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Samstag, 1. Juni 2019

Axel Burkart: Andersdenkende rigide zensierend, politisch manipulierend, Worthülsen produzierend und bar überzeugender Geistigkeit.

Aufgrund aktueller und Wesen und Charakter des Axel Burkart schonungslos offenlegender Ereignisse habe ich den ursprünglichen Post, der sich im Anschluss unten noch findet, mit einer neuen Überschrift versehen, überarbeitet und ergänzt, denn
im Rahmen des Burkart-Video Satan, der Vater der Lüge, und die geistigen Gesetze findet sich ein aufschlussreicher Kommentar, gerichtet an Axel Burkart:

 Irmgard vor 3 Tagen (bearbeitet)
Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge? 
Erstaunlich, wie Sie andere an den Pranger stellen und nicht zu bemerken scheinen, wie sehr Sie sich selbst damit beschreiben: Wie viele kritische, aber freundliche und achtende Kommentare von mir und anderen sind auf Ihrem öffentlichen You-tube-Kanal schon gelöscht worden mit der Begründung, es sei ihr Wohnzimmer, in dem Sie das Sagen haben? Die Sammlung von „Jubelbürger-Beiträgen“ in den Kommentaren hier ist eine verzerrte Darstellung der Realität, denn Kritiken können Sie nicht dulden … hin und wieder bleibt mal eine stehen; das Gros wird von Ihren Admins gelöscht! Die halbe Wahrheit ist auch Vorgauklung falscher Tatsachen! Mal sehen, wie lange Sie dieses Statement dulden werden, bevor es verschwindet! "So mancher ist in dem Morast, gegen den er zu Felde zog, versunken."
Bezeichnend ist die Antwort Burkarts:

Axel Burkartvor 23 Stunden
Woher wissen Sie, was gelöscht wurde? Und wenn wir löschen dann löschen wir Beleidigendes. auch gegenüber anderen.
Die aufschlussreiche Antwort der Kommentatorin lautet:
Woher ich das weiß? Sie selbst haben mir geschrieben, dass Sie aus "Ihrem Wohnzimmer" hinauswerfen, was Ihnen dort nicht gefällt. Aus der Bezeichnung "mein Wohnzimmer" für Ihren Kanal scheinen Sie die Legitimation zu beziehen, so verfahren zu dürfen. Das mag nach YouTube-Regeln legitim sein, im Steinerschen Sinne ist es gewiss nicht. Dies hier ist ein öffentlicher Raum, den jeder betreten kann - ich würde nicht einfach in Ihr Wohnzimmer kommen. Und hier wird Meinung gebildet, für und mit Menschen, die wohl allerseltenst von Ihnen persönlich eingeladen wurden und die Sie zum allergrößten Teil nicht persönlich kennen können. Um nicht zu manipulieren, müssen Sie auch unbequeme Wortmeldungen dulden können. Auch an Stellen, wo ich es nicht von Ihnen erfahren habe, hat es sich einfach gezeigt, dass Sie löschen, denn: Glauben Sie ernsthaft, man bekommt es nicht mit? Die Menschen in "Ihrem Wohnzimmer" wenden sich nicht nur an Sie, sie unterhalten sich auch untereinander. Kommentare von mir haben öfter Zuspruch bekommen und es entstanden Austausche über Antworten, alles in freundlichem Ton, wenn auch nicht immer helle Begeisterung für Ihr Video ausdrückend, aber immer sachlich und konstruktiv gemeint. Und dann: Schwups! ist auf einmal die ganze "Kolonne" weg, die eigenen Beiträge und die derer, mit denen der Austausch war. Und das nicht nur einmal. Wer es aufrichtig meint und mit Sorgfalt formuliert, dem kann hier wirklich die Lust vergehen, sich einzubringen, wenn jegliche kritische Anmerkung Gefahr läuft, schnell von der Bildfläche zu verschwinden.

Als Axel Burkart seine scheinheilige Frage (Woher wissen Sie, was gelöscht wurde?) stellte, löschte er unmittelbar darauf einen Kommentar von mir, der keineswegs beleidigend war, aber gewiss schonungslos offenlegte, was in Bezug auf seine Vorträge zu sagen ist. Ich hatte unter sein Video Lasst uns Helden der Wahrheit sein ... [ausgerechnet diesen Titel wählte Burkart für seine Einseitigkeiten und im politischen Bereich höchst AfD-freundlichen und manipulativen Darstellungen!] Folgendes geschrieben
Wann, Herr Burkart, sind Sie wirklich Geisteswissenschaftler? All die Symptome eines fehlgesteuerten Bewusstseins, die sie viel zu lange ausführen, sind Ergebnis der Trennung der im Dieseits lebenden Menschen von jenen im Jenseits, die ununterbrochen in Kontakt mit uns sind bzw. sein möchten (von den Hierarchien einmal abgesehen). 
Warum führen Sie so ellenlang aus, was kaum anders sein kann angesichts dieser Trennung und wann machen Sie endlich Ihre Zuhörer auf die wesentlichen Dinge aufmerksam, u.a. auf ein Christus-Reich, das durch die Verbindung von Diesseits und Jenseits lebt. Für uns. Im Jetzt! 
Immer sprechen Sie von Wahrheit und Freiheit. Aber diese Begriffe sind bei Ihnen seltsam hohl. Gehen Sie doch endlich einmal konkret darauf ein, was Steiner als notwendig aufzeigt, damit man zur Wahrheit und Freiheit gelangt. Einen wichtigen Punkt des Bewusstseins habe ich angesprochen, es gibt noch einige mehr. Konkrete Schritte für ein wachsendes Bewusstsein! Solch ein Bewusstsein verändert die Welt, nicht ihre ausufernden politischen Statements. - Ihre spirituellen Hinweise einschließlich der ständigen Hinweise auf Ihre Heimlehrgänge sind gut und schön, aber sie wiederholen sich immer wieder und bleiben viel zu sehr an der Oberfläche. -  
Werden Sie konkret! Die Zeit der Menschen ist wertvoll!
Wie scheinheilig Burkarts Frage - Woher wissen Sie, was gelöscht wurde? - ist, wird klar, wenn man weiß, dass er es technisch auf irgendeine Weise fertig bringt, die Kommentare für den, der kommentiert hat, im Netz sichtbar bleiben zu lassen, auch wenn sie für andere nicht mehr sichtbar und damit gelöscht sind. So kann ich all meine geschriebenen Kommentare noch sehen, auch wenn sie andere schon längst nicht mehr sehen. Das ist eine absichtliche und meines Erachtens hinterhältige Täuschung und in Verbindung mit seinen politisch so oft einseitigen und richtig rechtslastigen Darstellungen zeigt es auf, dass hier nach außen hin ein Geisteswissenschaftler spricht, in Wahrheit aber jemand, der sein zumeist anthroposophisch wenig bewandertes Publikum über den Jordan seiner Meinung zieht und hierzu rigide Stimmen, die seine Sichtweise hinterfragen, ausschaltet.
Er löschte ja nicht nur obigen Kommentar, sondern zahlreiche andere, u.a. auch einen weiteren von mir zu seinen unsäglichen Islam-Äußerungen.

Zu seinen fragwürdigen Methoden gehört auch, dass er - wie sich eingangs schon zeigte - in seinen Antworten auf Kommentare den wirklich brisanten Fragen ausweicht und eine seichte Antwort gibt, anstatt wie im vorliegenden Fall sich selbst die Frage zu stellen, warum er unter den Kommentaren jenen mit einem Goebbels-Zitat, der aufschlussreicherweise 27 Likes(!) erhielt, nicht löscht (s. Post samt Kommentar hier). Für mich ist das echt ein Hammer, ein Goebbels-Zitat stehen zu lassen, auch wenn es seine Meinung unterstützt. Aber vielleicht blieb es gerade deshalb drin, Goebbels hin oder her . . . (oder weil es von Goebbels ist? - Mittlerweile bin ich mir bei Burkart nicht mehr so sicher . . .)

Ich empfinde all das umso bedauerlicher, als er ständig die Bedeutung von Wahrheit und Freiheit und neuem Denken hervorhebt. Statt aber seine Videos zu nutzen, um wenigstens einen Aspekt, wie man dorthin gelangen kann, jeweils darzustellen - also die Zeit wirklich sinnvoll zu nutzen -, wiederholt er immer und immer wieder dieselben scheinbar geisteswissenschaftlichen Plattitüden, weist auf seine Heimlehrgänge hin (die man käuflich erwerben kann), auf seine Veranstaltungen und weitere Vorträge, auf das von ihm gegründete Netzwerk (dem man kostenpflichtig beitreten kann) und die von ihm gegründete Universtität. Gewiss gibt es auch von ihm Videos rein anthroposophischen Inhaltes, aber in den letzten Monaten nehmen doch die politisch manipulativen Vorträge überhand oder er vermischt Geisteswissenschaftliches mit seiner Anschauung von Wirklichkeit.
Auffallend ist, dass er Kritik insofern sehr aufmerksam registriert, indem er, was Stein des Anstoßes sein könnte, ändert - so zweimal die Klimamörder-Video-Cover, seine früher sehr abwertenden Bemerkungen zu Greta Thunberg oder seine völlig verquere Sicht auf den Islam; man spürt ihm aber sehr wohl an, dass er nicht grundsätzlich seine Einstellung ändert oder wirklich offener gegenüber den Jugendlichen und Klima-Engagierten wird, sondern nur seine Stimme mit Mehl bestäupt, um weiter sein durch Geisteswissenschaft verbrämtes Geschäftsmodell vorwärtszutreiben.
Leider gibt es gerade unter Esoteriken Menschen mit einem spirituellen Ego, das, weil es sich so gekonnt esoterisch verbrämt, für die Persönlichkeitsentwicklung weitaus gefärhlicher ist als das übliche Ego.

Im Falle von Axel Burkart ist das besonders bedauerlich, weil er mit weit über 30000 Followern Menschen auf eine oberflächliche Ebene zieht, die den Betroffenen das Vordringen zu wahrhaftiger geistiger Entwicklung erschweren oder sie auf ein völlig falsches Gleis schieben könnte. 

Im Folgenden möchte ich noch die Screenhots obiger Zitate als Belege einfügen

 

 

 






















Dies ist der Original-Post, wie er am 1.6. 2019 veröffentlicht worden war

Axel-Burkart-TV: Wenn ein Anthroposoph zur Zensur greifen muss!

Sicherlich bin ich Axel Burkart schon wiederholt (unangenehm) aufgefallen, denn fast durchweg setzen sich meine Kommentare mit seinen Inhalten und Videos, die für mich oft einseitig und geistig eng sind, kritisch auseinander. Wie bevormundend und altklug er mit Jugendlichen umgeht, wenn er einen Professor nach eigenen Aussagen liebt, der behauptet, kein Abiturient könne mehr Deutsch schreiben und sich auf diese Aussage stützt, und dass er Mohammed als Retter der Menschheit bezeichnet, als christlichen Impuls (Deutsch V, ab 134.50), war für mich einfach doch so krass, dass ich deutlich dazu Stellung genommen habe, vor allem, weil die überwiegende Mehrzahl derer, die kommentieren, förmlich an seinen Lippen zu hängen scheint und ihn doch recht zahlreich wie einen Guru verehren (dass ihr Guru, ohne es wohl selbst zu merken, im diametralen Gegensatz zu Steiner sich befindet, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Letzterer Allah als "ahrimanischen Abklatsch" bezeichnet und Mohammed demzufolge alles andere als ein christlicher Impuls ist).

Nun hat er einen Kommentar von mir gelöscht, der natürlich subjektiv gehalten war. Dass er ihn aber löschen muss, zeigt, wie sehr sich sein - für mich doch recht großes - Ego angegriffen gefühlt haben muss.

Zunächst schrieb ich ihm über sein Video (und dieser Kommentar findet sich bisher noch im Netz):

Pauschaler und undifferenzierter kann man kaum appellieren! Jugendliche sollen noch viel kritischer sein, sagen Sie. Kurz zuvor erklären Sie ihnen noch, dass es mit der Vernunft noch nicht so recht klappt! 
Sie appellieren, wie Sie das so oft tun, und erklären Jugendlichen ganz genau, was sie können und was nicht.
Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass der 7er-Rhythmus so nicht mehr hinhaut? Mit 14 Pubertät? - Wo leben Sie? - Gehen Sie doch mal endlich mit den Aussagen Steiners so um, wie er es selbst wünscht. Kommen Sie aus Ihrem Steiner-Schema-Gefängnis. Erlauben Sie sich endlich, gedanklich eigenständiger zu sein. Freier.
Dann hören Sie vielleicht auf, ständig zu formulieren:
Ihr solltet wissen, und das sind Fakten …
Das muss man wissen ..
Das musst du wissen …
Das müsst ihr wissen …
Ihr seid das … ihr seid das …    

Meine Güte, Sie haben ja von Jugendlichen noch weniger Ahnung als die CDU.
Sie gehen mit ihnen um wie der Übervater (zählen Sie mal, wie oft Jugendliche bei Ihnen >müssen<). Gleichzeitig singen Sie wie üblich das große Lied der Freiheit, aber Ihre Sprache ist voller Zwanghaftigkeit: Ihr solltet wissen, ihr solltet wissen, ihr müsst wissen, eigentlich muss man nur wissen … aber das muss man wissen … ihr müsst noch viel kritischer sein … ich weiß es seit 40Jahren … ihr seid ein göttliches Wesen, das müsst ihr wissen . . .
Herr Burkart, Sie imponieren gewiss wieder mal wie üblich hier vielen Menschen … aber wohl kaum einem Jugendlichen!
 Eine Co-Kommentatorin fragte dann:
Nun interessiert mich doch, wie "man besser appellieren" kann und sollte *!* Natürlich exakter und ohne Axiome .... Bitte Beispiele *!*
Ich habe dann geantwortet - und dieser Kommentar wurde gelöscht und als ich ihn nochmal reinstellte, erneut:
"Hallo, Frau (xy), Ihnen wird aufgefallen sein, wie oft in der Vergangenheit Axel Burkart schon appelliert hat an hochrangige Politiker, Ärzte und Professoren. Bei mir kommt das energetisch als Selbstinszenierung an, als Inszenierung seines Ego und dass sich da jemand wichtig macht, wie es bei weitem selbst Rudolf Steiner nicht tat (soweit ich das beurteilen kann, ich bin kein Steiner-Experte), im Gegenteil, bei Steiner ist für mich verinnerlichte Demut spürbar.
„Lasst uns …” ist z.B. eine auf Freiheit und Freiwilligkeit fußende Formulierung, die dieses zwanghafte „müssen” und „sollen” vermeidet; hinter diesen Modalverben steht nun mal, seelisch gesehen, gern ein dogmatisches Eltern-Ego, im Falle Axel Burkarts der spirituelle Übervater, der er den eigenen Worten nach nicht sein möchte, sich aber für mich dennoch so inszeniert (mir persönlich wäre eh lieb, er würde nicht so viele Vorträge halten; dann wären die, die er hält, vielleicht geistig tiefer - bei ihm sind, meiner Wahrnehmung nach, viel zu viele Worte energetisch hohl).
So zwanghaft appellativ geht man im spirituellen Bereich nicht mit Menschen um, die auf dem Weg sind, das heißt, zu IHRER Freiheit finden wollen.
In dem lateinischen „appellere" verbirgt sich das Verb „pellere", was nicht ganz zufällig ´stoßen´, ´schlagen´ bedeutet.
Steiner appelliert bezeichnenderweise kaum (und er wäre spirituell gesehen wesentlich berechtigter dazu gewesen); Appelle, vor allem ego-inszenierte, sind der absolut falsche Weg.
Wie sie Axel Burkart zelebriert, schrecken sie Jugendliche ab.
Mir geht es da wohl ähnlich wie (xy), dass ich sehe, dass Herr Burkart aufgrund seiner Steiner-Kenntnisse viel Potential hat und es ist gewiss an manchen Stellen brillant, wie er Steiner-Inhalte zusammenfasst. Aber es ist doch einiges bei ihm unstimmig, ja sogar falsch, was er mit genau demselben Brustton tiefster Überzeugung von sich gibt wie Steiner-Wahrheiten. Weshalb ich - schließlich kann sich jeder immer mal wieder irren - das nicht unproblematisch finde, ist, dass hier die Leute fast durch die Bank auf Axel Burkart in auffallend unkritischer Weise abfahren. Selbst bei dem Unsinn (ich kann es nicht anderes sagen), den er über den Islam verzapft hat, hat ihm nicht einer widersprochen bzw. meine Hinweise unterstützt (obwohl er da auch noch eklatant im Widerspruch zu Steiner stand). - Spätestens dann wird es echt problematisch.
Jugendliche spüren vieles von dem, was ich angesprochen habe, intuitiv. So hat Anthroposophie bei ihnen keine Chance.
Ich bin überzeugt, dass sie geistige Nahrung aufnehmen, wenn sie ihnen das Gefühl vermittelt, dass sie sich frei entscheiden können, wobei sie durchaus persönlich engagiert vorgetragen sein kann, nicht aber verbunden mit verbalem Druck und elternhafter Besser-Wisser-Mentalität, wie sie nunmal mit ´müssen´ und ´sollen´ und vergleichbaren Formulierungen einhergeht."

Auffallend ist meines Erachtens einfach auch, wie eng Axel Burkarts Denken ist, vor allem da, wo er auf aktuelle Entwicklungen eingeht und selbständig über Steiner hinaus denken müsste und wie sehr er in seinen Vorträgen mit dem Gestus des Alles-genau-Wissenden spricht, obwohl manches ganz offensichtlich sachlich falsch, simplifizierend dargestellt oder grob vereinfacht ist.

Dass er meinen Kommentar löschte, ist für mich nachvollziehbar. Wenn es stimmt, was ich hinsichtlich seines Egos schrieb, war es sehr wahrscheinlich, dass dieses Ego so reagiert. Wenn es ihm wirklich um die Sache ginge und er ein recht kleines Ego nur hätte, hätte ihn dieser Kommentar nicht tangiert, weil er in dem Wissen handelt, dass er allein Gott verantwortlich ist. Offensichtlich aber ist er seinem Ego sehr verpflichtet.

So gibt seine Reaktion leider meinen Aussagen Recht.

In den letzten Jahren habe ich den ein oder anderen Anthroposophen kennengelernt, der keineswegs so eng und auf falsche Weise durchgeistigt sein wollend war, wie ich sie früher durch die Bank empfunden habe. Ich möchte sie also durchaus differenziert sehen, zumal mir zu denken gab, dass ich auch immer wieder auf Menschen treffe, die Anthroposophie in Grund und Boden schmettern, wobei einfach auffällt, dass dies desto energischer geschieht, je weniger sie Ahnung von dieser geistigen Richtung haben, die sehr dem Rosenkreuzertum verpflichtet ist (wer sich über solche Themen bei Wikipedia informiert, kann ziemlich sicher sein, fehl- bzw. viel zu sehr an der Oberfläche informiert zu werden, auch wenn alles faktenbasiert daherkommt und überzeugend klingt). 

Die Reaktionen der eben angesprochenen Menschen ließ mich dann doch vermuten, dass dieser mögliche geistige Weg in ihnen tief sitzende Schatten berührt und immer wieder sogar Detonationen auslöst. 
In der Regel ist es so, dass Wahrheit zu solchen Detonationen führt - oder zu Zensur.

PS.  Für Axel Burkart ist Christus ein Virus - mehr dazu hier

Freitag, 4. März 2016

Hochkonjunktur für den Dunklen Bruder!

Donald Trump ist ein gewisser Höhepunkt in einer Entwicklung, im Rahmen deren Menschen immer mehr die Hemmung verlieren, das auszuagieren, was man den Schatten oder Dunklen Bruder bzw. die Dunkle Schwester nennt. Noch bis vor 10 Jahren war es so, dass jeder sich bemüht hat, seine dunklen Seiten zu verbergen; das hat sich drastisch verändert.

Mit Schatten bezeichnete der Schweizer Psychologe C.G. Jung jene inferioren, d.h. minderwertigen Seelenanteile in uns, die man auch als Dunklen Bruder - oder eben auch als Dunkle Schwester - bezeichnet. Meist sind sie unter Kontrolle, aber bisweilen zeigen sie sich auch, wenn jemand ausrastet oder wenn man von jemand sagt: So kenne ich den gar nicht.
Im Bierzelt unter Alkoholeinfluss erleben wir manchmal den ein oder anderen Zeitgenossen unflätig werden oder aggressiv; wenn der Alkohol die Fesseln löst, mit denen der Dunkle Bruder gebunden war, dann agiert der sich bisweilen lautstark aus. Auch der Vater, der sich mit dem Sohn auf einen lautstarken Disput einlässt, verlässt die Erwachsenenebene und agiert eine alte Verletzung aus, die er selbst in der Kindheit erhalten hat.
Wenn Menschen diese Seeleninhalte nicht bewusst sind, haben oder gewinnen diese meist ein autonomes Eigenleben; so können sie in bestimmten Situationen die Regentschaft über das Ich übernehmen, ohne dass jenes sie zurückpfeift. Sie können sich als depressive Phase, als Resignation, als Wutausbruch, als Angst und Verzweiflung outen.
Walter Schwery berichtet in seiner Studie über das Böse von einer katholischen Nonne, die ihm erzählt habe, dass sie tief erschrocken beobachte und sich nicht erklären könne, dass ihre Mitschwestern, wenn sie alt und krank und leidend werden, zunehmend ihren Charakter verändern, misstrauisch und bösartig werden, ja, in der Sprache grob, sogar unflätig. Schwery erläutert an diesem Beispiel, dass im Alter oft die Energie, den Schatten unter Kontrolle zu halten nachlasse. Dann tritt zutage, was schon immer in den Menschen war.
Wenn das geschieht, dann zeigt sich - so bei den Nonnen - die Dunkle Schwester oft mit Macht. Das erklärt auch, warum manche älteren Menschen so defätistisch und resignativ das Weltgeschehen kommentieren. Anstatt der nachfolgenden Generation mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, ziehen sie sich verbittert zurück und agieren das aus, was zutiefst in ihnen sich verbirgt, ein womöglich seit ihrer Geburt fehlendes Vertrauen ins Leben. Mühsam haben sie es ein (Berufs-)Leben lang zurückgehalten. Nun bricht es sich z.B. in ständig destruktiven Kommentaren Bahn. Gleiches gilt für die Hass-Kommentare weitaus jüngerer Menschen.
Mittlerweile muss man, und das ist eine erschreckende Entwicklung, um den Dunklen Bruder zu erkennen, nicht aufs Alter warten. George Bush war schon ein Beispiel für einen typischen Umgang mit dem Schatten. Er - und Menschen tun das immer wieder - projizierte ihn auf die anderen und nannte das, was er in sich nicht wahrnehmen wollte, Achse des Bösen. Oft geschieht dies bei Menschen, die religiös oder sehr moralisch erzogen werden, was per se nicht negativ ist, nur sich katastrophal auswirken kann, wenn das Böse verteufelt wird und nicht im eigenen Inneren wahrgenommen sein will. Dann nämlich wird es auf die Umgebung, die Welt und die Mitmenschen projiziert und dort gegebenenfalls mit Bomben und Granaten bekämpft.
Den Schatten auf diese Weise zu unterdrücken, ist, wie C.G. Jung es formulierte, ebensowenig ein Heilmittel wie Enthauptung gegen Kopfschmerzen.

Apropos enthaupten: Alle fundamentalistischen Bewegungen agieren kollektiv ihren Schatten aus, der IS eben so radikal, dass er jene, die ihn an nichtgelebte Seiten erinnern könnten, enthauptet. Erschreckend aber ist, dass auch auf Facebook z.B. Menschen und ihre Würde so schonungslos enthauptet werden.
Von allen, die das tun, wissen wir, dass sie, was sie schreiben, selbst in sich haben und im Grunde mit sich selbst so schmutzig und aggressiv umgehen; nur nützt das ihren Opfern wenig, davon abgesehen, dass diese Menschen ihr eigenes Inneres unsagbar verdrecken.
Wenn Liebe nicht gelebt wird, auch, weil sie aufgrund fehlender innerer Entwicklung nicht gelebt werden kann, dann wird sie, wenn sie in Gestalt von Menschen auftaucht, gegebenenfalls umgebracht, damit man sie nicht mehr wahrnehmen muss. In der Vergangenheit hat das die Menschheit immer wieder erleben müssen, man denke an Sokrates, Jesus, Gandhi, Martin Luther King und all die, die unter Menschen leiden, die wie Putin, Erdogan oder Assad Macht haben, ihr Inneres auszuleben auf eine Weise, die grauenerregend ist. Auch manch amerikanischer Präsident hat dazugehört.
Vergleichbar gehen übrigens Menschen mit ihrem inneren Kern um, wenn sie nicht wahrnehmen können und wollen, dass es in unserem Inneren etwas gibt, was die einen Gott, was Meister Eckehart das absolute Nichts und andere Allah oder Brahman nennen. Sie neigen dann dazu, sich herablassend über die Religiosität von Menschen zu äußern, setzen Glauben mit der Unfähigkeit oder einer fehlenden Bereitschaft zu denken gleich und was es mehr an Verunglimpfungen gibt, um die eigene Sehnsucht nach Sinn, die im Inneren eines jeden Menschen ist, abzutöten. Doch ist es wie im Traum: Man tötet den Verbrecher und verscharrt seine Leiche fernab in der Wüste. Spät in der Nacht kommt  man nach Hause, nur wer sitzt grinsend am Tisch: der Verbrecher. - Man kann einen Schatten nicht töten, nur verwandeln; dazu später mehr.

Warum Donald Trump so erfolgreich ist 

Manchmal geschieht dieses Ausagieren auch so gerissen, dass man wie der gerade mit Drogenbesitz festgenommene Grünenpolitiker Volker Beck, wenn man nicht gelebtes Leben mit Drogen versucht in den Griff zu bekommen, als Politiker sich für eine liberale Drogenpolitik einsetzt. Gewiss fördert das nicht das Vertrauen der Bürger in die Politik.
Was ich persönlich in der letzten Zeit erschreckend finde, ist, dass es in geworden ist, den Dunklen Bruder ganz bewusst zu leben. Noch meine Elterngeneration war peinlich darauf bedacht, alles Schattenhafte zu verbergen. Heute gibt man damit an, man prostituiert es und walzt damit alle inneren Gefühle nieder, die vor Entsetzen aufschreien.
Donald Trump ist die Ausgeburt dieses Verhaltens.
Das erklärt auch, warum er so erfolgreich ist. Er macht das, was viele Leute, die mühsam ihre verdrängten Schattenseiten unter Kontrolle halten, so gern auch machen würden, sich aber nicht getrauen. Nun kommt da einer daher und agiert diese Seiten unverhohlen aus. Das erklärt, warum er sich im Grunde alles erlauben kann, denn je krasser sein Verhalten ist, desto mehr sammelt er Punkte bei seinesgleichen.
Was mich in Amerika erschreckt, ist, dass nicht einmal jene, denen man einen klaren Kopf attestieren möchte, sich gegen ihn wenden und - unabhängig von ihrem politischen Engagement - zum Beispiel Hillary Clinton zur Seite springen, wenn Trump sie grob auf sexuell-familiärer Ebene beleidigt oder das auch mit Behinderten tut. Solches Verhalten ist m. E. auch nicht mehr durch eine freie Meinungsäußerung gedeckt und es spricht Bände für die Entwicklung unserer Gesellschaften, dass niemand ihn anzeigt, weil den meisten Mut und/oder innere Bereitschaft dazu fehlen, und sie auf der anderen Seite annehmen müssen, dass kein Gericht ihnen Recht gibt.
Das Entsetzen in Amerika wird groß sein, wenn dieser Mann Präsident werden sollte und es ist kein Wunder, dass die Internetzugriffe auf die Seite der kanadischen Einwanderungsbehörde exorbitant zugenommen haben. Nur der Weg zu flüchten, ist der falsche Weg.

Gott ist kein Master of Sublimation

Interessant ist, dass C.G. Jung und andere diese Entwicklung vorausgesagt haben. Sie hängt unter anderem damit zusammen, dass ein falsch verstandenes Christentum die dunkle Seiten verdrängt, das heißt, den ganzen Müll auf Christus geworfen oder alles Böse in Satan projiziert hat. So hat man das Böse ausgelagert und im eigenen Inneren konnten, tief verborgen, all diese Schattenseiten wuchern. Sie als Paket zu verschnüren und per Post in den Himmel zu schicken: dieser Weg funktioniert ganz offensichtlich nicht. Gott ist kein Master of Sublimation
Nun stehen die Kirchen ratlos da und wollen immer noch nicht wirklich wissen, warum die Menschen in Scharen die Konfessionen verlassen. Klar hängt es mit den Missbrauchsfällen zusammen, die ja nur zeigen, was geschieht, wenn Inneres verdrängt wird. Aber noch läuft das in der Kirche unter "Schreckliche menschliche Ausrutscher".
Es sind eben keine Ausrutscher, ebenso wie die Inquisition kein Ausrutscher war, sondern das sogenannte Böse, das Fremde, das Andersartige nach außen projizierte und dort folterte, bis es keinen Laut mehr von sich gab.
Die Kirche muss eine andere Haltung dem sogenannten Bösen gegenüber einnehmen. Die Menschen nehmen ihr den Umgang damit nicht mehr ab. Es kommt hinzu, dass, wer Menschen so wenig erfolgreich ermöglicht, ihre Sexualität zu verdrängen, von niemandem auf Dauer mehr ernst genommen werden kann.
Aber auch gesamtgesellschaftlich zeigt sich eine Eskalation der Entwicklung:
Dass das Angreifen von Flüchtlingen dazugehört, ist klar. Aber ebenso gehört auch dazu, dass durch alle Parteien hindurch mittlerweile ein tiefer Graben zwischen ihnen und jedem Zehnten des Wahlvolks gezogen wird, also jenen, die AfD wählen. Jeder Psychologe wird vermitteln, dass man so nicht mit Menschen umgeht, die Ängste artikulieren oder einen Umgang mit Flüchtlingen zum Ausdruck bringen, dem man nicht zustimmt. Die Ängste sind ja nicht unberechtigt, wie Köln gezeigt hat.
Was nicht ernst genommen wird, radikalisiert sich und wuchert und wird ein Krebsgeschwür im Menschen und in der Gesellschaft.
Auch wenn ich persönlich AfD-Positionen überwiegend nicht teile: Der Umgang mit ihnen macht mich fassungslos. Millionen von Menschen sind betroffen und ich kann nicht glauben, wie Medien und Politiker aller Parteien mit Bürgern dieses Landes umgehen. Angewidert sprechen sie von ihnen als denen da. Mit Besorgnis sehen sie eine Hydra.
Sie zeigen aber doch ein real-existierendes seelisches Befinden von mehreren Millionen!
Dass wir als Gesellschaft so wenig noch mit Sorgen und uns fremden Ansichten umgehen können, kann schon betroffen machen. Offensichtlich fehlt die grundlegende Bereitschaft.
Schlimmer noch: die Fähigkeit.

Heile Welt Europa 

Zu lange haben wir in Europa uns eine heile Welt zurechtgezimmert, die es noch nie gab. Gut möglich, dass die Welt nun das Problem Europa und seine heile Welt löst. Niemand kann die Wasser des Lebens auf Dauer aufhalten. Je mehr sich anstaut, desto sintflutartiger wird sich das Wasser irgendwann Bahn brechen. Dieses Schicksal droht Europa, so wie es nach Aussagen der Hopi-Indianer mit Atlantis geschah. Ob eine große Flut sich per Wasser oder per Menschenmassen ergießt, ist sekundär.
Gibt es einen Ausweg, gibt es einen Weg?

Lösungen à la Kain sind nicht der Weg

Gewiss besteht er nicht daran, wie es weiland Kain tat, seine helle Seite aus dem Weg zu räumen.
Die Weisheit der Bibel zeigt eindeutig den richtigen Weg auf:
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Unser Nächster, das sind unser Dunkler Bruder, unsere Dunkle Schwester in uns. Niemand anderes!
Näher als unser Dunkler Bruder, unsere Dunkle Schwester ist uns niemand.
Klar kann man sie nach außen verlagern und einem Flüchtling liebevoll über den Kopf streicheln. So lange wir mit unseren dunklen Seiten nicht entsprechend und als Allererstes so umgehen, nützt das gar nichts. Weil nichts ankommt.
Wir alle spüren denen, die  scheinheilig agieren, ihre Lippenbekenntnisse an. Deshalb nehmen Bürger auch viele Politiker nicht mehr ernst, weil sie wahrnehmen, dass die meisten, wie C.G. Jung es nannte, uns nur eine Persona zeigen, ein äußeres Bild, mit dem sie in der Öffentlichkeit agieren. In ihrem Inneren hausen ganz andere Kräfte. Und das spüren viele.
Deutlich wird das an Angela Merkel. Ihr Eintreten für die Flüchtlinge lehnen viele auch deshalb ab, weil sie im Inneren Deutschlands - und es mag stellvertretend für ihr eigenes Inneres stehen - eben nichts für die Armen dieser Gesellschaft tat. Wollte sie nicht den Sklaven unter uns, den Leiharbeitern, zur Seite springen und dafür Sorge tragen, dass sich an diesem System Entscheidendes verändert?
Getan hat sie nichts, und diese Diskrepanz nehmen viele wahr, auch ihre europäischen Kollegen, wobei hier hinzukommt, dass sie, als Italien und Griechenland um Hilfe riefen, nichts tat, ja, dass sie mit dem Dublin-Abkommen ein System zu installieren versuchte, das sie aller Sorgen entheben sollte. Die derzeitige Situation lässt uns auf bittere Weise erkennen, dass sich das nicht auszahlt.
Angela Merkel ist nicht zufällig Bundeskanzlerin. Mit ihrem Verhalten, immer nur dann etwas zu tun, wenn das Problem absolut auf den Nägeln brennt, ist sie auch ein Spiegel für uns (wir können nur hoffen, dass Donald Trump nicht zum Spiegel für Amerika wird).
Auch momentan ist es erschreckend zu beobachten, wie sie und die EU Griechenland hängen lassen, auch wenn nun Hilfe geschehen soll. Jeder weiß, dass diese Hilfe viel zu spät kommt; seit Mazedonien seine Grenzen schloss, war absehbar, was sich da aufstauen würde.
Die Flüchtlinge, die an den Grenzen verzweifeln, die Syrer, die in ihrem eigenen Land zu Tode gebombt werden, die Menschen Afrikas, die unsere Wirtschaftsunternehmen nach wie vor übelst ausnutzen, das sind Gestalten auch unseres Inneren.
Niemand kann die Welt retten, aber jeder ist ein Teil von ihr und als solcher kann er seinen Beitrag leisten. Auf einer individuellen Ebene geschieht mit uns, was im Weltmaßstab geschieht: Wer Probleme verdrängt, den holen sie unbarmherzig ein, so wie es über kurz oder lang damit vorbei sein wird, dass Europa sich abkapselt. Amerika wird es genau gehen. Auf Dauer lassen sich die inferioren Teile der Welt und unsere eigenen nicht verdrängen. Menschen werden krank oder kriminell. Und unsere Welt ist so krank wie vielleicht noch nie. Selbst in Zeiten des Nationalsozialismus war die Erde nicht in ihrer Gesamtheit so in Aufruhr wie jetzt.
Ein anderer Umgang mit uns selbst tut in erster Linie Not. Er besteht darin, dass wir die Frustrationen, den Neid, die Aggressionen, unsere Sehnsucht, die Sinnlosigkeit des Lebens, die Enttäuschungen und Verletzungen in uns nicht mehr leugnen.
Wir dürfen nicht annehmen, dass wir als Deutsche die aufgestauten Probleme der Welt lösen; wir können nur unseren Beitrag leisten; auch das wird sich auszahlen.

Wo Dreck, da Gold

Diese Worte, die eine Weisheit der Alchemie, in deren Rahmen es um die Stufen der Entwicklung der menschlichen Seele geht, zum Ausdruck bringen, weisen uns darauf hin, dass wir das, was in uns als sogenanntes Böses oder nicht gelebtes Leben sein Unwesen treibt, verwandeln sollen. Nicht auslagern! Nicht verdrängen!
Klar sollen wir die Seele davon befreien, aber nicht auf eine Weise, dass es außerhalb von uns sich aufladen und gegen uns wenden kann.
Offen gilt es, die Probleme beim Namen zu nennen.
Zunächst die unseres Inneren.
Damit sich der Umgang unter den Menschen ändern kann.
Dann kann sich auch die Erde verändern.

Ansonsten zeigt uns Mutter Erde ihre dunkle Seite.
Wir wissen doch, dass eine Mutter ungeheuer viel Wärme geben kann, uns ernährt und Heimat gewährt. Nicht umsonst aber haben Menschen schon immer um ihre verschlingende, todbringende Seite gewusst.
Manche legen es darauf an, dass sie uns diese zeigt. Es sind die Putins, Erdogans und Assads dieser Erde, aber auch all die, die nichts tun, außer sich um ihre Macht und um ihre Eitelkeiten zu kümmern.

Wir haben nicht mehr viel Zeit, sie zu entmachten.

Samstag, 30. Januar 2016

Erich Fromm against Seehofer and Co! Widerlich und demagogisch, der Ex-Weltbank-Direktor Paul Collier!

Gerade  jetzt, wo es Seehofer und den anderen Brandstiftern zunehmend gelingt, alle Hilfesuchenden zu stigmatisieren, finde ich besonders wichtig, was Erich Fromm in Die Kunst des Liebens über das Geben und Nehmen schreibt:

Der merkantile Charakter ❴wir sprechen dann im Deutschen von einer Krämer-Seele❵ ist bereit zu geben, aber nur im Austausch gegen etwas anderes, das er dafür empfängt; Geben ohne Empfangen ist für ihn Betrug. Menschen, deren Charakterstruktur wesentlich unproduktiv ist, haben das Gefühl, dass man ihnen etwas wegnimmt ... Manche machen dagegen aus dem Geben eine Tugend im Sinne des Opfers ... 
Geben ist für den schöpferischen Charakter (dagegen) der höchste Ausdruck von Kraft ... Geben bringt mehr Freude als Empfangen, nicht weil es ein Opfer ist, sondern weil in der Handlung des Gebens der Ausdruck meiner Lebenskraft liegt ... Nicht der, der hat, ist reich, sondern der, der viel gibt. Der Geizige, der Angst vor jedem Verlust hat, ist - psychologisch gesagt - ein armer und armseliger Mensch, ungeachtet der Tatsache, wie viel er besitzt.

Deshalb stehe ich auch in Zeiten der Stimmungswende dazu:

When you have more, than you need build a bigger table, not a higher fence!

Dass ich mal Angela Merkel in Schutz nehmen würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen.

Aber das Interview der WELT mit dem Ökonomen und Ex-Weltbank-Direktor Paul Collier ist schon widerlich.
Als ob Angela Merkel an der Flüchtlingskrise schuld sei!

Wer hat denn durch die Destabilisierung des Irak dafür gesorgt, dass der IS überhaupt entsteht?

Wer hat denn den IS unterstützt, so dass Syrien und die ganze Region total destabilisiert wurde?
Waren das nicht die Saudis und die Türkei? Letztere tut mittlerweile so, als ob sie ihn bekämpft, dabei weiß jeder, dass es Erdogan vor allem um die Vernichtung der Kurden geht.

Wie lange haben ganz Europa inclusive der USA tatenlos zugesehen, dass weder Italien noch Griechenland mit den Flüchtlingen klarkommen?

Genau so funktioniert Demagogie: Hilfe wird den Deutschen nun als Schwäche ausgelegt, als Rettersyndrom desavouiert.

Immer wieder kommt dieses Argument, Merkel habe die Flüchtlinge eingeladen. Klar, war da nicht alles glücklich, was sie gemacht hat (wenn sie auch in manchen Situationen meines Erachtens zum ersten Mal wirklich Herz gezeigt hat).

Als ob aber die Millionen in hoffnungslos überfüllten Lagern sich nicht auch ohne Merkel auf den Weg gemacht hätten!

Alle diese Menschen leben dieses eine Leben ein einziges Mal. Da wartet man Monat um Monat, bis man es nicht mehr aushält, weil Lebenszeit kostbar ist und einem bewusst wird, dass es einem Seehofer, einem Collier, einem Erdogan, einem Juncker und anderen in ihren vollklimatisierten Zimmern und Herzen scheißegal ist, wie lange Menschen in Lagern verrotten! Im Übrigen ist da auch ein Sigmar Gabriel um keinen Deut besser (Sozialist zu sein bedeutet heutzutage offenbar, besonders erfolgreich Waffen verkaufen zu können).

Und was mir auch maßlos auf den Senkel geht: diese Bigotterie, als ob es nicht auf deutschen Handys hunderttausende von Pornos gäbe und Gewaltfilme, genauso wie Tag für Tag in den Medien.

Dann aber wird total hyperventiliert, wenn Kriminelle das in Wirklichkeit vorführen.
Ich wünschte, dass jeder Einzelne verknackt wird.

Aber diese Heuchelei ist widerlich!
Genau so aber funktioniert das, wenn man die inneren Schatten der eigenen Seele auf andere projiziert! Man merkt es daran, dass besonders laut geschrien und lamentiert wird.

Echauffiert wird sich auch darüber, dass alle Flüchtlinge Handys haben - aber dass 62 Super-Reiche so viel Vermögen besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, also 3,6 Milliarden Menschen, darüber regen dieselben sich nicht auf.
Wehe, einer dieser Superreichen würde im Mittelmeer treiben. Alle Flugzeugträger dieser Welt kämen ihm zu Hilfe! 
Aber wenn so ein paar Syrer da rumpaddeln . . .




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Donnerstag, 14. Februar 2013

Nicht jeder Verirrte verliert sich ...


Nicht jeder Verirrte verliert sich,
Nicht alles, was Gold ist, glänzt;
Die tiefe Wurzel erfriert nicht,
Was alt ist, wird nicht zum Gespenst.
Aus Schatten ein Licht entspringe!
Aus Asche soll Feuer loh´n!
Heil wird die zerbrochene Klinge.
Der Kronlose steigt auf den Thron.


Für mich eines der schönsten und bemerkenswertesten Lieder aus dem Herrn der Ringe.
Es ist vom Zauberer Gandalf an Frodo.
Leider hat Wirt Butterblüm, der ein Gedächtnis wie eine Rumpelkammer hat, einen Brief, von Gandalf an Frodo adressiert, vergessen weiterzugeben.
Schließlich bekam ihn Letzterer doch noch; wär´ auch zu schade, wenn dadurch womöglich das Lied es nicht bis ins Buch geschafft hätte :-)

Dienstag, 5. Februar 2008

Unsere Urteile, unsere Richtsprüche betreffen immer uns, unsere Schatten


"Das es so wenige genis giebt,
daran haben wohl die Schulanstalten
und selbst die Regierung schuld.
In der Schule herrscht ein Zwang, Mechanißmus
und ein Gängelwagen der Regeln.
Das benimmt den Menschen oft alle kühnheit selbst zu denken
und verdierbt die genies."


verantwortlich für Rechtschreibung und Inhalt : Emanuel Kant (1724-1804)



Kann man in der Schule im Rahmen jenes Gängelwagens von Regeln überhaupt praktizieren, was ein Nobelpreisträger fast wie selbstverständlich sagen kann:

"Wer (...) sich nicht mehr wundern,
nicht mehr staunen kann,
der ist sozusagen tot
und sein Auge erloschen."


Sorry, Albert, ´sich wundern´ steht nicht im Lehrplan, ´staunen´ auch nicht.
Was sind das auch überhaupt für Schlussfolgerungen?!
Setzen, Einstein. Note 6!

Halt! Stopp!

Der Stau, in dem wir stehen, sind auch immer WIR.
Die Schule, in die wir gingen und gehen - das sind auch WIR.
Die Politiker, über die wir lästern, die Manager, die wir brandmarken: Sie spiegeln uns und unsere Gesellschaft.
Unsere Gesellschaft, das sind WIR.
Lasst uns aufhören, über andere zu schimpfen und anderen Schuld zuzuweisen, sondern lernen, was wir ablehnen, als unsere dunklen Seiten anzusehen, ja anzunehmen.
Solange wir z.B. Rechtsradikale und kriminelle Jugendliche ausgrenzen,
solange wir sie als Geschwüre ansehen, sind sie ein Krebs im Körper der Gesellschaft.
Sie sind auch der Krebs in uns.

Wir werden so lange über das Wetter schimpfen, bis wir erkennen, dass WIR es sind, die es machen.

Unverhofft kann uns stattdessen das, was wir liebend annehmen, eine größte Hilfe werden.
Märchen wussten dies schon immer. Weisheit in ihren Worten lautet:

Ein Bauernbursche, der von einer schönen Prinzessin geträumt hat, zieht mit seinem kleinen Erbe aus, um die Schöne zu suchen. Unterwegs trifft er an einer Kirchentür auf einen Toten, der in einem Eisklotz eingefroren ist und den jeder Vorübergehende anspuckt. Er erfährt, es sei ein Weinhändler gewesen, der den Wein mit Wasser gepanscht hatte. Nun verweigere ihm der Pfarrer das christliche Be­gräbnis. Der Bursche empfindet Mitleid mit dem Sünder und stiftet seine ganze Habe für dessen Begräbnis. Als er weiter­wandert, gesellt sich ein Unbekannter zu ihm als „Reise­kamerad" und bietet ihm an, die schöne Prinzessin zu er­obern, die von einem Troll verzaubert ist. Nach vielen Kämpfen und Mühsalen, die der Kamerad alle stellvertre­tend für den Helden leistet, wird die Prinzessin gewonnen. Nach einem Jahr offenbart der Kamerad, dass er der tote Weinhändler sei, der ihm so seinen Dank abstattete, aber jetzt müsse er für alle Zeiten scheiden, denn nun riefen ihn die Himmelsglocken.
aus Religion und Tiefenpsychologie, Diesterweg, 1989


Der Schweizer Psychologe C.G. Jung nannte diesen Weinhändler, der von vielen so schnöde behandelt wird, unseren Schatten.
Im Außen treffen wir immer wieder auf jemanden, den wir verachten oder aburteilen, ohne zu wissen, dass wir in Wirklichkeit einem Teil unseres Inneren begegnen. Je harscher die Urteile über andere sind, die wir fällen, je verständnisloser wir ihnen begegnen, je intensiver wir auch andere suchen, die uns bestätigen, wie doof jener oder jene sei, desto sicherer können wir sein, dass wir einem unserer Schatten begegnet sind.

Selbst sehen wir den eigenen Schatten oft nicht, unsere Mitmenschen aber sehen ihn umso besser.
"Was regst du dich nur über deine Kollegin so auf", fragt die Frau ihre Freundin.
"Sag bloß, du findest natürlich, wie diese Ziege sich gibt, wie sie Männer anmacht, sich affektiert verhält!"
"Lass sie doch, das machen doch viele."
"Ich lass´ sie ja, aber sie nervt mich trotzdem mit ihrem dümmlichen Gehabe ... " -

Den Schatten wird man so schnell nicht los ...

Wir verstehen nun auch, warum es in afrikanischen Kulturen verpönt ist, auf den Schatten eines Menschen zu treten. - Man tritt nicht auf einen Menschen, denn: Auch sein Schatten gehört zu ihm.

Der Weinhändler im Märchen, das ist, wenn wir ihn bespucken und sein Tun gnadenlos verachten, ein Teil von uns, unser Schatten, den wir nicht annehmen wollen. - Wer hat noch nie gemauschelt oder mauschelt nicht?

Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein ... In diesem Satz der Bibel nimmt Jesus Bezug auf unsere Schatten.

In den realen Schattengestalten im Außen, u.a. also Menschen, mit denen wir Schwierigkeiten haben, spiegeln sich Seelenanteile unseres Inneren, die aufgetaut werden wollen, transformiert, erlöst.

Solange dies nicht geschieht, sind wir der Prinz, der Dornröschen, sein eigenes Höheres Selbst, erlösen will. Doch bleibt der Prinz, bleiben wir in der Dornenhecke hängen. Viele Prinzen verenden dort, nachzulesen im Dornröschen der Gebrüder Grimm.

Die Dornen, das sind unsere stechenden Urteile, unsere richtenden Sprüche.
Was wir über andere sagen, betrifft immer auch uns!

Für mich liegt deshalb eine der größten Weisheiten der Bibel in der Aussage:

Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.

Wir richten uns immer selbst! Es ist immer unser jüngstes Gericht.
Indem wir den Weinhändler einfrieren, erfrieren zunehmend wir selbst.
Mit ihrem Urteil über die Bibel verstellen sich im Übrigen viele den Zugang zu diesen Wahrheiten ...

... solange, bis jener Prinz kommt, jenes Bewusstsein, das der Mythos Parzival nennt.
Er kann den todkranken Gralskönig Anfortas erlösen; doch das ist eine andere Geschichte.

Nur: Anfortas - das sind wir. Unser krankes Bewusstsein.
Unser Gängelwagen.

Richtig verstanden - also ohne ständiges Urteilen, Werten, Lamentieren - kann Letzterer uns dennoch zum Blütenmeer führen. Das ist die Botschaft der Märchen:
Wer wirklich sucht, der findet,
denn
als der Königssohn sich der Dornenhecke näherte, waren es lauter große, schöne Blumen, die taten sich von selbst auseinander und ließen ihn unbeschädigt hindurch, und hinter ihm taten sie sich wieder als eine Hecke zusammen.