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Freitag, 29. August 2025

"Gnade und Wahrheit sind sich begegnet; Gerechtigkeit und Frieden haben einander geküsst." (Psalm 85) - Vier Bedeutungsebenen, die unserer Zeit so Not tun!

Die Worte dieses 11. Verses aus Psalm 85 gehören für mich zu den schönsten Versen unter den Psalmen. Vor allem hat er mich - dort habe ich ihn gelesen - wieder versöhnt mit der „Pistis Sophia“, dieser großen koptisch-griechischen Schrift aus dem zweiten und dritten Jahrhundert, basierend auf dem koptischen ´Codex Askewianus´, die ich in Bezug auf die 9. Reue der Sophia doch recht heftig kritisiert hatte (siehe vorausgehender Beitrag). Weil aber nichts oder niemand auf dieser Erde ganz fehlerlos sein dürfte, wende ich mich gern wieder dieser Schrift zu, deren Erzähler der auferstandene Jesus, der Christus, ist und zwar mit Passagen, die sich diesen vier Bedeutungsebenen - der Gnade, der Wahrheit, der Gerechtigkeit und dem Frieden - auf für mich beeindruckende Weise gewidmet haben.

Es ist unter den drei Marien die Mutter Jesu, die, ihren Sohn ansprechend und das, was mit Sophia, die doch recht hoffnungslos im Chaos aufgrund der Machenschaften von Selbst-Willen, einer mächtigen niederen Energie, die wir nur zu gut kennen, geschehen war, zunächst über „Frieden“ spricht:
Frieden ist die Kraft, die aus dir hervorgekommen ist, so dass sie die Emanationen von Selbst-Willen durchdringe und aus ihnen die Lichter entferne, die sie aus Pistis Sophia genommen haben, so dass du sie [die wiedergewonnenen Lichter] in Sophia versammeln mögest und sie in Frieden mit ihrer Kraft bringen kannst.
Es war ´Selbst-Willen´, dieser große, dreifach kräftige Herrscher - sein Name in der "Pistis Sophia" ist Authades - Herr über dreizehn Äonen und das Chaos, der Lebensformen zerstört oder zumindest einfängt, die nicht im Geiste Christi leben, der Sophia ihr Licht geraubt hatte.
J.J. Hurtak kommentiert nun:
Der Geist des Friedens ist die Gegenwart der Shekinah [übersetzt „Gegenwart Gottes“, durch den Heiligen Geist auf die Erde gebracht], die unser Bewusstsein transformiert, um es in Einheit mit der höheren Resonanz der vielen Lichtwelten, der vielen Lichtspektren zu bringen, die durch alle Lichtkräfte der Luminarien [unvergängliche Sterne, die höchste Sternebene] ausstrahlen, die mit dem Heiligen Geist am Göttlichen Dienst teilnehmen. Die meisten Menschen sind wie Sophia, die ihre frühen Reuelieder singt, während sie immer noch in Angst und unter dem Druck der Sünde leben, in Furcht vor Dunkelheit und Schmerz.
Frieden bringt nicht nur die Kraft hervor, durch die Angst und den Schmerz hindurchzugehen, sondern auch die Öffnung der Himmel zu erleben, welche Christus eingeleitet hat, womit die Gegenwart des Göttlichen erbracht werden kann, welche der Frieden ist, der alles menschliche Verstehen übersteigt.
Frieden wird mit dem Wort ´Shalom´ symbolisiert, das oft auf der Menorah, dem siebenarmigen Leuchter, geschrieben steht, dem Symbol der Lichter, Lichter, die sich auf jeden Lebensbaum in den Himmeln übertragen.
Und jedesmal, wenn du das Wort ´Frieden´ sagst, sende es aus als ein Segen über die, die um Dich sind – wünsche ihnen einen Segen des Friedens (´Shalom´) – der mit der Kraft des Heiligen Geistes und des Vaters verbunden ist.
Und Maria spricht weiter, auf das Wirken ihres Sohnes Bezug nehmend:
´Wahrheit´ ist die Kraft, die aus dir hervorkam, als du in den niederen Regionen des Chaos warst. Darum hat deine Kraft durch David gesagt, ´Wahrheit selbst wird auf der Erde sprossen´, denn du warst in den niederen Regionen des Chaos.
Und ´Gerechtigkeit´, die ´aus den Himmel hervorblicken wird´, ist die Kraft, die aus der Höhe durch das Erste Mysterium kam, um in Pistis Sophia einzugehen.
Wir erinnern uns: Mysterien enthalten das Wissen um Pleroma, also um das Wissen der größeren Äonen und göttlichen Königreiche, wobei das Erste Mysterium sich auf das Innere des Inneren, die Gedanken des Vaters bezieht.
Gnade, Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden sind die Bestandteile, die das Tätigwerden des Heiligen Geistes, des Ruach Ha-Kodesh, unterstützen, der sich den niederen Welten zuwendet und Energie aussendet, die das Volk Gottes benötigt, um sich auf Erden und anderen angrenzenden Bereichen gründlich auf den Aufstieg vorzubereiten. Die erste Ebene des Aufstieges kann hier und jetzt stattfinden, während wir noch in unserem Körper sind.
Aufstieg bedeutet, über die Welten des Chaos und der niederen Äonen hinauszugehen; Aufstieg bedeutet, nicht mehr von den Kräften der niederen Sphären, den Raumgöttern und den Tyrannen der niederen Himmel gestört zu werden, sondern zu wissen, wie der Name des Herrn angerufen werden muss und Du eins mit den Lichtreichen bist.
Die Weisheit wird kommen und doch ist sie jetzt bereits da. Und durch Weisheit kommt die Gnade und bringt uns unsere Kraft des Lichtes; und durch die Kraft des Lichtes kommt die wahre Erlösung des Christus-Lichtes mit Melchizedek, dem König der Gerechtigkeit, und wir werden mit ihm regieren. Ja, wir werden mit Christus, dem Amt der Liebe, dem Amt der Erlösung und dem Amt der Gerechtigkeit regieren. All das wird kommen, und an jenem Tag wird YWHW eins mit seinem Volke sein. (Hurtak)
Noch einmal Mutter Maria, die darüber spricht, was Jesus, der Christusträger, durch sein Menschwerden bewirkte:
"Gnade" ist der Geist, der aus der Höhe durch das Erste Mysterium kam, welches Barmherzigkeit für die Menschheit gehabt hat und seinen Geist für die Vergebung der Sünden der ganzen Welt gesandt hat, damit sie, die Menschheit, die Mysterien empfange und das Königreich des Lichtes erbe. (…)
"Wahrheit" ist die Kraft, die in mir wohnte, die dein materieller Körper wurde und Wahrheit verkündet hat.
"Gerechtigkeit" ist dein Geist, der die Mysterien aus der Höhe mitgebracht hat, um sie der Menschheit zu geben.
"Frieden" ist dann die Kraft, die in deinem materiellen Körper in der Welt wohnt und die Menschheit taufte, damit sie von der Sünde loskommt und sie in Frieden mit deinem Geist verbunden sei, so dass sie in Frieden mit den Emanationen des Lichtes sei - das heißt. Gerechtigkeit und Frieden haben einander geküsst.´
Und die Aussage, "Wahrheit selbst wird aus der Erde sprossen": Wahrheit ist dein materieller Körper, der aus mir als Teil der Menschheit der Welt sprosste, und der über die Bedeutung der Wahrheit verkündete.
Und die Aussage wiederum, "Gerechtigkeit an sich wird aus den Himmeln hervorblicken": Gerechtigkeit ist die Kraft, die aus der Höhe blickte, um der Menschheit die Mysterien des Lichtes zu geben, so dass sie rechtschaffen und gut werde und das Königreich des Lichtes erbe.´

Donnerstag, 30. März 2023

⚜️ EIN JEDER SIEHT, WAS ER IM HERZEN TRÄGT ⚜️

Obige Aussage aus Goethes „Faust“ geht weit über Saint-Exupérys „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ hinaus. Diese Bemerkung des Fuchs' will - so verstehe ich sie - darauf aufmerksam machen, dass nur unter maßgeblicher Beteiligung des Herzens die Wahrheit zu erkennen möglich ist. Etwas gut zu sehen bedeutet doch, möglichst die Wahrheit zu sehen. Und nur selten sehen wir sie - wie beispielsweise in der wahrhaftigen Schönheit einer blühenden Blume - auf der physischen Ebene; zumeist doch auf einer seelisch-geistigen, nur dem inneren Auge sichtbaren.

Warum ich nicht mehr in die Kirche gehe, ist, weil ich viel zu selten mal einen Gottesdienst gehört habe, wo ich das Gefühl hatte, da glaubt und sieht und spricht jemand von Herzen. Spricht von seiner Herzenswahrheit.

Zu oft - und das gilt nun wirklich nicht nur für die Kirche (nur erwartet da mancher noch anderes … mehr Herz … seit wann aber auch hat unsere Weise, religiös zu sein, mit dem Herzen zu tun …) - sind Münder reine Buchstaben-Verstreu-Vorrichtungen.

Jemand sieht mit dem Herzen und spricht aus dem Herzen.
Haben wir Mitmenschen in unserer Umgebung, die das immer wieder vermögen - niemand wird diese Fähigkeit ständig besitzen -, dann dürfen wir höchst dankbar sein.

Die Aussage der Lustigen Person aus dem „Vorspiel auf dem Theater“, dass ein jeder sieht, was er im Herzen trägt, würde, wenn die Menschen verstünden, was damit gemeint und was damit im Grunde über sie ausgesagt ist, die Mehrheit unter ihnen - also unter uns - schlagartig verstummen lassen und Facebook, Twitter, Whats App, Telegram und vergleichbare Wort-Müllhalden zu recht verwaisten Orten machen.
Denn wenn man zum Maßstab nimmt, was die Menschen sehen und aussprechen, dann gleichen die Herzen zu vieler Menschen niveaulosen, herzlosen Mülldeponien, deren Sumpf seinen Sauerstoff aus der Tatsache erhält, andere niederzumachen, Recht zu behalten oder einfach auch eine Meinung abzugeben, wo nichts zu sagen, das Niveau der Menschheit heben würde.

Die Menschen können nur sehen, sagen, fühlen, was in ihrem Herzen ist.
Das ist der Grund, warum so viele Dinge und Personen unterschiedlich beurteilt werden. Oder gleich, aber gleich hässlich.

Was immer Menschen sehen und schreiben, weil sie es zu sehen glauben, macht in erster Linie eine Aussage über ihr Herz und was sich darin befindet.
All unsere Äußerungen machen also eine Aussage über den Gehalt unseres Herzens.
Das könnte manchen erröten lassen ...
Deshalb sind viele Auseinandersetzungen so schrecklich, weil Herzmüll auf Herzmüll trifft und sich noch zu überbieten sucht.

Wir können an Dingen und Personen nur sehen, was wir im Herzen haben.

In vielen Leben - zusätzlich zu dem, was unser aktuelles Leben ausmacht - haben wir auch vieles Dunkle in uns angereichert. Deshalb können wir es auch sehen. Und das ist nicht schlimm. Es ist der Weg von uns Menschen, unser Inneres zu veredeln, so kitschig das für manchen klingen mag. Es ist es aber ganz und gar nicht!

Eigentlich müssten wir doch auch viel Liebevolles, Schönes, Friedvolles in uns haben - oder nicht?

Wenn man sieht, was die Menschen im Herzen haben und äußern, weil sie darüber verfügen, dann sollten wir dem, was unser Herz zu einer Schatzkammer von Wertvollem machen kann, endlich mehr Raum geben. Wir täten auch unseren Kindern und Nachkommen einen großen Gefallen.

Es gibt ein Herz der Menschheit.
Und wir sind dafür verantwortlich, was wir und unsere Kinder damit sehen können. Helfen wir uns und vor allem auch ihnen doch, viel wahrhaft Schönes sehen zu dürfen.

Dies bewusster zu ermöglichen, ist ab sofort möglich.

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Warum der Mensch tatsächlich Krone der Schöpfung ist - damit verbunden: über Goethe hinausdenken ...

Liebe Leserin, lieber Leser, Facebook hat mal wieder einen Beitrag im Rahmen einer von mir dort initiierten Gruppe (https://bit.ly/3f5njZQ) zensiert, also vom Netz genommen und für den Fall erneuten Verstoßes mir Folgen bis zum Sperren meines Kontos angedroht, da ich gegen Gemeinschaftsstandards mehrfach verstoßen hätte - mir persönlich ist schleierhaft, gegen welche.
Für den ein oder anderen mögen im Folgenden die spirituellen Begrifflichkeiten und Gehalte nicht ganz nachvollziehbar sein - ich bitte in obigem Zusammenhang um Verständnis
Es folgt also der zensierte Beitrag:

>

  • Warum der Mensch wirklich Krone der Schöpfung sein und das Wirken der Hierarchien krönen könnte
  • Warum es gilt, über Goethe hinauszudenken

Selten habe ich so profunde Sätze bei Rudolf Steiner gelesen, die so viel an wertvollem Bewusstsein beinhalten, wie die folgenden:
Der Mensch ist Götter-Ideal und Götter-Ziel. Aber dieses Hinblicken kann nicht der Quell von Überhebung und Hochmut beim Menschen sein. Denn er darf sich ja nur, als von ihm kommend, zurechnen, was er in den Erdenleben mit Selbstbewußtsein aus sich gemacht hat. Und dies ist, in kosmischen Verhältnissen ausgedrückt, wenig gegenüber dem, was als die Grundlage seines Eigenwesens die Götter aus dem Makrokosmos, der sie selber sind, heraus als Mikrokosmos, der er ist, geschaffen haben. 
Die göttlich-geistigen Wesen stehen im Kosmos einander gegenüber. Der sichtbare Ausdruck dieses Gegenüberstehens ist die Gestalt des gestirnten Himmels. Sie wollten, was sie so zusammen sind, in einer Einheit als Mensch schaffen. [Rudolf Steiner, GA26, S. 183ff] 

1. Der Mensch ist nicht nur eine Kreation der Elohim, wie mancher aufgrund des Beginns der Schöpfungsgeschichte annehmen könnte - Luther spricht bekanntlich aus seiner engen Sicht heraus von „Gott“ -, sondern im Grunde aller Hierarchien [https://bit.ly/3zg0kSB]. Der ganze Kosmos ist an unserem Werden, auch an der derzeitigen Bewusstseinsstufe, die man mit dem Wort „Christus“ erfassen kann, beteiligt. Steiner verweist z.B. auf die Bedeutung der Throne in Bezug auf die erste Inkarnation der Erde, die er Saturnzustand nennt und die den Beginn des menschlichen Seins erfasst.
Der Mensch ist ein Ergebnis kosmischen Wollens aller Hierarchien.
Diese Tatsache mag verdeutlichen, wie gigantisch wertvoll menschliches Sein ist.
Sie mag aber auch verdeutlichen, dass der Mensch sich auf sein Menschsein nicht zu viel einbilden sollte; er ist ein Ergebnis von Vorhandenem; allerdings leistet er einen unverzichtbaren Beitrag.

2. Für die Hierarchien ist der Mensch ein Wesen, in dem ihre eigene Entwicklung gipfelt. Dieser Gipfel will erklommen sein. Menschsein darf der Mensch schon auf dem Weg zum Ziel.
Warum das alles möglich ist, liegt an der notwendigen Kreation eines Phänomens, das wir Zeit nennen. Ohne Zeit gäbe es den Menschen nicht.
Zeit ist eine unglaublich wichtige Kreation der Götter (vgl. die Existenz des griechischen Gottes „Kronos“ - übersetzt „Zeit“).

3. Der Mensch verdankt die Qualität seines ideal-göttlichen Wesens nicht sich selbst; „die Grundlage seines Eigenwesens“ sind die neun Hierarchien. Das mag menschlichen Wesen immer bewusst sein. Sie verdanken die Qualität ihres Seins einer kosmischen Vaterschaft aller Wesen.

4. Aufgrund des gestirnten Himmels sind wir in der Lage, das individuelle Sein jeder der neun Hierarchien zu erkennen. In ihrer Göttlichkeit bilden sie eine Einheit, aber sie können eine solche nur sein, weil sie auch als Einzel-Entitäten lokalisierbar sind, wenn man es in einem Raumbegriff formulieren möchte. Den pantheistischen Einheitsbrei gibt es nicht. Er existiert nur für denkfaule lahmgeistige Esoteriker. Wie man ohne Yin nicht das Yang versteht, ohne das Weibliche nicht das Männliche und umgekehrt, so versteht man den Pantheismus nicht ohne ein Bewusstsein seiner ihm inhärenten Vielheit und Vielfalt.

5. Der Mensch wird Mensch, indem ihm etwas zur Verfügung steht, das wir mit einem Pflug vergleichen können.
Wir sind kein kosmisch wildes Kraut, wie es in der Natur wächst. Voraussetzung für unser Sein ist, dass wir das, was wir dank der Hierarchien vorfinden, als Möglichkeit unseres Wesens, den kosmischen Acker also, pflügen. Nur so finden wir Bewusstsein für den Samen und seine Früchte.
Darin besteht unsere Arbeit, unsere Aufgabe: im Pflügen. Wer glaubt, er müsse nur die Blumen ernten, bleibt ein kosmischer Luftikus, verfällt Luzifer.
Mancher mag mit seinem Pflug in der Erde stecken bleiben; Steiner nennt dieses Phänomen „Ahriman“.

6. Der Mensch muss sich ein Verständnis seiner kosmischen Substanz pflügend erarbeiten. Man kann auch den Pflug als Selbstbewusstsein bezeichnen; es ist das Bindeglied zwischen Mikro- und Makrokosmos. Ohne pflügen geht nichts.

Indem er seiner Selbst mehr und mehr bewusst wird, dringt sein Pflug immer tiefenwirksamer, immer verstehender, immer bewusster in den kosmischen Acker ein. In jeder Krume erkennt er Substanzen von Hierarchien, die an dieser Stelle gewirkt haben.

7. Selbstbewusstsein erfordert die Arbeit am inneren Menschen. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat ihn beispielsweise die Bedeutung der Arbeit mit und an seinem inneren Kind erkennen lassen, etwas, was ihn verstehen lässt, warum es wichtig ist, Verletzungen zu heilen, vor allem aber, Verletzungen von Kindern zu vermeiden (hallo Katholische Kirche, hallo …)

8. Der Mensch kann aufgrund der Studien eines Steiner verstehen, dass Kindsein verbunden ist mit dem allnächtlichen Vermögen, im Schlaf aufarbeitend zu den Tagesanfängen zurückzugehen, dass wieder Kind zu werden ebenfalls bedeutet, zwischen den Leben zu den kosmischen Ursprüngen zurückzugehen. Deshalb geht Michael Endes Momo im gleichnamigen Werk rückwärts zu Meister Hora. Es gilt, unter den vielen Quellen, die unser Bewusstsein fördern können, die richtigen auszuwählen, denn falsche Propheten gibt es zuhauf, z.B. Menschen, die nur luziferisches Bewusstsein lehren und in die Irre führen; viele Esoteriker gehören zu ihnen.

9. Das eigene Selbst zu finden ist ein Prozess, der nicht ohne Irren und Verlaufen im Wald vonstatten geht, wie wir es in den Märchen dargestellt finden - durch viele Leben. Nur muss der Mensch irgendwann wirklich den Mut haben, wie Gretel der Hexe ins Kreuz zu treten - zu viele Esoteriker und auf spirituellen Wegen unterwegs Seiende sind zahnlose Tiger, die ihre Unfähigkeit zu handeln mit pseudopazifistischem Spiritualismus kaschieren. Christus brachte in Wahrheit das Schwert, also die Fähigkeit, Wahrheit und Falschheit zu trennen. Ohne die Fähigkeit, das Schwert zu gebrauchen, gibt es keinen Seelenfrieden - „ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ (Matth. 10,34) Das kosmische Pflügen geht ohne Schwerter nicht. Pflugscharen sind auch Schwerter.

10. Der gestirnte Himmel ist eine Kreation unserer Inneren, eine Kreation, die uns nur aufgrund der Arbeit der Hierarchien zur Verfügung steht. Er vermag uns alles zu spiegeln, was unseren geistigen Kosmos ausmacht. Indem wir unseren Pflug, unser Selbstbewusstsein einsetzen, erkennen wir uns in ihm, diesem Himmel. Die Gefahr besteht meines Erachtens darin, dass viele Menschen eigene Sterne in den gestirnten Himmel hineingeheimnisst haben und es weiterhin eifrig tun und sich z.B. etwas einbilden, was in Wahrheit nicht vorhanden ist oder was sie beispielsweise bei Steiner gelesen haben, was nicht aber in ihrem Bewusstsein wirklich vorliegt und immer fremd bleiben könnte. Es entwickeln sich daraus dann die geistigen Drohnen dunkler Kräfte.

Der Mensch hat in wenigen Jahrzehnten den Orbit mit Weltraumschrott vermüllt; über Jahrtausende tat er das mit dem gestirnten Himmel.
Wir dürfen und müssen uns auf ein großes Reinigen einstellen.

11. Es gibt keine Wahrheit, kein kosmisches Bewusstsein ohne tiefe Ehrlichkeit. Zu oft existiert der gestirnte Himmel als esoterische Seifenblase.
Um ihn wirklich zu erfahren, benötigen wir diese Ehrlichkeit und das Bewusstsein und die Hilfe aller Hierarchien.
Wir dürfen ihnen ab und an dafür danken.

Kern und Schale

Wer meine Veröffentlichungen, beispielsweise auf meinem Methusalem-Blog kennt, weiß, wie sehr ich Goethe schätze, auch, weil er ein wirklicher Mensch und ein unverblümter Mann war: beides war in seiner jeweiligen Authentizität Voraussetzung für sein großes Bewusstsein.

Vor der Wiedergabe des obigen Steiner-Zitats habe ich auf meinem Facebook-Account einen seiner Sprüche bzw seiner Gedichte veröffentlicht, überschrieben Ultimatum. Zu lesen war da:

Und so sag' ich zum letzten Male:
"Alles giebt sie reichlich und gern;
Natur hat weder Kern
Noch Schale;
Alles ist sie mit Einemmale;
Du prüfe dich nur allermeist,
Ob du Kern oder Schale seist!"

(...)

Ihr folget falscher Spur,
Denkt nicht, wir scherzen!
Ist nicht der Kern der Natur
Menschen im Herzen?
(aus Goethe, „Ultimatum“ )

Kern, das sind wir selbst, unser Selbst. Schale, das ist der gestirnte Himmel bis an die Grenzen unseres kosmischen Horizonts.

Für die Natur gilt: Sie ist Kern und Schale, alles im allem.

So allerdings formuliert Goethe nicht. Natur hat nicht die Fähigkeit, ein Bewusstsein von Kern und Schale zu haben bzw. sich zu erarbeiten, er schreibt, sie habe weder Kern noch Schale. 
Das zwischen beiden differenzierende Wahrnehmen ist Aufgabe und Fähigkeit des Menschen.

Klar ist für mich, was Goethe bezweckte, indem er den Menschen dem Kern zuweist. Und natürlich hat das eine gewisse Berechtigung. Dennoch aber liegt dem Guten nicht das Steinersche Bewusstsein zugrunde. Tatsächlich sind wir alles, wir sind Schale und damit gestirnter Himmel und wir sind Kern, Selbst. Das eine besteht nicht ohne das andere, kann nicht ohne das andere existieren. Wir brauchen den Spiegel des gestirnten Himmels.

Damit möchte ich mich natürlich nicht über den Altmeister stellen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, wie vorsichtig wir allem gegenüber zu sein und Dinge neu zu denken haben.

Unser Denken darf noch viel beweglicher werden, ja, auch frecher, wagemutiger, risikobereiter.

Gleiches gilt für unsere Gefühle, für unser Wollen.

Donnerstag, 17. Februar 2022

Langsam bröckelt sich die Wahrheit um Corona den Weg frei ...

Hört, hört!
Eigentlich unfassbar, was da steht! 
Was für Horrorszenarien wurden Tag für Tag über viele Wochen hin an die Wand gemalt - von Lauterbach, Wieler, Merkel, Drosten und Co.
Und jetzt das ………
Bin mal gespannt, wann rauskommt, wie viel Prozent der Corona-Toten gar keine Corona-Tote waren …

BILD - Text:
Die Intensivstationen (ITS) waren während der Corona-Pandemie nie flächendeckend überlastet!
So steht es im Schreiben aus dem Haus von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) an Bundestagsvize Wolfgang Kubicki (69, FDP), das BILD vorliegt.
Konkret heißt es dort von Lauterbachs Staatssekretär Edgar Franke: „Eine deutschlandweite, regional gleichzeitige Überlastung aller verfügbaren ITS-Kapazitäten, die eine systemische Unterversorgung von intensivpflichtigen COVID-19-Fällen (…) bedeutet hätte, trat nicht ein.“
Dabei gab es immer wieder laute Warnungen vor einem Kollaps der Kliniken.

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Eigentlich müssten sich doch jetzt ne ganze Menge Leute dafür entschuldigen, dass sie die Seelen von Millionen von Menschen über Wochen unnötig so sehr belastet haben ...

Mittwoch, 5. Juni 2019

Goethe, Shiva und das Freudenmädchen! - Eine verdrängt-vergessene Ballade




Goethes Ballade "Der Gott und die Bajadere" ist formal und inhaltlich ein Meisterwerk. Und doch ist sie kaum bekannt. Das hat seine Gründe. Die sexuellen Aktivitäten eines Gottes, die Liebeswonnen eines Freudenmädchens, die Infragestellung von Ehe durch die Liebe der beiden und andere Aspekte, die in ihrer Bedeutung nicht wirklich verstanden wurden, verhinderten, dass die Ballade z.B. in Schulbüchern erschien. Die Unkenntnis der Germanisten in Bezug auf spirituelle Zusammenhänge taten ein Übriges. Über zwei Jahrhunderte ging so ein wertvolles geistiges Kulturgut unter. Das möge sich ändern!

Dienstag, 28. Februar 2017

Die Wahrheit flieht vor den Verächtern der Wahrheit! – Ihr vielleicht letzter Liebesdienst für uns, obwohl er sie so mit Füßen tritt: Donald Trump!

Es gibt kaum etwas, was die menschliche Seele mehr zersetzt als die Lüge. Spätestens dann, wenn der Mensch an seine eigenen Lügen glaubt und sich die Wahrheit im Nebel seiner verlogenen Kaskaden verliert, ist er selbst verloren. Nur sehen wir diese Zersetzung und Verlorenheit nicht, wissen wir doch: Unser Körper hält auch die verlogenste Seele zusammen. 
Der äußeren Kultur sieht man die innere Falschheit nicht an. 
Kein Zufall, dass in unseren Zeiten in diesem unvorstellbaren Ausmaß die Wahrheit - z.B. die Wahrheit des Alterns - kosmetisiert wird. 
Bei Markus Lanz habe ich vor einigen Monaten die Ex-Ehefrau von Elvis Presley gesehen. Sie konnte kaum mehr lachen. Die aufgespritzten Gesichtszüge konnten sich nicht mehr dehnen. Seltsam war das, zu beobachten, wie eine Maske lacht, wenn sie lachen will und nicht kann. So extrem habe ich das noch bei keiner Frau oder bei keinem Mann gesehen.
Es ist auch kein Zufall, dass Fake News ihr Unwesen treiben und das mit Social Bots sogar Wahlen und die größten Foren manipuliert werden.
Wie mag das enden?

Im Mittelalter hat man DIE LIEBE oder - wie es Hugo von Hofmannsthal in seinem Jedermann wieder aufnahm - DEN TOD personalisiert. Sie waren Wesen, Entitäten, wie man sagen könnte, geistige Wesenheiten, die als solche in der Literatur auftraten, sich dann gegebenenfalls auf einer Bühne in einem Schauspieler materialisierten. 
So wie sich in Satan DAS BÖSE manifestieren und dem Menschen erscheinen kann - und es muss kein Theater, es kann die Realität sein. 
Ich glaube, dass Luther Satan, den Teufel also, tatsächlich auf der Wartburg sah, als er sein Tintenfass nach ihm warf und es an jener Stelle der Wand zerschellte, die seitdem wohl immer wieder für die Besucherströme künstlich nachgebessert worden ist. Auch C.G. Jung berichtet von vergleichbaren übersinnlichen Erscheinungen in seiner Biographie, in die ungewollt zum Teil sogar seine Familie mit einbezogen wurde. Und Goethe hat in Mephistopheles ein mahnendes Beispiel niedergeschrieben. Leider hat Faust - so wenig wie viele andere Menschen - erkannt, dass jener Mephistopheles ein Teil von uns ist und nur eines im Sinn hat: die Liebe zu vernichten. Die Frage ist immer, ob wir dieser dunklen Kraft zur Verfügung stehen, wenn sie unterwegs ist, um Hände und Köpfe zu suchen, die umsetzen, was sie möchte.


Niemand glaubt mehr an Zwerge, Elfen, Nixen oder Feuerwesen, also Salamander. Nur ein paar Irre wie Mörike oder Goethe ließen sie in ihren Gedichten auftauchen; man konnte das unter dichterischer Freiheit abtun.

Im Rahmen der leider nur noch antiquarisch erwerbbaren Reihe Verzauberte Welten des Time Life Verlags mit einfach toll gestalteten Büchern über Riesen und Ungeheuer, über Drachen, Wassergeister und verwunschene Reiche  gibt es auch eines über Zwerge. Manche Erzählungen handeln dort davon, warum die Zwerge die Menschen zunehmend verließen: weil diese nicht mehr mit ihnen umgehen konnten, sie nicht ernst nahmen, sie verhöhnten, nicht repektierten, sie, die ehemals oft die guten Geister menschlicher Höfe gewesen waren. Am Ende einer Geschichte heißt es:


Mit der Zeit verließen alle Zwergenstämme die Welt der Sterblichen, traurige Flüchtlinge vor dem wachsenden Lärm. Niemand konnte sagen, wohin sie gingen - aber man wußte, daß ihre Reise lang war.

Auch die Reise der Wahrheit könnte lang sein, wenn sie unserer Erde den Rücken kehrt und zu ihren Ursprüngen zurückkehrt. Sicher ist nur, dass es auf unserer Erde furchtbar kalt werden wird, wenn sie geht.

Ich glaube, dass es ein Liebesdienst von ihr für die Menschen war, sich dafür einzusetzen, dass Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten wird. Mit Hillary Clinton wäre die gekonnte Verlogenheit des Establishments weitergegangen. Aber einer wie Trump überpannt den Bogen. Seine Persönlichkeitsstörungen, also sein Feindbilddenken, seine Unversöhnlichkeit - letztendlich mit sich selbst, sein überzogener Narzissmus, sein pathologisches Lügen, seine Verachtung von Frauen und sein rassistisches Denken wird die Menschen aufwachen lassen. Irgendwann wird die Menschheit erkennen, was sich in solchen Menschen manifestiert und in wessen Dienst sie stehen. Das erlaubt uns nicht, sie zu verdammen, aber es erlaubt vielleicht mehr Menschen, endlich zu durchschauen, welche Suggestivkraft von diesen dunklen geistigen Kräften ausgehen und dass ein Papst sich genauso vor ihnen in Acht nehmen muss wie ein amerikanischer Präsident.

Viele - auch wenn sich nicht wenige noch schwertun - werden erkennen, dass Trump die Rolltreppe abwärts jeglicher Moral und Ethik ist. Diese Rolltreppe hat kein Ende.

Wenn die Menschen in den USA und die Menschheit insgesamt diese Rolltreppe abwärts nicht stoppen und durch dieses ethische Wrack namens Trump nicht erkennen, um was es wirklich gehen muss, würde dies das Ende der Menschheit bedeuten. Wir wissen von den Hopi, dass Atlantis an moralischer Dekadenz untergegangen ist. – Auch uns blüht das. Jener furchtbare Tsunami von 2004 - ausgerechnet an Weihnachten(!) - war nur ein Vorgeschmack darauf, dass Weihnachten nicht ewig auf die Menschheit wartet.

Doch ich glaube, dass sie aufwacht. Es kann nicht anders sein, als dass sie die große Primitivität dieses Menschen namens Trump durchschaut. Eigentlich sieht man doch, wenn er so nassforsch und bewusst kess die Leute anschaut, dass er seine Gegenüber herausfordert wie ein Halbstarker, der sagt: Wenn du Prügel willst, komm her! - So wirkt dieser Trump jedenfalls auf mich und mit dieser Methode schüchtert er noch viele ein. Und zu vielen imponiert er mit dieser Art zu agieren.

Die Wahrheit leidet furchtbar unter ihm.
Ich denke, sie nimmt dieses Leid uns zuliebe auf sich.

Die vorletzte Geschichte im Buch über Zwerge des Time Life Verlages heißt Das grausame Spiel mit einem Namen. Grausam ist das Spiel, das Menschen auch mit und im Namen der Wahrheit spielen. Aber vielleicht wird alles gut, in der Art, wie auch diese Geschichte endet, die von jenen Zwergen handelt, die einst im Inneren von Bergen den Bergleuten bei der Arbeit halfen, ihre Gänge und ihre Schritte bewachten:


Die Erde hat in den frühesten Tagen der Schöpfung Zwerge hervorgebracht, und sie beherbergte sie immer noch. Vielleicht waren die Zwerge, die den Bergleuten halfen, nur die sichtbaren Mitglieder eines zahlreichen Volkes, das sich in den Gängen des ausgedehnten unterirdischen Labyrinths verborgen hielt. Einige mögen schon in der Morgendämmerung der Erde in den dunstigen Tiefen gelebt haben; andere waren zweifellos Flüchtlinge, die nach einem Aufenthalt über Tage, der ihnen viele Wunden geschlagen hatte, in ihr Element zurückgekehrt waren. Möglicherweise warten die Zwerge dort auch heute noch darauf, daß ihre Zeit kommen wird, während sie den Felsen durch Zauber die Mineralschätze entlocken und ihre alten Künste ausüben – bis zu dem Tag, an dem diese Künste wieder Sterbliche und Götter betören werden.
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Mittwoch, 29. Juni 2016

... wenn es die Liebe nicht vereint!

Was auch als Wahrheit oder Fabel
In tausend Büchern dir erscheint,
Das alles ist ein Turm zu Babel,
Wenn es die Liebe nicht vereint.
                               (Goethe in Zahme Xenien)
 

Samstag, 20. April 2013

Hütet euch vor Sarumans Stimme! – Über die Enttarnung eines Blenders in Tolkiens "Herr der Ringe"

"Unsere Gelüste, unsere Launen, unsere heimlichen Laster und selbst unsere sorgsamst gehüteten Gedanken übertrugen sich auf den Klang unserer Stimme, wurden offenbar in ihrer Modulation, in ihrem Rhythmus."

Nicht nur diese eben wiedergegebene Stelle, sondern die gesamten im letzten Post zitierten Aussagen Jacques Lusseyrans in Bezug auf das, was er in einer Stimme wahrzunehmen in der Lage ist, sind schon beeindruckend.

Der ein oder andere mag in seinem Bekannten- und Freundeskreis jemanden haben, der eine besonders angenehme Stimme hat. Manche angenehme Stimme hat allerdings etwas Aalglattes, Öliges, Salbungsvolles.

Mancher auch sonnt sich in seiner Stimme, von der er weiß, wie sie überzeugt. Und wenn man sich dafür sensibilsiert, darauf zu achten, ob eine Stimme stimmig ist, mag es einem auch zunehmend auffallen, wie es um sie bestellt ist.

Gegenüber zu schmeichelnd einschmeichelnden sanften Stimmen bin ich skeptisch geworden. Ich glaube, manches Mal hat der berühmte Wolf im Schafspelz Kreide gefressen wie der Wolf im bekannten Märchen der Gebrüder Grimm. 

Die Stimme kann der Schafspelz sein.

Wie eine Stimme wirkt und was sich oftmals dahinter verbergen mag, dafür gibt es ein hervorragendes Beispiel im zweiten Band des Herrn der Ringe. Die Ents und Huorns haben gerade die Schlacht um Isengard geschlagen und die Orks platt gemacht. Nur was sie hatten nicht verhindern können, war, dass der Oberschurke Saruman, einst ein Weiser, also in der Sprache Tolkiens ein Weißer, einer der Istari, sich in den Turm von Orthanc hatte zurückziehen können.


Leider war Saruman in früherer Zeit auf den Sog der Macht hereingefallen. Seine Machtgelüste hatten ihn dazu verführt, dass er den Einen Ring begehrte. Deshalb hatte er Isengard befestigt und dort Orks und Dunländer angesiedelt. Er begann Gandalf, dem großen Zauberer und Wissenden nachzuspionieren. Ohne dass er es merkte, wurde er aber von Sauron, der Dunklen Macht, gelenkt, wohl nicht damit rechnend, dass seine Dunkelheit noch überboten werden könne.


Durch seine Bauweise war jener Turm, in den sich Saruman nach der Einnahme Isengards zurückgezogen hatte, selbst für die riesigen Ents uneinnehmbar.


Gandalf, der mit König Theoden und seinen Reitern aus Rohan soeben im eroberten Isengard eingetroffen war und die ganze Arbeit, die die Ents geleistet hatten, hatte bewundern können, wollte noch einen Versuch machen, die Auseinandersetzung mit Saruman ohne weiteres Blutvergießen enden zu lassen. Doch kannte er die Gefahr, die von diesem ausging, weshalb er zu allen, die ihn zu dem Orthanc-Turm begleiten wollten, sagte:


"Hütet euch vor seiner Stimme!"

Gerade warteten sie vor dem Turm, als sie eine Stimme, leise und melodisch, allein durch den Klang schon betörend (vernahmen). Wer arglos dieser Stimme lauschte, wusste nachher meistens nicht mehr, was sie eigentlich gesagt hatte; erinnerte er sich aber, so wunderte es ihn, wie wenig Kraft die Worte allein noch besaßen. Die meisten wussten dann nur noch, dass es eine reine Freude gewesen war, diese Stimme anzuhören, und dass alles, was sie sagte, gerecht und vernünftig klang und im Zuhörer den Wunsch erweckte, durch rasche Zustimmung die eigene Klugheit zu beweisen. Was andere sagten, klang dagegen grob und ungeschlacht (...). 

Interessant, im Grunde aber beunruhigend, dass normale menschliche Stimmen so abgewertet werden gegenüber einer so einölenden Stimme. 
Gekonnt, wie hier Tolkien, der Verfasser des Herrn der Ringe, die Wirkung einer solchen darzustellen weiß.

Viele hielt allein der gegenwärtige Klang der Stimme im Bann, aber bei denen, die ganz von ihr bezwungen waren, wirkte der Zauber fort, wenn sie weit entfernt waren; und immer hatten sie dann diese leise Stimme im Ohr, die auf sie einredete und sie anspornte. Niemand aber blieb unberührt, und niemand konnte ohne Anstrengung des Willens und Geistes ihre Bitten und Befehle zurückweisen, solange ihr Herr sie noch in der Gewalt hatte. »Nun?«, fragte sie im Ton milden Vorwurfs. »Warum müsst ihr meine Ruhe stören? Wollt ihr mich denn bei Tag wie bei Nacht nicht in Frieden lassen?« Es klang nach gutherzigem Bekümmertsein durch unverdiente Kränkungen. 

Der Träger einer solchen Stimme weiß meistens geschickt mit Mitleid zu operieren. Und wer selbst gern selbstmitleidig ist, fällt auf diese Art von Selbstmitleid garantiert herein ...

Erstaunt blickten sie hinauf, denn sie hatten niemanden kommen gehört; und oben am Geländer stand nun einer und schaute auf sie herab, ein alter Mann in einem langen Mantel, dessen Farbe schwer zu bestimmen war, denn sie wechselte, wenn sie die Augen bewegten oder wenn er sich rührte. Er hatte ein langes Gesicht mit hoher Stirn und dunklen, tief liegenden Augen, deren Ausdruck kaum zu ergründen war, obwohl sie jetzt ernst und gütig und ein wenig müde dreinschauten. Haar und Bart waren weiß, doch mit manchen schwarzen Strähnen um Lippen und Ohren. (...)

Gütig und ein wenig müde ... ! – Übrigens sah dieser Saruman Gandalf ziemlich ähnlich. Das ist auch bezeichnend, das sind die Mittel, die das Dunkle einsetzt. Manchmal ist das Dunkle mit dem Lichten zum Verwechseln ähnlich. Da verraten nur einzelne dunkle Strähnen, wes Geistes Kind vor einem steht!

Gut, dass ein Zwerg es ist, der den dunklen Zauber durchschaut:

Gimli der Zwerg war es, der das Schweigen jäh brach. »Die Worte dieses Zauberers stehen kopf«, rief er, die Hand am Griff seiner Axt. »Helfen heißt verderben in der Sprache von Orthanc, und retten heißt töten, so viel ist klar. Doch wir sind nicht hier, um zu betteln.«

»Bitte!«, sagte Saruman, und für einen Moment war seine Stimme nicht mehr ganz so einschmeichelnd, und in seinen Augen flackerte ein Funke auf und verschwand wieder. »Noch rede ich nicht mit dir, Gimli Glóinssohn«, sagte er. »Fern von hier liegt deine Heimat, und wenig kümmern dich dieses Landes Nöte. Doch nicht aus eigener Absicht wurdest du in sie hineingezogen, und darum will ich dir nicht zum Vorwurf machen, welche Rolle du darin gespielt hast - eine wackere Rolle, wie ich nicht bezweifle. Aber sei so gut und lass mich zuerst mit dem König von Rohan reden, meinem Nachbarn, der einst mein Freund war.

Was habt Ihr zu sagen, König Theoden? Wollt Ihr nicht Frieden mit mir schließen und all die Hilfe empfangen, die mein in langen Jahren begründetes Wissen gewähren kann? Sollen wir nicht gemeinsam Rat halten. wie die bösen Zeiten zu überstehen sind, und einander mit so viel gutern Willen Schadenersatz leisten, dass unsere Länder eins wie das andere schöner erblühen denn je?«

Theoden gab noch immer keine Antwort. Ob es Zorn oder Zweifel war, was ihm die Zunge lahmte, konnte niemand sagen. Eomer nahm das Wort. 


»Hört mich an, Gebieter!«, sagte er. »Jetzt spüren wir die Gefahr, vor der wir gewarnt wurden. Sind wir als Sieger hierher geritten, nur um uns von einem alten Lügner mit Honig auf seiner gespaltenen Zunge beirren zujassen? So wie er spräche der Wolf in der Falle mit den Hunden, wenr er's könnte. Welche Hilfe kann er Euch denn überhaupt leisten? Er will! nur eins: sich aus seiner erbärmlichen Lage herauswinden. Aber wollt Ihr feilschen mit einem, der nichts zu bieten hat als Mord und Verrat? Denk an Théodreds Tod an der Furt und an Hamas Grab in Helms Klamm!«

»Wenn wir schon von giftigen Zungen reden, was wäre dann von deiner zu sagen, du junge Schlange?« sagte Saruman, nun unüberhörbar erbost. »Doch lass gut sein, Éomer, Éomunds Sohn!«, fuhr er fort, wieder in den besänftigenden Ton zurückfindend. »Jedem das Seine. Dein ist das Waffenhandwerk, und damit erlangst du hohe Ehren. Schlage tot, wer deinen König Feind nennt, und damit gib dich zufrieden! Mische dich nicht in die Staatsgeschäfte ein, von denen du nichts verstehst! Doch vielleicht, solltest du einst König werden, wirst du erkennen, dass du deine Freunde mit Bedacht wählen musst. Sarumans Freundschaft und Orthancs Macht sind nicht leichthin zu verwerfen, was man auch für Beschwerden, ob begründet oder nicht, gegen sie erheben mag. Ihr habt eine Schlacht gewonnen, aber nicht den Krieg - und selbst die Schlacht nur dank einer Hilfe, auf die ihr ein zweites Mal nicht zählen könnt. Vielleicht findet Ihr den Schatten des Waldes demnächst vor der eigenen Tür: Er ist störrisch und unverständig und den Menschen nicht wohlgesinnt. 

Aber, König von Rohan, muss ich mich einen Mörder schimpfen lassen, weil wackre Männer im Kampf gefallen sind? Wenn Ihr ins Feld zieht, unnötigerweise, denn ich wollte keinen Krieg, werden Männer erschlagen. Bin ich aber deshalb ein Mörder, so ist Eorls ganzes Haus mit dem gleichen Makel behaftet; denn viele Kriege habt ihr geführt, in denen ihr oft auch die Angreifer wart, wenn man euch trotzte. Doch mit manchen Feinden habt Ihr nachher Frieden geschlossen - nicht zu Eurem Nachteil, denn die Staatsklugheit gebot es. Ich sage Euch, König Theoden: Sollen (229) wir nicht Frieden und Freundschaft halten, Ihr und ich? Nur wir haben darüber zu befinden!« 


»Wir werden Frieden haben«, sagte Theoden endlich, mühsam und mit belegter Stimme. Mehrere Reiter brachen in Freudengeschrei aus. Theoden hob die Hand. »Ja, wir werden Frieden haben«, sagte er, nun mit klarer Stimme. »Wir werden Frieden haben, wenn du mitsamt all deinen Werken vernichtet bist - und ebenso die Werke deines dunklen Gebieters, dem du uns ausliefern möchtest. Ein Lügner bist du, Saruman, und ein Verführer der Menschenherzen. Du streckst mir die Hand hin, und ich bemerke, dass sie nur ein Finger der Klaue Mordors ist. Grausam und kalt. Wäre dein Krieg gegen micn selbst ein gerechter Krieg - was er nicht war, denn auch, wenn du zehnmal so weise wärest, hättest du kein Recht, mich und mein Volk, wie du es wünschtest, zu deinem Nutzen zu regieren -, aber selbst dann, was sagst du zu den Bränden, die in der Westfold gelegt, und den Kindern, die dort getötet wurden? Und Hamas Leib haben deine Leute vor dem Tor der Hornburg zerhackt, als er schon tot war. Erst wenn du vor deinem Fenster am Galgen baumelst, deinen Krähen zum Fraß, dann werde ich mit dir und Orthanc Frieden haben. So stehst du mit dem Haus Eorl. Nur ein minderer Sohn großer Ahnen bin ich, hab es aber doch nicht nötig, dir die Hand zu lecken. Betöre andere! Aber ich fürchte, deine Stimme hat ihre Zauberkraft eingebüßt.«

Unglaublich geschickt, wie Saruman vorgeht. Er versteht es, des ein oder anderen Aussage zu entwerten, er operiert nach wie vor mit Ängsten, die er geschickt im Inneren des Gegenüber lanciert, und er lässt leise, aber gekonnt, versteckte Drohungen einfließen. Da sind sogar die Reiter des Königs beeinflusst, und wie:


Die Reiter starrten zu Theoden hinauf wie Menschen, die aus einem Traum gerissen werden. Rau wie das Gekrächz eines alten Raben klang ihnen nach Sarumans Gesäusel die Stimme ihres Königs im Ohr. Doch fürs Erste war Saruman nun außer sich vor Zorn. Er beugte sich übers Geländer, als wollte er auf den König mit seinem Stab einschlagen. Manche glaubten für einen Augenblick eine Schlange zu sehen, die sich vor dem Ansprung zusammenrollt. 

»Galgen und Krähen!« zischte er, und die Veränderung war so erschreckend, dass es ihnen kalt über den Rücken lief.

Als Saruman die Wahrheit hört, fällt er zunehmend aus der Rolle und sein wahres Gesicht, eine hässliche Fratze, die nur auf Mord und Totschlag und Machtgewinn aus ist, zeigt sich mehr und mehr.
Doch wird eben gerade an den Reitern deutlich, wie sie in Gefahr waren, auf seine Stimme hereinzufallen nach dem Motto: Eine solch angenehme Stimme kann doch keinen schlechten Menschen verbergen ... man tut dem Armen Unrecht. Guckt doch mal, wie er leidet ... – und wie ihnen auf einmal die eigentlich doch vertraute Stimme ihres Königs vorkam! Wie das Gekrächz eines alten Raben!
Unglaublich, die Wirkung von Sarumans Stimme. 
Was wäre geschehen, wenn Gandalf sie nicht von vornherein enttarnt hätte, alle gewarnt hätte? 

Ich glaube, es gilt, der Stimme der Menschen mehr Bedeutung zuzumessen, die entsprechenden Sinne  zu schärfen und genau hinzuhören, denn es gibt mehr Sirenen, deren Opfer auch Odysseus geworden wäre, wenn er nicht dem Rat Circes gefolgt wäre, als wir denken, und es gibt nicht nur eine einzige Loreley, die den Fischer mit Hilfe ihrer Stimme ins nasse Grab zu schicken wusste, genauso wie es nicht nur einen Saruman gab und gibt, sondern zu allen Zeiten tauchen sie auf.

Gewiss aber gibt es auch Menschen, die wirklich eine wohltönende Stimme haben, die innere Stimmigkeit spiegelt.


Sonntag, 14. März 2010

Wer verträgt die ganze Wahrheit über sich? - Die Wahrheit ist: NIEMAND!

Es ist schon eine Weile her, dass ich für viele Jahre regelmäßig nach Paris zu meinem Freund Bernard fuhr, einem ehemals exzellenten Balletttänzer und Körpertherapeuten. Von ihm habe ich viel über den menschlichen Körper gelernt und mein Körper hat viel gelernt. Bernard sah die Menschen an und wusste über sie Bescheid. Er verstand die Sprache des Körpers zu hören, zu lesen und hat mit Hilfe eines von ihm wieder entwickelten Verfahrens, das ursprünglich aus dem alten Ägypten stammt, Stück für Stück den Menschen, die mit ihm arbeiteten, Puzzleteile ihrer körperlichen Freiheit zurückgegeben. – Und damit auch ihrer seelischen.

Eines Tages hat er mir erklärt, dass es gar nicht möglich sei, alle Verspannungen des Körpers auf einmal zu lösen; kein Mensch könne das aushalten, er würde von der frei gesetzten Energie überflutet werden.

Damals war mir das ein völlig neuer Gedanke und ich habe nicht so recht verstehen können, was er meinte, wenn er davon sprach, dass er in den Sitzungen gewaltigen Energien ausgesetzt sei, wenn sie sich freisetzten; oft werden Menschen bekanntlich versteckt oder offen aggressiv, wenn etwas in ihnen zu Tage tritt, was sie nicht sehen wollen oder nur widerwillig ansehen können.

Heute möchte ich sagen: Jeder Mensch würde, wenn seine Energie in Gänze freigesetzt würde, von dieser entfesselten Energie zerissen werden. Wir ahnen nicht, wie viel von ihr in Verspannungen des Körpers und Verwerfungn der Seele gebunden ist. In diesen Bindungen steckt zugleich eine tiefe Weisheit und ein notwendiger Schutz.

Wer seine Seele und seinen Körper der Freiheit und Weisheit öffnen darf und kann, ist zudem zutiefst gefährdet. Denn er muss die zunehmende Offenheit des Körpers und der Seele schützen. Wird er doch immer empfindsamer.

Der Wahnsinn Nietzsches und Hölderlins beispielsweise und der frühe Tod vieler sensibler Künstler hängen damit zusammen, dass es damals kaum jemand gab, der ihnen helfen konnte; auch heute noch muss man das Glück haben, auf einen guten Therapeuten und/oder einen Menschen zu treffen, der nicht wertet, sondern hört, sieht, versteht, weil er vieles selbst erlebt hat; nicht umsonst war der Schmetterling in Griechenland Symbol der Seele; kaum etwas ist so verletzbar und zugleich schützenswert.

Niemand wird einen Steinway-Flügel auf eine Verkehrsinsel stellen, den wunderbaren Körper eines Balletttänzers wird niemand in einen Boxring beordern. Beides, beide würden zugrunde gehen.

So ist es mit der zarten Seele, sie sich von ihren Hornhäuten und Krebszellen befreien darf.


Wer sich jedoch zu Wahrheit und Weisheit, unendlicher Intuition und Gefühl Zugang verschafft und nicht reif dafür ist, geht zugrunde.

Das ist der Grund, warum so vielen Drogenopfern nicht zu helfen ist. Wer seine Seele mittels Drogen öffnet, erlebt zwar bisweilen ungeahnte Trips, aber er ist auch ungeahnt offen für dunkle Energien, die ihn überfluten. Kaum ein Therapeut wird ihm helfen können.

Deshalb sind viele Abhängige so gravierend abhängig; es ist nicht nur die körperliche Abhängigkeit …

Märchen haben dieser Tatsache bildhaften Ausdruck verliehen.

Wer sich das Sesam öffne Dich ergaunert, muss schlimmstenfalls sterben. Mit Ali Babas Bruder geschieht das und auch das Grimm-Märchen Simeliberg erzählt davon. Die Tür zum Berg ist die Tür zum eigenen Inneren; man muss wissen, wie man hineinkommt, damit man auch wieder heil hinauskommt, wenn es angesagt ist. Wenn man aber den Zugang findet - und bisweilen geschieht das zunächst über Träume - findet man wie Heinrich in Novalis´ Heinrich von Ofterdingen die Blaue Blume, zusammen mit dem Gral eines der höchsten Menschheitssymbole.

Im Grunde geschieht im Nibelungen-Lied Vergleichbares. König Gunther aus Worms erobert mit Hilfe Siegfrieds eine Frau, Brünhilde aus Isenstein, der er nicht gewachsen ist.

Aus der Eddha wissen wir, dass es in Wahrheit Siegfrieds eigene Frau ist, eine Walküre, die er für Gunther erobert. Nur Siegfried selbst ist ihrer Energie wirklich gewachsen. Doch er erkennt sie aufgrund eines ihm durch seine zukünftige Schwiegermutter verabreichten Vergessenstranks nicht mehr.

Diesen Hintergrund verschweigt das deutsche Nibelungenlied. Das Blutbad auf der Etzelburg und der Tod Siegfrieds sowie der Burgunden, das ganze Gemetzel des Schlusses also ist eine Folge der Tatsache, dass Gunther sich auf hinterhältige Weise, mit Hilfe der Tarnkappe Siegfrieds und dessen Kraft, Zugang zu einer Energie in Gestalt Brünhildes verschafft, die für ihn um ein vielfaches zu groß ist.

Wie die Schalen einer Zwiebel müssen Ring für Ring die Türen geöffnet werden, die den Menschen seiner inneren Wahrheit und Größe näher bringen. Wer das nicht berücksichtigt, muss die Konsequenzen tragen. Friedrich Schiller hat in seiner Ballade Das verschleierte Bild zu Sais dieser Tatsache ein literarisches Denkmal gesetzt.

Wer noch glaubt, im Unbewussten seiner Seele würden nur ein paar harmlose Fischchen herumschwimmen, keine Haie, Rochen und anderes Ungetier, sollte Schillers Taucher aufmerksam lesen, denn was der Knappe sieht, sind im Grunde die Seelentiefen eines jeden Menschen. Es ist das Verdienst von Hieronymus Bosch, diese Welt ins Bild gesetzt zu haben.

Zwei Seelen wohnen - und Goethe weiß, warum er hier ein "ach" einfügt - in unserer Brust ...

Freitag, 25. September 2009

Krishnamurti: Das Denken kann die Wahrheit nie berühren! Die Wahrheit ist das Ganze.


Alle Dinge, die das Denken aufgebaut hat, sind Realität. Doch das Denken hat nicht den Berg oder den Baum gemacht, und auch sie sind Realität. All die Götter, all die Rituale, all der Unfug, der durch das Denken in der Welt angerichtet wird, ist Realität - Krieg ist eine Realität, Menschen zu töten ist eine Realität, die Gewalt, die Brutalität, die Gefühllosigkeit, die Zerstörung sind Realitäten, die vom Denken gemacht, vom Denken aufgebaut wurden.



Die Berge, die Bäume, die Flüsse, die Schönheit des Himmels sind Realitäten, doch sind sie nicht vom Denken gemacht worden.


Das Denken kann die Wahrheit nie berühren (...)

Was ist das "Ich", die Eitelkeit, die Arroganz, das Verlangen, etwas zu erreichen, erfolgreich zu werden, woran man sich so erfolgreich klammert? Was ist sein Wesen? Wie ist es zustande gekommen?
Denn solange es existiert, kann das andere nicht sein.

Solange ich egoistisch bin, solange dieser psychische Mittelpunkt existiert, kann unmöglich die Wahrheit existieren,
denn die Wahrheit ist das Ganze.

Krishnamurti: "Vollkommene Freiheit". Frankfurt/Main, 5. Auflage 2006, S. 454f
Mehr zu Krishnamurti: hier