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Sonntag, 17. August 2025

Die 9. Reue, Psalm 39 und die Frage nach dem Geist der Bergpredigt in der „Pistis Sophia“

Sophia, die gefallene Weisheit, die sich im Chaos befindet, wird von den Emanationen von Selbst-Willen angegriffen. Aus dieser Situation heraus trägt sie ihre neunte Reue vor, zu der es allerdings von meiner Seite etwas für mich sehr Fundamentales zu sagen gibt.

Bevor ich dazu komme, möchte ich J.J. Hurtak zitieren, weil er auf Gedankenform-Schwingungen zu sprechen kommt und sie Beleg und Beispiel dafür sind, dass es eben nicht nur um Emotionales gehen kann, wie das weitestgehend bei der Bestseller-Autorin und Medium Birgit Fischer der Fall ist (siehe Beitrag vom 7. August); wenn Arbeit mit wertvollen Gedanken fehlt, ist das ein Verlust, den keine noch so intensive Emotionalität ersetzen kann, vor allem, wenn, wie bei Birgit Fischer, zwischen Gefühlen und Emotionen nicht differenziert wird. Hier nun das Hurtak-Zitat:
Es soll die Angst, die uns vom Göttlichen getrennt hat, schmelzen in der Wärme und der Gegenwart des Lichts. Und wir wollen Lieder singen und Gebete darbringen, da wir mit den geeigneten Gedankenform-Schwingungen ausgesandt werden, die Tore für unsere Arbeit mit den Höhen zu öffnen und uns das größere Licht entgegenkommt.
Solche Gedankenform-Schwingungen können das meditative Rezitieren des 23. Psalm – für mich das geistige Zentrum aller Psalmen – sein; es kann das wunderbare Bonhoeffer-Gebet „Von guten Mächten wunderbar geborgen“  sein, wir können die neun Früchte des Geistes beten , indem wir ihnen jeweils die Christus-Formel „ICH BIN“ voranstellen und sie uns dadurch selbst zu eigen machen (Ich Bin Liebe, Ich Bin Freude, Ich Bin Frieden …) Diese gedankliche Arbeit kann unsere Seele in hohe Höhen heben (ich wünschte, eine Birgit Fischer würde das ihren 140 000 YouTube-Followern vermitteln wollen …)

Nun zu dem, was mir fundamental wichtig ist und - es ist mir erst in den letzten Tagen so recht bewusst geworden - was ich in den Reue-Gesängen vermisse: Es ist der Geist der Bergpredigt, ihre zentrale Botschaft, wie sie sich in Lukas 6,27 f findet, die lautet: 
Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen. Bittet Gott um seinen Segen für die Menschen, die euch Böses tun, und betet für alle, die euch beleidigen.
Wenn wir uns vorstellen, dass eine ukrainische Mutter, deren Sohn im Krieg gefallen ist, für die Errettung von Putins Seele betet, oder ein palästinensischer Vater in Gaza, dessen Kind Hungers gestorben ist, für Netanyahu, dann wird deutlich, wie herausfordernd der Geist der Bergpredigt sein kann. - Liebet eure Feinde!

Sophia dagegen sagt (s. unten in [23]):
“Geschwind, oh Licht, blicke auf mich und räche mich“.
Oder in Bezug auf die Intrigen ihrer Feinde bittet sie das Licht:„vergib sie ihnen nicht“!

Es ist Jesus, der in der Pistis Sophia die Reue-Gesänge der Sophia seinen Jüngerinnen und Jüngern zur Kenntnis bringt und diese dann von Einzelnen unter ihnen durch Psalmworte bestätigen lässt, so auch im Folgenden durch Psalm 35, in dessen Rahmen wir eine Aussage finden, wie:
"Lass sie beschämt und gedemütigt werden, sie, die sich über mein Unglück freuen“ (in den Psalmen finden sich vielfach neben Worten der Zuneigung solche Gedanken).
Der Verfasser der Quelle, die der Pistis Sophia zugrundeliegt, des Codex Askewianus also, lässt Jesus, der denselben Jüngerinnen und Jüngern die Worte der Bergpredigt mit auf ihren Lebensweg gab, nun in dem Reuegesang der Sophia und dem folgenden Psalm Worte der Rache und Demütigung der Feinde übermitteln. - Das kann nicht sein!

Das ist nicht der Christus in Jesus, um dessentwillen wir uns zum wahren Christentum als einer überkonfessionellen Grundhaltung menschlichen Seins bekennen.

J.J. Hurtak geht mit keinem Wort auf diese Widersprüchlichkeit ein und ich muss sagen, es kann eine Widersprüchlichkeit kaum größer sein. Noch im vorletzten, dem 12. Reuegesang wünscht Sophia Selbst-Willen in Ewigkeit in Finsternis gehüllt zu sein und David wünscht im 109. Psalm, der die Gedanken der 12. Reue erläutern soll, dem Bösen, dass es niemand gebe, der ihm beistehe und dass seine Kinder ausgelöscht werden. Der Fluch, den er liebte, solle über ihn kommen.
Acht Zeilen später schreibt Hurtak:
Die Belehrung bekräftigt die Wichtigkeit des täglichen Schaffens eines Lichtgewandes um unseren Körper, in dem wir einen „geweihten Raum“ für die tägliche Erneuerung und Reinigung gestalten, um nicht so bequem in dem natürlichen Gewand zu werden, in dem wir existieren, nicht negative Handlungen und Flügel zu bevorzugen, die in unsere „Innereien“ einziehen …
Wie passt das zu den Gedanken Sophias und Davids an Rache und Vergeltung?

Der Verfasser jener Quelle, die der Pistis Sophia zugrundeliegt, lässt Jesus Reuegesänge der Sophia auf dem Weg zurück ins wahre Licht wiedergeben, die der Botschaft Christi nicht annähernd entsprechen.
Das ist das eine.

Das andere ist, dass J.J. Hurtak diese aus Christus-Sicht fragwürdigen Reuegesänge nimmt, sich herausnimmt und Bezug nimmt auf das, was ihm passt und das dann kommentiert. Was nicht stimmig ist, übergeht er einfach. - Das ist ein absolut indiskutables Vorgehen.
Solch ein Vorgehen richtet in den Seelen der Menschen ziemlich viel Verwirrung an. Da gibt es in der Seele der Menschen den realen Jesus Christus, den sie aus der Bibel kennen, der ihnen den Geist der Liebe, Nächstenliebe, des Verstehens und Mitfühlens, der Sanftmut und Geduld übermittelt, dann gibt es aber auch den der Rache und Verurteilung, den wir in der Pistis Sophia scheinbar legitimiert sehen, und dann gibt es noch einen Hurtak, der durch sein gedankliches Verhalten alles verquirlt.
Das ist für mich höchst verantwortungslos von seiner Seite, bei dem mir im Übrigen anlässlich obiger Beobachtungen auffällt, dass ich auch bei ihm in dem, was ich von ihm gelesen habe, Gedanken und den Geist der Bergpredigt vermisse und wenn bei Birgit Fischer anzumahnen ist, dass in ihrem Schaffen die Ebene der Gedanken fehlt, so fehlt bei Hurtak ganz und gar die Ebene der Gefühle. Ich habe über diese Ebene bei ihm noch nichts gelesen. Da lobe ich mir einen Rudolf Steiner, der die Gefühls-, Gedanken- und Willensebene gleichermaßen berücksichtigt.

Ich schließe meine Betrachtungen der Reue-Gesänge, die ich ursprünglich für sehr wertvoll gehalten habe, mit dem neunten ab, verzichte hier auf die Wiedergabe der noch ausstehenden 10 bis 13, entschuldige mich bei meinen Lesern dafür, dass ich die vorausgehenden Reuegesänge offensichtlich in falschem Licht gesehen habe, glaube aber, dass es tatsächlich einen Sturz der Weisheit ins Chaos gab, die in uns nun zurückfinden muss in das Licht der großen wahren Weisheit und bin gespannt auf meine weitere Lektüre der Pistis Sophia, wie sie Hurtak offeriert, hinter dem ich erstmal ein großes Fragezeichen mache, da ich nicht nachvollziehen kann, was er sich im Rahmen der Reuegesänge, die mit seinen Kommentaren in „seiner“ Pistis-Sophia-Ausgabe immerhin über 100 Seiten sich erstrecken (von 950 Buchseiten insgesamt), erlaubt hat. Ich hoffe nicht, dass sich für mich sein ganzes Werk und Arbeiten infragestellt. Sehr wahrscheinlich werde ich mich dazu noch äußern.

Im folgenden gebe ich, gleichsam als Dokument des Abgesangs, den 9. Reuegesang und 109. Psalm, die beide durch den Jesus des Codex Askewianus in einen inneren Zusammenhang gebracht werden, wieder:

Die 9. Reue:

1 Oh Licht, erschlage die, die mir meine Kraft genommen haben, und ergreife die Kraft derer, die meine ergriffen haben.
2 Denn ich bin deine Kraft und dein Licht; komm´ und rette mich.
3 Möge Finsternis meine Feinde überwältigen. Sage zu meiner Kraft: Ich bin es, der dich befreien wird.
4 Die, welche danach streben, mir mein Licht ganz zu entreißen, mögen alle den Verlust ihrer Kraft erleiden. Lass diejenigen, die mir mein Licht ganz nehmen wollten, Bestandteil des Chaos und kraftlos werden.
5 Lass ihre Kraft wie Staub werden, und lass deinen Engel Jeu (siehe Anm.1) sie niederschlagen.
6 Und sollten Sie nach der Höhe streben, lass Finsternis sie einholen, lass sie straucheln und Bestandteil des Chaos werden. Und lass deinen Engel Jeu sie verfolgen und sie hinunter in die Finsternis werfen.
7 Obwohl ich ihnen nichts getan habe, haben sie mir eine löwengesichtige Kraft als Falle gestellt, und ihr Licht wird von ihr genommen werden; und sie haben nach der Kraft in mir gedrängt, aber sie werden sie nicht entnehmen.
8 Nun denn, oh Licht, nimm das Gereinigte aus der löwengesichtigen Kraft heraus, ohne dass sie es weiß, und – der Gedanke von Selbst-Willen, mein Licht zu ergreifen – nimm ihm sein eigenes, und das Licht der löwengesichtigen Kraft, das sie mir als Falle gestellt haben, soll ebenso entnommen werden.
9 Meine Kraft wird sich im Lichte freuen und wird froh sein, dass er sie retten wird,
10 und alle Abteilungen meiner Kraft werden verkünden, dass es keinen anderen Erlöser als dich gibt, denn du wirst mich aus der Hand der löwengesichtigen Kraft befreien, die mir meine Kraft entrissen hat, und wirst mich aus den Händen derjenigen retten, die mir meine Kraft und mein Licht genommen haben.
11 Denn sie haben sich gegen mich erhoben, lügen über mich und sagen, dass ich das Mysterium des Lichtes kenne, welches in der Höhe ist und an das ich beständig geglaubt habe. Und sie haben mich gefoltert, „Sage uns das Mysterium des Lichtes in der Höhe,“ das ich doch nicht kenne.
12 Und sie haben diese ganze Bosheit über mich niederprasseln lassen, weil ich an das Licht der Höhe geglaubt habe; und sie haben meine Kraft ihres Lichtes beraubt.
13 Und als sie mich folterten, saß ich in der Finsternis, meine Seele in Kummer niedergebeugt.
14 Und, oh Licht, an das ich Loblieder singe, bitte rette mich. Ich weiß, dass du mich befreien wirst, denn ich habe deinen Willen erfüllt, seit ich von jeher in meinem Äon war. Ich habe deinen Willen erfüllt wie die Unsichtbaren in meiner Region, und wie mein Gepaarter. Und ich trauerte, während ich standhaft blickte und das Licht suchte.

15 Und nun haben mich alle Emanationen von Selbst-Willen umzingelt und verhöhnen mich und bedrücken mich schwer, obwohl ich sie nicht kannte. Und sie sind geflohen und haben aufgehört, mich zu attackieren, aber sie haben kein Mitleid mit mir gehabt.
16 Sie haben sich wieder umgedreht und mich geprüft, und sie haben mich mit großen Krallen belagert und knirschen ihre Zähne gegen mich, da sie danach streben, mir mein Licht vollends zu nehmen.
17 Oh Licht, wie lange wirst du dulden, dass sie mich verfolgen? Rette meine Kraft vor ihren bösen Absichten und befreie mich aus der Hand der löwengesichtigen Kraft, denn ich bin die einzige der Unsichtbaren in dieser Region.
18 Ich werde dir Loblieder singen, oh Licht, inmitten jener, die sich gegen mich verbündet haben, und ich werde zu dir rufen inmitten jener, die mich quälen.
19 Und jetzt, oh Licht, erlaube nicht jenen, die mich hassen und danach streben, meine Kraft von mir zu nehmen, über mich zu triumphieren, jenen, die mich hassen und ihre Augen gegen mich drehen, obwohl ich ihnen nichts getan habe.
20 Denn wahrlich, sie haben mit Worten gelockt, befragten mich über die Mysterien des Lichts, welche ich nicht kenne, und haben betrügerisch gegen mich gemunkelt und getobt, weil ich Glauben an das Licht der Höhe hatte.
21 Sie haben ihre Klauen gegen mich geöffnet und sagen, „Wohl an, wir werden ihr Licht von ihr nehmen.“
22 Nun, oh Licht, du kennst ihre Intrigen; vergib sie ihnen nicht, und lass deine Hilfe nicht mehr fern von mir sein.
23 Geschwind, oh Licht, blicke auf mich und räche mich,
24 und in deiner Güte sprich das Urteil über mich. Nun, oh Licht der Lichter, lass sie mir nicht mein Licht entnehmen,
25 und lass sie nicht in ihren Herzen sagen, „Unsere Kraft ist mit ihrem Licht gesättigt worden.“ Lass sie nicht sagen, „Wir haben ihre Kraft aufgezehrt.“
26 Sondern lass stattdessen Finsternis über sie kommen, und lass sie, die danach streben, mir mein Licht wegzunehmen, kraftlos werden, und lass sie in Chaos und Finsternis gehüllt sein, die da sagen, „Wir werden ihr Licht und ihre Kraft haben.“ 

27 Und rette mich doch, dass ich froh werde, denn ich sehne mich nach dem Dreizehnten Äon, der Region der Rechtschaffenheit, und für immer will ich sagen: Möge das Licht deines Engels Jeu immer heller leuchten.
28 Und meine Zunge wird dich in deinem Wissen erheben, immerfort wenn ich im Dreizehnten Äon bin.
Der Dreizehnte Äon ist jener Ort, an dem der Baum von Gut und Böse steht. In diesem Äon haben weder die positiven noch die negativen Hierarchien die ausschließliche Herrschaft; deshalb durchdringt ihr Zank das lokale Universum in allen Räumen, wo Unvollkommenheit mit Vollkommenheit ringt.


Jesus fragt nun wieder, wie schon früher, wer unter den Anwesenden die Lösung der Reue erkläre.

Jakobus tritt vor, küsst die Brust Jesu und spricht, „Mein Herr, dein Geist hat mich nüchtern gemacht, und ich bin bereit, die Lösung zu erklären. Deine Kraft hat früher darüber durch David im 35. Psalm prophezeit:

1 YHWH, richte jene, die mir Unrecht tun, und führe Krieg gegen sie, die mich bekriegen.
2 Ergreife Waffen und Schild und erhebe dich zu meiner Hilfe.
3 Ziehe dein Schwert vor meinen Unterdrückern; sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Rettung.
4 Mögen die nach meiner Seele Lechzenden beschämt und zuschanden werden; mögen die Böses gegen mich Planenden zurückgewiesen und gedemütigt werden.
5 Mögen sie wie Spreu im Winde werden, und möge der Engel YHWHs sie hinfortstoßen.
6 Möge ihr Weg finster und schlüpfrig werden, und möge der Engel YHWHs sie verfolgen.
7 Denn ohne Ursache haben sie eine Falle gestellt, die zu ihrem eigenen Ruin werden wird, und vergebens haben sie meine Seele beleidigt.
8 Lass Unheil unerwartet über sie hereinbrechen, lass sie im Netz, das sie für mich ausgelegt haben, verfangen werden; lass sie ins Unheil stürzen.
9 Doch meine Seele wird in YHWH jubeln und sich in seiner Rettung freuen.
10 Alle meine Knochen werden sagen: YHWH, wer ist da wie du, der du den Niedergetretenen aus der Hand des Mächtigeren befreist, den Niedergeworfenen und Verlassenen aus den Händen derer erlöst, die ihn zerstören wollen.
11 Gehässige Zeugen haben sich gegen mich erhoben und verlangen ein Wissen von mir, das ich nicht besitze.
12 Sie bezahlen mir Böses für Gutes, Verlust für meine Seele.
13 Aber als sie in Stärke abgetragen waren, kleidete ich mich in Säcke und erniedrigte meine Seele mit Fasten, und auf meine eigene Brust lasse mein Gebet zurückkommen.
14 Ich ging umher, als wäre es ein Nachbar oder Bruder meiner selbst; ich erniedrigte mich wie ein Trauernder und ein Klagender.
15 Sie haben sich an mir ergötzt, und sie sind beschämt worden. Peitschen wurden gegen mich gebündelt ohne meine Kenntnis; sie zerrten unentwegt an mir.
16 Sie haben mich entweiht und verspottet wie Parasiten; ständig knirschen sie ihre Zähne gegen mich.
17 Mein Herr, wie lange wirst du unbewegt auf mich blicken? Hole meine Seele aus den Abscheulichkeiten und rette meinen Einziggezeugten aus den Händen der Löwen.
18 Ich werde dir in der großen Versammlung danken, in der großen Gemeinschaft werde ich dir Loblieder singen.
 
[Die große Versammlung ist dort, wo sich die Räte einfinden, welche dieselben Vibrationen gebrauchen, die das Universum aufrecht erhalten. Es ist die Yeshiva Or im Himmel der Himmel, wo die Seelen derer anwesend sind, die siegreich in Weisheit vereint sind.] 
19 Lass sie sich nicht über mich freuen, sie, die grundlos meine Feinde sind; sie, die mich ohne Ursache hassen, lass sie nicht garstige Komplott gegen mich schmieden.
20 Es liegt kein Frieden in ihren Worten, sie atmen bloß betrügerische Ideen.
21 Sie reißen ihren Mund auf gegen mich und sagen, Oh ja, ja, wir haben Seinesgleichen schon gesehen.
22 Dies hast du gesehen, YHWH, schweige nicht dazu! Mein Herr, halte dich nicht fern von mir.
23 Stehe bitte auf und begib dich zu meiner Verteidigung, mein Gott und mein Herr, zu meiner Sache.
 
[(aus dem Hurtak-Kommentar / siehe auch Anm. 2) In den Lehren der frühen Kirche wird uns gesagt, dass Jesus als Erlöser und als Retter nicht aus dem Dreizehnten Äon kam; er kam aus einem viel größeren Universum. Er kam, um ein Amt zu erfüllen, für das er eingesetzt worden war. Er kam, um eine höhere Priesterschaft zu erfüllen. Wenn er in die Äonen hinabstieg, so geschah dies, weil er den Auftrag angenommen hatte für die Erlösung dieses lokalen Universums zu sorgen. Definitionsgemäß kann in einer Kosmologie der vielen Bereiche jedes Universum von jedwedem Gottessohn bedient werden, der mit der göttlichen Kraft gechristet (gezählt) ist, die Herrlichkeit des messianischen Amtes auszuteilen. Und deshalb ist für unser Zeitreich, dem koptischen Text zufolge, Jesus, der durch das Jungfrauen-Vehikel von Maria in dieser lokalen Lebenssituation Erschienene, der Christus, der Erlöser unserer Welt.] 
24 Richte mich in deiner Rechtschaffenheit, YHWH mein Gott, und lass sie sich nicht über mich freuen.
25 Lass sie nicht in ihrem Herzen sprechen, Ha, die Lust unserer Seele! Lass sie nicht sagen, ´Den wir verzehrt haben.´
26 Lass sie beschämt und gedemütigt werden, sie, die sich über mein Unglück freuen. Lass sie in Schmach und Demütigung gekleidet sein, sie, die mit großem Gebaren gegen mich reden.
27 Lass jene, die meine Rechtschaffenheit wollen, sich freuen und jubeln; lass sie sprechen, Möge YHWH verherrlicht werden, sie, die den Frieden seines Dieners wünschen.
28 Und meine Zunge wird von deiner Gerechtigkeit singen, den ganzen Tag in Lobpreis über dich.

 

Anm. 1 (aus dem Glossar von Hurtaks „Pistis Sophia“):
Jeu (alternative Schreibweisen: Yeu, Yew ...)
(1) In der frühen koptischen Literatur der „Vater der Schatzkammer des Lichts“ und ihr „Verwalter“. Der „Vater, Vater aller Vaterschaft“ (ewiger Großvater-Prototyp) Jesu als Teil der Ausdehnung der Alten Gottheit zur Zukünftigen Gottheit durch Jesus [V:136].
(2) In der „Pistis Sophia“ der Ausdruck, der den ersten himmlischen Menschen anzeigt, der der Beauftragte des Lichts [IV:126] ist, das aus dem „reinen Licht des ersten Baums“ der Schöpfung kommt, das jede Form und Gestalt in der Lebens-Kopplung zwischen dem Vorhandenen und seinem Archetyp in den höheren Welten koordiniert.
(3) Die „ engelsgleiche Autorität“, die den Glaubenden die geheimen Lehren gibt, so wie er Enoch zur Erziehung, Zeit-Übersetzung und zum Aufstieg die Bücher Jeus in der frühen Geschichte gegeben hat. Sein Name erscheint auch in der PGM V.97, wo er als ein Schreibender bezeichnet wird.

Anm. 2
Für viele ist Jesus schon bei der Geburt Christus und so schreiben manche mal ´Jesus´, mal ´Christus´, mal ´Jesus Christus´. Auch in den Schriften Hurtaks liegt dieses Verwirrspiel zum Teil vor, diese große Unklarheit.
Ich spreche von Verwirrspiel, weil ich die Ansicht von Rudolf Steiner teile, dass der Gottessohn Christus erst anlässlich der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan in den Leib des Jesus einzog. Das ist auch der Grund, warum manche Übersetzer die wichtige Lukas-Stelle wiedergeben:«Dieser ist mein vielgeliebter Sohn; heute habe ich ihn gezeuget».
Auf diesem Hintergrund kann man also von Jesus Christus erst sprechen nach der Jordan Taufe, als Jesus 30 Jahre alt war. In seinem ´Fünften Evangelium´ führt Rudolf Steiner noch aus, dass Christus nicht von vornherein vollständig in den Leib Jesu einziehen konnte. Vollständig geschah dies erst kurz vor Golgatha. Diese Sichtweise bedeutet ja nicht, dass Jesus nicht schon vor der Taufe im Jordan eine höchst entwickelte spirituelle Persönlichkeit war; Steiner weist ja darauf hin, dass Jesus der inkarnierte Zarathustra war.

Mehr dazu hier: https://anthrowiki.at/Jordan-Taufe.
Im übrigen kann ich durchaus verstehen, dass viele diese Sichtweise für verrückt beziehungsweise höchst befremdlich halten. Ich persönlich teile sie, obwohl ich kein Anthroposoph bin.

Donnerstag, 7. August 2025

Die 8. Reue der Sophia, Psalm 31 und warum Gefühl im Gegensatz zur Ansicht des Faust nicht alles ist.

Die ersten sieben Reue-Gesänge der Sophia bedeuten eine gewisse Vollendung, so wie wir, wenn wir unsere sieben Chakren in schnellere Bewegung gesetzt und weit geöffnet haben und damit einen Zustand erreicht haben, der uns nun viel wirksamer uns auch nach oben sich öffnen lässt in Richtung auf unser Höheres Selbst und das Christus-Selbst.

Gerade unter Frauen gibt es ja nicht wenige, die mediale Botschaften übermitteln, was vielen esoterisch Interessierten sehr imponiert. Doch heißt das in erster Linie, dass ihr drittes Auge weit geöffnet ist. Entscheidend für die Qualität der geistigen Arbeit ist allerdings, dass die unteren Chakren auch entsprechend entwickelt sind, dass der Mensch also charakterlich, moralisch und spirituell gereift ist, dass die männliche und weibliche Seite harmonisch zusammenarbeiten und die Gefühlswelt nicht auf Kosten des Denkens, das immer in Richtung göttlicher, weltenschöpfender Gedankenformen, die auch wir Menschen entwickeln können, gehen sollte. In der griechischen Mythologie stand für dieses Denken die Gestalt des Prometheus, übersetzt: der Vordenkende, der Vorausdenkende (im Gegensatz zu seinem Bruder Epimetheus, dem Nachdenkenden, der dem entspricht, der die Welt sieht und über sie nachdenkt, während Prometheus schöpferisch und - in Goethes Hymne - durchaus auch rebellisch denkt).
Schöpferisches Denken ist nicht linear und logisch, allerdings ist die Voraussetzung, von unserer Seite sich ihm zu nähern, die Fähigkeit, logisch und folgerichtig denken zu können. Das will geübt sein. Wer vor allem von irrlichternden Gedanken beherrscht wird, wer alte Denkmuster nicht konsequent entfernt, wer gedacht wird, anstatt selbst zu denken, der wird auch in seiner spirituellen Entwicklung viel Konfusion erleben und wird vielleicht gar nicht merken, dass sein Denken nicht klar und zielgerichtet ist. Wir werden gleich ein Beispiel kennenlernen:

Ich habe eine Zeitlang die Video-Botschaften einer Birgit Fischer (powersoul.at) verfolgt. Mit ihren mittlerweile vier Büchern zu Außerirdischen, die sie „Starseeds“ nennt, ist sie ja in der Spiegel-Bestsellerliste vierfach anzutreffen; das ist schon sehr bemerkenswert und kein Zufall.
Birgit Fischer ist seit ihrer frühesten Kindheit hellsichtig und zugleich eine Trance-Medium, das heißt, dass in ihrem Fall vor allem eine Wesenheit namens Edgar ihr Botschaften übermittelt, deren Inhalt sie während der Übermittlung selbst nicht wahrnehmen kann. Sie selbst spricht von Trance-Speaking und hat schon hunderte von Menschen erfolgreich unterrichtet, diesen Weg der Medialität zu gehen. Immerhin hat sie auf YouTube 140 000 Follower.

Was nun bei ihr in ihren Videos, aber auch in ihren Büchern auffällt, ist, dass sie ständig auf die Bedeutung von Emotionen hinweist (auch in ihrem neuen Newsletter vom 6. August ist das wieder der Fall), dass sie aber von Denken und Intellekt fast nie spricht und wenn, dann menschlichen Verstand und Denken in einen Topf wirft, Denken als Geschenk der Götter aber nicht kennt, offensichtlich nicht um das prometheische Denken weiß und dass die Weisen aus dem Morgenland in dem Gold, dass sie mitbrachten, dem Jesuskind die Weisheit des Denkens überreichten, das uns ermöglichen wird, Welt schöpferisch zu kreieren und mit Bewusstsein zu erfassen
In ihrem letzten Video „Extremer August 2025“ gibt sie schon kurz nach Beginn der Trancesitzung einen Satz ihres - wie sie ihn nennt - Guide Edgar wieder, der lautet: „Die Grenzgenialität der Schweiz misst sich am Abwehrverhalten des Konservativen.“ 
Es ist eine Prophezeiung, sagt sie und ich habe das, was sie zu dieser Prophezeiung sagt, auf meinem Blog Wortbrunnen niedergeschrieben. Es sind Gedanken, die ihr spontan einfallen, ein bisschen Energetik ist dabei und ein bisschen Cern, insgesamt wenig zielgerichtetes, esoterisches Geplätscher (wie ich finde), was für mich deshalb wichtig anzusprechen ist, weil sie vermutlich mit Anforderungen gedanklicher Art, die an sie herantreten, in vergleichbaren Situationen in ihrem Arbeiten ebenfalls so umgeht.
So schreibt sie zum Beispiel zu Beginn des ersten Kapitels von „Starseed Love“, ihrem dritten Buch, dass in Atlantis „ein energetisches Feld (entstand), das die Dualität erschuf (…) Auch der Mensch ist in jener Ära entstanden, der Mensch in seiner Urform (…).“ Später heißt es: „Ebenso wurde eine künstliche Matrix erschaffen …“.

Ein energetisches Feld erschuf die Dualität?

Der Mensch verließ das Paradies, unter anderem das 1. Buch Mose und in Ägypten die Mythe von Osiris, Isis, Horus und Seth nehmen darauf Bezug. Auch ist laut Rudolf Steiner der Mensch in Lemurien erschaffen worden und nicht in Atlantis. Insgesamt sind an vielen Stellen die Darstellungen von Birgit Fischer auffallend oberflächlich und geschichtslos. Ich habe auch in meinen bisher von ihr gesehenen Videos und Lektüren nicht ein einziges Mal den Namen Christus gehört bzw. gefunden und wenn ich bedenke dass Steiner und J.J. Hurtak m.E. zu Recht die Auffassung vertreten, dass nur jene die nächste große Bewusstseinsstufe - Steiner nennt sie ´Jupiter´, die Offenbarung des Johannes spricht vom ´Neuen Jerusalem´ - erreichen, die das Christusbewusstsein verinnerlicht haben, dann ist das Ganze kein Spaß, sondern im Grunde bitterer Ernst. Ich möchte niemandem wünschen, dass er auf Ebenen unterhalb des Himmlischen Jerusalem leben muss bzw. auf einem Mond innerhalb des zukünftigen Jupiterfeldes zirkuliert. Das wird nicht schön sein.

Wenn so viel von Liebe die Rede ist in allen vier Büchern, vor allem in „Starseed Love“, nie aber Bezug genommen wird zur höchsten kosmischen Liebe, der Christus-Liebe, über die auch Paulus - „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht …", 1. Korinther 13 - so wunderbar schreibt, dann frage ich mich schon: warum geschieht das nicht? 

Birgit Fischer leistet in Bezug auf die Starseeds sicherlich wertvolle Arbeit und ich finde zum Beispiel höchst bemerkenswert, was an der ein oder anderen Stelle von Seiten jener über die Bedeutung der Sexualität der Zukunft ausgesagt wird. Das ist mit Sicherheit für viele Menschen sehr hilfreich – und es ist meinem Gefühl nach richtig, was diesbezüglich auch grundsätzlich gesagt wird.
Natürlich kann Birgit Fischer nicht alle Felder gleichermaßen bedienen und es ist ganz normal, dass es bezüglich der ein oder anderen Ebene Abstriche, ja große Abstriche geben muss. Dennoch vernachlässigt sie meiner Ansicht nach auf unnötige und sträfliche Weise die Ebene des Gedanklichen, des Denkens, das doch grundlegend für die Bildung von Bewusstsein ist. Es ist zum Beispiel bemerkenswert, dass der Philosoph James Jeans darauf hinweist dass für ihn das Universum mehr wie eine Bewusstseins-Gedankenform aussieht als eine physikalische Realität und J.H. Hurtak schreibt: „Die Gedankenformen von Gott, dem Vater, sind in allen seinen Manifestation personifiziert und sind ausgesandt als die Fundamente der Bewusstseinsuniversen und der spirituellen Mächte, die zurück in die Schatzkammer des Lichts erhoben werden können. Das war die Kraft, die den zwölf Stämmen Israels mitgegeben wurde…“.
Ich möchte mit diesem Zitat nur andeuten, dass eben nicht nur zu 99 Prozent - diesen Eindruck gewinnt man bei Birgit Fischer – Emotionen entscheidend für die eigene Entwicklung sind, sondern es auch ein Bewusstsein von göttlichem Denken und Gedankenformen gibt, die unsere Welt prägen und haben entstehen lassen. Meines Erachtens ist auch Birgit Fischer ein Opfer von Mephistopheles, in dessen Bann ja Faust steht und diesen in der Szene „Marthens Garten“ zu Gretchen sagen lässt:“Gefühl ist alles“.
So aber ist es nicht.
Im Grunde weiß das auch Faust, doch für jenen Teil in ihm, der in jedem von uns ist und den Goethe Mephistopheles nennt und als solchen im „Faust“ auftreten lässt, ist es kein Problem, die Wahrheit zuzukleistern.

Meines Erachtens steht auch eine Birgit Fischer, so selbstbewusst und selbstsicher sie sich gibt, im Hinblick auf das, was sie vermittelt, im Banne dieses Mephisto alias Luzifer. Und leider ist es auch so, dass sie nicht zwischen Emotion und Gefühl differenziert. Es sind nicht die Emotionen, sondern Gefühle, die wir in der Tiefe unserer Seele finden und diese so wertvoll sein lässt für unser Sein und unsere Entwicklung - ich habe auf Wortbrunnen meine Sicht hierzu erläutert.
Um hier notwendig differenzieren zu können, müsste Birgit Fischer ein klares Verhältnis zum Denken und zum auf diesem basierenden Bewusstsein haben. Natürlich ist Fühlen von ganz großer Bedeutung und in einem ihrer drei Geschenke, nämlich dem des Weihrauchs übermitteln die Heiligen Drei Könige nicht zufällig die Weisheit des Fühlens. Auch in der germanischen Mythologie finden wir die göttliche Trias der drei Seelenkräfte in den drei Göttern Odhin (Denken, Weisheit / Gold), Vili (Wille / Myrrhe) und Ve (Fühlen, Empfinden / Weihrauch).

Mich hat in der Phase, in der ich mich mit Rudolf Steiner beschäftigt habe, doch nachhaltig beeindruckt, wie ausführlich und differenziert er sich mit den drei grundlegenden Seelenkräften des Menschen auseinandergesetzt hat. Auch heute noch, da die spirituelle Entwicklung der Menschheit sich über Steiner hinaus fortsetzt, sind seine Ausführungen meines Erachtens eine wertvolle Basis und wer Einblick nehmen möchte, dem empfehle ich die entsprechenden zusammenfassenden Seiten auf Anthrowiki
für das Denken: https://anthrowiki.at/Denken
für das Fühlen: https://anthrowiki.at/Fühlen
für das Wollen: https://anthrowiki.at/Wollen

Wie dringend wir die Weisheit einer Sophia benötigen und wie wertvoll es ist, dass sie sich so ausdauernd in göttliche Gefilde zurückgearbeitet hat, um auch uns dorthin führen zu können, wird auf dem Hintergrund des oben Gesagten und der dort offen gelegten Möglichkeiten, sich wie die Märchenkinder in den Wäldern unserer 3-D-Realität zu verlaufen, deutlich.

Da das doch einen gewissen Umfang eingenommen hat, möchte ich im Folgenden recht übergangslos den achten Reuegesang der Sophia, wie ihn Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern wiedergegeben hat und wie er in der „Pistis Sophia“ zu finden ist, übermitteln:
1 Auf dich, oh Licht, habe ich gehofft. Lass mich nicht in diesem Chaos; rette mich und erlöse mich mit deinem Wissen.
2 Beachte mich und rette mich. Sei mir ein Retter, oh Licht, und rette mich und führe mich in dein Licht.
3 Denn du bist mein Erlöser und wirst mich in deine Gegenwart nehmen, und durch das Mysterium deines Namens wirst du mich führen und mir dein Mysterium [das höhere Wissen darüber, was zu tun ist] anvertrauen.
4 Und du wirst mich vor dieser löwengesichtigen Kraft [siehe frühere Gesänge] retten, die geschaffen wurde, um mich zu täuschen, denn du bist mein Retter.
5 Und in deine Hände werde ich die Reinigung meines Lichtes legen; du hast mich erlöst, oh Licht, durch dein Wissen.
6 Du bist erzürnt über jene, die auf mich lauern, und sie werden mich nicht vollends ergreifen können; und ich glaube an das Licht.
7 Ich werde froh sein und lobpreisen, dass du Barmherzigkeit für mich gehabt hast, und um mich bedacht warst und mich aus der Qual, die mir gegeben wurde, gerettet hast. Und du wirst meine Kraft aus dem Chaos befreien.
8 Und du hast mich nicht in den Händen der löwengesichtigen Kraft im Stich gelassen, sondern du hast mich in eine von Erdrückung freie Region gebracht.
Nachdem Jesus dieses zu seinen Jüngern gesagt hätte, fuhr er wiederum fort und sprach zu ihnen, „Es geschah dann, als die löwengesichtige Kraft erkannt hatte, dass Pistis Sophia nicht vollständig aus dem Chaos herausgeführt worden war, dass sie sich mit den anderen materiellen Emanationen von Selbst-Willen verbündete und sie gemeinsam Sophia neuerlich angegriffen. Und als sie sie quälten, dass sie laut weinte, sprach sie in derselben Reue:
9 Bringe mir Gnade entgegen, oh Licht, denn sie belagern mich wieder. Wegen deines Gebotes ist das Licht in mir verwirrt, und so ist es auch meine Kraft, und so ist es auch mein Verstand.
10 Meine Kraft hat begonnen abzunehmen inmitten dieser Mühen, und die Zahl meiner Zeit verringert sich im Chaos. Mein Licht verebbt, denn sie haben meine Kraft von mir gerissen, und meine übrigen Kräfte sind in mir zerrüttet.
11 Ich bin kraftlos geworden vor allen Archonten der Äonen, die mich verachten, und vor den 24 Emanationen, in deren Region ich mich befand; und mein Bruder, mein Gepaarter, hat sich gefürchtet, mir zu helfen, wegen des Ortes, an den sie mich gebracht haben.
12 Und alle Archonten der Höhe betrachten mich als Materie, in der kein Licht ist. Ich bin zu einer materiellen Kraft geworden, die aus den Archonten tropft.
13 Und alle in den Äonen sagten, „Sie ist zu Chaos geworden,“ und so haben mich gemeinsam die grausamen Mächte umzingelt und haben vereinbart, wie sie das ganze Licht in mir ergreifen werden.
14 Doch ich habe dir vertraut, oh Licht, und sagte zu dir: Du bist mein Erlöser.
15 Und in deinen Händen liegt das Geschick, das du für mich bestimmt hast. Rette mich aus den Händen der Emanationen von Selbst-Willen, die mich belagern und quälen.
16 Sende dein Licht hervor, dass es mich erleuchte, denn ich bin wie nichts vor dir, und in deiner Barmherzigkeit, bitte, rette mich.
17 Lass mich nicht verspottet werden, oh Licht, weil ich doch Loblieder an dich gesungen habe. Lass Chaos die Emanationen von Selbst-Willen überwältigen und lass sie in die Finsternis hinabsinken.
18 Lass ihren Mund geschlossen sein, sie, die mich gemein verschlingen wollten, die das sagen, „Lasst uns alles Licht in ihr ergreifen,“ – obwohl ich ihnen nichts Böses gebracht habe.
Jesus fordert auch hier wieder seine Jüngerinnen und Jünger nach einer Erklärung von Pistis Sophias Reuegesang auf; der Verfasser des ersten der synoptischen Evangelien, Matthäus, kommt nach vorne und sagt:
„Mein Herr, dein Geist hat mich bewegt und dein Licht hat mich nüchtern gemacht, damit ich die achte Reue von Pistis Sophia erkläre. Über sie hat deine Kraft früher schon im 31. Psalm prophezeit, wo sie, deine Kraft also, durch David sagte:
1 Zu dir, YHWH, habe ich Zuflucht genommen. Lass mich nie beschämt werden; nach deiner Gerechtigkeit lass mich befreit werden.
2 Neige dein Ohr mir zu; rette mich geschwind. Werde für mich ein Felsen der Kraft und eine Burg der Zuflucht, um mich zu retten.
3 Denn mein Fels und meine Zuflucht bist du; und wegen deines Namens wirst du mich führen und leiten.
4 Und du wirst mich aus diesem Netz herausführen, das sie für mich gelegt haben; denn du bist meine Festung.
5 In deine Hand befehle ich meinen Geist; du hast mich frei gemacht, YHWH, Gott der Wahrheit.
6 Du hast die gehasst, die sich mit wertlosen Eitelkeiten befassen; und ich vertraue auf YHWH.
7 Und ich will mich an deiner liebenden Güte freuen und in ihr frohlocken, denn du hast mein Elend gesehen und kennst die Sorgen meiner Seele.
8 Und du hast mich nicht in die Hand meines Feindes gelassen, sondern hast meine Füße in einen offenen Raum gestellt.
9 Sei mir gnädig, YHWH, denn ich bin in Not; Trauer hat mein Auge, meine Seele und meinen Körper verdunkelt.
10 Denn mein Leben verbringe ich in Kummer und meine Jahre im Seufzen. Meine Kraft vergeht wegen meiner Laster, und meine Gebeine welken dahin.
11 Ich bin die Verachtung aller meiner Gegner und meiner Nachbarn geworden und eine Schmach für meine Bekannten; und wer mich sieht, flieht vor mir.
12 In ihren Herzen bin ich vergessen wie die Toten; ich bin wie ein zerbrochener Krug.
13 Denn ich habe die Verleumdung derjenigen gehört, die mich umzingeln. Sie ballen sich zusammen gegen mich, sie verschwören sich, mir meine Seele zu nehmen.
14 Und ich habe auf dich vertraut, YHWH, und erklärte, „Du bist mein Gott.“
15 Meine Tage sind in deinen Händen. Befreie mich aus der Hand meiner Feinde und meiner Verfolger.
16 Lass dein Antlitz über deinem Diener leuchten; rette mich in deiner liebenden Güte.
17 YHWH, lass mich nicht beschädigt werden, weil ich nach dir gerufen habe. Lass die Bösen im Sheol beschämt und zum Schweigen gebracht werden.
18 Lass sie zum Schweigen gebracht werden, die lügenden Lippen, die die Rechtschaffenen in Hochmut und Verachtung verleumden.“
Dieser Psalm macht uns unter anderem aufmerksam auf die Bedeutung des offenen Raumes; er ist eines der großen Mysterien in der Erziehung der Seele. Dieser innere Raum ist fern von den Regionen der Dunkelheit; er enthüllt sich in Gebet und Meditation. Er ist ein Raum des Schutzes, eines Schutzes, den uns das Erste Mysterium, die Gegenwart des Christus, der Shekinah und des Vaters also, gewährt.
J.J. Hurtak schreibt:
Begreifen wir, dass Gottes Königreich keine Verfolger und keine Verleumder hat, sondern voller liebender Güte, Wahrheit und Liebe ist. Während wir die Psalmen lesen, wollen wir uns selbst mit den Gedankenformen der höheren Welten identifizieren und unser Bewusstsein so verwandeln, dass es wie das Bewusstsein des größeren Lichtes ist. Gebet durch heilige Psalmen erweckt den Geist in unseren Tiefen und ruft ihn hervor, die inneren Strukturen zu verwandeln, die zu eng sind, als dass der intellektuelle Verstand dorthin reichen könnte. Erwachen wir zu dem, was wir sind und warum wir hier sind, so dass die göttlichen Melodien und Energien uns umkreisen können und Tore errichten, durch die diese Welt und andere Welten des Lichts vereint werden können.

Freitag, 18. Juli 2025

Die fünfte Reue Sophias. – Franz Alt und sein Golgathaverständnis: "Weiche von mir, Satan!"

Wie groß und überzeugend ist die Bereitschaft Sophias im Rahmen ihres vierten Reuegesangs zu einer fundamental ehrlichen Bestandsaufnahme, zu einer schonungslosen Analyse ihrer Situation, wie groß die Bereitschaft zu benennen, wie das Verhältnis des Lichtes zu ihr ist und wie sehr sie auf die Rettung durch das Licht hofft.

Sie beginnt ihren fünften Reuegesang mit einem Lob auf das Licht, um dann wieder überzugehen zu einer schonungslosen Bestandsaufnahme ihrer Situation verbunden mit einem Ausblick voller Hoffnung.
Ihr Umgang mit ihrer Situation mag eine Hilfe, ja - wenn wir wollen - eine Vorlage sein für uns, wie wir mit dem Licht und Gott sprechen können.

Die Realität von sogenannten Christen in unserem Land sieht zum Teil gänzlich anders aus. Wie selbstgefällig und überheblich handeln und reden manche, wie bar echter Reue. Ich möchte dies zu Beginn dieses und der drei folgenden Reuegesänge an vier Beispielen deutlich machen.

Einige unter uns dürften Bücher von Franz Alt kennen oder gar gelesen haben, bekannt sind vor allem „Frieden ist möglich. Die Politik der Bergpredigt.“ bzw. „Liebe ist möglich. Die Bergpredigt im Atomzeitalter.“
Mit „Jesus – der erste neue Mann.“ fand sich Franz Alt auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Insgesamt listet Wikipedia über 30 von ihm geschriebene Bücher und Veröffentlichungen auf. In den Buchrezensionen werden ihm immer wieder Lobeshymnen gesungen, die kritischen Rezensionen gehen aber sehr eindeutig im Hinblick auf sein Wirken in Richtung ideologischer Vorstellungen, die sich an modisch-kritischen Themen unserer Zeit orientieren (der ökologische Jesus, der pazifistische Jesus, der feministische Jesus), immer wieder wird ihm auch New-Age-Besserwisserei und eine gewisse parteipolitische Haltung mit erkennbarem Hang zur Selbstdarstellung vorgeworfen; in diesen Zusammenhang gehören seine offenen Briefe an Helmut Kohl und Angela Merkel, und als ob er noch nicht ausgelastet genug gewesen sei, engagierte er sich noch in dem Bahn-Bauprojekt "Stuttgart 21".

Für mich ist die entscheidende Frage: Leuchtete Franz Alt bei seinem vielen Schreiben das Licht, nach dem eine Sophia so strebte, erstrebte er die Weisheit, die uns Sophia vermitteln kann, gerade deshalb, weil sie durch tiefe und lichtlose Täler ging? Finden wir bei ihm diese Demut gegenüber dem Licht, die eine Sophia auszeichnet? Oder ist Franz Alt einfach nicht weise, sondern ein typischer Intellektueller unserer Zeit, nicht weise also, sondern schlau?

Ich war doch sehr verblüfft, als ich von einem Mann, der mehrere Bücher über Jesus geschrieben hat und von dem man doch also annehmen darf, dass er um den zentralen Punkt von Jesu Mission auf der Erde weiß, in einem Video den Satz hörte:
Ich kann mir gut vorstellen, dass das ganze Ostergeheimnis nichts anderes ist als eine Nahtoderfahrung (…) Das ist für mich kein Glaubensproblem, sondern eine Frage des gesunden Menschenverstandes.
Wenn Jesus Franz Alts Buchtitel nach der erste neue Mann ist, dann eigentlich doch deshalb, weil durch sein Wirken und Sein für uns Menschen der Weg zur Auferstehung gebahnt wurde, zur Auferstehung eines neuen Bewusstseins, was dadurch möglich wird, dass mit und in Jesus auf Golgatha der göttliche Sohn Christus stirbt, ein Geschehen in einer Dimension, die vielen Menschen noch in seiner Bedeutung nicht wirklich zugänglich ist.
Goethe hat darum gewusst, sein Gedicht „Selige Sehnsucht“ beginnt deshalb mit: „Sagt es niemand, nur den Weisen, / Weil die Menge gleich verhöhnet, / Das Lebend’ge will ich preisen, / Das nach Flammentod sich sehnet.“
Goethe wusste, dass das Geheimnis um den Flammentod der Seele, die in seinem Gedicht als Schmetterling diesen Tod erleidet, nur wirklich weisen Menschen zugänglich ist. Deshalb spricht der bloß schlaue Franz Alt von einem nicht wirklichen Tod, sondern von einem Nahtod. Er hat den Tod Jesu, der für alle Tode steht, die Menschen seelisch sterben, wenn etwa fundamental Neues in ihnen auferstehen will, nicht verstanden.
Goethe lässt uns in der letzen Strophe wissen: „Und so lang du das nicht hast, / Dieses: Stirb und werde! / Bist du nur ein trüber Gast /Auf der dunklen Erde.“
Um den Sinn unserer Existenz auf der Erde wissen wir nur, wenn wir die Bedeutung des Todes von Jesus verstehen. Weil er diesen Weg ging, dürfen wir heute in einem irdischen Leben zu dem Bewusstsein der Auferstehung gelangen. Wir sterben auch in diesem Leben oder einem folgenden den Tod auf Golgatha, jeder auf seine Weise.
Dann dürfen wir auch Pfingsten erleben.

Das alles hat Franz Alt nicht verstanden Für ihn gibt es keinen wirklichen Tod Jesu, deshalb kann es für ihn auch keinen wirklichen Ostersonntag geben, keine Auferstehung, kein Pfingsten.

Eine bemerkenswerte Stelle, die Alt mehr als nur zu denken hätte geben müssen, finden wir in Matthäus 16:
Wir lesen, dass Jesus seine Jünger darauf vorzubereiten beginnt, dass er nach Jerusalem gehen und dort sterben, dass er aber am dritten Tag auferstehen wird (so sprach er und das steht dort klipp und klar !)
Da nahm ihn Petrus beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, und sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen! Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weiche von mir, du Satan! Ein Ärgernis bist du mir, denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.
Wie viel hat der Mann, Franz Alt, über Jesus und die Bergpredigt geschrieben!! Verstanden hat er weder sie noch ihn! Auch wenn es noch so klug klingt, wie und was er schreibt. Deshalb kommt in Wirklichkeit nichts Wertvolles in unserer Seele an in dem, was er von sich gibt.
Was er tut, ist ja noch gravierender als das, was Petrus macht: Jesus weist die Jünger darauf hin, dass er sterben wird, Alt aber sagt: In Wirklichkeit ist er gar nicht gestorben …
Jesus würde zu ihm sagen und, ich vermute, er hat es bereits getan:"Weiche von mir, Satan!"

Wenn Alt über Liebe schrieb, dann hat er die größte Liebestat, die alle Liebe göttlich machen kann und will, gar nicht verstanden: diese göttliche Liebe beendet durch den realen Tod Jesu die Trennung von Tod und Leben; in dem Sinn, wie wir heute über Tod und Leben denken, das gibt es für Menschen, die sich zu einem Christus-Bewusstsein zu entwickeln vermochten, nicht mehr.
Das aber versteht der gesunde Menschenverstand nicht, das versteht ein Franz Alt nicht.
Denken in göttlichem Sinne ist nicht mehr linear, dieses Denken ist unbeschreiblich und deshalb ist die Weisheit einer Sophia so schwer zu erfassen; es kann nur der erfassen, dem das alte Denken stirbt. Wenn Menschen aber dieses Sterben, dieses Goethesche „Stirb“ nicht haben, dann fehlt ihnen auch das „Werde“ dann bleibt ihr Denken, so formuliert es Goethe, trübe, so wie ihr Dasein.

Franz Alt schrieb und schrieb und schrieb; wie ein Don Juan auf der Suche und Sucht nach Liebe von Bett zu Bett sprang und sie doch nie erreichte, so springt Franz Alt von Buch zu Buch, weil er sich das Verständnis von Liebe und Weisheit auf diese Weise erschreiben wollte. In Wirklichkeit hatte er Angst, etwas Entscheidendes in sich sterben zu lassen.

Warum ich darüber schreibe: All den vielen Büchern Alts fehlt die göttliche Weisheit, das göttliche Licht. Es kann in ihnen nicht vorhanden sein. 
Für mich ist wichtig, dass wir vorsichtig sind mit dem, was Menschen so Schlaues sagen und schreiben. Für mich ist wichtig, dass wir ein Gespür dafür entwickeln, ob Menschen mit dem wahren Licht, das Sophia so intensiv suchte und fand, in Kontakt sind - vielleicht sind sie es nicht immer, aber doch immer wieder. Ob sie in Kontakt mit der wahren Weisheit sind, nicht immer, aber ob sie danach streben, das ist wichtig.
Zu solchen Menschen sollten wir uns hingezogen fühlen und sie suchen, mit ihnen in Gemeinschaft gehen, Menschen, die wissen, warum Jesus Christus für uns ganz real auf Golgatha starb! Oft sind es keine Vielschreiber. Aber die Gemeinschaft mit ihnen und ihre ehrlichen Worte tun unserer Seele gut. Und gut für unsere Seele ist, wenn wir zu Menschen mit einem Verstand a là Franz Alt und ihrem tödlich kranken Bewusstsein sagen: "Weiche von mir, Satan!
"
Weil Jesus Petrus liebte, wies er ihn so deutlich zurecht! Dann kann Erkennen, kann Metanoia, kann Reue einsetzen.

Wenden wir uns der fünften Reue zu und denken wir daran, dass Sophia nur im Wirrwarr des Chaos, dem sie ausgesetzt ist, ihren Bedarf an Göttlichkeit und das Wirken der Gottheit erkennen kann. Aus der Verwirrung und dem Chaos in den niederen evolutionären Welten wird letztlich für Sophia und für uns der eigentliche Wandel hervortreten.
Dann werden, wie es in der 4. Reue heißt, selbst alle Archonten der materiellen Welt, dich, oh Licht fürchten, andere dagegen – wie eben auch Sophia – werden sich mit dem gereinigten Licht kleiden. 
Vollziehen wir den Weg der Reue mit, dass auch wir dieser Kleidung teilhaftig werden:

5. Reue
Und es geschah, als alle materiellen Emanationen von Selbst-Willen schwer auf ihr lasteten, dass Sophia laut weinte und die fünfte Reue gab, indem sie sprach:
1 Oh Licht meiner Erlösung, ich singe dir Lob in der Region der Höhe und auch im Chaos.

2 Ich singe dir Lob in meinem Lied, mit dem ich in der Höhe Hymnen bildete, und mit dem ich an dich Hymnen bildete, als ich im Chaos [in den niederen Welten] war. Möge es deine Gegenwart erreichen, und bitte höre, oh Licht, auf meine Reue.

3 Meine Kraft ist in die Finsternis gesunken, und mein Licht ist ins Chaos abgestiegen.

4 Ich selbst werde wie die Archonten des Chaos, sie, die in die Finsternis unten hinabgestiegen sind; ich werde zu einem materiellen Körper, ohne jemanden in der Höhe, der mich errettete.

5 Ich werde auch wie die Substanzen, deren Kraft aufgebraucht ist und in das Chaos ausgeschieden werden, solche, die du nicht in der Erlösung für wert befandest und die auf dein Gebot hin übriggelassen werden, um zu vergehen.

6 Nun haben sie mich unten in die Finsternis gestellt, in tote Finsternisse und Materien, die keine Kraft in sich haben.

7 Du hast dein Gebot über mich gebracht und alles, was du bestimmt hast,

8 und dein Geist hat sich zurückgezogen und mich verlassen. Auch sind auf deinen Befehl die Emanationen meines Äons mir nicht zu Hilfe gekommen, sondern haben mich verabscheut und sich von mir ferngehalten, und immer noch bin ich nicht vollkommen ausgelöscht.

9 Aber mein Licht ist in mir geschwächt, und ich habe mit allem Licht, das mir noch geblieben ist, nach dem Licht gerufen, und ich habe meine Hände nach dir ausgestreckt.

10 Nun, oh Licht, wirst du nicht dein Gebot im Chaos erfüllen, und die Befreier, werden sie nicht kommen, wie du es ihnen befohlen hast, in der Finsternis aufzustehen, um deine Jünger zu sein?

11 Werden sie nicht das Mysterium deines Namens im Chaos sprechen?

12 Oder werden sie eher deinen Namen in der Substanz des Chaos sprechen, die du nicht reinigen wirst?

13 Doch ich habe dich gepriesen, oh Licht, und meine Reue wird dich in der Höhe erreichen.

14 Möge dein Licht über mich strömen,

15 denn sie haben mir mein Licht genommen, und ich bin seit der Zeit, da ich emaniert wurde, in heftigem Schmerz wegen dem Licht. Und nachdem ich auf das Licht in der Höhe geblickt hatte, blickte ich nach unten auf die Lichtkraft im Chaos; und ich machte mich auf und stieg hinab.

16 Dein Gebot fand mich, und die Ängste, die du für mich festgelegt hast, führten mich in Verwirrung.

17 Und sie haben mich wie zahlreiche Wasser umzingelt, sie haben mich fortwährend gemeinsam zu jeder Zeit ergriffen.

18 Und durch dein Gebot hast du meinen Schutz-Emanationen nicht gewährt, mir zu Hilfe zu kommen, noch hast du meinem Gepaarten erlaubt, mich aus meinem Leiden zu erlösen.
🌟

Dies ist die fünfte Reue, welche Pistis Sophia im Chaos von sich gab, als alle materiellen Emanationen von Selbst-Willen sie weiterhin bedrohten.
(...)
Jesus spricht: Nun komme du, Philippus, nach vorn und verkünde die Lösung der fünften Reue von Pistis Sophia, und nimm dann wieder deinen Platz ein und schreibe alle Belehrungen, die ich äußern werde, bis die Zahl deines Anteils der Aussagen über das Königreich des Lichts, die du aufzeichnen sollst, vollendet ist.

Und Philippus antwortete und sprach zu Jesus, „Mein Herr, höre mir zu, dass ich die Lösung ihrer Reue gebe. Denn deine Kraft hat darüber früher durch David im 88. Psalm prophezeit, indem er sprach:

1 YHWH, Gott meiner Errettung, bei Tag habe ich nach dir gerufen, des Nachts habe ich vor dir gewartet.

2 Lass mein Gebet vor dir aufsteigen; neige dein Ohr meinem Lied.

3 Denn meine Seele ist mit Elend durchtränkt, und mein Leben nähert sich den unteren Tiefen.

4 Ich bin mit jenen gezählt, die in die Grube hinabgehen; ich bin wie ein kraftloser Mann geworden.

5 Ich werde wie die Toten, die frei sind, betrachtet, wie die Geschlagenen, die in Gräbern liegen, an die du dich nicht mehr erinnerst und die von deiner helfenden Hand abgeschnitten sind.

6 Du hast mich in die niederste Grube gelegt, in die Finsternis der tiefsten Schlucht.

7 Dein Zorn hat sich auf mich geheftet, und deine Wellen haben mich gepackt. Selah.

8 Du hast mir meine Freunde entfremdet; du hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich bin eingesperrt, und ich kann nicht heraus.

9 Meine Augen trauern wegen meiner Not; ich habe nach dir gerufen YHWH, jeden Tag; meine Hände habe ich nach dir ausgestreckt.

10 Wirst du für die Toten Wunder wirken? Werden nicht jene, die niedergeworfen wurden, aufstehen und dich preisen? Selah.

11 Werden sie nicht bestimmt deinen Namen in den Gräben aussprechen?

12 Und deine Rechtschaffenheit im Land des Vergessens?

13 Und zu dir, YHWH, rufe ich um Hilfe, und am Morgen ist mein Gebet früh vor dir.

14 Warum verbirgst du dein Angesicht vor mir?

15 Denn ich bin betrübt und nahe am Tod. Ich erhöhte mich selbst und wurde gedemütigt.

16 Dein strenger Zorn überwältigte mich, und deine Schrecken haben mich zum Schweigen gebracht.

17 Sie umkreisen mich wie Wasser den ganzen Tag; sie überschwemmen mich alle gleichzeitig.

18 Du hast mir den Freund und Gefährten entfremdet; meine Bekannten werden von meinem Leid ferngehalten.“
🌟

Dies ist nun die Lösung des Mysteriums der fünften Reue, die von Pistis Sophia gegeben wurde, als man sie im Chaos verfolgte.

Sonntag, 13. Juli 2025

Die vierte Reue Sophias, Psalm 102 – und ein Wort zu Martha und der Verbindung des Erdmutterhaften in ihr mit dem himmlisch Mutterhaften.

 Martha werden manche aus der Bibel kennen, aus dem Lukas-Evangelium (Kap. 10, 38-42) und/oder dem Johannes-Evangelium (Kap. 11, 1-45). Mit Maria ist sie - nach den Töchtern Lots und Rachel und Lea einer der drei Schwesternpaare der Bibel. Das pure Gegenstück zu Maria und Sophia setzt sie sich nicht zu Füßen des Herrn und lauscht seinen Worten - wie Maria - bzw. strebt nicht nach dem höchsten Licht - wie Sophia -, sondern, so lesen wir im Lukas-Evangelium, hält den Haushalt am Laufen. Ziemlich genervt in Bezug auf das Verhalten ihrer Schwester, die Jesus zu Füßen diesem zuhört, macht sie auch aus ihrem Herzen keine Mördergrube, ja äußert ihm gegenüber - durchaus mit vorwurfsvollem Einschlag:„Herr, macht es dir nichts, dass meine Schwester die Bedienung mir allein überlässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll!“

Im Johannes-Evangelium lernen wir anläßlich des Todes ihres Bruders Lazarus eine andere, empfindsame Seite von ihr kennen und dennoch hätte kaum jemand erwartet, dass sie es ist, die anlässlich der dritten Reue der Sophia vortritt, so demütig und Jesus offensichtlich von Herzen wertschätzend, eine gewandelte, geläuterte Martha.
Wie sehr mag ihr die Reaktion Jesu gutgetan haben! 

Martha verkörpert das erdhafte Element innerhalb der inneren Jüngerschaft von Jesus. J. J. Hurtak bezeichnet sie als Erdenmutter. Doch ist es notwendig - und das tut sie auch und darauf weist er hin - das Erdhafte mit dem Göttlichen, dem himmlisch Mutterhaften wieder zu verbinden, eine Wiederausrichtung auf ihr und unser aller ursprüngliches Sein.
Wenn Weiblichkeit auf der Erde beide Elemente miteinander verbindet, ist das sicherlich eine wunderbare Ganzheitlichkeit.

An dieser Stelle wird im Übrigen auch deutlich, worauf ich bereits hinwies, welche Bedeutung den Frauen in der Umgebung Jesu zukam und welches Lernprogramm durch sie auch den Jüngern auferlegt wurde, lässt Petrus doch angesichts der zweiten Reue erkennen, welche Schwierigkeiten er und die Jünger überhaupt mit einer Maria Magdalena haben, einer Frau, aus der Jesus sieben Teufel austrieb und keine Probleme hatte, ihre mögliche Vergangenheit als Prostituierte vorbehaltlos anzunehmen - im Gegensatz zu den Jüngern.

Erkennbar wird ebenfalls, gerade in dem kurzen Gespräch zwischen Martha und Jesus anlässlich der dritten Reue Sophias (s. vorausgehenden Beitrag), wie feinfühlig beide miteinander umgehen in dem Bewusstsein, dass die sich entwickelnde Seele einem Schmetterling gleicht, den ein Hauch schon erschüttern und zu Tränen rühren, aber eben auch rohe Energie tief verletzen kann.

Wir wenden uns der vierten Reue Sophias zu. Was schon für die Psalmen Davids galt, wenn er von seinen Feinden sprach, gilt auch, für jene, von denen Sophia spricht, die sie angreifen: es sind seelisch-geistige Kräfte, deren Attacken sie wahrnimmt und spürbar ist, wie sehr sie der Mangel an Licht betroffen macht und es ihr da sicherlich nicht anders geht als uns, die wir uns immer wieder auch abgeschnitten vom Licht wahrnehmen; auch da sind Widersacherkräfte am Werk und Sophias Reuegesänge und Davids Psalmen können eine Hilfe sein für den Umgang mit diesen Kräften - u.a. ist es diese bereits erwähnte löwengesichtige Kraft, von Selbst-Wille in das Chaos, wo sich Sophia befindet, geschickt, um ihr das Licht, das ihr noch übrig ist, zu rauben.

Jesus nun gibt Sophias vierten Reuegesang wieder:
1 Oh Licht, an das ich geglaubt habe, höre meine Reue, und möge meine Stimme deinen Aufenthaltsort erreichen.

2 Wende deine Lichtkraft nicht von mir ab, sondern beschütze mich, wenn sie mich angreifen. Wenn ich zu dir aufschreie, bitte erlöse mich geschwind.

3 Denn meine Zeit vergeht wie ein Hauch, ich bin zu Materie geworden.

4 Mein Licht haben sie von mir ergriffen, und meine Kraft ist verwelkt. Mein Mysterium, das ich stets pflegte zu bewahren, habe ich nun vergessen.

5 Durch die Schwingung der Angst und durch die Kraft von Selbst-Willen ist meine eigene Kraft verringert.

6 Ich werde wie ein abgetrennter Dämon, der in Materie lebt, ohne Licht in ihm, und ich werde wie ein nachahmender Geist, der sich in einem materiellen Körper befindet, ohne Lichtkraft in ihm.

7 Und ich werde wie ein Dekan [Stern], der sich allein in der Luft befindet.

8 Die Emanationen von Selbst-Willen haben mich dauernd belästigt, und mein Gepaarter [Pistis, der Glaube] sagte bei sich:

9 „Anstelle des Lichtes, das in ihr war, haben sie sie mit Materie gefüllt.“
Ich habe den Schweiß meiner eigenen Materie gegessen und den Schmerz der Tränen aus der Materie meiner Augen, so dass jene, die mich belagern, nicht nehmen können, was übrig ist.

10 Es ist auf deinen Befehl hin und wegen deiner Ordnung, oh Licht, dass mir diese Dinge geschehen sind, und es ist nach deiner Bestimmung, dass ich hier bin.

11 Dein Befehl hat mich erniedrigt, und wie eine Kraft des Chaos bin ich niedergesunken, und meine eigene Kraft in mir ist gelähmt.

12 Du aber, oh Licht, bist Ewiges Licht und widmest dich allen, die je bedrückt sind.

13 Und nun, oh Licht, bewege dich, um meine Kraft und die Seele in mir wiederzubringen. Deine Bestimmung für meine Prüfung ist erfüllt worden, jetzt ist die Zeit, dass du nach meiner Kraft und meiner Seele suchest; dies ist nun die Zeit, die du bestimmt hast, mich zu erlösen.

14 Denn deine Erlöser haben nach der Kraft in meiner Seele gesucht, die Zahl nämlich ist erfüllt, und so wird auch ihre Materie gerettet werden können.

15 Dann werden alle Archonten der materiellen Äonen dein Licht fürchten, und alle Emanationen des dreizehnten materiellen Äons werden das Mysterium deines Lichtes fürchten, und andere werden sich dann in ihrem gereinigten Lichte kleiden.

16 Denn der Herr wird die Kraft deiner Seele wiederbringen. Sein Mysterium hat er offenbart,

17 so dass er der Reue jener entgegenkommen kann, die in den unteren Regionen sind, denn er ist ihrer Reue gegenüber nicht taub gewesen.

18 Dies ist das Mysterium, welches das Vorbild der Generationen ist, die noch geboren werden, und die Generationen, die noch geboren werden, singen Loblieder in die Höhe.

19 Denn das Licht hat aus der Höhe seines Lichtes herabgeschaut, und es wird der ganzen Materie erscheinen,

20 um die Schreie derer zu erhören, die in Fesseln sind, um die Kraft der Seele zu befreien, deren Kraft gebunden wurde,

21 so dass er seinen Namen in der Seele pflanzen möge, und sein Mysterium in der Kraft.
Und nachdem Jesus diese Worte zu seinen Jüngern gesprochen hatte, sagte er zu ihnen, „Dies ist die vierte Reue, die Pistis Sophia sprach. Nun denn, wer sie versteht, der verstehe.“
Und als Jesus diese Worte gesprochen hatte, trat Johannes vor, ehrte die Brust Jesu und sagte zu ihm, „Mein Herr, befiehl mir ebenso und autorisiere mich, die Lösung der vierten Reue, die Pistis Sophia sprach, zu erklären.“
Jesus sagte zu Johannes, „Ich befehle dir und autorisiere dich, die Lösung der Reue, die Pistis Sophia sprach, zu erklären.“ Johannes antwortete und sprach, „Mein Herr und Erlöser, inbetreff dieser Reue, die Pistis Sophia sprach, hat deine Lichtkraft früher schon durch David im 102. Psalm prophezeit:
1 YHWH, höre mein Gebet, lass meinen Schrei nach Hilfe zu dir hinaufreichen.

2 Verbirg nicht dein Gesicht vor mir in den Tagen meiner Not, öffne mir dein Ohr am Tag, an dem ich rufe, antworte mir bald.

3 Denn meine Tage sind verdunstet wie Rauch, und meine Gebeine sind versengt wie eine Feuerstelle.

4 So dürr wie Gras ist mein Herz, denn ich habe vergessen, mein Brot zu essen.

5 Vom Geräusch meines Seufzens kleben meine Gebeine am Fleisch.

6 Ich bin wie ein Sumpfvogel in der Wildnis; ich bin wie eine Eule im Haus.

7 Ich habe die Nacht wachend verbracht, und ich werde wie ein einsamer Spatz auf dem Hausdach.

8 Den ganzen Tag verspotten mich meine Feinde, und die mich berauben wollen, sind wütend auf mich.

9 Anstelle von Brot habe ich Asche gegessen und mein Trunk ist mit Tränen vermischt,

10 wegen deines Zorns und deines Unmuts, denn du hast mich erhoben und niedergeworfen.

11 Meine Tage sind wie ein Schatten am Abend, und ich selbst bin verwelkt wie das Gras.

12 Du aber, oh Herr, wirst ewig sein, und dein Gedächtnis wird von Generation zu Generation währen.

13 Du wirst dich erheben und Mitleid mit Zion haben, denn es ist Zeit, ihr Gunst zu zeigen; die festgesetzte Zeit ist da.

14 Denn deine Diener erfreuen sich an ihren Steinen und werden selbst ihrem Staub wohlwollend sein.

15 Und Nationen werden in Ehrfurcht vor dem Namen YHWH sein, und alle Könige der Erde vor deiner Herrlichkeit.

16 Denn YHWH wird Zion wieder aufrichten, und er wird in seiner Herrlichkeit sichtbar werden.

17 Er hat das Gebet der Bedürftigen gehört; er wird ihre Gebete nicht außer Acht lassen.

18 Dies soll für die kommende Generation geschrieben sein, und ein Volk, das erst erschaffen wird, wird Yah lobpreisen,

19 denn er hat aus seiner heiligen Höhe herabgeschaut; YHWH hat aus den Himmeln auf die Erde herabgeschaut,

20 um das Stöhnen der Gefangenen zu hören, um die zum Tod Gekennzeichneten zu befreien,

21 um in Zion den Namen YHWH zu verkünden und sein Lob in Jerusalem.
Dies ist, mein Herr - so spricht Johannes -, die Lösung des Mysteriums der Reue, die Pistis Sophia sprach.

PS
Tintoretto: Christus im Haus von Maria und Martha



Freitag, 11. Juli 2025

Die dritte Reue Sophias und Psalm 70 - Spiritualität darf kein Ersatz für gelebte 3-D-Realität sein.

  • Spiritualität darf kein Ersatz für gelebte 3-D-Realität sein.
  • Vorsicht vor dem Licht Luzifers - es ist nicht das göttliche Licht ´Ain Soph Or´.

Die ersten beiden Reuegesänge der Sophia haben durch ihre Wortwahl deutlich gemacht, wie angegriffen ihre Seele ist durch das vergangene Geschehen, schließlich ist sie auf der Ebene des Chaos gelandet.
Wie sie in diese Situation kam, habe ich in dem Auszug, der sich auf meinem Blog Wortbrunnen befindet, wiedergegeben, was also sie zu der ersten und den folgenden Reuen veranlasst hat. Deutlich wird hier, dass Sophia eigentlich etwas wollte, was jeder, der spirituell unterwegs ist und eine höhere Lichtqualität anstrebt, auch tun würde: Sie erahnte die übergroße Lichtrealität des Ain Soph Or, des wahren göttlichen Lichtes, zwar nur hinter einem Schleier, aber dieser Eindruck muss dennoch so gewaltig gewesen sein, dass sie - um es etwas flapsig auszudrücken - alles stehen und liegen ließ und nur noch dieses Licht anstrebte.

Zugleich aber wird deutlich, worin für mich, wenn ich es denn einmal bewerten möchte, ein entscheidender Fehler liegt, der zu jener fast ausweglos scheinenden Situation führte, in der sie sich während ihrer Reuegesänge befindet: 
Und sie hörte auf, das Mysterium des Dreizehnten Äons zu vollführen und sang stattdessen Loblieder an das Licht der Höhe, welches sie im Licht des Schleiers der Schatzkammer des Lichts gesehen hatte.
Sie wollte nur noch in die Höhe und noch einmal wird im weiteren Verlauf darauf verwiesen, dass sie aufgehört hatte, ihr Mysterium zu vollziehen; stattdessen seufzte sie fortwährend und suchte nach dem Licht …

Gewiss ist es nicht falsch, nach dem Licht zu suchen, aber man darf dabei den Weg der Mitte nicht verlassen und der besteht in einer angemessenen Ausgewogenheit zwischen links und rechts, zwischen weiblichem und männlichem Verhalten, zwischen der Existenz auf 3 D und höherer Dimension.

Sophias Fehler, wenn man es so bezeichnen will, besteht also in der Tatsache dass sie ihre Arbeit auf der Ebene des Dreizehnten Äon eingestellt hat. Das Dreizehnte Äon ist ihre Heimat, dort wirkt sie, lebt sie, arbeitet sie. Indem sie ihr Wirken, ihr Arbeiten dort einstellt, macht sie einen entscheidenden Fehler, den wir als Menschen genauso machen können und deshalb ist es mir wichtig, ihn aufzugreifen und zu benennen:
Selbst wenn wir nach Höherem streben, dürfen wir nicht unsere Basis, unser Fundament, unser Wirken auf der 3-D-Ebene, unserer alltäglichen Realität also, einstellen beziehungsweise vernachlässigen. Rudolf Steiner würde sagen dass wir ansonsten ein Opfer Luzifers würden. Das ist dann der Fall, wenn Menschen fast nur noch in Spirituellem schwelgen, sei es, womöglich sich nur noch über Entsprechendes unterhalten oder sich mit entsprechenden Themen beschäftigen. Das ist absolut ungesund und führt dazu, wie es bei Sophia der Fall war, dass die Kräfte der Unterscheidung, die uns durch unsere Erfahrungen auf der 3-D-Ebene zur Verfügung stehen und dadurch überhaupt erst gebildet und geschult werden, dass diese Kräfte der Unterscheidung also uns verloren gehen. Dann hat Luzifer ein leichtes Spiel mit uns, er führt uns problemlos an der Nase herum und an der Christusebene vorbei - das ist sein Ziel, sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken, sein Licht als das wahre Licht auszugeben und die Menschen Christus vergessen zu machen. Solche Menschen fallen ohne es zu merken, der Energie der Archonten anheim, vergöttern das falsche Licht.
Wenn Menschen in diesem Bewusstsein sterben, werden sie in der geistigen Welt höchste Schwierigkeiten haben zu erkennen, wo sie sich befinden und wie geistig vertrackt ihre Situation ist. Das kann dazu führen, dass weitere Leben mit diesem geistig in die Irre führenden Hintergrund folgen.

Ich habe bereits darauf verwiesen, dass das Folgende auf Befehl des Ersten Mysteriums, also im Grunde vor allem der Vaterebene geschieht. Aber auch aufgrund ihres Seufzens und den Umständen ihrer Suche erkennt Sophia nicht, wer hinter dem Löwengesicht sich verbirgt, Authades, Gott Selbst-Wille nämlich.

Ich vermute, dass viele von uns schon in früheren Leben diese Sophia-Erfahrung gemacht haben, vielleicht, ja wahrscheinlich sogar mehrfach. Nie hört diese mephistophelische Kraft freiwillig auf zu wirken!

Nun aber zum Beginn der dritten Reue Sophias:
Jesus lobt Petrus aufgrund seiner Erkenntnis - jener brachte den 71. Psalm ein (siehe 2. Reue) - und wendet sich dann auch den anderen Jüngerinnen und Jüngern zu, ihnen versichernd, dass er sie mit Geist erfüllen werde, so dass sie vollendet in den göttlichen Königreichen genannt werden sollen. 
Und Amen, Amen, ich sage euch: Ich werde euch mit allen Mysterien aller Regionen meines Vaters und aller Regionen des Ersten Mysteriums [vor allem der göttlichen Vaterebene also] ausstatten, so dass, wen immer ihr auf Erden anerkennt, im Licht der Höhe anerkannt sein wird, und wen immer ihr auf Erden ablehnt, im Königreich meines Vaters im Himmel abgelehnt sein wird.
Jesus fährt fort:
„Doch hört nun, und hört genau auf alle Reuen, die Pistis Sophia sprach. Sie fuhr nun fort und äußerte ihre dritte Reue, indem sie sprach:

1 Oh mächtiges Licht, schütze mich und rette mich.
2 Mögen die zunichte werden und in der Finsternis verbleiben, die mein Licht ergreifen wollen. Möge ihnen Chaos gegeben werden und sie beschämt werden, sie, die mich meiner Kraft berauben wollen.
3 Mögen sie geschwind der Finsternis übergeben werden, sie, die mich angreifen und sagen, „Wir haben über sie triumphiert.“
4 Und mögen stattdessen alle, die nach dem Lichte suchen, feiern und sich freuen, und sie, die sich nach deinen Mysterien sehnen, mögen sie für immer sagen: Verherrlicht sei das Mysterium.
5 Rette mich nun, oh Licht: Ich bin meines Lichtes beraubt, denn sie haben es von mir genommen, und ich bedarf meiner Kraft, denn sie haben sie ergriffen. Oh Licht, du bist mein Erlöser und du bist mein Befreier. Oh Licht, rette mich rasch aus diesem Chaos.


Und als Jesus aufgehört hatte, diese Dinge seinen Jüngern zu sagen, sprach er, „Dies ist die dritte Reue von Pistis Sophia.“ Und er sagte zu ihnen, „In wem der wahrnehmende Geist sich regt, der komme nach vorn und erkläre die Lösung dieser Reue von Pistis Sophia“

Und es geschah, bevor Jesus noch zu Ende geredet hatte, dass Martha nach vorne kam, zu seinen Füßen niedersank und sie liebkoste, weinte und in Bescheidenheit sprach, „Mein Herr, zeige mir deine Gnade und habe Mitleid mit mir, und lass mich die Lösung der Reue, die Pistis Sophia gegeben hat, sprechen.“

Und Jesus streckte seine Hand über Martha aus und sprach zu ihr, „Gesegnet ist ein jeder, der Bescheidenheit beweist, denn dieser wird Gnade erhalten. Nun denn, Martha, du bist gesegnet. Gib die Lösung der Reue von Pistis Sophia.“

Martha antwortete sodann und sprach zu Jesus unter den Jüngern, „Inbetreff der Reue, die Pistis Sophia gab, oh mein Herr Jesus, hat deine Lichtkraft einmal durch David im 70. Psalm prophezeit, wo sie sagte:

1 Oh Gott, eilends komme zu meiner Rettung.
2 Lass die beschämt und erniedrigt werden, die nach meiner Seele trachten.
3 Mögen sie zurückgewiesen werden und zuschanden werden, die jetzt über mich lachen, „Ha! Ha!“
4 Lass all jene, die dich zu erhöhen suchen und sich an dir freuen, lass jene, die deine Befreiung lieben, für immer sagen: Möge Gott erhöht werden.
5 Doch ich bin betrübt und elend, oh Gott, komm` doch zu mir. Meine Hilfe und meine Rettung bist du, JHWH, verspäte dich nicht.


Dies ist die Lösung der dritten Reue, welche Pistis Sophia gab, als sie Loblieder an die Höhe sang.“
J.J. und Desiree Hurtak machen im Rahmen der Pistis Sophia an dieser Stelle aufmerksam auf wunderbare Zeilen über Sophia, die Weisheit, zu lesen im Buch der Weisheit, auch Weisheit Salomos genannt, in Kapitel 7 (24ff); diese Zeilen verweisen auf die wahre Weisheit, die gerade dadurch existiert, dass auch sie, Sophia, - auf Veranlassung des Ersten Mysteriums (!) -, so wie wir, Erfahrungen machen muss, so dramatisch und durchdringend, wie wir sie schon im Rahmen der ersten und zweiten Reue vorgefunden haben, Erfahrungen, die auch eine Weisheit sich immer weiter entwickeln lassen:
24 Die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung; / in ihrer Reinheit durchdringt und durchwaltet sie alles.
25 Sie ist ein Hauch der Kraft Gottes / und reiner Ausfluss der Herrlichkeit des Allherrschers; / darum dringt nichts Verunreinigtes in sie ein.
26 Sie ist der Widerschein des ewigen Lichts, / der ungetrübte Spiegel von Gottes Kraft, / das Bild seiner Güte.
27 Sie ist nur eine und vermag doch alles; / ohne sich zu ändern, erneuert sie alles. Von Geschlecht zu Geschlecht tritt sie in heilige Seelen ein / und schafft Freunde Gottes und Propheten;
28 denn Gott liebt nur den, / der mit der Weisheit zusammenwohnt.
29 Sie ist schöner als die Sonne / und übertrifft jedes Sternbild. / Sie erweist sich strahlender als das Licht;
30 denn diesem folgt die Nacht, / doch über die Weisheit siegt keine Schlechtigkeit.

 

Mittwoch, 9. Juli 2025

Die zweite Reue der Sophia und Psalm 71 - Vorsicht, dass auch wir nicht die Macht und Täuschungsfähigkeit der niederen Kräftte, der gefallenen Elohim, unterschätzen!

  • Fakt ist: Die ganze lokale Schöpfung ist gefangen, nicht nur Sophia und
  • Fakt ist: Sophia hat die Kraft, Macht und Täuschungsmöglichkeiten der niederen Kräfte, der gefallenen Elohim, völlig unterschätzt.


Sophia steigt in das Chaos ab und will dieses Licht dort erwerben. Sie glaubt, dass die Lichtkraft des Löwengesichtes, eine Inszenierung von Authades, dem Selbst-Willen, dem Erzfeind des göttlichen Willens, von dem göttlichen Licht käme. Welch ein Irrtum!
Ist es (über)große Naivität?
Oder ist es ihre Unschuld, ihre Unwissenheit? Ist ihre Weisheit noch zu begrenzt?

Sophia kommt aus dem Dreizehnten Äon, ein Äon aus unserem lokalen Sohn-Universum, ein experimentelles Äon; sie muss ihre Erfahrungen machen, so wie wir!

Vergessen wir nicht: Die wahre Pistis Sophia existiert nach wie vor (so wie unser Höheres Selbst, unsere Walküre); Sophia, die wir hier begleiten, ist ein Teil von ihr, der dies alles erleben möchte, um sich weiter und höher hinaus zu entwickeln .- Gleiches gilt für uns. 

Als Adam und Eva haben wir den Garten Eden verlassen, um in unserem lokalen Universum als einem experimentellen Raum unsere Erfahrungen zu machen (dabei wurde übrigens Eva gewarnt, Sophia nicht).

Haben wir die Macht der außerirdischen Intelligenzen unterschätzt?
Und könnte es sein, dass viele von uns diesen Fehler wiederholen, sich zu vorbehaltlos einer Aufstiegseuphorie hingeben, die genährt wird von gewissen Medien, die suggerieren, wie toll der derzeitige Aufstieg ist?
Seien wir wachsam! Fallen wir nicht herein auf das Licht der löwengesichtigen Sonne (Rudolf Steiner spricht zu Recht von dem luziferischen Licht). Es ist kein Zufall, dass die alten Hebräer in der Nacht beteten und einen Mondkalender hatten.

Wenn die Sonne über uns steht, darauf weist J.J. Hurtak in seinem Kommentar zur ersten Reue hin, blockiert dies die Fülle der Kuchavim, der höheren Universen, blockiert dies Ain Soph Or, das wahre göttliche Licht.
Und seien wir vorsichtig gegenüber einer Astrologie, die uns auf den Raum der Tierkreiszeichen beschränkt. Tasten wir uns gedanklich hinein in die Existenz von Myriaden von Lichtwelten, die es in Wahrheit gibt.

Mit Hilfe der dreizehnstufigen Reue sind wir unterwegs vom alten archetypischen Sonnenreich des Löwen zur Gestalt der Sphinx und transformieren das Königreich Malkuth, die untere Ebene des Baumes der Sephiroth.

Die erste Reue von Sophia war eine von dreizehn Ebenen der Reue, die ihre Seele durch die niederen Sphären in die höheren Dimensionen des Lichtes führt. Gehen wir mit ihr weiter diesen Weg des Erlösungsplanes, der möglich ist durch Christus.
🌟
Wiederum sprach Jesus und sagte, „Pistis Sophia fuhr nun fort, in einer zweiten Reue Loblieder zu singen, worin sie sprach:

1 Oh Licht der Lichter, an das ich geglaubt habe, verlass mich nicht in der Finsternis, bis dass meine Zeit zu Ende ist.

2 Hilf mir und rette mich in deinen Mysterien; höre mich und erlöse mich.

3 Lass die Kraft deines Lichtes mich erretten und belebe meinen Aufstieg in die höheren Äonen, denn du bist es, der mich retten und mich in die Höhe [die höheren Himmel] deiner Äonen führen wird.

4 Befreie mich, oh Licht, aus der Hand dieser löwengesichtigen Kraft und aus den Händen der Emanationen des Gottes Selbst-Willen.

5 Denn du bist es, oh Licht, an dessen Licht ich geglaubt habe und auf dessen Licht ich von Anfang an vertraut habe.

6 Und ich habe an es geglaubt, seit es mich emaniert hat, und du selbst hast meine Emanation verursacht, und von Beginn an habe ich an dein Licht geglaubt.

7 Und als ich an dich [das Göttliche Licht] geglaubt hatte, höhnten die Archonten der Äonen über mich und sprachen, „Sie hat in ihrem Mysterium aufgehört.“ Du bist mein Erretter und du bist mein Erlöser und du bist mein Mysterium, oh Licht.

8 Mein Mund ist mit Lob gefüllt, damit ich stets das Mysterium deiner Pracht erzähle.

9 Darum nun, oh Licht, verlass mich nicht im Chaos bis zum Ende meiner Zeit; vergiss mich nicht, oh Licht.

10 Denn die Emanationen von Selbst-Willen haben mich umringt, und sie haben meine ganze Lichtkraft von mir genommen. Sie wollten mein ganzes Licht vollends besitzen und über meine Kraft triumphieren.

11 Indem sie zueinander sagten, „Das Licht hat sie verlassen, wir wollen auf sie hinabsteigen und alles Licht in ihr ergreifen.“

12 Und so, oh Licht, verlass mich nicht; wende dich mir zu, oh Licht, und befreie mich aus den Händen der Gnadenlosen.

13 Lass sie stolpern und schwach werden, sie, die meine Kraft ergreifen wollten. Lass sie von Finsternis umgeben sein, und lass sie in Schwachheit fallen, sie, die von mir meine Lichtkraft greifen wollten.

Dies ist dann die zweite Reue, die von Pistis Sophia gegeben wurde, indem sie Loblieder an das Licht sang.

Und es geschah, als Jesus dies zu seinen Jüngern zu sagen beendet hatte, dass er zu ihnen sprach, „Versteht ihr, was es ist, dass ich zu euch sage?“
Petrus kam nach vorn und sagte zu Jesus, „Mein Herr, wir werden mit dieser Frau nicht fortfahren, denn sie nimmt uns jede Gelegenheit, erlaubt keinem von uns zu sprechen, sondern redet dauernd selbst.“

Jesus antwortete und sagte zu seinen Jüngern, „Es soll der, in dem die Kraft des Geistes aufwallt, weil er versteht, was ich sage, es sein, der redet. Trotzdem, Petrus, ich sehe, dass die Kraft in dir die Lösung des Mysteriums, welches Pistis Sophia in ihrer Reue gesprochen hat, versteht. Darum, Petrus, sprich unter deinen Brüdern und Schwestern den Aufbau ihrer Reue.“

Und Petrus antwortete, indem er zu Jesus sagte, „Oh Herr, höre, damit ich den Aufbau ihrer Reue sage, über die deine Kraft früher schon durch David, den Propheten im 71. Psalm prophezeite:

1 Zu dir, oh Gott, habe ich Zuflucht genommen, lass mich nie beschämt werden.

2 Rette mich in deiner Rechtschaffenheit und beschaffe mein Entkommen; höre mich und errette mich.

3 Werde mit ein Gott der Stärke, ein schützender Fels, der mich beschirmt, denn du bist meine Burg und meine Zuflucht.

4 Oh mein Gott, rette mich aus der Hand des Bösen und aus der Hand des Gewalttätigen und Gemeinen.

5 Denn du bist meine Hoffnung, Herr, YHWH, ich habe seit meiner Kindheit dir vertraut.

6 Du hast mich von Geburt an gestützt; du führtest mich seit meiner Mutter Schoß; und immer singe ich dir Lob.

7 Ich bin für viele wunderlich geworden; du bist meine mächtige Zuflucht, du bist mein Erlöser, oh Herr.

8 Mein Mund ist voll von Lob an dich, und ich besinge deine Pracht den ganzen Tag.

9 Wirf mich nicht ab in der Zeit des Alters; verlass mich nicht, wenn meine Stärke nachlässt.

10 Denn meine Feinde verleumden mich, und sie, die nach meiner Seele trachten, verschwören sich gegen mich,

11 indem sie sagen: Gott hat ihn verlassen! Verfolgt ihn und nehmt ihn, denn keiner wird ihn retten.

12 Oh Gott, eile mir zu Hilfe.

13 Mögen die beschämt werden und ihr Ende finden, die meine Seele verleumden. Mögen die in Schmach und Schande gehüllt sein, die Böses gegen mich suchen.


Dies ist die Lösung auf die zweite Reue, welche Pistis Sophia äußerte.