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Donnerstag, 26. Juni 2025

"Eile und kleide dich mit diesem Gewand!" - Wir leben in einer Zeit, in der vermehrt Seelen, die in begrenzten Schöpfungsprogrammen und in den Ordnungen der Finsternis gefangen sind, befreit werden.

  • > Siehe, die Zeit ist jetzt erfüllt. < 
  • > Eile und kleide dich mit diesem Gewand! < 
  • Wir leben in einer Zeit, in der vermehrt Seelen, die in begrenzten Schöpfungsprogrammen und in den Ordnungen der Finsternis gefangen sind, befreit werden. 
  • Wir setzen das Wirken fort, das mit Christus in der Gestalt des Jesus begann! 
Was Jesus zu seinen Jüngerinnen und Jüngern vor 2000 Jahren sagte, ist ausgerechnet heute wieder so aktuell wie damals. Damals sagte er, nachzulesen in der Pistis Sophia (Einführendes zu dem Werk s. Beitrag vom 13. Juni) - und er sagt es heute zu uns: 
Nun eile und kleide dich mit diesem Gewand. Komm zu uns, denn wir kommen zu dir auf Befehl des Ersten Mysteriums, dich mit deinen beiden Gewändern zu kleiden, die für dich von Anfang an beim Ersten Mysteriums existiert haben, bis dass die Zeit, die das Unaussprechliche bestimmt hat, erfüllt sei. 
Das Erste Mysterium ist die Region des Ewigen Vaters, der auch der Unaussprechliche genannt wird, und mit dem Zweiten und Dritten Mysterium, den Regionen des Ewigen Sohnes und des Ewigen, des Heiligen Geistes bildet es jene Heilige Einheit, die wir Trinität nennen.
Seit der Zeit des Ersten Mysteriums existieren unsere Gewänder, unsere Lichtgewänder - manche sprechen auch von Lichtkörpern. Lange waren große Teile der Menschheit von ihnen getrennt. 

Was Jesus damals zu seinen Jüngerinnen und Jüngern sagte, gilt auch für heute, weil seine Aussage auf neue Weise ins Bewusstsein der Menschen dringt: 
Siehe, die Zeit ist jetzt erfüllt.
Wie im Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen kommt heute der Bräutigam zu Seelen, die gewartet haben und bereit sind. Die Gewänder ermöglichen die zunehmend unbeschränkte Tätigkeit des Lichtkörpers, der wir sind, ungeachtet der Tatsache, dass wir im Fleisch - wie die Bibel formuliert - leben, also in einer Region, in der Kräfte wie die niederen Archonten [s. Beitrag vom 17. Juni 2025] göttliches Wirken außer Kraft setzen wollen und dies leider auch sehr erfolgreich taten und tun. Wer sein Lichtgewand anzieht - und es gibt deren insgesamt drei - arbeitet in und für das Amt Christi, der in der Gestalt von Jesus von Nazareth mit seinem Sterben auf Golgatha den Weg zum ewigen Leben öffnete; es ging ihm um die Vereinigung von Himmel und Erde. Es geht eben nicht um den Ausstieg aus dem Rad der Wiedergeburten, wie ein in dieser Hinsicht schon immer überholter Buddhismus suggeriert, sondern um unser Wiedergeborensein im Fleisch, um der Dualität ein Ende zu bereiten. Ihr Ende beginnt, wenn sich Himmel und Erde in unserer Seele vereinen und wenn wir in diesem Bewusstsein unseren Alltag gestalten - nicht durchgehend gelingt uns das, aber immer wieder und immer mehr.

In der Pistis Sophia spricht Jesus weiter zu seinen Jüngerinnen und Jüngern:
Komm zu uns geschwind, damit wir dich in sie [die Lichtgewänder] kleiden, bis du deinen Dienst in der Vollendung des Ersten Mysteriums, die vom Unaussprechlichen bestimmt wurde, erfüllt hast. Eile dich, damit wir dich nach dem Befehl des Ersten Mysteriums bekleiden können. 
Der Aufruf zur Eile ergeht. Zeit ist ja nicht money, sondern wertvolle Seelen-Leben-Zeit. Die Zeit des Zögerns und Zweifelns ist vorbei. Das bedeutet ja nicht, dass wir unsere Familie verlassen, nicht mehr zum wöchentlichen Bowling-Treffen gehen oder nicht mehr mit Freunden Skat oder ´Mensch ärgere dich nicht´ spielen.

Jene Bibelstelle aus dem Lukas-Evangelium gehört - ebenso wie die Aussage: „Wer sein Kind liebt, züchtigt es“ - zu den am wenigsten verstandenen im Neuen Testament. In Lukas 14, 26 finden wir die Worte: 
Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein. (Lk 14, 26)
Griechisch miséo bedeutet hassen, vernachlässigen. Was genau aber ist gemeint? 
Uns hilft die Aussage des weisen Hermes Trismegistos aus seiner Tabula smaragdina: „wie oben so unten“, die sich auch im Vater unser findet, wenn es heißt: „wie im Himmel so auf Erden“.

Gemeint ist, um es an diesem Beispiel zu verdeutlichen: 
Es gibt einen himmlischen Vater und einen irdischen Vater; es gibt eine himmlische Mutter - das göttlich Weibliche in Gestalt der Shekinah, der Pistis Sophia als Wesen, Maria und anderen - und eine irdische, kurzum: es gibt eine himmlische Familie und eine irdische. Beide haben ihre Berechtigung - deshalb wird von Himmel und Erde gesprochen! Der springende Punkt dabei ist, dass ich die Bedeutung meines irdischen Vaters vor allem dann erkennen kann und ihm Wertschätzung entgegenbringe, wenn ich die Bedeutung meines himmlischen Vaters erkannt habe. „miséo“, so missverständlich mit „hassen“ übersetzt, meint schlicht: Ordne die Bedeutung deines irdischen Vaters richtig ein! Wenn er dir wichtiger ist als dein geistiger Vater, dann ist dir das Reich der Erde wichtiger als das himmlische Reich, deine wahre Heimat. Deshalb sagt Jesus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“! Das meint doch nicht, dass wir unser Leben auf der Erde nicht ernst nehmen. Warum sonst hätte Christus sich mit Jesus auf der Erde verbunden, wenn nicht, um sie zu retten und ihr einen ungeheuer neuen Stellenwert zu geben! 

J.J. Hurtak spricht in seinem Kommentar zur Pistis Sophia (siehe Beitrag vom 17. Juni 2025) von der Erde als einer biologischen Testzone und als ein Clearinghaus für Seelenfortschritt und in den „Schlüsseln des Enoch“ (116) formuliert er, 
dass es immer Dimensionen von ´Erd-Experimentation´ in der Dunkelheit geben wird, weil die Lebenskräfte ständig innerhalb der Erdensonne getestet werden. Ungeachtet des Grades der Läuterung der Lebenskräfte wird es immer physische Lebensstationen wie die Erde geben, die als Testzonen für die Gedankenformen der höheren Evolution gebraucht werden, um die vielen Intelligenzreiche im Einklang mit des Vaters Plan zur Erschaffung neuer Welten zu fördern.
Mit dieser Sichtweise, wenn sie denn stimmt, kann man schon Probleme haben, aber - das ist ja offensichtlich - wir Menschen sind auserwählt, Mysterien des niederen Lichtes zu durchlaufen, um auf ganz neue Weise den Wert, die Bedeutung und Strahlkraft des Ewigen Lichtes erkennen zu können, was dazu dient, das Göttliche auf eine bisher nicht gekannte Weise wertschätzen, seine Größe sehr bewusst wahrnehmen zu können, denn je tiefer ein Wesen sinkt - und wie Menschen sind sehr tief gesunken - desto höher kann es aufsteigen, aufsteigen zu einer neuen Erkenntnis der Gottheit.

Gott weiß, wie gewagt dieses Experiment ist, und jeder Mensch, der daran teilnimmt, ist deshalb für ihn sein Kind, das er nie aus den Augen lässt. Manche Menschen spüren dieses gewaltige Wagnis, man denke nur, wie viele Menschen sich auf einer tierischen Ebene verfangen, ein Leben lang im Drogenkonsum steckenbleiben oder um die sich die Schlingpflanze der Depression gelegt, in der sie sich verheddert haben.
Wer solche Schicksale miterleben oder mitansehen muss, versteht, warum manche in Gefahr geraten, den Glauben an den Sinn des Menschseins zu verlieren.

Nicht umsonst hat jeder Mörder, jeder Drogenabhängige, jeder Depressive, wir alle ein göttliches Double, auch Höheres Selbst genannt, aufgrund dessen die menschliche Seele in Wahrheit niemals den Kontakt zu den höheren Dimensionen verlieren kann. Die Germanen wussten darum und bildeten in den Walküren das Höhere Selbst ab; Richard Wagner hat dieses Wissen in seinem „Ring des Nibelungen“ genial verarbeitet; leider haben die tiefe Spiritualität dieses Werkes nicht so viele verstanden. 
In Mythen und der Kunst ist so wertvolles Wissen verborgen und wir müssen als Menschheit achtgeben, dass es nicht auch der Digitalisierung zum Opfer fällt, so nützlich diese auf einzelnen Feldern auch sein mag. Es gibt genug niedere kosmische Kräfte, die dieses Wissen vernichtet sehen wollen. Das eben macht diese unsere Testzone aus.

Doch es tut sich momentan Entscheidendes: die Zeit des blinden Glaubens ist vorbei. Gefragt ist tätiger Glaube und jeder darf sich fragen, inwiefern er tätig ist. Man kann auch tätig sein, ohne bei jeder Gelegenheit zwanghaft seine Freunde oder jemanden, mit dem man „zufällig“ auf der Parkbank zusammensitzt, meint missionieren zu müssen. Oft ist das ja sogar kontraproduktiv.

Tätigsein kann bedeuten, sich bewusst sein Lichtgewand anzuziehen. Es geschieht zum einen fast wie von selbst, wenn man sein Herz weitet (ich kenne nicht wenige Menschen, die den halben Rudolf Steiner fast auswendig kennen oder die „Schlüssel des Enoch“ inhaliert haben, aber denen eine Enge des Herzens fast ins Gesicht geschrieben ist - dann ist das ganze Studium nur für den Kopf und für das spirituelle Ego).

Wie kann man das Lichtgewand bewusst anziehen?
Vielleicht hat der ein oder andere den Beitrag vom 13. Juni 2025 gelesen, als die Jünger beisammen sind und Jesus, etwas abseits sitzend, von einem Licht umhüllt wird und überwältigend leuchtet. Eine ungeheure Helligkeit umgibt ihn. Man kann sich nun vorstellen, einer der Jünger zu sein und dieses ungeheure Christuslicht zu sehen, das Jesus umgibt. Für mich war und ist es eine Möglichkeit, mir meines Lichtkörpers bewusst zu werden, wenn ich mir jenes Christuslicht, das ich bei Jesus sehe, auch um meinen Körper vorstelle und wie es ihn durchflutet.
Das ist nur ein Beispiel einer Möglichkeit, wie man sich dieses Lichtgewand anziehen und seiner bewusster werden kann. 
Manchmal denke ich auch tagsüber daran, dass es mich umgibt.

Angetan mit dem Lichtgewand vertreiben wir niedere Energien - und das geschieht im Übrigen auch beim Bowling-Spielen mit Freunden.

J. Hurtak schreibt dazu: 
Die Ordnungen der Wahrheit bringen auch Gaben und Belohnungen den Söhnen und Töchtern Adams, einschließlich der Gabe der Heilung und des Friedens, der Länge der Tage, der Kreativität, ewige Segnungen, immerwährende Freude, Leben in Ewigkeit, die Krone (Kether) der Herrlichkeit, die Strahlen der Majestät als das Gewand Ewigen Lichtes, und schließlich die Fülle göttlicher Partnerschaft (…)
Es mag noch Zukunftsmusik sein, doch es heißt, dass 
auch die Gaben am Ende der Zeit zahlreich (sein) werden. Die Dimensionen werden sich auftun, die Korridore werden geöffnet werden, und es wird zu einer Überlappung der Raumzeit kommen. Göttliche Wesen werden uns besuchen und wir werden die Fähigkeit erwerben, sie zu besuchen. Am Ende wird die spirituelle Menschheit auf diesem Planeten mit dem Messias regieren, dem Erlöser, der Gottes Sohn ist, denn die Menschheit selbst, also Söhne und Töchter Gottes, wird sein Gewand und sein Bildnis tragen.
Der Großteil der Menschheit operiert immer noch auf nur drei bis sechs Chakra-Ebenen [https://www.chakren.net/chakra/wurzelchakra/]. Über dem siebenten mit der physischen Form verknüpften Chakra gibt es auch das achte, neunte und zehnte Chakra, die dem spirituellen Körper angehören. Wenn diese ausgerichtet und aktiv sind, zeigt sich die Sophia/Chokmah [die Weisheit als einer Ebene der Sephiroth], wie sie zu Pfingsten über den Häuptern der Jünger war und Ihnen erlaubte, in allen Klangvibrationen, allen Sprachen zu sprechen, die durch Klänge wie das > zama zama ozza rachama ozai < koordiniert werden (…).
Jesus berichtet davon, dass er diese fünf Worte in seinem Gewand fand, uralte Worte, Worte in der ursprünglichen Sprache der Himmel, im Text der Pistis Sophia nicht übersetzt, die dazu dienen können, von uns ausgesprochen, unseren Lichtkörper zu aktivieren. Wir können diesen Prozess unterstützen, indem wir selbst visualisieren, wie wir unseren fleischlichen Körper in ein Lichtgewand umtauschen.

Diese fünf Worte gehören der Lichtsprache an, die Lichtkraft in sich trägt und zu jener Sprache gehört, die die Propheten und Jünger gebrauchten und wie sie in den höheren Dimensionen der Schöpfung Verwendung findet, direkt mit den Ebenen von Gnade und Wahrheit verbunden.

Man kann über diese fünf Worte Zugang zu jenem Licht finden, das zu uns kommen will. 
Jeder, der dies möchte, wird seinen ihm eigenen Weg finden, doch ist es, glaube ich, wichtig, heute auf diesen Ebenen tätig zu sein und gegebenenfalls seine geistige Führung zu bitten, ihm einen Weg aufzutun.

PS
Originale Jesus-Zitate aus der Pistis Sophia sind in grüner Farbe gehalten. Kommentare von J.J. Hurtak sind in Blau eingerückt.

Samstag, 16. Mai 2009

Denken, Gefühle und Leidenschaften der Menschen gestalten das Wetter mit!

Ich kann mich nicht erinnern, sechs Tage hintereinander, wie es in dieser Woche der Fall war, krachende Gewitter und Wolkenbrüche erlebt zu haben. Heute bin ich mit dem Fahrrad an einer Wiese entlang gefahren, deren Gräser Wassermassen überflutet und nach unten gedrückt haben müssen; da gibt es nichts mehr zu mähen. Auf anderen Wiesen stand noch das Wasser in riesigen Lachen.
Für mich ist seit langem schon klar, dass das Wetter auch eine Reaktion vor allem auf die Emotionen der Menschen ist und ich sage, wir können froh sein, dass es so ist, denn wenn sich die angestauten und krankhaften Emotionen der Menschen andere Wege suchen müssten, wäre es ungleich gefährlicher für unsere Leben.

Ich möchte nicht sagen, dass Denkemulsionen und Emotionen der einzige Faktor für das Wettergeschehen sind, gewiss nicht. Das lokale Wettergeschehen steht in Zusammenhang mit dem regionalen, damit auch dem überregionalen und dem weltweiten und das weltweite steht in Beziehung zu kosmischen Energien.
Und natürlich gibt es besondere Phänomene wie Erdbeben und Vulkanismus.
 

Bei einem Geschehen wie der Tsunami-Katastrophe setzt das kollektive Unbewusste aller Menschen, in dem sich die vor allem negativen Emotionen der Menschen sammeln, Energien frei, die nicht mehr zu kontrollieren sind. Auf der individuellen Ebene ist das der Fall, wenn jemand ausrastet und über sich die Kontrolle verliert; dann ist alles möglich.
 

Gut, dass es auch das kollektive Überbewusste gibt, ich möchte es die Weltseele nennen; Schiller spricht in seiner Schrift Über Anmut und Würde von dem Höhern Selbst der Menschen; in der Weltseele haben sie meiner Ansicht nach ihre Heimat.
 

In abgemilderter Form treffen wir zahlreiche Varianten des Wettergeschehens an, doch niemand wird mehr abstreiten, dass die Dynamik zunimmt.
 

Man mag das, was ich hier schreibe, momentan noch für eine verrückte Idee halten, aber ich sehe auch das Fernsehen und die gesamten Medien eingebunden in das Wettergeschehen. Selten sind negative Energien so dynamisiert worden, wie heutzutage durch die Medien. Die krankhafte Sexualisierung der Menschheit und die Sucht vieler, die innere Leere durch übersteigerte sofortige Befriedigung von Bedürnissen zuzukleistern, bringen eine unnatürliche und krankhafte innere Erregung auch in die Natur, die nicht ohne Folgen bleibt.
 

Ich bin gewiss kein Jakob-Lorber-Fan und habe nur weniges von ihm gelesen, aber was er z.B. über den Großglockner schreibt und den Kampf der Wolken bzw. der Wolkengeister um den Gipfel, hat mich schon fasziniert. Naturgeschehen wird hier aus einem ganz anderen, aus hellsichtigem Blickwinkel gesehen und ich habe einen Auszug in Methusalem veröffentlicht.
 

Das mag für denjenigen oder diejenige, die für solche Sichtweisen aufgeschlossen sind, erkennen lassen bzw. bestätigen, dass Energien sich in Ereignisse umsetzen, wie das auch bei dem Ausbrechen von Krankheiten und Unfällen der Fall ist, und wohl dem, der seine Verantwortung sich selbst und der Menschheit gegenüber erkennt, auch und vor allem im Hinblick auf sein Denken und seine Gefühle.
 

Um Gottes Willen dürfen sie nicht verdrängt und beschönigt werden; auf diese Weise würden wir sie auf direktestem Weg in den großen Speicher des kollektiven Unbewussten schicken. Aber wir sollten uns bewusster von unguten Emotionen abkoppeln und darauf hinwirken, dass in unserer Umgebung nicht jeder Mist gesagt oder gesehen sein muss.
 

In der Literatur gestalten immer wieder Autoren diesen Zusammenhang zwischen seelischem Geschehen in uns und Ereignissen in der Natur, sicherlich nicht bewusst, sondern aus unbewussten Ebenen ihrer Seelen heraus, die um obige Tatbestände wissen.
Ich veröffentliche dazu drei Beispiele.

Samstag, 22. März 2008

Ostersamstag: Neu-Ausrichtung als Jüngstes Gericht




"Niedergefahren zur Hölle" - so heißt es im Apostolischen Glaubensbekenntnis.
Gibt es also eine ewige Verdammnis?

Gibt es eine Hölle? - Gibt es ein Jüngstes Gericht?Eine ewige Verdammnis gibt es nicht. Für mich nicht: Ein Gott der Liebe verdammt nicht auf ewig.
Das hätten einige Theologen gern, damit sie besser drohen und mehr Macht über ihre Mitmenschen haben können.Aber was hat es mit dem Jüngsten Gericht auf sich?
Gegenfrage: Kennt jemand ein Ältestes Gericht?
Noch nie gehört? - Ich auch nicht.
Warum nur wird ein Gericht so dezidiert als Jüngstes Gericht bezeichnet?Für mich ist das Jüngste Gericht etwas, was immer im Augenblick stattfindet.
Es ist so jung, jünger geht´s nicht. - Kein Wunder, dass die Jünger Jesu wohl darum wussten.
Immer in der Gegenwart entscheidet sich, wohin wir uns richten, nach was wir uns ausrichten.Gerichtet-Sein bedeutet, eine Ausrichtung haben - das ist die Bedeutung, die hinter dem Wort Gericht steht.
In erster Linie hat es gar nichts mit Strafe und Urteil zu tun.
Das Wort Gericht ist der Bedeutung des Wortes (aus)richten angeschlossen.
Derselben indogermanischen Sprachwurzel zugehörig ist das Wort recht, was u.a. gerade bedeutet. Weitere Wörter aus dieser Wurzel sind das Wort (sich) recken, lenken, Regent und andere mehr.

Das Jüngste Gericht ist etwas, was uns in der Gegenwart unmittelbar ausrichtet, wenn wir diese Instanz wahrnehmen.
Diese Ausrichtung lässt den Menschen zu jeder Zeit sich entscheiden zwischen einer Hinwendung zu dem niederen Teil seiner Seele und all dem Unrat, der im kollektiven Unbewussten gespeichert ist, oder er richtet sich aus in Richtung auf sein wahres Selbst: Friedrich Schiller spricht in Über Anmut und Würde vom "höhern Selbst".
Diese Ausrichtung ist sicherlich ganz entscheidend in dem Leben nach dem Leben. Wohin sich die Seele hier ausrichtet, dort verbringt sie ihre Zeit, bis sie in ein neues Leben eintritt. Daher mag die Bedeutung des Jüngsten Gerichtes, wie es weite Teile der Christenheit auffassen, kommen.
Ein Mensch, der hier in seinem Leben sich immer wieder neu auf seine wahre Bestimmung als Mensch ausrichtet, wird in seinem Leben im Jenseits nie absinken.

Wer aber hier immer unbewusst dahingelebt hat, läuft große Gefahr, sich jenen Ebenen anzuschließen, die wir als Hölle bezeichnen. Es sind Bewusstseinsebenen niederer Natur. Bis hin zu völliger Lichtlosigkeit. Dort verkümmern auch die Augen.
Der eigentliche Trugschluss vieler Menschen liegt darin zu glauben, dass es auf der Erde weder einen Himmel noch eine Hölle gäbe. - Wer hier um das Goldene Kalb tanzt, befindet sich seelisch gesehen in der Hölle, auch wenn die Gier nach Events das eine Weile überdecken kann.
Irgendwann jedoch platzt jede Seifenblase.
Der Überlieferung nach geht Jesus zwischen seiner Kreuzigung und seiner Auferstehung in jene oben angesprochenen lichtlosen Bereiche.
Mancher mag dort sein Licht für eine Fata Morgana gehalten haben, manche mögen die Gunst der Stunde genutzt haben. Auch dies war für sie dann ein Jüngstes Gericht, die Möglichkeit einer Neu-Ausrichtung.

Für mich hat eine Kirche, die mit Pseudo-Wahrheiten wie Schuld und Sünde und Strafe und Ewige Verdammnis operiert, dazu beigetragen, dass die Menschen ihre Wahrheit in sich aus den Augen verloren haben.

Deshalb ruft Angelus Silesius:

Halt an, wo laufst Du hin,
der Himmel ist in Dir.
Suchst Du ihn anderswo,
Du fehlst ihn für und für.

Warum soll ich an Strafe, Schuld und Sünde glauben, wenn der Himmel in mir ist?
Auf was ich mich ausrichte, das ist meine Richtung, mein Jüngstes Gericht.


Ob Himmelreich, ob Hölle - darüber entscheide ich, quasi stündlich.


Dienstag, 5. Februar 2008

Unsere Urteile, unsere Richtsprüche betreffen immer uns, unsere Schatten


"Das es so wenige genis giebt,
daran haben wohl die Schulanstalten
und selbst die Regierung schuld.
In der Schule herrscht ein Zwang, Mechanißmus
und ein Gängelwagen der Regeln.
Das benimmt den Menschen oft alle kühnheit selbst zu denken
und verdierbt die genies."


verantwortlich für Rechtschreibung und Inhalt : Emanuel Kant (1724-1804)



Kann man in der Schule im Rahmen jenes Gängelwagens von Regeln überhaupt praktizieren, was ein Nobelpreisträger fast wie selbstverständlich sagen kann:

"Wer (...) sich nicht mehr wundern,
nicht mehr staunen kann,
der ist sozusagen tot
und sein Auge erloschen."


Sorry, Albert, ´sich wundern´ steht nicht im Lehrplan, ´staunen´ auch nicht.
Was sind das auch überhaupt für Schlussfolgerungen?!
Setzen, Einstein. Note 6!

Halt! Stopp!

Der Stau, in dem wir stehen, sind auch immer WIR.
Die Schule, in die wir gingen und gehen - das sind auch WIR.
Die Politiker, über die wir lästern, die Manager, die wir brandmarken: Sie spiegeln uns und unsere Gesellschaft.
Unsere Gesellschaft, das sind WIR.
Lasst uns aufhören, über andere zu schimpfen und anderen Schuld zuzuweisen, sondern lernen, was wir ablehnen, als unsere dunklen Seiten anzusehen, ja anzunehmen.
Solange wir z.B. Rechtsradikale und kriminelle Jugendliche ausgrenzen,
solange wir sie als Geschwüre ansehen, sind sie ein Krebs im Körper der Gesellschaft.
Sie sind auch der Krebs in uns.

Wir werden so lange über das Wetter schimpfen, bis wir erkennen, dass WIR es sind, die es machen.

Unverhofft kann uns stattdessen das, was wir liebend annehmen, eine größte Hilfe werden.
Märchen wussten dies schon immer. Weisheit in ihren Worten lautet:

Ein Bauernbursche, der von einer schönen Prinzessin geträumt hat, zieht mit seinem kleinen Erbe aus, um die Schöne zu suchen. Unterwegs trifft er an einer Kirchentür auf einen Toten, der in einem Eisklotz eingefroren ist und den jeder Vorübergehende anspuckt. Er erfährt, es sei ein Weinhändler gewesen, der den Wein mit Wasser gepanscht hatte. Nun verweigere ihm der Pfarrer das christliche Be­gräbnis. Der Bursche empfindet Mitleid mit dem Sünder und stiftet seine ganze Habe für dessen Begräbnis. Als er weiter­wandert, gesellt sich ein Unbekannter zu ihm als „Reise­kamerad" und bietet ihm an, die schöne Prinzessin zu er­obern, die von einem Troll verzaubert ist. Nach vielen Kämpfen und Mühsalen, die der Kamerad alle stellvertre­tend für den Helden leistet, wird die Prinzessin gewonnen. Nach einem Jahr offenbart der Kamerad, dass er der tote Weinhändler sei, der ihm so seinen Dank abstattete, aber jetzt müsse er für alle Zeiten scheiden, denn nun riefen ihn die Himmelsglocken.
aus Religion und Tiefenpsychologie, Diesterweg, 1989


Der Schweizer Psychologe C.G. Jung nannte diesen Weinhändler, der von vielen so schnöde behandelt wird, unseren Schatten.
Im Außen treffen wir immer wieder auf jemanden, den wir verachten oder aburteilen, ohne zu wissen, dass wir in Wirklichkeit einem Teil unseres Inneren begegnen. Je harscher die Urteile über andere sind, die wir fällen, je verständnisloser wir ihnen begegnen, je intensiver wir auch andere suchen, die uns bestätigen, wie doof jener oder jene sei, desto sicherer können wir sein, dass wir einem unserer Schatten begegnet sind.

Selbst sehen wir den eigenen Schatten oft nicht, unsere Mitmenschen aber sehen ihn umso besser.
"Was regst du dich nur über deine Kollegin so auf", fragt die Frau ihre Freundin.
"Sag bloß, du findest natürlich, wie diese Ziege sich gibt, wie sie Männer anmacht, sich affektiert verhält!"
"Lass sie doch, das machen doch viele."
"Ich lass´ sie ja, aber sie nervt mich trotzdem mit ihrem dümmlichen Gehabe ... " -

Den Schatten wird man so schnell nicht los ...

Wir verstehen nun auch, warum es in afrikanischen Kulturen verpönt ist, auf den Schatten eines Menschen zu treten. - Man tritt nicht auf einen Menschen, denn: Auch sein Schatten gehört zu ihm.

Der Weinhändler im Märchen, das ist, wenn wir ihn bespucken und sein Tun gnadenlos verachten, ein Teil von uns, unser Schatten, den wir nicht annehmen wollen. - Wer hat noch nie gemauschelt oder mauschelt nicht?

Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein ... In diesem Satz der Bibel nimmt Jesus Bezug auf unsere Schatten.

In den realen Schattengestalten im Außen, u.a. also Menschen, mit denen wir Schwierigkeiten haben, spiegeln sich Seelenanteile unseres Inneren, die aufgetaut werden wollen, transformiert, erlöst.

Solange dies nicht geschieht, sind wir der Prinz, der Dornröschen, sein eigenes Höheres Selbst, erlösen will. Doch bleibt der Prinz, bleiben wir in der Dornenhecke hängen. Viele Prinzen verenden dort, nachzulesen im Dornröschen der Gebrüder Grimm.

Die Dornen, das sind unsere stechenden Urteile, unsere richtenden Sprüche.
Was wir über andere sagen, betrifft immer auch uns!

Für mich liegt deshalb eine der größten Weisheiten der Bibel in der Aussage:

Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet.

Wir richten uns immer selbst! Es ist immer unser jüngstes Gericht.
Indem wir den Weinhändler einfrieren, erfrieren zunehmend wir selbst.
Mit ihrem Urteil über die Bibel verstellen sich im Übrigen viele den Zugang zu diesen Wahrheiten ...

... solange, bis jener Prinz kommt, jenes Bewusstsein, das der Mythos Parzival nennt.
Er kann den todkranken Gralskönig Anfortas erlösen; doch das ist eine andere Geschichte.

Nur: Anfortas - das sind wir. Unser krankes Bewusstsein.
Unser Gängelwagen.

Richtig verstanden - also ohne ständiges Urteilen, Werten, Lamentieren - kann Letzterer uns dennoch zum Blütenmeer führen. Das ist die Botschaft der Märchen:
Wer wirklich sucht, der findet,
denn
als der Königssohn sich der Dornenhecke näherte, waren es lauter große, schöne Blumen, die taten sich von selbst auseinander und ließen ihn unbeschädigt hindurch, und hinter ihm taten sie sich wieder als eine Hecke zusammen.