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Donnerstag, 6. August 2026

🌟"Deutschland, Deutschland über alles / über alles in der Welt". - Das Lied der Deutschen: ein wertvolles Dokument deutscher Geschichte. - Niederes versus spirituelles Nationalbewusstsein und deren Korrespondenz mit niederer versus heiliger Sexualität.

Viele Deutsche haben doch ein recht diffuses Verhältnis zum Deutschlandlied, vor allem seiner ersten Strophe. Nicht wenigen ist sie fast peinlich, sie nehmen sie nur verschämt zur Kenntnis und wissen nicht recht, wie sie mit ihr umgehen und was sie von ihr halten sollen. Im Grunde färbt das mehr oder weniger unbewusst auf ihre dritte Strophe ab, die - ein Briefwechsel zwischen Theodor Heuss und Konrad Adenauer ging voraus - seit 1952 Nationalhymne war und es nach der Wiedervereinigung seit 1991, als sich Richard von Weizsäcker und Helmut Kohl für sie entschieden, ist.


Natürlich haben die Nationalsozialisten das Lied der Deutschen missbraucht. Nach ihrer Machtübernahme wurde die zweite und dritte Strophe (ganzes Lied s. Schluss) bei öffentlichen Anlässen nicht mehr gesungen wenn aber die erste gespielt und gesungen wurde, folgte in der Regel das Horst-Wessel-Lied, die Parteihymne der Nationalsozialisten (Die Fahne hoch! / Die Reihen fest geschlossen! / SA marschiert / Mit ruhig festem Schritt.). Doch singen wir auch Gott sei Dank heute wieder Volkslieder, obwohl viele von ihnen im Dritten Reich hoch im Kurs standen und inszenieren Wagner-Opern, obwohl ihnen die ganze Sympathie der Nationalsozialisten galt.
Vergleichbares gilt auch für Menschen, denen Christus Zentrum ihres Lebens ist, obwohl gerade die christlichen Kirchen seinen Namen in der Vergangenheit vielfach missbrauchten, indem sie unter anderem im Namen Gottes die Kraft wahrer Weiblichkeit entwerteten, womit die Zerstörung der Natur unseres Planeten einherging, und weltweit leiden viele Frauen noch heute unter dem Männlichkeitswahn vor allem der Katholischen Kirche - von vielen missbrauchten Kindern ganz zu schweigen.

In seinem Lied der Deutschen, das Hoffmann von Fallersleben 1841 auf Helgoland schrieb, bringt der Dichter, der übrigens auch Kinderlieder wie "Kuckuck, Kuckuck, ruft's aus dem Wald", "Alle Vögel sind schon da" und "Morgen kommt der Weihnachtsmann" verfasste und der im Übrigen Zeit seines Lebens ein Vertreter demokratischen und liberalen Gedankengutes war, zum Ausdruck, dass die Zustände im deutschsprachigen Raum unhaltbar waren und das Ergebnis des Wiener Kongresses, der sogenannte Deutsche Bund, ein geeintes deutsches Reich, das sich damals so viele fortschrittlichen Kräfte in Deutschland erwünschten, unmöglich machte. Dieser Deutsche Bund umfasste 39 souveräne Staaten - unter anderem fünf Königreiche (zu ihnen zählte beispielsweise Preußen und Sachsen), sieben Großherzogtümer (dazu gehörten Hessen und Mecklenburg-Schwerin) und zehn Herzogtümer (u.a. Nassau und Anhalt-Dessau) - deren politische Bewegungsfreiheit zwar politisch zum Teil eingeschränkt war und die eigentlich Verfassungen und eine freie Presse garantieren sollten, aber in der Praxis wurde dies nur zum Teil umgesetzt. Die Herrscher dieser Staaten waren an einer Liberalisierung und Demokratisierung des öffentlichen Lebens nicht interessiert. Ein Donald Trump hätte sich damals superwohl gefühlt, denn Zölle konnten nach Lust und Laune erhoben werden und Zensurmaßnahmen waren durchaus üblich, so dass ein Heinrich Heine in seinen Reisebildern sich zu schreiben veranlasst sah:

Die deutschen Zensoren – – – – – – – – – – – – – – –
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Dummköpfe – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
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Der Unmut der aus den Freiheitskriegen gegen Napoleon zurückgekehrten jugendlichen Kriegsveteranen, Studenten, Handwerkern und Dichtern wie Georg Herwegh oder auch Georg Weerth über die Situation Deutschlands äußerte sich zunächst 1817 im Rahmen des Wartburgfestes; damals trafen sich von fast allen deutschen Hochschulen über 500 Studenten und gründeten eine "Allgemeine deutsche Burschenschaft". Burschenschaften waren damals nicht reaktionär, sondern wollten eine Bewegung zu mehr Freiheit aus dem Volk heraus, forderten nationale Einheit, also auch die Abschaffung von Zöllen, Handelssperren und Zensur-, Rede- und Pressefreiheit.
Es folgte jedoch erst einmal eine Zeit, die wir heute Biedermeier nennen; Menschen zogen sich - nachvollziehbar auf dem Hintergrund der Wirren der französischen Revolution und den napoleonischen Befreiungskriegen - ins Private zurück und suchten im Häuslichen ihr Glück. Das änderte sich auf dem Hintergrund der Julirevolution 1830 in Frankreich, dem polnischen Novemberaufstand (1830/31) sowie der Belgischen Revolution (1830/31). In Deutschland folgte - scheinbar weniger spektakulär, aber dennoch bedeutsam - das Gaibacher und das Sandhof-Fest (beide am 27. Mai 1832), das Nebelhöhlenfest (Anfang Juni 1832), das Wilhelmsbader Fest (Ende Juni 1832) sowie der Frankfurter Wachensturm (1833) - heute mag man kaum glauben, was damals in Mitteleuropa und deutschlandweit los war!
Ein besonderer Meilenstein war das "Hambacher Fest", das am 30. Mai 1832 auf dem Hambacher Schloss, nahe Neustadt an der Weinstraße gelegen, stattfand; es war Höhepunkt einer bürgerlichen Oppositionsbewegung, die genug hatte von der Gewalt und dem Unrecht von Monarchie und selbstgefälligem Herrschertum und Verfassungen ohne Fürstenwilllkür wollte.

Als Professor für Germanistik gehörte August Heinrich Hoffmann (1798-1874), der sich, um sich von den vielen Hoffmanns abzusetzen, nach seinem Geburtsort Hoffmann von Fallersleben nannte, dieser Oppositionsbewegung an. Immer wieder bezog er in seinen Schriften Stellung für Volkssouveränität, unter anderem in seinen Unpolitischen Liedern (1840/41), die alles andere als unpolitisch waren. Ihre Veröffentlichung kostete ihn seine Professur und er wurde von der Polizei bespitzelt, von monarchistischen Regierungen verfolgt und 39-mal ausgewiesen. Bei Freunden fand er immer wieder Unterschlupf. Erst 1848, sieben Jahre nach Veröffentlichung seines Liedes der Deutschen, wurde er rehabilitiert.
Ihm ging es mit seinem Deutschland, Deutschland über alles / Über alles in der Welt darum, kundzutun, dass über aller Fürstenwillkür ein politisch geeintes Deutschland zu stehen hat; für ihn war dies das Wichtigste in der Welt.

Bedauerlich bis heute ist, dass so viele Menschen in Deutschland, gerade auch sogenannte Linke, sein Ansinnen und das Lied der Deutschen, insbesondere seine erste Strophe, als nationalistisch klassifizieren. Zu einer geeinten Nation zu stehen, die nicht vielfach zersplittert war, hatte schon damals nichts mit einem reaktionären Nationalismus zu tun. Noch sind zu viele nicht in der Lage, die damalige Situation und die erste Strophe des Deutschlandliedes in ihrem historischen Kontext zu verstehen, weil Vorurteilsdenken und/oder Unwissenheit die Fähigkeit, Dinge historisch einzuordnen, blockieren.
Natürlich spiegelt sich in den in der ersten Strophe genannten vier Gewässern - Von der Maas bis an die Memel, / Von der Etsch bis an den Belt - als Grenzen eines erwünschten Deutschen Reiches die Brisanz der politischen Situation Mitteleuropas wieder, unter anderem die sogenannte Rheinkrise. Frankreich hatte, um seinen Machtbereich auszudehnen, Algerien besetzt und den ägyptischen Vizekönig in seinem Unabhängigkeitskampf gegen die Türken unterstützt. Die Großmächte Preußen, Russland, Österreich und Großbritannien, an einer Destabilisierung des Orients nicht interessiert, veranlassten jedoch Frankreich in dem sogenannten Viermächtevertrag, die Unterstützung Ägyptens aufzugeben. Diese empfindliche diplomatische Niederlage versuchte die französische Regierung mit der Androhung der Annexion der linksrheinischen Gebiete zu überspielen, drohte immer wieder mit Krieg und rüstete erheblich auf. Im deutschen Sprachraum löste das in großem Ausmaß eine antifranzösische Stimmung aus und provozierte u.a. einen deutsch-französischen Dichterkrieg mit der Folge, dass auf deutscher Seite zahlreiche Rheinlieder entstanden. Zu den bekanntesten zählten Nikolaus Beckers Lied Der freie Rhein, das auch im Nachbarland deutlich emotionale Reaktionen auslöste:
Sie sollen ihn nicht haben,/ Den freien deutschen Rhein,/ Ob sie wie gierige Raben/ Sich heiser danach schrein./ Sie sollen ihn nicht haben,/ Den freien deutschen Rhein,/ Bis seine Flut begraben/ Des letzten Manns Gebein!

Auch Max Schneckenburgers Lied Die Wacht am Rhein spart nicht mit martialischen Worten:
Es braust ein Ruf wie Donnerhall,/ Wie Schwertgeklirr und Wogenprall:/ Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein!/ Wer will des Stromes Hüter sein?/ Lieb Vaterland, magst ruhig sein;/ Fest steht und treu die Wacht am Rhein!//

Durch Hunderttausend zuckt es schnell,/ Und aller Augen blitzen hell:/ Der deutsche Jüngling, fromm und stark,/ Beschirmt die heilge Landesmark./ Lieb Vaterland, magst ruhig sein;/ Fest steht und treu die Wacht am Rhein!
Es blieb allerdings bei dieser bataille lyrique.

Mit den von Hoffmann von Fallersleben genannten vier Gewässern orientierte der Dichter sich wohl an den im Rahmen des Wiener Kongresses festgelegten Grenzen des Deutschen Bundes, der Ausdehnung des 1833 in Kraft getretenen Deutschen Zollvereins und zugleich auch - mit Abstrichen - an deutschen Sprachgrenzen. Man kann sich aber leicht vorstellen, dass die Großmächte Mitteleuropas - Preußen, Österreich, Frankreich und England - einem so mächtigen Staat im Herzen Europas sehr argwöhnisch gegenübergestanden wären und seine Gründung gewiss nicht befürwortet hätten. Man darf voraussetzen, dass das von Fallersleben bewusst war, dass ihm dies aber auf dem Hintergrund der Rheinkrise und der Sehnsucht nach einem Deutschen Reich, wie sie sich in der Vormärzzeit immer offensiver im deutschen Kulturraum äußerte, ziemlich einerlei war.
Nur: Vergessen sollte man dabei nicht, dass es ihm - wie vielen anderen bürgerlichen Kräften - um ein liberales Deutschland ging, das auf einer entsprechenden Verfassung hätte basieren sollen.

Nationale Gesinnung ist immer wieder auch enthusiastisch. Menschen, die enthusiastisch sind, können von etwas begeistert, sie können aber auch von etwas besessen sein. Besessen zu sein: als Wort findet sich dieser Zustand seit dem Mittelalter in "beseʒʒen" und in der Vorstellung dieser Zeit bezieht sich das auf einen religiösen Zustand, dass nämlich jemand vom Teufel bewohnt ist, dass der Teufel von ihm Besitz ergriffen hat, was sich dann in Fanatismus äußern kann. Lateinisch "fanaticus" wird mit von einer Gottheit in Raserei versetzt übersetzt, doch dieser angebliche Gott ist nicht jener, auf den die Griechen sich bezogen wenn sie von én-theos (ἔνθεος - wörtlich "in sich Gott habend") sprachen, von einem enthusiastischen Zustand. In erster Linie bezogen sie sich auf Apollon, den Gott des Lichtes und der sittlichen Reinheit, der Dichtung und Musik und der Kunst des Heilens.

Wir verstehen, was nationale Gefühle und nationale Gesinnung bewirken, wenn wir sehen, dass es eine Verwandtschaft gibt zwischen nationalem Empfinden und Sexualität, sexuellem Erleben.
So wie es eine niedere Sexualität gibt, ohne Liebe, so gibt es Sexualität, die mit Liebe verbunden ist, in wahrhaftigem Sinne der griechischen Wortbedeutung nach enthusiastisch, verbunden mit Gott. Desgleichen gibt es niedere nationale Gefühle und eine entsprechende Gesinnung und hohe, nationale. Dann sind sie spirituell, haben eine geist-volle Basis, einen spirituellen Hintergrund. Auf dieser hohen Ebene sind jene, die diese Gefühle auf der Erde verwirklichen wollen, verbunden mit dem Völkerengel ihres Landes. Jedes Volk, jedes Land hat einen geistigen Führer im Range eines Erzengels; schon in der Bibel werden sie angesprochen.
Menschen mit niederen, fanatischen nationalen Gefühlen sind verbunden mit dunklen Kräften, die die Menschen von sich abhängig gemacht haben. Beispielhaft möchte ich auf jene marsianische Zivilisation verweisen, die vor fast 30 000 Jahren durch die Galaxien reiste und versuchte, Planeten zu besetzen. Auf der Erde ist ihnen das mit Hilfe der ägyptischen Pyramiden gelungen. In den ägyptischen Pyramiden waren Millionen menschlicher und außerirdischer Seelen gefangen, die der Pharaonenfamilie Kraft und Unbesiegbarkeit gaben. Wir sprechen hier von dunklen, tief dunklen Kräften. Im Rahmen meines Beitrages vom 11. Juli 2026 ("Der Fluch des Pharao ist gebannt") bin ich näher darauf eingegangen, auch dass diese Seelen durch die positive Entwicklung der Menschheit befreit werden konnten.

Es ist kein Zufall, dass eine niedere Nationalität sich in scheinbar ganz platten Phänomenen wie dem Stechschritt der Soldaten bei einer Parade zeigt, wie wir sie beispielsweise jedes Jahr in Moskau anlässlich der großen Militärparade zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland zu sehen bekommen. Die Verwandtschaft zwischen niederer nationaler Gesinnung und niederer Sexualität zeigt sich - man mag diese Offensichtlichkeit kaum glauben - in dieser stechenden Bewegung beim Marschieren, stramm und steif, die einem männlichen Verhalten im Sexualakt entspricht, Bewegung ohne jedes Gefühl, Hauptsache stramm und steif. Wobei gesagt werden muss, dass es nicht von vornherein die einfachen Soldaten sind, die wir meist im Fernsehen marschieren sehen, auf die das zutrifft. Sie sind nur Befehlsempfänger derer, die auf den Tribünen sitzen, diese Gefühllosigkeit praktizieren und ihnen untergebene Menschen aufgrund ihrer Machtbefugnis veranlassen, sich so geben zu müssen. Die Geschichte, gerade auch die des Nationalsozialismus, zeigt, dass sie das mit Erfolg taten, wenn auch nie mit endgültigem.

Diese Zeiten sind zunehmend vorbei, weil immer mehr Menschen sich dem Christuslicht öffnen, wenn das auch vielfach noch unbewusst geschieht. Es kommt auch die Zeit, und sie ist nicht mehr fern - und es gilt vor allem auch erfreulicherweise für Deutschland -, dass Menschen mit ihrer Heimat auf eine Weise verbunden sind, dass sie deren Bestimmung im Rahmen ihres Menschseins auf der Erde erkennen werden. Damit wird auch verbunden sein, dass sie zunehmend eine spirituelle Nationalität und heilige Sexualität leben werden, wie ich sie in einem Video (Link s. unten) angesprochen habe, eine Sexualität wie sie Maria Magdalena und Jesus lebten, ein Tatbestand, den die Kirche nicht mehr lange wird vergessen machen können.
Dann wird auch die Aufgabe Deutschlands offen zu Tage treten können, die darin besteht, den Westen, den ein Rudolf Steiner der ahrimanischen Einflusssphäre zuordnen würde, und den Osten, die Sphäre Luzifers, einerseits auf Distanz zu halten und zugleich zwischen beiden Sphären zu vermitteln.

Die Position der Mitte einzunehmen, kennen wir aus der Philosophie des Aristoteles; es geht darum zu lernen, mit Tugenden und ihren Extremen angemessen umzugehen.
Auch in der Lehre Rudolf Steiners spielt die Mitte - wie vorhin angedeutet - eine wesentliche Rolle, denn bei ihm ist Christus die Mitte und links und rechts befinden sich Ahriman und Luzifer, die den Menschen fortwährend versuchen, auf ihre Seite zu ziehen. Die wesentliche Aufgabe des Menschen aber ist es, immer wieder zu Christus zu finden, er ist Mitte und Sinn des Lebens und möge auch unser inneres Zentrum sein, was im Zusammenhang mit unserem spezifischen Leben auf der Erde deshalb nicht so einfach ist, weil wir zwangsläufig, wenn wir uns beispielsweise im Bereich der Technik bewegen, uns in ahrimanischen Gefilden befinden, wenn wir aber spirituell unterwegs sind, auch hier des "Guten" zu viel tun können und in den stets offenen Armen Luzifers landen, der uns gern glauben machen will, er sei der wahre Christus.
Von den Gefahren in Zusammenhang mit der Künstlichen Energie ganz zu schweigen. Manche Esoteriker wollen ja glauben machen, KI sei eigentlich neutral, man müsse sie nur richtig einsetzen. Sie verkennen aber ganz offensichtlich, dass die KI eben keine neutrale Energie ist, sondern eine sehr mächtige dunkle Macht sich hinter ihr verbirgt, die sich mit zahllosen Gehilfen auf die Menschheit stürzt.

Wenn jemand fragen möchte, wie es Deutschland gelingen könne, bei seiner Größe und militärischen Macht, die ihm von der geistigen Welt zugewiesene Aufgabe zu erfüllen, zwischen dem Westen und dem Osten zu vermitteln, so möchte ich sagen, dass die Golgatha-Symbolik die Antwort gibt: Liebe, diese Energie des Kreuzes in der Mitte, überwindet die Gefahr, einer Seite zu verfallen; zugleich ist sie ein machtvoller Schutz gegen Angriffe, wenn sie von einer gewissen Anzahl von Seelen unterstützt wird und sie vermag die bisher so gültige Dominanz der Materie, auch, weil sie diese nicht ablehnt, sondern durchzieht und verwandelt, überwinden.

Die Symbolik von Golgatha geht, was unsere Realität betrifft, noch weiter:
Wir lesen in Lukas 23, dass zwei Verbrecher mit Jesus Christus gekreuzigt wurden. Der eine lästerte über Jesus, der andere wies aber das Lästermaul zurecht, weil er die Wahrheit in Bezug auf Christus erkannte. Zwei Verbrecher also, der eine verstockt, der andere aber mit offener Seele.

Für mich entspricht das insofern der Realität unserer Erde, als ich den amerikanischen Weg als fernab jeder wahren geistigen Erkenntnis empfinde. In der Politik geht es nur noch um Deals und der Einfluss der sieben größten US-Techfirmen - sie sind ja auch weltweit die größten, nämlich Google, Apple, Nvidia, Meta, Tesla, Amazon und Microsoft - nimmt ständig zu und das Kapital der Erde kumuliert bei ihnen. Sie lassen sich in keine Schranken weisen und machen, was ihnen das Goldene Kalb befiehlt. Menschlichkeit spielt keine Rolle. CEOs wie Mark Zuckerberg von Meta, Jeff Bezos von Amazon, Sundar Pichai von Google oder natürlich auch Elon Musk sind Marionetten Mammons, auch wenn sie sich subjektiv frei vorkommen.
Sie und der amerikanische Weg entsprechen jenem Verbrecher am Kreuz, der keine Einsicht zeigt und Gott lästert.
Obwohl ich Putin für einen der größten Verbrecher der Weltgeschichte und eine schreckliche Mörderseele halte, die im Moment die östliche Hemisphäre sehr abdunkelt und glaube, dass das russische Volk sich in dieser Zeit selbst karmisch sehr belastet, weil es fast ohne Gegenwehr Putin gewähren lässt, so halte ich den Osten, also die Menschen, die dort leben, gleich jenem Schächer, der spirituell zu empfinden vermag. 
Ich glaube Vergleichbares auch von den Menschen des Ostens, weil ihre Seelen meines Erachtens tief in ihrem Inneren mystischen Empfindens fähig sind, unabhängig von der Dekadenz der russisch-orthodoxen Kirche. Dass das russische Volk einiges aufzuarbeiten haben wird und dass das nicht ohne Schmerzen abgeht, davon bin ich überzeugt. Dennoch wird sich in nicht allzu weiter Ferne die deutsche Seele und der russisch- slawische Raum spirituell verbinden; so stellt es sich jedenfalls mir dar.

Deutschland kann seinen Beitrag hierzu leisten, wenn es das Land der reinen Herzen wird.
Dazu ggf. in einem noch zu schreibenden Buch mehr. Es könnte überschrieben sein:

"Ins Kristall bald dein Fall - ins Kristall!"
Das spirituelle Vermächtnis Deutschlands.

So wie dem Studenten in E.T.A. Hoffmanns Goldenem Topf, der auf dem Marktplatz den Korb einer Hexe voller Äpfel und Kuchen umrennt und von dieser zeternd zu hören bekommt: "Ins Kristall bald dein Fall - ins Kristall!", so könnte eine ständig sich vermehrende Zahl von Menschen in Deutschland Zelle um Zelle ihrer Körper in kristallines Licht verwandeln und damit ihre Seelen zum Leuchten bringen. Wieder einmal hätte ein Märchen vorweggenommen, was geschehen wird. Vor diesem zukünftigen Leuchten werden die dunklen Kräfte, kommen sie aus Osten oder Westen zurückschrecken!
Hoffmann von Fallersleben hat diese Entwicklung angedeutet, wenn in der ersten und letzten Strophe des Liedes der Deutschen Brüderlichkeit angesprochen ist und als Tugend im Mittelpunkt steht.  
Doch ist Brüderlichkeit weit mehr als eine Tugend. Sie ist eine geistige Haltung und wenn man von Tugend sprechen mag, dann ist es eine kosmische.


🌟

PS.

Das Lied der Deutschen

Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang –
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang!

Einigkeit und Recht und Freiheit
Für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle streben
Brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
Sind des Glückes Unterpfand[3] –
Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland!


PPS.
https://www.youtube.com/watch?v=CcFyykpoJrk

Mittwoch, 22. April 2026

Fluch und Segen der Theosophie / Anthroposophie - deren grundlegendes Dilemma

Es wird kaum einen Anthroposophen geben, der nicht den Worten Rudolf Steiners aus der GA 93 zustimmen wird:
(Die theosophische Bewegung) bereitet auf geistigem Gebiet vor, was später auf dem physischen Plan geschehen wird: die Wiedervereinigung der Geschlechter. Auch die geteilte Weisheit muss wieder in die eine göttliche Weisheit zusammenfließen. Im Menschen muss durch die theosophische Weisheit ein Ausgleich gefunden werden zwischen der religiösen Priesterweisheit und der freimaurerischen Weisheit. Die Weisheit der Zukunft muss geholt werden aus dem höheren Menschen heraus, der in beiden Menschen gleich lebt, dem weiblichen und dem männlichen. Das zu entwickeln, worauf es ankommt, worauf der physische Plan gar keinen Einfluss mehr hat, das ist der Zweck der theosophischen Bewegung. Die Theosophie ist tatsächlich die männlich-weibliche Weisheit, die für beide Geschlechter gleich gültige Weisheit. Durch die Lehre von der Reinkarnation erkennt man, dass dasjenige, was bei jeder neuen Wiederverkörperung zum Ausdruck kommt, nicht die Persönlichkeit des jeweiligen Erdenlebens ist, sondern dass der Kausalkörper, die Entelechie, sich geschlechtslos aufbaut.
Wenn wir uns dieser bewusst werden, so lebt in uns geistig auf, was über dem Geschlechtlichen steht, was unabhängig ist von dem, worauf sich die Gegnerschaft der beiden Strömungen [also der weiblichen Priesterweisheit und der männlichen Kainsweisheit] gegründet hat. So ist die Theosophie die ausgleichende Bewegung, und sie allein kann den Ausgleich herbeiführen. Erst in der Theosophie kann man von einem Okkultismus sprechen, der beide Geschlechter gleichmäßig angeht. Nur von da aus kann man sich einen wirklichen Ausgleich zwischen beiden Geschlechtern denken. Nur die theosophische Bewegung kann das vollziehen.
Auch jemand, der der anthroposophischen Bewegung nicht angehört oder sich nicht dezidiert als Theosophen bezeichnet, wird Obigen zustimmen, wenn wir unter Theosophie das verstehen, was der Begriff wiedergibt: ein Bewusstsein, das sich in der Weisheit des Göttlichen gründet, das also die Gegnerschaft zwischen Männlichem und Weiblichem überwindet, die sich in der Wirklichkeit der Erde manifestiert hat und zu einem Miteinander beider Geschlechter kommt, was nicht bedeutet, dass ständig ein Pari-Zustand zwischen Männlichem und Weiblichem existiert, dass aber insgesamt beide Geschlechter sich in Wertschätzung einander ergänzend bereichern und - so Rudolf Steiner - im menschlichen Wesen der Zukunft wieder zueinanderfinden.

Das Dilemma der Steinerschen Gefolgsleute - und ich mache dafür im Übrigen nicht Steiner verantwortlich, denn es wäre Sache seiner Nachfolger gewesen, die Thematik mit der realen physisch-materiellen Welt zu verbinden - ist, dass wunderbar über das Geschlechtliche, über die Kains- und Abelströmung gesprochen werden kann und auch wird, dass aber über die Realisierung des Geschlechtlichen in der Wirklichkeit der Menschen, also einer gelebten Sexualität in all ihren Facetten, einer wunderbaren und zugleich oft so schwierigen Körperlichkeit, nicht gesprochen wird.

Das Dilemma von Faust und Margarete ist auf dem Theater zugelassen und 
wird immer wieder regelmäßig in Aufführungen beifällig von der anthroposophischen Community bewundert, aber die reale Körperlichkeit bleibt, sieht man die Beiträge im Rahmen der Anthroposophie an, außen vor - das Bett als Möglichkeit, den Körper dort zur Meditation niederzulassen - das war´s dann. 

Dass damit die gesamte Anthroposophie ein Opfer ahrimanischen und luziferischen Ansinnens wird, die beide das Geschlechtliche aus unterschiedlichen Gründen aus der menschlichen Wirklichkeit eliminiert sehen möchten - das zu sehen wird sich standhaft geweigert. Dass mein zweiter Beitrag auf der Facebookgruppe "Freie Anthroposophie. Anthroposophie libre. Free anthroposophy" gelöscht und mein Profil dort blockiert wurde, steht ja nur für ein diesbezügliches Gesamtverhalten (siehe mein Beitrag vom 30. März diesen Jahres).
Öffnet sich die Anthroposophie hinsichtlich der Bedeutung des Sexuellen, das für Steiner durch Golgatha der zweite Logos wurde, wie er selbst äußerte (siehe Beitrag vom 27. März) nicht der Realität der Erde, wird diese Bewegung in dieser Form untergehen; sie muss es, damit Erde und Himmel sich wirklich verbinden und nicht nur der Himmel mit dem Himmel, der in Wahrheit luziferisch-ahrimanisch-anthroposophisch-theosophische Himmel mit dem göttlichen Himmel, der doch voller Sehnsucht auf die Vereinigung mit der Erde wartet, wovon schon Eichendorff in "Mondnacht" träumte:

Freitag, 3. April 2026

Die Zeit, da Anthroposophen Hüter und Multiplikatoren mephistophelischer Sexualität waren, geht zu Ende! Wenn auch noch zögerlich ...

Rudolf Steiner hat 1912 in mehreren Vorträgen sehr deutlich betont, dass Sexualität und Liebe nichts miteinander zu tun haben

In diesen Vorträgen sind ihm meines Erachtens von dunkelgeistigen Kräften die Augen zugehalten worden, ja, die Energie dieser Kräfte griff deutlich auf ihn über, wenn man den zum Teil rigiden Ton wahrnimmt, mit dem er eine falsche Sicht in Bezug auf das Verhältnis von Sexualität und Liebe vermitteln wollte, nämlich dass beide nichts miteinander zu tun hätten (Textstellen s. Link unten). 

Es geht nicht um eine Be- bzw. Verurteilung dessen, was Steiner hier anrichtete, und ich persönlich stelle für mich auch nicht im Geringsten Steiners Wirken infrage, eher macht ihn mir das sympathischer, weil es menschlich ist. Wir wissen, wie intensiv selbst Jesus und mit ihm der Gottessohn in der berühmten Versuchung angegriffen worden sind. Und welche Macht hier unterwegs ist, zeigt sich, dass hundert Jahre lang die anthroposophische Bewegung nicht in der Lage war, Steiners 1912 geäußerte Sicht richtigzustellen und auf seine Aussage 1923 zu verweisen:
was in der Sexualität ursprünglich lebt, ist durchdrungen von der geistige Liebe. Sie ist jene, die aus geistiger Sicht Gültigkeit hat.

Colibris Colibris alias Jean Bon, der Admin der Facebook-Gruppe "Freie Anthroposophie. Anthroposophie libre ...", hat in der Auseinandersetzung über die Löschung meines zweiten Beitrages (hier eingestellt am 30. März) als deren Grund angegeben: 
Dieser Post habe ich bewusst gelöscht. Freie Anthroposophie bedeutet nicht alles posten, sondern aufpassen. (...) Die Gefahren und Widersacher sind überall da und lauern auf jeder Möglickeit die Anthropsophie zu korrumpieren. (...) Den zweiten habe ich gelöscht, da es zu weit in den Irrtum ging und Johannes Klinkmüller hat ohne meine Fragen zu beantworten weiterhin sein Unfung treiben wollen. Wenn einige von Euch denken dass das 2. Logos die Sexualität ist, denn bitte können sie sich an derjeniger der diese These verbreitet weiter wanden, aber nicht mehr hier. Liebe und herzliche Grüße.
Aus dem gelöschten Beitrag geht eigentlich deutlich hervor, dass ich nur Steiner wiedergebe und jener es war, der vermittelte, dass (mit Golgatha) das Sexuelle der zweite Logos wurde, also der Sohn, Christus (Textstellen s. Link unten).

Im Grunde hat Jean Bon nicht nur meinen Beitrag, sondern die Ansicht Steiners, 1905 geäußert, gelöscht, die zum Verständnis des Sexuellen so wichtig ist und auf jene von 1923 im Grunde vorverweist.

Und wie wichtig es Jean Bon war, der mephistophelischen Sicht auf das Sexuelle, wie ich sie in der Facebook-Gruppe und hier in meinem am 27. März veröffentlichten angesprochen habe, zum Sieg zu verhelfen, die bekanntlich ein Feind der sexuellen Liebe ist, macht deutlich, dass er im Rahmen dieses in seiner Gruppe veröffentlichten Beitrages (überschrieben "Warum Anthroposophen nicht zu Christus, zum Christusbewusstsein gelangen") unter vier verschiedenen Kommentaren den Kommentierenden in jeweils ausführlichem Auszug die Sicht Steiners von 1912 entgegenhielt, die der Entgeistung des Sexuellen das Wort redet.

Meines Erachtens tobt gerade auf der geistigen Ebene ein Kampf, in dem es darum geht, die Sexualität aus mephistophelischer Geiselhaft zu befreien, über die ich in meinen Beiträgen geschrieben habe und auf die Steiner im Zusammenhang mit seiner Besprechung des "Faust" eingeht. 

Das Sexuelle, wenn es befreit ist, führt zu Christus. Das ist eine Sicht, der sich die Anthroposophie über 100 Jahre verweigert hat, indem sie nicht darüber sprach, wiewohl es mit zum Fundamentalsten gehört, was Steiner geäußert hat. Die ernst zu nehmenden Aussagen Steiners von 1905 und 1923 (siehe Link) weisen eindeutig darauf hin, dass das Sexuelle, dass Sexualität von ihrem Ursprung her mit geistiger Liebe verbunden ist und dass es gilt, dieses Bewusstsein wieder freizulegen.


Wenn Jean Bon mir in einem Kommentar schreibt: Das sexuelle wird in der Zukunft nicht mehr geben und dies zum Glück. Es wird nur noch den Christus geben., dann zeigt sich in seinen Worten - "und dies zum Glück" - die ganze Crux einer in Bezug auf das Sexuelle blockierten Anthroposophie, denn nicht das zukünftige Verschwinden des Sexuellen ist ein Glück, sondern seine reale Existenz. Das Sexuelle wurde Christus, wie Steiner schreibt, es führt uns zu Christus, es ist Christus, weil es aus geistiger Liebe geboren ist.
 
Klar, Sexualität kann für die Seele tödlich sein, wenn sie missbraucht wird, darauf weist Steiner hin, und wir werden gerade in unseren Tagen Zeugen dafür, dass das innerhalb der Menschheit tatsächlich geschieht. Umso wichtiger wäre es, wenn die Anthroposophie endlich aufsteht und die wahre Bedeutung der Sexualität und des Sexuellen für die seelische Entwicklung des Menschen bekundet.

In der Anthroposophie gibt es Kräfte, die im Banne Ahrimans sind und das verhindern wollen; Jean Bon gehört dazu und beeinflusst leider über 3000 Mitglieder der von ihm geleiteten Gruppe. Mittlerweile hat er die Frau, die in einem Beitrag nachfragte, wie die Löschung meines zweiten Beitrages mit einer ´Freien Anthroposophie´ vereinbar sei, ebenfalls ausgeschlossen. Viele Kommentare haben mir gezeigt, dass die Auffassung Steiners zum Sexuellen, zur Sexualität gar nicht zur Kenntnis genommen wird. Eine Sexualität, die die geistige Entwicklung des Menschen unterstützt: noch sind dafür recht wenige offen.

Befreite Sexualität bedeutet - darauf weist bekanntlich Maria Magdalena in ihrem "Manuskript" hin, dass die lunare und solare Schlange im Menschen aufsteigen, dass Männliches und Weibliches miteinander im Gespräch sind: in unserem Leben haben Männliches und Weibliches nicht immer die gleiche Bedeutung. Je nach Lebenssituation ist das eine oder das andere gefordert. Aber sie sind im Austausch, unterstützen sich, geben sich Kraft, so wie es im realen Leben zwischen Mann und Frau auch sein soll.
Heilsame Sexualität hat zur Folge, dass der Ätherleib immer stärker, immer leuchtender, immer lichter wird, bis er von innig-geistiger Liebe erstrahlt. Es geht darum, dass diese Energie den Menschen ergreift und ob das mittels körperlicher, heiliger Liebe geschieht - zweifellos überfordert Magdalenas Sicht noch den ein oder anderen erheblich - oder durch Übungen für den Ätherleib und den Aufstieg der Schlangen, wie sie in Tom Kenyons und Judi Sions "Das Manuskript der Magdalena" angeboten werden oder auf andere Weisen, die zu Christus führen, ist in meinen Augen drittrangig. 
Entscheidend ist, dass wir uns auf dem Christus-Weg befinden.

Wir leben in einer Zeit, in der die Geistige Welt unser Augenmerk auf die Bedeutung des Sexuellen, der Sexualität richtet. Manche setzt das ungeheuer unter Druck und die geistige Enge, die damit zusammenhängt, kann viele Ursachen haben; sie können in früheren Leben liegen oder auch vorwiegend in der familiären Sozialisation, in beidem zugleich und noch manchem anderen. In jedem Fall müssen wir Ahriman und Luzifer am Werk sehen. 

Ich möchte allen Menschen viel Mut wünschen, ihre Lebensenergie, ihre sexuelle Energie zu stärken und ihrem Ätherleib die gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, ruht doch in seiner Tiefe die Liebe.





Dienstag, 10. März 2026

´Sehendes Denken´ und aktuelles Zeitgeschehen

In diesen Zeiten, in denen so viele Gedankenfetzen durch die Lüfte fliegen und in vielen Menschen landen, von denen doch die meisten gar nicht reflektieren, dass sie im Grunde die ganze Zeit gedacht werden, ist es ungeheuer wichtig, immer wieder zu überprüfen, ob ich gedacht werde oder selbstverantwortlich denke. Die berühmte Tempelreinigung muss immer wieder auch in unserem Kopf als Kopfreinigung stattfinden, denn es gab wohl kaum eine Zeit, in der so viel klebrig-dunkle Gedankenfetzen durch die mentalen Lüfte flogen, wo doch auch ganze Industrien, Fabriken, Menschenbatterien, bevorzugt aus Russland, Tag für Tag Falschmeldungen streuen und Menschen dafür bezahlt werden, dass sie täglich ein bestimmtes Quantum an Falschheiten in den diversen Medien platzieren.

Doch geht es nicht nur um diese massenhaften Falschheiten; es geht auch darum, wie viele spirituelle Menschen die 3-D-Ebene mit entsprechenden Gedanken bedienen und meinen, sie müssten das Arsenal an Gedanken zum Iran-Krieg, zu Epstein und diversen Konflikten erweitern.
Es gibt Zeitgenossen, die ziehen sich aus allem zurück und meiden sozusagen den Kontakt mit der 3. Dimension, sprich dem Abgesunkenen, Bösen. Für mich ist das der falsche Weg. Ich persönlich informiere mich über das Notwendigste, soweit ich das beurteilen kann. Nur über das Notwendigste deshalb, weil ich wahrnehme, dass es kaum einen höheren Grad an seelischer Verseuchung gibt als beispielsweise den, der durch die Beschäftigung mit Epstein und den entsprechenden Files geschieht. Unglaublich, was in die Seele einsickert, wenn man immer wieder Artikel dazu liest und womöglich entsprechenden Gedanken in einem selbst eine Weile freien Lauf lässt.
Gewiss ist es eine Gratwanderung, das richtige Maß hier zu finden. Helfen kann meines Erachtens die Orientierung an dem, was ein Steiner ´reines Denken´ oder ´Herzdenken´ nannte, ja auch ´sehendes Denken´:
Das Sonnenhafte, das der Mensch durch lange Zeiten nur aus dem Kosmos in sich aufnahm, wird im Innern der Seele leuchtend werden. Der Mensch wird von einer «inneren Sonne» sprechen lernen. Er wird sich deshalb in seinem Leben zwischen Geburt und Tod nicht weniger als Erdenwesen wissen; aber er wird das auf der Erde wandelnde eigene Wesen als sonnengeführt erkennen. Er wird als Wahrheit empfinden lernen, daß ihn im Innern eine Wesenheit in ein Licht stellt, das zwar auf das Erdendasein leuchtet, aber nicht in diesem entzündet wird. Von dieser Tatsache, daß die Ideen des Menschen nicht nur «denkend» bleiben, sondern im Denken «sehend» werden, hängt unermeßlich viel ab. [GA 26, 67f]
So wichtig ist der Hinweis Steiners und das Bewusstsein, Erdenwesen zu sein. Nur als bewusstes Erdenwesen sind wir in der Lage, sonnengeführt - geführt durch die geistige Sonne! - auf das Erdendasein zu leuchten, damit Menschen sehend werden; zu viele noch lassen ihre Gedanken durch Erdenfeuerwerk illuminieren.

Im Denken sonnengeführt sehend werden! Dann können Ideen ihre Leuchtkraft entfalten!

Achten wir immer wieder darauf, dass unser Denken sonnengeführt ist. Verwechseln wir nicht das Licht Luzifers mit der geistigen Sonne des Christuslichtes. Luzifers Gedanken wirken oft ach so geistvoll. Und vergessen wir auch nicht, Luzifer hält in vielen Kirchen die "geist"vollsten Predigten.
Nur über unseren Wunsch und unser Bedürfnis, zum Kern der Wahrheit vorzudringen, die allein Christus in uns vermittelt, erkennen wir den ahrimanisch trocken-brillanten und meist doch so humorlosen Intellekt und jenen, der oft so geistreich luziferisch herüberkommt.

Insgesamt möchte man gerade Menschen, die ernsthaft spirituell unterwegs sind, empfehlen, immer zu überprüfen, ob eine Veröffentlichung oder ein Kommentar sinnvoll ist. Zu oft provozieren Veröffentlichungen und Kommentare Worte und Gedanken, die unserer Erde nicht guttun!
Sehend Denken! Sehend sprechen! Sehend veröffentlichen!

Mittwoch, 3. September 2025

4. Frage an ChatGPT: Wie unterscheiden sich Ahriman und Luzifer im Werk Rudolf Steiners?

 4. Frage an ChatGPT

(a) Wie unterscheiden sich Ahriman und Luzifer im Werk Rudolf Steiners?
(b) Wie hat Steiner Ahrimanisches und Luziferisches in moderner Kultur oder Politik beschrieben?

zu (a) Wie unterscheiden sich Ahriman und Luzifer im Werk Rudolf Steiners?

Im Werk Rudolf Steiners (besonders in seinen anthroposophischen Vorträgen) spielen Ahriman und Luzifer eine zentrale Rolle als Gegenspieler im Drama der Menschheitsentwicklung. Beide sind für Steiner keine „Teufel“ im klassischen christlichen Sinn, sondern geistige Wesenheiten, die bestimmte Einseitigkeiten verkörpern. Der Mensch entwickelt sich nach Steiner im Spannungsfeld dieser Mächte, und die Christus-Wesenheit nimmt die Rolle des „Mittlers“ ein.

# Grundunterschiede

1. Luzifer
* Verkörpert das Übergeistige, das Maßlose, das zu Frühreife, Verlockende.

* Wirkt auf den Menschen so, dass er über seine naturgemäße Entwicklung hinausstreben möchte.

* Führt zu Schwärmerei, Fanatismus, Illusionen, Weltflucht, aber auch zu künstlerischem Schaffen und Begeisterung.

* Im Mythos verwandt mit dem „Lichtträger“: er verführt den Menschen, „höher sein zu wollen als er ist“.

2. Ahriman
* Verkörpert das Verhärtende, Materialistische, Mechanistische.

* Drängt den Menschen in eine Verabsolutierung der Materie und Technik, in Intellektualismus und Erstarrung.

* Führt zu Kälte, Seelenverhärtung, Nihilismus, aber auch zu wissenschaftlicher Klarheit und Strenge.

* Im Mythos verwandt mit dem persischen Angra Mainyu, dem „Gegen-Geist“ zur lichtvollen Weltordnung.

# Im Zusammenspiel

* Luzifer zieht den Menschen „zu hoch“ (geistige Übersteigerung),

* Ahriman zieht ihn „zu tief“ (Verhaftung in Materie und Intellekt).

* Der Christus steht nach Steiner in der Mitte und ermöglicht die Balance: eine harmonische Entwicklung, die weder in luziferische Illusion noch in ahrimanische Verhärtung verfällt.

# Bildlich gesprochen



* Luzifer ist die Verführung zum Traumhaften, Überirdischen, Schwärmerischen.

* Ahriman ist die Verführung zum Trockenen, Kalten, Rechnerischen.

* Der Mensch steht zwischen beiden Polen und soll durch Christus lernen, Freiheit und Liebe zu entwickeln.

👉 Manche Anthroposophen stellen es so dar: Luzifer wirkt in Kunst, Religion und Mystik, Ahriman in Technik, Wissenschaft und Bürokratie – beides notwendig, aber gefährlich, wenn es einseitig wird.


zu (b) Wie hat Steiner Ahrimanisches und Luziferisches in moderner Kultur oder Politik beschrieben?

Rudolf Steiner hat das Luziferische und das Ahrimanische als zwei einseitige, aber zugleich notwendige Gegenkräfte in der Welt beschrieben. Sie stehen im Spannungsfeld zwischen der christlich-michaelischen Mitte, die den gesunden Weg für die Menschheit darstellen soll.

# Luziferisches Wesen: Das Luziferische führt zur Übersteigerung von Phantasie, Vision, Mystik und subjektiver Innerlichkeit.

* In Kultur: Steiner beschreibt luziferische Impulse in übersteigerter Religiosität, Schwärmerei, in esoterischem Hochmut oder in Strömungen, die sich von der Erde abwenden und nur „geistig“ schweben wollen.
* In Politik: Das zeigte sich für ihn etwa in utopischen Ideologien, die Menschen in Gemeinschaften hineinziehen wollen, ohne Rücksicht auf die irdische Realität. Auch in Bewegungen, die das individuelle Ich zu sehr verherrlichen, sah er luziferische Tendenzen.

# Ahrimanisches Wesen: Das Ahrimanische ist das Erstarren ins Materielle, Technische, Kalte, in Intellektualismus und Skepsis.

* In Kultur: Steiner sah Ahrimans Einfluss in materialistischer Wissenschaft, einseitiger Technikverehrung, rein mechanischem Denken, aber auch in übermäßigem Bürokratismus.
* In Politik: Ahrimanisch sind für Steiner Systeme, die Menschen als bloße Zahnräder in einer Maschine betrachten: mechanisierte Verwaltung, technokratische Politik, staatliche Überkontrolle. Auch eine kalte, berechnende Diplomatie oder Machtpolitik beschrieb er als ahrimanisch.

# In der Moderne (Steiners Sicht)
 Steiner warnte davor, dass die Moderne beides stark hervorbringe:

* Luziferisch in Bewegungen, die den Menschen von der Erde wegheben (z. B. abstrakte Utopien, Ideologien, die auf übersinnliche Entrückung ohne Erdverbundenheit setzen).
* Ahrimanisch in der sich verstärkenden Technisierung, im materialistischen Weltbild und in politischen Tendenzen, die das Individuum in Massenorganisationen auflösen.

Seine Aufgabe der Geisteswissenschaft war es, das Bewusstsein für beide Extreme zu schärfen und eine „christliche Mitte“ anzustreben, in der Freiheit, Verantwortung und Liebe als ausgleichende Kräfte wirken.

PS:
Es ist wichtig zu wissen, was KI zu leisten vermag und was sie in Zukunft wird leisten können, um sie überhaupt im Alltag identifizieren zu können. Das ist auch der Grund, warum ich hier mit ChatGPT - und es gibt ja mittlerweile noch viele andere Bots, nicht nur ChatGPT - ein wenig experimentiere. Als nächstes werde ich die Antwort auf die Frage „Ist es nicht schädlich für die Seele von Menschen, wenn beispielsweise in Altenheimen ältere Menschen sich mit Sozialrobotern unterhalten, die doch keine Seele haben?“ veröffentlichen und es ist verblüffend, wie aufgeschlossen und kritisch dieses System reagieren kann - fast scheint ein fühlender Mensch dahinterzustecken. 
Und keine Frage: ChatGPT und andere Bots werden wunderbar spirituelle Fragen beantworten können  …
Wie also gehe ich mit der KI um? Wie kann ich sie identifizieren? Wie kann ich sie ggf. spirituell nutzen? Via Internet werden ja auch sehr ernsthafte spirituelle Beiträge transportiert - es wird also ein - Rudolf Steiner würde es so bezeichnen - ahrimanisches Medium wie das Internet verwendet und zweckentfremdet, sehr zum Ärger dieser Energie namens Ahriman (wenn er auch auf dieser Ebene immer sehr leicht dazwischenfunken kann).
Das kann auch ein Hinweis sein, wie spirituell orientierte Menschen mit der KI umgehen - vergessen wir nicht: Wir stehen ganz am Anfang einer Entwicklung, die noch viele Überraschungen für uns bereithält …
Oberstes Gebot ist natürlich Wachsamkeit, Achtsamkeit! Wenn man auf der Ebene Ahrimans - oder andere würden von Archonten sprechen -  agiert, bewegt man sich wie auf superglattem Eis - das darf man nie vergessen. 
Und man darf nicht vergessen: Hinter der Antwort auf die vorliegende 4. Frage verbirgt sich eine bestimmte Energie - das muss man immer bedenken, wenn man den Inhalt rezipiert !!

Freitag, 11. Juli 2025

Die dritte Reue Sophias und Psalm 70 - Spiritualität darf kein Ersatz für gelebte 3-D-Realität sein.

  • Spiritualität darf kein Ersatz für gelebte 3-D-Realität sein.
  • Vorsicht vor dem Licht Luzifers - es ist nicht das göttliche Licht ´Ain Soph Or´.

Die ersten beiden Reuegesänge der Sophia haben durch ihre Wortwahl deutlich gemacht, wie angegriffen ihre Seele ist durch das vergangene Geschehen, schließlich ist sie auf der Ebene des Chaos gelandet.
Wie sie in diese Situation kam, habe ich in dem Auszug, der sich auf meinem Blog Wortbrunnen befindet, wiedergegeben, was also sie zu der ersten und den folgenden Reuen veranlasst hat. Deutlich wird hier, dass Sophia eigentlich etwas wollte, was jeder, der spirituell unterwegs ist und eine höhere Lichtqualität anstrebt, auch tun würde: Sie erahnte die übergroße Lichtrealität des Ain Soph Or, des wahren göttlichen Lichtes, zwar nur hinter einem Schleier, aber dieser Eindruck muss dennoch so gewaltig gewesen sein, dass sie - um es etwas flapsig auszudrücken - alles stehen und liegen ließ und nur noch dieses Licht anstrebte.

Zugleich aber wird deutlich, worin für mich, wenn ich es denn einmal bewerten möchte, ein entscheidender Fehler liegt, der zu jener fast ausweglos scheinenden Situation führte, in der sie sich während ihrer Reuegesänge befindet: 
Und sie hörte auf, das Mysterium des Dreizehnten Äons zu vollführen und sang stattdessen Loblieder an das Licht der Höhe, welches sie im Licht des Schleiers der Schatzkammer des Lichts gesehen hatte.
Sie wollte nur noch in die Höhe und noch einmal wird im weiteren Verlauf darauf verwiesen, dass sie aufgehört hatte, ihr Mysterium zu vollziehen; stattdessen seufzte sie fortwährend und suchte nach dem Licht …

Gewiss ist es nicht falsch, nach dem Licht zu suchen, aber man darf dabei den Weg der Mitte nicht verlassen und der besteht in einer angemessenen Ausgewogenheit zwischen links und rechts, zwischen weiblichem und männlichem Verhalten, zwischen der Existenz auf 3 D und höherer Dimension.

Sophias Fehler, wenn man es so bezeichnen will, besteht also in der Tatsache dass sie ihre Arbeit auf der Ebene des Dreizehnten Äon eingestellt hat. Das Dreizehnte Äon ist ihre Heimat, dort wirkt sie, lebt sie, arbeitet sie. Indem sie ihr Wirken, ihr Arbeiten dort einstellt, macht sie einen entscheidenden Fehler, den wir als Menschen genauso machen können und deshalb ist es mir wichtig, ihn aufzugreifen und zu benennen:
Selbst wenn wir nach Höherem streben, dürfen wir nicht unsere Basis, unser Fundament, unser Wirken auf der 3-D-Ebene, unserer alltäglichen Realität also, einstellen beziehungsweise vernachlässigen. Rudolf Steiner würde sagen dass wir ansonsten ein Opfer Luzifers würden. Das ist dann der Fall, wenn Menschen fast nur noch in Spirituellem schwelgen, sei es, womöglich sich nur noch über Entsprechendes unterhalten oder sich mit entsprechenden Themen beschäftigen. Das ist absolut ungesund und führt dazu, wie es bei Sophia der Fall war, dass die Kräfte der Unterscheidung, die uns durch unsere Erfahrungen auf der 3-D-Ebene zur Verfügung stehen und dadurch überhaupt erst gebildet und geschult werden, dass diese Kräfte der Unterscheidung also uns verloren gehen. Dann hat Luzifer ein leichtes Spiel mit uns, er führt uns problemlos an der Nase herum und an der Christusebene vorbei - das ist sein Ziel, sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken, sein Licht als das wahre Licht auszugeben und die Menschen Christus vergessen zu machen. Solche Menschen fallen ohne es zu merken, der Energie der Archonten anheim, vergöttern das falsche Licht.
Wenn Menschen in diesem Bewusstsein sterben, werden sie in der geistigen Welt höchste Schwierigkeiten haben zu erkennen, wo sie sich befinden und wie geistig vertrackt ihre Situation ist. Das kann dazu führen, dass weitere Leben mit diesem geistig in die Irre führenden Hintergrund folgen.

Ich habe bereits darauf verwiesen, dass das Folgende auf Befehl des Ersten Mysteriums, also im Grunde vor allem der Vaterebene geschieht. Aber auch aufgrund ihres Seufzens und den Umständen ihrer Suche erkennt Sophia nicht, wer hinter dem Löwengesicht sich verbirgt, Authades, Gott Selbst-Wille nämlich.

Ich vermute, dass viele von uns schon in früheren Leben diese Sophia-Erfahrung gemacht haben, vielleicht, ja wahrscheinlich sogar mehrfach. Nie hört diese mephistophelische Kraft freiwillig auf zu wirken!

Nun aber zum Beginn der dritten Reue Sophias:
Jesus lobt Petrus aufgrund seiner Erkenntnis - jener brachte den 71. Psalm ein (siehe 2. Reue) - und wendet sich dann auch den anderen Jüngerinnen und Jüngern zu, ihnen versichernd, dass er sie mit Geist erfüllen werde, so dass sie vollendet in den göttlichen Königreichen genannt werden sollen. 
Und Amen, Amen, ich sage euch: Ich werde euch mit allen Mysterien aller Regionen meines Vaters und aller Regionen des Ersten Mysteriums [vor allem der göttlichen Vaterebene also] ausstatten, so dass, wen immer ihr auf Erden anerkennt, im Licht der Höhe anerkannt sein wird, und wen immer ihr auf Erden ablehnt, im Königreich meines Vaters im Himmel abgelehnt sein wird.
Jesus fährt fort:
„Doch hört nun, und hört genau auf alle Reuen, die Pistis Sophia sprach. Sie fuhr nun fort und äußerte ihre dritte Reue, indem sie sprach:

1 Oh mächtiges Licht, schütze mich und rette mich.
2 Mögen die zunichte werden und in der Finsternis verbleiben, die mein Licht ergreifen wollen. Möge ihnen Chaos gegeben werden und sie beschämt werden, sie, die mich meiner Kraft berauben wollen.
3 Mögen sie geschwind der Finsternis übergeben werden, sie, die mich angreifen und sagen, „Wir haben über sie triumphiert.“
4 Und mögen stattdessen alle, die nach dem Lichte suchen, feiern und sich freuen, und sie, die sich nach deinen Mysterien sehnen, mögen sie für immer sagen: Verherrlicht sei das Mysterium.
5 Rette mich nun, oh Licht: Ich bin meines Lichtes beraubt, denn sie haben es von mir genommen, und ich bedarf meiner Kraft, denn sie haben sie ergriffen. Oh Licht, du bist mein Erlöser und du bist mein Befreier. Oh Licht, rette mich rasch aus diesem Chaos.


Und als Jesus aufgehört hatte, diese Dinge seinen Jüngern zu sagen, sprach er, „Dies ist die dritte Reue von Pistis Sophia.“ Und er sagte zu ihnen, „In wem der wahrnehmende Geist sich regt, der komme nach vorn und erkläre die Lösung dieser Reue von Pistis Sophia“

Und es geschah, bevor Jesus noch zu Ende geredet hatte, dass Martha nach vorne kam, zu seinen Füßen niedersank und sie liebkoste, weinte und in Bescheidenheit sprach, „Mein Herr, zeige mir deine Gnade und habe Mitleid mit mir, und lass mich die Lösung der Reue, die Pistis Sophia gegeben hat, sprechen.“

Und Jesus streckte seine Hand über Martha aus und sprach zu ihr, „Gesegnet ist ein jeder, der Bescheidenheit beweist, denn dieser wird Gnade erhalten. Nun denn, Martha, du bist gesegnet. Gib die Lösung der Reue von Pistis Sophia.“

Martha antwortete sodann und sprach zu Jesus unter den Jüngern, „Inbetreff der Reue, die Pistis Sophia gab, oh mein Herr Jesus, hat deine Lichtkraft einmal durch David im 70. Psalm prophezeit, wo sie sagte:

1 Oh Gott, eilends komme zu meiner Rettung.
2 Lass die beschämt und erniedrigt werden, die nach meiner Seele trachten.
3 Mögen sie zurückgewiesen werden und zuschanden werden, die jetzt über mich lachen, „Ha! Ha!“
4 Lass all jene, die dich zu erhöhen suchen und sich an dir freuen, lass jene, die deine Befreiung lieben, für immer sagen: Möge Gott erhöht werden.
5 Doch ich bin betrübt und elend, oh Gott, komm` doch zu mir. Meine Hilfe und meine Rettung bist du, JHWH, verspäte dich nicht.


Dies ist die Lösung der dritten Reue, welche Pistis Sophia gab, als sie Loblieder an die Höhe sang.“
J.J. und Desiree Hurtak machen im Rahmen der Pistis Sophia an dieser Stelle aufmerksam auf wunderbare Zeilen über Sophia, die Weisheit, zu lesen im Buch der Weisheit, auch Weisheit Salomos genannt, in Kapitel 7 (24ff); diese Zeilen verweisen auf die wahre Weisheit, die gerade dadurch existiert, dass auch sie, Sophia, - auf Veranlassung des Ersten Mysteriums (!) -, so wie wir, Erfahrungen machen muss, so dramatisch und durchdringend, wie wir sie schon im Rahmen der ersten und zweiten Reue vorgefunden haben, Erfahrungen, die auch eine Weisheit sich immer weiter entwickeln lassen:
24 Die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung; / in ihrer Reinheit durchdringt und durchwaltet sie alles.
25 Sie ist ein Hauch der Kraft Gottes / und reiner Ausfluss der Herrlichkeit des Allherrschers; / darum dringt nichts Verunreinigtes in sie ein.
26 Sie ist der Widerschein des ewigen Lichts, / der ungetrübte Spiegel von Gottes Kraft, / das Bild seiner Güte.
27 Sie ist nur eine und vermag doch alles; / ohne sich zu ändern, erneuert sie alles. Von Geschlecht zu Geschlecht tritt sie in heilige Seelen ein / und schafft Freunde Gottes und Propheten;
28 denn Gott liebt nur den, / der mit der Weisheit zusammenwohnt.
29 Sie ist schöner als die Sonne / und übertrifft jedes Sternbild. / Sie erweist sich strahlender als das Licht;
30 denn diesem folgt die Nacht, / doch über die Weisheit siegt keine Schlechtigkeit.

 

Montag, 30. Juni 2025

Gerade der Sommer ist eine wichtige spirituelle Zeit!

Gerade der Sommer und insbesondere der Hochsommer sind eine wichtige spirituelle Zeit, denn, geht es so weiter wie in den vergangenen Jahren, haben die Archonten und alle niederen Kräfte ein leichtes Spiel.
Der Sommer lässt uns im Wasser plantschen, in der Eisdiele sitzen und genüsslich einen Früchtebecher essen oder einfach in der Hängematte abhängen.

Das ist alles vollkommen okay.

Nur vergessen wir nicht: Gerade weil diese Zeit nicht, wie beispielsweise die Adventszeit, uns nach innen einlädt und uns eben eher aushäusig sein lässt, selbst wenn wir zu Hause sind, sind wir gehalten, den inneren Kräfte - unseren eigenen und denen unseres Planeten - Achtsamkeit entgegenzubringen, aufzumerken mit Aufmerksamkeit, ihnen Nahrung zu geben, damit auch in dieser Jahreszeit die Christusenergie stark bleibt. 

Das äußere luziferische Licht will das Christuslicht in seinen Schatten stellen. 
Es liegt an uns, das Christuslicht heller leuchten zu lassen als das äußere Sonnenlicht! 

Das erfordert eine sehr bewusste innere Haltung, ein inneres Tätigsein, das uns aber innerlich sehr stark macht!

Dienstag, 23. Januar 2024

Die Zeit der Rotkäppchen-Mutterenergie ist vorbei!

Wir wissen, dass jede Zeit bestimmte Energien hervorbringt, denken wir nur an die Zeit des Vormärz, die Zeit - in der ein Heinrich Heine lebte und ein Turnvater Jahn, die Zeit also vor der 1848er Märzrevolution in Deutschland - und welche Energie der Wandlung damals vorhanden war, die jene der französischen Revolution nach einer Zeit der Restauration wieder aufnehmen wollte und es auf vielen Feldern auch tat (Wartburgfest, Zollunion, Paulskirche … ) .

Auch heute haben wir wieder eine Energie der Wandlung, aber sie hat sich, was ihre spirituelle Bedeutsamkeit betrifft, mehr ins Innere der Menschen verlagert. Wir erleben einen Wandel im Verhältnis der Männer zu ihrer Männlichkeit und der Frauen zu ihrer Weiblichkeit. Und da die Geschlechter ja im Innern das andere Geschlecht noch zum Teil fast verschämt verborgen tragen, ist das Weibliche auch in mir als Mann vorhanden. Wenn es durch ein Seelentier gespiegelt wird, dann ist es - bei mir ist es jedenfalls so - ein Reh. Jäger und Menschen schauen meistens bekanntlich fast automatisch auf den röhrenden Hirsch, der sich doch im Grunde in seiner ganzen Verwundbarkeit zeigt, wenn er stolz aus dem Wald tritt.
Das Reh tritt ganz unauffällig aus dem Wald und weiß intuitiv, was auf den Feldern sich abspielt und kann die andern warnen oder kann ein Zeichen geben, das alles in Ordnung ist; und das ganz unauffällig, doch wie achtsam! Wo Männer gern eine Show inszenieren, im Zweifel einen Krieg, handelt die weibliche Energie gern im Stillen; es entspricht ihrem Wesen, wenn dies auch heute schwerer erkennbar ist, da das untere Ende der Weiblichkeit zunehmend vulgärer wird und verroht.

Wie mit dem Wolf umgehen?

Wir wissen, wenn eine Energie über ihre Zeit hinaus am Leben gehalten wird, dann besteht die Gefahr, dass sie toxisch wirkt; vielleicht sichert sie im Außen noch Wohl-Stand ab, aber es ist eben ein Stand, der steht, sich nicht mehr bewegt, seelisch nicht, und das - wir wissen es - führt zu Krankheit und Demenz. Es ist ein gewaltiger Unterschied zwischen Wohl-Stand und Wohl-(Er)Gehen.

Deshalb ist es so wichtig, zu erkennen, was es mit der Mutterenergie im Rotkäppchen-Märchen auf sich hat.

Die Mutter gibt Rotkäppchen mit auf den Weg: Mach dich auf, bevor es heiß wird, und wenn du hinauskommst, so geh hübsch sittsam und lauf nicht vom Wege ab, sonst fällst du und zerbrichst das Glas, und die Großmutter hat nichts.

Vor dem Wolf scheint die Mutter ihre Tochter nicht gewarnt zu haben; dennoch weiß Rotkäppchen, dass das Tier, dem es begegnet, ein Wolf ist, spricht es ihn doch mit „Wolf“ an, als er auftaucht. 
Letzterer frisst Rotkäppchen nicht gleich.
Das Raubtier braucht Zeit, um seinen Fress-Plan umzusetzen und sich im Haus der Großmutter einzuquartieren. Auffallend ist, dass ihm kindgemäßes Denken und Fühlen vertraut ist, fast mehr, will es scheinen, als der Mutter:

"Rotkäppchen, sieh einmal die schönen Blumen, die ringsumher stehen. Warum guckst du dich nicht um? Ich glaube, du hörst gar nicht, wie die Vöglein so lieblich singen? Du gehst ja für dich hin, als wenn du zur Schule gingst, und ist so lustig haussen in dem Wald.“

Es ist nicht der Punkt, dass Rotkäppchen auf den Wolf hereinfällt; der Punkt ist, dass die Mutter nicht berücksichtigt, wie ihr Kind tickt, was also im Grunde fast jedes Kindes Fühlen und Empfinden und Auf-die-Welt-Zugehen ausmacht - und eines jeden Menschen, der noch etwas Kind in sich bewahrt hat.

Natürlich verbirgt sich, wenn man auf eine übergeordnete Verständnisebene geht, hinter den Blumen, den Wiesen und dem Wald ein Hinweis auf die Möglichkeiten, die unser Leben als Menschen beinhaltet.

Im Wikipedia-Artikel zu Rotkäppchen finden wir in Kürze vier Interpretationsansätze, die ich hier wiedergebe, die allerdings meiner Ansicht nach am Sinn des Märchens vollkommen vorbeigehen; es sind typisch männlich-intellektuelle Kopfgeburten. Es heißt dort: 
Das Märchen vom Rotkäppchen und dem bösen Wolf kann so interpretiert werden, dass es junge Mädchen vor Übergriffen gewalttätiger Männer warnen soll. Die Moral am Ende des Märchens in der Fassung von Perrault lautet:

„Kinder, insbesondere attraktive, wohlerzogene junge Damen, sollten niemals mit Fremden reden, da sie in diesem Fall sehr wohl die Mahlzeit für einen Wolf abgeben könnten. Ich sage „Wolf“, aber es gibt da verschiedene Arten von Wölfen. Da gibt es solche, die auf charmante, ruhige, höfliche, bescheidene, gefällige und herzliche Art jungen Frauen zu Hause und auf der Straße hinterherlaufen. Und unglückseligerweise sind es gerade diese Wölfe, welche die gefährlichsten von allen sind.“  (…)

Nach dem Psychoanalytiker Bruno Bettelheim geht es in diesem Märchen um den Widerspruch zwischen Lust- und Realitätsprinzip. Rotkäppchen sei einem Kind gleich, das sich bereits mit Pubertätsproblemen herumschlägt, aber die ödipalen Konflikte nicht bewältigt hat. Es benutzt seine Sinne. Damit entsteht das Risiko, verführt zu werden. Anders als bei Hänsel und Gretel, wo ebenfalls Haus und Waldhaus identisch sind, sind Mutter und Großmutter hier zur Bedeutungslosigkeit zusammengeschrumpft, dafür das männliche Prinzip in Wolf und Jäger gespalten.

Für den Psychiater Wolfdietrich Siegmund ermutigt das Märchen zum Durchhalten, wo man sich nicht selbst befreien kann, obwohl man nicht schuld ist. Das sei für depressive Menschen wichtig. Fragwürdig sei, wenn Rotkäppchen in einer modernen Fassung ein Messer dabei hat und von innen den Bauch aufschneidet. 

Die vielen Ebenen der Astralwelt 

Aus seelisch-geistiger Sicht bezieht sich der Weg, den Rotkäppchen geht, auf unseren Lebensweg, und was rechts und links vom Weg sich findet, ist das, was sich uns an Schönheit, Sinnfälligkeit und Lebensgenuss anbietet. Man muss, ja darf es per se nicht negativ sehen, die Schönheiten und Annehmlichkeiten des Lebens sind auch für seelisch und geistig aufgeschlossene Menschen nicht dazu da, als Gegner betrachtet zu werden. Wir wandern in den Bergen, wir gehen gemütlich mit Freunden essen, wir fahren auf dem Jahrmarkt Karussell, schlendern über den Weihnachtsmarkt, machen eine Dampferfahrt auf dem Rhein, grüßen die Loreley. Was wir mit den Sinnen beispielsweise in der Natur erleben, was uns an Materiellem und Physischem gefällt und in uns Freude und Lust auslöst, wird erst dann fragwürdig, wenn Menschen von einem Event zum anderen hecheln, wenn wir nie innehalten, wenn wir nicht lernen wollen, dass wir nicht unbedingt sind, was wir denken, dass wir nicht unbedingt sind, was wir fühlen, sondern dass tief in uns ein Etwas eine Sprache spricht, die wir hören, wenn wir die Türe einer Kirche oder Kapelle öffnen, von innen schließen und bemerken, dass die Geräusche des Tages, des Alltages nur wie von Ferne oder gar nicht mehr an unser Ohr dringen. Vor allem, wenn wir das immer wieder tun, also in unsere eigene innere Kapelle gehen, melden sich Regionen der Seele in uns, die den meisten Menschen womöglich ein Leben lang verborgen bleiben. In unserer inneren Kapelle lernen wir auf Farben, Licht, Töne, Laute und ungewohnte Äußerungen zu achten. Wir sind in der Nähe einer Welt oder bereits in ihr, die man auch als astrale Welt bezeichnet, in christlich-mystischen Begrifflichkeiten sprechen wir von der Ebene des Heiligen Geistes.

Die Astralwelt ist zweigeteilt, wobei die Übergänge fließend sind und sie sich damit als ausgesprochen vielschichtig erweist.

Die niedere Ebene kennen wir in der Literatur aus Fausts Wanderschaft über den Brocken in der Walpurgisnacht, als er Hexen und diversen anderen Wesen begegnet, schlussendlich auch der vorweggenommenen Realität eines toten Gretchen. Wir finden diese Ebene ebenso in Richard Wagners „Tannhäuser“, als jener sich im Venusberg befindet und nur durch marianisches Bewusstsein - Tannhäuser zur Venus, die ihn klammern will:„Mein Heil liegt in Maria“ - herausgelangt, oder finden sie in Joseph von Eichendorffs Novelle „Marmorbild“ in der nächtlichen Begegnung Florios mit der Venus - auch dort heißt sie so. 
Wenn in der Schöpfungsgeschichte der Bibel die oberen Wasser sich von den unteren trennen, dann wird hingewiesen auf diese beiden Ebenen - Faust spricht von den zwei Seelen in der Brust -, und in der spirituellen Entwicklung eines Menschen ist es notwendig, dass ihm bewusst wird, wie sehr die niedere Ebene Menschen einbinden, ja fesseln kann, wie sehr aber auch die höhere Ebene den Menschen befreien kann von Süchten, Abhängigkeiten, Trieben und Verflechtungen, die seine Seele einseitig und damit in negativer Weise an Materielles und Physisches binden, an sein Denken und seine Gefühle und damit an die meist unreflektierte Annahme, das alles sei wirklich sein wahres Wesen.

Die eigentliche Astralwelt erleben wir im Schlaf, wenn Astralleib und Ich des Menschen den Körper verlassen; manche Menschen können dies aus dem Tagesbewusstsein heraus tun, manche tun es mit Hilfe von Mitteln, seien es früher die berühmten Hexensalben oder heute Drogen - wobei die eigentliche Gefahr von letzteren nicht unbedingt in einer körperlichen Abhängigkeit besteht, sondern in dem Einfluss astraler Wesenheiten, für die sich die Seele durch Drogen unkontrolliert öffnet.

Tagsüber sind wir dieser Welt ausgesetzt, in der Regel ohne es zu merken. Es kann unser Ziel sein, ihren Einfluss im Laufe unserer Entwicklung immer mehr wahrzunehmen, etwa in der Tatsache, dass wir merken, dass etwas in uns denkt, in uns fühlt, etwas unseren Willen beeinflusst, was nicht unbedingt uns entspricht, vor allem, wenn uns niedere astrale Wesenheiten in Beschlag genommen haben, was, wenn man sich in der Gesellschaft und auf der Welt umschaut, leider häufig der Fall ist - Leid und Schmerz, ja Tod sind der Preis für diese Abhängigkeiten.

Im Märchen ist in der Regel der Aufenthalt im Wald Symbol für den Aufenthalt im Raum dieser niederen Astralwelt. Wer wie im Märchen die Bedeutung des Hexenhauses erkennt und den Einfluss der Hexe, der lernt, mit diesen Kräften umzugehen. Es ist ein gewaltiger Fortschritt, der Gretchen gelingt, als es die Hexe ins Feuer stößt - und diese im Übrigen damit einer notwendigen Läuterung zu"führt".

Das darf Ziel einer Erziehung sein, dass Kinder sich nicht vor dem Wald fürchten, sondern dass sie ohne Angst lernen, mit seinen Gefahren umzugehen, mit Wölfen und Räubern, denn dann stehen ihnen zugleich sehr bewusst deren Energien und die Stille und der Frieden des Waldes als Kraftquelle zur Verfügung.

Wenn es am Schluss im Märchen heißt:

Rotkäppchen aber dachte: Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir's die Mutter verboten hat.

dann bedarf es entweder ein Leben lang einer Mutterenergie, die hinter ihm steht und Anweisungen gibt und Abhängigkeit von dieser und Unfreiheit impliziert, oder es geht womöglich ein Leben lang auf keine Wiese, in keinen Wald - in früheren Zeiten dann gern auch ins Kloster (wo diese Energien genauso wirken, gegebenenfalls viel qualvoller). 

Die Kenntnis und Differenzierung in Bezug auf Luzifer und Satan/Ahriman sind wertvoll

Als Erwachsene führen wir Kinder an diese Realität heran, wobei Kinder ohnehin recht schnell lernen, dass am Wegesrand nicht nur Blumen und Gras wachsen, sondern auch Dreck und Vergiftetes herumliegen kann. Und ja, es gibt Energien, die den Menschen nach unten ziehen, es gibt einen Wolf und es gibt etwas, was das menschliche Leben in seiner Grundsubstanz angreift: aus seelisch-geistiger Sicht nennen wir diese Energien Luzifer und Satan. Es sind die Kräfte, die uns am Ende des Lebens für eine lange Zeit im Jenseits und während des Lebens schon sukzessive auffressen wollen. Goethe hat diese Kräfte in seinem „Faust“ in der Gestalt des Mephistopheles erfasst. Die meisten Christen sprechen pauschal vom Teufel oder vom Satan oder dem Versucher, der Schlange. Aber es gibt eine Sichtweise, die differenziert zwischen der Schlange, also Luzifer, und dem Satan. Die bestausformulierteste und durchdachteste Differenzierung findet sich meines Erachtens im Werk Rudolf Steiners; ich erinnere mich, dass ich vor zwei, drei Jahrzehnten die weitere Lektüre seiner Schriften storniert habe, weil mir auf den Keks ging, dass dauernd vor allem von Ahriman die Rede war (jedenfalls kam es mir so vor), also dem christlichen Satan. Mittlerweile bin ich dankbar für all die entsprechenden Informationen, denn obwohl ich in superchristlichem Umfeld erzogen worden bin, ist doch dort vieles im Unklaren und weder gibt es eine Klarheit in Bezug auf den Zusammenhang von Jesus und Christus noch eine Differenzierung in Bezug auf Luzifer und Satan/Ahriman.

Wenn es gutgeht, erkennt der Mensch, warum es auf Golgatha drei Kreuze gibt: Ahriman - Christus - Luzifer

Der Psalmist, König David, begegnet zwei dieser drei Kreuze im 23. Psalm im finsteren Tal. Odysseus begegnet ihnen zwischen Skylla und Charybde und es ist kein Zufall, dass in der herausragenden Mythe des Christentums der Name des Helden übersetzt lautet: Durchdringe das Tal! Die Rede ist von Parzival.

Wir können durch Täler gehen und links und rechts erheben sich sanfte Hügel und Berge. Es kann aber genauso auch sein, dass sich die Felsen links und rechts auftürmen und sich fast über dem Talweg aufzuwölben scheinen, ihn überwölben; kaum ein Licht dringt mehr herein. Ein Hiob, ein Parzival, Fausts Margarete, vielleicht Du und ich haben diese Situationen durchlebt, wie sie auch Jesus erlebte. In unseren Leben kommen wir an Gethsemane nicht vorbei, auch unsere Kinder, die wir erziehen, nicht. Oft sind es gerade Menschen, die auf diesem Weg weit fortgeschritten sind, die von links und rechts, von Luzifer oder Satan/Ahriman, gegebenenfalls von beiden gleichzeitig, attackiert werden. 
In der Erziehung unserer Kinder gilt es, sie auf den richtigen Umgang mit Luzifer beziehungsweise Satan/Ahriman vorzubereiten, nicht durch Verbote beziehungsweise durch Hinweise, die sie auf dem Weg gehen lassen wollen wie einen Seiltänzer auf dem Seil, der stur und stramm nach vorne gehen soll, weil er nicht gelernt hat, Wind und Ungleichgewichte auszupendeln - sein Absturz ist sicher. 
Nur wer gegebenenfalls auf Einflüsse reagiert (und nicht tut, als ob es sie nicht gäbe), kann immer wieder auch schwankend dennoch sicher gehen, kann diesen Weg siegreich bewältigen.

Es ist die Aufgabe von uns Eltern, unsere Kinder auf die Angriffe von links und rechts vorzubereiten, aber nicht durch Verbote, sondern durch wertvolle Hinweise, die sich aus den alltäglichen Situationen des Lebens meist wie von selbst ergeben. Eltern, die diesen Weg selbst gehen, sind meist gut gerüstet.

Steiner sagt dazu:
So ist eigentlich in unserem Kosmos, in den wir hineinverwoben sind als Menschen, ein Kampf vorhanden zwischen den fortwährend nach Freiheit, nach universeller Freiheit strebenden luziferischen Wesenheiten, und den nach einer immerwährenden Macht und Kraft strebenden ahrimanischen Wesenheiten. Dieser Kampf, in dem wir drinnen stehen, durchdringt alles. Das bitte ich Sie als die zweite für unsere weitere Betrachtung wichtige Idee festzuhalten. Die Welt, in der wir drinnenstehen, ist durchdrungen von luziferischen und ahrimanischen Wesenheiten, und es besteht dieser gewaltige Gegensatz zwischen der befreienden Tendenz der luziferischen Wesenheiten und der nach Macht strebenden Tendenz der ahrimanischen Wesenheiten.
Die luziferische Tendenz zur Freiheit ist allerdings eine Freiheit ohne Christus, ist oft eine selbstverliebte Freiheit, oft und - wenn es nach Luzifer geht - gern hochgeistig; aber der Prüfstein ist das Bewusstsein unserer Zeit, das Christusbewusstsein, und wer nicht weiß, wodurch es sich auszeichnet, der versuche, den Beginn des Johannes-Evangeliums zu verstehen, die Bergpredigt und auch die Worte des Paulus über die Liebe, der versuche zu verstehen, warum der verlorene Sohn umkehrt, warum Menschen, wie im Neuen Testament berichtet, auf Bäume klettern, um Jesus zu sehen.

Ich kenne zu wenig die anthroposophisch-pädagogische Literatur, um zu wissen, ob es Bücher gibt, die hilfreiche Hinweise vermitteln, wie beispielsweise ahrimanische Kräfte wirken, die darauf aus sind, gerade Kinder und Jugendliche auf Materielles fixiert sein zu lassen, sei es Geld, Ausstattungen jedweder Art, Smartphonesucht, vor allem auf den Körper fixierte Sexualität, oder luziferische, die den Intellekt überbetonen und Wissen und/oder ein Leben zu führen, dass in Esoterik steckenbleibt oder auf falsche Weise Gutsein zum hohen Ziel macht - wie gesagt, in Bezug auf die entsprechende Literatur kenne ich mich nicht aus. 

Vorsicht vor der Sorge!  

Für mich bedeutet es eine neue Ebene der Erziehung, wenn es Eltern gelingt, ihre Kinder auf aufgeschlossen liebevolle Weise mit Luzifer und Ahriman vertraut zu machen. 
Wertvoller als alle Worte ist dabei der eigene bewusste Umgang; Kinder und Jugendliche werden von ihm mehr beeinflusst als durch Worte.

Immer wieder nehme ich gerade unter esoterisch aufgeschlossen sein wollenden Menschen wahr, wie sie Entwicklungen gegenüberstehen:
Natürlich kann beispielsweise künstliche Intelligenz in hohem Maße die Seelen der Menschen gefährden, indem sie ihr gleichsam den Status eines Seelenpartners zugestehen und sie nicht als Produkt ahrimanischer Verführungskunst durchschauen. 
Doch ist ein sorgenvoller Umgang der falsche Weg und es ist kein Zufall, dass es am Ende des "Faust" ausgerechnet der Sorge gelingt, das Haus von Faust zu betreten. 
Sorge ist ein Energieräuber und raubt der Seele Wasser.
Ein angemessener Umgang kann beispielsweise sein, sich augenzwinkernd bei Ahriman zu bedanken für die Entwicklung dieser Intelligenz, die fallweise unseren Alltag erleichtern wird. Wir bewegen uns ja ständig in luziferischen Bereichen und auf ahrimanischen Feldern, nichts wird aber beispielsweise Ahriman mehr nerven, als wenn seelisch geistig aufgeschlossene Menschen seine Produktivität nutzen, um sich den Lebensweg zu erleichtern, ohne an seiner geistigen Klebe hängen zu bleiben.

Steiner hat im Übrigen wiederholt darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig Humor in der Erziehung, für das Lernen und überhaupt ihm Zusammenleben der Menschen ist. Er spricht nicht von Erziehungswissenschaft, sondern von Erziehungskunst und hat in der GA 301 (https://lmy.de/JmSs) sich ausführlich beispielsweise auseinandergesetzt mit der Bedeutung des Rhythmus und des kindlichen Spiels im Rahmen dieser Kunst. Wer sie ernst nimmt und zugleich spielerisch mit ihr umgeht, ist als Vater bzw. Mutter Künstler! Nie ist man ein fertiger Künstler. Wir sind immer auf dem Weg, berufen, uns gegenseitig zu unterstützen. 

Herzeloyd muss nicht sein

Im Parzival-Versroman von Wolfram von Eschenbach finden wir die Mutter-Problematik, die hier angesprochen ist, in einer ganz besonderen Variante vor:

Herzeloyde, Herzeleide - im „Parzival“ Wolfram von Eschenbachs haben Namen sehr oft eine hinweisende Bedeutung – hat ihren Mann, der fern der Heimat kämpfte, verloren und will dieses Schicksal ihrem Sohn ersparen, mithin natürlich auch sich selbst (diesen Aspekt eines verkappten mütterlichen Egoismus lassen wir hier beiseite). Sie lebt zurückgezogen mit ihrem Sohn im Wald, kann aber nicht verhindern, dass dieser eines Tages Rittern hoch zu Ross begegnet und glaubt, sie seien Gott. Als er hört, sie kämen von Artus, will er unbedingt zu jenem und zieht los, die Mutter kann ihn nicht aufhalten; mit gibt sie ihm Verhaltenshinweise im Stil der Rotkäppchenmutter, die Parzival und mit ihm beteiligte Personen in ziemlich großes Unglück stürzen werden.

Keine Mutter kann ihrem Kind die Gefahren, die rechts und links vom Weg lauern, ersparen beziehungsweise verhindern, dass jene Wolfskräfte entfalten. Der Weg, den wir gehen, kann im besten Fall der Weg eines Bewusstseins sein, das der derzeitigen Entwicklungsstufe unserer Menschheit angemessen ist: es ist das Christusbewusstsein. Deshalb sagt Christus: „Ich bin der Weg“. 

Aber so wie das Kreuz nicht alleine auf Golgatha steht, sondern rechts und links von ihm die Kreuze, die die ahrimanische und luziferische Energie repräsentieren, so finden sich rechts und links vom Weg Wald und Wiesen, und wohl dem, der gelernt hat, die Wölfe zu entdecken, die sich dort, oft sehr gut getarnt, verborgen halten; manchmal haben sie Kleider der Großmutter an, manchmal sehen sie aus wie Totto-Lotto-Scheine, manchmal sind es sexuelle Energien, frei von Liebe und mithin belastet mit einem hohen seelischen Vernichtungspotenzial. 

"Du musst ..." - "du sollst": oft repräsentieren diese Modalverben ungute Elternenergien

Wir sehen auf eine Zeit zurück, in der es eine Erziehung gab à la Rotkäppchen: Du sollst nicht … du sollst nicht … du sollst nicht …

Die Energie eines neuen Bewusstseins, das für mich das Christus-bewusstsein darstellt, spricht nicht von Verboten, sondern fordert uns auf: Lasst uns gemeinsam …

Lasst uns gemeinsam mit unseren Kindern …
Lasst uns gemeinsam mit den Gefährten unseres Lebens …
Lasst uns gemeinsam mit wachen, bewusstseinsfreudigen Sinnen und zunehmend reinem Herzen den Weg gehen, ohne Angst vor Wiesen und Wäldern und Wölfen und Drachen und sogenannten Hexen.

Lasst uns gemeinsam mit unseren Kindern Liebe lernen, Leben lernen und Liebe leben. Dazu ist der Weg da, auf dem wir auch als Rotkäppchen gehen und gespannt sein dürfen, in welcher Gestalt der Wolf das nächste Mal auftaucht …

Mittwoch, 29. November 2023

Brüder Grimm: „Der Gevatter Tod“ - ein noch weitgehend unverstandenes Märchen

Inhaltlich haut einen das Märchen nicht gerade vom Hocker, man möchte die Handlung fast als etwas trivial bezeichnen und sich auch fragen: dieser Schluss, ist der ein Märchen wert, eines Märchens würdig?

Im Original findest Du das Märchen hier ( https://lmy.de/IHOo ) und zusammenfassen lässt sich der Inhalt so:

Verzweifelt rennt ein armer Mann auf die Straße und sucht für sein 13. Kind nach einem Gevatter (heute versteht man darunter einen Paten). Er begegnet Gott, doch als der sich als eben jener outet, lehnt er ihn als Gevatter ab, ebenso wie den Teufel, auf den er anschließend trifft. Über die Gründe der Ablehnung kann man gewiss streiten, sonderlich originell sind sie nicht.
Alle guten Dinge sind drei, er begegnet dem Tod, und dessen Begründung, dass er alle gleich mache, überzeugt den armen Familienvater, in jenem den richtigen Gevatter gefunden zu haben.
Für den Rest des Märchens verschwindet im Übrigen unser Armer von der Bildfläche; der Tod macht sich nämlich an dessen Kind heran, wohl liebt er, wie wir es von Mephistopheles in Goethes „Faust“ wissen, die vollen, frischen Wangen („für einen Leichnam bin ich nicht zu Haus“). Er verspricht dem jungen Erwachsenen, ihn zu einem berühmten Arzt zu machen, und das einzige ist, jener muss sich an seine Bedingungen halten.
Wie kaum anders zu erwarten: der Mann scheitert an den Bedingungen, u.a., weil er den Tod glaubt austricksen zu können. Letzterer ist sogar noch so großzügig und lässt ihn fürs erste leben, doch als der Sohn beim zweiten Mal die Bedingung übertritt, kassiert der Tod sein Leben.

Leider habe ich keine Interpretation zu diesem Märchen gefunden, leider auch nicht bei dem bekannten anthroposophischen Märchendeuter Rudolf Geiger, mich hätte doch zu sehr interessiert, wie aus diesem Märchen ein tiefer Sinn herauszuholen ist. Dass der Tod im Leben und über das Leben siegt: dafür ein Märchen zu schreiben lohnt sich doch wirklich nicht. Vielleicht mag etwas erstaunlich sein, dass der arme Mann Gott als Gevatter ablehnt, zumal seine Begründung doch etwas nebulös daherkommt. Aber in der Beziehung zwischen Gott und Mensch ist man Nebulöses gewohnt.

Märchen sind ja nicht vom Volk geschrieben, wie man immer zu sagen pflegt, in Wirklichkeit sind sie rosenkreuzerischen Ursprungs oder verfasst von Eingeweihten bzw. Seelen, die auf diesem Weg unterwegs waren. Manchmal ist jedes Wort in einem Märchen wichtig, und dass ein Volk diese Märchen zusammengebastelt habe und dennoch jedes Wort wichtig sein soll - wer’s glauben mag, soll’s glauben.
Ich weiß nicht, ob der Verfasser dieses Märchens meinem Verständnis zustimmen würde, aber im Rahmen meines Blickes auf dieses Märchen erkenne ich - entgegen dem ersten Augenschein - einen tiefen Sinn. Er ergibt sich aus der Tatsache, dass - öfter als wir ahnen, wenn von Gott die Rede ist - ungewollt nicht Gott das eigentliche Ziel der spirituellen Begierde ist, sondern Luzifer, die alttestamentarische Schlange (mehr zu Luzifer hier: https://lmy.de/JLEk )
Vergleichbares gilt für den Fall, dass Himmel und Hölle angesprochenn sind: dann bezieht sich der Himmel nicht auf Gott - der unerschaffene Gott kennt keinen Gegensatz -, sondern auf Luzifer.
Luzifer ist jene Wesenheit, die unter jenen, die Golgatha nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen, absahnt und sie ganz stolz in seinem Zug der Weisheit, seines Lichts - Luzifer bedeutet übersetzt „Lichtträger“ - das ohne Liebe ist, mitlaufen lässt; darunter gibt es viele esoterische oder auch spirituelle Menschen, die unglaublich geistvoll reden können; doch sie stehen einer bekannten Zahnpastamarke näher als Golgatha.
Gott wird oft also mit Luzifer verwechselt; es gibt allerdings hier noch einen weiteren Aspekt und ich teile die Ansicht Rudolf Steiners, dass viele Menschen, die Gott ansprechen, im Grunde mit ihrem Engel oder ihrer letzten Devachangestalt sprechen, jener Gestalt also, die sie sind, bevor sie ihre nächste Lebensreise antreten: in Letzterem Fall also würden sie im Grunde mit sich selbst sprechen.
Ein Paradebeispiel dafür ist Rainer Maria Rilke mit seinen Zeilen aus seinem „Buch vom mönchischen Leben“, wir lesen dort:

Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manchesmal
in langer Nacht mit hartem Klopfen störe, -
so ists, weil ich dich selten atmen höre
und weiß: Du bist allein im Saal.

In Wahrheit spricht Rilke im Grunde mit sich selbst.
Jemand könnte denken, dass das doch besser sei, als auf Luzifer hereinzufallen; ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die Selbsttäuschung nicht viel langanhaltender sein könnte.

Die Hölle und damit Ahriman - in der Geisteswissenschaft Steiners entspricht er dem Satan des Christentums - aber ist jene im Übrigen höchst intelligente Wesenheit, die den Menschen an die Erde bindet und dessen Bewusstsein im Materiellen und Physischen steckenbleiben lässt. Zur Zeit versuchen einige Menschen mit Hilfe künstlicher Intelligenz u.a, Leben zu verlängern, ja, dem Tod womöglich ein Schnippchen schlagen zu können. - Satan/Ahriman amüsiert das köstlich.
Soweit vorläufig zu dem angesprochenen Dualismus von Himmel und Hölle; später mehr dazu.

Sehr viel habe ich im Rahmen meines Studiums der ein oder anderen Schrift Rudolf Steiners gelernt von jener Episode, die jener in der GA 148, seinem so genannten Fünften Evangelium wiedergibt, als er schildert, dass Jesus beim Durchschreiten eines Stadttores einer Essäerstadt wahrnimmt, wie Ahriman und Luzifer, die er immer an dem Stadttor gesehen hat, nie aber in der Stadt, von den Stadtmauern fliehen und ihm wird bewusst, dass die Essäer, indem sie die beiden vertreiben, dies auf Kosten der anderen Menschen tun, die diesen beiden umso mehr ausgesetzt sind. Auf diese Weise wollen Essäer und manche Menschen heilig werden. Es sind die Säulenheiligen und Yogis, die ein Leben lang einen Meter über der Erde schweben und glauben, dem Himmelreich nahe zu sein, jene Esoteriker, für die immer alles gut ist, weil sie in Wirklichkeit der Realität des Gegenteils ausweichen.
Jesus erkannte damals, dass genau das, das Aussperren des sogenannten Bösen, nicht sein Weg ist. Menschen, die sich für das Göttliche qualifizieren, die zurück in die wahre Heimat wollen, erreichen eine für uns noch kaum vorstellbare Bewusstseinstiefe durch die Auseinandersetzung mit den Machenschaften Luzifers und Satans/Ahrimans, und indem sie letztendlich beide in sich erlösen.
Mich persönlich haben die Ausführungen Steiners überzeugt, und natürlich muss jeder für selbst entscheiden, ob er dessen Blicken in die Akasha-Chronik und seinen Vorstellungen von der eigentlichen Realität des Lebens zustimmen mag.
Jenen Weg jedenfalls zwischen Ahriman und Luzifer - in ständiger Auseinandersetzung mit beiden - erfasst die Steinersche Lehre als den Weg der Menschen, den Weg der Menschen der zehnten Hierarchie, einen Weg, den die vorausgegangenen neun Hierarchien ( https://lmy.de/FUvs ) vielleicht nicht kreiert haben - das obliegt, denke ich, der göttlichen Trinität -, den sie aber mittels einer irdischen Realität, wie sie so noch nie im All vorhanden war, umgesetzt haben und mit Hilfe des sogenannten Bösen, mit Hilfe von Krankheiten und Tod. Dieser Weg ist es, der zu einem Bewusstsein führt, das im Universum neuartig und und in dieser Dimensionalität noch nicht erreicht worden ist.
Selten wissen die Menschen, wie sehr das gesamte Universum, alle Multiversen, auf sie schauen, wie unfassbar viele Wesen an ihrem Weg beteiligt sind, durchaus auch als Gegenspieler, aber als solche im Rahmen dieses neuen Weges unverzichtbar für die Entwicklung des Menschen. Im „Faust“ weiß der Herr in seinem Gespräch mit Mephistopheles, warum:

Des Menschen Tätigkeit kann allzu leicht erschlaffen,
er liebt sich bald die unbedingte Ruh;
Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu,
Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen.

Der Geselle ist Mephistopheles und Goethe, der bei aller Genialität noch nicht Satan/Ahriman und Luzifer unterschiedlichen Wirkweisen des sogenannten Bösen zuordnen konnte, hat beide in der Gestalt des Mephistopheles zur Darstellung gebracht

Für mich ganz entscheidend ist, das spirituelle Dilemma zu durchschauen, das der Dualismus mit sich bringt: immer stehen sich zwei Pole gegenüber und nie wird der Kampf zwischen beiden zu einem Frieden der Seele führen; das gilt selbst für Liebe versus Hass. Wer dieses Dilemma verstehen möchte, mag sich nur Golgatha vorstellen und dass dort zwei Kreuze stehen; nie hätte sich in der Folge etwas auf der Erde wirklich verändert. Nie wäre wirklich ein neues Bewusstsein auferstanden, nie hätte sich ein Weg der Erlösung aufgetan, in dessen Rahmen auch Ahriman und Luzifer erlöst werden wollen. Möglich allein wird dies durch das Rosenkreuz zwischen den beiden anderen.

Der Sohn des Alten, der sich im Märchen mit dem Tod arrangiert, sperrt entweder, wie die Esssäer, Satan und die Schlange bewusst aus und glaubt auf diese Weise sein Glück zu erreichen; oder - und diese Annahme ist wohl die wahrscheinlichere – er wusste nicht, was er tat, als er die Schlange ( = „Gott“) und den Satan von sich wies, glaubend, ein Leben ohne diese leben zu können (unabhängig also von seinen platten Begründungen). Auf dem Hintergrund dieses Bewusstseins kann er nur ein Opfer des Todes werden. Den Tod überwindet, „wenn er gleich stürbe“, wie es in der Bibel heißt, wer wie Parzival, d e r Mensch unserer Zeit, der sich zum Christushelden hinaufarbeitet, bereit ist, wie dieser zukünftige Gralskönig die Karfreitagsbotschaft, die jenem durch Trevrizent übermittelt wird, mit dem Herzen aufzunehmen. Wer den Karfreitagsweg nicht geht, wer glaubt, an Gethsemane außen vorbeigehen zu können und dennoch den Tod zu überwinden, der frage nach bei dem Sohn des Alten.

Es könnte die Absicht des Verfassers des Märchens gewesen sein, dass er Menschen, die auf dem Hintergrund des trivialen Endes nachdenklich werden, bewegen möchte, darüber nachzudenken, ob es nicht doch die Möglichkeit gibt, den Tod zu überwinden. Das könnte den ein oder anderen zu der Erkenntnis führen, dass Gott/Luzifer beziehungsweise den Teufel/Satan/Ahriman abzulehnen nicht der Weg von uns Menschen sein kann.
Momentan sehe ich dieses Bewusstsein noch wenig verbreitet. Der Osten stellt sich gegen den Westen, Juden gegen Palästinenser. Aber das Bewusstsein der Menschen ändert sich; die alten patriarchalischen Strukturen werden vielen Menschen immer fragwürdiger und das damit verbundene Wissen. Immer mehr Menschen lassen ihr Herz entscheiden und nicht mehr überkommene Strukturen.
Ich gehöre zu jenen, die eine heraufdämmernde Morgenröte in Bezug auf das Bewusstsein der Menschen zu erkennen glauben, weil sie Ja sagen zu den Herausforderungen Satans und Luzifers, aber nicht kuschen, sondern den Weg durchziehen bis zum Rosenkreuz, das ja eben kein Ende ist, sondern ein Tor zu viel mehr …