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Sonntag, 1. Januar 2023

2023: ein sorgenfreies Jahr? Wenn ja, warum? - Von Goethe lernen!

In der Gestalt des Faust hat Goethe uns einen Menschen vor Augen geführt, der sich vor diesen unseren Augen, wenn wir denn sehen wollen, entwickelt, Bewusstseinsschritt für Bewusstseinsschritt.

Im ersten Teil dieses großen Werkes lässt sich Faust auf Mephistopheles ein, nachdem er schon kurz davor war, am Leben zu verzweifeln und nur mit Hilfe eines österlichen Wunders am Leben bleibt. Allerdings bleiben die, mit denen er zu tun hatte, weitgehend nicht am Leben, am allerwenigsten Gretchen, das er schwängert, um die junge Dame dann schmählich sitzen zu lassen, verwechselt er doch, wie das Männer gerne tun, Begierde mit Liebe. Deshalb müssen nicht nur Margarete sterben, sondern deren Kind, Mutter und Bruder. Mephistopheles dagegen reibt sich vergnügt die Hände. Doch am Ende von Teil I erlebt der "Der Herr der Ratten und der Mäuse, / Der Fliegen, Frösche, Wanzen, Läuse" - wie er sich selbst nennt - sein Waterloo: Er sieht Margarete, die ihr Kind aus purer Verzweiflung nicht austragen konnte und sich so in Schuld am Wertvollsten, was wir Menschen haben, dem Leben, verstrickt, gerichtet und verkündet im Kerker Gretchens lauthals: "Sie ist gerichtet!"
Da ertönt jene gewaltige Stimme aus dem - wie Atheisten (die es in Wirklichkeit gar nicht gibt) es gerne nennen - Off, und korrigiert ihn entscheidend mit den Worten: "(Sie) ist gerettet!".

Im Deutschen, dieser wunderbar differenzierten Sprache, kennen wir ein Vorgangspassiv (im Präsens: sie wird gerettet) und ein Zustandspassiv. Es macht einen himmelweiten Unterschied zu ersterem, denn hier ist etwas in einen Zustand übergegangen, das wertvoller nicht sein kann, weil Gott nicht die Sünde kennt, wie sie uns über Jahrhunderte von der Kirche in Herz und Hirn gebrannt wurde, da es für jenen trotz allem Geschehenen so ist - wie es unter den letzten Worten des Faust I heißt: Sie ist gerettet.

Auch Faust ist gerettet, man mag es kaum glauben; der Beginn des zweiten Teils macht es deutlich:
Trotz großer Schuld - immerhin "zieren" die vier erwähnten Toten seinen Weg - ist er durch heilsamen Schlaf in der Lage, weitere entscheidende Schritte auf jenes große Ziel hinzugehen, das das Männliche in uns nur zum Ziel haben kann: das Ur-Weibliche - Goethe nennt es das "Ewig-Weibliche".
Ganz will es ihm in diesem Werk noch nicht gelingen. Aber Faust hat zu Helena, in der Goethe das Ewig-Weibliche sich personifizieren lässt - zum Abschluss nennt er, um was es ihm geht, in einer Wendung zum Christlichen hin "Mater Gloriosa" - entscheidenden Kontakt aufgenommen und mit ihr sogar ein gemeinsames Kind gezeugt, Euphorion.
Doch ist es ein Trugschluss, dem sich zumeist allerdings nur diverse scheinheilige Esoteriker hingeben, zu glauben, man könne auf Erden leben, ohne noch immer einen Erdenrest in sich zu haben:
Helena und Euphorion entschwinden wieder; Faust bleibt ein Mensch, wenn auch ein seelisch-geistig sehr weit entwickelter, hat er doch den Schritt zu den drei Müttern zu gehen vermocht, ein Schritt, den zu gehen in den Mythen nur wenigen vergönnt war, u.a. Odysseus, Orpheus, Herakles - und, wie manche zur Kenntnis zu nehmen bereit sind: Christus.
Auf der Erde jedoch kann man ein Ewig-Weibliches nicht auf Dauer an sich binden. Immer wieder - bei entsprechendem Streben - aber in (zunehmend intensiveren) Kontakt treten.

Dass Faust noch zumindest ein letzter Schritt fehlt, machen nicht nur das Entschwinden Helenas und Euphorions im dritten Akt des zweiten Teiles deutlich, sondern auch in Akt 5, schon ganz gegen Ende des Werkes, das Auftauchen der vier grauen Weiber - dem Mangel, der Not, der Schuld und der Sorge. Zumindest eine der Vieren verbleibt in Fausts Haus: es ist die Sorge. Mit ihr muss er sich auf ein Wortgefecht einlassen, und es wird deutlich, für wie schwierig Goethe die Überwindung der Sorge hält ("Wen ich einmal mir besitze, / Dem ist alle Welt nichts nütze").

Das etymologische Wörterbuch des Deutschen kennt zwei Bedeutungsvarianten von "Sorge (wer mag, kann sich hier informieren: https://bit.ly/3G75eUS) und Faust scheitert noch an jener, die dort mit "Kummer" bzw. "Gram" bezeichnet wird. Faust grämt sich nämlich furchtbar darüber, dass an jener Stelle, wo er eine wunderbare Aussicht über sein Meisterstück, sein Lebenswerk haben könnte, auf seinem Grund unter den Linden droben also, die Hütte der beiden Alten, von Philemon und Baucis steht.
Goethe hat ja die Hütte zu einem der zauberhaftesten Motive der Weltliteratur gemacht (Faust in Teil I, in ihrem Zimmer hingerissen an Gretchen denkend: "Die Hütte wird durch dich ein Himmelreich.") Indem er nun Mephistopheles befiehlt - jener hat ja beste Erfahrungen im Ausführen von solchen Befehlen Fausts, hat er doch auf dessen Wunsch hin der Mutter Gretchens, um ein Tête-à-Tête mit der Geliebten zu ermöglichen, einen Schlaftrunk verpasst, aus dem allerdings jene nicht mehr aufwachen sollte - indem Faust also Mephistopheles befiehlt, die beiden Alten zur Seite zu schaffen, erledigt jener das mit Hilfe dreier Schergen in gewohnt radikal zuverlässiger Weise, indem deren Zuhause abbrennt, was die beiden Alten vor Schreck sterben lässt. Zwar sucht Faust, seinen Kopf aus der Schlinge der Verantwortung zu ziehen ("Tausch wollt´ ich, wollte keinen Raub"), doch kennen wir ja diesen Euphemismus von Worten zur Genüge aus unserer politischen Landschaft: Was Faust "Raub" nennt, war im Grunde eine durchaus willkommene Tötung, weil es ihm nun möglich ist, "Zu überschauen mit einem Blick / Des Menschenwerkes Meisterstück", was also er geleistet hat. Doch Lynkeus, der Türmer auf Faustens Schlosswarte, bringt es auf den Punkt, wenn er davon spricht, dass "die innere Hütte loder(t)". Mit dem Abfackeln der Hütte der beiden Alten lodert vor allem die innere Hütte in Fausts Seele, dort also, wo eine geistige Heimat ihren Ort hätte finden können, ja sollen,

Für mich ist, bevor ich zum Schluss dieses Beitrages und seinem besonderen Sinn für das Jahr 2023 komme, ein Hinweis wichtig, damit nicht jene, die mit dem Christentum aufgrund seiner Kriminalgeschichte auf Kriegsfuß stehen (vgl. Karlheinz Deschners "Kriminalgeschichte des Christentums"), nämlich, dass das wahre Christsein und Christentum für mich eine Bewusstseinsstufe, keine Religion im üblichen Sinne ist, eine Bewusstseinsstufe, die sich gerade im Deutschen in der Tatsache niederschlägt, dass die erste Person des Personalpronomens in dieser unserer Sprache ausgerechnet jene Initialen enthält, die für mich eine wegweisende Bedeutung beinhalten: Iesus Christus: I-CH.

Goethe beschließt seinen "Faust" ja im Grunde mit einem Verweis, den zwei Bibelzitate spiegeln. Das eine findet sich in einem Brief des Petrus und lautet: „Alle eure Sorgen werfet auf ihn, denn er sorgt für euch.“
Und Paulus schreibt in seinem Brief an die Philipper: „Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt, und dankt ihm! / Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid.“

Sind wir in der Lage, alle Sorgen aufzugeben, und ist das überhaupt sinnvoll?
Wenn ein geliebter Mensch längst da sein sollte und einfach nicht kommt oder wenn der eigene Zug Verspätung hat, wo doch ohnehin für den Anschlusszug kaum Zeit zum Umsteigen bleibt - ist das nicht übermenschlich, sich keine Sorgen zu machen?

Goethe deutet an, dass es möglich sein könnte im Rahmen seiner Religiosität, die sich u.a. auch in seinen Geheimnissenund seinem Märchen von der grünen Schlange zeigt.
Aber es kann nicht sinnvoll sein, sich unnötig unter Druck zu setzen und so zu tun, als gäbe es Angst und Sorge einfach nicht. Man muss nicht mit Gewalt einen Erdenrest negieren wollen.

Wichtiger ist, was Goethe für mich mit dem "Faust" vermitteln will: Es gibt einen Weg zum Ewig-Weiblichen, zu den Urgründen unseres Seins, den wir nur verstehen, wenn wir erkennen, dass alles Vergängliche ein Gleichnis ist und die Aufgabe von uns Menschen, in dem, was wir auf der Erde erfahren, Verweise auf ein Ewiges zu erkennen, um uns jenem wieder anzunähern, um sozusagen ins Reich der grünen Schlange zu gelangen.
In den Mythen steht das Weibliche für die Seele des Menschen, das Männliche für den göttlichen Geist. Er ist es, der die Seele befruchten will. Wir finden dies in der Tatsache, dass Osiris mit Isis Horus zeugt, wir finden das angesprochen in der so oft verkannten Jungfrauengeburt der Maria, die nicht anders ist als eine sehr reine Seele; wir finden es angesprochen in der Zeugung des Euphorion so wie Heinrich von Ofterdingen das Ewig-Weibliche in jenem Gesicht findet, das ihm die Blaue Blume zeigt.

Für uns ist dieses Ewig-Weibliche so wichtig, weil wir in einer Zeit leben, in der - so stellt es sich jedenfalls für mich dar - es gilt, das kaputte Männliche, das derzeit die Welt regiert (Namen zu nennen, die sich da besonders anbieten, ist wohl kaum notwendig) abzulösen und das Männliche zu heilen durch eine bewusste Weiblichkeit als einer bestimmten Qualität der Seele der Menschen.
Diese Weiblichkeit ist kosmischer Natur; sie kann hören und muss nicht ununterbrochen geredet oder geschrieben haben; dass sich Medien in so starkem Maße etabliert haben wie Twitter, Facebook, Whats App, Telegram und andere und so viele Worte produziert werden, die so oft geistiger Müll sind und den Wert des wahren Wortes, des Logos, hintertreiben, ist kein Zufall. Weiblichkeit gibt zudem Wärme, die unsere Seelen dringend braucht, wie es auf wunderbare Weise die Pietà Michelangelos und die Sixtinische Madonna Raffaels zeigen ...

Ich glaube, dass es möglich ist, diesen Weg zum Ewig-Weiblichen zu beschreiten und dass das bereits in der letzten Zeit geschieht, denn die Menschheit ist mehr denn je an einem Punkt angelangt, an dem viele erkennen, dass sich Entscheidendes ändern muss und ich vermute, dass vor allem die jüngeren Generationen und auch die Frauen dieser Erde in Afghanistan, im Iran und anderswo nicht mehr lange hinnehmen werden, was die alten Männer dieser Erde treiben, auch die jungen Männer, wenn sie so alt sind wie die älteren Brüder der Grimm-Märchen.
Übersehen sollte man nicht, dass für die männliche Seite einer Frau Vergleichbares gilt; auch deren männliche Seite kann sehr krank sein.

Es liegt an uns, die seelisch-geistigen Bewegungen zum Ewig-Weiblichen hin, die sich auszeichnen durch eine Wertschätzung allen Lebens, zu unterstützen und bewusst selbst zu gehen, und ich vermute, wenn Goethe heute wieder da wäre, würde er nach wie vor zu dem, was er im Faust geschrieben hat stehen, er würde vor allem aber eines verändern, er würde sagen: Lasst Euch nicht nur ziehen vom Ewig-Weiblichen! Geht vielmehr bewussten Schrittes auf es zu!

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Montag, 4. Januar 2021

„alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden“ (Michael Ende)

 
Im 12. Kapitel von Michael Endes Momo, überschrieben „Momo kommt hin, wo die Zeit herkommt“, findet sich die folgende Stelle, in der Meister Hora Momo sagt:
 
»(…) was die Menschen mit ihrer Zeit machen, darüber müssen sie selbst bestimmen. Sie müssen sie auch selbst verteidigen. Ich kann sie ihnen nur zuteilen.«
Momo blickte sich im Saal um, dann fragte sie: »Hast du dazu die vielen Uhren? Für jeden Menschen eine, ja?«
»Nein, Momo«, erwiderte Meister Hora, »diese Uhren sind nur eine Liebhaberei von mir. Sie sind nur höchst unvollkommene Nachbildungen von etwas, das jeder Mensch in seiner Brust hat. Denn so wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden oder das Lied eines Vogels für einen Tauben. Aber es gibt leider blinde und taube Herzen, die nichts wahrnehmen, obwohl sie schlagen.«
»Und wenn mein Herz einmal aufhört zu schlagen?«, fragte Momo.
»Dann«, erwiderte Meister Hora, »hört auch die Zeit für dich auf, mein Kind. Man könnte auch sagen, du selbst bist es, die durch die Zeit zurückgeht, durch alle deine Tage und Nächte, Monate und Jahre. Du wanderst durch dein Leben zurück, bis du zu dem großen runden Silbertor kommst, durch das du einst hereinkamst. Dort gehst du wieder hinaus.«
»Und was ist auf der anderen Seite?«
»Dann bist du dort, wo die Musik herkommt, die du manchmal schon ganz leise gehört hast. Aber dann gehörst du dazu, du bist selbst ein Ton darin.«
Er blickte Momo prüfend an. »Aber das kannst du wohl noch nicht verstehen?«
»Doch«, sagte Momo leise, »ich glaube schon.«
Sie erinnerte sich an ihren Weg durch die Niemals-Gasse, in der sie alles rückwärts erlebt hatte und sie fragte: »Bist du der Tod?«
Meister Hora lächelte und schwieg eine Weile, ehe er antwortete: »Wenn die Menschen wüssten, was der Tod ist, dann hätten sie keine Angst mehr vor ihm. Und wenn sie keine Angst mehr vor ihm hätten, dann könnte niemand ihnen mehr die Lebenszeit stehlen.«
»Dann braucht man es ihnen doch bloß zu sagen«, schlug Momo vor.
»Meinst du?«, fragte Meister Hora. »Ich sage es ihnen mit jeder Stunde, die ich ihnen zuteile. Aber ich fürchte, sie wollen es gar nicht hören. Sie wollen lieber denen glauben, die ihnen Angst machen. Das ist auch ein Rätsel.«
Es ist eine der schönsten und wahrhaftigsten Stellen in der Deutschen Literatur, die ich kenne, diese Aussage Meister Horas, dass alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, verlorene Zeit ist.
Ohnehin ist dieser Textauszug geprägt von einem spirituellen Wissen, das Michael Ende in diesem Ausmaß - auch seine "Unendliche Geschichte“ weist das aus - wie nur wenigen Schriftstellern zur Verfügung stand. Denn dass wir in der Phase des "Kamaloka" - die Kirchen nennen sie "Fegefeuer" - von unserem Sterbezeitpunkt an zurück bis zu unserer Geburt gehen, ist so vielen Menschen nicht unbedingt bekannt; aber Michael Ende hat diese Tatsache bereits dadurch angedeutet, dass Momo nur rückwärts gehend zum Niemals-Haus Meister Horas in der Niemals-Gasse gelangen konnte, zu jenem Mann, der sozusagen triadische Wesenheiten in sich vereint, welche die Römer Parzen, die Griechen Moiren, die Germanen Nornen und die Kelten Bethen, ihre „saligen Frauen“ nannten.
Jede Nacht gehen wir ja ebenfalls rückwärts den Tag durch; und die Summe dieser Nächte, die eben unsere Tagesabläufe widerspiegeln, ergibt jene Zeit, die der Mensch im Kamaloka zurückzulegen hat, aufarbeitend, was er im Leben gewollt, getan und gedacht hat, bis er bei seiner Geburt anlangt, um dann endlich durch jenes Silbertor gehen zu können, das den Eingang in das "Devachan", den Himmel bedeutet, in Ebenen, die allerdings höchst vielschichtig sind und womöglich nicht allen gleichermaßen zur Verfügung stehen.
Mit diesem Rückweg bis zur eigenen Kindheit entschlüsselt sich einer der Sinnebenen der Christus-Aussage: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Reich der Himmel gelangen.“ - Er hätte auch mit Michael Endes Worten sagen können: … werdet ihr nicht durch das Silbertor eintreten dürfen.
Menschen allerdings, die kein geistiges Bewusstsein mit hinübernehmen und nur materialistisch orientiert waren, werden ihren Jenseitsaufenthalt ziemlich sicher als sehr unschön, weil in einem sehr reduzierten Bewusstseinszustand erleben, in hohem Maße zudem abhängig von satanischen Wesenheiten, bevor sie wieder zurückkehren auf die Erde, einem weiteren Aufenthalt, den sie nur sehr unvollständig vorbereiten konnten, mit entsprechenden Folgen.
Erwähnt werden sollte, dass es die "Hölle" im christlichen Sinne nicht gibt, auch wenn sie Dante - in gewisser Weise Opfer seiner katholischen Religiosität - in seiner "Divina Comedia" ausführlichst gestaltet hat. Es gibt allerdings etwas wie einen Geistigen Tod und eine sogenannte "Achte Sphäre", die jenen droht, die auf ihrer pur materialistischen Sicht beharren, noch über eine lange Zeit, bis zu einem Zeitpunkt, der mit der Zahl 666 erfasst ist. Der wird dann in der Tat das Tor zur Hölle öffnen.
Bleibt noch anzumerken, wie sehr es dem Anthroposophen Rudolf Steiner ein Anliegen war zu betonen, dass die Sicht auf den eigenen Tod das schönste Erlebnis sein wird, das einem Menschen im Leben nach dem Leben zuteil wird, zugleich Voraussetzung dafür, dass ihm im Jenseits das Bewusstsein seiner Individualität erhalten bleibt.
Jene Musik, die Momo zu Beginn des Romans nachts immer wieder im Amphitheater gehört hatte, wenn es in die Sterne hineinlauschte, hört sie im Sternensaal Meister Horas, in dem die Stunden-Blumen sich ihr so wunderbar zeigen. Dieses Kind war auch in seinem Alltag immer wieder verbunden gewesen mit dem Himmel und es begreift,
„ dass alle diese Worte an sie gerichtet waren! Die ganze Welt bis hinaus zu den fernsten Sternen war ihr zugewandt wie ein einziges, unausdenkbar großes Gesicht, das sie anblickte und zu ihr redete!
Und es überkam sie etwas, das größer war als Angst.
In diesem Augenblick sah sie Meister Hora, der ihr schweigend mit der Hand winkte. Sie stürzte auf ihn zu, er nahm sie auf den Arm und sie verbarg ihr Gesicht an seiner Brust. Wieder legten sich seine Hände schneeleise auf ihre Augen und es wurde dunkel und still und sie fühlte sich geborgen. Er ging mit ihr den langen Gang zurück.
Als sie wieder in dem kleinen Zimmer zwischen den Uhren waren, bettete er sie auf das zierliche Sofa.
»Meister Hora«, flüsterte Momo, »ich hab nie gewusst, dass die Zeit aller Menschen so …« – sie suchte nach dem richtigen Wort und konnte es nicht finden – »so groß ist«, sagte sie schließlich.
»Was du gesehen und gehört hast, Momo«, antwortete Meister Hora,“ »das war nicht die Zeit aller Menschen. Es war nur deine eigene Zeit. In jedem Menschen gibt es diesen Ort, an dem du eben warst. Aber dort hinkommen kann nur, wer sich von mir tragen lässt. Und mit gewöhnlichen Augen kann man ihn nicht sehen.«
»Aber wo war ich denn?«
»In deinem eigenen Herzen«, sagte Meister Hora und strich ihr sanft über ihr struppiges Haar.
»Meister Hora«, flüsterte Momo wieder, »darf ich meine Freunde auch zu dir bringen?«
»Nein«, antwortete er, »das kann jetzt noch nicht sein.«
Dass die ganze Welt uns zugewandt sein wird, ist etwas, was wir im Devachan erleben können, ja, wir werden möglicherweise, wie einst Adam Kadmon, wie die Jüdische Kabbala den ursprünglichen Geistesmenschen, noch nicht infiziert von Luzifer, nannte, die ganze Welt sein, und der ein oder andere mag glauben, was man von Georg Friedrich Händel erzählt - die Entstehung seines „Messias“ hat Stefan Zweig im 4. Kapitel seines Buches „Sternstunden der Menschheit“ dargelegt -, dass er, als er das Hallelujah komponierte, den Himmel offen gesehen habe.
Und immer, wenn dieses Werk auf Erden ertönt, singt ein Engelchor mit.
 
 
Der Tod, ein Geschenk der Götter. Dazu mehr hier  ⤵

Samstag, 17. Oktober 2015

… und jede nimmt und gibt zugleich … – Wenn doch nur Conrad Ferdinand Meyer mit “Der römische Brunnen” unsere Politiker lehren könnte!

Manchmal sind Dichter Philosopen und wären doch besser noch Politiker gewesen!
Wären sie es nur heute! Man ahnt, warum es Platon so angelegen war, nur Philosophen Staatsmänner sein zu lassen. Allerdings hätten sich die Seinen auch nicht so in die Öffentlichkeit gedrängt, wie das heute mancher Philosoph tut.

Conrad Ferdinand Meyers Leben - er lebte von 1825 bis 1899 - war gewiss nicht immer glücklich, seine Depressionen, seine Melancholie, seine Mutterproblematik - an all dem hat er ein Leben lang gearbeitet und auch deshalb zeigt sein Werk immer wieder Perlen eines großen Bewusstseins. Zu ihnen gehören jene faszinierende Ballade aus den Hugenottenkriegen mit ihrem so eindrücklichen Schluss, Die Füße im Feuer, und eines meiner Lieblings-Liebesgedichte, Stapfen; selten gibt es ein Gedicht, das in so zärtlichem Ton geschrieben ist.

Auch sein Gedicht Der römische Brunnen gehört zu diesen Perlen. 

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Donnerstag, 17. September 2015

Geh kühnen Schritt, geh tapfren Tritt!


Die Schritte

Klein ist, mein Kind, dein erster Schritt, 
Klein wird dein letzter sein.
Den ersten geh
n Vater und Mutter mit,

Den letzten gehst du allein.

Seis um ein Jahr, dann gehst du, Kind, 
Viel Schritte unbewacht,
Wer weiß, was das dann für Schritte sind 

Im Licht und in der Nacht?

Geh kühnen Schritt, tu tapfren Tritt,
Groß ist die Welt und dein.
Wir werden, mein Kind, nach dem letzten Schritt 

Wieder beisammen sein. 


Ein ganz liebes Gedicht von einem Mann, den ich sehr verehre, Albrecht Goes (1908-2000), der lange Jahre Pfarrer in jenem Ort war, in dem ich auch viele Jahre gewohnt habe, Gebersheim, ehemals ein Bauerndorf, heute Teilort von Leonberg, unweit von Stuttgart.

Ich bewundere ihn, denn er hat selbst Bemerkenswertes geschrieben, vor allem aber hat er Gedichte, u.a. in seinem Band Freude am Gedicht, so fein, feinsinnig, kenntnisreich und voller Wertschätzung gegenüber dem Dichter interpretiert, gern Mörike und Goethe, dass man seine Gedanken so gern liest wie das Gedicht selbst.

Ich bewundere in ihm auch seine Frau, die, als Goes eingezogen wurde, zuerst als Funker, dann als Feldgeistlicher, die verwaiste Gemeinde betreute und mehrfach Juden im Gebersheimer Pfarrhaus versteckte, wissend, dass es für sie das Konzentrationslager bedeuten würde, wenn man das entdeckte.
Es war umso bemerkenswerter, weil sie noch drei Töchter hatte. 
Wie groß muss ihre Liebe zum Nächsten, zu den Juden, denen sie das Leben rettete, gewesen sein, dass sie ihnen dennoch half.

Albrecht Goes hat übrigens erst nach dem Krieg von all dem erfahren; es war aber sicherlich ganz in seinem Sinne.

Mich bewegt ihr Mut und ihre große Seele heute, angesichts des Leides, das viele erfahren, die keine Heimat mehr haben wie damals die Juden, umso mehr.

Freitag, 20. Juli 2012

So müssen manche Kinder die Seele ihrer Eltern empfinden: voller Gerümpel, verstellt, verfahren. – Kafkas bezeichnende Kurzgeschichte "Heimkehr"

Einer der Kernsätze des Hermes Trismegistos, des ersten Alchemisten in der Geschichte der Menschheit lautet:

Wie oben so unten

Wir finden diese Aussage unter anderem im Vater unser wieder, wenn es dort heißt: wie im Himmel so auf Erden.

Abgewandelt, aber genauso wahr, lautet der Kernsatz des dreimalgrößten Hermes:

Wie innen so außen. 

Die Wahrheit dieses Satzes finden wir in Kafkas Werk gespiegelt, ist es doch mit seinen vielen halbdunklen und verstaubt-verdreckten Örtlichkeiten, mit seinem Personal, das zu keinen klaren Handlungen fähig ist, vor allem den kaputten Frauengestalten, die seine weibliche Seite darstellen, ein Spiegel seines Inneren, seiner Seele, ein Spiegel seiner Hoffnungslosigkeit, einer inneren Dunkelheit und Aussichtslosigkeit, ein Spiegel seines Verhältnisses zu Vater und Mutter.

Ganz besonders wird dies in seinem Roman Der Prozess und seiner Kurzgeschichte Heimkehr sichtbar.
Letztere lässt sich auf unterschiedlichen Ebenen verstehen. Auf eine - wie ich finde, sehr wichtige - möchte ich im Folgenden hinweisen, doch zunächst die Kurzgeschichte selbst:
Nicht von ungefähr gilt für die göttliche Wirklichkeit, dass sie ein Kosmos ist, eine Ordnung, ein Schmuck, wie die Übersetzung des griechischen Wortes lautet. Im Göttlichen ist alles an der richtigen Stelle, alles hat seine Bedeutung, nichts ist überflüssig. Das zeichnet göttliche Räume aus, innen und außen, dass alles seinen ihm ureigenen Wert und damit auch seine ureigene Bedeutung hat. Deshalb reinigt Jesus den Tempel, der für die Seele des Menschen steht, zu Beginn seiner beispielgebenden Seelenreise.
Wenn die Seele des Menschen sich so präsentiert, wie es hier im Haus der Vater-Seele ausschaut, dann kann man dem Sohn nur alles alles Gute wünschen auf dem Weg zum wahren Vater. 

Ich bin zurückgekehrt, ich habe den Flur durchschritten und blicke mich um. Es ist meines Vaters alter Hof. Die Pfütze in der Mitte. Altes, unbrauchbares Gerät, ineinanderverfahren, verstellt den Weg zur Bodentreppe. Die Katze lauert auf dem Geländer. Ein zerrissenes Tuch, einmal im Spiel um eine Stange gewunden, hebt sich im Wind. Ich bin angekommen. Wer wird mich empfangen? Wer wartet hinter der Tür der Küche? Rauch kommt aus dem Schornstein, der Kaffee zum Abendessen wird gekocht. Ist dir heimlich, fühlst du dich zu Hause? Ich weiß es nicht, ich bin sehr unsicher. Meines Vaters Haus ist es, aber kalt steht Stück neben Stück, als wäre jedes mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt, die ich teils vergessen habe, teils niemals kannte. Was kann ich ihnen nützen, was bin ich ihnen und sei ich auch des Vaters, des alten Landwirts Sohn. Und ich wage nicht, an der Küchentür zu klopfen, nur von der Ferne horche ich, nur von der Ferne horche ich stehend, nicht so, dass ich als Horcher überrascht werden könnte. Und weil ich von der Ferne horche, erhorche ich nichts, nur einen leichten Uhrenschlag höre ich oder glaube ihn vielleicht nur zu hören, herüber aus den Kindertagen. Was sonst in der Küche geschieht, ist das Geheimnis der dort Sitzenden, das sie vor mir wahren. Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man. Wie wäre es, wenn jetzt jemand die Tür öffnete und mich etwas fragte. Wäre ich dann nicht selbst wie einer, der sein Geheimnis wahren will.
Thematisiert wird hier eine Ankunft, die kein wirkliches Ankommen beinhaltet. Was dem Sohn vielleicht nur unbewusst klar sein mag, ist, dass die Örtlichkeit auch die Seele seines Vaters spiegelt, denn immer erkennen wir an der Wohnsituation eines Menschen auch Züge seines Inneren, sicherlich nicht im Verhältnis 1 : 1, aber niemand, dessen Seele Licht liebt, zieht in eine Wohnung, die nicht einmal am Tag von der Sonne beschienen wird.
Manche Wohnung, mancher Keller erinnert an ein unsortiertes Ersatzteillager. Nicht von ungefähr.

Wenn wir  uns auf diesem Hintergrund die Kurzgeschichte Kafkas anschauen, wie da von altem, unbrauchbarem Gerät die Rede ist; das Tuch ist zerrissen und alles Mögliche ist ineinanderverfahren, dann wird klar, wie es dem Ankömmling gehen muss: Er zweifelt. Zweifel bedeutet, aus dem Mittelhochdeutschen abgeleitet: zwiegespalten, zerrissen.
Auf den Sohn wartet eigentlich eine Herkules-Aufgabe, wenn er den wahren Vater finden will; denn den findet er vor allem über den leiblichen Vater: wie oben so unten.

Wie wir der Kurzgeschichte entnehmen, könnte das Ende nicht gut aussehen. Der Sohn gelangt nicht einmal ins Zentrum des Hauses, er erlebt den Vater nicht ... wenn er überhaupt da ist ...
Wenn ein Kind seine Eltern, seinen Vater nicht einmal in dessen eigenem Haus findet, weil jener nicht bei sich ist, dann ist wirklich guter Rat teuer.

Dann hilft nur eines: Das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

Da kommt der Vater dem Sohn sogar entgegen!

Deshalb ist diese Bibelgeschichte so wertvoll.

zu einem weiteren wichtigen Aspekt von Kafkas Heimkehr: hier

Dienstag, 3. April 2012

Rumpel-di-pumpel, weg ist der Kumpel ... Was mir an Wolfgang Herrndorfs "tschick" missfällt und gefällt.


Rumpel-di-pumpel ... An diesen Eintrag, den ich mal auf 2800 Meter Höhe in einem Gipfelbuch in der Schweiz gelesen habe, musste ich denken, als ich gerade in Wolfgang Herrndorfs tschick las, wie die drei, Maik, Isa und Tschick auf dem Gipfel eines ostdeutschen Berges sitzen und Tschick in das Holzkreuz mit dem Taschenmesser eingraviert: AT MK IS 10, die Initialien der drei und 2010 ...
100 Seiten lang hab ich mich durch dieses hoch gelobte Buch eher hindurchgequält, immerhin erhielt es ja den Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 - für mich so eine Art Orientierung à la könnte sich zu lesen lohnen
Dieser Möchte-gern-Jugend-nah-Stil Herrndorfs mit auf mich ziemlich verkünstelt wirkenden Versatzstücken aus der Jugendsprache hat mich überhaupt nicht angemacht. Für mich kam vieles relativ hölzern daher und ich hätte das Buch beiseite gelegt, wenn ich es nicht als Unterrichtsvorbereitung hätte lesen wollen/müssen.
Das änderte sich schlagartig, als ich den Beginn von Wolfgang Herrndorfs Bericht über seine Erkrankung (Google unter "Arbeit und Struktur") las. Da wurde mir ganz anders, davon abgesehen, dass mir wieder mal bewusst wurde, wie gut es mir eigentlich geht.
Jedenfalls hab ich ab da das Buch mit anderen Augen, mit anderen inneren Augen gelesen, immer wieder auch mit den Augen eines sterbend Schreibenden (wobei ich hoffe, Wolfgang Herrndorf lebt noch lange ... und irgendwie glaube ich auch, er kann noch gesund werden ...).
Allerdings glaube ich, dass ab diesen Seiten auch das Buch sich verändert. Irgendwie gelingt es Herrndorf ab dem Beginn der Fahrt der beiden Protagonisten mit ihrem geklauten Lada, Maik und Tschick näher an den Leser heranzubringen und allein die Szene, wo Maik dem Dorfpolizisten das Fahrrad klaut und dieser immer näher heransprintet, bevor Maik die viel zu hohe Übersetzung endlich ins Rollen bringt ... das ist klasse geschrieben ...

Was ich absolut nicht mag, ist, wenn Herrndorf so Sätze ablässt wie "Hast du schon mal gefickt?"
Und wenn er das noch dazu ein Mädchen fragen lässt, ist mir das nochmal zu viel (warum, ist ein anderes Thema).
Bestimmt erhöht das die Verkaufszahlen, aber es bestätigt auch so und so viel Jugendliche darin, dass das schon in Ordnung ist, wenn sie über etwas, was für mich mit das Heiligste, was es auf der Erde gibt, ist, auf diese Weise sprechen und es in die Gosse ziehen.
Isa ist 14; also nix wie angefangen mit diesem Wortschatz und dem f.....
Unter anleitender Aufsicht eines Erwachsenen, sozusagen literarisch supervisiert ...
Ich finde, das muss man als Erwachsener nicht lancieren.
Es sei denn, man findet das okay ... das erklärt dann manches andere ...

Auf der anderen Seite aber gibt es in diesem Buch kurze Zeit später eine Stelle, die ist wunderbar ehrlich geschrieben und balanciert die Gosse von vorher ...
Da lässt uns Herrndorf nämlich an den Gedanken Maik Klingenbergs teilhaben:
...tatsächlich wollte ich gar nicht mit ihr schlafen. Ich fand Isa zwar toll und immer toller, aber ich fand es eigentlich auch vollkommen ausreichend, in diesem Nebelmorgen mit ihr dazusitzen und ihre Hand auf meinem Knie zu haben, und es war wahnsinnig deprimierend, dass sie die Hand jetzt wieder weggenommen hatte. Ich brauchte eine Ewigkeit, bis ich mir einen Satz zurechtgelegt hatte, den ich sagen konnte. Ich übte diesen Satz in Gedanken ungefähr zehnmal, und dann sagte ich mit einer Stimme, die klang, als würde ich gleich einen Herzinfarkt kriegen:"Aber ich fand es schön mit deiner ... ähchrrm. Hand auf meinem Knie." 
"Ach?" 
"Ja." 
"Und warum? 
Und warum, mein Gott. 
Der nächste Herzinfarkt. Isa legte ihren Arm um meine Schulter. 
"Du zitterst ja", sagte sie. 
"Ich weiß", sagte ich. 
"Viel weißt du nicht." 
"Ich weiß." 
"Wir könnten ja auch erstmal küssen, wenn du magst." 
Und in dem Moment kam Tschick mit zwei Brötchentüten durch die Felsen gestiegen, und es wurde nichts mit Küssen. (Kapitelende)

Gedankenkino weit  nach innen. Unglaublich einfühlsam. Kein Wort zu viel. Einfach mit der Hand wenige Bilder in den Sand von Zeit und Wirklichkeit gemalt ...

Mittlerweile habe ich das Buch fertig gelesen; es lässt mich nachdenklich zurück. Mein Herz haben Tschick und Maik gewonnen ... wie sicherlich das vieler Leser.
Das Buch endet mit einer Option Maiks auf zwei Frauen, in die er verliebt ist, mit einem Tschick, der im Erziehungsheim sitzt, und der aktuellen Situation, dass Maik mit seiner alkoholkranken Mutter auf dem Boden des Pools sitzt und beide die Luft unter Wasser anhalten, nachdem sie zuvor Fernseher, Stereoanlage, China-Lampe, Beistelltisch, Couch-Sessel und anderes mehr in das Schwimmbad geschmissen haben; am Rand, an der Wasseroberfläche, warten zwei Polizisten, von den Nachbarn, den "Scheiß-Stasi-Kacker(n)" alarmiert.
Eine Lösung ist das nicht.
Muss auch nicht sein.
Allerdings, ich liebe Bücher, die Hoffnung auf das Leben machen ... es gibt so wenige davon ...