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Mittwoch, 26. November 2025

Bewusstseinsentwicklung mittels spiritueller Sexualität

Mit Tom Kenyons und Judi Sions „Manuskript der Magdalena“ ist endgültig das Ende kirchlicher Kontrolle über das Bewusstsein der Menschen besiegelt. Jeder soll wissen: Spirituelle Sexualität dient der seelisch-geistigen Entwicklung des Menschen und wer alleine lebt, kann genauso mit den Übungen im Rahmen der Alchemie des Horus höchstes Bewusstsein erlangen.
In dem unten verlinkten ersten Video zur spirituellen Sexualität bin ich noch nicht zu detaillierteren Informationen zu Isis, Osiris und Horus gekommen. Isis repräsentiert die kosmisch göttliche Mutter, die doch so viele, die monieren, dass immer nur von Gott Vater gesprochen werde, vermissen. Und Horus steht für den Christus, der sich in uns entwickeln will; dazu in einem demnächst folgenden zweiten Video mehr. Hinweise zur lunaren und solaren Schlange, die in ihrem Aufstieg entlang unserer Wirbelsäule, diese in den Chakren kreuzend, die Entwicklung hin zu Christus ermöglich, finden sich allerdings bereits ausführlich in dem vorliegenden Video.
In ihm geht es vor allem auch um die Tiefe wahrer Weiblichkeit, auf die auch Rudolf Steiner - im übrigen nicht nur in der hier zitierten Passage - verweist (mehr dazu in Bälde in Video II), die Frauen endlich in sich entdecken mögen, und um eine Annäherung an die Sexualmagie, die Maria Magdalena und Jeshua lebten.
Magdalena formuliert, dass sie ein Brunnen für Jesus gewesen sei. Ohne diesen Brunnen trocknet das Männliche hoffnungslos aus. Das Ende dieser Hoffart dekadenter Männlichkeit, zu glauben, dass das Männliche in der Macht und Kontrolle über das Weibliche Wirklichkeit gestalten könne, erleben wir gerade; es vertrocknet. Was aber noch fehlt, ist ein Bewusstsein vor allem von Frauen über die Tiefe und Bedeutung ihrer Weiblichkeit und ein Bewusstsein der Männer für wahre Männlichkeit, die angewiesen ist auf den Brunnen wahrer Weiblichkeit. Zu Informationen und gedanklichen Anregungen hierzu möge dieses Video dienen.
Am Ende des Videos habe ich auf die klammheimliche Angst von Männern vor dem Dunklen, Feuchten und der weiblichen Vagina andeutend verwiesen; im folgenden Video werde ich noch näher darauf eingehen. Zu dem Material, das ich erwähnt habe, führt, wer sich vorweg schon informieren möchte, folgender Link:

Mittwoch, 22. Oktober 2025

Petrus, Andreas und die Arroganz der Männer - aus dem "Evangelium der Maria"

Das Evangelium der Maria (Magdalena), soweit es überliefert ist, lässt deutlich werden, dass die Jünger, namentlich Andreas und Petrus, es kaum verkraften, dass Jesus offensichtlich Maria Magdalena Dinge mitteilte, die er offensichtlich nur ihr übermittelt hat.

Auf Bitten des Petrus teilt sie diese den Jüngern mit.
Deren Reaktion ist bezeichnend; nur gut, dass Levi - er entspricht wohl dem Evangelisten Matthäus - die Courage hat (solche Männer gibt es auch), Maria zur Seite zu springen; im Evangelium heißt es:

1) Als Maria dies gesagt hatte, verstummte sie; denn bis dahin hatte der Erlöser mit ihr geredet.

2) Andreas aber antwortete und sprach zu den Brüdern: Sagt, was ihr zu dem sagen wollt, was sie gesagt hat. Ich jedenfalls glaube nicht, dass der Erlöser das gesagt hat. Denn diese Lehren sind wahrlich seltsame Ideen.

3) Petrus antwortete und sprach über dieselben Dinge.

4) Er befragte sie über den Erlöser: Hat er wirklich privat mit einer Frau gesprochen und nicht öffentlich mit uns? Sollen wir uns umdrehen und ihr alle zuhören? Hat er sie uns vorgezogen?

5) Da weinte Maria und sagte zu Petrus: Mein Bruder Petrus, was denkst du? Glaubst du, ich hätte mir das in meinem Herzen ausgedacht oder würde über den Erlöser lügen?

6) Levi antwortete und sprach zu Petrus: Petrus, du warst schon immer hitzig.

7) Jetzt sehe ich dich wie die Widersacher gegen die Frau ankämpfen.

8 ) Wenn aber der Erlöser sie würdig gemacht hat, wer bist du denn, dass du sie abweisen könntest? Gewiss, der Erlöser kennt sie sehr wohl.

9) Deshalb liebte er sie mehr als uns. Lasst uns vielmehr beschämt sein und den vollkommenen Menschen anziehen, uns absondern, wie er es uns geboten hat, und das Evangelium predigen, ohne andere Regeln oder Gesetze aufzustellen als das, was der Erlöser gesagt hat.

10) Und als sie das hörten, begannen sie auszugehen, um zu verkünden und zu predigen.

hier zum Evangelium der Maria:





Sonntag, 12. Oktober 2025

„ Die neuen Bekenntnisse haben zum Teil gerade die Anschauung über die Maria ausgerottet.“ - Wer tritt uns in Wahrheit in Maria entgegen?

  •  „ Die neuen Bekenntnisse haben zum Teil gerade die Anschauung über die Maria ausgerottet.“ (R. Steiner, GA 202)
  • In Maria tritt uns in Wahrheit die wiedergeborene Isis entgegen, die durch den Weltengeist befruchtete Menschenseele. Die Kosmische Mutter.


Vielleicht kennt der bzw. die ein oder andere jene Stelle aus der Tannhäuser-Oper Richard Wagners, als Tannhäuser auf einmal innerlich spürt, dass er nicht bei der Venus, der Göttin der Liebe, der nur sinnlichen Liebe, in ihrer Grotte bleiben möchte. Als er aber das äußert ihr gegenüber, spürt er ihre ganze energetische Macht und spürt, dass ihm die Kraft fehlen könnte, den Venusberg zu verlassen, zumal ihm Venus zuruft:“Nie wird Vergebung dir zuteil“!
Da entringen sich als ein gewaltiger Schrei seiner Seele die Worte:“Mein Heil! mein Heil ruht in Maria!“ - Diese Worte entmachten Venus.
Noch einmal in der Oper rückt die himmlische Jungfrau in den Mittelpunkt, als sich Elisabeth, ihren Tannhäuser ersehnend, der doch von seiner Pilgerfahrt nach Rom zurückkehren möge, ihn nicht in einer zurückehrenden Pilgerschar findet, ihrer Brust Töne entringen, die zu einer der wunderbarsten Arien aufgipfeln, die es auf unserer Erde gibt, beginnend mit den Worten:“Allmächt'ge Jungfrau, hör mein Flehen! / Zu dir, Gepriesne, rufe ich!“
Rudolf Steiner macht uns darauf aufmerksam, dass in Raffaels Sixtinischer Madonna uns entgegentritt die wiedergeborene Isis, die durch den Weltengeist befruchtete Seele. Wir erfassen sie in einem Namen: Maria.

In Tom Kenyons und Judi Sions „Das Manuskript der Magdalena“ erfahren wir über Maria, was die ein oder andere schon lange wissen wollte; es heißt dort:
Ich wende mich jetzt meiner geliebten Schwester zu, meiner geistigen Schwester, der Mutter von Jeshua, die auch als Maria bekannt ist.
Maria war eine hohe Eingeweihte des Isis-Kultes und in Ägypten ausgebildet. Deswegen flohen sie und Joseph vor dem Zorn des Königs in Israel nach Ägypten, denn sie war dort, bei den Priesterinnen und Priestern der Isis in Sicherheit.
Ihre Ausbildung war anders als meine, doch wir dienten dem Gleichen. Um mein Verständnis von Maria zu erklären, muss ich eines der tiefsten Geheimnisse des Isis-Kultes enthüllen. Man glaubte, und ich halte es für wahr, dass unter bestimmten Bedingungen die Göttin selbst inkarniert, durch eine Geburt oder durch eine spirituelle Einweihung. Als Maria, die Mutter von Jeshua, noch sehr jung war, erkannten die Hohepriesterinnen der Isis-Tempel sie an der Reinheit ihres Geistes. Sie wurde zur Eingeweihten ausgebildet und erreichte die höchsten Grade. Doch sie wurde nicht zur Priesterin ausgebildet, sondern zu dem, was wir ein „Inkarnat“ nennen.
Ein Inkarnat muss eine hoch entwickelte Seele sein und muss sich einer enormen spirituellen Ausbildung und Disziplin unterziehen. In ihrer abschließenden Einweihung wurde Maria zur Hüterin eines direkten Energiestrahls der Isis. In dieser Hinsicht war sie eine Verkörperung der Kosmischen Mutter. Es war so, als ob es zwei gäbe: Maria als Mensch, reinen Geistes und Herzens, und Maria als Inkarnat, die in sich ein direktes Tor zur Großen Mutter hütete, zur Schöpferin aller Materie, aller Zeit und allen Raums.
So war alles vorbereitet, um ein Wesen mit bemerkenswerten Eigenschaften zu empfangen, das ihr Sohn werden würde, Jeshua.
 

Sonntag, 5. Oktober 2025

Lebendige Wasser. – Die Symbolik des Brunnens bei Maria Magdalena, Hofmannsthal, Rilke, Baudelaire und C.F. Meyer.

 Mich hat ungeheuer beeindruckt, wie sehr eine Frau in der Lage ist, ohne Wenn und Aber zu ihrer Weiblichkeit zu stehen, spürbar ohne Angst, jemand könne diese untergraben, weil sie zutiefst von dem Wert wahrer Weiblichkeit überzeugt ist, wie sie in ihr selbst ist. Solche Weiblichkeit muss nicht kämpfen. Das ist ja auch der Grund, der fast immer hinter oft aggressiven Emanzipationsbemühungen steht: dass Frauen, die um die Stellung der Frau in der Gesellschaft kämpfen, eigentlich den Kampf um Weiblichkeit in sich noch nicht zu Ende gekämpft haben, ja manchmal erst am Anfang dieses Kampfes im eigenen Inneren stehen. Daher rührt für mich auch jene Verbissenheit, die vielfach im Rahmen entsprechender Auseinandersetzungen zu finden ist.

(..) in jenen vielen Nächten, wenn Jeshua und ich allein waren, kam er zu meinem Brunnen, um aus mir die Kräfte der Isis zu schöpfen, um sich aufzubauen und zu stärken.
Aus meiner jetzigen Sicht finde ich es äußerst tragisch, dass die Geheimnisse und die Heiligkeit unserer Sexualität von der Kirche, von den Kirchenvätern, als Böse verteufelt wurden. Fast 2000 Jahre lang wurde einer der kraftvollsten und schnellsten Wege zu Gottes Erkenntnis als falsch hingestellt (…) Die Wahrheit und die Kraft von Jeshuas Lehren wurden von der Kirche verdreht. Die Geheimnisse der Erhöhung des Bewusstseins durch heilige Sexualität, so wie Jeshua und ich sie praktizierten, wurden von der Kirche unterschlagen. Mir ist klar, dass nur eine Handvoll Menschen meine Geschichte verstehen wird, doch das genügt.
Die Kirche behauptet, dass ich eine Hure war, doch ich sage euch jetzt, dass die Kirche die Hure ist, denn sie will euch weismachen, dass Frauen verdorben sind und dass die sexuelle Leidenschaft zwischen einem Mann und einer Frau böse ist. Doch genau hier, in der magischen Anziehungskraft der Leidenschaft, entsteht die Grundlage für die Himmelfahrt.

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;

Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.


Römische Fontäne


Borghese

Zwei Becken, eins das andere übersteigend
aus einem alten runden Marmorrand,
und aus dem oberen Wasser leis sich neigend
zum Wasser, welches unten wartend stand,

dem leise redenden entgegenschweigend
und heimlich, gleichsam in der hohlen Hand,
ihm Himmel hinter Grün und Dunkel zeigend
wie einen unbekannten Gegenstand;

sich selber ruhig in der schönen Schale
verbreitend ohne Heimweh, Kreis aus Kreis,
nur manchmal träumerisch und tropfenweis

sich niederlassend an den Moosbehängen
zum letzten Spiegel, der sein Becken leis
von unten lächeln macht mit Übergängen.

Sonntag, 28. September 2025

„Der tiefe Brunnen weiß es wohl …“ – Maria Magdalenas Weiblichkeit

Der tiefe Brunnen weiß es wohl,
Einst waren alle tief und stumm,
Und alle wussten drum.

So beginnt mit ihrer ersten Strophe Hugo von Hofmannsthals Ballade Weltgeheimnis. Sie kam mir in den Sinn, als ich Maria Madalenas Bericht über ihr erstes Treffen mit Jesus in ihrem durch Tom Kenyon übermittelten „Manuskript der Maria Magdalena“ las. Dort heißt es:

Ich beginne mit meiner Geschichte am Brunnen, denn in mehrfacher Hinsicht begann dort wirklich mein Leben. All die Jahre zuvor waren Vorbereitung dafür gewesen.
An jenem Morgen wusste ich, dass etwas in der Luft lag. Ich spürte eine Erregung, ein Zittern in Armen und Beinen, noch bevor ich ihm begegnete. Ich befand mich bereits am Brunnen, als er kam. Ich hatte meinen Krug schon hineingesenkt und er half mir, in herauszuheben. Manche der Apostel sahen mein goldenes Schlangen-Armband [alle Eingeweihten ihres Ordens trugen dieses Armband] und nahmen an, dass ich eine Hure sei. Sie waren entsetzt, dass der Meister so einer half. Doch das berührte mich nicht. Jeshuas Augen hatten mich in eine andere Welt versetzt. Als unsere Blicke sich begegneten, schien ich in die Ewigkeit zu schauen, und ich wusste, dass er der Eine war, für den ich vorbereitet worden war – und er wusste es auch. Ich hielt mich unter denen, die mit ihm gingen, eher im Hintergrund. Abends entfernten wir uns gemeinsam. Nicht jeden Abend, denn er wurde ständig gebraucht.
Ausgebildet in den alchemistischen Praktiken des Horus und in der Sexualmagie der Isis galt ich bei meinen Lehrerinnen als hochentwickelt, doch als ich das erste Mal in Jeshuas Armen lag, war ich eine zitternde Frau und ich musste darum ringen, jenen zentralen Weg durch mein Verlangen hindurch zum höchsten Thron zu finden, denn das war meine Aufgabe.
Mit den Techniken, in denen ich unterwiesen war, und mit den Methoden, die er in Ägypten gelernt hatte, vermochten Jeshua und ich seinen Ka, seinen Energiekörper, mit mehr Licht und Kraft aufzuladen, damit er leichter mit denen arbeiten konnte, die ihn aufsuchten. Und so war es auch.
Ich finde es immer noch merkwürdig, dass in den Evangelien steht, dass ich am Brunnen war, als Jeshua kam. Doch in jenen vielen Nächten, wenn Jeshua und ich allein waren, kam er zu meinem Brunnen, um aus mir die Kräfte der Isis zu schöpfen, um sich aufzubauen und zu stärken.
Tatsächlich wussten einst viele Menschen, dass die Energiekörper von Mann und Frau gestärkt werden dadurch, dass sie praktizierten, was Magdalena später als den Akt der Vier Schlangen nennt, wenn die jeweils zwei Schlangen von Mann und Frau sich vereinen. Was damals in Mysterienschulen, insbesondere im Rahmen der Alchemie des Horus, gelehrt wurde und durch die Männer der Kirche erfolgreich dem Wissen der Menschheit entzogen wurde, kann heute in Das Manuskript der Magdalena durch die dort übermittelten Übungen wieder erworben werden. So unglaublich das klingen mag, so ist es doch so, dass jede Frau auf der höchsten Ausdrucksebene - und es ist gewiss kein einfacher Weg - zur Isis werden kann, zur Kosmischen Mutter, und jeder Mann auf der höchsten Ausdrucksebene zum Osiris, so dass aus ihren Magnetkräften, die im Sexualakt wirksam werden - bei einem Alleinstehenden in einem meditativen Geschehen - Horus entsteht, die Geburt eines Bewusstseins, das wir heute Christus nennen.

Es ist leider so viel Wahres daran, wenn es in Strophe 2 und 3 der Ballade heißt:

Wie Zauberworte, nachgelallt
Und nicht begriffen in den Grund,
So geht es jetzt von Mund zu Mund.

Der tiefe Brunnen weiß es wohl,
In den gebückt, begriffs ein Mann,
Begriff es und verlor es dann.

(Die ganze Ballade: Link)
Tatsächlich haben die Männer das Bewusstsein um die Bedeutung des tiefen Brunnens verloren. Gewiss ist der Brunnen nicht nur ein Vagina-Symbol, aber er ist es auch. Und er ermöglicht gegebenenfalls im Liebesgeschehen die Empfindung eines süßen Geschmacks im Gaumenbereich, welche die Yogis ´Amrita´ nannten, die Eingeweihten des Isis-Kultes nannten ihn ´Quellwasser´, denn die Liebesempfindungen scheinen einer Quelle im Kopf zu entspringen. Es ist ein Quellwasser, das zu trinken durch den Brunnen ermöglicht wird.

Leider haben auch viele Frauen die Bedeutung und den Wert ihres Brunnens verloren.

Es hat mich sehr berührt, dass Magdalena noch einmal einen Brunnen und sein Wasser erwähnt und selbst von einem seltsamen Zufall spricht, der ihr ewig in Erinnerung bleiben wird, als nämlich Jesus nach seiner Auferstehung zum ersten Mal zu ihr kam - sie war mittlerweile, um den Schutz ihrer gemeinsamen Tochter Sar´h besorgt, nach Frankreich ausgewandert:
Es war zunehmender Mond und der Himmel war klar. Über der Heide hing leichter Nebel und das Licht des Mondes und der Sterne tauchte alles in Silber. Ich sah, wie eine Gestalt auf dem gewundenen Pfad, der zu meiner Hütte führte, auf mich zukam. Es ist ein seltsamer Zufall, dass ich gerade nach draußen gegangen war, um Wasser vom Brunnen zu holen, und da war er. Er sah so aus wie immer, doch ein nicht zu übersehendes Strahlen umgab ihn.

 

 * "Geheim" bedeutet eigentlich: zum Heim gehörend! *

Die letzte Strophe von Weltgeheimnis lautet:

Der tiefe Brunnen weiß es wohl,
Einst aber wussten alle drum,
Nun zuckt im Kreis ein Traum herum.

Wie wahr Hofmannsthal seine Ballade Weltgeheimnis nannte.

Wir können dankbar sein, in einer Zeit zu leben, in der einstiges Wissen nicht mehr im Kreis als Traum herumzucken muss. Wir dürfen es in unser Heim holen.
Tom Kenyons und Judi Sions Das Manuskript der Magdalena kann wieder die Türe aufmachen, damit Paare aber genauso auch Alleinstehende den Weg der zwei Schlangen gehen, von denen ich schon in meinem letzten Beitrag geschrieben habe. Es ist ein Weg des Bewusstseins, eines Bewusstseins, das in unsere Wirklichkeit zurückholt, dass Sexualität keine Sünde ist und kein Verbrauchen von Energie, sondern sie ermöglicht mit Hilfe der Alchemie des Horus den Erwerb eines höheren Bewusstseins. Dieses Bewusstsein hat eine Rückkehr der Kosmischen Mutter zur Folge. Und mit dieser Rückkehr ist eine Würdigung des Weiblichen verbunden und damit eine Gleichheit von weiblichem und männlichem Prinzip.

Möglicherweise hat die Menschheit noch einen weiten Weg vor sich. Wie weit er jedoch ist, hängt auch davon ab, wie ernsthaft und wahrhaftig ihn jeder von uns geht.

Freitag, 26. September 2025

Die ganze Wahrheit über die Teufel bzw. Dämonen der Maria Magdalena. - Über ein Verbrechen an der Seele der Menschheit.

Zum Abschluss ihres Buches Das Manuskript der Magdalena. Die Alchemie des Horus und die Sexualmagie der Isis stellen Tom Kenyon und Judi Sion noch einige Fragen an Maria Magdalena, unter anderem, was es auf sich habe mit der Aussage in den Evangelien (Luk.8,2; Mark.16,9), dass „Jeshua dir sieben Teufel ausgetrieben hat.“

Die Antwort Magdalenas:
Jeshua vollzog einen Reinigungsritus an mir, um das, was ihr negative Energien nennen würdet, aus meinen sieben Chakren zu entfernen. Es war eine Chakra-Reinigung. Die ´sieben Dämonen´ waren einfach negative Energien, wie wir sie alle manchmal in unserem Energiefeld haben. Er reinigte mein Feld von ihnen, um mich für die tiefere Alchemie vorzubereiten, die wir zusammen durchführen wollten.
Es wird auch nichts davon erzählt, dass ich auch seine sieben Chakren reinigte. Ich tat das Gleiche für ihn.
Wenn wir heute je nach Übersetzung von Teufeln oder Dämonen lesen, die Jesus aus Maria Magdalena austrieb, dann will diese Formulierung ganz bewusst vermitteln, dass wir in dieser Frau eine besonders sündhafte und seelisch-geistig zerrüttete vor uns haben. Und das geschah und geschieht mit Absicht.
In den frühchristlichen Jahrhunderten war gewiss noch bekannt und überliefert, dass Maria Magdalena in die Sexualmagie der Isis eingeweiht war. Für diese Magie hatte nicht nur die Sexualität eine heilige Bedeutung, lehrte sie doch, dass mit Hilfe der sexuellen Vereinigung zweier Liebender, die auf bestimmte Weise vollzogen wird, die Spiritualität sich auf eine höhere Ebene entwickeln kann. Sexualität war eben keine Sünde, wie die Kirche später lehrte - im Gegenteil -, und in diesem Rahmen war eben die Frau nicht dem Mann untergeordnet, sondern eine gleichwertige Liebespartnerin, deren Anwesenheit gerade nicht, wie es später vermittelt wurde, zu einer Erniedrigung des Göttlichen führte, sondern - im Gegenteil - den göttlichen Glanz erhöhte, indem durch die heilige, zärtliche Intimität der sogenannte KA-Körper - heute sprechen wir in der Regel vom Ätherleib - gestärkt und leuchtkräftiger wurde und die Verbindung zur Kosmischen Mutter immer nachhaltiger. 

Durch Magdalenas weibliche Präsenz im Leben Jesu war zudem das Bild von jenem als einem superfrommen, zölibatär lebenden Prediger ganz und gar nicht zu vermitteln.


So musste ein anderes Bild Maria Magdalenas gezimmert werden:
In der Überlieferung verschmilzt sie mit zwei im Neuen Testament erwähnten Frauen, deren eine Jesu Füße mit kostbarem Öl salbt (Jesus in Ehren, aber diese Verschwendung muss ja nun doch nicht sein …) und deren andere im Rahmen eines Abendessens, das bei dem Pharisäer Simon stattfand, dort auftaucht, als Sünderin bezeichnet wird, Jesu Füße mit Tränen netzt - gerade in der Kunst wurde gern das erotische Moment in den Vordergrund gestellt, dann war auch schon einmal eine ihrer Brustwarzen zu sehen … - und sie mit ihren weiblich langen Haaren trocknet. 

Sündig war eine Frau vor allem, wenn sie eine Hure war; so war der Schritt von der Sünderin zur Hure nicht weit (zumal mit solch verführerischen Haaren ... ).
Dieses Bild passte auch bestens in die Sexualmoral der Kirche. Gerade Frauen waren ja schon immer durch die Schlange besonders gefährdet und damit eine Gefahr für die moralische Standfestigkeit der Männer. 
Gut, dass die Besonderen unter ihnen sich durch das Zölibat schützten.
(Welche Auswirkungen es in Wirklichkeit oft hatte, ist in den letzten zwei Jahrzehnten einer breiteren Öffentlichkeit bewusst geworden.)

Was die Kirche mit dem Zölibat und dem Umgang mit Sexualität in Wirklichkeit dann Realität werden ließ, ist in meinen Augen in Wirklichkeit ein Verbrechen an der Seele der Menschheit.

Magdalena formuliert, nachzulesen in dem Manuskript:
Aus meiner jetzigen Sicht finde ich es äußerst tragisch, dass die Geheimnisse und die Heiligkeit unserer Sexualität von der Kirche, von den Kirchenvätern, als Böse verteufelt wurden. Fast 2000 Jahre lang wurde einer der kraftvollsten und schnellsten Wege zu Gottes Erkenntnis als falsch hingestellt (…) Die Wahrheit und die Kraft von Jeshuas Lehren wurden von der Kirche verdreht. Die Geheimnisse der Erhöhung des Bewusstseins durch heilige Sexualität, so wie Jeshua und ich sie praktizierten, wurden von der Kirche unterschlagen. Mir ist klar, dass nur eine Handvoll Menschen meine Geschichte verstehen wird, doch das genügt.
Maria Magdalena macht deutlich, dass sie mit der Veröffentlichung des Manuskripts der Wirkung dieses Verbrechens, wie ich das Ganze nenne, ein Ende bereiten möchte. 
Wer Ohren hat zu hören, der mag es hören.

Wer sich jenem Buch widmet, dessen erstes Drittel das gechannelte Manuskript der Maria Magdalena umfasst, wird sich der gerade heute hilfreichen Sexualmagie der Isis konfrontiert sehen, wie sie sich durchaus vergleichbar im Tantra Yoga, im Taoismus und in der Alchemie des tibetischen Buddhismus findet; es macht den Mittelteil des Buches aus, dass Tom Kenyon uns einen vergleichenden Blick auf diese drei Richtungen werfen lässt.
Die Übungen und Hinweise zur Sexualmagie können Paaren weiterhelfen ebenso wie auch Alleinstehenden.

Die beiden Schlangen, die in jedem von uns sind - eine schwarze weibliche und eine golden männliche - warten darauf, dass wir sie auf ihrem Weg nach oben durch die Chakren, in denen sie sich kreuzen, unterstützen; vielleicht müssen wir sie möglicherweise überhaupt erst einmal auffordern, sich zu bewegen und zu erheben; vielleicht schlummern sie noch am unteren Ende der Wirbelsäule oder eine von beiden ist wach und möchte los, die andere aber macht nur müde ein Auge auf und sagt: Gib doch Ruhe, was machst du auf einmal für einen Lärm …

Wer sich übrigens daran stören sollte, dass die weibliche Schlange schwarz ist, der möge sich Gedanken darüber machen, warum so viele Männer Angst vor dem Weiblichen haben … und das, obwohl sie doch eine so tolle goldene Schlange haben (oder gar sind) …


PS. Es ist übrigens interessant, dass Jeanne Ruland und Marion Hellwig in ihrem Buch Maria Magdalena. Lebe und heile deine Weiblichkeit, erschienen 2014, ohne dass sie ganz offensichtlich das Buch von Tom Kenyon kannten, das 2002 zunächst im Englischen erschien, in vielen Punkten Vergleichbares schrieben, nicht nur, was Magdalenas und ihrer Tochter Sarahs Landung in Frankreich und den zeitweiligen Aufenthalt in England betrifft, sondern auch die Dämonenaustreibung. Zu letzterer haben beide Frauen einen 28-zeiligen „Exkurs“ verfasst, den ich für interessierte Leser auf meinem Blog "Wortbrunnen" eingebracht habe.
Das Buch der beiden Frauen ist im Übrigen ganz anderer Natur als das von Kenyon/Sion. Es beschreibt die Pilgerfahrt von Jeanne Ruland und Marion Hellwig, die zusammen mit einer Frauengruppe auf den Spuren Maria Magdalenas heilige Orte in Frankreichs Süden aufsuchen (Les-Saint-Marie-de-la-Mer, Saint-Maximin-la-Sainte-Baume u.a.), wobei regelmäßig meditative Texte beispielsweise zur Einweihung in die Weiblichkeit, eine Lilien-Reinigungsmeditation oder zum Kelch der göttlichen Liebe eingeblendet werden.

Freitag, 29. August 2025

"Gnade und Wahrheit sind sich begegnet; Gerechtigkeit und Frieden haben einander geküsst." (Psalm 85) - Vier Bedeutungsebenen, die unserer Zeit so Not tun!

Die Worte dieses 11. Verses aus Psalm 85 gehören für mich zu den schönsten Versen unter den Psalmen. Vor allem hat er mich - dort habe ich ihn gelesen - wieder versöhnt mit der „Pistis Sophia“, dieser großen koptisch-griechischen Schrift aus dem zweiten und dritten Jahrhundert, basierend auf dem koptischen ´Codex Askewianus´, die ich in Bezug auf die 9. Reue der Sophia doch recht heftig kritisiert hatte (siehe vorausgehender Beitrag). Weil aber nichts oder niemand auf dieser Erde ganz fehlerlos sein dürfte, wende ich mich gern wieder dieser Schrift zu, deren Erzähler der auferstandene Jesus, der Christus, ist und zwar mit Passagen, die sich diesen vier Bedeutungsebenen - der Gnade, der Wahrheit, der Gerechtigkeit und dem Frieden - auf für mich beeindruckende Weise gewidmet haben.

Es ist unter den drei Marien die Mutter Jesu, die, ihren Sohn ansprechend und das, was mit Sophia, die doch recht hoffnungslos im Chaos aufgrund der Machenschaften von Selbst-Willen, einer mächtigen niederen Energie, die wir nur zu gut kennen, geschehen war, zunächst über „Frieden“ spricht:
Frieden ist die Kraft, die aus dir hervorgekommen ist, so dass sie die Emanationen von Selbst-Willen durchdringe und aus ihnen die Lichter entferne, die sie aus Pistis Sophia genommen haben, so dass du sie [die wiedergewonnenen Lichter] in Sophia versammeln mögest und sie in Frieden mit ihrer Kraft bringen kannst.
Es war ´Selbst-Willen´, dieser große, dreifach kräftige Herrscher - sein Name in der "Pistis Sophia" ist Authades - Herr über dreizehn Äonen und das Chaos, der Lebensformen zerstört oder zumindest einfängt, die nicht im Geiste Christi leben, der Sophia ihr Licht geraubt hatte.
J.J. Hurtak kommentiert nun:
Der Geist des Friedens ist die Gegenwart der Shekinah [übersetzt „Gegenwart Gottes“, durch den Heiligen Geist auf die Erde gebracht], die unser Bewusstsein transformiert, um es in Einheit mit der höheren Resonanz der vielen Lichtwelten, der vielen Lichtspektren zu bringen, die durch alle Lichtkräfte der Luminarien [unvergängliche Sterne, die höchste Sternebene] ausstrahlen, die mit dem Heiligen Geist am Göttlichen Dienst teilnehmen. Die meisten Menschen sind wie Sophia, die ihre frühen Reuelieder singt, während sie immer noch in Angst und unter dem Druck der Sünde leben, in Furcht vor Dunkelheit und Schmerz.
Frieden bringt nicht nur die Kraft hervor, durch die Angst und den Schmerz hindurchzugehen, sondern auch die Öffnung der Himmel zu erleben, welche Christus eingeleitet hat, womit die Gegenwart des Göttlichen erbracht werden kann, welche der Frieden ist, der alles menschliche Verstehen übersteigt.
Frieden wird mit dem Wort ´Shalom´ symbolisiert, das oft auf der Menorah, dem siebenarmigen Leuchter, geschrieben steht, dem Symbol der Lichter, Lichter, die sich auf jeden Lebensbaum in den Himmeln übertragen.
Und jedesmal, wenn du das Wort ´Frieden´ sagst, sende es aus als ein Segen über die, die um Dich sind – wünsche ihnen einen Segen des Friedens (´Shalom´) – der mit der Kraft des Heiligen Geistes und des Vaters verbunden ist.
Und Maria spricht weiter, auf das Wirken ihres Sohnes Bezug nehmend:
´Wahrheit´ ist die Kraft, die aus dir hervorkam, als du in den niederen Regionen des Chaos warst. Darum hat deine Kraft durch David gesagt, ´Wahrheit selbst wird auf der Erde sprossen´, denn du warst in den niederen Regionen des Chaos.
Und ´Gerechtigkeit´, die ´aus den Himmel hervorblicken wird´, ist die Kraft, die aus der Höhe durch das Erste Mysterium kam, um in Pistis Sophia einzugehen.
Wir erinnern uns: Mysterien enthalten das Wissen um Pleroma, also um das Wissen der größeren Äonen und göttlichen Königreiche, wobei das Erste Mysterium sich auf das Innere des Inneren, die Gedanken des Vaters bezieht.
Gnade, Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden sind die Bestandteile, die das Tätigwerden des Heiligen Geistes, des Ruach Ha-Kodesh, unterstützen, der sich den niederen Welten zuwendet und Energie aussendet, die das Volk Gottes benötigt, um sich auf Erden und anderen angrenzenden Bereichen gründlich auf den Aufstieg vorzubereiten. Die erste Ebene des Aufstieges kann hier und jetzt stattfinden, während wir noch in unserem Körper sind.
Aufstieg bedeutet, über die Welten des Chaos und der niederen Äonen hinauszugehen; Aufstieg bedeutet, nicht mehr von den Kräften der niederen Sphären, den Raumgöttern und den Tyrannen der niederen Himmel gestört zu werden, sondern zu wissen, wie der Name des Herrn angerufen werden muss und Du eins mit den Lichtreichen bist.
Die Weisheit wird kommen und doch ist sie jetzt bereits da. Und durch Weisheit kommt die Gnade und bringt uns unsere Kraft des Lichtes; und durch die Kraft des Lichtes kommt die wahre Erlösung des Christus-Lichtes mit Melchizedek, dem König der Gerechtigkeit, und wir werden mit ihm regieren. Ja, wir werden mit Christus, dem Amt der Liebe, dem Amt der Erlösung und dem Amt der Gerechtigkeit regieren. All das wird kommen, und an jenem Tag wird YWHW eins mit seinem Volke sein. (Hurtak)
Noch einmal Mutter Maria, die darüber spricht, was Jesus, der Christusträger, durch sein Menschwerden bewirkte:
"Gnade" ist der Geist, der aus der Höhe durch das Erste Mysterium kam, welches Barmherzigkeit für die Menschheit gehabt hat und seinen Geist für die Vergebung der Sünden der ganzen Welt gesandt hat, damit sie, die Menschheit, die Mysterien empfange und das Königreich des Lichtes erbe. (…)
"Wahrheit" ist die Kraft, die in mir wohnte, die dein materieller Körper wurde und Wahrheit verkündet hat.
"Gerechtigkeit" ist dein Geist, der die Mysterien aus der Höhe mitgebracht hat, um sie der Menschheit zu geben.
"Frieden" ist dann die Kraft, die in deinem materiellen Körper in der Welt wohnt und die Menschheit taufte, damit sie von der Sünde loskommt und sie in Frieden mit deinem Geist verbunden sei, so dass sie in Frieden mit den Emanationen des Lichtes sei - das heißt. Gerechtigkeit und Frieden haben einander geküsst.´
Und die Aussage, "Wahrheit selbst wird aus der Erde sprossen": Wahrheit ist dein materieller Körper, der aus mir als Teil der Menschheit der Welt sprosste, und der über die Bedeutung der Wahrheit verkündete.
Und die Aussage wiederum, "Gerechtigkeit an sich wird aus den Himmeln hervorblicken": Gerechtigkeit ist die Kraft, die aus der Höhe blickte, um der Menschheit die Mysterien des Lichtes zu geben, so dass sie rechtschaffen und gut werde und das Königreich des Lichtes erbe.´

Sonntag, 17. August 2025

Die 9. Reue, Psalm 39 und die Frage nach dem Geist der Bergpredigt in der „Pistis Sophia“

Sophia, die gefallene Weisheit, die sich im Chaos befindet, wird von den Emanationen von Selbst-Willen angegriffen. Aus dieser Situation heraus trägt sie ihre neunte Reue vor, zu der es allerdings von meiner Seite etwas für mich sehr Fundamentales zu sagen gibt.

Bevor ich dazu komme, möchte ich J.J. Hurtak zitieren, weil er auf Gedankenform-Schwingungen zu sprechen kommt und sie Beleg und Beispiel dafür sind, dass es eben nicht nur um Emotionales gehen kann, wie das weitestgehend bei der Bestseller-Autorin und Medium Birgit Fischer der Fall ist (siehe Beitrag vom 7. August); wenn Arbeit mit wertvollen Gedanken fehlt, ist das ein Verlust, den keine noch so intensive Emotionalität ersetzen kann, vor allem, wenn, wie bei Birgit Fischer, zwischen Gefühlen und Emotionen nicht differenziert wird. Hier nun das Hurtak-Zitat:
Es soll die Angst, die uns vom Göttlichen getrennt hat, schmelzen in der Wärme und der Gegenwart des Lichts. Und wir wollen Lieder singen und Gebete darbringen, da wir mit den geeigneten Gedankenform-Schwingungen ausgesandt werden, die Tore für unsere Arbeit mit den Höhen zu öffnen und uns das größere Licht entgegenkommt.
Solche Gedankenform-Schwingungen können das meditative Rezitieren des 23. Psalm – für mich das geistige Zentrum aller Psalmen – sein; es kann das wunderbare Bonhoeffer-Gebet „Von guten Mächten wunderbar geborgen“  sein, wir können die neun Früchte des Geistes beten , indem wir ihnen jeweils die Christus-Formel „ICH BIN“ voranstellen und sie uns dadurch selbst zu eigen machen (Ich Bin Liebe, Ich Bin Freude, Ich Bin Frieden …) Diese gedankliche Arbeit kann unsere Seele in hohe Höhen heben (ich wünschte, eine Birgit Fischer würde das ihren 140 000 YouTube-Followern vermitteln wollen …)

Nun zu dem, was mir fundamental wichtig ist und - es ist mir erst in den letzten Tagen so recht bewusst geworden - was ich in den Reue-Gesängen vermisse: Es ist der Geist der Bergpredigt, ihre zentrale Botschaft, wie sie sich in Lukas 6,27 f findet, die lautet: 
Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen. Bittet Gott um seinen Segen für die Menschen, die euch Böses tun, und betet für alle, die euch beleidigen.
Wenn wir uns vorstellen, dass eine ukrainische Mutter, deren Sohn im Krieg gefallen ist, für die Errettung von Putins Seele betet, oder ein palästinensischer Vater in Gaza, dessen Kind Hungers gestorben ist, für Netanyahu, dann wird deutlich, wie herausfordernd der Geist der Bergpredigt sein kann. - Liebet eure Feinde!

Sophia dagegen sagt (s. unten in [23]):
“Geschwind, oh Licht, blicke auf mich und räche mich“.
Oder in Bezug auf die Intrigen ihrer Feinde bittet sie das Licht:„vergib sie ihnen nicht“!

Es ist Jesus, der in der Pistis Sophia die Reue-Gesänge der Sophia seinen Jüngerinnen und Jüngern zur Kenntnis bringt und diese dann von Einzelnen unter ihnen durch Psalmworte bestätigen lässt, so auch im Folgenden durch Psalm 35, in dessen Rahmen wir eine Aussage finden, wie:
"Lass sie beschämt und gedemütigt werden, sie, die sich über mein Unglück freuen“ (in den Psalmen finden sich vielfach neben Worten der Zuneigung solche Gedanken).
Der Verfasser der Quelle, die der Pistis Sophia zugrundeliegt, des Codex Askewianus also, lässt Jesus, der denselben Jüngerinnen und Jüngern die Worte der Bergpredigt mit auf ihren Lebensweg gab, nun in dem Reuegesang der Sophia und dem folgenden Psalm Worte der Rache und Demütigung der Feinde übermitteln. - Das kann nicht sein!

Das ist nicht der Christus in Jesus, um dessentwillen wir uns zum wahren Christentum als einer überkonfessionellen Grundhaltung menschlichen Seins bekennen.

J.J. Hurtak geht mit keinem Wort auf diese Widersprüchlichkeit ein und ich muss sagen, es kann eine Widersprüchlichkeit kaum größer sein. Noch im vorletzten, dem 12. Reuegesang wünscht Sophia Selbst-Willen in Ewigkeit in Finsternis gehüllt zu sein und David wünscht im 109. Psalm, der die Gedanken der 12. Reue erläutern soll, dem Bösen, dass es niemand gebe, der ihm beistehe und dass seine Kinder ausgelöscht werden. Der Fluch, den er liebte, solle über ihn kommen.
Acht Zeilen später schreibt Hurtak:
Die Belehrung bekräftigt die Wichtigkeit des täglichen Schaffens eines Lichtgewandes um unseren Körper, in dem wir einen „geweihten Raum“ für die tägliche Erneuerung und Reinigung gestalten, um nicht so bequem in dem natürlichen Gewand zu werden, in dem wir existieren, nicht negative Handlungen und Flügel zu bevorzugen, die in unsere „Innereien“ einziehen …
Wie passt das zu den Gedanken Sophias und Davids an Rache und Vergeltung?

Der Verfasser jener Quelle, die der Pistis Sophia zugrundeliegt, lässt Jesus Reuegesänge der Sophia auf dem Weg zurück ins wahre Licht wiedergeben, die der Botschaft Christi nicht annähernd entsprechen.
Das ist das eine.

Das andere ist, dass J.J. Hurtak diese aus Christus-Sicht fragwürdigen Reuegesänge nimmt, sich herausnimmt und Bezug nimmt auf das, was ihm passt und das dann kommentiert. Was nicht stimmig ist, übergeht er einfach. - Das ist ein absolut indiskutables Vorgehen.
Solch ein Vorgehen richtet in den Seelen der Menschen ziemlich viel Verwirrung an. Da gibt es in der Seele der Menschen den realen Jesus Christus, den sie aus der Bibel kennen, der ihnen den Geist der Liebe, Nächstenliebe, des Verstehens und Mitfühlens, der Sanftmut und Geduld übermittelt, dann gibt es aber auch den der Rache und Verurteilung, den wir in der Pistis Sophia scheinbar legitimiert sehen, und dann gibt es noch einen Hurtak, der durch sein gedankliches Verhalten alles verquirlt.
Das ist für mich höchst verantwortungslos von seiner Seite, bei dem mir im Übrigen anlässlich obiger Beobachtungen auffällt, dass ich auch bei ihm in dem, was ich von ihm gelesen habe, Gedanken und den Geist der Bergpredigt vermisse und wenn bei Birgit Fischer anzumahnen ist, dass in ihrem Schaffen die Ebene der Gedanken fehlt, so fehlt bei Hurtak ganz und gar die Ebene der Gefühle. Ich habe über diese Ebene bei ihm noch nichts gelesen. Da lobe ich mir einen Rudolf Steiner, der die Gefühls-, Gedanken- und Willensebene gleichermaßen berücksichtigt.

Ich schließe meine Betrachtungen der Reue-Gesänge, die ich ursprünglich für sehr wertvoll gehalten habe, mit dem neunten ab, verzichte hier auf die Wiedergabe der noch ausstehenden 10 bis 13, entschuldige mich bei meinen Lesern dafür, dass ich die vorausgehenden Reuegesänge offensichtlich in falschem Licht gesehen habe, glaube aber, dass es tatsächlich einen Sturz der Weisheit ins Chaos gab, die in uns nun zurückfinden muss in das Licht der großen wahren Weisheit und bin gespannt auf meine weitere Lektüre der Pistis Sophia, wie sie Hurtak offeriert, hinter dem ich erstmal ein großes Fragezeichen mache, da ich nicht nachvollziehen kann, was er sich im Rahmen der Reuegesänge, die mit seinen Kommentaren in „seiner“ Pistis-Sophia-Ausgabe immerhin über 100 Seiten sich erstrecken (von 950 Buchseiten insgesamt), erlaubt hat. Ich hoffe nicht, dass sich für mich sein ganzes Werk und Arbeiten infragestellt. Sehr wahrscheinlich werde ich mich dazu noch äußern.

Im folgenden gebe ich, gleichsam als Dokument des Abgesangs, den 9. Reuegesang und 109. Psalm, die beide durch den Jesus des Codex Askewianus in einen inneren Zusammenhang gebracht werden, wieder:

Die 9. Reue:

1 Oh Licht, erschlage die, die mir meine Kraft genommen haben, und ergreife die Kraft derer, die meine ergriffen haben.
2 Denn ich bin deine Kraft und dein Licht; komm´ und rette mich.
3 Möge Finsternis meine Feinde überwältigen. Sage zu meiner Kraft: Ich bin es, der dich befreien wird.
4 Die, welche danach streben, mir mein Licht ganz zu entreißen, mögen alle den Verlust ihrer Kraft erleiden. Lass diejenigen, die mir mein Licht ganz nehmen wollten, Bestandteil des Chaos und kraftlos werden.
5 Lass ihre Kraft wie Staub werden, und lass deinen Engel Jeu (siehe Anm.1) sie niederschlagen.
6 Und sollten Sie nach der Höhe streben, lass Finsternis sie einholen, lass sie straucheln und Bestandteil des Chaos werden. Und lass deinen Engel Jeu sie verfolgen und sie hinunter in die Finsternis werfen.
7 Obwohl ich ihnen nichts getan habe, haben sie mir eine löwengesichtige Kraft als Falle gestellt, und ihr Licht wird von ihr genommen werden; und sie haben nach der Kraft in mir gedrängt, aber sie werden sie nicht entnehmen.
8 Nun denn, oh Licht, nimm das Gereinigte aus der löwengesichtigen Kraft heraus, ohne dass sie es weiß, und – der Gedanke von Selbst-Willen, mein Licht zu ergreifen – nimm ihm sein eigenes, und das Licht der löwengesichtigen Kraft, das sie mir als Falle gestellt haben, soll ebenso entnommen werden.
9 Meine Kraft wird sich im Lichte freuen und wird froh sein, dass er sie retten wird,
10 und alle Abteilungen meiner Kraft werden verkünden, dass es keinen anderen Erlöser als dich gibt, denn du wirst mich aus der Hand der löwengesichtigen Kraft befreien, die mir meine Kraft entrissen hat, und wirst mich aus den Händen derjenigen retten, die mir meine Kraft und mein Licht genommen haben.
11 Denn sie haben sich gegen mich erhoben, lügen über mich und sagen, dass ich das Mysterium des Lichtes kenne, welches in der Höhe ist und an das ich beständig geglaubt habe. Und sie haben mich gefoltert, „Sage uns das Mysterium des Lichtes in der Höhe,“ das ich doch nicht kenne.
12 Und sie haben diese ganze Bosheit über mich niederprasseln lassen, weil ich an das Licht der Höhe geglaubt habe; und sie haben meine Kraft ihres Lichtes beraubt.
13 Und als sie mich folterten, saß ich in der Finsternis, meine Seele in Kummer niedergebeugt.
14 Und, oh Licht, an das ich Loblieder singe, bitte rette mich. Ich weiß, dass du mich befreien wirst, denn ich habe deinen Willen erfüllt, seit ich von jeher in meinem Äon war. Ich habe deinen Willen erfüllt wie die Unsichtbaren in meiner Region, und wie mein Gepaarter. Und ich trauerte, während ich standhaft blickte und das Licht suchte.

15 Und nun haben mich alle Emanationen von Selbst-Willen umzingelt und verhöhnen mich und bedrücken mich schwer, obwohl ich sie nicht kannte. Und sie sind geflohen und haben aufgehört, mich zu attackieren, aber sie haben kein Mitleid mit mir gehabt.
16 Sie haben sich wieder umgedreht und mich geprüft, und sie haben mich mit großen Krallen belagert und knirschen ihre Zähne gegen mich, da sie danach streben, mir mein Licht vollends zu nehmen.
17 Oh Licht, wie lange wirst du dulden, dass sie mich verfolgen? Rette meine Kraft vor ihren bösen Absichten und befreie mich aus der Hand der löwengesichtigen Kraft, denn ich bin die einzige der Unsichtbaren in dieser Region.
18 Ich werde dir Loblieder singen, oh Licht, inmitten jener, die sich gegen mich verbündet haben, und ich werde zu dir rufen inmitten jener, die mich quälen.
19 Und jetzt, oh Licht, erlaube nicht jenen, die mich hassen und danach streben, meine Kraft von mir zu nehmen, über mich zu triumphieren, jenen, die mich hassen und ihre Augen gegen mich drehen, obwohl ich ihnen nichts getan habe.
20 Denn wahrlich, sie haben mit Worten gelockt, befragten mich über die Mysterien des Lichts, welche ich nicht kenne, und haben betrügerisch gegen mich gemunkelt und getobt, weil ich Glauben an das Licht der Höhe hatte.
21 Sie haben ihre Klauen gegen mich geöffnet und sagen, „Wohl an, wir werden ihr Licht von ihr nehmen.“
22 Nun, oh Licht, du kennst ihre Intrigen; vergib sie ihnen nicht, und lass deine Hilfe nicht mehr fern von mir sein.
23 Geschwind, oh Licht, blicke auf mich und räche mich,
24 und in deiner Güte sprich das Urteil über mich. Nun, oh Licht der Lichter, lass sie mir nicht mein Licht entnehmen,
25 und lass sie nicht in ihren Herzen sagen, „Unsere Kraft ist mit ihrem Licht gesättigt worden.“ Lass sie nicht sagen, „Wir haben ihre Kraft aufgezehrt.“
26 Sondern lass stattdessen Finsternis über sie kommen, und lass sie, die danach streben, mir mein Licht wegzunehmen, kraftlos werden, und lass sie in Chaos und Finsternis gehüllt sein, die da sagen, „Wir werden ihr Licht und ihre Kraft haben.“ 

27 Und rette mich doch, dass ich froh werde, denn ich sehne mich nach dem Dreizehnten Äon, der Region der Rechtschaffenheit, und für immer will ich sagen: Möge das Licht deines Engels Jeu immer heller leuchten.
28 Und meine Zunge wird dich in deinem Wissen erheben, immerfort wenn ich im Dreizehnten Äon bin.
Der Dreizehnte Äon ist jener Ort, an dem der Baum von Gut und Böse steht. In diesem Äon haben weder die positiven noch die negativen Hierarchien die ausschließliche Herrschaft; deshalb durchdringt ihr Zank das lokale Universum in allen Räumen, wo Unvollkommenheit mit Vollkommenheit ringt.


Jesus fragt nun wieder, wie schon früher, wer unter den Anwesenden die Lösung der Reue erkläre.

Jakobus tritt vor, küsst die Brust Jesu und spricht, „Mein Herr, dein Geist hat mich nüchtern gemacht, und ich bin bereit, die Lösung zu erklären. Deine Kraft hat früher darüber durch David im 35. Psalm prophezeit:

1 YHWH, richte jene, die mir Unrecht tun, und führe Krieg gegen sie, die mich bekriegen.
2 Ergreife Waffen und Schild und erhebe dich zu meiner Hilfe.
3 Ziehe dein Schwert vor meinen Unterdrückern; sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Rettung.
4 Mögen die nach meiner Seele Lechzenden beschämt und zuschanden werden; mögen die Böses gegen mich Planenden zurückgewiesen und gedemütigt werden.
5 Mögen sie wie Spreu im Winde werden, und möge der Engel YHWHs sie hinfortstoßen.
6 Möge ihr Weg finster und schlüpfrig werden, und möge der Engel YHWHs sie verfolgen.
7 Denn ohne Ursache haben sie eine Falle gestellt, die zu ihrem eigenen Ruin werden wird, und vergebens haben sie meine Seele beleidigt.
8 Lass Unheil unerwartet über sie hereinbrechen, lass sie im Netz, das sie für mich ausgelegt haben, verfangen werden; lass sie ins Unheil stürzen.
9 Doch meine Seele wird in YHWH jubeln und sich in seiner Rettung freuen.
10 Alle meine Knochen werden sagen: YHWH, wer ist da wie du, der du den Niedergetretenen aus der Hand des Mächtigeren befreist, den Niedergeworfenen und Verlassenen aus den Händen derer erlöst, die ihn zerstören wollen.
11 Gehässige Zeugen haben sich gegen mich erhoben und verlangen ein Wissen von mir, das ich nicht besitze.
12 Sie bezahlen mir Böses für Gutes, Verlust für meine Seele.
13 Aber als sie in Stärke abgetragen waren, kleidete ich mich in Säcke und erniedrigte meine Seele mit Fasten, und auf meine eigene Brust lasse mein Gebet zurückkommen.
14 Ich ging umher, als wäre es ein Nachbar oder Bruder meiner selbst; ich erniedrigte mich wie ein Trauernder und ein Klagender.
15 Sie haben sich an mir ergötzt, und sie sind beschämt worden. Peitschen wurden gegen mich gebündelt ohne meine Kenntnis; sie zerrten unentwegt an mir.
16 Sie haben mich entweiht und verspottet wie Parasiten; ständig knirschen sie ihre Zähne gegen mich.
17 Mein Herr, wie lange wirst du unbewegt auf mich blicken? Hole meine Seele aus den Abscheulichkeiten und rette meinen Einziggezeugten aus den Händen der Löwen.
18 Ich werde dir in der großen Versammlung danken, in der großen Gemeinschaft werde ich dir Loblieder singen.
 
[Die große Versammlung ist dort, wo sich die Räte einfinden, welche dieselben Vibrationen gebrauchen, die das Universum aufrecht erhalten. Es ist die Yeshiva Or im Himmel der Himmel, wo die Seelen derer anwesend sind, die siegreich in Weisheit vereint sind.] 
19 Lass sie sich nicht über mich freuen, sie, die grundlos meine Feinde sind; sie, die mich ohne Ursache hassen, lass sie nicht garstige Komplott gegen mich schmieden.
20 Es liegt kein Frieden in ihren Worten, sie atmen bloß betrügerische Ideen.
21 Sie reißen ihren Mund auf gegen mich und sagen, Oh ja, ja, wir haben Seinesgleichen schon gesehen.
22 Dies hast du gesehen, YHWH, schweige nicht dazu! Mein Herr, halte dich nicht fern von mir.
23 Stehe bitte auf und begib dich zu meiner Verteidigung, mein Gott und mein Herr, zu meiner Sache.
 
[(aus dem Hurtak-Kommentar / siehe auch Anm. 2) In den Lehren der frühen Kirche wird uns gesagt, dass Jesus als Erlöser und als Retter nicht aus dem Dreizehnten Äon kam; er kam aus einem viel größeren Universum. Er kam, um ein Amt zu erfüllen, für das er eingesetzt worden war. Er kam, um eine höhere Priesterschaft zu erfüllen. Wenn er in die Äonen hinabstieg, so geschah dies, weil er den Auftrag angenommen hatte für die Erlösung dieses lokalen Universums zu sorgen. Definitionsgemäß kann in einer Kosmologie der vielen Bereiche jedes Universum von jedwedem Gottessohn bedient werden, der mit der göttlichen Kraft gechristet (gezählt) ist, die Herrlichkeit des messianischen Amtes auszuteilen. Und deshalb ist für unser Zeitreich, dem koptischen Text zufolge, Jesus, der durch das Jungfrauen-Vehikel von Maria in dieser lokalen Lebenssituation Erschienene, der Christus, der Erlöser unserer Welt.] 
24 Richte mich in deiner Rechtschaffenheit, YHWH mein Gott, und lass sie sich nicht über mich freuen.
25 Lass sie nicht in ihrem Herzen sprechen, Ha, die Lust unserer Seele! Lass sie nicht sagen, ´Den wir verzehrt haben.´
26 Lass sie beschämt und gedemütigt werden, sie, die sich über mein Unglück freuen. Lass sie in Schmach und Demütigung gekleidet sein, sie, die mit großem Gebaren gegen mich reden.
27 Lass jene, die meine Rechtschaffenheit wollen, sich freuen und jubeln; lass sie sprechen, Möge YHWH verherrlicht werden, sie, die den Frieden seines Dieners wünschen.
28 Und meine Zunge wird von deiner Gerechtigkeit singen, den ganzen Tag in Lobpreis über dich.

 

Anm. 1 (aus dem Glossar von Hurtaks „Pistis Sophia“):
Jeu (alternative Schreibweisen: Yeu, Yew ...)
(1) In der frühen koptischen Literatur der „Vater der Schatzkammer des Lichts“ und ihr „Verwalter“. Der „Vater, Vater aller Vaterschaft“ (ewiger Großvater-Prototyp) Jesu als Teil der Ausdehnung der Alten Gottheit zur Zukünftigen Gottheit durch Jesus [V:136].
(2) In der „Pistis Sophia“ der Ausdruck, der den ersten himmlischen Menschen anzeigt, der der Beauftragte des Lichts [IV:126] ist, das aus dem „reinen Licht des ersten Baums“ der Schöpfung kommt, das jede Form und Gestalt in der Lebens-Kopplung zwischen dem Vorhandenen und seinem Archetyp in den höheren Welten koordiniert.
(3) Die „ engelsgleiche Autorität“, die den Glaubenden die geheimen Lehren gibt, so wie er Enoch zur Erziehung, Zeit-Übersetzung und zum Aufstieg die Bücher Jeus in der frühen Geschichte gegeben hat. Sein Name erscheint auch in der PGM V.97, wo er als ein Schreibender bezeichnet wird.

Anm. 2
Für viele ist Jesus schon bei der Geburt Christus und so schreiben manche mal ´Jesus´, mal ´Christus´, mal ´Jesus Christus´. Auch in den Schriften Hurtaks liegt dieses Verwirrspiel zum Teil vor, diese große Unklarheit.
Ich spreche von Verwirrspiel, weil ich die Ansicht von Rudolf Steiner teile, dass der Gottessohn Christus erst anlässlich der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan in den Leib des Jesus einzog. Das ist auch der Grund, warum manche Übersetzer die wichtige Lukas-Stelle wiedergeben:«Dieser ist mein vielgeliebter Sohn; heute habe ich ihn gezeuget».
Auf diesem Hintergrund kann man also von Jesus Christus erst sprechen nach der Jordan Taufe, als Jesus 30 Jahre alt war. In seinem ´Fünften Evangelium´ führt Rudolf Steiner noch aus, dass Christus nicht von vornherein vollständig in den Leib Jesu einziehen konnte. Vollständig geschah dies erst kurz vor Golgatha. Diese Sichtweise bedeutet ja nicht, dass Jesus nicht schon vor der Taufe im Jordan eine höchst entwickelte spirituelle Persönlichkeit war; Steiner weist ja darauf hin, dass Jesus der inkarnierte Zarathustra war.

Mehr dazu hier: https://anthrowiki.at/Jordan-Taufe.
Im übrigen kann ich durchaus verstehen, dass viele diese Sichtweise für verrückt beziehungsweise höchst befremdlich halten. Ich persönlich teile sie, obwohl ich kein Anthroposoph bin.

Sonntag, 13. Juli 2025

Die vierte Reue Sophias, Psalm 102 – und ein Wort zu Martha und der Verbindung des Erdmutterhaften in ihr mit dem himmlisch Mutterhaften.

 Martha werden manche aus der Bibel kennen, aus dem Lukas-Evangelium (Kap. 10, 38-42) und/oder dem Johannes-Evangelium (Kap. 11, 1-45). Mit Maria ist sie - nach den Töchtern Lots und Rachel und Lea einer der drei Schwesternpaare der Bibel. Das pure Gegenstück zu Maria und Sophia setzt sie sich nicht zu Füßen des Herrn und lauscht seinen Worten - wie Maria - bzw. strebt nicht nach dem höchsten Licht - wie Sophia -, sondern, so lesen wir im Lukas-Evangelium, hält den Haushalt am Laufen. Ziemlich genervt in Bezug auf das Verhalten ihrer Schwester, die Jesus zu Füßen diesem zuhört, macht sie auch aus ihrem Herzen keine Mördergrube, ja äußert ihm gegenüber - durchaus mit vorwurfsvollem Einschlag:„Herr, macht es dir nichts, dass meine Schwester die Bedienung mir allein überlässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll!“

Im Johannes-Evangelium lernen wir anläßlich des Todes ihres Bruders Lazarus eine andere, empfindsame Seite von ihr kennen und dennoch hätte kaum jemand erwartet, dass sie es ist, die anlässlich der dritten Reue der Sophia vortritt, so demütig und Jesus offensichtlich von Herzen wertschätzend, eine gewandelte, geläuterte Martha.
Wie sehr mag ihr die Reaktion Jesu gutgetan haben! 

Martha verkörpert das erdhafte Element innerhalb der inneren Jüngerschaft von Jesus. J. J. Hurtak bezeichnet sie als Erdenmutter. Doch ist es notwendig - und das tut sie auch und darauf weist er hin - das Erdhafte mit dem Göttlichen, dem himmlisch Mutterhaften wieder zu verbinden, eine Wiederausrichtung auf ihr und unser aller ursprüngliches Sein.
Wenn Weiblichkeit auf der Erde beide Elemente miteinander verbindet, ist das sicherlich eine wunderbare Ganzheitlichkeit.

An dieser Stelle wird im Übrigen auch deutlich, worauf ich bereits hinwies, welche Bedeutung den Frauen in der Umgebung Jesu zukam und welches Lernprogramm durch sie auch den Jüngern auferlegt wurde, lässt Petrus doch angesichts der zweiten Reue erkennen, welche Schwierigkeiten er und die Jünger überhaupt mit einer Maria Magdalena haben, einer Frau, aus der Jesus sieben Teufel austrieb und keine Probleme hatte, ihre mögliche Vergangenheit als Prostituierte vorbehaltlos anzunehmen - im Gegensatz zu den Jüngern.

Erkennbar wird ebenfalls, gerade in dem kurzen Gespräch zwischen Martha und Jesus anlässlich der dritten Reue Sophias (s. vorausgehenden Beitrag), wie feinfühlig beide miteinander umgehen in dem Bewusstsein, dass die sich entwickelnde Seele einem Schmetterling gleicht, den ein Hauch schon erschüttern und zu Tränen rühren, aber eben auch rohe Energie tief verletzen kann.

Wir wenden uns der vierten Reue Sophias zu. Was schon für die Psalmen Davids galt, wenn er von seinen Feinden sprach, gilt auch, für jene, von denen Sophia spricht, die sie angreifen: es sind seelisch-geistige Kräfte, deren Attacken sie wahrnimmt und spürbar ist, wie sehr sie der Mangel an Licht betroffen macht und es ihr da sicherlich nicht anders geht als uns, die wir uns immer wieder auch abgeschnitten vom Licht wahrnehmen; auch da sind Widersacherkräfte am Werk und Sophias Reuegesänge und Davids Psalmen können eine Hilfe sein für den Umgang mit diesen Kräften - u.a. ist es diese bereits erwähnte löwengesichtige Kraft, von Selbst-Wille in das Chaos, wo sich Sophia befindet, geschickt, um ihr das Licht, das ihr noch übrig ist, zu rauben.

Jesus nun gibt Sophias vierten Reuegesang wieder:
1 Oh Licht, an das ich geglaubt habe, höre meine Reue, und möge meine Stimme deinen Aufenthaltsort erreichen.

2 Wende deine Lichtkraft nicht von mir ab, sondern beschütze mich, wenn sie mich angreifen. Wenn ich zu dir aufschreie, bitte erlöse mich geschwind.

3 Denn meine Zeit vergeht wie ein Hauch, ich bin zu Materie geworden.

4 Mein Licht haben sie von mir ergriffen, und meine Kraft ist verwelkt. Mein Mysterium, das ich stets pflegte zu bewahren, habe ich nun vergessen.

5 Durch die Schwingung der Angst und durch die Kraft von Selbst-Willen ist meine eigene Kraft verringert.

6 Ich werde wie ein abgetrennter Dämon, der in Materie lebt, ohne Licht in ihm, und ich werde wie ein nachahmender Geist, der sich in einem materiellen Körper befindet, ohne Lichtkraft in ihm.

7 Und ich werde wie ein Dekan [Stern], der sich allein in der Luft befindet.

8 Die Emanationen von Selbst-Willen haben mich dauernd belästigt, und mein Gepaarter [Pistis, der Glaube] sagte bei sich:

9 „Anstelle des Lichtes, das in ihr war, haben sie sie mit Materie gefüllt.“
Ich habe den Schweiß meiner eigenen Materie gegessen und den Schmerz der Tränen aus der Materie meiner Augen, so dass jene, die mich belagern, nicht nehmen können, was übrig ist.

10 Es ist auf deinen Befehl hin und wegen deiner Ordnung, oh Licht, dass mir diese Dinge geschehen sind, und es ist nach deiner Bestimmung, dass ich hier bin.

11 Dein Befehl hat mich erniedrigt, und wie eine Kraft des Chaos bin ich niedergesunken, und meine eigene Kraft in mir ist gelähmt.

12 Du aber, oh Licht, bist Ewiges Licht und widmest dich allen, die je bedrückt sind.

13 Und nun, oh Licht, bewege dich, um meine Kraft und die Seele in mir wiederzubringen. Deine Bestimmung für meine Prüfung ist erfüllt worden, jetzt ist die Zeit, dass du nach meiner Kraft und meiner Seele suchest; dies ist nun die Zeit, die du bestimmt hast, mich zu erlösen.

14 Denn deine Erlöser haben nach der Kraft in meiner Seele gesucht, die Zahl nämlich ist erfüllt, und so wird auch ihre Materie gerettet werden können.

15 Dann werden alle Archonten der materiellen Äonen dein Licht fürchten, und alle Emanationen des dreizehnten materiellen Äons werden das Mysterium deines Lichtes fürchten, und andere werden sich dann in ihrem gereinigten Lichte kleiden.

16 Denn der Herr wird die Kraft deiner Seele wiederbringen. Sein Mysterium hat er offenbart,

17 so dass er der Reue jener entgegenkommen kann, die in den unteren Regionen sind, denn er ist ihrer Reue gegenüber nicht taub gewesen.

18 Dies ist das Mysterium, welches das Vorbild der Generationen ist, die noch geboren werden, und die Generationen, die noch geboren werden, singen Loblieder in die Höhe.

19 Denn das Licht hat aus der Höhe seines Lichtes herabgeschaut, und es wird der ganzen Materie erscheinen,

20 um die Schreie derer zu erhören, die in Fesseln sind, um die Kraft der Seele zu befreien, deren Kraft gebunden wurde,

21 so dass er seinen Namen in der Seele pflanzen möge, und sein Mysterium in der Kraft.
Und nachdem Jesus diese Worte zu seinen Jüngern gesprochen hatte, sagte er zu ihnen, „Dies ist die vierte Reue, die Pistis Sophia sprach. Nun denn, wer sie versteht, der verstehe.“
Und als Jesus diese Worte gesprochen hatte, trat Johannes vor, ehrte die Brust Jesu und sagte zu ihm, „Mein Herr, befiehl mir ebenso und autorisiere mich, die Lösung der vierten Reue, die Pistis Sophia sprach, zu erklären.“
Jesus sagte zu Johannes, „Ich befehle dir und autorisiere dich, die Lösung der Reue, die Pistis Sophia sprach, zu erklären.“ Johannes antwortete und sprach, „Mein Herr und Erlöser, inbetreff dieser Reue, die Pistis Sophia sprach, hat deine Lichtkraft früher schon durch David im 102. Psalm prophezeit:
1 YHWH, höre mein Gebet, lass meinen Schrei nach Hilfe zu dir hinaufreichen.

2 Verbirg nicht dein Gesicht vor mir in den Tagen meiner Not, öffne mir dein Ohr am Tag, an dem ich rufe, antworte mir bald.

3 Denn meine Tage sind verdunstet wie Rauch, und meine Gebeine sind versengt wie eine Feuerstelle.

4 So dürr wie Gras ist mein Herz, denn ich habe vergessen, mein Brot zu essen.

5 Vom Geräusch meines Seufzens kleben meine Gebeine am Fleisch.

6 Ich bin wie ein Sumpfvogel in der Wildnis; ich bin wie eine Eule im Haus.

7 Ich habe die Nacht wachend verbracht, und ich werde wie ein einsamer Spatz auf dem Hausdach.

8 Den ganzen Tag verspotten mich meine Feinde, und die mich berauben wollen, sind wütend auf mich.

9 Anstelle von Brot habe ich Asche gegessen und mein Trunk ist mit Tränen vermischt,

10 wegen deines Zorns und deines Unmuts, denn du hast mich erhoben und niedergeworfen.

11 Meine Tage sind wie ein Schatten am Abend, und ich selbst bin verwelkt wie das Gras.

12 Du aber, oh Herr, wirst ewig sein, und dein Gedächtnis wird von Generation zu Generation währen.

13 Du wirst dich erheben und Mitleid mit Zion haben, denn es ist Zeit, ihr Gunst zu zeigen; die festgesetzte Zeit ist da.

14 Denn deine Diener erfreuen sich an ihren Steinen und werden selbst ihrem Staub wohlwollend sein.

15 Und Nationen werden in Ehrfurcht vor dem Namen YHWH sein, und alle Könige der Erde vor deiner Herrlichkeit.

16 Denn YHWH wird Zion wieder aufrichten, und er wird in seiner Herrlichkeit sichtbar werden.

17 Er hat das Gebet der Bedürftigen gehört; er wird ihre Gebete nicht außer Acht lassen.

18 Dies soll für die kommende Generation geschrieben sein, und ein Volk, das erst erschaffen wird, wird Yah lobpreisen,

19 denn er hat aus seiner heiligen Höhe herabgeschaut; YHWH hat aus den Himmeln auf die Erde herabgeschaut,

20 um das Stöhnen der Gefangenen zu hören, um die zum Tod Gekennzeichneten zu befreien,

21 um in Zion den Namen YHWH zu verkünden und sein Lob in Jerusalem.
Dies ist, mein Herr - so spricht Johannes -, die Lösung des Mysteriums der Reue, die Pistis Sophia sprach.

PS
Tintoretto: Christus im Haus von Maria und Martha