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Sonntag, 5. März 2017

Der zunehmende Verlust tiefer Religiosität und ihr meist bestens getarnter Zusammenhang mit dem Mangel, dankbar zu sein.

Als tiefe Religiosität bezeichne ich eine Sehnsucht der Seele und ihr Streben, das darum weiß, dass der Mensch, um es mit der jüdischen Kabbala auszudrücken, nach Kether, nach der Krone strebt, aber noch mehr oder weniger weit davon entfernt ist. 
Nachdem das Konzil zu Konstantinopel 553 unter Kaiser Justinian I. diejenigen, die weiterhin - so der Wortlaut - an eine fabelhafte Präexistenz der Seele glaubten (und damit meist auch an Reinkarnation), verflucht hatte, blieb es vor allem dem Buddhismus vorbehalten, diesen Gedanken weltweit wachzuhalten, der allerdings auch im mitteleuropäischen Raum nie wirklich ausgerottet werden konnte; Rosenkreuzer, Freimaurer, Goethe, Christian Morgenstern, Wilhelm Busch  und viele andere blieben diesem Denken verpflichtet.

Reinkarnation legt nahe, dass der Weg der Seele - im Sinne Buddhas - über tausende von Inkarnationen geht, entwickelt sich doch die menschliche Seele durch viele Weltzeitalter; Ziel ist es, selbst zum Buddha zu werden - keineswegs ist also das Rad der Wiedergeburten ein endloser Kreislauf. 

Es ist ein weiterer von der Kirche verbreiteter fataler Irrglaube, dass die sieben Schöpfungstage sich auf den Anfang menschlichen Seins beziehen. Vielmehr ist es so, dass der Mensch in seiner Entwicklung erst am siebten Schöpfungstag vollendet ist, dass aber die gesamte Entwicklung unter göttlicher Hut geschieht ("und Gott sah, dass es gut war"), wenn es auch der Mensch weidlich ausnutzt, dass er immer  zu freien Entscheidungen in der Lage ist. 
Unter anderem auch Hildegard von Bingen verweist darauf, dass der Mensch inmitten des Schöpfungsprozesses sich befindet.

Es soll hier nicht um die Rolle des Bösen gehen, das bekanntlich auch sein Gutes hat, was aber - in den letzten Monaten mehr denn je, wenn man den IS sieht oder was sich in den USA abspielt, wo Verlogenheit fröhliche Urstände feiert - momentan schwerfällt  zu glauben. Eines der eindrücklichsten Beispiele für die Rolle des Bösen im Entwicklungsprozess hat Goethe mit seinem Faust niedergeschrieben.

Es geht mir hier um eine bestimmte Strategie des Bösen.

Eine ist bekanntlich die, der auch Faust anheimfällt, sich für Gott zu halten. Das endet im Faust I mit vier Toten (der zum Tode verurteilten Margarethe, ihrem von ihr getöteten Kind, ihrem von Faust und Mephisto getöteten Bruder und ihrer "aus Versehen" vergifteten Mutter). Ich würde nicht viel darauf geben, wenn Menschen behaupten, sie wollten sich nicht für Gott halten. Oft geben sich solche Menschen atheistisch, um es unverhohlener tun zu können (wenn es keinen Gott gibt, kann man sich angeblich nicht für ihn halten).

Eine Strategie, um die es mir hier geht, ist, sich unwissend zu stellen, wenn es gälte, dankbar zu sein.

Dankbarkeit aber ist Voraussetzung für eine ehrliche Religiosität.

Anlässlich einer Konstitutionsbehandlung erzählte mir meine Bad Kissinger Homöopathin von einer Frau, die sich auch in einer Konstitutionsbehandlung befand und in ihrem Leben eine neue Aktivität begonnen hatte. Den Zusammenhang mit ihrer Behandlung und der Einnahme des Konstitutionsmittels aber wollte sie nicht sehen.

Ich ging nachmittags spazieren, und da fiel es mir - wie so oft mitten im Wald - wie Schuppen von den Augen: 
Das war keine Unfähigkeit zu erkennen, dass eine neue Aktivität, also Neuland zu betreten, und die Konstitutionsbehandlung nicht zufällig zusammenfielen. 
Das war eine womöglich bewusste Strategie der Seele, nicht dankbar sein zu müssen. 
Man wäre es ja nicht selbst gewesen, der auf das Neue gekommen wäre. Es wäre ja auf das homöopathische Mittel zurückzuführen gewesen, zumindest hätte es damit zusammengehangen.

Zusammenhänge nicht zu erkennen kann wirklich auch auf eine Unfähigkeit des Bewusstseins  zurückzuführen sein, ganz einfach dann, wenn die Seele noch nicht in der Lage ist zu erkennen, wie bei aller Individualität alles mit allem zusammenhängt.
Oft aber, so wurde mir schlagartig bewusst, liegt es einfach an der Weigerung, etwas Höheres anzuerkennen. Es liegt also an der Bereitschaft, sich dankbar einem Höheren zuwenden zu müssen.
Wie unbedarft kann man dann tun.
Ach, meinen Sie, das glaube ich eigentlich nicht, ich hätte das ohnehin gemacht ...

Durch meine christliche Erziehung ist mir heute bewusst, wie leicht es vielen Christen fällt, Großer Gott wir loben Dich zu singen, aber wie schwer es ist, ihn im Kleinen erkennen zu wollen, z.B. in einem Globuli.  
Großes lässt sich leicht herausposaunen, ist unverbindlich; als Einzelner kann man sich leicht verstecken.
Kleines aber verweist auf die persönliche Beteiligung. Da auf einmal werden viele dann seltsam stumm.

Das betrifft aber nicht nur das Göttliche:
Faust fällt es sogar schwer, das Böse als eine überlegene Macht anzuerkennen; die Folge aber davon ist, dass er Mephisto, der viel gerissener als er ist - wie das Böse leider sehr oft viel bewusster und gerissener ist als wir -, im Grunde fast hilflos ausgeliefert ist.

Wie viel schwerer aber fällt es uns Menschen, etwas, das wir Gott nennen oder Geist oder Christus als ein weltenschaffendes Bewusstsein anzuerkennen. 
Wir sperren es lieber aus. Dann brauchen wir schon nicht dankbar zu sein.
Diese Dankbarkeit fängt bei ganz kleinen Dingen an. Mir hat das auch ihre Offenheit dafür, Wunder in Ihrem Leben zu sehen, eine liebe frühere Kollegin gezeigt. Ihr kleines Buch über Wunder enthält oft ganz schlichte Wunder-Geschichten.

Der eigene Stolz, den wir doch gaaar nicht haben, muss Platz lassen für Dankbarkeit. Aber Ersterer ist eine ganz zähe Masse, die es doch ohnehin bei uns kaum gibt . . . Gott sei Dank, wie viele Christen dann noch zu sagen pflegen . . . Wenn sie nur sehen würden, wie breit Mephistopheles dann grinst.

Sonntag, 9. März 2014

Der Himmel jubiliert, zeigt seine Freude



Vielleicht sollten wir - nicht nur, aber vor allem am Sonntag, am Sonnen-Tag - einen Moment verweilen bei der Tatsache, dass der Frühling gekommen ist, prognostiziert für eine ganze Woche, 7 Tage; der Himmel also lacht und strahlt, als gäbe es etwas Besonderes zu feiern. 

Vielleicht sind tatsächlich auf der Erde und im Himmel - beides ist nicht zu trennen - Dinge geschehen, die den Himmel 7 Feste feiern lassen.

Ungewöhnlich war der milde Winter. Wem galt die Milde?

Ungewöhnlich dieser Frühling. Es ist, als ob alle Krokusse und alle Vögel, die schon immer Boten Gottes waren und mit ihrem Gesang den Ewigen verehren, sagen: Lasst uns feiern.

Menschen jammern, wenn das Wetter grau ist und die Natur Emotionen freisetzt, die Menschen und Tieren, Bäumen und Sträuchern ihre Endlichkeit zeigen müssen.

Wenige aber nur sind dankbar, wenn der Himmel und die Sonne die Erde streicheln, wärmen, ihre Liebe zeigen, die immer da ist. 

Der Tag lässt uns die Sterne nicht sehen, die Nacht und die Wolken lassen uns die Sonne nicht sehen. Doch strahlen sie immer.

So wie es im Abendlied von Matthias Claudius heißt: 


Seht ihr den Mond dort stehen, 
er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen, 
weil unsere Augen sie nicht sehen.

Wir sehen den Himmel lachen und haben Grund, dankbar zu sein.


Dienstag, 1. Oktober 2013

Sieh, dass es gut ist! – Steine für unser Lebenshaus.


Zufällig lese ich gleichzeitig in einer 9. Klasse Markus Zusaks Der Joker und in Ethik in Klasse 8 die Schöpfungsgeschichte aus dem 1. Buch Mose im Rahmen der Unterrichtseinheit Judentum.

Im Joker hat Ed gerade zwei Asse und damit 6 Aufgaben gemeistert. Er kann nicht schlafen, überlegt sich in der Küche, ob er mit einer Stechmücke mitsummt, dann geht er in sein Zimmer zurück:

Ich ziehe die Schublade heraus und lege mir die Karten auf die Hand. Das gelbe Licht des Zimmers kauert neben mir, während ich mir glücklich die Geschichten dieser Karten ins Gedächtnis rufe. Ich bin tief berührt, als ich an Milla und die Edgar Street denke, und ich wünsche Sophie ein wunderbares Leben. Ich lache über Vater O´Reilly, die Henry Street und den Tag der offenen Kirche. Dann denke ich an Angie Caruso, für die ich gerne mehr getan hätte. Und an diese verdammten Rose-Brüder.

Als wir diese Passage im Unterricht lasen, wurde mir schlagartig die Korrespondenz zu der Schöpfungsgeschichte bewusst, wenn es dort immer wieder nach der Arbeit eines Schöpfungstages heißt:

Und Gott sah, dass es gut war.

Genau das macht Ed. Auf seine Weise. 
Wie wichtig ist das.
Wenn etwas gut ist, weil es gut ist, es noch einmal sich zurückzuholen und sich zu freuen.

Ich glaube, dass es meine Klasse, als ich den Zusammenhang zwischen der Schöpfungsgeschichte und dem Joker angesprochen habe, wirklich auch kapiert hat. Weil es richtig aus meinem Inneren kam.

Das Gute nochmal auf die Gold-Waage der Erinnerung zu legen, macht das Gute erst gut, gibt ihm erst wirklich die Kraft zu innerer Verwandlung. Es sind die Steine, aus der wir unser Lebenshaus bauen, wenn es aus wirklichen Steinen und nicht aus Gebrösel sein soll.
Die Steine halten bis zum nächsten Leben :-) 
Am Anfang von Momo ist es auch so, im Amphitheater finden sich Steine aus früheren Leben ... gute Steine :-))
(jetzt lacht Michael Ende gerade ...)

Schon lange bin ich der Meinung, dass es eine hohe Korrespondenz zwischen Geschichten in der Bibel und unserem Leben gibt.

  • Wie kommen wir in den Teich Bethesda, wenn wir krank sind?
  • Warum sollten auch wir den Tempel, das heißt, unser Seelenhaus reinigen?
  • Warum sollten wir auch unsere Eltern verlassen, wie der 12-jährige Jesus es tat?
  • Vor welchem Ninive fliehen wir und wundern uns, dass es um uns und in uns so dunkel ist, wie eben im Bauch des Wals - Jona lässt grüßen.

Jedenfalls mache ich das in Zukunft bewusster: Ich sehe, was gut ist. 

Manchmal macht es pling und es ist soweit: Man spürt, jetzt hab ich´s wirklich kapiert. Jetzt mach´ ich´s wirklich.
Dafür bin ich jetzt dankbar.
Das ist gut :-)) !

Freitag, 29. März 2013

Nun in heilgem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha.

Wegkreuz bei Merklingen am Rande des Schwarzwaldes
Für den Karfreitagsgottesdienst des Jahres 1927 schrieb ein Mann, den ich seit Kindestagen verehre, das folgende Lied, zweifellos einer der mutigsten Deutschen, die je gelebt haben. Ich glaube, es war mein erster Religionslehrer auf dem Gymnasium, der damalige Pfarrer der Heilandsgemeinde im Frankfurter Ortsteil Bornheim, Ernst Klöß, der uns dieses Lied auswendig lernen ließ und mir diesen Mann nahebrachte.
Warum das so intensiv geschehen konnte, lag, so denke ich heute, auch an dessen Namen, der - genauso wie seine Arbeitsstätte, die den wunderschönen Namen Bethel, Haus Gottes, trägt - für mich einfach klingt und schwingt:

Friedrich von Bodelschwingh.
Ein Mann, den man nicht vergisst!

Voller Hochachtung verbinde ich mit seinem Namen, dass er sich so mannhaft bewährte in der Zeit seines persönlichen Golgatha, als er den Schergen des Nationalsozialismus den Mut seines Glaubens entgegensetzte, ja, sich in einer persönlichen Begegnung mit Hitler für die ihm anvertrauten Kranken und Behinderten und Juden einsetzte. 
Immer wieder mag ihm das Psalmwort, das im Chorbogen der Zionskirche von Bethel zu lesen ist, ein Rückhalt gewesen sein:
Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, 
werden wir sein wie die Träumenden.

Mutig trat er öffentlich der Euthanasie entgegen, gab nicht die Behinderten und Kranken Bethels heraus und rettete so vielen Hunderten - manche sprechen von Tausenden - Menschen das Leben.

Warum er das konnte und durchhielt, vermittelt sein Lied; ich glaube sogar, es ist das einzige, das Pastor Fritz - wie Bodelschwingh liebevoll genannt wurde - geschrieben hat. 

Heute verfasste Kirchenlieder verwenden ein anderes Vokabular. In die damalige Zeit haben Bodelschwinghs Worte gepasst. 
Sie lassen uns gewahr werden, wo - vielleicht nicht nur an Karfreitag - unser Standort zu sein hat: auf Golgatha.

Bodelschwinghs Worte haben nicht nur in seine Zeit gepasst; sie sollten sich als prophetisch erweisen:


Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha, 
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld, 
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Nun in heilgem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha. 
Tief und tiefer wir uns neigen vor dem Wunder, das geschah,
als der Freie ward zum Knechte und der Größte ganz gering,  
als für Sünder der Gerechte in des Todes Rachen ging.

Doch ob tausend Todesnächte liegen über Golgatha, 

ob der Hölle Lügenmächte triumphieren fern und nah, 
dennoch dringt als Überwinder Christus durch des Sterbens Tor; 
und die sonst des Todes Kinder, führt zum Leben er empor.

Schweigen müssen nun die Feinde vor dem Sieg von Golgatha.

Die begnadigte Gemeinde sagt zu Christi Wegen: Ja!
Ja, wir danken deinen Schmerzen; ja, wir preisen deine Treu; 
ja, wir dienen dir von Herzen; ja, du machst einst alles neu.

Dienstag, 2. Oktober 2012

Sogenannte Heilige, Scheinheilige und zwei Gebete, die zu Herzen gehen.


Den gestrigen Post bzw. die Worte Pfarrer Brochs habe ich mir ausgedruckt, ausgeschnitten und in mein Exemplar von Der Joker geklebt, um sie heute meiner Klasse, mit der ich gerade dieses Buch lese, vorzulesen anlässlich einer Stelle darin, die genau zu den Worten Michael Brochs von gestern passt:

Ed, der Protagonist aus Der Joker bekommt bekanntlich Karten zugespielt von einem großen Unbekannten, und jede Karte ist mit einer Aufgabe verbunden. Auf einer stand O´Reilly. Und Ed fndet tatsächlich den O´Reilly, um den es geht. Es ist ein Priester, dessen Behausung dem Wort grauenhaft eine ganz neue Bedeutung verleiht, denn:
O´Reilly ist ein Armenpriester, ähnlich wie Abbé Pierre, den Michael Broch erwähnte. O´Reilly wohnt nicht neben seiner Kirche, sondern inmitten der Underdogs dieser Stadt; ganz nah will er ihnen sein. –
Ed gesteht ihm offen, dass er noch gar nicht wisse, warum er bei ihm ist.
Unser Protagonist kennt noch nicht seine Aufgabe, die sich mit diesem Geistlichen verbindet, allmählich aber dämmert sie ihm und er weiß, er will dieses Priesters Kirche an einem Sonntag bis zum letzten Platz füllen.
Tatsächlich schafft er es, mit Graffiti, nachts illegal angebracht:


Tag der offenen Kirche
Sonntag 10.00 Uhr
St. Michael-Kirche

Essen, Gesang, Tanz
und FREIBIER

Kommt alle oder ihr verpasst
eine TEUFLISCH gute Party!

:-))

Weshalb ich diesen Post schreibe: 
Am Abend vor diesem Sonntag kommt jener Priester Ed ganz unerwartet besuchen und er beginnt mit den Worten:

Ich muss dir etwas sagen, Ed, um dann mit berührenden Worten fortzufahren:

Weißt du, es gibt unzählige Heilige, die nichts mit der Kirche am Hut haben und auch von Gott kaum etwas wissen. Und Gott ist trotzdem mit diesen Menschen, ohne dass sie sich dessen bewusst sind. Du bist einer davon, Ed. Es ist mir eine Ehre, dich zu kennen.

Das ist die Stelle  um die es geht.
Auch wenn manche Kirche gern die allein seligmachende wäre: anima naturaliter religiosa - die Seele ist von Natur aus religiös, ganz ohne Konfession. 
Mancher Atheist, mancher Hinduist wird in sich ein Christusbewusstsein haben, um das mancher sogenannte Christ gar noch nicht weiß ...

Und was diese Textstelle mir auch noch vermittelt: Hier findet sich keine falsche Bauchpinselei, die nur darauf ausgerichtet ist, dass der andere sagt: Nein, nein, der Heilige sind doch Sie, ähnlich dem Gehabe und Gelaber der Hollunder-Freunde von Matthias Claudius ... nein, dieser Priester ist für einen Geistlichen ungewöhnlich ehrlich ... 
Und übrigens: in dem Wort ehrlich steckt das Wort Ehre ...

Dann kommt der Sonntag, und die Kirche ist proppenvoll, voll von Underdogs aus dem Viertel, auch Freunde von Ed sind anwesend, ebenfalls der Bruder O´Reillys, Ed hatte ihn eingeladen;
Letzterer spielt zu Beginn des Gottesdienstes zunächst auf seiner Mundharmonika. Und wir hören in den Erzählerbericht Eds hinein:

Danach spricht der Priester eine Zeitlang. Was er sagt, gefällt mir, auch die Art, wie er es sagt. Er redet nicht wie all die anderen Priester in ihren schmucken, reich dekorierten Kirchen, die nichts als gequirlte Scheiße von sich geben.

Dann kommt O´Reilly zum Ende seines Gottesdienstes:

Leute, ich werde jetzt beten, erst laut und dann still für mich. Ihr dürft jedes Gebet sagen, das ihr mögt oder das euch wichtig ist ...
Herr, ich danke dir. Ich danke dir für diesen glorrreichen Moment und für all diese großartigen Menschen. Ich danke dir für das Freibier ... Und ich danke dir für die Musik und die Worte, die du uns heute geschenkt hast. Vor allem aber Herr, danke ich dir, dass mein Bruder heute hier sein kann, und ich danke dir für einen ganz bestimmten jungen Mann, der eine ganz fürchterlich hässliche Lederjacke trägt ... Amen.

Damit war Ed gemeint, klar. Und der betet zum ersten Mal seit Jahren, vielleicht auch zum ersten Mal nach dem Tod seines Vaters, für sich:

Bitte, lieber Gott, mach, dass es Audrey gut geht. Und auch Marv und Richie und Ma und meiner ganzen Familie. Bitte nimm meinen Dad in deine Arme, und bitte, bitte hilf mir mit den Botschaften, die ich noch zu überbringen habe. Hilf mir, dass ich alles richtig mache ...


Ich weiß gar nicht, ob man dann überhaupt etwas falsch machen kann ... wenn man auf diese Weise unterwegs ist ...

"Jeder Weg, der dorthin führt, ist der richtige", sagt in Michael Endes Unendlicher Geschichte die Dame Aiuóla, Symbol der Großen Mutter, zu Balthasar am Ende seines Aufenthaltes im Änderhaus.
Genau so empfinde ich es auch. Der Weg zur Quelle des Wassers des Lebens - das ist mit "dorthin" gemeint - verläuft nie geradlinig. Wie Hänsel und Gretel müssen wir über das Hexenhaus. Wir verlaufen uns im Wald.

Der Weg der Wünsche ist nie gerade, hört Balthasar von Aiuóla.

Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass uns das bewusst ist, damit wir liebevoll mit uns umgehen können.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Schade, dass dieses Herz geht ...

Auch unter Kindern gibt es nur wenige, die so lieb und von Herzen Danke sagen können.






















Alles Gute auf Deiner Lebensreise!

Sonntag, 25. April 2010

Dietrich Bonhoeffer: Dankbarkeit macht Vergangenes fruchtbar für die Gegenwart


In der Dankbarkeit
gewinne ich das rechte Verhältnis
zu meiner Vergangenheit.
In ihr
wird das Vergangene
fruchtbar für die Gegenwart.

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), Symbolfigur des christlichen Widerstandes gegen den Terror des Nationalsozialismus, wurde in der Morgendämmerung des 9. April, nur wenige Tage vor der Kapitulation, im Lager Flossenbürg erhängt.
Wie Jesu Worte, wie auch die von Sokrates und Gandhi, haben auch seine deshalb dieses Gewicht, weil sie mit seinem Blut geschrieben sind:

Die Liebe Gottes
befreit den von der Selbstliebe getrübten und irregeführten
Blick des Menschen
zu der klaren Erkenntnis
der Wirklichkeit des Nächsten und der Welt
und macht ihn so und nur so
bereit zur Wahrnehmung
echter Verantwortung.





















Dankbarkeit ist wie dieser wunderschöne Bach im Schwarzwald;
mit allem was ist, möchten sie und er nur eins:
zum Meer der Liebe.

der Reichenbach in der Nähe Bad Liebenzells

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Zum Neuen Jahr: Glück ist die Erkenntnis, dass Gott im Herzen wohnt ...

Nach altem Brauch wünscht man sich zum neuen Jahr viel Glück, obwohl wir wissen, dass es im Grunde genommen weder Glück noch Unglück gibt. Was also verstehen wir unter Glück? Macht uns die Befriedi­gung unserer materiellen Wünsche und Sehnsüchte glücklich? Wenn uns jeder materielle Wunsch, ja auch jeder Wunsch nach geistigen Dingen erfüllt würde, brächte uns das ein glückliches Jahr? Wir glauben es nicht, und ihr glaubt es wahrschein­lich auch nicht. Glück ist nicht einfach Vergnügen, denn das Glück kommt manchmal auch inmitten gro­ßen Leides. Glück, meine Freunde, ist die Erkenntnis, dass Gott im Herzen wohnt. Glück ist das Resultat von Lobpreisung, von Danksagung, von Glauben und An­nehmenkönnen, von tief innerem Bewusstsein göttli­cher Liebe. Das alles bringt der Seele vollkommenes und unbeschreibliches Glück. Gott ist Glück! Und so, meine Freunde, kommt es, dass wir euch we­der viel Glück noch Reichtum noch gute Gesundheit wünschen. Dafür wünschen wir euch allergrößtes Glücksempfinden in der Einheit eures Geistes mit dem Großen Weißen Licht, mit Christus und allen seinen Engeln. Wir wünschen euch „himmlisches Glücksemp­finden", denn kein irdisches Geschick kann euch die­ses wegnehmen. Weder Geburt noch Tod noch Sorgen irgendwelcher Art können euch das Glück des EINS­WERDENS mit VATER-GOTT rauben. So möget ihr denn im neuen Jahr dieses Glück fin­den und ein kleines Samenkorn säen oder auch ein klei­nes Licht leuchten lassen auf dem Lebensweg eines an­deren und so das Glück mit einem Bruder, einer Schwester teilen.
aus White Eagle, Geistige Jahreszeiten, Aquamarin-Verlag, Grafing 1997

Donnerstag, 3. Januar 2008

Yin und Yang des Seins

Zunächst möchte ich alle linkshirnigen Leser , also all diejenigen im Grunde, welche die traditionelle Schulausbildung genossen haben, bitten, vorsichtig weiterzulesen, da die folgenden Informationen nur unter Zuhilfenahme der rechten Gehirnhälfte verarbeitet werden können. Wer also nicht mehr staunen und sich wundern kann, wer lieber Stockwerke zählt als ein Haus als Ganzes anzusehen, wer bei sich Details wahrnimmt, aber nie sein gesamtes Format und die wirkliche Größe, und wer grundsätzlich bei Mystischem (gehirn-)kollabiert, sollte der Gesundheit seines corpus callosum zuliebe, das die linke und die rechte Gehirnhälfte verbindet, vorsichtig und zugleich sorgfältig weiterlesen.
Obiges Bild manifestiert die Wortenergie Danke in Form eines Wasserkristalls (bitte anklicken) ; dieses und alle Wasserkristallbilder im Folgenden sind mit freundlicher Genehmigung des Verlages entnommen: M. Emoto, Die Botschaft des Wassers, Bd.I, Koha-Verlag, Burgrain 2002
Der nebenstehend fotografierte Wasserkristall manifestiert die Wortenergie Dummkopf auf Englisch. Dabei wurden über Nacht die Worte you fool auf eine Wasserflasche geklebt.
Bei blockiertem Durchgang des corpus callosum, was bei Linkshirnigen, also sehr verstandesorientierten Menschen besonders gern der Fall ist - wobei das Ausmaß der Blockade variiert -, schlägt gegebenenfalls die Wahrheit der Information wie ein Dampfhammer gegen die geschlossene Tür der auch Balken genannten Verbindung der beiden Gehirnhemisphären.
Wir möchten empfehlen, nicht vorschnell ein Urteil zu fällen, denn Urteile teilen, sie trennen uns von den Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte, welche die Aufgabe übernimmt, was wir aufnehmen, in ein großes Ganzes einzuordnen.
Einige Leser werden Masaru Emoto und seine Wasserkristallexperimente kennen; vorsichtshalber fasse ich das Wirken des mittlerweile weltbekannten Japaners kurz zusammen:
Emoto entwickelte ein Verfahren, mittels welchen er Wasserkristalle sichtbar machen konnte (Bild: Wasserkristall der Quelle von Lourdes). Er gefror Wasser tropfenweise ein und fotografierte in 200-500facher Vergrößerung die kristallinen Strukturen. Nun gleicht bei Wasser auch aus derselben Quelle kein Kristall dem anderen, allerdings lassen sich charakteristische Tendenzen erkennen.Emotos Experimente und Ergebnisse werden zum Teil stark angezweifelt, was kein Wunder ist, denn Wissenschaftlichkeit wird definiert dadurch, dass sich ein Versuch unter denselben Bedingungen mit dem gleichen Ergebnis wiederholen lassen können muss. Das ist bei Wasserkristallen nun einmal schwer möglich, zumal womöglich jeder anwesende Mensch auf das Wasser einwirkt, ein Einfluss, den Quantenphysiker hinsichtlich des Aufbaues von Experimenten schon lange nicht mehr abstreiten.

Bild: Regenwasserkristall, Zentrum Tokios
Wer sich im Übrigen noch erinnert, wie lange Akupressur und Akupunktur im Westen verteufelt wurden, genauso wie der Einfluss von Musik auf Pflanzen, wundert sich nicht über den heftigen Widerstand.
Letzterer also muss nicht weiter stören, nicht verunsichern - im Gegenteil.
Auch nach Kopernikus hat es noch viele Jahrzehnte gedauert, bis die meisten der Menschen überzeugt waren, dass wirklich die Sonne nicht untergeht, sondern die Erde sich bewegt.
Manche haben das heute noch nicht begriffen.
Desgleichen existiert eigentlich die Mauer zwischen Ost und West nicht mehr, aber in den Köpfen von nicht wenigen ist sie mehr denn je vorhanden.
Ist sie also da oder nicht?
Radiowellen und Röntgenstrahlen gibt es übrigens schon seit Ewigkeiten. Aber es gibt tatsächlich Menschen, die glauben, sie seien zusammen mit dem Radio- und dem Röntgenapparat erfunden worden.
Soweit zu dem Argument, Masaru Emotos Forschungen seien wissenschaftlich nicht haltbar, da nicht beweiskräftig. - Was er erforscht, gibt es schon lange.
Aber auch als die erste Eisenbahn über Land tuckerte, fürchteten nicht wenige, dass man bei dieser horrenden Geschwindigkeit verrückt werden müsse ...
Kolumbus hätte im Übrigen nach Ansicht vieler am Horizont die Erde runterfallen müssen ...
... gut, dass es keine Inquisition mehr gibt ...
... später sind dann alle begeistert ...
... keiner will´s gewesen sein ...
... klasse, dass es trotzdem immer wieder Menschen gibt, die das Rad vorwärts drehen ...
Vorwärts zu Masaru Emoto.
In die esoterische Ecke wurde er vollends ge(d)rückt, als er Ergebnisse vorwies, wie Wortenergien sich auswirken, indem über das Schriftbild des Wortes Informationen an das Wasser weitergegeben werden (siehe Bilder ganz oben) und wie Musik auf Wasser sich auswirkt.

Nebenstehendes Bild rechts: Heavy metal.
Links darunter: Air auf der G-Saite - Bachs berühmtes Violinstück); dieses und alle obigen Wasserkristallbilder sind entnommen: M. Emoto, Die Botschaft des Wassers, Bd.I, Koha-Verlag, Burgrain 2002
Klar, dass viele diese Ergebnisse schon allein deshalb nicht wahrhaben wollen, wo doch der Mensch zu über 70 Prozent aus Wasser besteht und z.B. viele Pflanzen, die wir essen, auch. Wenn sie und wir tatsächlich Informationen in dem Maße aufnehmen, wie Emoto es dokumentiert, könnte der ein oder andere darüber ins Grübeln kommen, ob nicht einer der größten Umweltverschmutzer, was seinen häuslichen Kosmos und sein körpereigenes Wasserreservoir betrifft, er selbst samt seinen Wort- und Gedankenenergien ist … Nur ärgerlich, dass man Liebe nicht kaufen kann :-( … mit was also das Wasser energetisieren, wenn sich im ganzen Haus inclusive eigenem Körper - von der Seele ganz zu schweigen - keine Liebe findet :-((
Gut, dass die Wortenergie >Liebe< überall wirkt, in jedem Haushalt, unabhängig davon, ob jemand Liebe liebt oder nicht - Liebe ist vollkommen ...
In jeder Vollkommenheit ist Yin und Yang angelegt. In unserer Welt und unserem Leben zeigt sich das als die uns bekannten polaren Strukturen wie männlich und weiblich, oben und unten, innen und außen, links und rechts, göttlich und menschlich. Doch gerade an letzterem Beispiel wird deutlich, wie sehr diese scheinbaren Gegensätze eigentlich nur eine Offenbarung der Einheit sind, denn der Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen. Er ist seiner Natur nach ein göttliches Wesen, ein Kind Gottes.
Bedauerlicherweise hat Luther die Bibel nicht immer angemessen übersetzt, weil ihm manche Vorstellungen einfach fremd waren, z.B. das Wesen von Yin und Yang. Deshalb kommt es, dass er übersetzt, dass in der 1. Schöpfungsgeschichte Gott den Menschen nach seinem Bild schuf, und nun übersetzt Luther: "... und schuf sie, ein Mann und eine Frau." Tatsächlich steht im Hebräischen kein und, wiewohl das Hebräische die Konjunktion "und" kennt. Luther hätte eigentlich übersetzen müssen: "... und schuf sie, MannFrau" oder, was das Hebräische auch zulässt: "... und schuf sie männlichweiblich."
Es gibt nun einmal keinen Herrn Gott und keine Frau Gott. - Gott ist Eins.
Gott ist meines Erachtens in sich männlich-weiblich zugleich, wenn auch die monotheistischen Religionen diesen weiblichen Teil Gottes unterschlagen haben, weshalb sie sich auch im Verlauf der Menschheitsgeschichte so richtig männlich doof bekämpft haben.
Jedenfalls: Der Mensch, nach Gott geschaffen, ist ein männlich-weibliches Wesen, und erst im Laufe der Zeit entwickelt sich, was wir heute kennen. Doch auch heute wissen wir, dass jeder Mann seine Anima, seinen weiblichen Teil hat (manchmal ziemlich verkümmert), und jede Frau ihren Animus, ihren männlichen Teil, jene Energie also, mit der sie im Leben steht und handelt; im Grunde sollte auch heute der Mensch männlich-weiblich zugleich sein. Dass Gott männlich-weiblich zugleich ist, macht auch die 2. Schöpfungsgeschichte deutlich, in der Gott den Menschen aus einem Erdenkloß erschafft - wir werden hier also Zeugen der physischen Schöpfung des Menschen, die uns besagt, dass wir aus den Stoffen unserer Erde sind, weshalb sie unsere Mutter ist und uns heilig sein sollte.
Adam aber bedeutet übersetzt nicht "Mann", sondern "Mensch".
Und auch Adam hatte als Mensch beides in sich, das Männliche und das Weibliche, sonst hätte Gott nicht Eva als Teil - als Rippe übersetzt Luther - herausnehmen können.
Auch Adam war urprünglich also männlich-weiblich.
Dieses universale Prinzip von Yin und Yang zieht sich wie ein roter Faden durch die Heilgen Bücher und Dokumente, beispielsweise auch die Tabula Smaragdina, in deren zweitem Satz es heißt:

Dasjenige, welches unten ist, ist gleich demjenigen, welches oben ist:
Und dasjenige, welches oben ist, ist gleich demjenigen,
welches unten ist,
um zu vollbringen die Wunderwerke eines einzigen Dinges.

Wie sehr die Menschen Schwierigkeiten haben, das Vollkommene zu erfassen, hat Matthias Claudius gewusst und auf unnachahmlich schlichte und doch sinnhafte Weise in einer Strophe seines Abendliedes zum Ausdruck gebracht, indem er schrieb:


Seht ihr den Mond dort stehen,
er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen
die wir getrost belachen,
weil unsere Augen sie nicht sehen.

Wir kennen dieses Prinzip von oben und unten der Tabula Smaragdina aus dem Biblischen "wie im Himmel so auf Erden".(Bild: "Die Sinnes-Lemniskate; www.wbu-qe.de)Wir Menschen neigen dazu, die Dinge nur halb zu sehen, nur das Unten z.B., nur unser Leben auf der Erde.
Doch es gibt mehr, den Himmel über uns, der ja zugleich in uns ist.
Beides zusammen ist das Wunderwerk eines einzigen Dinges.

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Dankbarkeit - Anker für unsere Gegenwart


Tom Costa verdanke ich eine wunderbare Einsicht in die Bedeutung von Dankbarkeit. In dem Buch von L. Hay mit dem Titel "Dankbarkeit erfüllt mein Leben" erzählt er, wie er als junger Pfarrer einem Mann begegnete, der alles hatte, was es zum Leben brauchte. Er besaß ein Haus, war beruflich erfolgreich, erfreute sich guter Gesundheit, spielte täglich Tennis, hatte unlängst eine liebe Frau geheiratet, hatte Geld genug, um sich Wünsche zu erfüllen — dennoch war er depressiv und unglücklich.
Costa wusste nicht, was tun. Im Laufe der Zeit erkannte er jedoch, woran es dem Mann mangelte: an Dankbarkeit.Er schreibt:
"Ich erinnere mich noch genau, wie ich vor Jahren die sogenannte Fünfte Stufe des zwölfstufigen Programms der An­onymen Alkoholiker durchführte. Bei der Fünften Stufe hört sich jemand, etwa ein Geistlicher, den Lebensbericht des Al­koholikers bis zu der Zeit an, als er sich seinen Alkoholismus eingestand. Eine junge Dame bemerkte mir gegenüber: »Man kann nicht zugleich dankbar und unglücklich sein.«Ich war zu der Zeit wahrscheinlich 40 Jahre älter als sie, aber ich war spirituell überwältigt. Ich hatte diesen »Einzeiler« noch nie gehört, und er klang überzeugend! …Während ich über diesen Satz nachdachte, fiel mir meine katholische Erziehung und der Rosenkranz ein. Ich persön­lich habe jetzt das, was ich einen geistigen Rosenkranz der Dankbarkeit nenne. Ich zähle die »Perlen« oft morgens bei meinen Meditationen und Gebeten."
"Man kann nicht zugleich dankbar und unglücklich sein", das bedeutet auch:Wer nicht glücklich sein kann, dem fehlt es womöglich grundsätzlich an Dankbarkeit.Ein mindestens ebenso wichtiger Aspekt ist für mich die Lehre, die ich aus der Situation des Mannes ziehe, wie sie Costa geschildert hat, nämlich, dass wir durch Dankbarkeit etwas in einem positiven Sinn erst wirklich besitzen, es als Bereicherung erfahren, reicher werden. Vorher haben wir alles Mögliche einfach nur: Wir haben ein Motorboot, wir haben ein Haus, wir haben eine Ehe, wir haben Kinder …
Erst aber durch Dankbarkeit erfahren wir das alles als Reichtum, sind wir bereichert und wahrhaft reich. Diese Form von Reichtum kommt durch jedes Nadelör!
Dankbarkeit ist in Wahrheit die Nabelschnur zu unserem Glück, zu unserem inneren Reichtum, zu dem, was uns ausmacht.Noch mehr:Wenn wir danken, sind wir des Wertes von Leben gewärtig, wir befinden uns dankend immer in der Gegenwart; Dank ist verankert im Hier und Jetzt.Die Wurzeln der Dankbarkeit wurzeln mitten im Leben.Beide Hände - aufgenommen ist oben das Werk eines Holzschnitzers - symbolisieren, was ebenfalls gilt:
Dankbarkeit und Demut sind wie Bruder und Schwester – sie gehören zusammen.


Es gibt ein Lied, das mittlerweile in 25 Sprachen übersetzt ist und mit dem sein Verfasser, der Theologe und Kirchenmusiker Martin G. Schneider 1961 den 1. Preis im Rahmen eines Liederwettbewerb der Evangelischen Akademie Tutzing bekam – ich finde es wunderschön:

Danke für diesen guten Morgen,
Danke für jeden neuen Tag,
Danke, dass ich all meine Sorgen
auf dich werfen mag.


Danke für alle guten Freunde,
Danke, o Herr, für jedermann.
Danke, wenn auch dem größten Feinde
ich verzeihen kann.


Danke für meine Arbeitsstelle,
Danke für jedes kleine Glück,
Danke für alles Frohe, Helle
und für die Musik.


Danke für manche Traurigkeiten,
Danke für jedes gute Wort.
Danke, dass deine Hand mich leiten
will an jedem Ort.


Danke, dass ich dein Wort verstehe,
Danke, dass deinen Geist du gibst,
Danke, dass in der Fern und Nähe
du die Menschen liebst.


Danke, dein Heil kennt keine Schranken,
Danke, ich halt mich fest daran,
Danke, ach Herr, ich will dir danken,
dass ich danken kann.

Dankbarkeit ist ein großes Gefühl.

Hat nicht in Wirklichkeit derjenige, dem Dankbarkeit mangelt,
in ganz besonderem Maße eine Aufgabe auf der Ebene der Gefühle zu lösen?

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