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Donnerstag, 7. August 2025

Die 8. Reue der Sophia, Psalm 31 und warum Gefühl im Gegensatz zur Ansicht des Faust nicht alles ist.

Die ersten sieben Reue-Gesänge der Sophia bedeuten eine gewisse Vollendung, so wie wir, wenn wir unsere sieben Chakren in schnellere Bewegung gesetzt und weit geöffnet haben und damit einen Zustand erreicht haben, der uns nun viel wirksamer uns auch nach oben sich öffnen lässt in Richtung auf unser Höheres Selbst und das Christus-Selbst.

Gerade unter Frauen gibt es ja nicht wenige, die mediale Botschaften übermitteln, was vielen esoterisch Interessierten sehr imponiert. Doch heißt das in erster Linie, dass ihr drittes Auge weit geöffnet ist. Entscheidend für die Qualität der geistigen Arbeit ist allerdings, dass die unteren Chakren auch entsprechend entwickelt sind, dass der Mensch also charakterlich, moralisch und spirituell gereift ist, dass die männliche und weibliche Seite harmonisch zusammenarbeiten und die Gefühlswelt nicht auf Kosten des Denkens, das immer in Richtung göttlicher, weltenschöpfender Gedankenformen, die auch wir Menschen entwickeln können, gehen sollte. In der griechischen Mythologie stand für dieses Denken die Gestalt des Prometheus, übersetzt: der Vordenkende, der Vorausdenkende (im Gegensatz zu seinem Bruder Epimetheus, dem Nachdenkenden, der dem entspricht, der die Welt sieht und über sie nachdenkt, während Prometheus schöpferisch und - in Goethes Hymne - durchaus auch rebellisch denkt).
Schöpferisches Denken ist nicht linear und logisch, allerdings ist die Voraussetzung, von unserer Seite sich ihm zu nähern, die Fähigkeit, logisch und folgerichtig denken zu können. Das will geübt sein. Wer vor allem von irrlichternden Gedanken beherrscht wird, wer alte Denkmuster nicht konsequent entfernt, wer gedacht wird, anstatt selbst zu denken, der wird auch in seiner spirituellen Entwicklung viel Konfusion erleben und wird vielleicht gar nicht merken, dass sein Denken nicht klar und zielgerichtet ist. Wir werden gleich ein Beispiel kennenlernen:

Ich habe eine Zeitlang die Video-Botschaften einer Birgit Fischer (powersoul.at) verfolgt. Mit ihren mittlerweile vier Büchern zu Außerirdischen, die sie „Starseeds“ nennt, ist sie ja in der Spiegel-Bestsellerliste vierfach anzutreffen; das ist schon sehr bemerkenswert und kein Zufall.
Birgit Fischer ist seit ihrer frühesten Kindheit hellsichtig und zugleich eine Trance-Medium, das heißt, dass in ihrem Fall vor allem eine Wesenheit namens Edgar ihr Botschaften übermittelt, deren Inhalt sie während der Übermittlung selbst nicht wahrnehmen kann. Sie selbst spricht von Trance-Speaking und hat schon hunderte von Menschen erfolgreich unterrichtet, diesen Weg der Medialität zu gehen. Immerhin hat sie auf YouTube 140 000 Follower.

Was nun bei ihr in ihren Videos, aber auch in ihren Büchern auffällt, ist, dass sie ständig auf die Bedeutung von Emotionen hinweist (auch in ihrem neuen Newsletter vom 6. August ist das wieder der Fall), dass sie aber von Denken und Intellekt fast nie spricht und wenn, dann menschlichen Verstand und Denken in einen Topf wirft, Denken als Geschenk der Götter aber nicht kennt, offensichtlich nicht um das prometheische Denken weiß und dass die Weisen aus dem Morgenland in dem Gold, dass sie mitbrachten, dem Jesuskind die Weisheit des Denkens überreichten, das uns ermöglichen wird, Welt schöpferisch zu kreieren und mit Bewusstsein zu erfassen
In ihrem letzten Video „Extremer August 2025“ gibt sie schon kurz nach Beginn der Trancesitzung einen Satz ihres - wie sie ihn nennt - Guide Edgar wieder, der lautet: „Die Grenzgenialität der Schweiz misst sich am Abwehrverhalten des Konservativen.“ 
Es ist eine Prophezeiung, sagt sie und ich habe das, was sie zu dieser Prophezeiung sagt, auf meinem Blog Wortbrunnen niedergeschrieben. Es sind Gedanken, die ihr spontan einfallen, ein bisschen Energetik ist dabei und ein bisschen Cern, insgesamt wenig zielgerichtetes, esoterisches Geplätscher (wie ich finde), was für mich deshalb wichtig anzusprechen ist, weil sie vermutlich mit Anforderungen gedanklicher Art, die an sie herantreten, in vergleichbaren Situationen in ihrem Arbeiten ebenfalls so umgeht.
So schreibt sie zum Beispiel zu Beginn des ersten Kapitels von „Starseed Love“, ihrem dritten Buch, dass in Atlantis „ein energetisches Feld (entstand), das die Dualität erschuf (…) Auch der Mensch ist in jener Ära entstanden, der Mensch in seiner Urform (…).“ Später heißt es: „Ebenso wurde eine künstliche Matrix erschaffen …“.

Ein energetisches Feld erschuf die Dualität?

Der Mensch verließ das Paradies, unter anderem das 1. Buch Mose und in Ägypten die Mythe von Osiris, Isis, Horus und Seth nehmen darauf Bezug. Auch ist laut Rudolf Steiner der Mensch in Lemurien erschaffen worden und nicht in Atlantis. Insgesamt sind an vielen Stellen die Darstellungen von Birgit Fischer auffallend oberflächlich und geschichtslos. Ich habe auch in meinen bisher von ihr gesehenen Videos und Lektüren nicht ein einziges Mal den Namen Christus gehört bzw. gefunden und wenn ich bedenke dass Steiner und J.J. Hurtak m.E. zu Recht die Auffassung vertreten, dass nur jene die nächste große Bewusstseinsstufe - Steiner nennt sie ´Jupiter´, die Offenbarung des Johannes spricht vom ´Neuen Jerusalem´ - erreichen, die das Christusbewusstsein verinnerlicht haben, dann ist das Ganze kein Spaß, sondern im Grunde bitterer Ernst. Ich möchte niemandem wünschen, dass er auf Ebenen unterhalb des Himmlischen Jerusalem leben muss bzw. auf einem Mond innerhalb des zukünftigen Jupiterfeldes zirkuliert. Das wird nicht schön sein.

Wenn so viel von Liebe die Rede ist in allen vier Büchern, vor allem in „Starseed Love“, nie aber Bezug genommen wird zur höchsten kosmischen Liebe, der Christus-Liebe, über die auch Paulus - „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht …", 1. Korinther 13 - so wunderbar schreibt, dann frage ich mich schon: warum geschieht das nicht? 

Birgit Fischer leistet in Bezug auf die Starseeds sicherlich wertvolle Arbeit und ich finde zum Beispiel höchst bemerkenswert, was an der ein oder anderen Stelle von Seiten jener über die Bedeutung der Sexualität der Zukunft ausgesagt wird. Das ist mit Sicherheit für viele Menschen sehr hilfreich – und es ist meinem Gefühl nach richtig, was diesbezüglich auch grundsätzlich gesagt wird.
Natürlich kann Birgit Fischer nicht alle Felder gleichermaßen bedienen und es ist ganz normal, dass es bezüglich der ein oder anderen Ebene Abstriche, ja große Abstriche geben muss. Dennoch vernachlässigt sie meiner Ansicht nach auf unnötige und sträfliche Weise die Ebene des Gedanklichen, des Denkens, das doch grundlegend für die Bildung von Bewusstsein ist. Es ist zum Beispiel bemerkenswert, dass der Philosoph James Jeans darauf hinweist dass für ihn das Universum mehr wie eine Bewusstseins-Gedankenform aussieht als eine physikalische Realität und J.H. Hurtak schreibt: „Die Gedankenformen von Gott, dem Vater, sind in allen seinen Manifestation personifiziert und sind ausgesandt als die Fundamente der Bewusstseinsuniversen und der spirituellen Mächte, die zurück in die Schatzkammer des Lichts erhoben werden können. Das war die Kraft, die den zwölf Stämmen Israels mitgegeben wurde…“.
Ich möchte mit diesem Zitat nur andeuten, dass eben nicht nur zu 99 Prozent - diesen Eindruck gewinnt man bei Birgit Fischer – Emotionen entscheidend für die eigene Entwicklung sind, sondern es auch ein Bewusstsein von göttlichem Denken und Gedankenformen gibt, die unsere Welt prägen und haben entstehen lassen. Meines Erachtens ist auch Birgit Fischer ein Opfer von Mephistopheles, in dessen Bann ja Faust steht und diesen in der Szene „Marthens Garten“ zu Gretchen sagen lässt:“Gefühl ist alles“.
So aber ist es nicht.
Im Grunde weiß das auch Faust, doch für jenen Teil in ihm, der in jedem von uns ist und den Goethe Mephistopheles nennt und als solchen im „Faust“ auftreten lässt, ist es kein Problem, die Wahrheit zuzukleistern.

Meines Erachtens steht auch eine Birgit Fischer, so selbstbewusst und selbstsicher sie sich gibt, im Hinblick auf das, was sie vermittelt, im Banne dieses Mephisto alias Luzifer. Und leider ist es auch so, dass sie nicht zwischen Emotion und Gefühl differenziert. Es sind nicht die Emotionen, sondern Gefühle, die wir in der Tiefe unserer Seele finden und diese so wertvoll sein lässt für unser Sein und unsere Entwicklung - ich habe auf Wortbrunnen meine Sicht hierzu erläutert.
Um hier notwendig differenzieren zu können, müsste Birgit Fischer ein klares Verhältnis zum Denken und zum auf diesem basierenden Bewusstsein haben. Natürlich ist Fühlen von ganz großer Bedeutung und in einem ihrer drei Geschenke, nämlich dem des Weihrauchs übermitteln die Heiligen Drei Könige nicht zufällig die Weisheit des Fühlens. Auch in der germanischen Mythologie finden wir die göttliche Trias der drei Seelenkräfte in den drei Göttern Odhin (Denken, Weisheit / Gold), Vili (Wille / Myrrhe) und Ve (Fühlen, Empfinden / Weihrauch).

Mich hat in der Phase, in der ich mich mit Rudolf Steiner beschäftigt habe, doch nachhaltig beeindruckt, wie ausführlich und differenziert er sich mit den drei grundlegenden Seelenkräften des Menschen auseinandergesetzt hat. Auch heute noch, da die spirituelle Entwicklung der Menschheit sich über Steiner hinaus fortsetzt, sind seine Ausführungen meines Erachtens eine wertvolle Basis und wer Einblick nehmen möchte, dem empfehle ich die entsprechenden zusammenfassenden Seiten auf Anthrowiki
für das Denken: https://anthrowiki.at/Denken
für das Fühlen: https://anthrowiki.at/Fühlen
für das Wollen: https://anthrowiki.at/Wollen

Wie dringend wir die Weisheit einer Sophia benötigen und wie wertvoll es ist, dass sie sich so ausdauernd in göttliche Gefilde zurückgearbeitet hat, um auch uns dorthin führen zu können, wird auf dem Hintergrund des oben Gesagten und der dort offen gelegten Möglichkeiten, sich wie die Märchenkinder in den Wäldern unserer 3-D-Realität zu verlaufen, deutlich.

Da das doch einen gewissen Umfang eingenommen hat, möchte ich im Folgenden recht übergangslos den achten Reuegesang der Sophia, wie ihn Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern wiedergegeben hat und wie er in der „Pistis Sophia“ zu finden ist, übermitteln:
1 Auf dich, oh Licht, habe ich gehofft. Lass mich nicht in diesem Chaos; rette mich und erlöse mich mit deinem Wissen.
2 Beachte mich und rette mich. Sei mir ein Retter, oh Licht, und rette mich und führe mich in dein Licht.
3 Denn du bist mein Erlöser und wirst mich in deine Gegenwart nehmen, und durch das Mysterium deines Namens wirst du mich führen und mir dein Mysterium [das höhere Wissen darüber, was zu tun ist] anvertrauen.
4 Und du wirst mich vor dieser löwengesichtigen Kraft [siehe frühere Gesänge] retten, die geschaffen wurde, um mich zu täuschen, denn du bist mein Retter.
5 Und in deine Hände werde ich die Reinigung meines Lichtes legen; du hast mich erlöst, oh Licht, durch dein Wissen.
6 Du bist erzürnt über jene, die auf mich lauern, und sie werden mich nicht vollends ergreifen können; und ich glaube an das Licht.
7 Ich werde froh sein und lobpreisen, dass du Barmherzigkeit für mich gehabt hast, und um mich bedacht warst und mich aus der Qual, die mir gegeben wurde, gerettet hast. Und du wirst meine Kraft aus dem Chaos befreien.
8 Und du hast mich nicht in den Händen der löwengesichtigen Kraft im Stich gelassen, sondern du hast mich in eine von Erdrückung freie Region gebracht.
Nachdem Jesus dieses zu seinen Jüngern gesagt hätte, fuhr er wiederum fort und sprach zu ihnen, „Es geschah dann, als die löwengesichtige Kraft erkannt hatte, dass Pistis Sophia nicht vollständig aus dem Chaos herausgeführt worden war, dass sie sich mit den anderen materiellen Emanationen von Selbst-Willen verbündete und sie gemeinsam Sophia neuerlich angegriffen. Und als sie sie quälten, dass sie laut weinte, sprach sie in derselben Reue:
9 Bringe mir Gnade entgegen, oh Licht, denn sie belagern mich wieder. Wegen deines Gebotes ist das Licht in mir verwirrt, und so ist es auch meine Kraft, und so ist es auch mein Verstand.
10 Meine Kraft hat begonnen abzunehmen inmitten dieser Mühen, und die Zahl meiner Zeit verringert sich im Chaos. Mein Licht verebbt, denn sie haben meine Kraft von mir gerissen, und meine übrigen Kräfte sind in mir zerrüttet.
11 Ich bin kraftlos geworden vor allen Archonten der Äonen, die mich verachten, und vor den 24 Emanationen, in deren Region ich mich befand; und mein Bruder, mein Gepaarter, hat sich gefürchtet, mir zu helfen, wegen des Ortes, an den sie mich gebracht haben.
12 Und alle Archonten der Höhe betrachten mich als Materie, in der kein Licht ist. Ich bin zu einer materiellen Kraft geworden, die aus den Archonten tropft.
13 Und alle in den Äonen sagten, „Sie ist zu Chaos geworden,“ und so haben mich gemeinsam die grausamen Mächte umzingelt und haben vereinbart, wie sie das ganze Licht in mir ergreifen werden.
14 Doch ich habe dir vertraut, oh Licht, und sagte zu dir: Du bist mein Erlöser.
15 Und in deinen Händen liegt das Geschick, das du für mich bestimmt hast. Rette mich aus den Händen der Emanationen von Selbst-Willen, die mich belagern und quälen.
16 Sende dein Licht hervor, dass es mich erleuchte, denn ich bin wie nichts vor dir, und in deiner Barmherzigkeit, bitte, rette mich.
17 Lass mich nicht verspottet werden, oh Licht, weil ich doch Loblieder an dich gesungen habe. Lass Chaos die Emanationen von Selbst-Willen überwältigen und lass sie in die Finsternis hinabsinken.
18 Lass ihren Mund geschlossen sein, sie, die mich gemein verschlingen wollten, die das sagen, „Lasst uns alles Licht in ihr ergreifen,“ – obwohl ich ihnen nichts Böses gebracht habe.
Jesus fordert auch hier wieder seine Jüngerinnen und Jünger nach einer Erklärung von Pistis Sophias Reuegesang auf; der Verfasser des ersten der synoptischen Evangelien, Matthäus, kommt nach vorne und sagt:
„Mein Herr, dein Geist hat mich bewegt und dein Licht hat mich nüchtern gemacht, damit ich die achte Reue von Pistis Sophia erkläre. Über sie hat deine Kraft früher schon im 31. Psalm prophezeit, wo sie, deine Kraft also, durch David sagte:
1 Zu dir, YHWH, habe ich Zuflucht genommen. Lass mich nie beschämt werden; nach deiner Gerechtigkeit lass mich befreit werden.
2 Neige dein Ohr mir zu; rette mich geschwind. Werde für mich ein Felsen der Kraft und eine Burg der Zuflucht, um mich zu retten.
3 Denn mein Fels und meine Zuflucht bist du; und wegen deines Namens wirst du mich führen und leiten.
4 Und du wirst mich aus diesem Netz herausführen, das sie für mich gelegt haben; denn du bist meine Festung.
5 In deine Hand befehle ich meinen Geist; du hast mich frei gemacht, YHWH, Gott der Wahrheit.
6 Du hast die gehasst, die sich mit wertlosen Eitelkeiten befassen; und ich vertraue auf YHWH.
7 Und ich will mich an deiner liebenden Güte freuen und in ihr frohlocken, denn du hast mein Elend gesehen und kennst die Sorgen meiner Seele.
8 Und du hast mich nicht in die Hand meines Feindes gelassen, sondern hast meine Füße in einen offenen Raum gestellt.
9 Sei mir gnädig, YHWH, denn ich bin in Not; Trauer hat mein Auge, meine Seele und meinen Körper verdunkelt.
10 Denn mein Leben verbringe ich in Kummer und meine Jahre im Seufzen. Meine Kraft vergeht wegen meiner Laster, und meine Gebeine welken dahin.
11 Ich bin die Verachtung aller meiner Gegner und meiner Nachbarn geworden und eine Schmach für meine Bekannten; und wer mich sieht, flieht vor mir.
12 In ihren Herzen bin ich vergessen wie die Toten; ich bin wie ein zerbrochener Krug.
13 Denn ich habe die Verleumdung derjenigen gehört, die mich umzingeln. Sie ballen sich zusammen gegen mich, sie verschwören sich, mir meine Seele zu nehmen.
14 Und ich habe auf dich vertraut, YHWH, und erklärte, „Du bist mein Gott.“
15 Meine Tage sind in deinen Händen. Befreie mich aus der Hand meiner Feinde und meiner Verfolger.
16 Lass dein Antlitz über deinem Diener leuchten; rette mich in deiner liebenden Güte.
17 YHWH, lass mich nicht beschädigt werden, weil ich nach dir gerufen habe. Lass die Bösen im Sheol beschämt und zum Schweigen gebracht werden.
18 Lass sie zum Schweigen gebracht werden, die lügenden Lippen, die die Rechtschaffenen in Hochmut und Verachtung verleumden.“
Dieser Psalm macht uns unter anderem aufmerksam auf die Bedeutung des offenen Raumes; er ist eines der großen Mysterien in der Erziehung der Seele. Dieser innere Raum ist fern von den Regionen der Dunkelheit; er enthüllt sich in Gebet und Meditation. Er ist ein Raum des Schutzes, eines Schutzes, den uns das Erste Mysterium, die Gegenwart des Christus, der Shekinah und des Vaters also, gewährt.
J.J. Hurtak schreibt:
Begreifen wir, dass Gottes Königreich keine Verfolger und keine Verleumder hat, sondern voller liebender Güte, Wahrheit und Liebe ist. Während wir die Psalmen lesen, wollen wir uns selbst mit den Gedankenformen der höheren Welten identifizieren und unser Bewusstsein so verwandeln, dass es wie das Bewusstsein des größeren Lichtes ist. Gebet durch heilige Psalmen erweckt den Geist in unseren Tiefen und ruft ihn hervor, die inneren Strukturen zu verwandeln, die zu eng sind, als dass der intellektuelle Verstand dorthin reichen könnte. Erwachen wir zu dem, was wir sind und warum wir hier sind, so dass die göttlichen Melodien und Energien uns umkreisen können und Tore errichten, durch die diese Welt und andere Welten des Lichts vereint werden können.

Samstag, 21. Juni 2025

Auch unsere Gedanken können weltbewegend sein! – Über geheilte Weiblichkeit und unsere Mission, dazu beizutragen, die Trennung des göttlich Weiblichen und des göttlich Männlichen auf den niederen Ebenen der Erde aufzuheben.

Der folgende Beitrag setzt die Postings vom 13. und 17. Juni fort (Link am Schluss)

Nachdem Erdbeben und Aufruhr im Himmel vorbei waren (siehe Teil I), geht Jesus gegenüber seinen Jüngern auf die Situation ein, als er auf dem Ölberg etwas abseits von ihnen saß und diese darüber sprachen, wie sehr sie gesegnet seien durch das, was sie mit dem Erlöser erleben dürfen. Was Jesus nun äußert, ist für mich deshalb so wichtig, weil es auf seine Gedanken verweist und damit einen so bezeichnenden Blick auf den Wert auch unserer Gedanken wirft, nicht jene Gedanken, die mit uns tun, was sie wollen und oft in unserem Kopf Karussell fahren, sondern Gedanken, die zielgerichtet sind und einen ganz besonderen Stellenwert in unserem Leben haben können - er sagt zu seinen Jüngern und wir lesen in der Pistis Sophia:
Als ich ein wenig entfernt von euch auf dem Ölberg saß, dachte ich über die Ordnung des Dienstauftrages nach, für den ich gesandt worden war, und dass er nun vollendet war und dass mir vom letzten Mysterium, nämlich dem 24. Mysterium von innen nach außen unter jenen, die in dem zweiten Raum des Ersten Mysteriums sind, in den Ordnungen jenes Raumes, noch nicht mein Gewand geschickt worden war. So geschah es, als ich wusste, dass die Ordnung des Dienstes, für den ich gekommen war, vollendet war und dass das Mysterium mir noch nicht mein Gewand geschickt hatte, das ich ihn ihm zurückgelassen hatte, bis seine Zeit erfüllt sein würde – darüber nachdenkend saß ich auf dem Ölberg ein wenig von euch entfernt.
Jesu Gedanken scheinen nicht weltbewegend, und doch sind sie es. Er reflektiert seine Situation, er reflektiert die Lebensstufe, auf der er sich gerade befindet. Solche Bestandsaufnahmen sind wichtig.
Seine Gedanken sind, wie sich im folgenden erweist, deshalb weltbewegend, weil sie die Lichtflut vorbereiten, die ihn daraufhin erfasst. J.J. Hurtak - der Herausgeber der Pistis Sophia (siehe Teil I) kommentiert diese Situation: 
Jesus befand sich hier im Prozess der Vorbereitung auf die nächste Entfaltung seines Seinsheit, die nächste Manifestation dessen, was geschehen würde. Die Dinge erledigen sich nicht einfach von selbst, sondern sie erfordern bewusste Vorbereitung auf das Ereignis, das eintreten soll. Gedanke ist der Initiator aller Geschehnisse, die eine Wirklichkeit werden sollen.
Der Text der Pistis Sophia und Hurtaks Kommentar sind für mich sehr aufschlussreich, denn sie zeigen, wie wichtig Gedanken, die wir denken, sein können: Sie können eine neue Phase unseres Lebens einleiten, wenn es nicht solche sind, die mit uns Kopfkarussell fahren und damit von den Archonten und ihren Gehilfen uns eingespeist werden - immerfort fliegen sie ständig um uns herum -, sondern wenn sie im Glauben und Vertrauen geschehen und zielgerichtet sind, das heißt, die Mission von Jesus unterstützen, der die niederen Welten wieder verknüpft mit den höheren und den Menschen den Zugang zum Göttlichen ermöglicht..

In der Pistis Sophia spricht Jesus wiederholt von der „Schatzkammer des Lichts“, jener „ungeheure(n) Quelle an Energie und Kraft, die die göttlichen Gedankenformen und Analoga beinhaltet, die für die Erschaffung und Reprogrammierung der Lebenswelten gebraucht werden (…).“

Jesus erläutert mit großer Sorgfalt, was alles aus der Schatzkammer des Lichtes fließt, „wo die Gedankenformen Gottes nutzbar gemacht werden und durch himmlische Mächte wie Michael und Gabriel und tausende anderer göttlicher Lichtkräfte in Welten neuer Schöpfung hervorgebracht werden.“

Leider hat die katholische Kirche mithilfe diverser Konzilien viel zu sehr den Blick auf den historischen Jesus gelenkt und untergraben, was so vieles darüber hinaus geschieht und was übrigens auch in den Schriften der alexandrinischen und äthiopischen Gemeinden aufgezeichnet ist und - ich bin ziemlich sicher - vom Vatikan hinter verschlossenen Türen verborgen wird.
Mit der Reprogrammierung der Lebenswelten sind ja die Welten und Dimensionen angesprochen, von denen die Menschheit u.a. durch die Katholische Kirche und auch durch den geistig so biederen Protestantismus, der sich so gern den Menschen und ihren Zeitströmungen anbiedert, abgekoppelt wurde; so konnten über viele, viele Jahrhunderte die Menschen in einem seelisch-geistigen Gefängnis, ihrem um die Erde kreisenden Bewusstsein, eingesperrt werden, dessen Mauern nun gewaltige Risse bekommen und einstürzen werden, u.a. durch das Wissen, das die Pistis Sophia vermittelt.

Als ich mich mit Rudolf Steiner zu beschäftigen begann, war ich sehr erstaunt darüber, welchen Stellenwert er dem Denken zuwies. Denken, Fühlen und Wollen sind für ihn ja entscheidende Grundbausteine unserer Wirklichkeits-, sind die Trinität unserer Lebensgestaltung. Darüber war ich anfänglich sehr erstaunt, bis ich mehr und mehr wahrnahm, wie wichtig sie sind, um in unserem Inneren - und natürlich auch im Außen - Freund und Feind zu unterscheiden (Luzifer beispielsweise gibt ganz tolle Channelings durch und hält die "besten" Predigten) und Dinge ins Bewusstsein zu rufen und dort zu verankern für zukünftiges Verhalten.
Bei Jesus lösen Gedanken, wie wir sie auch denken und dies in Zukunft bewusster und zielgerichteter tun, Weltbewegendes aus. Es sind eben nicht nur Gefühle, die im Zentrum unseres Seins stehen sollten, wie es gewisse Medien wie u.a. eine Birgit Fischer, die auf You Tube immerhin annähernd 140 000 Follower hat, ständig suggerieren. Wenn wir unser Denken vernachlässigen, können wir uns nicht den göttlichen Gedanken mehr und mehr annähern, jenen Gedanken, die die Welten geschaffen haben und die mit uns zusammen das Neue Jerusalem schaffen werden.

Auch wir bewegen mit unseren Gedanken die Welt, unterschätzen wir sie nicht! Natürlich beobachten wir mit ihrer Hilfe auch das weltweite Geschehen und die ständigen Kriegsszenarien, aber doch nur, wenn es gut geht, um umso bewusster die weltverändernden göttlichen Gedanken zu denken.
Dass jene noch so wenig im Mittelpunkt stehen, zeigt, welche Bewusstseinsarbeit noch vor uns liegt.
Stornieren wir alle jammernden Gedanken - wie viel wird gerade in der esoterischen Szene über Kriege gejammert oder einfach auch nur dazu veröffentlicht (manche tun es fast täglich und finden das richtig) - und bitten wir Michael und Gabriel, uns in ihre göttlichen Welten aufbauenden Gedanken einzubinden.

Dass wir selbstverständlich unsere Gefühle wahrnehmen und sie eine wertvolle Hilfe für unser Leben, auch unser seelisch-geistiges Vorwärtskommen sind, das will ich mit meinen vorher geäußerten Gedanken in keiner Weise in Abrede stellen. Gewiss haben Männer im Hinblick auf Gefühle in der Regel mehr Lernarbeit zu leisten als das weibliche Geschlecht. Doch für beide Geschlechter gilt, dass die Gefahr besteht, dass Gefühle in der Kläranlage des Lebens bleiben und sich dann immer nur auf der horizontalen Ebene drehen und drehen … stattdessen können sie wie eine hilfreiche Leuchtspur unseren Weg nach oben beleuchten.

Ich möchte aber zunächst noch einmal zurückblenden zu meinen Bemerkungen, die ich über die Pistis Sophia (siehe Teil I) machte und etwas ergänzen, was mir sehr wichtig erscheint und was einen bezeichnenden Wink für unsere Realität beinhaltet:
In der Pistis Sophia melden sich immer wieder Menschen aus dem Umfeld von Jesus, indem sie Gespräche einleiten oder erklärende Aussagen geben, zu Wort. Wenn man die Bibel liest, könnte man meinen, es seien (fast) nur Männer, aber in der Pistis Sophia sind es zwar 33-mal Männer wie Andreas, Petrus, Jakobus oder Matthäus - sieben sind es insgesamt, die sich zu Wort melden -; ihnen stehen zwar „nur“ vier Frauen - Maria Magdalena, Maria, die Mutter Jesu, Martha und Salome - gegenüber, aber sie melden sich 98-mal zu Wort(!).
Und ich finde J.J. Hurtaks Anmerkungen hierzu aufschlussreich:
Wenn wir zur Häufigkeit hinzuzählen, mit der Pistis Sophia [das geistige Wesen] selbst zu Wort kommt (26-mal), sehen wir, dass die volle Wucht der weiblichen Sprechrolle mehr als dreimal so ausgedehnt ist wie die männliche! Man könnte vermuten, dass der Grund, warum die weiblichen Jüngerinnen in diesem Text so deutlich hervorgestellt werden, in der Natur der Pistis Sophia selbst liegt, die weibliche Jungfrauenmatrix wiederherzustellen, was auch erreicht wird, indem Pistis Sophia ihr Vergehen völlig bekennt und den Christus durch sein Lichtgewand umarmt.
Was hier mit dem „Vergehen“ der Pistis Sophia angesprochen wird, bezieht sich auf die Tatsache, dass jene göttlich weibliche Energie „aus Unwissenheit, unabsichtlich Göttlichkeit in die niederen Äonen verpflanzte. Dieser Akt lässt sie ihre Position als Bewohnerin des 13. Äons verlieren und sie (die Weisheit) fällt daraufhin unter die Kontrolle einer minderwertigen Hierarchie, die unvollkommene Kondensationen [= unvollkommene Zustandsveränderungen] von Materie-Energie zulässt. Als Pistis Sophia Ihr gefallenes Bewusstsein erkennt, bittet sie um Erlösung aus diesen niederen Regionen, indem sie Gebete singt und um Hilfe weint. Jesus kommt der ´gefallenen Sophia´ zu Hilfe und bringt die Erlösung nicht nur zu ihr, sondern in alle unteren Bereiche.“
Zu diesen Bereichen zählt unter anderem der Machtbereich des Authades, der den Selbstwillen - im Gegensatz zum göttlichen Willen - repräsentiert; deshalb kann jene Bitte des Vater Unsers, „dein Wille geschehe“, nicht ernst genug genommen werden und ein so heiliger Akt unseres Bewusstseins sein.
„Sophia" ist der Funken Göttlichkeit, der in jeder launenhaften Seele gefangen ist. Sie ist ein Spiegel für die menschliche Seele, doch ist sie auch diejenige, welche die Erlösung ununterbrochen ermöglicht und fördert, in dem sie Wissen und Weisheit vermittelt. Die Weisheit (Sophia) allein ist ungenügend; Erlösung erfolgt für Pistis Sophia nur durch zahlreiche Petitionen und Gesänge des Glaubens, die sie für ihre Befreiung singt. Dies ist ein aktiver Glaube, nicht der blinde Glaube, der vom unbewussten Geist gepflegt wird.
[Anmerken möchte ich, dass die Kommentare ursprünglich in englischer Sprache verfasst sind und ich immer wieder einmal die Übersetzung des ein oder anderen Wortes für nicht so gelungen halte - beispielsweise "Petitionen"]

Bemerkenswert finde ich die abschließenden Worte Hurtaks im Rahmen seiner Einleitung zu diesem Buch, der Pistis Sophia, wenn er den Weg dieser wunderbar weiblichen Wesenheit, die auch wir bitten können, dass sie uns nähertreten möge, uns teilhaben lassen möge an ihrer wiedererrungenen göttlichen Weisheit, mit den Worten krönt:
Die gesamte Wiederaufrichtung durch den Erlöser bedeutet ja das Hervorbringen der erneuerten Sophia, d.h. unserer weiblichen spirituellen Natur, sich ganz der spirituellen und nicht-physischen Realität bewusst, die nicht mehr vom Tod berührt wird, denn der Tod war für Enoch und Elias nicht notwendig gewesen, die von den höheren Mysterien gekostet hatten. Die mit Sophia Lebenden haben schlussendlich ihr verlorenes Bewusstsein inhärenter Unsterblichkeit wiedergefunden",
eines Bewusstseins also, das ewig mit Unsterblichkeit verbunden ist, auch wenn wir diesen Tatbestand auf unserem Weg zeitweilig aus den Augen verloren haben. Diese Zeit ist nun vorbei.

Paulus weiß, wenn er im 1. Korintherbrief, Kap. 15, fragt
O Tod, wo ist dein Stachel?
O Grab, wo ist dein Sieg?
um die Antwort!
Der Tod hat seinen Stachel verloren. Der Sieg ist unser.

Erneuerte, geheilte Weiblichkeit bedeutet ewige Weiblichkeit.
Ewige Weiblichkeit aber ist verbunden mit ewiger Männlichkeit.

Wenn wir dieses Bewusstsein mit unserer Erdenrealität verknüpfen, verknüpfen wir unsere Erde mit einer umfassenden Form von Liebe und tragen dazu bei, sie auch zu befreien von „den erdgebundenen Spielen von Männern, die nie erwachsen werden und sich immer noch Spielzeugtechnologien wünschen, die zu Technologien des Todes werden“, die immer nur einen Deal machen wollen und sich bereitwillig der Macht der Börsen ausliefern, nicht erkennend, in welchen Händen diese und eben auch ihre Seelen sind.

Die Pistis Sophia als Schrift und als Wesen stellt den Erlöser Jesus Christus in den Mittelpunkt, lenkt das Bewusstsein der Menschen hin zum göttlichen Willen, weg vom Selbst-Willen, und möchte die Spaltung zwischen dem göttlich Männlichen und dem göttlich Weiblichen heilen, eine Teilung, die auf niederen Ebenen die menschliche Seele so sehr ins Verderben führt. Die Gnostiker wussten darum, dass nur die irdische Schöpfung diese Trennung einer ursprünglich göttlichen Einheit von Mann und Frau aufweist.

Mögen immer mehr Menschen diese Trennung in sich heilen und dieses geheilte Bewusstsein in die Welt bringen.

PS
Teil I:

Dienstag, 17. Juni 2025

Vorsicht vor den Archonten. – Wir Menschen und die Erde als biologische Testzone und Clearinghaus für Seelenfortschritt?

„Christus hebt hervor, dass seine Mission und die Mission seiner Jünger darin besteht, die gefallenen Hierarchien abzusetzen. Doch ist selbst die Einführung von Lichtseelen [also erleuchteten Seelen] in die niederen Welten eine schwierige Aufgabe. Es ist ein Unglück, dass der Gedankenprozess auf diesem Planeten grundlegend von diesen äonischen Mächten, den Archonten, beherrscht und kontrolliert wird. Darum ist, trotz aller Messiasse und aller Buddhas und all der Krishnas auf der Erde die Menschheit immer noch in einer Zone der Isolation. Selbst jene, die kommen, um zu helfen, sind von den höheren Mysterien abgeschnitten, es sei denn, es sind ihnen ausgewählte Offenbarungserlebnisse gegeben, wie etwa jene der großen Lehrer Rabbi Akiba, Ben Zoma, Ben Azai und Acher (Rabi Elisha ben Abuyah), von denen gesagt wird, sie hätten das Paradies erfahren, während sie in einem menschlichen Körper waren.“

Wer sind die Archonten? Sie sind die lokalen Herrscher der 12 Äonen, sie „sind die negativen Hierarchien, die die Kriegs- und Revolutionsspiele auf diesem Planeten kontrollieren, und die Geburt eines Attila, des Hunnenkönigs, eines Hannibal und anderer Kriegsherren lenken, die großen Schrecken auf den Planeten bringen.“ - Putin lässt grüßen.
Archonten sind Mächte nicht-physischer Existenz, darum bemüht, die Lebensexperimente in den 13 Äonen und im Chaos zu kontrollieren. Äonen sind im Übrigen eine „grundlegende Einheit experimenteller Tätigkeit, speziell in den ersten 13 Äonen. Im Denken des Ewigen Vaters (sind sie) eine Einheit kontinuierlicher Schöpfung. Eine Einheit, die in ´höhere´ oder ´niedere´ Äonen aufgeteilt werden muss (…).“ In ihnen finden sich die Mächte der Linken des lokalen, also unseren Universums, im Gegensatz zu Regionen der Mitte und der Rechten, die auch nicht-evolutionäre Hierarchien enthalten - wir kennen z.B. die 24 Ältesten aus der „Offenbarung des Johannes“.

Wie schon im vorausgehenden Beitrag kommentiert auch hier J.J. Hurtak Informationen, die der Pistis Sophia, zu der ich im letzten Post einiges angemerkt habe, entstammen. Im Zusammenhang der vorausgehenden Sätze äußert er, „dass dieser Planet von den höheren Bereichen als eine biologische Testzone und als ein Clearinghaus für Seelenfortschritt initiiert wurde.“

Als ich diesen Satz zum ersten Mal gelesen habe, gelesen habe, dass ich also Teilnehmer einer biologischen Testzone bin und in einem Clearinghaus für Seelenfortschritt lebe, ging ich innerlich spontan auf die Barrikaden. Irgendwie wollte in mir sich etwas anlässlich dieser Formulierungen wie ein Versuchskaninchen vorkommen und reagierte allergisch. In den Schlüsseln des Enoch, in denen Hurtak das Wissen und Bewusstsein eines Metatron und eines Enoch weitergibt, des alttestamentarischen Henoch also, der laut Bibel der erste Mensch war, der nicht starb, sondern in die Himmel entrückt wurde, dem Gott Offenbarungen und Visionen gab, unter anderem darüber, dass 200 Engel zu Menschen wurden - wer denkt nicht spontan an den Wim-Wenders-Film „Der Himmel über Berlin“ [https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Himmel_über_Berlin] oder das Hollywood-Remake „Stadt der Engel“ - um gegen den Willen Gottes Frauen zu nehmen - kein Wunder darf das Buch Henoch nur als apokryphe Schrift existieren - in den „Schlüsseln des Enoch“ findet sich also was den Sinn unseres Menschseins betrifft, eine vergleichbare Aussage (Testzone, Clearinghaus). Sie ist also durchaus bewusst von Enoch/Hurtak wiedergegeben, kann nicht nur so dahingeschrieben sein.
Mit einigem Abstand denke ich heute, dass man aus einer gewissen Distanz solch eine Formulierung wählen kann - offensichtlich hatte sie Hurtak -, die übrigens nachvollziehbar macht, warum es ein recht großes Interesse einiger Sternenvölker aus unserem und anderen Universen an uns Menschen und unserer Art zu leben und zu sein gibt. In gewisser Weise kann man dann unsere Weise der Existenz sogar als ein gewisses Privileg sehen.
Dass darüber die Meinungen auseinandergehen oder manche diesen Inhalt als Unsinn ansehen mögen, kann ich durchaus nachvollziehen.

Hurtak ruft uns im Rahmen dieser Stellen seiner Ausführungen - sie finden sich S. 75ff - noch einmal ins Bewusstsein, dass, wenn wir diese Erde betreten, wir dem Einfluss der Archonten ausgesetzt sind; noch gibt es allerdings viele Menschen, die sich dieser Tatsache nicht bewusst sind, sie glauben, Herr ihrer Gefühle, Gedanken und ihres Willens zu sein, doch das ist weit gefehlt.

In der Pistis Sophia weist Jesus darauf hin, dass es eines gewissen Aufwandes bedurfte, um in Elisabeth und in Maria den Samen von Johannes, dem Täufer, und Jesus zu legen, ohne dass Archonten ihren Einfluss hätten geltend machen können. Diese kontrollieren in der Regel die vibratorische Substanz des Lichtes und hätte Jesus nicht u.a., so J.J. Hurtak in seinem Kommentar, göttliche Gedankenformen und die Energie der Heiligen Namen Gottes in das Licht, das er brachte, hineinbringen können, hätte sein Licht nicht das bewirken können, was es nun bewirkt, wobei es zu beachten gilt:

„Wenn der Mann oder die Frau durch die Tore von Raum-Zeit in diese Welt eintritt, muss er oder sie daran arbeiten, sich mit der Majestät des Vaters in den Himmeln und mit seiner Glorie in Ausrichtung zu bringen. Was bedeutet das? Wir sollen beten: Unser Vater, Jahweh, der Du in den Himmeln bist. Wir sollen sagen: Ich will keine anderen Götter vor dem wahren Gott haben (Erstes Gebot). Wenn wir aber nicht glauben, dass es andere Götter gibt, andere Mächte, dann verstehen wir die Mysterien nicht und besitzen nicht die spirituelle Kapazität, die höheren Engelskräfte zu schauen. Im Allgemeinen besitzen wir nicht einmal die Kenntnis, zwischen den verschiedenen Mächten zu unterscheiden, und für die meisten Menschen bleiben diese Worte bedeutungslos. Leider reicht der blinde Glaube auf lange Sicht nicht aus; nur ein tätiger Glaube kann heilen und unterscheiden. Es ist ein Glaube, der in der Liebe tätig ist, der aufsteigen können wird.“
Die Fähigkeit, die wir übrigens auch in unserem Leben nach dem Leben brauchen, die Qualitäten von Mächten zu unterscheiden, setzt deren Kenntnis voraus, aber diese Kenntnis sich anzueignen, setzt die Bereitschaft zu gedanklicher Arbeit voraus, zu anspruchsvoller gedanklicher Arbeit. Zu klaren, logischen Gedankengängen.
In der esoterischen Szene ist Intellekt oft verpönt und oft wird suggeriert, dass, wer den Kopf benutzt, sein Herz vernachlässigt oder womöglich gar keines hat. Der entsprechende Glaubenssatz, der dahinter sich versteckt, ist einer für den seelischen Aufstieg schädlichsten. Denn ohne klares, logisches Denken kann niemand die Archonten enttarnen. Mit Gefühl allein geht das nicht. Es ist kein Zufall, dass sowohl bei Rudolf Steiner als auch bei Enoch/Hurtak auf die Bedeutung des Denkens und die Existenz göttlicher Gedankenformen als Grundlage der Existenz nicht nur unseres Universums verwiesen wird. Darauf möchte ich in dem folgenden Beitrag eingehen, wobei ich zu diesem Thema hier abschließend sagen möchte, dass die Bedeutung klarer und logischer Gedanken, Gedanken, mit denen wir u.a. unser nächstes Universum, das Neue Jerusalem bauen, die Bedeutung von Gefühlen in keiner Weise mindert. Gefühle öffnen den Weg zu unserem Inneren und zu einer intuitiven Verbindung mit dem Göttlichen. Wer Denken und Fühlen gegeneinander aufrechnet, hat noch nicht verstanden, wie sehr Denken, Fühlen und Wollen auf einer tiefen Ebene miteinander verbunden sind und heilsames Denken, heilsames Fühlen und heilsames Wollen nur dann wirklich heilsam sind, wenn sie als Trinität in einer ausgewogenen Weise in uns existieren.

Fortsetzung folgt.

Freitag, 11. Februar 2022

Du musst, du musst, du musst ... - von einem Modalverb und seinen seelischen Folgen

 Gewiss, es gibt Situationen, da lässt sich auf seine Verwendung kaum verzichten und manchmal drückt es ja auch etwas ganz anderes aus als eine zwanghafte Aufforderung, wenn beispielsweise die Mutter zu ihrem Kind am Bahnsteig sagt: "Du musst jetzt aber einsteigen!", weil sie sieht, dass der Zug in einer Minute abfährt und ihr cooler Junge immer noch dasteht, als wolle er sich erst noch einen Döner holen.

Als ich mich vor vielen Jahren - gefühlt ist es schon einige Leben her - mit der Transaktionsanalyse beschäftigte und einem, wie ich finde, genialen Buch, Babcock/Keepers´ "Miteinander wachsen" (https://bit.ly/33jMhyU), wurde mir die Rolle eines zwanghaften "müssen" bewusst und ich habe es so schlagartig wie möglich in meinem Unterricht zu vermeiden versucht. Immer geht das natürlich nicht, doch nach einiger Zeit öfter als man denkt. Stattdessen  habe ich, gerade als Klassenlehrer zurückgegriffen auf Formulierungen wie "Lasst uns zusammen ..." oder "Lasst und gemeinsam ...". - Das sind wahre Zauberformeln und das Einzige, was man beachten sollte, ist, sie nicht manipulativ einzusetzen und Kinder nicht zugunsten eines Lehrer-Ego über den Tisch zu ziehen; auch das ist ja möglich.

Aber das Gefühl, etwas in gemeinsamem Einverständnis zu tun, ist eines der schönsten Gefühle, die man, finde ich, als Lehrer haben kann.

Nun trug es sich zu, dass ein recht junger Musiklehrer während des Unterrichts in "meine" 5. Klasse kam, in der ich also Klassenlehrer war, weil er etwas Nicht-Aufschiebbares anzusagen hatte, und ich sehe noch heute die Situation vor mir, wie er sagte: "Ihr müsst also eure Noten mitbringen" und "Ihr müsst pünktlich sein, gute Laune mitbringen" und "natürlich müsst ihr zur Aufführung gepflegt aussehen, also nicht im Unterhemd erscheinen". So ging das eine ganze Weile und ich merkte, wie meine Klasse innerlich so richtig zusammenschrumpelte, wie die Kinder seelisch in die Knie gingen. 

Äußerlich sah der Musiklehrer natürlich nichts, aber ich spürte, was mit ihnen los war, denn dieses "müssen" waren sie nicht mehr gewohnt; wie ein Alp legte es sich auf ihre Seelchen.

Und als der Musiklehrer mit seinen Ausführungen fast am Ende war und erfolgssicher die Klasse demnächst verlassen wollte, erhob sich ein Ärmchen und ein Junge fragte:

"Müssen wir eigentlich kommen?"

Mit dieser einzigen Frage, mit vier Worten brachte da ein Kind genau die Problematik auf den Punkt, die sich hier verbirgt. - Wer will bei so vielem "müssen" wirklich kommen ...

Hinter diesem Modalverb, das so genannt wird, weil es ja die Art und Weise eines Geschehens festlegt - die anderen lauten dürfen, können, mögen, sollen  und wollen - steckt versteckt oft ein Eltern-Ich, ein Ausdruck von Machtgefälle, eine Zwanghaftigkeit, die wir unreflektiert ein Leben lang Gefahr laufen zu transportieren und an unsere Kinder bzw. unsere Umgebung weiterzugeben.

Und "sollen" ist nicht viel besser, nur subtiler, vor allem, wenn es in konjunktivischer Form daherkommt: "Ihr solltet gute Laune mitbringen!"

Was wirklich zählt:

Wir dürfen uns bewusst sein, etwas in Freiheit tun zu können.

Mögen wir, möge die Menschheit diesen Weg vom müssen und sollen zum dürfen und können bewusst gehen!