit am berührendsten finde ich, dass Gott als Himmlischer Vater auch der Vögel bezeichnet wird. 

Man muss auch nur einmal beobachten, wie Menschen auf die scheuen Tiere reagieren. Wenn man einem nahe kommen darf oder wenn eines der scheuen Tiere näher kommt, hält man doch unwillkürlich fast den Atem an. Und wie schlimm ist es für einen Menschen, wenn er einen toten Vogel liegen sieht, erst recht auf dem eigenen Balkon oder vor der eigenen Haustür!
Seltsam auch, wie viele Vögel es gibt, die doch auch naturnotwendig sterben. Doch finden wir in der Regel keinen verstorbenen Vogel.
Wo sind sie?

Die Zeit des Vogelflugs ist nun für Monate vorbei, der Winter hat  überraschend früh bei uns Einzug gehalten. Am vergangenen Samstag habe ich die Moderatorin im Radio noch einmal berichten hören, dass sie Kraniche auf dem Flug beobachtete und am selben Tag hörte ich einen Schwarm, vielleicht waren es Stare, in einem Baum.
Nun haben die meisten hoffentlich gesund ihre wärmeren Gefilde bereits erreicht.

In der Tat, wie im letzten Post zum Vogelflug bereits angesprochen, habe ich bei Rudolf Steiner einen interessanten Hinweis zum Thema gefunden und weil er so lange ist, bringe ich das Zitat von Philon von Alexandria an anderer Stelle.
Wie schon einmal gesagt, bin ich kein Anthroposoph, ich stehe ihnen nicht einmal nahe, weil viele von ihnen mir viel zu heilig wirken wollen und ich auch nicht nachvollziehen kann, dass man, religiös gesinnt, hundertmal mehr auf  Rudolf Steiner verweist denn auf Gott.
Dessen ungeachtet  habe ich bei Steiner viele hochinteressante Hinweise gefunden, gerade im Bereich der Mythologie, die mich nun einmal fasziniert. Wenn auch das, was er sagt, mir zu sachlich nüchtern herüberkommt - ich mag es nunmal, wenn jemand auch mal Humor zeigt und sich erlaubt, ein bisschen flapsig zu sein -, so habe ich doch höchsten Respekt vor seinem Wissen, wie es sich zum Beispiel in seinem Buch Mythen und Sagen. Okkulte Zeichen und Symbole und dort in seinem Vormittagsvortrag vom 21. Oktober 1907 zeigt, wobei man wissen muss, dass seine Vorträge auf Mitschriften von Mitgliedern beruhen, die allerdings wohl sehr akribisch aufgezeichnet sind. Wissen muss man auch um seine Ansicht, dass der Mond und die Erde einst vereint waren. Dezidiert spricht er von der Mondentrennung. Wissen muss man auch um seine ausführlichen Hinweise zur Entstehung und Entwicklung des Menschen, so wie wir ihn und uns damit vorfinden. Das betrifft die Entwicklung der Körperlichkeit, die Entstehung der physischen Sprache und vieles mehr. In jenem Vortrag - in dem auf eben Angesprochenes immer wieder Bezug genommen wird -  heißt es, zu Beginn ungewöhnlich lyrisch für Steiner anmutend:

Auf wunderbaren Bahnen ziehen die Vögel mit der einbrechenden kalten Herbsteszeit vom äußersten Norden nach dem wärmeren Süden, manchmal Hunderte von Meilen, und gelangen im Frühling zurück auf anderen Wegen. Wir haben gesagt, daß die Vögel ein Geschlecht sind, das auf einer früheren Stufe der Entwickelung stehengeblieben ist. Sie wissen, daß der eigentliche Fortschritt auf der Erde erst begann in dem Zeitpunkt, als sich der Mond von der Erde abtrennte. Früher, als die Erde noch mit dem jetzigen Monde zusammen einen Himmelskörper bildete, den sogenannten Erden-Mond oder die Mond-Erde. da bewegte sich dieser Körper um die Sonne in einer bestimmten Bahn und in einer gewissen Zeit, indem er ihr stets eine Seite zuwendete. In dieser Zeit wanderten alle Lebewesen einmal um den Mond herum, um einmal die Sonneneinwirkung zu empfangen. Jener Zug um den Planeten hat sich heute noch erhalten im Vogelflug, weil die Vögel damals, bevor das Ich in die Erdenentwickelung eintrat, sich abgespalten haben von der fortschreitenden Entwickelung auf der Erde.Etwas anderes ist noch viel merkwürdiger. Mit der fortschreitenden physischen Entwickelung des Menschen und der höheren Tiere hat sich das Geschlechtliche des einzelnen Leibes bemächtigt. Jene Begierde, die im einzelnen Leibe sitzt, die heute ganz im Geschlechtlichen lebt, war vorher dort nicht vorhanden, sie war eine kosmische Kraft. Dem alten Erden-Monde strömte sie von der Sonne zu. Sie war die Ursache jener Umgänge um den Planeten, mit denen die Art zusammenhing, wie sich die Fortpflanzung vollzog. Der Frühlingszug der Vögel ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine Art Brautzug. Bei diesen Wesen ist das Geschlechtliche noch in der Umwelt, und die kosmische Kraft ist die dirigierende Macht, die den Zug von außen lenkt und leitet, während bei den anderen Wesen diese Kraft eingezogen ist in die einzelnen Leiber. Dieselben Kräfte, die im Innern des Menschen, in seinem Leibe wirken, wirken auchim äußeren Makrokosmos. Dieselbe Kraft, die Mensch und Mensch zusammenführt, die im Leibe des Menschen als Geschlechtskraft wirkt, wirkt bei der Vogelspezies nicht im Innern der Wesen, sondern von außen und drückt sich in dem äußeren Zuge der Vögel um den Planeten aus. So wandern die Kräfte, die außen sind, in das innere der Wesenheiten hinein, um im Menschen die Möglichkeit zu finden, wiederum hinauszuwirken, wenn er die Fähigkeit erobert haben wird, wieder eins zu weden mit dem ganzen Kosmos, dem Außerirdischen.

Soweit Steiner.

Diese Vereinigung von Kosmischem und Irdischem finden wir bekanntlich allüberall. Verliebte greifen immer zu Sternen und finden ihre Liebe himmlisch; Max Frisch spricht auf wunderbare Weise davon. Wir finden diese Beziehung im Vater unser in der Formulierung Wie im Himmel so auf Erden und in Hermes Trismegistos´ Hinweis, dass das Oben gleich dem Unten sei. Auf diesem Hintergrund habe ich auch den Vogelflug in meinem letzten Post zu diesem Thema mit tanzenden Galaxien verglichen. Nicht umsonst huldigt auch Einstein einer kosmischen Religiosität.

Wenn wir dem Flug der Vögel unsere Aufmerksamkeit schenken, öffnen wir - unbewusst oder bewusst - unsere Seele für das Einwirken des Göttlichen; so ist gewiss mancher Atheist in diesem Sinne höchst religiös :-))

PS:
In dem hier verlinkten Beitrag habe ich weitere Rudolf-Steiner-Stellen zum Vogelflug/Vogelzug zusammengestellt.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Walzer der Liebe: Bertolt Brechts "Die Liebenden"


Seht jene Kraniche in großen Bogen! a
Die Wolken, welche ihnen beigegeben b
Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen a
Aus einem Leben in ein andres Leben. b
In gleicher Höhe und mit gleicher Eile c
Scheinen sie alle beide nur daneben. b
Dass so der Kranich mit der Wolke teile c
Den schönen Himmel, den sie kurz befliegen, d
Dass also keines länger hier verweile c
Und keines andres sehe als das Wiegen d
Des andern in dem Wind, den beide spüren e
Die jetzt im Fluge beieinander liegen. d
So mag der Wind sie in das Nichts entführen: e
Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben f
So lange kann sie beide nichts berühren. e
So lange kann man sie von jedem Ort vertreiben f
Wo Regen drohen oder Schüsse schallen. g
So unter Sonn und Monds verschiednen Scheiben f
Fliegen sie hin, einander ganz verfallen. g
Wohin, ihr? – Nirgends hin. – Von wem davon? – Von allen. g


Ich habe an anderer Stelle einen Grund genannt, warum ich kein Freund Brechts bin; es gibt noch weitere. Das aber kann mich nicht daran hindern, dieses Gedicht als eines der schönsten Liebesgedichte zu empfinden, die es gibt. Es ist unnachahmlich gut gestaltet. Drei Gründe möchte ich nennen:
Das betrifft einmal seinen Walzertakt: Die Endreime reimen sich im Dreiertakt: aba bcb cbc dcd ede fef gfg gg.
Der Walzer ist der Tanz Liebender. Und wenn die Kraniche, wie es heißt, beieinander liegen, so drehen sie sich doch umeinander, wie es die Reime tun. Wie Glieder einer Kette sich nicht verlieren, so sind die Liebenden unzertrennlich und in die Reimform ist diese Unzertrennlichkeit und zugleich der Herztakt, der Dreierrhythmus des Walzers eingeflochten.
Selten, dass so gekonnt in die äußere Form der Sinn hineingewoben ist.

Dieses Gedicht ist im Jambus geschrieben, einer regelmäßigen Abfolge von unbetonten und betonten Silben: Die Wólken, wélche íhnen beígegében - unbetont, betont, unbetont betont ... Der Jambus gleitet dahin wie der Flug der Vögel.
Und doch gibt es in diesem Gedicht Stellen, in denen der Akzent nach vorn gezogen ist, eine Möglichkeit, die Germanisten Tonversetzung nennen. In deutschen Gedichten kommt dies nicht so häufig vor, hier aber vor allem gleich zu Beginn, denn es wird nicht das "jéne" betont, sondern das "Séht". Ist der Akzent um eine Silbe nach vorn gezogen, so folgen dafür zwei unbetonte; dann geht es normal weiter.
Gekonnter und intensiver kann man den Blick des Lesers gar nicht zum Himmel richten als mit Hilfe dieser Tonversetzung an der auffälligsten Stelle des Gedichtes, der ersten Silbe: Séht!
Seht hin!
Seht hin, Kraniche!
Vögel ohnehin, aber Kraniche ganz besonders, vor allem seit Schillers Die Kraniche des Ibykus, sind Götterboten. In Schillers Ballade nehmen sie die Bitte des sterbenden Sängers auf. Als sein Auge bricht, bittet er die Kraniche, die gerade über ihn hinfliegen, seinen Tod zu rächen und die Mörder zu überführen. Und dies geschieht auf wunderbare Weise.
Kraniche sind auch Vögel des Glücks, vor der Paarung tanzt der Kranich.
Gemeinsam sind sie unverletzlich.
Am Ende seines zauberhaften Märchens vom Zauberspiegel heißt es bei Michael Ende: Wenn zwei zusammen in den Zauberspiegel schauen, werden sie wieder unsterblich.
Unsterblich waren und sind die Liebenden; richtig übersetzt weist uns auch der Beginn des Alten Testamentes darauf hin, warum zwei unzertrennlich zusammengehören.
Der Atheist Brecht, der dennoch die Bibel so schätzte, weiß in seinem Gedicht auch davon zu erzählen:

Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben
So lange kann sie beide nichts berühren.

Dieses Gedicht gibt es in verschiedenen Fassungen, und eine ist jene in Brechts Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagony. In Mahagony organisiert die Schwindlerin Begbick käufliche Liebe. Und inmitten dieses käuflichen Geschehens singt Jenny mit Paul dieses Lied im Wechselgesang; ein aus dem Gewerbe der Liebe erwachtes Mädchen zeigt einem von seinem Gefühl überraschten Mann die Kraniche ... Symbol ungeteilter Liebe, in der sich die beiden vereinen:

Jenny: Sieh jene Kraniche in großem Bogen!
Paul: Die Wolken, welche ihnen beigegeben
Jenny: Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen
Paul: Aus einem Leben in ein andres Leben.
(...)

Das Gedicht ist wohl vor der Oper entstanden. In der dort vorliegenden Fassung ist der Schluss anders gestaltet als oben und er zerstört den wunderbaren Mythos der Liebe, deshalb wollen wir ihn hier nicht einbringen. Heinz Politzer, ein 1978 verstorbener Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, der an der University of California in Berkeley lehrte, hat es so formuliert: 
"Der Dichter war nicht nur ein auf seine Art Frühvollendeter, sondern auch ein früh Zerstörter (...) So zersetzte er mit List und Tücke die Schönheit."

Wir lassen sie bestehen, die vorliegende Fassung des Gedichtes - wie sie sich auch in der bekanntesten deuschen Gedichtsammlung von Echtermeyer/Wiese findet - , wir lassen also diese Fassung des Gedichtes und damit der Liebe bestehen, denn es gibt sie wirklich, die Schönheit, die Liebe, den Walzer des Herzens. 
Und wir wünschen uns, dass sie nicht davonfliegen, die Liebenden, sondern dass sie unter uns bleiben, denn unsere Erde braucht sie.
Dringend.



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