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Sonntag, 19. April 2015

Wenn der erste Blätterflor die Bäume sanft umgrünt . . .

. . . kann es im Paradies kaum schöner sein:




















Dann ist der Wald in ein Meer von Buschwindröschen getaucht,




















dass sogar das Bähnchen nach Schweinfurt gern halten würde :-)
























Allerdings nicht zu lange nach Bähnchen geguckt, denn unvermutet droht Gefahr. Tatsächlich liegen zwei Abschläge des Bad Kissinger Golfplatzes oberhalb des Waldweges und der Nicht-Golfer staunt nicht schlecht, denn die Cracks müssen mit ihren Abschlägen über den Fluss kommen und dann noch ziemlich weit. Auf dem Bild unten sieht man im Vordergrund den Abschlagplatz und ganz ganz in der Ferne die Malstange, das Ziel. Tatsächlich tat mir ein Golfer den Gefallen und hat seinen Ball im Fluss, der unterhalb der Hecke fließt, versenkt (köstlich) - aber ansonsten: alle Achtung!


 Ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele so idyllische Golfplätze gibt. Die Fränkische Saale fließt am Rand, ein Bach gurgelt mitten hindurch und alles sieht aus wie ein großer, schöner Park.
Das ist die Anlage im Grunde auch, echt herrlich. Gegen Ende hin, wenige Meter oberhalb eines eher symbolischen Zaunes steht eine meiner Lieblingsbänke. Von ihr kann man den Bach, weit unten die Saale, eine Landschaft, die wirklich wie gemalt aussieht, und in der Ferne den Wittelsbach-Turm sehen (wenn man großklickt, sieht man ihn jedenfalls auf dem Bank-Foto).
Da ist die Versuchung jedes Mal echt groß, eine kleine Rast einzulegen :-)




















Man kann dann  unter der Eisenbahn durch nach Arnhausen laufen, ein kleiner, ruhig und idyllisch gelegener Ort. Und was ich hier gewiss nicht anzutreffen vermutet hätte:








Als ich aus dem Ort rauslief, bin ich noch auf ein Fleckchen Erde getroffen, wie man es hier immer wieder finden kann, auch deshalb, weil es immer wieder Bäche gibt. Ich finde, Wasser tut einfach gut :-)) erst recht, wenn es so romantisch zwischen Weide und Mäuerchen den Wiesenhang runterpurzelt:






Sonntag, 9. März 2014

Der Himmel jubiliert, zeigt seine Freude



Vielleicht sollten wir - nicht nur, aber vor allem am Sonntag, am Sonnen-Tag - einen Moment verweilen bei der Tatsache, dass der Frühling gekommen ist, prognostiziert für eine ganze Woche, 7 Tage; der Himmel also lacht und strahlt, als gäbe es etwas Besonderes zu feiern. 

Vielleicht sind tatsächlich auf der Erde und im Himmel - beides ist nicht zu trennen - Dinge geschehen, die den Himmel 7 Feste feiern lassen.

Ungewöhnlich war der milde Winter. Wem galt die Milde?

Ungewöhnlich dieser Frühling. Es ist, als ob alle Krokusse und alle Vögel, die schon immer Boten Gottes waren und mit ihrem Gesang den Ewigen verehren, sagen: Lasst uns feiern.

Menschen jammern, wenn das Wetter grau ist und die Natur Emotionen freisetzt, die Menschen und Tieren, Bäumen und Sträuchern ihre Endlichkeit zeigen müssen.

Wenige aber nur sind dankbar, wenn der Himmel und die Sonne die Erde streicheln, wärmen, ihre Liebe zeigen, die immer da ist. 

Der Tag lässt uns die Sterne nicht sehen, die Nacht und die Wolken lassen uns die Sonne nicht sehen. Doch strahlen sie immer.

So wie es im Abendlied von Matthias Claudius heißt: 


Seht ihr den Mond dort stehen, 
er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen, 
weil unsere Augen sie nicht sehen.

Wir sehen den Himmel lachen und haben Grund, dankbar zu sein.


Sonntag, 5. Mai 2013

... da ist in meinem Herzen / Die Liebe aufgegangen.




















Im wunderschönen Monat Mai,

Als alle Knospen sprangen,

Da ist in meinem Herzen

Die Liebe aufgegangen.


Im wunderschönen Monat Mai,

Als alle Vögel sangen,

Da hab ich ihr gestanden

Mein Sehnen und Verlangen.


Heinrich Heine war 25 Jahre, als er 1823 dieses Gedicht schrieb, und natürlich gehen wir davon aus, er habe ein bestimmtes Mädchen im Kopf und Herzen gehabt.

Vielleicht war es aber auch ganz anders.

Vielleicht ist Heinrich Heine wirklich DIE LIEBE aufgegangen.

Fast zeitgleich mit ihm hat ja noch Eduard Mörike geschrieben:



Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,

geht arm, zerrüttet, unbeschuht 



Ob im Mai 2013 die Liebe aufgeht? – Nach diesem langen Winter, der fast nicht enden wollte?

Ist vielleicht die Eiszeit unter den Menschen vorbei?

Öffnen sie ihr Herz für DIE LIEBE?

Wer kann aus tief empfundenem Herzen, aus dem Herzinnern heraus sagen:


Da hab ich ihr – der Liebe – gestanden
Mein Sehnen und Verlangen.


Möge dies bei vielen Menschenkindern,
bei mir, 
bei Dir, 
der Fall sein!





















Und jedenfalls, eins ist sicher:
So unmittelbar, schnörkellos, direkt, wie Heine die Knospen springen und alle Vögel singen lässt, so unmittelbar und direkt trifft er auch seine Aussage über seine Liebe:
Es muss eine schöne und zu Herzen gehende gewesen sein!
LIEBE eben!

Sonntag, 24. März 2013

Die Liebe steht am Pfahl gebunden! – Ist es deshalb so kalt? – Eduard Mörikes "Peregrina V"


Heute bin ich über eine Wiese gelaufen, auf der sich nicht eine Spur von frischem, jungem Gras zeigte. Und erinnere ich mich recht, dass im letzten Jahr schon Schlüsselblumen um diese Zeit zu sehen waren? Weiß nicht, vielleicht war es auch 14 Tage später, jedenfalls sah es vor einem Jahr so schön aus:


Meine Lieblings-Schlüsselblumen-Wiese

Morgen beginnt die Kar-Woche und es ist richtig kalt.

Es mag irgendwie kein Zufall sein.

Montag, Dienstag, Mittwoch sind die sogenannten Stillen Tage, die auf den Einzug der Liebe in Jersusalem vorbereiten.

Normalerweise strömt da alles selbstvergessen nach Italien oder ins Freie, ist aus dem Häuschen.

Dabei vergessen wir schon lange, dass die Liebe seit langem kein Haus mehr unter uns Menschen hat, sie wohnt weder unter uns noch in uns. Jedenfalls glaube, ich, es gilt für viele Menschen. Zu viele.

Pfingsten, Weihnachten, Ostern – wer weiß noch, was es damit auf sich hat? Wen interessiert noch das Schicksal der Liebe?

Eduard Mörike hat es vor ca. 180 Jahren interessiert. Allerdings vor allem deshalb, weil er seine große Liebe verlor, die er in seinem Roman Maler Nolten Peregrina nannte. Sie, die Vagantin, die er als Kellnerin kennenlernte, wollte nach einer Zeit der Trennung zu ihm, dem angehenden Theologen, wollte ihn wiedersehen. Doch er verweigerte sich, verweigerte sich seiner großen Liebe. So blieb ihm Maria Meyer ewig eine Fremde, eben eine Peregrina. - Mir scheint, es war die Liebe seines Lebens und mir ist auch, als ob er das immer gewusst hätte, auch wenn er Anläufe nahm zu heiraten oder ernsthafte Liebesbeziehungen einzugehen. Möglich, dass immer Mutter und Schwester zwischen ihm und den Frauen standen, wir sehen nicht detailliert in Menschen hinein, und das ist auch gut so. Manches, was wir als negativ und psychologisch hochtrabend erklären würden, könnte sich als Grund herausstellen, warum es in manchen Dichter solche Quellen der Inspiration gab. Leid ist eben nicht nur vordergründig Schicksal, sondern auch manchesmal Musen-Gabe, göttliches Geschenk.

Unter den vielen Peregrina-Gedichten sticht Peregrina V hervor, denn das erste Quartett innerhalb dieses Sonetts ist zu bezeichnend für den Zustand der Liebe auf der Erde. Hier geht es nicht (nur) um Mörikes Liebe, hier geht es um DIE LIEBE.

Jedenfalls musste Mörike so schreiben:

Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht;
Dies edle Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,
Mit Tränen netzet sie der Füße Wunden.
Alle weiteren Strophen sind Biografie, die Frage, wie man nur so dumm sein kann, solch eine Liebe zu verlassen, die Tatsache, wie glutvoll ihre Wangen waren, wie kaum zu bändigen sie war, dass sie wie ein Frühlingssturm über ihn kam, wie Stürme voller Frühling ... und eine Menge Botticelli ist auch dabei, die wilden Kränze, gewunden in ihr Haar ...

Kann uns die Liebe, DIE LIEBE verlassen?

Eine Frage, die sich niemand stellt.

Wie selbstverständlich gehen wir davon aus, dass sie selbstverständlich kommt, wenn wir so gnädig sind, uns ihr zuzuwenden.

Wie ein dressierter Hund kommt sie, wenn wir pfeifen.

Wenn wir uns da mal nicht vertun!

Es könnte sein, dass sie sich bereits abgekehrt hat und nie mehr zurückkommt. Man merkt nicht, dass man sie schon längst gekreuzigt hat und als Trojaner glaubt, eine Helena zu besitzen, die, wie uns Euripides vermittelt, nie in Troja war. Man kann ein Leben lang auf eine Chimäre hereinfallen (gut, dass es nicht nur ein Leben gibt . . .)


Um all das wusste Mörike:

Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,
Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht;
Dies edle Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,
Mit Tränen netzet sie der Füße Wunden.

Ach, Peregrinen hab ich so gefunden!
Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Glut,
Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wut
Und wilde Kränze in das Haar gewunden.

War´s möglich, solche Schönheit zu verlassen?
-So kehrt nur reizender das alte Glück!
O komm, in diese Arme dich zu fassen!

Doch weh! o weh! was soll mir dieser Blick?
Sie küsst mich zwischen Lieben noch und Hassen,
Sie kehrt sich ab und kehrt nie mehr zurück.
                                                                     (vor 1831)

Sonntag, 16. September 2012

... den blauen Himmel unverstellt ... – Eduard Mörikes "SeptemberMorgen"


23 Jahre war Mörike alt, als er dieses Gedicht schrieb, das, wie manches seiner Kleinode, ein Kosmos im Kleinen ist, 

... Veilchen träumen schon ... – so hieß es in Er ist´s. Damals ahnten die Veilchen den kommenden Frühling und das kleine Wörtchen schon ließ uns erahnen, was alles möglich ist, wenn Veilchen aus ihrem Traum erwachen.

Auch in diesem Gedicht wird geträumt, doch hier geht es nicht um ein schon – hier spielt das unscheinbare Wörtchen noch diese bedeutende Rolle. Es will uns vorbereiten auf das warm fließende Gold eines Herbsttages. 


Und Mörike nimmt uns mit: Bald siehst du ... so spricht er mit sich und zugleich mit seinem Leser – und wie intensiv!
Sechs Zeilen und jede malt ein wundervolles Bild:

SeptemberMorgen
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.


Donnerstag, 23. April 2009

Eduard Mörikes "Er ist´s!" - Vom Harfenton des Frühlings




 

Generationen von Schülern hat Eduard Mörikes Gedicht geprägt und - sehr oft sicherlich unbewusst - bereichert.


 

Frühling lässt sein blaues Band

Wieder flattern durch die Lüfte;

Süße, wohlbekannte Düfte

streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,

Wollen balde kommen.

Horch, von fern ein leiser Harfenton!

Frühling, ja du bist's!

Dich hab ich vernommen!




Viele mussten das Gedicht des schwäbischen Theologen auswendig lernen, ohne recht zu wissen, warum ausgerechnet dieses. Doch erging es ihren Seelen wohl wie den ahnungsvoll streifenden Düften:

Sie ahnten ... Sie ahnten, dass es mit den zu lernenden Zeilen etwas Besonderes auf sich haben müsse.

Pronominal vorweggenommen: der Frühling

Dieses Gedicht ist das träumende Veilchen unter allen Gedichten, so versonnen blau wie das Band, von dem es erzählt.
Auffallend ist schon sein Beginn:
Unmittelbarer kann man nicht zur Sache kommen. Mit dem ersten Wort des Gedichtes sind wir schon mittendrin: Frühling ...
So unmittelbar wie dieser Beginn ist, so geschickt ist der Kunstgriff, dessen sich Mörike mit Hilfe der Überschrift bedient: pronominal nimmt er vorweg, um was und wen es geht: Er ist´s!
Noch verrät er damit nichts; das Personalpronomen Er deutet nur an, bereitet vor; dann, mit dem ersten Wort ist, wie bereits erwähnt, alles klar!


Mit welcher Selbstverständlichkeit ist der Frühling da!
Und mit welcher Selbstverständlichkeit spricht Mörike im ersten Vers von jenem blauen Band ... es ist die Selbstverständlichkeit seiner tiefen Religiosität.

Blaues Band und Goldener Wind

Da mag fast jeder überzeugt sein, dass es dieses wirklich gibt, so wie es die blaue Blume des Novalis in Wirklichkeit gibt.

In der Bibel kommt die Farbe Blau übrigens nicht ein einziges Mal vor; auch kannten die Griechen Blau als Farbe des Meeres nicht: aber blau ist der Sternenmantel Marias, tiefes Blau ist die Farbe tiefster Religiosität. Damit hat das blaue Band sehr viel zu tun!

Unser Denken, unsere Ein- und Vorstellungen sind von der Kraft dieser Symbolik meist weit entfernt, leider zunehmend mehr.

Dieses blaue Band ist im Übrigen die Schwester des Goldenen Windes, wie der Westen die Schwester des Ostens ist. Für fernöstliches Denken ist das Vorhandensein dieses Goldenen Windes selbstverständlich; das 27. Koan des Hekiganroku, der Aufzeichnungen des Meisters vom blauen Fels, spricht davon.

Goldener Wind, KIN-PU, ist im Chinesischen der Ausdruck für den Herbst; dort verkörpert er reines Wissen.

Mehr darüber findet sich im Buch des früheren Top-Managers E. Meyer-Galow mit dem Titel Leben im Goldenen Wind, dem ich durchaus kritisch gegenüberstehe, zwei Aspekte aber sehr bemerkenswert finde; einer davon betrifft die Ausführungen über den Goldenen Wind.

Das Wahre, das Göttliche lässt sich nicht direkt erkennen

Die Großen unserer Kultur wussten um die Kraft dieser Symbole, der Symbolkraft der Farben, der Symbolik der Jahreszeiten. In seinem Versuch einer Witterungslehre schreibt Goethe:

Das Wahre, mit dem Göttlichen identisch, lässt sich von uns niemals direkt erkennen, wir schauen es nur im Abglanz, im Beispiel, Symbol, in einzelnen und verwandten Erscheinungen.

Auch C.G. Jung wusste:

Wenn die Seele das Symbol erforscht, wird sie zu Vorstellungen geführt, die jenseits des Zugriffs des Verstandes liegen.

Auf diesem Hintergrund ist es ein Segen, dass die Seelen so vieler Kinder und Jugendlicher der Symbolik des blauen Bandes zugeführt wurden; für ihre Seele war die Kraft der Symbolik des blauen Bandes Nahrung, um die unser Verstand nicht weiß.

Nur wenn die Sinne lebendig sind, kann Leben sinn-voll sein

Die 37 Worte von Mörikes Gedicht sind ein wunderbares Kraftwerk der Symbolik. Schon der Beginn ist ein Meisterwerk im Kleinen:

Frühling lässt sein blaues Band ...

Ein Frühling müht sich nicht . . . er lässt flattern . . .

Der Dichter des Maler Nolten ist ein Meister formaler Mittel; so wirkt die B-Alliteration in blaues Band intensivierend ins Unbewusste hinein, genauso wie dies, der Natur eines Enjambements entsprechend, der Zeilensprung von Zeile 1 nach Zeile 2 leistet und damit das Tun des Frühlings so wirkungsvoll unterstützt; ein weiterer unterstützt kurz darauf die Düfte in ihrem Streifen über Land.

Es gibt kaum einen Text, der in so wenigen Zeilen so wesenhaft ist: Alles lebt hier, sieht hier, hört und riecht und fühlt, eine Synästhesie der Sinne; alles ist beteiligt, bewegt sich und wird bewegt.

Lebendige Sinne geben unserem Leben Sinn, machen es sinn(en)voll.

Es gibt nicht nur die Luft, es sind die Lüfte, die dem blauen Band Heimat sind; es gibt nicht nur einen einzelnen Duft, es sind Düfte, die über Felder und Auen streifen.

Und wie sanft alles geschieht, schon allein, damit die Veilchen ihr Werden im stillen Blau weiterträumen können. Da sind die ü-Laute in Lüfte und süße und Düfte und Frühling, die in uns anklingen; da sind die ei-Laute in Streifen, in Veilchen, in leise; da sind die o-Laute in wohl, in Wollen, in kommen, in Horch und im Ton . . . alles klingt und ist Traum und Wirklichkeit zugleich, alles ein Fest der Sinne.

Und nicht nur dem Frühling wendet sich das lyrische Ich zu, sondern auch dem Leser: Horch doch!

Welch ein Wandel von dem scheinbaren Unbeteiligtsein des Beginns hin zu der Ansprache an Frühling und Leser, vom Er ist´s zum Du bist´s!

Welche Wertschätzung wird hier gerade auch dem Frühling zuteil!
Kein Wunder, dass er so gern uns seine Fülle gibt, weil es Menschen gibt, die sein Wesen so innig erfassen …
Tatsächlich, am besten, man kann das Gedicht auswendig, um es mit ganzem Herzen dem Frühling zu widmen …

Als App wird es dieses Gedicht kaum geben.

Der Segen jedoch bleibt, dass so viele Kinder und Jugendliche es auswendig lernen durften.


 
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Samstag, 9. Februar 2008

Osterahnen im Februar


Millionen durchsichtiger Schmetterlinge

fächeln den Frühling mir zu

Sonnenweben allüberall

Lenz der noch taumelt

bittet um sanfte Begegnung

Bis auf keuchende Jogger

nehmen alle sein Anliegen ernst

Selten sind so viele Menschen

dankbar gestimmt


Sonnengefluteter Äther

Natur auf Empfang

keine Scholle will

eine Nordseite haben


Auf atmenden Ackerkrumen

kreistanzen Elfen im Licht

Baumgruppen

Inseln des Glücks

Ahorn räkelt sich sanft

Wundern liegt in der Luft

ein Strauch lächelt
über seinen Schatten


Fenster des Waldbaldachins
sind weit zum Himmel geöffnet
Aus der Weite des Blaus
perlt sich hinein
Sonnenlicht über ahnende Zweige
hin zu vereinzelt erst
zwitschernden Vögeln


Sanftes Pochen der Welt

Sehnsucht zukünftigen Knospens

letzte Zähren des Winters

haben den Dienst nun getan

geben Raum neuer Zeit


Buchen und Kiefern am Waldrand

flüstern sich zu

kichern und winken

freuen sich über den Gruß

und raunen einander

ein Mensch hat gegrüßt


Lindes Hauchen der Luft

zärtlich liebkosendes Sein

Seligkeit sanften Beginns