Politik und Gesellschaft, Idee und Wirklichkeit, Ethik und Religion, Spiritualität und Mythologie, Literatur und Kunst: Das sind die Felder, die mich immer wieder zu Beiträgen bewegen.
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Freitag, 26. März 2010
Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht: Die kranken Patres und eine kranke Kirche.
Sonntag, 14. März 2010
Wer verträgt die ganze Wahrheit über sich? - Die Wahrheit ist: NIEMAND!
Es ist schon eine Weile her, dass ich für viele Jahre regelmäßig nach Paris zu meinem Freund Bernard fuhr, einem ehemals exzellenten Balletttänzer und Körpertherapeuten. Von ihm habe ich viel über den menschlichen Körper gelernt und mein Körper hat viel gelernt. Bernard sah die Menschen an und wusste über sie Bescheid. Er verstand die Sprache des Körpers zu hören, zu lesen und hat mit Hilfe eines von ihm wieder entwickelten Verfahrens, das ursprünglich aus dem alten Ägypten stammt, Stück für Stück den Menschen, die mit ihm arbeiteten, Puzzleteile ihrer körperlichen Freiheit zurückgegeben. – Und damit auch ihrer seelischen.
Eines Tages hat er mir erklärt, dass es gar nicht möglich sei, alle Verspannungen des Körpers auf einmal zu lösen; kein Mensch könne das aushalten, er würde von der frei gesetzten Energie überflutet werden.
Damals war mir das ein völlig neuer Gedanke und ich habe nicht so recht verstehen können, was er meinte, wenn er davon sprach, dass er in den Sitzungen gewaltigen Energien ausgesetzt sei, wenn sie sich freisetzten; oft werden Menschen bekanntlich versteckt oder offen aggressiv, wenn etwas in ihnen zu Tage tritt, was sie nicht sehen wollen oder nur widerwillig ansehen können.
Heute möchte ich sagen: Jeder Mensch würde, wenn seine Energie in Gänze freigesetzt würde, von dieser entfesselten Energie zerissen werden. Wir ahnen nicht, wie viel von ihr in Verspannungen des Körpers und Verwerfungn der Seele gebunden ist. In diesen Bindungen steckt zugleich eine tiefe Weisheit und ein notwendiger Schutz.
Wer seine Seele und seinen Körper der Freiheit und Weisheit öffnen darf und kann, ist zudem zutiefst gefährdet. Denn er muss die zunehmende Offenheit des Körpers und der Seele schützen. Wird er doch immer empfindsamer.
Der Wahnsinn Nietzsches und Hölderlins beispielsweise und der frühe Tod vieler sensibler Künstler hängen damit zusammen, dass es damals kaum jemand gab, der ihnen helfen konnte; auch heute noch muss man das Glück haben, auf einen guten Therapeuten und/oder einen Menschen zu treffen, der nicht wertet, sondern hört, sieht, versteht, weil er vieles selbst erlebt hat; nicht umsonst war der Schmetterling in Griechenland Symbol der Seele; kaum etwas ist so verletzbar und zugleich schützenswert.
Niemand wird einen Steinway-Flügel auf eine Verkehrsinsel stellen, den wunderbaren Körper eines Balletttänzers wird niemand in einen Boxring beordern. Beides, beide würden zugrunde gehen.
So ist es mit der zarten Seele, sie sich von ihren Hornhäuten und Krebszellen befreien darf.
Wer sich jedoch zu Wahrheit und Weisheit, unendlicher Intuition und Gefühl Zugang verschafft und nicht reif dafür ist, geht zugrunde.
Das ist der Grund, warum so vielen Drogenopfern nicht zu helfen ist. Wer seine Seele mittels Drogen öffnet, erlebt zwar bisweilen ungeahnte Trips, aber er ist auch ungeahnt offen für dunkle Energien, die ihn überfluten. Kaum ein Therapeut wird ihm helfen können.
Deshalb sind viele Abhängige so gravierend abhängig; es ist nicht nur die körperliche Abhängigkeit …
Märchen haben dieser Tatsache bildhaften Ausdruck verliehen.
Wer sich das Sesam öffne Dich ergaunert, muss schlimmstenfalls sterben. Mit Ali Babas Bruder geschieht das und auch das Grimm-Märchen Simeliberg erzählt davon. Die Tür zum Berg ist die Tür zum eigenen Inneren; man muss wissen, wie man hineinkommt, damit man auch wieder heil hinauskommt, wenn es angesagt ist. Wenn man aber den Zugang findet - und bisweilen geschieht das zunächst über Träume - findet man wie Heinrich in Novalis´ Heinrich von Ofterdingen die Blaue Blume, zusammen mit dem Gral eines der höchsten Menschheitssymbole.
Im Grunde geschieht im Nibelungen-Lied Vergleichbares. König Gunther aus Worms erobert mit Hilfe Siegfrieds eine Frau, Brünhilde aus Isenstein, der er nicht gewachsen ist.
Aus der Eddha wissen wir, dass es in Wahrheit Siegfrieds eigene Frau ist, eine Walküre, die er für Gunther erobert. Nur Siegfried selbst ist ihrer Energie wirklich gewachsen. Doch er erkennt sie aufgrund eines ihm durch seine zukünftige Schwiegermutter verabreichten Vergessenstranks nicht mehr.
Diesen Hintergrund verschweigt das deutsche Nibelungenlied. Das Blutbad auf der Etzelburg und der Tod Siegfrieds sowie der Burgunden, das ganze Gemetzel des Schlusses also ist eine Folge der Tatsache, dass Gunther sich auf hinterhältige Weise, mit Hilfe der Tarnkappe Siegfrieds und dessen Kraft, Zugang zu einer Energie in Gestalt Brünhildes verschafft, die für ihn um ein vielfaches zu groß ist.
Wie die Schalen einer Zwiebel müssen Ring für Ring die Türen geöffnet werden, die den Menschen seiner inneren Wahrheit und Größe näher bringen. Wer das nicht berücksichtigt, muss die Konsequenzen tragen. Friedrich Schiller hat in seiner Ballade Das verschleierte Bild zu Sais dieser Tatsache ein literarisches Denkmal gesetzt.
Wer noch glaubt, im Unbewussten seiner Seele würden nur ein paar harmlose Fischchen herumschwimmen, keine Haie, Rochen und anderes Ungetier, sollte Schillers Taucher aufmerksam lesen, denn was der Knappe sieht, sind im Grunde die Seelentiefen eines jeden Menschen. Es ist das Verdienst von Hieronymus Bosch, diese Welt ins Bild gesetzt zu haben.
Zwei Seelen wohnen - und Goethe weiß, warum er hier ein "ach" einfügt - in unserer Brust ...
Samstag, 13. März 2010
"... Nur weiß von sich, wenn sie sich offenbaret ..." - Den Raum der Liebe schaffen!
Samstag, 13. Februar 2010
Samstag, 23. Januar 2010
Machos suchen fast immer eine Mutter. - Wenn Sex so natürlich ist, warum gibt es dann so viele Ratgeber?
Der Liebesakt ist für den Mann nicht mehr als Masturbation in der Vagina der Frau -
Ich habe doch alle schon im Bett gehabt: Zehnkämpfer, Bodybuilder und Gewichtheber. Bei solchen Typen hat man nur viel Arbeit und absolut keinen Spaß.
Wenn Sex die natürlichste Sache der Welt ist, warum gibt es dann so viele Ratgeber darüber?
Freitag, 22. Januar 2010
Frauen über Frauen - Aus dem "Lexikon der Frauenzitate" von Ursula Scheu, ausgewählt und kommentiert von einem Mann.
Auf zweierlei, spricht er (der Mann zur Frau), hat Gott Dich verwiesen, auf deine Finger und dein Herz.Diese bilden deinen Beruf.Deine Finger, um zu nähen, zu kochen, zu scheuern, zu plätten usw.Dein Herz, um zu lieben, deinen Mann und seine Kinder.
Als Teenager ist uns unser sich entwickelnder Körper ein Rätsel. Wir stellen fest, dass es nur eine Schönheitsnorm gibt - eine kommerzielle Norm, eine Hollywood-Norm. Das Fernsehen verkauft uns die verschiedensten Produkte, während wir verzweifelt mit unseren Brüsten, unserem Haar, unseren Beinen und unserer Haut ringen, die den Ansprüchen niemals gerecht werden. Wir verlieren den Respekt vor unserer Einzigartikeit, den uns eigenen Gerüchen und Formen und unserer Art, etwas zu tun.
Sonntag, 17. Januar 2010
Ingeborg Bachmanns himmelwärt´ge Schau: Ich frage
Ich frage mich alle Stunden tausendmal,
Woher mir dieses Lastbewusstsein kam,
Dies dumpfe immer tiefe Schmerzen.
Ich habe alle Freude längst verloren,
Mich zu empfinden in den Mattigkeiten,
Ich bin gequält in meinem Weiterschreiten
Und bitter, dass ich mich nicht wehren kann.
Ich schüttel mich in himmelwärt´ger Schau,
Versuch mich in Genuss und Raserei.
Ich bin mit Gott und seiner Welt zerfallen
Und habe selbst im Knieen nie gefühlt,
Dass es den Demutfrieden gibt,
Den alle andern sich so leicht erdienen.
Ich muss doch Gottes sein in allem Widerspruch.
Ihn so zu glauben, wie ich glauben muss,
Muss er notwendig sich aus seinem Strahle geben.
Wie bist du müde, Welt, die mich geboren,
Einzig bereit, mir Ketten aufzudrücken
Und, wo ich lodern kann und mich entzücken,
Mir Deine Schatten fester einzugraben.